SULA BASSANA – Dark Days Reissue (CD)

Dave Schmidt=Sula Bassana=zig relevante Space/Kraut/Psych Projekte wie z.B. Electric Moon oder Zone Six. Ja irgendwie Mr. Psych aus Germany, denn all diese Bands/Projekte haben den gemeinsamen Nenner, das Gütesiegel in Sachen aktueller deutscher Psychedelic-Sounds innezuhaben. Alles was dieser Mann anfasst bzw. wo er seine Finger im Spiel hat, das darf man getrost sagen, hat Qualität und trotz unterschiedlicher Sound-Ansätze dieser einzelnen Projekte ist jedes davon jeden Euro wert. Sula Bassana haben ja mit den letzten Veröffentlichungen andere, wesentlich mehr Elektronica/Space/Kraut-lastigere Wege eingeschlagen. Klassischer Spacerock war hierauf so gut wie nicht zu finden, um so schöner ist diese Zeitreise mit vorliegendem „Dark Days“-Reissue auf Sulatron, dem hauseigenen Label. Schmidt frönt hier ganz dem klassischen kosmischen Space/Psych-Rock, will heissen, lange ausufernde Reisen werden angetreten, es blubbert, wabert an allen Ecken und Enden. Viel Freude bereiten Long-Tracks wie das komplett durch den Orbit driftende „Surrealistic Journey“, welches jedem Freund psychedelischer Weltraumrockklänge Freudentränen in die Augen treiben sollte. Diese Art Hypnotic-Rock ist perfekt für Kopfhörer, abgedunkelte Zimmer und das Schöne ist, man kann sich an dieser Art Musik einfach nicht satt hören. Vom Opener-Double „Underground“ bekommt man eher noch klassische simple Acid-Rock Riffs zu stoischen Midtempo Drums geboten, während der 2.Track mich an eine gelungene, angenehm heavy dahin rockende Variante von Monster Magnet´s Debüt-Album erinnert. Sehr geil allemal. Spätestens mit o.g. 20-Minüter lässt sich die Reise richtig starten und wird dann perfekt mit dem Titelsong mit Mellotron-liken Sounds angenehm heavy drückend fortgeführt. Einfach nur der Wahnsinn wie schön elegisch dieser Song durch den Orbit driftet, kratzige Bassläufe auf variableres Drumming trifft und man sich denkt, verdammt könnte ruhig auch 20 Minuten lang sein. Schmidt fand/findet hier einfach die perfekte Quintessenz in Sachen Space-Rock. Nichts zu schräg, zu gewollt, der gemeinsame Nenner ist Atmosphäre und trotz aller Referenzen wie frühe Pink Floyd/Hawkwind ist diese Cd von vorne bis hinten ein rundum gelungener Trip durch den Orbit. Tolle Gitarren-Licks wo man hinschaut und das über die gesamte Albumlänge, verspielt, immer schön driftend, spacig. Ausnahme bildet der 17-minütige Rausschmeisser „arriving nowhere“, welcher dann doch mit allerhand trippiger Electronica etwas aus der Art schlägt und mich somit etwas an das Debüt von Schmidts Zone Six erinnert. Ausgesprochen hypnotischer Track, Electronica-Elemente werden vom organischen, drückenden Drums mit zerrenden wabernden Gitarrenspiel in einen angenehmen Rauschzustand vorangetrieben, der dank seiner Spiellänge dem Hörer genügend Raum gibt, sich darin verlieren zu dürfen. Letztlich ist von Minute zu Minute diese rockige zurückgelehnte Dynamik das Plus dieser Platte. Nichts reisst raus aus dem kosmischen Flow, man darf über knapp 72min abschalten, auf Reise gehen. Einzig vielleicht der etwas kauzige, simpel rockige Einstieg kann als Minimanko betrachtet werden, nur wird das Album im weiteren Verlauf ein absoluter Grower in Sachen kosmischer Rock, den man in Dauer-Repeat nicht mehr verlassen will. Zitate hier und da auf angenehme Art und Weise bilden ein Album, was über 72min einfach nur Laune macht und jedem Psych-Rock-Fan glücklich machen sollte.

(R.Bärs)