Auflistung für das Stichwort ‘BLACK 58’

LOCRIAN & MAMIFFER – Interview

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Als uns irgendwann im letzten Jahr André Foisy ankündigte, dass LOCRIAN gemeinsam mit MAMIFFER ein Album veröffentlichen würden, war unsere Vorfreude dementsprechend groß. Zu Beginn des Jahres schickte er uns dann das Ergebnis, welches uns schwer beeindruckte und immer noch beeindruckt. Die Idee zu einem gemeinsamen Gespräch mit den Künstlern ergab sich aufgrund dieser Eindrücke zwangsläufig. Demzufolge fragten wir André, ob er die MAMIFFER-Mannschaft von einem Doppel-Interview überzeugen könne. Er konnte. Außerdem übernahm er die Rolle des Co-Interviewers vor Ort und sammelte so die Antworten seiner Bandkollegen Terence und Steven, wie auch die Aussagen von Faith, Aaron und Travis. Dass für BLACK-Leser keiner der Genannten noch einmal vorgestellt werden muss, versteht sich von selbst. So porträtiert dieses Doppel-Interview zwei der wichtigsten und spannendsten Projekte der amerikanischen Subkultur. Die Schilderungen der persönlichen Empfindungen und die subjektiven Auskünfte der Künstler lassen sich einzeln lesen oder im Zusammenhang als eine objektivierende Antwort aller Beteiligter. Zudem lässt das Interview einen Blick auf die jeweiligen Innenleben der Projekte zu, so dass sich besonders durch den Vergleich miteinander mannigfaltige Eindrücke ansammeln. (weiterlesen…)

EARTH – Interview

Samstag, 10. November 2012

Hypnotisch – und es fliehen Schlaf und Taumel. So – oder so ähnlich könnte eine Überschrift über dem großen Doppelwurf Dylan Carlsons und EARTHs lauten. Die eher geschlossenen Kompositionsstrukturen des ersten Teils weichen dabei einer durchgängigen Improvisationsfreude des zweiten, dennoch sind die Bezüge aufeinander deutlich. In diesem aufeinander Bezug nehmen, im einander Zuhören und Lauschen liegt womöglich auch das Magische, was beide Teile von “Angels Of Darkness, Demons Of Light“ verströmen. Das typische EARTHsche Erzählverfahren erfährt insbesondere durch Lori Goldstons Cellospiel eine Bereicherung, die Staunen lässt. Im Hörer werden so weitere Kanäle angeschaltet. Neben dem <nunc stans>, der stehenden Ewigkeit, der Erhabenheit und Weite der Stücke – gewinnt “Angels Of Darkness, Demons Of Light“ gerade durch das sehr präsente Spiel Goldstons auch an Leichtigkeit, ohne dabei gefällig zu wirken, denn schließlich schwebt über jeder EARTH-Veröffentlichung die Hadeswelt. Gerahmt von Nebel gleichen Musenschwärmen erklimmt die zweiteilige Veröffentlichung die Leiter der Hörfreude. Gegenwärtig sind EARTH auf Europa-Tour und Carlson und die Seinen verkörpern live – wie kaum eine andere Kapelle – jene Freude, die im Moment der Umsetzung des eigenen Materials auf der Bühne Hörer und Betrachter zu bannen weiß. Zeit also für ein längst überfälliges Gespräch… (weiterlesen…)

PRETERITE – Interview

Montag, 6. August 2012

Jeder Hörer kennt das. Das neue Album einer geschätzten Kapelle erscheint, oft weckt sich so Freude. Jedoch ist dies eine erwartbare Freude, die dem Hochgefühl etwas die Spitze nimmt. Ungleich intensiver ist dagegen das Empfinden, stößt man auf ein Album einer bisher unbekannten Kapelle. Im Falle PRETERITE sind die beiden Interviewer verzaubert worden. Verzaubert von einem fast unbeschreiblichen Vielklang, von einer kompositorischen Virtuosität und natürlich von der Stimme Geneviève Beaulieus, die bisher nur durch MENACE RUINE bekannt war und schon dort verzückte. Gemeinsam mit James Hamilton bildet Geneviève Beaulieu PRETERITE. Betrachtet man den Umstand in Frage kommender Label für solch ein Meisterwerk, stößt man mittlerweile zwangsläufig auf Handmade Birds. Dort ist “Pillar of Winds“ letztendlich erschienen. Beaulieus Kompositionen werden von der Instrumentierung James Hamiltons perfekt in Szene gesetzt, dazu zeigt Geneviève Beaulieu, dass die Virtuosität ihres Gesangsvortrages ihresgleichen sucht. So lässt sich in jeder Note aller Stücke auf ihrem Debüt ein “MEHR“ vernehmen, das für sich genommen sprachlich unausdrückbar ist. (weiterlesen…)

