Auflistung für das Stichwort ‘DENOVALI’

GREG HAINES – Where We Were

Mittwoch, 15. Mai 2013

Greg Haines neues Album „Where We Were“ erzählt eine wahrhaft facettenreiche Geschichte, verbindet musikalische Geschichte(n) mit der Gegenwart und ist trotzdem(?) wie aus einem Guss. Sich auf minimalistische, monoinstrumentierte Kompositionen zu konzentrieren und so ein fokussiertes Werk abzuliefern ist das eine; das gleiche Ergebnis erzielen zu wollen, wenn man zwischen Pianokargheit, Ambient und Proto(Dub)Techno wandelt, ist dagegen mindestens herausfordernd. (weiterlesen…)

TERMINAL SOUND SYSTEM – A Sun Spinning Backwards

Freitag, 26. April 2013

Terminal Sound System aus Australien, das Projekt um Skye Klein, setzt mit „A Sun Spinning Backwards“ den Weg konsequent fort, der z.B. mit „Heavy Weather“ in 2011 das erste Mal auf Denovali materialisierte, in der Tat aber schon eine ganze Reihe von Veröffentlichungen bis in das letzte Jahrtausend hinein zurückreicht. Im direkten Vergleich zu eben diesem Vorgänger nutzt Skye Klein für das wiederum rein instrumentale „A Sun Spinning Backwards“ in der Umsetzung die gleichen Ingredienzien: dunkle Keyboard(flächen), fokussiertes Drumming, plus Atmosphäre, Atmosphäre, Atmosphäre. (weiterlesen…)

SWITCHBLADE – Switchblade (2003)

Dienstag, 16. April 2013

Switchblade ist eine Band, die ihre Vision von “eigener Musik” schon seit langem mit voller Konzentration, sicherer Hand und absoluter Konzepttreue verfolgt: dieses nun wiederveröffentlichte, mit Blick auf den Beweis der Konzepttreue “natürlich” auch (schon) unbetitelte Album datiert immerhin zurück auf das Jahr 2003 und Switchblade werden zu diesem Zeitpunkt noch Jahre als klassisches Trio arbeiten, bevor Anders Steen, der Bassist (und Manchmal-Sänger) die Band verlassen und diese als Duo weitermachen wird. Und, in diesem Zusammenhang: die im Artwork ganz leicht variierte Neuauflage auf Denovali Records liefert auch dazu einige Erklärungen. (weiterlesen…)

PETRELS – Onkalo

Sonntag, 31. März 2013

Die Skizze auf dem Cover ist nicht nur Grafik; es ist die Darstellung der geplanten Erschließung von Onkalo, dem weltweit ersten ernst gemeinten Atommüllendlager, das seit 2004 in Finnland gebaut wird. Als Tunnelsystem in 500m Tiefe in solidem(?) Felsgestein, ab 2120 komplett gefüllt und „endgültig“ versiegelt, geplant für eine Haltbarkeit von mindestens 100.000 Jahren. Offensichtlich gehören zum Projektteam neben Ingenieuren somit wohl auch Wahrsager und Propheten. Oder zumindest Leute mit ausgeprägtesten Selbstvertrauen. Nun denn, aber: vielleicht ist Petrels’ „Onkalo“ mit der Wahl dieses Titels (und weiterer, die einzelnen Tracks betreffend) damit sogar so etwas wie eine politische Platte? (weiterlesen…)

ONEIROGEN – Kiasma

Dienstag, 12. März 2013

Beim Auftritt auf dem Swingfest 2012 wirkte Mario Diaz De Leon aka Oneirogen an Gitarre, Synth und Mikro auf der Bühne fast wie gemeißelt; (dadurch?) auch fast größer als im „normalen Leben“ (gemeint: abseits der Bühne). Durchaus passend zur Musik, bei der jeder einzelne Ton mit einer Wucht gespielt, aufbereitet, was auch immer wurde, die seine tatsächlich mögliche Kraft noch um ein vielfaches verstärkte. Fast wie ein wagnerischer Dampfhammer, umgesetzt mit elektrisch/ elektronischen Mitteln. Und im Alleingang. Genau dieses Gefühl transportiert „Kiasma“, das neue Album, 1:1 in Richtung Hörer. Und genau wie bei dem benannten Auftritt brauchen diese Hörer ein gewisses Faible für Bombast (oder dürfen zumindest keine zu großen Vorbehalte dahingehend besitzen), um „Kiasma“ richtig genießen zu können. (weiterlesen…)

