KARL THESING – Agite (CD)

Anfang 2016 fanden sich die drei Musiker Maximilian Unützer (Piano), Sophie Moser (Violine) und Ella Rohwer (Cello) bei der Einspielung des Soundtracks für den Arthaus-Film „Vive La Mort“ von Thomas Welte zusammen. Unter dem Banner KARL THESING (was wohl ein Pseudonym von Maximilian Unützer ist) haben sie seit dem einfach weiter zusammen musiziert und daraus ist letztendlich das Album „Agite“ entstanden. Da insbesondere die beiden klassisch ausgebildeten jungen Frauen in der kommerziellen „Dienstleister“-Falle von künstlerischer Produkt-Untermalung bei Messen und Galas bzw. auf einer musikalischen Bandbreite zwischen Andreas Gabalier und DIARY OF DREAMS agieren, sollte das neue Projekt unbedingt „weg vom glatt Geschliffenen, Abwaschbaren und Einheitlichen“. Allerdings hat „Agite“ jetzt auch keine rauen Ecken und Kanten oder ist besonders innovativ, aber dafür einfach wunderschön geworden! Das Klavier spielt melancholische Akkorde, die Geige schluchzt sehnsuchtsvoll, wie das Cello elegisch brummt und wenn auch deren Zusammenspiel simpel erscheinen mag, ist es dennoch sehr wirkungsvoll. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran hat sicherlich die intime Aufnahme-Atmosphäre im Castle-Studio von Arno Jordan auf Schloss Röhrsdorf bei Dresden. Dort hat man nämlich noch die Möglichkeit einer komplett analogen Aufnahme und das verleiht „Agite“ diesen sehr warmen natürlichen Klang, der auch die Nebengeräusche der Instrumente und andere Geräusche mit einschließt, was jedoch absolut nicht als störend empfunden wird. Konsequent wäre es natürlich gewesen, das Album auf Vinyl zu veröffentlichen, doch auch die CD klingt letztendlich absolut hervorragend. „Agte“ ist ein melancholisches Neo Klassik-Album passend zur dunklen Jahreszeit, welches sich wärmend wie eine Kuscheldecke aufs Gemüt legt. (Marco Fiebag)