UV POP – Anyone For Me/Bendy Baby Man (CD)

Das Ein-Mann-Projekt von John K. White namens UV POP aus Sheffield brachte es in der ersten Hälfte der 80er Jahre im Zuge des Post Punk und New Wave zu einiger Bekanntheit. Zu verdanken war der Erfolg hauptsächlichst der Debüt-Single „No Songs Tomorrow“, welche damals von CABARET VOLTAIRE produziert und zu einem richtigen Indie-Hit wurde. Diesem folgte aber leider nur zwei Alben und drei EPs, bis UV POP gegen Ende des Jahrzehnts wieder in der Versenkung verschwand. Zwar geriet das Projekt damit etwas in Vergessenheit, aber Liebhaber schätzen weiterhin den eigenen Sound von UV POP und die Platten wurden unter Sammlern zu gesuchten Raritäten, die regelmäßig Höchstpreise erzielten. 2011 veröffentlichte dann endlich das amerikanische Label Sacred Bones (ZOLA JESUS) die Single „No Songs Tomorrow“ im Original-Artwork wieder und dieses Jahr soll auch noch das gleichnamige Debüt-Album von UV POP im Vinyl- und CD-Format folgen. Das deutsche Minimal Electro-Label Genetic Music hat sich dagegen dem zweiten Album „Bendy Baby Man“ angenommen und jenes neu gemastert erstmals als CD im Digipack pressen lassen. Musikalisch würde ich UV POP als eine Mischung aus THE SMITHS, FAD GADGET und TUXEDOMOON verorten, welche gekonnt die Tristesse, Monotonie und Traurigkeit der schmutzig-grauen englischen Arbeiter-Metropolen jener Zeit widerspiegelt. Die anfangs noch so sparsame Instrumentierung aus Gitarre, Saxophon und Revox-Bandmaschinen ist auf „Bendy Baby Man“ etwas breiter aufgestellt, ohne allerdings den minimalen Charme des ersten Albums vermissen zu lassen. Als Bonus gibt es danach ebenfalls erstmals die noch etwas experimentellere EP „Anyone For Me“ im digitalen Gewand dazu. Eine bisher unveröffentlichte Radio-Live-Version von „No Songs Tomorrow“ und eine Neu-Einspielung des Hits runden diese lang erwartete Wiederveröffentlichung gelungen ab, in dem vor allem letztere 2011er-Version mittels neuem Band-Gefüge dem einst so schmalen Song eine völlig neue Gewichtung gibt. Passend zu dem frisch erweckten Interesse an UV POP wurde das Projekt inzwischen als richtige Band reformiert und ist zurzeit auch auf Tournee, der vielleicht sogar neues Studio-Material folgen könnte. Freunde des sogenannten „Sounds Of Sheffield“ (HUMAN LEAGUE, CABARET VOLTAIRE, CLOCK DVA, THE NAUGHTIEST GIRL WAS A MONITOR) bzw. allgemein der englischen Indie-Szene zu Zeiten des „kalten Krieges“ dürften somit nicht um UV POP herumkommen und mit den aktuellen Wiederveröffentlichungen drängt sich ja ein Reinschnuppern geradezu auf. (Marco Fiebag)