SCHILLER – Symphonia (2LP/CD)

SCHILLER_SYMPHONIA_Cover_CD_Digital2.inddChristopher von Deylen alias SCHILLER ist nun schon seit rund 15 Jahren mit seiner geschmeidigen Symbiose von Pop, Chill Out, New Age und Ambient erfolgreich, die man sicher als sehr eingängig, aber nie als seicht oder substanzlos bezeichnen kann. Geschickt integriert er in sein warmes elektronisches Klangbild immer wieder populäre Stimmen, wie zum Beispiel die von Kim Sanders, Xavier Naidoo, Sarah Brightman, Thomas D, Ben Becker oder Anna Netrebko. Aber auch eher „dunkle“ Künstler wie Peter Heppner (WOLFSHEIM), Alexander Veljanov (DEINE LAKAIEN), MILA MAR und Der Graf (UNHEILIG) gaben sich sich schon bei SCHILLER die Ehre. Mit Klaus Schulze war sogar ein Pionier der sogenannten „Berliner Schule“ zu einer Kollaboration mit SCHILLER bereit, was für Christopher von Deylen bestimmt wie ein Ritterschlag war. Sein letztes reguläres Studio-Album „Opus“ widmete sich dann mehr der klassischen Musik und der jetzt veröffentlichte Live-Mitschnitt „Symphonia“ schließt daran fast nahtlos an, denn am 09.06.2014 spielte SCHILLER zusammen mit einem großen Sinfonieorchester auf dem Gendarmenmarkt in Berlin ein Art Best Of-Konzert. Klassische Orchestersounds treffen dabei auf die von Hand gespielte elektronische Musik von SCHILLER, die so einmal mehr an die ganz Großen des Genres bzw. Jean Michelle Jarre, VANGELIS oder TANGERINE DREAM erinnert. Hits wie „Ein schöner Tag“, „Sehnsucht“, „Leben… I Feel You“ oder „Das Glockenspiel“ erstrahlen so in einem neuen und anderen Glanz, dem sich der geneigte Hörer kaum entziehen kann. Als Gäste wirken diesmal Eva Mali, Jael, UNHEILIG und Midge Ure von ULTRAVOX mit, wobei insbesondere Letzterer ein besonderes stimmliches Highlight setzten kann. Der Live-Sound ist klar und druckvoll, wie das Zusammenspiel von SCHILLER mit dem Orchester und den Stimmgästen absolut präzise ist, was um so mehr verwundert, da es angeblich keine Generalprobe für das Konzert gegeben hat. Als sehr angenehm finde ich auch, dass uns die euphorischen Zuschauerreaktionen bzw. der Applaus nicht vorenthalten wird und man so gut in die Konzert-Atmosphäre eintauchen kann. Leider kann das Fassungsvermögen der limitierten Doppel-LP und der CD nicht das ganze Konzert speichern, so das die 18 Tracks nur einen Teil des Abends wiedergeben können. Wer jedoch nicht auf das komplette Klangerlebnis verzichten möchte, muss zur Deluxe-Ausgabe von „Symphonia“ greifen, die neben einer Doppel-CD noch eine DVD und eine Blu-Ray enthält. Ein sehr schönes Live-Dokument, welches auch Generationen und Genre übergreifend funktionieren dürfte. (Marco Fiebag)