CORDE OBLIQUE – Back Through The Liquid Mirror (CD)

Erhaben. Elegant. Majestätisch – auch auf ihrem sechsten Studioalbum brilliert Komponist Riccardo Prencipe mit seinem Projekt CORDE OBLIQUE und einer ganz eigenen Vision von „Ethernal Mediterrean Folk“.

Interessant ist, wie es Prencipe als ausgebildeter klassicher Konzertgitarrist geschafft hat, trotz hochedler Aufmachung und beinahe schon verkitschter Optik und pathetischen Liedern, neben der bildungsbürgerlichen Elite seines Heimatlandes auch die Subkulturen mit seiner Musik anzusprechen. Denn neben der schwarzen Szene werden Alben von CORDE OBLIQUE gleichzeitig bei Metal-Portalen als auch in Popmusik-Zeitschriften besprochen, was sicher auch dem geschulten Image und der Veröffentlichungspolitik seines ehemaligen, legendären Labels PRIKOSNOENIE geschuldet ist.  Gegönnt, denn CORDE OBLIQUE bleiben ein akustisches, fast schon sakrales Hörerlebnis.

Neben dutzenden Gastmusikern in der Vergangenheit lebt auch Album Numero Sei von den virtuosen Mitstreitern und den grandiosen geladenen Frauenstimmen. Neben einer hochprofessionellen, kristallklaren Sound- und Aufnahmequalität ist es die meisterhafte Musikalität, die wie immer als erstes auffällt. Und wie zuvor auch sind die neuen Stücke wieder im Spannungsfeld italienischer Folklore, Tango und gitarrenlastigem DarkWave anzusiedeln.

Unterstützt wird Prencipe diesmal von Mitgliedern der Bands ASHRAM und ARGINE, die beide innerhalb der italienischen Dark Folk bzw Neoklassik einen etablierten Namen inne haben. Der Stellenwert dieser Musikrichtungen ist, wie wir wissen in Italien, von äußerst mondäner Finesse.

Und so gibt es erneut elf hymnisch-dramatische neue Stücke zu hören, die man sich am Liebsten in einem neoklassizistischen Palast in schweren Ledersesseln und einer Flasche Amarone zu Gemüte führt. In angemessene Stimmungslage gebracht, wirken die auf Italienisch gesungenen Stücke gleich noch viel melancholischer, ohne dabei ihren mediterranen Farbton zu verlieren. Konzeptionell bleibt Prencipe seiner Linie treu und lässt sich vom antiken italienischen Zeitalter inspirieren. Die Musik hat wie seither eine tiefe Verbindung zur Kunstgeschichte. In der Vergangenheit hat Riccardo Prencipe, der einen Titel der Doktor der Philosophie trägt, verstärkt Kritiken über die Aussstellungen des Nationalmusik Capodimonte oder den Lute-Spieler Jan Vermeer geschrieben und Vorlesungen über antike Musikinstrumente, Fresken und Statuten innerhalb der Kunstgeschichte gehalten. Parallel zu seiner Tätigkeit als Musiker arbeitet er als Geschichtslehrer an einer Hochschule in Neapel.

Das Konzept des BACK THROUGH THE LIQUID MIRROR-Albums besteht darin, die Energie ihrer elegischen Live-Auftritte einzufangen, aufgenommen mit den hochwertigen Möglichkeiten einer Studio-Session. Daher wurden elf Stücke neu bearbeitet und live in den Splash Studios in Neapel aufgenommen, um den Hörer jetzt in einer viel kraftvolleren und dynamischeren Art und Weise ( als die ursprünglichen Studio-Versionen) zu begeistern. Sicher mit das Beste, was man im Bereich Neofolk aus Italien derzeit zu hören bekommt.  Release Date: 6.April 2018
(D.Charistes)