ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO – Four (MC/CD)

Als im Jahre 2007 das schwedische „Gefrierfleischimperium“ immer mehr zerfiel, verließen auch ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO als eines der Zugpferde das Label, um bei der gerade gegründeten Raubbau Organisation in Berlin eine neue Heimat zu finden. Als Einstand wurde dort eine Picture-10“ veröffentlicht, welche auf 500 Stück limitiert und sehr schnell ausverkauft war. Jener sollte eigentlich dann ein neues Album auf diesem Label folgen, nachdem letztmals noch bei Cold Meat Industry die „Onani“ erschienen war. Allerdings wechselten im Anschluß ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO nicht zu Raubbau, sondern zum Indie-Riesen Out Of Line. Natürlich sorgte dieser Schritt aus rein kommerziellen Gesichtspunkten für etwas Verstimmung bei Raubbau, aber immerhin dürfen sie jetzt „Four“ noch einmal auf CD und Tape wieder veröffentlichen, da die vier Songs nicht von Out Of Line bei der Backkatalog-Neuveröffentlichungs-Reihe von ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO berücksichtigt wurden. Es wäre aber auch sehr schade gewesen, wenn das Vinyl in den Regalen der Sammler verstaubt wären, denn die vier Tracks haben alle deutliches Hit-Potential und stehen für den Wechsel des apokalyptischen Projekts hin zu eingängigen Songstrukturen. Für die Wiederveröffentlichung wurden die Tracks neu gemastert und um ganze 9 Remixe ergänzt. Wer jetzt dabei die „üblichen Verdächtigen“ aus dem Umfeld von ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO erwartet, wird enttäuscht oder aber auch überrascht sein. Weder SPIRITUAL FRONT, TRIARII, IN SLAUGTHER NATIVES oder HEKATE saßen hier an den Reglern, sondern unter anderem SPIRAL69, XOTOX, GENEVIEVE PASQUIER, TAMVRED und THIREENTH EXILE. Zwar sind in diesem Rahmen die Remixe von ARCANA und EMPUSAE erwartbar gewesen, aber das Tomas Pettersson’s Partner aus alten ARCHON SATANI-Tagen namens Mikael Stavöstrand (INANNA) hier auch mit an Bord ist, empfinde ich schon als eine kleine Sensation! Sein tranciger Remix aus einem monotonen Song-Loop ist jedenfalls ungewöhnlich wie gut, dem die technoid-federnde Interpretation durch Fredrik Leijström von MALAISE (kennt die noch jemand?) in nichts nachsteht. Ebenfalls sehr gut gefällt mir die harsche „I Am The Sun – Anus Dei“-Version von XOTOX, welche mich an eine Mischung aus DIVE und Boyd Rice erinnert, wobei ich ansonsten ja kein großer Freund des „Kirmes Industrials“ von XOTOX bin. Ein richtiges Highlight ist zum Schluss noch der Remix von den italienischen SPIRAL69, die „The Future Is Today“ in ein waviges Gewand transformieren und eigene Vocals hinzufügen. Angeblich soll ja diese Band aus dem SPIRITUAL FRONT-Umfeld auf dem diesjährigen WGT die Überraschung gewesen sein und nach dieser überzeugenden Arbeit hier werde ich mich mal mit SPIRAL69 beschäftigen müssen. Neben den schon genannten Formaten erscheint „Four“ auch als limitiertes Box-Set, welches neben der CD und einen aufwendigen Metal-Pin + Aufnäher und drei Sticker, noch eine Tafel bitter-süße Schokolade mit Rotwein-Füllung enthält. Am Ende werden wahrscheinlich nicht alle Remixe den Geschmack des gemeinen ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO-Fans treffen, so sind doch die 4 Hauptstücke und die edle Box Pflichtprogramm. (Marco Fiebag)