FINNR´S CANE – Elegy (CD)

Mit „Elegy“ kredenzen uns die Kanadier ihr drittes Album auf Prophecy. Waren die Vorgänger schon zielsichere Angelegenheiten zwischen doomigen Blackmetal mit Post-Elementen, so darf auch auf dem neuen Machwerk, so viel sei verraten, in eben genau diesen Stimmungsbildern gebadet werden. Statt Bass wird mit einem Cello agiert, welches dem Album nur um so mehr eine klassische, feierliche Note verleiht, darf man sich in knapp über 40 Minuten in dem so mittlerweile typischen, weil angesagten Metier des Post-Black Metal um eine Perle mehr erfreuen. Wer die melancholische Seite dieser Ausrichtung mag, sei es das feine melancholische Alcest-Moment, die Post-Elemente solch wichtiger moderner Bands wie Deafheaven oder Wolves in the Throne Room, dazu die klassisch, epische Ausrichtung der Black-Metal affinerenen Frühwerke Empyriums, der hat die ungefähre Stilmitte. Ja und diese wird in jeder Sekunde vollmundig bedient, ohne viel Experimente, dafür aber mit Hauptaugenmerk auf melancholisch, nächtliche Stimmungs-Partituren, sehr melodisch, trotz stürmischer Parts wie im nach vorne treibenden „Strange Sun“. Da wird gefühlt zwar die Black Metal Keule kurzzeitig geschwungen, dies aber so vollmundig schwermütig melodisch, das der Begriff Härte hier komplett fehl am Platz ist. Wer die romantische Naturgetränkte Seite des Black Metal liebt, frühe Werke wie das Ulver und Forlorn-Debüt bzw. oben genannte Empyrium vergöttert, wird hier vollends bedient. Die Platte hätte auch gut 1996-97 erscheinen können. Krächzen und gelegentlicher Klargesang wie im Opener „willow“ , ausladende Songstrukturen, waldiger Folk, tröpfelnde Piano-Sequenzen, typische schleifende doomige Black-Metal Gitarren mit diesem Hauch moderner verwaschener Postrock/Shoegaze Gitarren..fertig ist die Hauptspeise und sie mundet. „Elegy“ befasst sich mit Themen wie der städtischen Verzweiflung,Verlust und Trauer, persönliches Ringen der Wiedergeburt der natürlichen Welt, den ruhigen Stunden des frühen Morgens und dem Verstreichen der Zeit und soll letztlich den Hörer auf eine ätherische Odyssey mitnehmen. Hör ich Tracks wie das kraftvolle doomig epische Instrumental „lacuna“ oder das mit erneut melancholischen Klargesang versehene Titelstück, kann ich den Kanadiern nur attestieren, alle elementaren Bausteine sämtlicher atmosphärischer Metal-Genre wohltuend an den richtigen Stellen platziert zu haben. Atmosphäre pur, nicht wirklich originell, wird trotz mancher angedeuteter Tempo immer im Stimmungsmodus Schwermütigkeit gebadet, ausufernd episch mit aller Konsequenz. Transparent produziert, angenehm gewollter verwaschener Postiger Sound, wird hier kein Fan von oben genannten Bands wie Alcest und Co. enttäuscht sein, Originalität sieht natürlich anders aus. Für die bald kommende Herbstsaison schon jetzt ein heißer Kandidat!

(R.Bärs)

Format: CD
Vertrieb: Soulfood-Vertrieb
 

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