MARI SAMUELSEN – Nordic Noir (CD)

Skandinavische Filme und insbesondere davon die Krimis erfreuen sich ja hier zu Lande seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Allerdings muss ich gestehen, mangels Interesse und Zeit noch keine Gelegenheit gehabt zu haben, mich diesem Phänomen zu widmen. Mit dem Solo-Debüt der norwegischen Geigerin Mari Samuelsen bekomme ich jetzt aber zumindest akustischen einen Eindruck der meist düster-kühlen Scores, welche jene herbe blonde skandinavische Schönheit mit ihrem Instrument in melancholisch abwechslungsreiche Hörbilder umsetzt. Mari Samuelsen hat schon in der Vergangenheit mit solch renommierten Musikern wie James Horner, Max Richter und Olafur Arnalds zusammen gearbeitet und dabei meist im Verbund mit ihrem Bruder Häken, welcher auch auf „Nordic Noir“ diverse Cello-Parts beisteuert. Für die insgesamt 12 Kompositionen sind dann Uno Helmersson, Olafur Arnalds, Frans Bak, Arvo Pärt, Johan Söderqvist und Geirr Tweitt verantwortlich, welche in enger Zusammenarbeit mit Mari Samuelsen entstanden und mit den TRONDHEIM SOLOISTS eingespielt wurden. Das Ergebnis ist allerdings weit entfernt vom weichgespülten Geigen-Klassik-Mainstream a la Vanessa Mae und David Garrett, denn dazu ist das Klangbild zu unruhig bis aufwühlend und einige Parts regelrecht spitz-schrill. Im Ganzen gesehen taucht „Nordic Noir“ jedoch passend in die kommende Herbst/Winter-Jahreszeit ein und bietet melancholisch-dunkles Kopfkino mit einer wehmütig-nachdenklicher Note. So ist das Album auch bestens für aufgeschlossene Hörer aus der Dark Wave/Gothic-Szene geeignet und vielleicht habe ich diesen Winter dann auch mal endlich Zeit und Muse für „Kommissar Beck“, „Kommissarin Lund“ oder „Die Brücke – Transit in den Tod“?! (Marco Fiebag)