FUNERAL MOTH – Transience (CD)

funeral_moth_transienceScheinbar ein Spalter. Funeral Moth aus Japan mit ihrem (nach offizieller Zählweise) zweiten Longplayer nach „Dense“ (2LP/CD) und der „Funeral Moth“ 12“. Funeral Moth fühlen sich dem Doom-Metal zugehörig; was hier auf diesen zwei Stücken aber letztlich passiert, erinnert eigentlich nur noch durch die seltenen und kurzen Gesangseinwürfe und eine Art abstrakt umgesetzter Haltung an Doom. Andere super-slow-Doom-Bands wie z.B. die französischen Monarch! überrollen die Höhrer gern mit einer Wand; in Dead-Mummy-Walking-Speed zwar, aber: überrollen. Funeral Moth überrollen eigentlich an keiner Stelle. Alles bleibt transparent, im Grunde geradezu maximal reduziert minimalistisch, alles scheint endlose Widerholung. Und nur langsam schälen sich die zahllosen Variationen heraus, öffnen sich diese analog dem sich immer weiter öffnenden Auffassungsvermögen der Rezipienten. Funeral Moth sind damit mehr denn je irgendwo zwischen Gebet und Meditation, im eigenen Spiel und in der Erfahrung für die Höhrer, die, um sie erfahren zu können, eine ebensolche Grundhaltung (und sei es auch nur für die Dauer der Laufzeit der Platte) benötigen. Vielleicht deshalb ein solcher Spalter; für Metal-Affine viel zu wenig das, für Andere (durch den „Gesang“?) zu viel ebensolches Klischee… Möglicherweise entgeht beiden Parteien so eine Menge; das lose gewebte Gebilde, das Funeral Moth hier aus zwei Tracks zusammengefügt haben kann einen Raum gleichermaßen dreidimensional durchziehen wie neu erschließen; Soundskulptur und dynamische Bewegung in einem. Langzeitrotation empfohlen; sehr. Demnächst auch wieder auf Vinyl, wieder auf Throne Records.

(N)