KLUTAE – Execution (2CD)

Als der Däne Claus Larsen mit LEAETHER STRIP im Jahre 2006 ein (etwas fragwürdiges) Comeback absolvierte, welches bis zum heutigen Tag eine Schwemme von zum größten Teil verzichtbaren Veröffentlichungen von ihm nach sich zog, reaktivierte er in diesem Zuge auch gleich sein Electro-Industrial-Projekt KLUTE mit. Allerdings musste er den Namen in KLUTAE abändern, da sich in der Zwischenzeit ein gleichnamiges Drum’n Bass-Projekt auf dem Label Certificate18 etabliert hatte. Musikalisch konnte KLUTAE wie auch LEAETHER STRIP nicht an seine Glanzzeit zu Anfang der 90er Jahre anknüpfen, wo Claus Larsen damals in dem aufstrebenden Electro-Genre so etwas wie eine Pionier-Rolle in der zweiten Generation nach SKINNY PUPPY einnahm und in Bezug auf Härte und Geschwindigkeit noch mal eine Schippe drauf legten konnte. Nahezu parallel erschien 1992 mit „Solitary Confinement“ von LEAETHER STRIP und „Excluded“ von KLUTE zwei Klassiker auf dem Kult-Label Zoth Ommog, die Legionen von Electro-Musikern massiv beeinflusst haben und deren prominentestes Beispiel wohl WUMPSCUT war. Lange Zeit war das Frühwerk von KLUTE nicht mehr regulär erhältlich und mit vorliegender Compilation „Execution“ wird dem nun zumindest zum Teil wieder Abhilfe geschaffen. Neben der Debüt-MCD „Explicit“ und dem schon erwähnten Kult-Album „Excluded“ sind auch noch zwei Tracks der 95’er EPCD „Excel“ hier enthalten, aber warum man auch nicht gleich noch die restlichen anderen 3 Titel der EP hier wiederveröffentlicht hat, ist leider schwer nachvollziehbar. Platz wäre auf jeden Fall noch genügend auf den zwei CDs gewesen, die zusätzlich mit neuen Songs, Remixen und raren Material angereichert sind. Dem neuen KLUTAE-Material merkt man allerdings im direkten Vergleich mit den alten KLUTE-Hits schon eine gewisse „Altersmilde“ an, was aber leicht zu verschmerzen ist, da man ja nun endlich wieder solche Klassiker wie „No Remorse“, „Desert Storm“ oder „Tequila Slammer“ im dezent remasterten Sound gebündelt am Stück hören kann. Diese Songs bringen Heute wie auch Gestern noch jeden Tanzboden sicher zum beben und dürften für viele Szene-Jünger mit dem Fluch der späten Geburt eine aufregende Geschichts-Lektion darstellen. Eile ist aber selbst hier geboten, denn die Doppel-CD ist auf nur 444 nummerierte Exemplare begrenzt und zusätzlich gab es auch noch eine auf 55 Stück limitierte Box mit diversen Beigaben, welche allerdings noch vor Veröffentlichung ausverkauft war. (Marco Fiebag)