Auflistung für das Stichwort ‘KRANKY’

JESSICA BAILIFF – Interview

Samstag, 27. April 2013

Wohl jeder Künstler fasst den Grund, auf dem er steht, in irgendeiner Form in die eigenen Arbeiten ein. Dabei zielt diese Einfassung nicht auf eine Angst gesteuerte Form des Niederlassens. Vielmehr gilt es die geliehene Zeit mit etwas anzufüllen, aus dem sich Ausdruck schöpfen lässt, um mit diesem Ausdruck der Gegenwart etwas Eigenes aufzuprägen. Nun verschleppen sich die Vermutungen zu Fragen des: “Wer sucht – findet Wen?“. Finden den Künstler die Ideen oder findet sie der Künstler? Die aus Toledo, Ohio stammende Jessica Bailiff neigt vermutlich der ersten Alternative zu. Sechs Jahre sind seit ihrem letzten Solo-Album “Feels Like Home“ vergangen. Sieht man von ihren Kollaborationen mit Annelies Monsere und SYRINX einmal ab, war es recht still um die Amerikanerin geworden. Nun steht ihr neues Album in den Startlöchern, natürlich via Kranky. Was es über all das zu berichten gibt, soll sie nun am besten selbst erklären. (weiterlesen…)

PAN AMERICAN – Cloud Room, Glass Room

Donnerstag, 28. März 2013

Nach “White Bird Release“ war es recht still geworden um Mark Nelson. Dabei stellte das besagte Album eine kleinere Zäsur im Kosmos PAN AMERICANs dar. Auf “White Bird Release“ manifestierte sich etwas, was bereits auf dem Vorgängeralbum “For Waiting For Chasing“ seinen Anfang nahm. Steven Hess, hinlänglich durch sein Wirken bei LOCRIAN bekannt, addierte nämlich Sounds und Ideen hinzu. (weiterlesen…)

IMPLODES – Recurring Dream

Sonntag, 3. März 2013

Vor knapp zwei Jahren legten IMPLODES ein vielbeachtetes Debüt mit dem Titel “Black Earth“ vor. Die von ihnen klanglich nachgezeichnete Vorstellung einer schwarzen Erde war jedoch keinesfalls ein dunkler oder trostloser Ort. Vielmehr sah man jene düstere Welt als “haunted and magical place“. Dazu passte wundersam das Cover, auf dem eine weibliche Silhouette abgebildet war, schattengleich und mit einem Messer bewaffnet, am Ufer eines Flusses stehend, in dem sich die Abendsonne spiegelte. (weiterlesen…)

BENOIT PIOULARD – Hymnal

Freitag, 22. Februar 2013

Am Himmel Portlands kündigt sich etwas an. Thomas Meluch schlägt ein neues Kapitel seines Gesangsbuches auf. Der 1984 Geborene bleibt seinen Verlag treu, Kranky hat sich über all die Jahre als guter Partner erwiesen. So fügten sich in der Vergangenheit bereits “Percis“, “Temper“ und “Lasted“ wunderbar in den Reigen, dessen Subtext immer das Label typische “Leise ist unser Laut“ mitsummt. Nun also “Hymnal“. Eine elektronisch verfremdete Basis über die Gitarren- und bisweilen Harmoniumakkorde gelegt werden, dazu der mal murmelnde, mal hingenuschelte, einer Aufzählung des Selbstverständlichen bei gleichzeitiger Verwunderung ähnelnder Gesang Meluchs, recht kurz liest sich die Liste dessen, was in der Folge so zu verzücken weiß. Da schimmert bei “Gospel“ ein mäandernder Gitarrenakkord durch Spinnenweben ähnliche Fäden der Verfremdung, da weht das von einem westlichen Soundwind getragene “Margin“ heran, sanft durchpulst, dort schwingt sich das von einem zurückgelehnten Gesang getragene “Hawkeye“ durch, und fast zum Schluss leiteten Glocken zum hallversetzten “Knell“ über, ehe “Foxtail“, diese sanfte Ode an die Freude, das aufgeschlagene Kapitel beschließt. (weiterlesen…)

