“DIY in the 21st Century“ heißt es im Untertitel. Do It Yourself – die Kultur des Amateur verortet man immer in einer Gegenöffentlichkeit oder in einer Subkultur. Dort spannt sich die Triebfeder, schnellt im besten Fall empor und landet im Unerwünschten, Randständigen oder im “Ungewollten“, wie es Jürgen Weber (NOVY SVET) formulierte. DIY heißt aber auch immer Improvisation und Eigeninitiative und ist getragen von einem Misstrauen gegenüber dem Bestehenden, vor allem gegenüber der Industrie. Etwas selbst planen, ausführen oder herstellen, sich eigene Vertriebswege erschließen, eine eigene Ästhetik zu entwickeln – all dies grundiert von einer Haltung, welche eine Unzufriedenheit mit den Gegebenheiten ausdrückt. Dort, wo die Literatur, die Musik oder die Kunst generell Lücken für ein Empfinden gelassen hat, wo das, was das Eigene ausmacht fehlt, sucht sich der individuelle Ausdruck seine Bahn. Der Aktivierungsgedanke entspringt so nicht selten einer als unwohnlich wahrgenommenen Gegenwart. Im besten Fall ist DIY aber ein Statement, was die Beschäftigung mit dem Vorhandenen – und sei es als Pol der Abstoßung – hinter sich lässt und vielmehr zu einer wirkmächtigeren Raison D´Etre geworden ist. Dort, wo das unmittelbare Bedürfnis besteht, die Flamme, die in einem lodert, nach außen zu tragen. Dies Feuer entzündet nicht selten Hörer und Rezipienten, die davon ein Leben lang angesteckt bleiben. (weiterlesen…)