Auflistung für das Stichwort ‘BLACK 66’

„Der Tod ist oft ein großer Umstürzler.“ – PYHÄ KUOLEMA im Interview

Freitag, 5. September 2014

Wer Anderssein mittels diverser Euphemismen herabwürdigen möchte, spricht von Differenz. In dem Moment, in dem das Anderssein jedoch entschwindet, ist aus der Herabwürdigung eine Nivellierung geworden. Gegen letztere und für ein Anderssein im wahren Wortsinn steht Pyhä Kuolema. Im vergangenen Jahr legte er sein zweites Album nach. Auf Finnisch trägt er zu widerborstigen Folkakkorden eine feine Litanei vor. Das Gradlinige, Unprätentiöse und das Direkte sind die übrigen Bandmitglieder. Wenn das Eigenartige sich plötzlich wie das Eigene anhört… (weiterlesen…)

ZOHARUM oder die Kunst der Alternative

Montag, 1. September 2014

Ein Label zu betreiben ist in der heutigen Zeit ein Wagnis, wenn man den aktuellen Pressemeldungen glauben mag. Sinkende Verkaufszahlen, Schwierigkeiten mit Vertrieb und Werbung machen es zu einem persönlichen und finanziellen Wagnis, Musik zu veröffentlichen. Doch in jeder Krise liegt eine Chance. Das im polnischen Gdansk beheimatete Label ZOHARUM zeigt, wie mit Leidenschaft und Innovation aus einer kleinen Idee ein großes Werk werden kann. Trotz oder gerade wegen der Medienvielfalt, der wir uns heute gegenüber sehen, ist es für neue Labels schwer, die nötige Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, um wirtschaftlich sinnvoll arbeiten zu können. Dies gilt für den Mainstream genauso wie für Subkulturen, denn auch in Bereichen, in denen man eine klar abzugrenzende Zielgruppe vermutet, die leicht angesprochen werden kann, haben sich die Kommunikationskanäle vervielfältigt. Das spüren auch die aktiven Gestalter der Szene, die landläufig unter dem Begriff „Industrial“ zusammengefasst wird. (weiterlesen…)

PHILIPPE LAURENT im Interview

Montag, 1. September 2014

PHILIPPE LAURENT kenne ich schon seit Langem als eigenständigen Komponist wirklich schöner elektronischer Musik „für Maschinen“, aufmerksam wurde ich auf ihn indes durch seine Kollaboration mit LES JOYAUX DE LA PRINCESSE auf dem sehr gelungenen „Mysteria Mithrae“ Sampler. So war es für mich eigentlich ganz klar, mit ihm auch über dieses Projekt zu sprechen, sobald sich mir die Gelegenheit dazu ergab. (weiterlesen…)

DIARY OF DREAMS – Elegies In Darkness

Montag, 31. März 2014

Man mag es mir glauben oder auch nicht – ich habe trotz inzwischen rund 20jähriger journalistischer Tätigkeit in der „schwarzen Szene“ bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nie einen Ton von DIARY OF DREAMS gehört und das, obwohl es die Band ebenfalls schon so lange gibt. Zwar war mir der Name immer geläufig, aber schon allein die Fotos bei den Interviews im ZILLO, ORKUS und SONIC SEDUCER hielten mich irgendwie mit einer näheren Beschäftigung der Band ab. Zum 11. Album von DIARY OF DREAMS war ich nun aber fällig und schon das Artwork von Ingo Römling lässt mich nur widerwillig zur CD greifen, ohne das inzwischen wohl keine „zeitgemäße“ Gothic-Combo mehr auskommen kann. (weiterlesen…)

HEXIS – Abalam

Mittwoch, 26. März 2014

Sollte die unwahrscheinliche Situation eingetreten sein, dass ihr euch am letzten CELESTE Album “Animale(s)“ sattgehört habt, es vollständig „verstanden“ habt und eure krachsüchtigen Synapsen dennoch nach artverwandtem, destruktivem Lärm aus der Hölle dürsten. Voilá. Die nächste Hipster-Post-Black-Metal-Band steht bereits in den Startlöchern. HEXIS aus Dänemark reihen sich in den Trend okkulter Krachkapellen im Stile von THE SECRET (Italien), SARABANTE (Griechenland), HESSIAN (Belgien), UNRU/ DOWNFALL OF GAIA (Deutschland), ENTROPIA (Polen), ASFIXIA (Spanien) oder WOE (USA) ein. Über allen schweben trotzdem nach wie vor die alles zermürbenden CELESTE aus Frankreich. Da führt auch beim ersten Full-Length „Abalam“ kein Weg an der Kopenhagener Band vorbei. Das hart umkämpfte Zepter des ästhetischen Hasses bleibt vorerst in Lyon. (weiterlesen…)

