Auflistung für das Stichwort ‘BLACK 67’

Noch immer Schemen im Schatten – Interview mit ESBEN AND THE WITCH

Freitag, 28. Oktober 2016

esben and the witch coverErinnert ihr euch noch an das viel gelobte Musikjahr 2011? Ätherischer Dunkelpop war neben Witch House im „schwarzen Mainstream“ Sound der Stunde – und ESBEN AND THE WITCH neben THE XX einer der Gewinner des „Nightmare“-Pop-Hypes; hochgefeiert in popkulturellen Hochglanz-Magazinen und vom Dark-Wave sozialisierten, nostalgischen Ex-Grufti-Redakteuren im Feuilleton gepusht. 2008 im britischen Küstenstädtchen Brighton als Trio gegründet, gab es nach einer vielbeachteten EP pünktlich zu Halloween 2011 das viel gefeierte Debüt „Violet Cries“, welches unheimliche Synthesizer-Klänge mit doomigen Gitarren und Gesängen aus einer anderen Dimension verband. Ein wunderbar ästhetisches Werk, welches in der Nachbetrachtung allerdings nicht immer vollends überzeugen könnte. Gleiches gilt auch für den 2013-Nachfolger „Wash Your Sins, Not Only The Face“. Die Stücke verloren sich in ihrer abstrakten Konzeption, wollten manchmal zu viel gleichzeitig als auf den Punkt zu kommen. Am Ende des Tunnels blieb es oft dunkel. ESBEN AND THE WITCH machen es ihren Hörern schließlich nicht immer leicht ihnen folgen zu können. Glaubt man, die ein oder andere Melodie noch ein Weilchen hören zu dürfen, verpufft diese als schemenhafte Miniatur im geheimnisvollen Licht. Dennoch konnte das britische Trio binnen kurzer Zeit eine beachtliche Fanschar um sich versammeln, die das Bedürfnis haben, in die mysteriöse Musik dieser Formation vollends einzutauchen. Nun steht „A New Nature“, das dritte Studioalbum, in den Startlöchern – diesmal wählen die drei bibliophilen Musiker aber den direkten Weg. Die Effektpedale bleiben im Keller. Die Band reduziert sich auf eine spartanische Instrumentierung, zu hören sind hauptsächlich Skelette aus Gitarren, Bass und Drumcomputer– über allem schwebt stets die mysteriöse Stimme von Sängerin Rachel. Im Interview mit BLACK verrät Gitarrist und Komponist Thomas, warum ESBEN AND THE WITCH eine Art Neuanfang wagen. (weiterlesen…)

„Music takes different people to different places.“ – Ein Interview mit MYRKUR

Dienstag, 13. September 2016

myrkur2Relapse zaubert eine dänische Überraschung aus dem Hut. Das Ein-Frau-Black-Metal-Projekt dürfte der Tipp für die nun bald immer kürzer werdenden Tage sein. Aus den Frostfängen fräst sie das Gestern heraus. Sie umgürtet es mit ihrer Schaffensglut. Sie schöpft da etwas Eigenes. Ein wunderbar kratziges und widerborstiges Ding von einer Debut EP steht ab sofort in den Regalen. Hört, Hört! (weiterlesen…)

Sakrale Finsternis – Amenra Acoustic Show; supp.: Jonas Van den Bosschee & Benne Dousselaere; Sa., 27.09.2014, AB: Ancienne Belgique, Brüssel;

Dienstag, 30. September 2014

amenra_acoustic (1)CHURCH OF RA-Anhänger wissen, wie selten es um eine der raren Acoustic-Shows von AMENRA bestellt ist, daher wundert es nicht, dass sich der bestuhlte Saal der Brüssel Premium-Live-Club-Adresse „AB“ bereits kurz nach dem Einlass zügig füllt. Man vernimmt Stimmen von internationalem Publikum, Deutsche, scheinbar auch einige Franzosen und viele Niederländer sind gekommen. Ein Großteil der Angereisten scheint dennoch aus dem belgischen Umland und dem heimatlichen Flandern des Kollektivs zu stammen. Wer Hardliner-Fan ist und kommen konnte, der ist heute Abend anwesend. Zu nachhaltig ist die legendäre 2010-Acoustic-Performance des Kollektivs in der Dechenhöhle im Sauerland noch in den Köpfen vieler Fans verankert. Denn eine Acoustic-Show von AMENRA ist ein perfekt einstudiertes und nachhaltig-prägendes Live-Phänomen – ein Reigen gelebter Kunst und Ästhetik im monochromen Schwarz. (weiterlesen…)

EARTH – Primitive and Deadly

Sonntag, 28. September 2014

earth coverMeister Carlson meldet sich zurück. Nun bereits zum achten Mal. Der Americana Doomer Carlson zeigt in seinen Arbeiten sein Verständnis von Veröffentlichung. In und mit den Alben lässt sich Zeit aufbewahren. Kleinen Kapseln gleich beinhalten seine Stücke nicht nur die Zeit des Einspielens, des Erspielens oder Aufnehmens. Dylan geht es um konkrete Zeit, denn er weiß, wie kostbar diese ist. Geliehen könnte man meinen oder eben gestundet. (weiterlesen…)

