AUTUMN TEARS – The Origin Of Sleep (CD)

Wieder erreicht mich ein wunderschönes Dark Symphonisches Neoclassic Album zum Frühling, das die aktuell vier Protagonisten von AUTUMN TEARS gerade produziert haben, insgesamt schon die siebte Veröffentlichung seit 1996.Die Gruppe wurde im Jahr 1995 von Erika (Swinnich) Tandy , die für Gesang und Arrangements zuständig war und von Ted Tringo, der in der Band Keyboards und Klavier spielte, sowie ebenfalls den Gesang und musikalische Arrangements dazu steuerte, gegründet. Die aktuelle Besetzung ist mit Ted als Gründungsmitglied sowie Laurie Ann Haus, die für Erika Tandy und deren Nachfolgerin Jennifer Le Anna inzwischen für die Lead und Backing Voclas zuständig ist und Greg Ball an der klassischen Guitarre, sowie Terran Olson an der Klarinette und der Flöte komplettiert worden. Auf der neuen CD nun spielen wieder eine Vielzahl neuer und anderer Studiomusiker mit, sie aber alle hier zu bennenen, würde wohl den Rahmen sprengen, hier sollten wir uns einfach an dem musikalischen Gesamtergebniss orientieren und erfreuen.

Zurück zu den Anfängen von AUTUMN TEARS , nach vielen Songs schreiben, Proben und Musizieren der beiden Akteure nahmen AUTUMN TEARS in den West Sound Studios ihre ersten Tracks und 1996 die erste Platte mit Namen „Love Poem for Dying Children – Akt 1“ auf. Die erste CD wurde sogar schon auf dem eigenen Label Dark Symphonies veröffentlicht.

Die epische Soundausrichtung der ersten Veröffentlichung bestand schon damals aus symphonischen, schweren Arrangements, klassischen dunklen Klängen und antiken, choralischen Gesängen, deren Texte bei den geneigten Hörern intensive Gefühle wie Trauer, Harmonie und Einsamkeit hervorgerufen haben, Gedanken die sich einbrennen und Spuren hinterlassen.

Die virtuose Gesamtgestaltung der klassisch anmutigen Musik kommt so ganz in der Tradition von zeitgenössischen Gruppen der Heavenly Voices Reihe daher, als da wären DEAD CAN DANCE, STOA, IN THE NURSERY, ANCHORAGE, LOVE IS COLDER THAN DEATH, LOVE SPIRAL DOWNARDS, CLAIRE VOYANT, OPHELIAS DREAM, QNTAL, ATARAXIA, RISE AND FALL OF A DECADE, DIE VERBANNTEN KINDER EVAS, COLLECTION D ARNELL ANDREA, BEL CANTO und anderen Verdächtigen,  die musikalisch, melancholische Momente voller jubilierender Glücksseeligkeit produzieren.

Die Heavenly Voices Reihe übrigens, die damals als Marketingbegriff für die musikalischen Bereiche Ethereal, Neoclassic,Dreampop, Neofolk, Trip Hop, Worldmusic, New Age und verträumter Gothmetal sowie Ambientartige Klänge  kreiert wurde, feierte gerade mit Gruppen in der musikalischen Ausrichtung wie AUTUM TEARS in den 90er Jahren große Erfolge.

Auf der neue Platte nun, die mit guten 25 Minuten Gesamtspielzeit bei 5 Tracks absolut Abendfüllend und zeitlos daherkommt,  starten AUTUMN TEARS mit „Chasing the Void“, einem Stück das betörend, elegisch daher kommt und mit mehrstimmig, klassischen Frauenstimmen versehen ist, im Song „The Ghost beside me“ dominieren wiederum sehr ruhig gehaltete Neoclassiklänge das Gesamtbild, diesmal mit der wundervollen Gesangstimme von Brona McVittie !

Im Track „Breathing beneath the Soil“ werden reine klassisch, getragene Instrumentalsounds kreiert, bei „Shaping a fragile Utopia“ dem längsten Stück mit über 8 Minuten werden orchestrale Klanglandschaften, die in der Verbindung mit der klaren weiblichen Stimme von Brona verschmelzen, dageboten.
Zum Finale und gleichzeitig dem Titeltrack des neue Albums “ The Origin of Sleep“ wird noch einmal feierlich ein Kleinod präsentiert, sanfte Pianoklänge umgarnen hier noch einmal die Chanteuse Brona, ein wahrlich würdiger Abschluß.

Fazit : Mal kommen die Klänge ganz fein und minimalistisch daher, manchmal aber auch Bombastisch und Überwältigend, kunstvoll kombinieren AUTUMN TEARS auf diesem facettenreichen Werk wieder einmal Elemente der klassischen mit denen der zeitgenössischen Musik und verbinden so in Bandtypischer Manier melancholische Sounds mit ausgereiften Klassikanleihen in Moll, hier wird die dunlke Seite der menschlichen Gefühlswelt ausgelotet, ohne dabei in Klischees zu verfallen.  Ein Album das mich bewegt hat und das ich mir eigentlich erst zur Zeit der fallenden Blätter und des aufkommenden Herbstnebels anhören wollte, nun aber froh bin, es musikalisch entdeckt zu haben.

Absoluter Tip.

Die Platte wurde übrigens von keinem geringeren als vom schwedischen Klangkünstler PETER BJÄRGÖ – ARCANA – gemastert und das passende Coverartwork ist von KISHOR HAULENBEEK gestaltet worden. (Sven Erichsen)