SEBASTIAN PLANO – Impetus (CD/LP)

Die Herbstplatte, kalendarisch auf dem Punkt. Sebastian Plano legt mit „Impetus“ seine zweite Veröffentlichung nach seinem Debüt „Arrhytmetical Part Of Hearts“ vor (das in guter Denovali Tradition in diesem Zuge mit neuem Artwork wiederveröffentlicht wird), ein gleich im ersten Eindruck geradezu streicherdominiertes Album. Mit dieser Sorte Streicher, die ihre sonore Rauhigkeit bewahrt haben und nicht in geglättete Flächen abdriften… und genau das klingt dann schon fast von sich aus wie fallende Blätter und ziehende Vögel. Auch wenn es draußen noch nicht so prägend sein mag, diese Platte blendet die Temperaturen und das tatsächliche Licht aus, verdunkelt den Raum (auf angenehme Weise), zündet das Kaminfeuer an und lässt draußen die Blätter fliegen. „Impetus“ ist damit diese Art von Einsamkeitsplatte, die auch zu zweit funktioniert. Und dabei hinter pastellfarbig ausgewaschener Front auch kontrastierende Überraschungen bereithält, wenn die akustisch auf Piano und den schon genannten Streichern aufgebauten Stücke durch elektronische Begleiter ergänzt werden. Mit diesen Ergänzungen geht Sebastian Plano jedoch sehr zurückhaltend um, der Fokus liegt stets auf den sich zwischen den Tasten und den Saiten entwickelnden Zwiegesprächen, deren harmonischer Verbindung es immer wieder gelingt, die Grenzen der Stücke zu überspringen und „Impetus“ als ein großes Ganzes wirken zu lassen. Die Aufgabe der elektronischen Erweiterungen bleibt dann die der fokussierten Betonung; durch Sebastian Plano so selbstverständlich eingewoben, dass jeder Clash der Soundästhetik ausbleibt. Perfekt.

(N)