Auflistung für das Stichwort ‘BLACK 58’

GUSTAF HILDEBRAND – Heliopause

Freitag, 30. März 2012

Die großen Cold Meat-Zeiten scheinen ja seit den späten 90er Jahren vorbei, als Dark Ambient-Projekte wie RAISON D´ETRE oder IN SLAUGHTER NATIVES Alben für die Ewigkeit oder für den eigenen schwarzen Kosmos zelebrierten. In Jahren voller Kreativität ließen damals Bands wie LUSTMORD (oder eben oben genannte) in regelmäßigen Abständen Platten von hoher Qualität auf die gierende Meute los. Dadurch konnte man sich als Hörer dem soundtrackartigen düsteren Ambient in Gänze verschreiben. Dieser Trend aber ebbte über die Jahre in gepflegtes Mittelmaß ab, eine Sättigung trat ein. Gerade der Mix aus scoreartigem Ambient mit maschinellen Industrialsounds verkam zu Ware von der Stange. Mit dem neuen Album “Heliopause” des Schweden Gustaf Hildebrand findet man einen der aktuellen Vertreter des Cosmic Dark Ambient. Alles in allem wirkt diese Platte wie ein Filmsoundtrack zu einem postapokalyptischen, surrealen Szenario – schafft man es doch mit gezielten und sehr geschicktem Einsatz verschiedener Sprachsamples, ein immerwährendes Gefühl von Schwärze zu erzeugen. Die benannten Sprachsamples klingen nach versteckten Botschaften. Zahlenkombinationen erklingen fortwährend wie Messages aus den Weiten des Alls. Über die gesamte Albumlänge werden diese Samples in den spacigen Ambientsound integriert. Aber Gustaf Hildebrand scheut auch nicht davor zurück, industriallastig klaustrophobisch noisige Stimmungen zu erzeugen, ohne jedoch in wirklich krachige Geräuschcollagen zu verfallen. Man hat somit das Gefühl, einem einzig langen Song zu lauschen, da die Atmosphäre wie an einem düsteren Faden gezogen immer eine gewisse Mitte bewahrt und nicht wirklich das eine oder andere Soundextrem erzwingt.  Somit klare Empfehlung an alle Dark Ambient Hörer, die einen Fable für LUSTMORD`artigen Cosmic Ambient besitzen.

(R.Bärs)

V.A. – Replace

Donnerstag, 29. März 2012

„Die Elektronische Musik, die Elektroakustische Musik und die Musique concréte galten oft als realisierte Utopien von Fortschrittsideen, die genauso oft jenseits der Aufnahmefähigkeit und des -willens der Hörer lagen. […] Außerhalb [des] medialen Reservats war eine als utopisch gedachte oder empfundene Musik durchaus skandalfähig.“ – so das Booklet zur vorliegenden Compilation „Replace“, die bei Edition Degem in Kooperation mit dem Deutschen Musikrat erschien. (weiterlesen…)

HyDrone – HyDrone

Donnerstag, 29. März 2012

Das griechische Projekt hyDrone legt nach. Auf das 2011 erschienene Album „Confusion“ folgt nun eine nicht weiter betitelte EP. Verantwortlich zeichnet sich für die Veröffentlichung das Düsseldorfer Label Le Petit Machiniste, in dessen Katalog sich neben hyDrone illustre Bands wie 100Blumen, Fräulein Linientreu, Nin Kuji und einige andere tummeln. Die sechs Tracks sind reduzierte Analogmonster, die bisweilen an die elektronischen Facetten des Krautrock erinnern. (weiterlesen…)

SUTCLIFFE JUGEND – With Extreme Prejudice

Donnerstag, 29. März 2012

Das britische Duo SUTCLIFFE JUGEND gehört zusammen mit WHITEHOUSE, zu deren ersten Inkarnation SJ-Mitglied Kevin Tomkins zählte, zu den Taufpaten des PowerElectronics-Genres. Prägnanter: Laut, brutal, bisweilen unappetitlich und doch so faszinierend wie eine Mischung aus dreckigem Gonzo-Porno und einem Autounfall. Thematisch wildern Kevin Tomkins und Paul Tailor in tabuisierten Grenzbereichen oder den mittlerweile im subkulturellen Kontext angestaubten, in seiner damaligen Sprengkraft jedoch nicht zu unterschätzenden Bezug auf Serienmörder wie den Namenspatronen Peter Sutcliffe. (weiterlesen…)

STRAHLENZENTRUM – Zentralautomatik

Montag, 26. März 2012

Mario Löhr ist ein Besessener, der seit 2005 unter den Namen N.STRAHL.N und ERDLICHT auf dem Industrial-Ambient-Ritual-Sektor inflationär viele Tonträger im Tape- und CD-R-Format bzw. DIY-Verfahren veröffentlicht hat, die aber bisher von der Öffentlichkeit kaum wahr- wie angenommen worden sind. Ob zu Recht oder Unrecht weiß ich nicht zu sagen, aber bei deutlich mehr als 50 Veröffentlichungen in 7 Jahren kann eigentlich die Qualität nicht immer gleich hoch gehalten werden. Ab 2008 kam zu seinen bisherigen Projekten noch STRAHLENZENTRUM dazu, welches mehr den damals gerade boomenden Minimal Elektro-Bereich bediente und inzwischen auch schon auf zwei CD-R-Alben verweisen kann. (weiterlesen…)

