BRUTA NON CALCULANT – s/T (7")

Der Franzose Alaxis Andreas G. ist Aktivist, Extremist, Terrorist, Okkultist und Schamanist in einer Person unter ständig wechselnden Pseudonymen. Sein erstes Label Invasion Planete Recordings ist einfach nur Kult und das Projekt LE SYNDICAT ELECTRONIQUE war für mich eines der konsequentesten wie militantesten im Minimal Electro-Bereich gewesen. Nach deren Ende zog er sich aufs Land zurück und verstörte mit dem Label Zusammen Records und einer 10“-Reihe in Kleinstauflage die alten Fans mit einer obskuren Mischung aus Minimal Electro, Acid-Beats, Ritual-Sounds und Folk-Songs. Nach 12 Veröffentlichungen war auch hier Schluss und Octroi Records wurde ins Leben gerufen, welches noch mehr nach dem Psychedelic-Folk-Pop seines neuen Projektes SHINY BLACK MATER ausgerichtet war. Dieses Projekt scheint aber nach nur wenigen Veröffentlichungen ebenfalls beendet und mit SAN FRANCE DISKO steht schon wieder eine neue Plattform in den Startlöchern. Sein aktuelles Projekt heißt nun BRUTA NON CALCULANT, welches er zusammen mit V.Y. betreibt, der ja schon als A.G.E. auf Zusammen Records veröffentlicht hat und wohl auch hinter dem Mondo Bizarre-Projekt DE FRONTANEL steckt. Mit BRUTA NON CALCULANT scheint das Duo wieder etwas zurück zum Minmal-Electro-Sound im Stile von Invasion Planete Recordings zu gehen, versetzt diesen auf ihrer 4 Track-Debüt-Single jedoch mit dezenten Wave-Elementen bzw. Gitarre und Bass. Insbesondere die LE SYNDICAT ELECTRONIQUE-Cover-Version „The Man Who Killed The Beat“ stößt dabei schon fast in JOY DIVISION-Gefilde vor und weiß in seiner melancholischen Traurigkeit zu begeistern. Das macht richtig Lust auf mehr und es bleibt spannend, wohin wir Alaxis Andreas G. noch folgen werden. Erschienen ist die feine 7“ auf dem kleiner Berliner Label Disorder Records, wo ja vor vielen Jahren auch schon mal die „Grandeur Et Decadence“-Single von LE SYNDICAT ELECTRONIQUE veröffentlicht wurde. 99 Exemplare wurden dafür im blauen Vinyl gepresst und 300 in schwarzes „Gold“ verwandelt. (Marco Fiebag)