FURVUS – Aes Grave

Der Mann hinter FURVUS ist mir zwar kein völlig Unbekannter, von diesem Projekt hatte ich allerdings noch nichts gehört. Sicherlich ist “Aes Grave” kein Album, das sich einem einschmeicheln will, das machen schon das finstere Cover und der ernst dreinblickende Künstler sowie ein Totenschädel im Innenteil des Eco Digifiles deutlich.

Eröffnet wird das Album mit langsamen, feierlichen, orchestralen Klängen und dunklem lateinischem Gemurmel im Hintergrund, beim zweiten Track gesellt sich Getrommel hinzu, welches ich mal als ‚martialisch‘ bezeichnen möchte, und auch die Stimme ist nun mehr im Vordergrund und deutlich aggressiver. Die lateinische Sprache wird beibehalten und es geht um das “Imperium”. Beim dritten Titel, “Pos de chanter m’es pres talenz”, wird zum ersten Mal gesungen und es wird auch deutlich, wie das Motto “Larynx is the Path” zu verstehen ist, denn Luigi Maria Mennella kann tatsächlich singen und damit differenzierte Gefühle ausdrücken, was hier bei diesem etwas zurückgenommenen Song schön deutlich wird. Nach einem mehr auf Soundscapes und wahrscheinlich “field recordings” basierendenm atmosphärischen Track ertönt mit “Mon in the Mone” der erste, ich will mal sagen, typische Dark Folk Song, der auch schön ins Ohr geht und zumindest für jeden DJ der Anspieltipp auf diesem Album sein sollte.
Es folgt das zart verträumte, interessant betitelte “Dá fhaid é an lá, tagann an oíche” und dann ein neunstimmiges (!) Werk gregorianischen Gesangs, das wohl jeden Freund dieser Art von Musik in seinen Bann ziehen dürfte. Das vorletzte Stück ist der zweite Akt von  “Pos de chanter m’es pres talenz” und wieder eindrucksvoll die Ausdruckskraft der menschlichen Stimme in den Mittelpunkt gestellt. “De rerum natura” schließt den Reigen mit erneut zunächst martialischen, neoklassischen Orchesterklängen und Trommeln, wobei sich hier, ich sage mal “authentisch mittelalterlich klingender” Gesang hinzugesellt und das Pathos etwas abmildert bzw. ergänzt und ästhetisiert, sodass “Aes Grave” dunkel und feierlich ausklingt. In gewissem Sinne wirklich ein “schweres” Album, mit vielen variantenreichen Schattenseiten, die zum Teil wirklich groß klingen. Gerne mal ausprobieren!

(Flake777)