NIMON – Drowning In Good Intentions (CD)

Irgendwie scheint man bei Ant-Zen/Hymen Records der hektischen wie gebrochenen Beats überdrüssig geworden zu sein, denn anders kann ich mir die geballte Masse von Ambient-Veröffentlichungen (LUSTMORD, ULTRA MILKMAIDS, KARSTEN PFLUM…) in der letzten Zeit nicht erklären. Mit NIMON gibt es nun gar das wohl erste Gitarren-Drone-Album auf Ant-Zen, wenn auch der Mann hinter dem neuen Projekt kein Unbekannter ist. Keith Baker, besser bekannt als KEEF BAKER, ging nicht nur mit einem SPICE GIRL zusammen in die Schule, sondern ist auch für einige großartige IDM-Veröffentlichungen auf n5MD, Ad Noiseam und Hymen Records verantwortlich, welche vor allem durch die Integration von akustischen Instrumenten auffällig waren. Beeinflusst durch den Tod eines Familienmitglieds (Großmutter?) widmete er sich mit dem Projekt NIMON jetzt aber dem minimalistischen Gitarren-Drone und mit dem treffenden Titel der CD namens „Drowning In Good Intentions“ ist eigentlich schon alles zum enthaltenen Sound gesagt. Man kann den ambient-perlenden Klangfluss natürlich auch völlig zerreden, aber meiner Meinung nach muss man das am besten selber hören und fühlen. Erwähnenswert ist aber die Tatsache, das man die Gitarre als Basis über weite Teile des Albums gar nicht als solche erkennt und meist glaubt, Synthesizer und Keyboards-Klänge zu hören. Auf jeden Fall ist das NIMON-Debüt-Werk mehr in der harmonische Ecke dieses Genres positioniert und verwandt mit den eher melodiösen Werken von MAEROR TRI, TROUM oder FENNESZ bzw. weit entfernt vom archaisch-dröhnenden „Waldschrat“-Sound eines Adian Baker. Absolut passend dazu das herrliche Surfer-Paradies-Artwork von Salt, welches perfekt die entspannende Atmosphäre der insgesamt 8 Tracks illustriert. Bleibt am Ende nur zu hoffen, das „Drowning In Good Intentions“ nicht in der unsäglichen Flut von aktuellen Veröffentlichungen im Drone-Sektor untergeht, sondern elegant funkelnd auf der Welle reitet. (Marco Fiebag)