WESTBLOCK – Die Westblock Cede (CD)

Das vorliegende CD von WESTBLOCK ist jetzt eine weitere Folge der Synergien, welche im Jahre 2010 durch die Compilation „Neonbeats“ von Walter Robotka freigesetzt wurden. Jene geschichtsträchtige wie empfehlenswerte Zusammenstellung der österreichischen New Wave & Post Punk-Szene in den 80er zog nämlich so einige andere Veröffentlichungen bzw. sogar Reunions nach sich und so erscheint nun mit rund 30 Jahren Verspätung auch das erste Album von WESTBLOCK. Die Band war damals so etwas wie die österreichischen FEHLFARBEN, was man auch sehr gut auf eingangs erwähnten Compilation an Hand des Songs „Europa“ nachhören kann. In ihrer Blütezeit schaffen es WESTBLOCK gerade mal auf die beiden Sampler „Körper Teile“ und „Heimat bist du großer Söhne“ bzw. dem Soundtrack zu „Wiener Brut“, welche aber alle zu gesuchten Kult-Platten wurden. Um ein eigenes Album hatte sich die Band damals jedoch nie geschert und so wurden erst jetzt alte und neue Songs im Studio für „Die Westblock Cede“ eingespielt. Das dabei WESTBLOCK im Jahre 2012 niemals die Frische und Intensität von damals wieder einfangen würden, dürfte allein schon am Alter der Protagonisten scheitern wie klar sein und in diesem Aspekt gehen sie auch mit den aktuellen FEHLFARBEN konform. Bis auf einige wenige Ausnahmen klingt der Sound heuer wie Lounge- oder Cafehaus-Musik mit morbiden Anstrich und bitter-bös-zynischen Texten. Dies in Verbindung mit dem herrlichen Wiener Schmäh-Dialekt machen WESTBLOCK eher zu einer innerösterreichischen Angelegenheit, allerdings sind mit einer ähnlichen Mischung gerade ihre Landsleute von der NEIGUNGSGRUPPE SEX, GEWALT UND GUTE LAUNE auch bei uns erfolgreich. Wer sich also für die Geschichte des österreichischen New Wave & Post Punk interessiert, kommt nicht um die auf 300 Stück limitierte „Die Westblock Cede“ herum und den verstörenden Hit „Kennst Du den Weg nach Heiligenstadt“ sollte man auf jeden Fall schon mal gehört haben! (Marco Fiebag)