GROUPER – The Man Who Died In His Boat

Dienstag, 8. Januar 2013

Im Vorfeld ihrer neusten Veröffentlichung wusste Liz Harris von einer Begebenheit zu berichten, die den Rahmen für das nun bald via Kranky erscheinende Werk liefern sollte. Sie war noch ein Kind gewesen, als eines Tages das Wrack eines Segelbootes an die Ufer von Agate Beach (Oregon) geschwemmt wurde. Dieses Wrack blieb dort einige Tage liegen, so die Amerikanerin. Schließlich ging sie mit ihrem Vater gemeinsam zu den Überresten des Wellenfahrzeuges, wollte schauen was dort ans Ufer gespült worden war. Kaffeetassen, Seekarten und Kleidungsstücke zeugten vom Scheitern eines Segeltörns. Später wurde über das Boot und sein Stranden in den lokalen Medien berichtet. Zu rekonstruieren, was tatsächlich passiert sein muss, war unmöglich. Das Boot, welches wohl bekannt war, kenterte vorher nie. Nun war es wie ein herrenloses Pferd zurück nach Hause gekommen. Welch wundersame Geschichte also, die GROUPERs Veröffentlichung “The Man Who Died In His Boat“ rahmt. (weiterlesen…)

OREN AMBARCHI & ROBIN FOX – Connected

Dienstag, 27. November 2012

Oren Ambarchi hat über die Jahre seines bisherigen Schaffens nicht nur einen wirklich eigenständigen Sound (hauptsächlich mit Hilfe seines Hauptinstruments, der Gitarre) entwickelt, sondern dies in zahllosen Veröffentlichungen und Kollaborationen immer wieder bewiesen. Dass er auch noch Schlagzeug spielt; dass er neben seinem Sinuston-Trademarksound auch noch ganz andere Töne anschlagen kann, andere Soundästhetiken bedienen, all das sind die Geheimnisse, die sich erst denen erschließen, die sich in die Tiefen seiner äußerst umfangreichen Diskographie begeben. (weiterlesen…)

DREAMSCAPE – La-Di-Da Recordings

Donnerstag, 20. September 2012

Wüsste ich es nicht besser, würde ich vermuten, hinter DREAMSCAPE steckten Mitglieder der COCTEAU TWINS, die sich im Jahr 2012 mit Kevin Shields und Bilinda Butcher von MY BLOODY VALENTINE ein Shoegazer-Stelldichein geben und alte Zeiten wieder aufleben lassen. Aber nichts davon ist wahr: Weder handelt es sich bei DREAMSCAPE um einen Zusammenschluss „alter“ Genre-Helden, noch ist die Musik eine aktuelle Imitation oller Kamellen – denn die Tracks selbst entstammen der besten Zeit des Shoegaze, den frühen Neunzigern. (weiterlesen…)

WINDY & CARL – Interview

Dienstag, 17. Juli 2012

Mit “We Will Always Be“ legt das amerikanische Duo Windy & Carl das wohl persönlichste Album in der Bandhistorie vor. Ursprünglich als Valentinstaggeschenk Carls an Windy gedacht, fanden die Stücke via Kranky schließlich den Weg in die Öffentlichkeit. Sie zeugen von der immerwährenden Verbundenheit des Paares. Im letzten Gespräch dieses Magazins mit dem Duo aus Dearborn/ Michigan wurden die Spots noch auf die Fertigstellung und den Endmix des Albums gerichtet. Nun ist es an der Zeit, über das Resultat zu reflektieren. Wie alle Arbeiten der Amerikaner steuert “We Will Always Be“ etwas im Hörer an, was die Kompassnadel vieler Veröffentlichungen anderer Bands und Projekte verfehlt. Windy & Carl hören, heißt zweien zuzuhören, die musikalisch verschmelzen. (weiterlesen…)

MIRRORRING – Foreign Body

Montag, 5. März 2012

Sich im Spiegel betrachten – sein Gegenüber betrachten, Licht wird remittiert. Sich seitenverkehrt erkennen – ein anderes Ich erkennen? Spieglungen sind immer auch Trugbilder, Bilder die vorgeben, etwas zu sein, was sie nicht sind. Dagegen steht ein zweites Verständnis, das des sich Reflektierens, gleich einer Objektivierung, die durch den zweiten Blick, den anderen Blick, eine Sicht freiräumt, die vormals verborgen oder verstellt war. (weiterlesen…)

DISAPPEARS – Pre Language

Dienstag, 28. Februar 2012

Das Cover des Albums zeigt einen Mund im schwarzweißen Halbprofil, der sich soeben zu einer Äußerung öffnet – einer vorsprachlichen, wenn man dem Titel von DISAPPEARS´ neuem Album Glauben schenkt. Zusammengenommen weckt das Assoziationen animalischer, arrhythmischer Klänge; Urwaldgeheul und Lautmalerei scheinen auf dem Programm zu stehen. Was uns erwartet, ist allerdings weit weniger exzentrisch, als man zunächst annehmen möchte, denn letztlich ist „Pre Language“ durch und durch eine (Art Rock-)Scheibe. (weiterlesen…)