SAFFRONKEIRA – Tourette

Dienstag, 5. Februar 2013

Saffronkeira stemmt vom kleinen Sardinien aus ganze musikalische Welten und kollidiert elektronische Motive mit akustischen (vermutet gesampleter Herkunft), fast symphonischen Themen.Und trotz des Titels, der zumindest mich an das gleichnamige Syndrom erinnert, das eine Krankheit beschreibt, die die Betroffenen ohne echte Kontrolle zum Beispiel wahllos Schimpfwörter in ganz normale Sätze einstreuen lässt, setzt Saffronkeira zwar auf harte Kontraste, bereitet diese aber so auf, dass sich die Seiten bei aller Gegensätzlichkeit doch auch immer die Hände reichen können. Was nicht heißt, dass es, wie im zweiten Teil des Openers, „The Disease“, nicht doch auch wirklich sehr kontrastreich zugehen kann: elegisches Kammerspiel gegen Noiseteufel mit Sinustoncoda. (weiterlesen…)

THE ALVARET ENSEMBLE – The Alvaret Ensemble

Mittwoch, 2. Januar 2013

Die perfekte Nachtplatte (möglicherweise, weil sie auch genau so, innerhalb dreier Nächte in der Grunewaldkirche in Berlin aufgenommen wurde). Und dann noch mit fast alienartigen Charakter… Das fängt an mit der Kryptik der Titelbezeichnungen und findet einen frühen Höhepunkt, wenn zwischen den Pianolinien und -fragmenten von Greg Haines das erste Mal die Stimme von Jan Kleefstra zu hören ist: kein Gesang, eher der musikalischen Stimmung der fast Stille angemessene, gebrochene Rezitationen in einer gleichzeitig völlig unbekannt und doch wieder bekannt erscheinenden Sprache (bei der es sich um Friesisch handelt, eine heute nahezu ausgestorbene Sprache, die früher entlang der Nordseeküste gesprochen wurde). Und dann noch einzelne, in der gleichzeitig fast angespannten aber dennoch abwartend-ruhigen Gesamtstimmung wie Explosionen erscheinenden, einzelnen Klangereignisse, die geradezu aufschrecken und die besonders im zweiten Teil der Platte starke Verwebung von Greg Haines Piano mit den Violinen von Iden Reinhart und Peter Broderick immer wieder aufbrechen. (weiterlesen…)

TALVIHORROS – And It Was So

Dienstag, 11. Dezember 2012

Jede Musikrichtung hat ihren speziellen Kreis derer, die ihr verfallen sind; die, die sie komponieren und die, die sie konsumieren. Diese banale Wahrheit enthält nur in den Momenten Potenzial für Überraschungen, wenn man mal wieder feststellen muss, wie groß die Kreise derer sind, die sich hinter vermeintlicher wie tatsächlicher Spartenmusik verbergen… und wenn ich es auch nicht nachprüfen kann, so bin ich sogar überzeugt, dass gerade der Bereich Instrumentalmusik / Ambient / Darkjazz usw. mit den Jahren seine Kreise ganz erheblich vergrößert hat. Inklusive Auswirkungen bis in die ganz populären Massenbereiche, z.B. in Sachen Soundästhetik; die Nischen als Laboratorium. (weiterlesen…)

IROHA – Shepherds & Angel

Dienstag, 27. November 2012

Iroha #2 (full-length-Rechenweise). Und der Blick auf das äußerst plakative (und gleichzeitig die zu erwartende Melancholie der Musik perfekt illustrierende) Cover lässt schon rein visuell vermuten: auf den Punkt; alles richtig gemacht… Und: „The Greatest Healer“, Auftakt der Veröffentlichung und auch auf der Labelseite gestreamt, ist möglicherweise das beste Stück, das Iroha bisher aufgenommen haben: aus einer Rückkopplung entstehend als eine Wand verzerrter Gitarren mit einem gleichermaßen akzentuierten wie extrem heavy Bass, das Schlagzeug deutlich nach hinten abgesetzt, der Gesang noch darüber hinaus und dennoch perfekt mit der Wand der Saiteninstrumente als „Instrument“ verschmelzend, das ganze Stück um eine verführerische Melodie herum angelegt; (weiterlesen…)

THISQUIETARMY – Exorcisms

Samstag, 20. Oktober 2012

Für „Exorcisms“ hat sich Eric Quach aka Thisquietarmy in eine Kirche begeben (nicht die, die zentralperspektivisch auf dem Cover gezeigt wird…) und dort seine Austreibungen aufgenommen. Und fast als erstes fällt auf, dass genau dies so nicht auffällt. (weiterlesen…)