V / A – Fathers Of Our Flesh (2LP)

V_A_Fathers_of_our_FleshKompilationen sind wahrscheinlich eher out; spätestens seit es die persönlichen/ personifizierbaren und auch noch lernenden Playlisten in den verschiedenen Anhörportalen gibt. Inklusive deren möglichen Bonus / Überraschungsmoment der immer neuen Reihenfolge bei jedem neuen Durchgang. Eine physische Kompilation, und dann auch noch wie hier als Doppel-Vinyl, mutet da fast an wie ein Anachronismus; zumindest auf den ersten Blick. Aber: gerade die Reduktion auf ein Thema, die Auswahl innerhalb dieses Themas und die genaue Festlegung der Reihenfolge; ist dies mit der passenden Sorgfalt geschehen, kann eine derartige Zusammenstellung auch in Zeiten von „alles überall zu haben“ nicht nur ihre Berechtigung ausspielen sondern auch ihre Rezipienten finden. Erst recht, wenn das Thema eigentlich sowieso über alle Zweifel erhaben ist und unter den Teilnehmern auch noch solche Künstler sind, deren Output ohnehin im persönlichen Focus liegt. „Fathers Of Our Flesh“ ist in diesen Aspekten schon vor dem ersten Hören, rein thematisch, weit vorn: Godflesh und die Rolle des Duos als Initial und Inspiration für ungezählte Bands, die nach ihnen kommen sollten. Und nach dem ersten Hören, ganz ohne möglicherweise seine eigenen Favoriten schon gefunden zu haben überzeugt die Homogenität. Eine Homogenität, durch das Thema zwar eigentlich gegeben, mit dem Wissen um die Varianz, die die einzelnen Bearbeiter durch ihre Ideen, die Möglichkeiten ihrer Besetzung und die persönliche Auffassung zumindest potenziell einbringen könn(t)en aber nicht in jedem Fall zweifelsfrei zu erwarten, wird durch einen im besten Sinne brutal / kaputten Sound auf voller Länge gehalten. Auch von den (wenigen) Bands der Kompilation, die auf Gitarren verzichten oder denen, die das jeweilige Original sehr eigen interpretieren. Originale, aus fast der gesamten Diskografie von Godflesh, aber mit dem Sound der Anfangstage bzw. dem der 2014er Fortsetzung…

Knut + Franz Treichler „Merciless“
Author & Punisher „Body Dome Light“
Ovo „Like Rats“
Eagle Twin „White Flag“
Drugs Of Faith „Paralyzed“
Mandemiurgeshit „Predominance“
Gnaw „Life Is Easy“
Omega Massif „Don’t Bring Me Flowers“
Wormed „Tiny Tears“
Transitional „Avalanche Master Song“
Maruosa „Defeated“
Warsawwasraw „Pulp“
Nadja „Go Spread Your Wings“

(N)