CAROLINE K – Now Wait For Last Year (CD)

gg1272kleinCaroline Kaye Walters war die Freundin und spätere Frau von Nigel Avers, Mitglied bei seinen Projekten NOCTURNAL EMISSIONS und THE PUMP, sowie Mitbegründerin der Labels Sterile Records und Earthly Delights. Vor allem ihre Beiträge zum „Songs Of Love And Revolution“-Album von NOCTURNAL EMISSIONS und insbesondere der Minimal-Synth-Track „Never Give Up“ sind seit dem Kult. Diese Frau, welche 2008 viel zu früh an Leukemie starb, hat also Industrial-Kultur-Geschichte geschrieben und uns 1987 mit „Now Wait For Last Year“ auch ein Solo-Album hinterlassen, welches in der Original-Vinyl-Ausgabe inzwischen ein gesuchtes wie teures Sammler-Objekt ist. Die A-Seite der Platte war ganz dem Track „The Happening World“ vorbehalten, ein rund 20 Minuten langer Ambient-Drone, der viel von dem vorwegnehmen sollte, was später unter diesem Genre noch kommen sollte. Die 4 Tracks der B-Seite sind dagegen träge-schleppende Synthesizer-Kompositionen, welche nicht von ungefähr an die etwas eingängigeren Arbeiten von NOCTURNAL EMISSIONS erinnern. Vor allem „Chearth“, „Tracking With Close-Ups“ und „Leaving“ stechen mit ihren prägnant-melancholischen Melodie-Harmonien und schlafwandlerischen Rhythmus heraus bzw. wären vor einiger Zeit auch noch als Witch House durchgegangen. Im Jahre 2010 veröffentlichte das verdienstvolle österreichische Label Klanggalerie erstmals das Album im CD-Format und ergänzte es um drei Bonus-Tracks. Diese als „Between The Spaces 1-3“ bezeichnete Aufnahmen waren wesentlich professioneller aufgenommen und mehr dem New Age zugewandt, lassen jedoch eine Verwandtschaft zum alten Sound erkennen. Die auf 300 Exemplare limitierte CD-Edition war schnell ausverkauft, so das jetzt 5 Jahre später eine Neuauflage auf den Weg gebracht wurde. Wieder auf 300 Stück begrenzt, wurde das Material aber noch einmal neu gemastert, was sich qualitativ absolut bemerkbar macht und in ein schickes Digipack gehüllt. Oben drauf gibt es einen weiteren kurzen Bonus-Track, der 1980 auf der Kassetten-Compilation „Standard Response“ veröffentlicht wurde, wo sie noch unter dem Namen S.M. Andrews firmierte. Deutlich rauer und konfuser schlägt dieser die Brücke zu den Anfängen des Industrial und rundet die Neuauflage auch mit einem quantitativen Mehrwert ab. (Marco Fiebag)