THE HISTORY OF COLOUR TV – Something like Eternity (2LP)

the history of colour tvUnd wieder erreicht mich ein großartiges Album von THE HISTORY OF COLOUR TV – die Ausrichtung der musikalischen Klänge geht meiner Meinung nach stark in Richtung Dream Pop, Postrock, Experimentiell, Alternative, Indie Pop + Rock, Noise und Shoegaze – um dem Ganzen mal das immer wieder gerne genommen Schubladendenken zu verleihen. Da hat das Label Reptile Music / Weird Books wieder einen großen Treffer der Extraklasse gelandet. Schon der Vorbote, die zwei Track Single und Auskopplung aus dem dritten Album von THE HISTORY OF COLOUR TV – „Wreck“ – und auf der B Seite dann noch „August Twenty First“ gab einen formidablen Vorgeschmack, auf das was uns bei der Fulltimeplatte nun erwartet. Die Single ( incl. Video ) und auch das Album, wurden in den legendären Black Box Studios in Frankreich aufgenommen und die drei Berliner um PETER DEIMEL – THE EX und THE WEDDING PRESENT – spiegeln schon in der Single den authentischen Stil des Longplayers , der quasi live und mit nur wenigen Overdubs eingespielt wurde, einfach perfekt wieder. Durch die Aufnahmetechnik klingen die Songs zudem sehr organisch und voller Leben in Sinne einer vielfältigen musikalischen Ausrichtung Das Albumcover der neuen Veröffentlichung übrigens, mit seinen grauen, düsteren, leblosen Farben ist für die Klangkulisse der Platte eigentlich nicht sinnbildlich dagestellt, die elf Songs des neuen Albums “ Something like Eternity“ haben sich mir nach mehrmaligen Hören sofort erschlossen, da von sanften eher ruhigen Augenblicken bis zu reißerisch, dynamischen Momenten alles vertreten ist. Mir fallen an Inspirationen zu den Sounds von THE HISTORY OF COLOUR TV auch Gruppen wie FEEDER, SONIC YOUTH, SLOWDIVE, SEASURFER, LAST DAYS OF APRIL, PALE SAINTS, DEATH CAB FOR CUTIE, NADA SURF, CHAPTERHOUSE, ADORABLE, MY BLOODY VALENTINE, RIDE, DIIV, MOOSE, SCARLET YOUTH, JIMMY ein, ein Mix dieser Gruppen kommt der Band aus Berlin sehr nahe. Die Band wurde 2010 vom britischen Künstler JAIKE STAMBACH in Berlin gegründet und im Verlauf von zwei Alben und diversen EPs / Singles hat die Truppe ihr musikalisches Erscheinungsbild jeweils verändert und rangiert generell in einem breiten Spektrum zwischen krassen Noise Attaken, experimentiellen Soundkollagen, reverblastigen Dream Pop, atmosphärischen Shoegaze oder dem aktuell wesentlich schlankeren Indie Rock der rein amerikanischen Prägung. Teils verzerrte Gitarrenriffs treffen auf die zarten Gitarrenspielereien von Guitarplayer und Sänger JAIKE STAMBACH und prägen so das Gesamtbild, stellen aber auch gleichzeitig die Zerbrechlichkeit der Musik da, weil eingängige Strukturen durch die dynamischen Riffs fast zerbröselt werden und die Stimme von JAIKE begeistert mich von daher, das er es versteht, die Stimmungslage an den genau richtigen Stellen der Songs sehr gefühlvoll einzusetzen, die kreativen Tracks lassen den geneigten Hörer in den Wall of Sound förmlich eintauchen, der Spannungsbogen der elf Titel wird permanent hochgehalten. Für alle Fans und Freaks der oben genannten Groups wäre ein Reinhören absolute Pflicht, ich persönlich wäre auch auf eine Liveperfomance von THE HISTORY OF COLOUR TV sehr gespannt.

(S.Ericksen)