YEAR OF NO LIGHT/ THISQUIETARMY – Split (LP)

1x Frankreich, 1x Kanada, 1x große Besetzung, 1x solo, 2x individuelle Tracks, 2x Kollaboration mit wechselnden Vorzeichen – eine weitere Variante des Themas „Split“-LP als Vinyl-only auf Destructure Records.

Seite A gehört YEAR OF NO LIGHT aus Frankreich die mit dem allein von Ihnen komponierten und gespielten Auftakt dort anknüpfen, wo sie mit ihrer letzten Full-length, der nahezu perfekten „Ausserwelt“ aufgehört hatten. „Vous Etes Un Nada Mort Marchant Autour Du Visible“ beginnt mit einem kurzen, atmosphärischen Auftakt und fällt dann sofort in eine heavy Breitseite, die sich im weiteren durch den Hörraum schleppt, immer wieder aufgebrochen durch Ausbrüche der einzelnen Gitarristen, um schließlich in einem Multiatmosphären-Feedback zu münden, das den konkreten heavy Sound nahezu zur Unkenntlichkeit zerstäubt, unterstützt durch eine Art Free-Drumming. Ganz am Ende dann die Feedback-Noise Fahne als letzter Gruß… „Une Odeur Que Je Capte Quand Leurs Yeux Explosent“ dann, verstehe ich diese Split richtig, von YEAR OF LIGHT ursprünglich komponiert, aber dann zur Ergänzung an THISQUIETARMY übergeben; damit Teil 1 der Kollaborationshälfte der Split: eine wandernde Dronewolke im Vordergrund, darin eingebettet und durch Hall weit in die Tiefen verschoben eine Unmenge weiterer Schichten, die fast ein Eigenleben unter der geschlossenen Oberfläche zu führen scheinen, den Zusammenklang aber jederzeit vor Eigenleben stellen und „Une Odeur Que Je Capte Quand Leurs Yeux Explosent“ wie ein Stück auf dem Sprung in den Raum wirken lassen. Stattdessen aber der Auslauf auf einem Orgelsound. Seite B: „Aphorismes“ übergibt das Steuer an THISQUIETARMY und dieser liefert mal eben einen perfekten Hybrid aus Atmosphäre, geisterhaften Gitarrenmanipulationen und einem unaufhaltsamen Aufbruch über Akkordberge und Melodiemonumente ab, angetrieben durch einen stoisch voranschreitenden Rhythmus. Schiebend und mit der Kraft, die nie aufzuhören scheint und das Stück bis in die Unendlichkeit zieht. Plus dem Gesang der gequälten Seelen. „Langue De Feu“ als Abschluss ist dann die Umkehrung von „Une Odeur Que Je Capte Quand Leurs Yeux Explosent“, nicht musikalisch, sondern im Konzept; es ist aber nahezu unmöglich zu sagen, wer von den Beteiligten die Dronegrundlage und die folgenden versprengten Gitarrentöne in einer Art twangy Sound entwickelt hat, wer für den Aufbruch in einen maschinenartigen Beat verantwortlich ist.

Alles fließt ineinander und baut dermaßen selbstverständlich aufeinander auf, dass nicht nur diese Split ihren angemessenen Abschluss findet, sondern die Frage wessen Anteile wo liegen völlig nebensächlich wird.

(N)