NILS FRAHM – Spaces (CD/LP)

Der Berliner Electronicer, Pianist und „Neoklassiker“ NILS FRAHM hat wieder ein neues Album veröffentlicht, das sich „Spaces“ schimpft, die Fulltime Platte wurde diesmal sogar live eingespielt und die meisten Tracks der „Spaces“ gab es bisher fast nur auf seinen Touren zu erleben, teils sogar improvisiert und inspiriert vom begeisterten Publikum.

Die Platte bietet wieder unkonventionelles Kopfkino zum wegbeamen in andere Sphären. Die Sounds von NILS FRAHM kommen so authentisch rüber, als wenn man mittendrin statt nur dabei ist, emotionales Brainstorming der etwas anderen Art, man muss sich nur auf dieses zeitlose Stück Kunst einlassen können. Auch auf seinen früheren Veröffentlichungen zelebrierte NILS eine Welt voller kleinster, zarter Klavierklänge, die zum Anfang seiner Karriere so eigentlich gar nicht gedacht waren, denn nur seinem Nachbarn zuliebe, dämpfte er sein Klavier mit Filz und dadurch wiederum entdeckte NILS wie schön ein gedämpftes Klavier klingen kann! Von dieser akustischen Entdeckung so begeistert, baute er Mikrofone im Inneren des Klaviers ein und das sehr nah an den Saiten, so das auch andere Töne wie Atmen, Scharren oder Ächzen der Klaviermechanik mit aufgenommen wurden, eigentlich Geräusche die jeder Musiker fürchtet. Übrigens wurde NILS als Kind von einem Schüler des großen Tschaikowski unterrichtet.

Das aktuelle Album „Spaces“ vereint wiederum minimalistische Klavierästhetik mit Electronica, auf der Platte sind gut 30 Aufnahmen enthalten, die über einen Zeitraum von 2 Jahren mit verschiedensten Gerätschaften mitgeschnitten und nun in prägnante Liveatmosphäre getaucht wurden, dazu sei gesagt, dass die Live-Konzerte von NILS FRAHM immer emotionaler und pulsierender waren als seine CD-Veröffentlichungen. Von FRAHM selbst als „Studie in Field Recordings “ betitelt, klingen die Sounds der Live-Platte „Spaces“ aber erstaunlich eingängig und berührend, allen voran der Track „Says“ der einfach begeistert und den ich mir sogar in einem Schiller artigen Trancegewand sehr gut vorstellen könnte. Die Klangwelten des NILS FRAHM gipfeln fast jedes Mal in einem Kleinod der Künste und jeder Klavier und Kammermusikbegeisterte sollte irgendeine Platte von Nils besitzen, denn er spielt in seiner ganz eigenen Welt und vor allem in einer ganz anderen Liga, mir würde hier kein zweiter Protagonist einfallen, der ebenfalls so kreativ fesselnd und einfühlsam solch Klänge intoniert, ein Soundtrack wäre dem Berliner in naher Zukunft ebenfalls durchaus zuzutrauen. Die klanglichen Werke sind zudem zeitlos vierjahreszeitlich unabhängig genießbar und sind mein besonderer Tipp für alle, die ihre Seele in Harmonie zu Tagträumen baumeln lassen möchten.

(S.Ericksen)