PANTHA DU PRINCE – Mondholz: Remixes & Canons (10")

Als im vorigen Jahr das Album „ÜberBach“ von Arash Safaian bei Neue Meister erschien, war die Fachwelt nicht wenig erstaunt, wie es dem Komponisten mit iranischen Wurzeln zusammen mit Sebastian Knauer am Klavier, Pascal Schumacher am Vibraphon und dem Züricher Kammerorchester gelungen ist, ohne J.S. Bach zu spielen, ihn trotzdem hör- und spürbar zu machen. Nicht von ungefähr gab es dafür in diesem Jahr den Echo Klassik Award und flankierend zum Album jetzt eine Vinyl-EP. Diese enthält Remixe von zwei ausgewählten „ÜberBach“-Canons durch Hendrik Weber, besser bekannt als PANTHA DU PRINCE, welcher 2010 mit seinem „Black Noise“-Album ein Referenz-Werk des organischen Minimal Techno geschaffen hat. Das dies eine absolut goldrichtige Wahl war, davon kann man sich auf „Mondholz“ überzeugen, wie PANTHA DU PRINCE den an sich schon modernisierten barocken Geist von „ÜberBach“ in schlanke federnd-groovende Beats kleidet und diese auch noch zum Teil mit seinem Trandemark der bimmelnden Kuhglocken garniert. Die beiden Neuinterpretationen namens „Mondholz“ und „Jupiter Delight“ sind somit hypnotische Grenzüberschreitungen zwischen Klassik und Dance, die das „ÜberBach“-Konzept noch einmal auf eine neue Ebene heben. Das die EP exklusiv im 10“-Vinyl-Format erscheint, trägt ebenfalls zur Wertigkeit des Projektes bei und zeigt deutlich, dass das Label Neue Meister auf dem richtigen Weg ist, die Schwelle zwischen Klassik und elektronischer Musik zu verwischen! Der Vergleich zu den Original-Canons macht dieses Format übrigens recht einfach, denn dem jeweiligen Remix folgt auf beiden Platten-Seiten der zu Grunde liegende Canon im Original, so dass man gleich analysieren kann, wie viel „ÜberBach“ in den PANTHA DU PRINCE-Interpretationen wirklich steckt. Die Pressung des handlichen 10“-Vinyls ist sehr gut (wenn auch eine Wäsche nicht schaden kann) und das Artwork mit Wiedererkennungswert von Dirk Rudolf schließt nahtlos an das Haupt-Album an. EP des Jahres würde ich mal sagen! (Marco Fiebag)