JASTREB – Mother Europe (LP/CD)

R-6150898-1412346592-2145.jpegDer Name Jastreb kommt ja eigentlich aus dem Russischen und ist die Übersetzung für den Raubvogel Habicht. Jener treffende Name war auch die Bezeichnung für den legendären jugoslawischen Jagdbomber Soko J 21 aus den 60er Jahren und seit einiger Zeit ist er ebenfalls das Banner für das (nach eigener Auskunft) New Kraut Occult-Seitenprojekt der kroatischen SEVEN THAT SPELLS zusammen mit DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND . Nach einer selbst betitelten EP erschien 2013 deren Debüt-Album „Mother Europe“ als limitierte LP im weißen schweren Vinyl, der im vorigen Jahr dann die CD-Version im Digipack folgte. Musikalisch bieten die 8 Tracks auf „Mother Europe“ hypnotischen Psychedelic Rock der Extraklasse, welcher trotz überschaubarer Instrumentierung in den rund 47 Minuten Spielzeit doch weit in die Breite geht. Dabei bereiten meist die typisch rustikal zischenden und dronenden Analog-„Orgeln“ von Albin Julius ein solides Fundament für die repetitiven Gitarrenriffs und stoisch treibenden Drums der beiden Kroaten. Diese Mischung schraubt sich dann spiralförmig in ähnliche schwindelerregenden Höhen wie des Matterhorn, welches übrigens auch majestätisch das geschmackvolle Cover-Artwork ziert. Der beider geschlechtliche und Textlose Gesang legt sich dabei immer wieder wie ein Schleier um die Tracks und trägt immens zu einer verführerischen Note bei. Mit jedem Hördurchgang erschließen sich neue Details und Nuancen im Drogen geschwängerten Mantra-Sound von JASTREB, die „Mother Europe“ letztendlich zu einem kurzweiligen wie nachhaltigen Album machen. Von Okkultismus übrigens weit und breit keine Spur, was ich persönlich aber nicht weiter schlimm finde. Höhepunkte sind insbesondere das melodisch-flirrende und orientalisch anmutende „On The Road To The Silver Spire“, so wie das abschließende wunderschöne „South“, welches für mich den perfekten Soundtrack zu einem sommerlichen Trip an die Cote d’Azur bzw. die französische Riviera darstellt. „Mother Europe“ ist also keine Reise in das Herz der Finsternis, sondern eher ein farbenprächtiger Trip durch den Mythos Europa! (Marco Fiebag)