Auflistung für das Stichwort ‘PENDU SOUND’

CHELSEA WOLFE – Interview

Samstag, 5. November 2011

Kein Künstler kann seiner Zeit vorauslaufen. Edgar Varése merkte an, dass der Künstler nur seine Zeit reflektieren könne, um sie in die Geschichte einzuschreiben. Die Kalifornierin Chelsea Wolfe verkörpert den Varéseschen Ansatz gegenwärtig so deutlich, wie wohl nur wenige. Ihr Album “The Grime And The Glow“ weiß über unsere Alltagswelten vor dem Hintergrund einer aufziehenden Düsternis zu berichten. Dabei verwirklicht die Amerikanerin besonders das Motto “e pluribus unum“. Sie zaubert aus dem Vielen das Eine, indem sie ihre Meisterschaft der Verdichtung und der Aufschichtung von Soundkleinoden beweist. Darüber hinaus versteht sie ihre Fertigkeiten auch live gekonnt darzubieten. Gemeinsam mit CULT OF YOUTH und ZOLA JESUS tourte sie durch die USA. Wobei jedem klar sein dürfte, dass es sicherlich nicht der einfachsten Übung entspricht, bei diesem Package live einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. (weiterlesen…)

CHELSEA WOLFE – Ἀποκάλυψις (Apokalypsis)

Donnerstag, 2. Juni 2011

Kaum sind die Elogen zu “The Grime And The Glow“ verklungen, legt die Kalifornierin Chelsea Wolfe mit “Ἀποκάλυψις“ nach. Den dieser Veröffentlichung vorausgegangenen Schöpfungsprozess bezeichnet sie selbst als “kontrolliertes Experiment“. Im Gegensatz zu “The Grime And The Glow“ fanden die Aufnahmen im Studio statt. Innerhalb einer Woche war “Ἀποκάλυψις“ im Kasten und in mehrerlei Hinsicht unterscheidet es sich vom Vorgänger. Chelsea Wolfe hat hierbei den Fokus klar auf den ganzheitlichen Charakter gerichtet, die Stücke scheinen aneinander gewoben. Zudem fand sie die Unterstützung mehrerer Mitmusiker. Wenn Ort, Zeit und Personenkonstellation zusammenspielen, werden mitunter magische Augenblicke geboren. So auch auf “Ἀποκάλυψις“. Schichtung und Wiederholung einzelner Sounds und Partikel sind geblieben, nur ist hier das große Ganze im Blick. (weiterlesen…)

MATER SUSPIRIA VISION – Inverted Triangle I

Freitag, 29. April 2011

MATER SUSPIRIA VISION ist wohl das Projekt, welches in den letzten Monaten quer durch die Blogsphäre – entlang der Printszenerie – am heißesten diskutiert wurde. MATER SUSPIRIA VISION und “Witch House“ scheinen allgegenwärtig. Zu viele Schiffe auf See? Viel Wind um nichts? Nur wenig ist bekannt, vieles wird vermutet, geraunt. Der Kopf hinter MATER SUSPIRIA VISION ist Cosmotropia de Xam, und außer der sich verdichtenden Behauptung, das Projekt sei in Duisburg heimisch,  ist wenig in Erfahrung zu bringen. In einem der wenigen Gespräche Cosmotropias (vgl. De:Bug) lässt dieser den Leser nur einen kurzen Blick auf seine Quellen erhaschen. Bleibend hängt der Satz zu den Pforten der Wahrnehmung, die wenn möglich offen seien, nach. Huxley reloaded? Im Sinne von Bewusstseinsveränderung – vielleicht. Zudem bekennt sich Cosmotropia zum Genrebegriff des Witch House, jener Begriff, den mutmaßlich Todd Brooks von Pendu Sound prägte. “File under Witch House“ prangt auch auf “Inverted Triangle I“. (weiterlesen…)

CHELSEA WOLFE – The Grime And The Glow

Samstag, 16. April 2011

Jeder, der sich wirklich auf Musik einlässt, ist ein Sehnsüchtiger. Sehnsucht, das Verlangen danach, was fehlt, aber auch das Verlangen nach dem Gelungenen. Für jene, die die Vokabel Musik eher mit Leidenschaft denn mit dem fürchterlichen Begriff “Hobby“ besetzen, verbindet sich die Sehnsucht mit der nahenden Ankunft einer Veröffentlichung, die sich prächtig rundet, eine Platte, die noch hallt, wenn sie schon verklungen ist. Ein Ausdruck der im Gedächtnis bleibt und durch andere Veröffentlichungen hindurch klingt. Sehnsuchtsskeptiker, wie ein bekannter kantiger Königsberger sehen in der Sehnsucht nur den “leeren Wunsch“. (weiterlesen…)

aTELECINE – …and six dark hours pass

Montag, 20. September 2010

Es gibt den Begriff des Halo-Effekts, der die Auswirkungen, die ein Element auf ein weiteres hat, beschreibt (z.B. wie einzelne items in einem Fragebogen einander beeinflussen). Auch im künstlerischen Bereich könnte man davon sprechen, wenn ein in einem Medium bekannter Künstler sich an etwas anderem versucht. Wie viele Menschen würden sich z.B. für die Gemälde Bob Dylans interessieren, gäbe es da nicht seine Jahrzehnte andauernde Karriere als Musiker, ähnliches ließe sich bzgl. Paul McCartneys fragen. (weiterlesen…)