HECQ – Interview

Freitag, 15. Juni 2012

Seit 2003 treibt Ben Lukas Boysen sein Unwesen im IDM-Genre und hat es inzwischen schon auf insgesamt 7 spannende wie abenteuerliche Electronica-Alben gebracht. Sein letztes erschien im vorigen Jahr auf Hymen Records und „Avenger“ transportiert dabei eine Art Superhelden-Geschichte mittels halsbrecherischen Sound-Designs zwischen filmischen Atmosphären und vertrackten Rhythmen. Das BLACK lud daher ein weiteres Mal zum Gespräch: (weiterlesen…)

THE EYE OF TIME – Interview

Samstag, 19. Mai 2012

Folgt man dem alten Röckener, so entspringen Vielheit und Vielfalt aus “dem Widerstreit der Gegensätze“. Wenn Gegensätzliches aufeinander prallt, ist die Bündelung dieses Aufpralls eine Fertigkeit, die große Meisterschaft verrät. Dieser Meisterschaft verdächtig hat sich der Franzose Marc Euvrie mit seinem Projekt THE EYE OF TIME gemacht, wobei “die Verdächtigung“ einer Untertreibung gleichkommt, überführt sein aktuelles Album ihn doch als großen Meister. Das mit “The Eye Of Time“ betitelte  -  und eigentlich aus drei unterschiedlichen Veröffentlichungen bestehende – Werk entstand über einen Zeitraum von zehn Jahren. Dabei wurden  Elemente des Ambient, des Drum N` Bass, des Post Rock und diverse Electronica aus ihren ursprünglichen Formen herausgebrochen, abgeschliffen, neu zusammengesetzt und anschließend verfugt. Ergebnis ist ein Mosaik des Prächtigen. Seine Pracht gewinnt sich auch durch den offenkundigen Ansatz seines Erschaffers, selten zu Vereinbarendes in eine eigene Form mit ganzheitlicher Wirkung zu bringen. Wenn eine Veröffentlichung die Resultate unterschiedlicher Zeiträume miteinander verbindet, dabei nie auf das Eklektische schielt und sich das Ergebnis derart organisch anhört, anfühlt und anschaut, dann ist wohl von einem großen Wurf zu sprechen. Zu eben jenem hat Marc Euvrie mit THE EYE OF TIME angesetzt. Wenn diese Fülle, Vielheit und Vielfalt in Einheit und Einklang nicht Grund genug für ein Gespräch sind, dann … (weiterlesen…)

THISQUIETARMY – Interview

Samstag, 19. Mai 2012

“Es gibt Höhen und Tiefen, Erfolge und Misserfolge. Alles vermischt sich miteinander und der eigene Output ist das Ergebnis all dessen“. Eric Quach scheint nie still zu stehen. Seine Veröffentlichungen gleichen einem Fluss, rauschhaft und immer in Bewegung. Mit “Resurgence“ legte er im letzten Jahr sein Meisterstück ab. Seine Fertigkeiten zeigen sich dort auf ihrem Höhepunkt. Seinen Tracks ähnlich sind auch seine Antworten. Sie variieren in puncto Länge und Emotionalität, bündeln einmal das Essentielle, um andernfalls Kerngedanken und –ideen weit auszubreiten. Dabei sind sie immer tief, wild und ziehen stets eigene Kreise. Eric beherrscht die Klaviatur des guten Gesprächs spielend. Vom Schwärmerischen gleitet er ins Konkrete, vom Nachzeichnen schwingt er ins Schimpfen. Besonders diese Momente, in denen er die Selbstgewissheiten von Subkulturen kritisiert und deren Modi der Selbstdarstellung ironisch kommentiert, zeigen einen Schaffenden, der sich nicht im Mitschwingen erschöpft hat. (weiterlesen…)