MONARCH – Sabbracadaver

Sonntag, 28. September 2014

Monarch_SabbracadaverNachfolger der „Omens“, diesmal auf Profund Lore Records und wieder einer erstaunlich erweiterten Besetzung: nicht allein die Kernmannschaft Emilie Bresson (Gesang, Elektronik), Shiran Kaidine (Gitarre), Michell Bidegain (Bass) und Rob Shaffer (Schlagzeug), damals ja auch schon um Atsuchi Sano, Eric Quach, Jeanne Péluard, Robert MacManus und Yailen Munoz ergänzt, sondern hier zusätzlich Benjamin Sablon (Gitarre und Schlagzeug) sowie Romain Larregain und Stephane Miollan (beide: Gitarre). (weiterlesen…)

PALLBEARER – Foundations Of Burden

Freitag, 26. September 2014

Pallbearer coverDer neue Silberling der Doomster aus Arkansas macht Laune, schafft man es schier unkompliziert, alte traditionelle Werte des Doom-Metal(Black Sabbath oder Candlemass) mit angesagten Post/Core/Sludge Elementen zu kreuzen. Der perfekte Hybrid aus sludgigen, psychedelisch wühlenden Riffs und traditionellen Old School Doom Metal. Brett Campbell´s wimmernder Gesang erinnert gern mal an good old Ozzy und manchmal kommen mir sogar die Extrem-Prog Meister aus Norwegen, In the Woods in den Sinn, wird der psychedelisch weinerliche Gesang gern auch mehrstimmig untermalt und erfährt somit einen oftmals flehend, sehnsüchtigen Unterton.

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FAUN – Luna

Sonntag, 21. September 2014

Faun_Album-150x150Die Mittelalter-Band FAUN hatte seit ihrer Gründung Anfang 2000 eine Ausnahmestellung in der Szene inne und war neben OMNIA maßgeblich für das Genre bzw. Prädikat Pagan Folk verantwortlich. Zwar konnten sich FAUN in Szene-Kreisen einen sehr guten Namen machen, der große Erfolg ihrer Kollegen IN EXTREMO, SCHANDMAUL oder SUBWAY TO SALLY blieb ihnen dabei aber leider verwehrt. Deshalb sollte dieser wohl vor einiger Zeit regelrecht erzwungen werden und FAUN passten sich massiv dem Massengeschmack an, welcher im Moment durch erfolgreiche Bücher und TV-Produktionen zum Thema Mittelalter sowieso gerade recht offen ist. (weiterlesen…)

V.A. – Incendium #4

Sonntag, 21. September 2014

incendium_coverDas die Loki Found inzwischen mit eines der ältesten, beständigsten und gleichzeitig führendsten Label für Post Industrial und Dark Ambient in Deutschland ist, dürfte ja in der Szene reichlich bekannt sein. Für alle Unwissende gibt das Leipziger Label trotzdem seit Jahren eine kostengünstige Compilation-Reihe namens „Incendium“ heraus, die jeweils einen interessanten Überblick auf die aktuellen Veröffentlichungen der Loki Found und des Unterlabels Power & Steel bietet. (weiterlesen…)

IDES OF GEMINI – Old World New Wave

Freitag, 19. September 2014

ides_cover3>Ereignis< prangt auf den Nebenflaggen jener Fahnen, die – weithin hörbar im Wind knatternd – von einer neuen IDES OF GEMINI-Veröffentlichung künden. Das Trio aus LA, das stets versucht so auszusehen, wie es klingt, hat in der Monopolisierung der Sinne eine Meisterschaft erlangt, die so manchen das in popkulturellen Zusammenhängen so gefährliche Wort namens Authentizität raunen lässt. Es betört mit dem Neuling “Old World New Wave“ auf beschwörerische Art und Weise. Das fast schon militärisch anmutende Plank Plush Plank Druming der wundervollen Kelly Johnston-Gibson klopft noch markanter an die Wand der Galerie großer Drummer. J.Bennett, dieses popkulturell mit allen Wassern gewaschene Sprachrohr der Band, fügt sein bereits bekanntes Spiel neue Facetten hinzu. Das Doomige rödelt auch hier in schleppschweren Soundpäckchen, die bisweilen mit ihrem Gewicht die Zeit anhalten, während die Musik passieren darf.

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KERRETTA – Pirohia

Freitag, 19. September 2014

kerretta_pirohia„Pirohia“ von Kerretta; Post-Rock in der tendenziellen „Prog“-Variante? Im Vergleich z.B. zu anerkann-ten Genre-Größen wie Mogwai könnten Kerretta schon allein vom spielerischen Ausdruck nicht unter-schiedlicher sein: wenn Mogwai stets eine gewisse Schwere, eine Bodenhaftung besitzen und in ihrem Spiel ausdrücken, scheinen Kerretta tendenziell grundsätzlich in der Schwebe zu handeln. Selbst dann, wenn die volle Distortion-Kante gefahren wird. Das liegt natürlich an den Kompositionen und ihren „uplifting“ Harmonien, die einfach schon aus sich heraus ein Vorwärtstreiben, ein nach vorn, nach oben vermitteln. Das liegt aber auch am Spiel des Trios selbst, besonders dem von Schlagzeuger H. Walker, aber auch der (oft) Delaygitarre von Gitarrist David Holmes. (weiterlesen…)