COCTAIL TWINS – Our Fears

Montag, 24. März 2014

Wabernde Gitarrenflächen, entrückter Gesang, minimale Synthie- und Laptop-Elektronik und dazu noch ein „frecher“ Bandname mit Hommage-Signatur. Das frische Kölner-Trio COCTAIL TWINS wandelt mit ihrem ersten Lebenszeichen auf den Pfaden von Coldwave und Dreampop und macht eigentlich alles richtig, was für die genreinternen Zutaten benötigt wird. Wer auf melancholisch-minimalistischen Synth-Pop im Stile von SUICIDE, TROPIC OF CANCER, LEBANON HANOVER und natürlich COCTEAU TWINS steht, der fährt hier richtig. Vier Songs, verteilt auf insgesamt zwanzig Minuten Spielzeit. Das ist ein kurzweiliger luzider Traum in das Zimmer von Schwester Melancholie. Und irgendwo aus diesem gespenstischen Zimmer schallt auch die hintergründige Stimme von Sängerin Box, während geloopte Gitarren und fragiles Bassspiel immer den Song und eingängige Songzeilen rezipieren und das Thema des Stücks im Fokus halten. Das gängige Dreampop-Rezept variiert auf den vier Stücken auch nur in Nuancen. (weiterlesen…)

KLANGSTABIL – Shadowboy

Sonntag, 23. März 2014

Ich verfolge den Werdegang des Duos KLANGSTABIL nun schon vom Anfang an mit und muss gestehen, dass ihre musikalische Entwicklung mehr als atemberaubend ist. Was einst mit statischer Monotonie bzw. nicht zu leugnenden KRAFTWERK-Einfluss begann, streifte im weiteren Verlauf Industrial und Techno, um zuletzt fast in einer Emo-Ausgabe von PROJECT PITCHFORK zu enden. Die beiden letzten Alben „Taking Nothing Seriously“ und „Math & Emotion“ wurden dabei völlig vom Gesang und nervigen Texten über das gestörte Seelenleben einer der beiden KLANGSTABIL-Protagonisten dominiert. Höhepunkt dieser plakativ-emotionalen Entwicklung war die letzte EP „Vertraut“ und ehrlich gesagt ging mir das Ganze damit absolut auf die Nerven! Vor 5 Jahren wurde nun bei Boris May von seinem Psychiater Hypersensibilität attestiert, welche er jetzt mit dem aktuellen Album „Shadowboy“ thematisieren, verarbeiten wie bewältigen wollte. Ich erwartete daher nichts gutes und schob „Shadowboy“ lange vor mir her, weshalb dieser nun erst mit einem halben Jahr Verspätung den Weg in meinen CD-Player fand. Was ich dann jedoch in den nächsten 40 Minuten zu hören bekam, verschlug mir fast die Sprache – KLAGSTABIL machen jetzt in Hip Hop und das klingt richtig gut! (weiterlesen…)

NYOGTHA – The Black Void Between The Stars

Sonntag, 23. März 2014

Ein Maximum an Sternschnuppen in der ersten Augusthälfte eines jeden Jahres. Diese Laurentiustränen aus dem Sternzeichen des Perseus erreichten zu Beginn des achten Monats des letzten Jahres ihr Maximum – den Höchststand des Perseidenstroms. Weiter unten auf der Erde, genauer in Reading/ England werkelten Ed und Tanith am ersten physikalischen Tonträger unter der Projektsignatur NYOGTHA. Nun also nicht nur der Download. Jetzt ein erster Abdruck “The Black Void Between The Stars“. Ein dunkler allumfassender Schatten – NYOGHTA; ein schwarzes Loch, eine Leerstelle im Kosmos im Titel – und ab geht die Reise ins Land der Assoziationen. (weiterlesen…)

CURRENT 93 – I Am The Last Of All The Field That Fell

Mittwoch, 19. März 2014

Erschienen die drei letzten regulären Alben von CURRENT 93 rasch hintereinander binnen 1 ½ Jahren, hat David Tibet sich für sein neuestes Werk wieder etwas mehr Zeit gelassen. Allerdings widmete er sich während der vergangenen drei Jahre auch seinem Nebenprojekt MYRNINEREST, dessen Debütalbum “Jhonn Uttered Babylon“ als ein Requiem für den 2004 verstorbenen Jhonn Balance konzipiert war. “I Am The Last Of All The Field That Fell“ knüpft nahezu nahtlos an seine Vorgänger an, und wie schon so häufig in seiner künstlerischen Laufbahn konnte Tibet einige namhafte Mitstreiter gewinnen, darunter den Saxophonisten und Komponisten John Zorn, Tony McPhee, den Gitarristen der legendären Blues-Rock-Formation THE GROUNDHOGS sowie COMUS-Sängerin Bobbie Watson, die einige Backing Vocals beisteuert. (weiterlesen…)

YEAR OF NO LIGHT – Vampyr

Mittwoch, 19. März 2014

Fast ein Jahr nach der Veröffentlichung von „Vampyr“ – der Neu-Vertonung von Carl Theodor Dreyers expressionistischem Horror-Klassiker VAMPYR – DER TRAUM DES ALLAN GREY, 1932) dröhnt das gigantische Konzeptwerk noch immer nach, und reiht sich in die Riege der Brüdern im Geiste CULT OF LUNA ein, die mit „Vertikal“ im letzten Jahr Fritz Langs 20er-Jahre Science-Fiction-Meisterwerk Metropolis eine neue musikalische Grundstimmung verpassten. Eine objektive Rezension erschien mir trotz der immensen Zeitspanne nicht in Worte zu fassen – zu groß der Respekt vor dem majestätischen Werk und Live-Soundtrack der genialen Franzosen aus Bordeaux. „Vampyr“ ist artifizielles Meisterwerk. Möglicherweise ihr ultimatives Opus Magnum! (weiterlesen…)