GENEVIEVE PASQUIER – Louche Effect (CD)

Ehrlich gesagt war ich ja nie ein großer Fan der THOROFON-Chanteuse Genevieve Pasquier, jedoch lies mich ihr stimmlicher Beitrag zum letzten MUSHROOMS PATIENCE-Album „Jellyfish“ mehr als nur aufhorchen. Die Kollaboration namens „Subconsciousness Thrill“ klang nämlich anders bzw. irgendwie gereifter als sonst, was man bisher von der bayrischen „Minimal Industrial-Queen“ gehört hatte. „Louche Effect“ setzt diesen Trend jetzt fort und scheinbar hat sich die lange Pause von 8 Jahren seit dem letzten Album „Le Cabaret Moi“ gelohnt, wenn man in der Zwischenzeit auch nicht ganz untätig war. Die insgesamt 13 neuen Tracks in einer runden Stunde kommen irgendwie entspannter wie unaufgeregter rüber und der Gesang ist spürbar facettenreicher und lasziver geworden. Natürlich gibt es hier und da noch den Minimal Electro Pop-Einfluß, wie den einen oder anderen Song für die einschlägige Tanzfläche („I Wanna“ und „Enjoy Your Life“), jedoch überwiegt in weiten Teilen auf „Louche Effect“ eben jener, was im Französischen für undurchsichtig, verdächtig oder anrüchig steht. Einige Tracks könnten mit ihrer ätherischen Doom Jazz-Atmosphäre auch vom „Twin Peaks“-Soundtrack stammen und insbesondere „Louche“ und „Too Many“ wandelt auf den Engtanz-Spuren von BOHREN UND DER CLUB OF GORE. Neben eben jenen ist noch das schleppende Trip Hop-Stück „Red Moon“ mein absoluter Favorit auf „Louche Effect“ und dieses Album stellt für mich eine gelungene Weiterentwicklung der Kunstfigur Genevieve Pasquier dar – lasst Euch einfach von der Lady verführen! (Marco Fiebag)