XENIA BELIAYEVA – Riss (CD)

Bis auf ihr Debüt-Album „Ever Since“ auf Shitkatapult vor 8 Jahren und einigen 12“ hat die gebürtige Moskauerin Xenia Beliayeva meist immer im Hintergrund der Techno-Szene gewerkelt, sei es nun als A&R für Ladomat 2000, Djane, Remixerin, Kolumnistin für das FAZEmag oder für ihre eigene Radioshow „Xenbel“. Inzwischen hat sich dadurch natürlich ihr musikalischer Horizont erweitert, wovon jetzt das zweite Album „Riss“ deutlich profitiert. Zwar speist sich der Background immer noch aus dem Techno-Genre bzw. wird durch den Minimal-House-Style irgendwo zwischen Miss Kittin und UNDERWORLD dominiert, jedoch fasern die insgesamt 12 neuen Tracks auf Riss einerseits in mehr poppige Songs aus, anderseits dringen einige davon auch in wesentlich dunklere Gefilde vor. Insbesondere trägt der Einsatz ihrer Muttersprache und der deutschen, neben dem überwiegend in Englisch gesungenen Tracks, ungemein zum Abwechslungsreichtum des Albums bei. Dabei entwickelt dieses einen unterschwellig zwingenden Sog, der den Hörer mit zunehmender Laufzeit immer tiefer in den schwarz/weißen Kosmos von Xenia Beliayeva hinein zieht. Zwischen aufpeitschender Euphorie, zackig-pochender EBM, 80er New Wave-Charme und düster-melodischer Besinnung wird einem auf „Riss“ ein aufregender Mix geboten, der Spaß macht und ordentlich in die Beine geht! Fetzige CD, die sicher dieses Jahr noch einige Male bei mir laufen wird und einen Wodka auf die Deutsch Sowjetische Freundschaft! (Marco Fiebag)