Höre ich Bands dieses Spektrum, geht wie automatisch die Nostalgie-Spur an, der Film läuft und ich denke mit Verzückung an die schöne Zeit Mitte der 90s, als Bands wie LOVE SPIRALS DOWNWARDS, CRANES, STOA, CHANDEEN oder THIS ASCENSION mit romantischen Gitarren, Wave und himmlischen Frauengesang die Sinne benetzten. Die Amis von AUTUMN’S GREY SOLACE gehörten da schon ähnlich wie vorher Mira zu den Verwaltern dieses Sounds, die qualitativ hochwertig, aber nicht mehr ganz an die großen Acts heranreichten, was in keinster Weise die veröffentlichte Qualität ihrer Releases schmälern soll an dieser Stelle. Im Gegenteil, anno 2025 freu ich mich jedes Mal wie ein Schneekönig, wenn diese Art ätherischer Wave meinen Weg, meine Synapsen-Laufbahn kreuzt. „The Dark Space“ ist relativ übersichtlich gestaltet mit knapp 35 Minuten, hält die vernebelten Sounds im Zaum, hat eher was klares, kontemplatives, verstehendes, erzählerisches. Die Songs spazieren langsam, melancholisch und auf eine Weise tiefenentspannt durch die Ohren. Sängerin Erin passt mit ihren betörend fragilen Vocals genau in die oben benannte Welt, liegt mit ihren wunderschönen Melodien zwischen all den genannten Hochkarätern. Die Songs brauchen nicht die große hymnische Melodie, nein es fließt liebevoll verklärt, angenehm dunkel romantisch durch die Boxen. Kleine, stets wohlpassend langgezogene Gitarren-Effekte (Love Spirals lassen grüßen) erzeugen diesen lieben gelernten Weltschmerz, diese spezielle Wehmut und Sehnsucht. Alles schön sanft, mit genau so viel Hall auf den Instrumenten, dass es im Vergleich zu manch Projekt-Records Act aus den 90s alles hier doch eher aufgeräumt und klar erscheint – ohne den Hörer mit dieser Art sphärischen Klang wie damals LSD oder LYCIA komplett zu vernebeln (Wer hat das nicht geliebt damals, ganz ehrlich?). Jedes der 8 Stücke von Scott Ferrell und Erin Welton ist Gitarren-Wave auf bittersüße Weise, langsam, verwunschen und schwer verträumt. Mit dem Hit ‚Darkens The Soul‘ finde ich meine melancholische DNA auf sowas von 100 Prozent in Resonanz – da sag ich mal danke für den wunderschön atmosphärischen Tune. Ich bin immer wieder froh, wenn Klänge dieser Art anno 2025 noch auf den Plattengabentisch kommen. Es sind keine Klassiker, aber ein liebevolles Echo an die gute alte Zeit des Heavenly Voices/Wave. Freunde der Materie dürfen hier zugreifen, unbesehen!
(R.Bärs)
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