DEUTSCH NEPAL – Dystopian Partycollection II (CD)

Deutsch-Nepal-Dystopian-Partycollection-II-300x300Für das aktuelle Album „Alcohology“ hat Lina Baby Doll alias DEUTSCH NEPAL ja sein eigenes Label Entartete Musikk wieder reaktiviert, was sicher nicht die schlechteste Entscheidung Angesichts der aktuellen Lage auf dem Tonträgermarkt sein dürfte. Gleich im Anschluss folgt jetzt der zweite Teil seiner „Dystopian Partycollection“, deren erste Ausgabe ja noch 2008 beim legendären schwedischen Cold Meat Industry-Kult-Label erschien. Teil 2 enthält wieder rare Compilation-Beiträge, Remixe, Kollaborationen und bisher unveröffentlichtes Material aus dem schwedischen Generalstab von DEUTSCH NEPAL und das Ganze kann man trotz der relativ großen Zeitspanne von 2009 bis 2016 überraschend sehr gut am Stück hören. Los geht es mit einer Neuaufnahme von „How Low…“, das eigentlich vom „Erosion“-Album aus dem Jahre 1999 stammt und hier mit entspannten Gesang und neuer Instrumentierung versehen wurde. Auf dem Fuße folgt dann gleich DER Hit von DEUTSCH NAPAL bzw. die Zarah Leander-Coverversion „Ich steh“ im Regen“, welche schon auf zwei Compilation zu finden war und inzwischen auch ein Live-Klassiker ist. Des weiteren findet man drei Tracks der Doppel-Vinyl-Single „Rapist Park Junktion“, wobei einer davon hier in einer neuen Extendend Version mit Unterstützung von Thomas Ekelund (TREPANERINGSRITUALEN) daher kommt. Mit eben jenem hat er wohl auch ein neues Projekt namens SWOLLEN am Start, das mit dem Track „Rommel I Love You“ auf jeden Fall Lust auf mehr macht. Von seinem inzwischen wohl eingestellten Projekt JANITOR (mit BJ NILSEN) sind auf der „Dystopian Partycollection“ ebenfalls zwei Download-Tracks vertreten, des weiteren eine Kollaboration mit NAVICON TORTURE TECHNOLOGIES und das Dolly Parton-Cover „The Lonely Comming Down“ von der Old Europa Cafe-Jubileums-Compilation. Abgerundet wird die Sammlung durch zwei Songs für DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND in anderen Versionen und spätestens da muss man feststellen, das Lina Baby Doll einer der besten Sänger in der aktuellen Industrial-Szene geworden ist. „Dystopian Partycollection II“ ist am Ende eine abwechslungsreiche wie absolut runde Angelegenheit geworden, die durch ein völlig lustig-krankes Cover-Motiv gekrönt wird. Meine momentane Lieblings-CD von DEUTSCH NEPAL und im Gegensatz zum ersten Teil diesmal wirklich Party tauglich ausgefallen! (Marco Fiebag)