MADR ER MOLDAR AUKI/SCHNEE – Split (MC)

NAC_JcardTemplate_5-Panel_FRONTDas erste was einem bei dem Split-Tape von MADR ER MOLDAR AUKI mit SCHNEE auffällt, ist das herzallerliebste Cover der Kassette, welches an alte Kinderbuch-Illustrationen erinnert. Dieses mutet umso skurriler an, da die Veröffentlichung zur Hälfte auch dem Post Black Metal-Seiten-Label von T(R)eue um T(R)eue zugeteilt ist. Musikalisch bleibt dann auf der Seite von MADR ER MOLDAR AUKI das erwartete depressiv-pessimistische Gewüte und Gekreische aus, denn es erklingt fast schon meditative Synthesizer-Musik, die herbstlich-melancholisch bis gar traurig tönt. Das Ganze würde sehr gut zu der „Seventeen Seconds“- und „Faith“-Phase von THE CURE passen, manches erinnert aber auch mit seinen dezenten Electronica-Splittern an verspielte Tracks von ANTLERS MULM. Der erste Track der SCHNEE-Seite namens „Chrism“ ist ebenfalls Atmosphäre pur und die rund 15 Minuten verwehte russisch-orthodoxe Chöre mit Geräusch-Overdubs so einfach wie wirkungsvoll. Beim zweiten und gleichzeitig letzten Track kommt dann letztendlich doch noch der Black Metal-Einfluss zum tragen, wenn auch eher in der dezenten Shoegazer-Ausgabe. Beide Projekte haben übrigens mit einem gewissen Riccardo Z. von der italienischen Black Metal-Combo ENSOMHET 777 den gleichen personellen Ausgangspunkt und jener hat wohl schon voriges Jahr erstmals das Tape in privater Kleinstauflage veröffentlicht. T(R)eue um T(R)eue ist es nun zu verdanken, das dieses wunderschönes Tape zumindest ein klein wenig mehr Beachtung erhält, wenn auch die Limitierung auf 50 Exemplare nicht gerade eine Breitenwirkung erwarten lässt. Ich für meinen Teil könnte mir die Veröffentlichung ebenfalls sehr gut im Vinyl-Format vorstellen, aber scheinbar lässt das der massiv eingebrochene Markt in dieser Szene nicht mehr zu und Tapes sind ja eh wieder hip. (Marco Fiebag)