BRUTA NON CALCULANT – La Que Sabe (LP)

tut029_frontIm vorigen Jahr meldete sich Alaxis Andreas G. (LE SYNDICAT ELECTRONIQUE) zusammen mit V.Y. (A.G.E., DE FRONTANEL) und dem neuen Band-Projekt BRUTA NON CALCULANT bzw. einer Vinyl-Single auf Disorder Records zurück, welche leider gleichzeitig auch das Ende des Berliner Labels markierte. Die darauf enthaltenen 4 Minimal Wave-Tracks verzückten dann nicht nur mich, da der Sound wieder mehr zurück auf sein altes und vor allem legendären Projekt LE SYNDICAT ELECTRONIQUE ging, was man von seinen anderen Arbeiten mit zum Beispiel SHINY BLACK MATER oder PRECURSEUR GRAND BOIS nicht behaupten konnte. Die in Folge auf Cititrax veröffentlichte Debüt-LP „World In A Tear“ gingen dann aber nicht in die zu erwartende Richtung, obwohl diese Plattform ja sogar ein Seitenarm des verdienstvollen amerikanischen Labels Minimal Wave ist. Statt militanten „Third Wave“- & Invasion Planete-Minimal Electro, gab es dann schwer-schleppendes psychedelisches Gitarren-Geschrammel mit dezenter Beatbox-Rhythmik und kaum Gesang, was am Ende jedoch auch seine Reize hatte. Die jetzt im gleichen Jahr noch folgende zweite LP „La Que Sabe“ auf Treue um Treue erfüllt dagegen deutlich mehr die anfängliche Erwartungshaltung, denn auf den insgesamt 9 neuen Songs regiert neben den schon oben gerade genannten Zutaten präsenter der treibende Beat-Rhythmus und ebenfalls den charismatisch-grummelnden Vokals wird hörbar mehr Raum gegeben. Archaisch, atmosphärisch düster, minimalistisch und treibend sind die Attribute, die mir zu dem gehörten spontan einfallen wollen. Herausgekommen ist dabei auf jeden Fall eine sehr sonderbare wie faszinierende Mischung, für die letztendlich auch alle anderen Projekte vom Herrn Gand stehen. Einziges Manko der auf 325 Exemplare limitierten Platte im sauber gepressten schwarzen Vinyl ist, dass diese viel zu kurz ausgefallen ist, denn jener doch recht eigene Sound macht regelrecht süchtig. Allerdings arbeiten BRUTA NON CALCULANT schon an der dritten LP mit dem Titel „Instinct“ und man darf gespannt sein, welche Wege das Duo darauf beschreiten wird. (Marco Fiebag)