FOSSIL AEROSOL MINING PROJECT – August 53rd (LP)

Vor Jahren schlug das auch materiell „heftige“ Album „Patina Pooling“ von :zoviet*france: and Fossil Aerosol Mining Project  ja ziemlich ein und auch wenn ich Letztere ein wenig aus den Ohren verloren hatte, hatten sie deutlich Eindruck hinterlassenAlles andere als eine Eintagsfliege also melden sich Fossil Aerosol Mining Project (sie haben mittlerweile noch einiges andere veröffentlicht) mit „ August 53rd“ zurück und ich kann sagen, ich bin froh, dass sie es getan haben. Faszinierend finde ich, wie es hier gelungen ist, mysteriöse und oft neblige Klangcollagen – und hier ist die Collage wohl in besonderem Sinn Methode – zu schaffen, die eben nicht nur geheimnisvoll sind, sondern bei aller Melancholie und Nostalgie auch verspielt und irgendwie wärmend. Dies hängt sicherlich nicht nur an den verwendeten Klangrelikten, wie alten Magnetbändern, sondern auch an der gekonnten Verarbeitung des „fossilen“ Rohmaterials. Während mich die Wärme somit etwas an William Basinskis kunstvolle „Magnetbandmusik“ mit ihren faszinierenden „Loops“ erinnert, kommen mir manchmal auch die genialen Boards of Canada in den Sinn, was die nebulöse Verspieltheit des dreiundfünzigsten August betrifft, wobei sich Fossil Aerosol Mining Project niemals für länger dem Rhythmus ergeben. Melodie und berechenbarer Rhythmus bleiben hier, wie z.B. bei „V-Broadcast (Closed Circuit) 1986“, gewissermaßen Versatzstück und zeigen, was war bzw. was sein könnte, wenn man sich nicht entschieden hätte, andere, eigenartige Musik zu machen, die ebenso entspannend wie anregend (dabei aber nie anstrengend) sein kann, wenn man sich – muss ich das dazuschreiben? – darauf einlässt. Denn auch wenn man nicht mit reinem (harschen) „Noise“ abgeschreckt wird, die Musik hier macht es einem auch nicht ganz einfach. Die oft leisen und feinen Töne biedern sich nicht an, sind eher fast ständig dabei, sich zu verflüchtigen und müssen somit im wahrsten Sinne des Wortes erhört werden. Was lobenswert ist. (flake 777)