MIKA GOEDRIJK – Naked (CD)

Mika Goedrijk ist ja nicht nur als Kopf hinter dem erfolgreichen Tribal-Goa-Trance-Projekt THIS MORN‘ OMINA bekannt, sondern war bzw. ist auch unter anderen bei POW(D)ER PUSSY, NEBULA-H und ANDRACULOID aktiv. Dem nicht genug, veröffentlicht er jetzt sein inzwischen schon drittes Solo-Album, dem er das Zitat „Nothing In The Real World Is As Beautiful As The Illusions Of A Person About To Lose Consciousness“ des japanischen Dichters und Läufers Haruki Murakami („Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“) voran stellt. Auf „Naked“ präsentiert Mika Goedrijk mit insgesamt 12 Tracks einen bunten Mix der verschiedensten Electronica-Stile, der vor allem durch Wärme und Groove punkten kann, wenn sich gegen Ende dann auch ein paar Distortions einschleichen. Insbesondere der eher sanft-relaxt klingende Breakbeat-Teppich erinnert mich angenehm an die Hochzeit der IDM in den 90er Jahren, als Projekte wie FUTURE SOUND OF LONDON, THE ORB, BIOSPHERE und ORBITAL Konjunktur hatten. Das dieses Stelldichein der IDM-Sub-Genres nicht zur Achterbahnfahrt ausartet, rechne ich Mika Goedrijk hoch an und das er den Goa Trance seines Haupt-Projektes hier mal völlig ausblendet, ebenso. Dies alles macht am Ende „Naked“ zum chillig-bewegenden Tagtraum und wer sich in den 90ern schon zum Beispiel für die „Dream Injection“-Compilation-Reihe begeistern konnte, dürfte mit diesem Album wieder richtig liegen. Ist das jetzt eigentlich schon Old School oder gar Retro, wenn man sich auf die 90er bezieht? (Marco Fiebag)