AIRS – Interview

Mittwoch, 2. Mai 2012

In das Licht treten – in den Schatten verschwinden. Doch wie verhält es sich bei “düsterem Licht“? Ist das Düsterlicht jenes, was am Morgen die Passanten umhüllt, die Wege nur dürftig ausleuchtet, gerade so, dass man nicht in Gefahr gerät über Verschattetes zu stolpern? Ob Chris und Aaron ähnliches durch den Kopf ging, als sie “Gloomlights“ komponierten, kann nur vermutet werden. Tatsache ist, dass das aktuelle Album ihres Projektes AIRS ebenso Elemente vereint, die eigentlich für unvereinbar galten. Da treibt es auf das eigene Schuhwerk starrend urplötzlich los, um kurz darauf eine schwarz-metallische Schlagseite zu erhalten und eine andere Richtung zu nehmen. (weiterlesen…)

GATES – Interview

Dienstag, 10. April 2012

“Ich beobachte in letzter Zeit immer mehr zum Teil recht junge Leute, die ihre Tracks untereinander austauschen, zumeist via Internet. Da habe ich ein paar unerbittliche Sachen gehört, die mich durch ihre absolut non-kommerzielle Ausrichtung begeisterten.“ Diese Aussage wurde von Jürgen Weber im Herbst 2009 getätigt. Erstaunlich daran ist zweierlei. Zum einen beweist er ein feines Gespür für eine Entfaltung, die sich am besten unter dem Begriff “new home recording“ subsumieren ließe. Natürlich hat es das Zuhause Aufnehmen und Komponieren schon länger gegeben. Jedoch haben die technischen Entwicklungen der letzten Jahre diese Art des subkulturellen Wirkens schier unglaublich dynamisiert. Aufnehmen zu können, ohne ein Tonstudio besuchen zu müssen, Files via Internet austauschen, eine eigene Netzseite anlegen, um von dort aus Veröffentlichungen in Kleinstauflagen verkaufen zu können und schließlich die Tatsache, dass es durch das Internet leichter geworden ist, Kontakte zu Gleichgesinnten zu generieren, schneller eigene Netzwerke zu bilden – all dies zusammen schlägt sich massiv auf die musikalischen Subkulturen nieder. Etablierte Labels verlieren immer mehr an Einfluss, neue gründen sich. Wahrscheinlich hat es nie zuvor in der Geschichte der Popkultur ein derartiges Nebeneinander (aber auch Miteinander) tausender Klein- und Kleinstlabels gegeben. (weiterlesen…)

PLANNING FOR BURIAL – Interview

Dienstag, 10. April 2012

Wenn davon gesprochen wird, dass “an feine Ohren gute Kunde geht“, ist auch PLANNING FOR BURIAL gemeint. Das amerikanische Einmannprojekt veröffentlichte aus dem Schatten des eigenen Zuhauses bereits diverse Soundkleinode. Seit kurzem hat Thom auf Enemies List Home Recordings eine neue Veröffentlichungsheimat gefunden. PLANNING FOR BURIAL hören, heißt immer auch Nuancen wahrnehmen, die vorher noch nicht so wahrgenommen wurden – Sounds nachspüren, die so noch nicht erklangen – und schließlich sich einem Strom anheim geben, der einen leicht aus den Niederungen des Alltäglichen fortspülen kann. Es ist kleiner Zauber, der das amerikanische Projekt umgibt und der sich leicht auf den Hörer überträgt und so seinen Mantel um ihn wirft. Gleich einer Art musikalischen Bewusstseinsstroms verleiht Thom diesem über seine Instrumente Ausdruck. Nun ist diese Sprache keine leicht verständliche, da ihre Grammatik komplexer und ihr Wortschatz mannigfaltiger ist. Das nun folgende Interview trägt nicht den Impuls, den Zauber PLANNING FOR BURIALs aufzulösen. Vielmehr gilt es hier dem Magischen auf der Spur zu bleiben…   (weiterlesen…)

LENTO – Live Recording 08 10 2011

Samstag, 31. März 2012

Dieses Review darf ganz kurz sein: Wer Lento mag und eine Compilation ihres bisherigen Schaffens in druckvollem Sound mit diesem kleinen bisschen „+“, das nur bei einer guten Live-Aufnahme entsteht haben möchte, der liegt mit „Live Recording 08 10 2011“ richtig. (weiterlesen…)