ANEMONE TUBE – The Three Worlds : Allegory Of Vanity (3CD)

Diese neuste Veröffentlichung von Anemone Tube „The Three Worlds“ ist als Trilogie erschienen ( die es auch als 3-CD-Set und sehr schön aufgemachter Special Edition gibt). Hier der erste Teil, „Allegory of Vanity“.

Er beginnt mit „Ausweg“, und es wird gleich klar, dass hier kein Ausweg hin zu farbenfrohen Popmelodien gemeinst ist, aber das würde auch jeden überraschen, der das hier liest bzw. ANEMONE TUBE. Sirenenartige Klänge und mechanische Schläge strukturieren hier einen ansonsten dunkel brummenden Soundteppich, zu dem sich kaum wahrnahmbare Sprachfetzen und immer eindringlicher werdendes Klopfen oder (Glocken-)Läuten hinzugesellen, bevor es schließlich in asiatisch wirkenden sanften Klängen endet. Wie das erste ist das zweite Stück ebenfalls eine Gemeinschaftsarbeit von Anemone Tube und Yggdrasil . Bei „Primary Slave“ erklingen mechanische Industrial Klänge und Sirenen über einem finsteren Soundteppich, während (auch) deutschsprachige Sprachsamples aus der reinen ‚Hypnose des Noise‘ herausreißen, in die man nur allzuleicht gerät. Einen noch stärkeren Sog entfaltet „Illusions“, in dem aus finsterem Wind und Schwingungen zu bestehende Klänge eine angenehm bedrohliche Dark Ambient Soundlandschaft erschaffen, welche an die ganz großen deutschen und franzöischen Vertreter dieser Musikrichtung denken lässt. Ein sehr atmosphärischer Track, welcher in einer Art akustischer Fliegerangriff zu enden scheint und der womöglich mit den Worten des Pressetextes, diese Veröffentlichung repräsentiere „the project’s roughest and most atmospheric material up to date, ranging from depressive ritual experimental ambient over dark rhythmic industrial soundscapes to whirlwind noise“ wirklich gut be- bzw. umschrieben ist (zitiert nach discogs.com). Weiter geht es mit dem rhythmischeren „Asphyxiate“, wo Motorengeräusche die Basis der Sounds zu bilden scheinen. Ein mechanischer Sound, ein leicht scheppernder Rhythmus, der gegen Ende ins Stottern gerät und verebbt – the vanity of engines? Nicht an eine Fabrikhalle, sondern eher an den nicht so brachialen Klang von Näh- oder Druckmaschinen erinnern mich die Klänge auf „Imminence“, die hier eine Struktur vorgeben, wobei im Hintergrund etwas aus der Spur zu laufen scheint. Auch hier ‚erblühen‘ immer wieder Krachattacken und streiten mit Noise-Stakkato… Das sind so die Metaphern, mit denen ich versuche, dieses vielschichtige Klangwerk zu beschreiben, welches ich allen empfehlen möchte, die sich für experimentelle, komplexe (nicht: harsh noise) Musik an der Schnittstelle von Industrial und Dark Ambient (sowie jenseits davon) interessieren. Schaut und hört!  (flake777)