ALOG – Unemployed

Mittwoch, 21. März 2012

Die Norweger ALOG präsentieren ihr 5. Album „Unemployed“ erneut auf dem renommierten Rune Grammofon Label. Wer ALOG kennt, weiß, dass man bei dem Duo mit Sounds diverser Couleur rechnen muss. Für diese Aufnahmen taten sich die beiden Norweger Haugan und Eide an verschiedenen Orten zusammen, sei es als Straßenmusiker in San Francisco oder  in der Bergbauerstadt Bjornevatn, im nordöstlichsten Teil Norwegens. (weiterlesen…)

MONARCH – Omens

Montag, 19. März 2012

Wie so oft fällt es schwer, zu einer Veröffentlichung die passenden Worte zu finden, wenn die Qualität besonders ist. Und wenn es zudem eigentlich völlig klar ist, dass diese Musik viel besser für sich selbst sprechen könnte. Gemeint ist „Omens“, die neue MONARCH (jetzt auf CD, später im Jahr auch auf Vinyl); wieder mit dem typischen (wenn auch gestalterisch leicht erweiterten) Artwork und gewohnt okkulter Titelgebung, sozusagen wie die Fortsetzung einer guten Tradition. Was diese Platte aber aus den bisherigen Veröffentlichungen von MONARCH heraushebt, ist die hier gegebene Steigerung im Verlauf, mit „Blood Seeres“ als heavy aggressiven Starter; fast schon schnell (für MONARCH-Verhältnisse), mit Eurogirl in gewohnter Form, dank Schlagzeug Neuzugang Rob Shaffer mit neuem rhythmischen Halt und im Laufe des Stücks überraschen Soundscapes hinter den heavy Riffs, möglicherweise erzeugt durch Gast Eric Quach (THISQUIETARMY), möglicherweise aber zumindest zum Teil auch durch Eurogirls Stimme (und ihre live-Bearbeitung durch Effekte). Am Ende wie ein Choral hinter den Wänden, Gänge entfernt, unmerklich in die #2 übergehend, das wie ein Zwischenspiel kurze „Transylvanian Incantations“ – das auch musikalisch diese Rolle übernimmt; als evil Ambient mit sich gegeneinander verdrehenden und oszillierenden Schichten; die Heimat gequälter Seelen, ihre Schreie ausstoßend. (weiterlesen…)

BLOOD OF THE BLACK OWL/ AT THE HEAD OF THE WOODS – Split

Montag, 19. März 2012

Wenn für jemanden die spirituelle Welt der eigentlichen Realität gleichkommt, wenn es um die Praxis schriftlich nicht überlieferter Religionen der nordamerikanischen Urvölker geht, spricht man gemeinhin von Animismus. Geheimnisvolles, nicht Offenkundiges, Tradiertes und Schlummerndes schläft in diesem Sinne in allen Dingen und geht einher mit einer Zurückweisung der Ratio als einziger Quell der Erklärung der Welt. Eins sein mit dem eigentlichen Ich – soweit wie möglich – und ein Suchen nach dem Verborgenen, nach eben jenem Lied, das in allen Dingen schläft und eine (mitunter übersteigerte) Verehrung der Natur, sind in unseren Breitengraden eher Zuschreibungen, die man in der Epoche der Romantik verortet. Verknüpft man jedoch jene Zuschreibungen mit dem eingangs angerissenen Animismus, landet man in subkulturellen Zusammenhängen irgendwann bei NEUROSIS. (weiterlesen…)

V.A. – Robot Elephant Vs. Tundra Dubs

Montag, 19. März 2012

Als vor rund zwei Jahren das damals noch junge Londoner Label Robot Elephant die Compilation „Isvolt“ veröffentlichte, ahnte wohl keiner der Beteiligten, dass man damit ein bleibendes Denkmal des sogenannten Witch House geschaffen hatte. Was damals als aktuelles Schlaglicht auf die gerade aufstrebenden Szene gedacht war, entpuppte sich wenig später als „Totengesang“, denn schneller als gedacht, verglühte das neue Genre in der Presse und den Blogs. (weiterlesen…)

DREAMLESS – All This Sorrow, All These Knives

Sonntag, 18. März 2012

Auf R.Loren angesprochen, äußerte Cory Strand vor kurzem in einem Interview (crustcake): “He`s just an obsessive seeker of music“. Nun bedarf weder R.Loren noch sein Handmade Birds Label einer Vorstellung. Strand ist ebenso kein Unbekannter legt er doch mit DREAMLESS ein weiteres Projekt der Öffentlichkeit vor.  So hat der Sänger, Gitarrist und Teilzeitbassist, gemeinsam mit seinen KAFKA DREAMS-Kollegen Matt Rolfe (Drums) und Ben Zientara (Gitarre), eine weitere Facette seines vielfältigen und mehrschichtigen Repertoires zur Schau angeboten.

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