SANKT OTTEN – Engtanz Depression (CD)

sankt_otten_engtanz_depressionDer erste zu hörende Gitarrenton ist nicht per E-Bow erzeugt… …Revolution!? …der nächste andere dann aber doch wieder: …also doch alles beim alten? Eher: nein; „Engtanz Depression“ geht gegenüber den Vorgängern durchaus eigene Wege: weniger straight, ohne kompliziert zu werden; verschrobener, ohne die Zugänge unnötig zu verbarrikadieren; überraschender, ohne sich selbst zu leugnen… Und so klingt auch gleich #2, „Beten, Tanzen, Küssen“, viel mehr wie ein subtil verwehter Nachhall von als ein tatsächliches, typisches Sankt Otten Stück …und schafft es dann noch, gerade deswegen umso mehr zu packen. Auffällig: „Engtanz Depression“ ist rhythmisch weniger offensiv als seine Vorgänger angelegt; das Schlagzeug hat längere Pausen, genauso wie sehr hintergründig gemischte Parts. Und auch die Synths und Gitarren(flächen) klingen fragmentierter als zuvor, deuten mehr an als geradewegs auszuführen, verhindern dadurch Vorhersehbarkeit und stärken das geheimnisvoll Dunkle (dunkel wiederum im Vergleich zu den Vorgängern, auch wenn Sankt Otten selbst auf einer Platte mit derart programmatischen Titel wie „Engtanz Depression“ nie im tatsächlichen Wortsinn düster erscheinen; wohl auch nicht erscheinen wollen). „Engtanz Depression“ läutet so möglicherweise, durch neue Sounds und eine veränderte Art der Arrangements, ein neues Kapitel im Haus Sankt Otten ein, auch wenn (natürlich?) Stücke wie „Tanz Die Apokalypse“ weiterhin dabei sind: „klassische“ Sankt Otten „pur“; mit himmelstrebenden Melodien über endlos arbeitenden Schlagzeug-Drive.

(N)