SONIC AREA – Music For Ghosts (CD)

Wer jetzt dem Titel der CD nach zittrige Spinett-Klänge, knarrende Treppen und knistrige Grammophon-Stimmen erwartet, liegt gar nicht mal so falsch, denn alles das ist auch wirklich auf dem Album „Music For Ghosts“ zu hören. Dazu kombiniert Arnaud Coeffic alias SONIC AREA (und ebenfalls CHRYSALIDE und F.Y.D.) jedoch Electro-Arrangements, die selbst einem HAUJOBB-Album gut zu Gesicht stehen würden und gibt dem Ganzen trotz der angestaubten schwarz/weiß-Atmosphären so einen modernen Anstrich. Weiterhin gibt es beängstigend-leiernde Varietee- und Rummelplatz-Sounds, Trauermärsche, Electronica-Spielereien, wuchtige Schlagzeug-Parts und gehetzte orchestrale Momente. Vieles wird dabei nur kurz angerissen bzw. gestreift und so blitzen nebenbei Melodien von Mystery-Film-Klassikern wie „Das Phantom der Oper“ bis „Akte X“ in den flirrenden bis kreiselnden Strukturen auf. Mit „Haunted Hall Motel Ballade“ verbeugt man sich dann gleich noch in einem vor Ennio Morricone und David Lynch und erinnert ebenso an die Western-Phase von SNOG. Das verleiht dem Album bei aller thematischen Düsternis und Melancholie eine gewisse Eingängigkeit, ja sogar Leichtigkeit, welche sich pulsierend von Track zu Track immer höher schraubt und gegen Ende bei „Once More Unto The Breach Dear Friends“ gar in einen hymnischen Alien-Chor mündet, welcher auch in der geheimnisvollen Area 51 aufgenommen worden sein könnte. Förmlich begeistert bleibe ich nach den rund 54 Minuten von „Music For Ghosts“ in meinem Hörsessel zurück und empfehle hiermit die erfrischende Herangehensweise von SONIC AREA an dieses ausgelutscht scheinende Thema wärmstens. Übrigens bietet die CD ein sehr passendes Absinth-Artwork von Yoann Amnesy (ausnahmsweise mal nicht von Salt) dazu und ein schickes T-Shirt von SONIC AREA gibt es ebenfalls im Angebot von Ant-Zen zu erwerben! (Marco Fiebag)