Auflistung für das Stichwort ‘BLACK 52’

ZOLA JESUS – Interview

Freitag, 13. Mai 2011

Es gibt wenig Berichte über ZOLA JESUS, die nicht auf die Musik der frühen 80er, auf melancholischen New Wave und klassischen elektronischen Pop referieren. In der Tat klingen viele Aufnahmen der aus dem amerikanischen Mittelwesten stammenden Sängerin Nika Roza Danilova wie der Soundtrack zu einer Zeitreise in eine Ära, in der die Musik Kate Bushs oder der Eurythmics in aller Munde war, und wer was auf sich hielt, auch Sängerinnen wie Lene Lovich oder Siouxsie Sioux etwas abgewinnen konnte. Nicht, dass es Musik dieser Art nicht auch in der Zwischenzeit gegeben hätte, doch mittlerweile ist sie auch wieder in den Grenzbereichen zwischen subkulturellen Nieschen und “alternativem” Mainstream salonfähig, und so stammen die meisten Reaktionen auf Zola Jesus auch weniger aus dem Gothic-Bereich als aus der Indie- und Blogger-Szene. (weiterlesen…)

JULIA KENT – Interview

Freitag, 14. Januar 2011

Im Wesen des Unterwegsseins liegt das Ankommen. Julia Kent, die ambitionierte Cellistin aus dem kanadischen Vancouver, die heute in New York lebt, ist viel unterwegs. Doch worin liegt ihr Ankommen? Liegt es vielleicht in ihren vielfältigen Kollaborationen? Liegt darin ihr Ankommen? Und wie verhält es sich in den Phasen des buchstäblichen Unterwegsseins, auf ihren ausgedehnten Tourneen der letzten Jahre? Ist das ihr Entortetsein? Es lässt sich vermuten, dass sie vor allem in den Räumen zwischen all diesen Polen agiert. Ist sie am Ende eine Rastlose? Womöglich findet ihr Ankommen –„ihr Hiersein“- am ehesten in ihren Soloveröffentlichungen Widerhall. Dies scheinen die Echoräume zu sein, in denen sie am stärksten als Sendende agiert, weniger als Mitsendende.

Am besten -und dies ist das einzig Sichere- kann wohl Julia Kent selbst zu diesen und anderen Fragen Auskunft geben. (weiterlesen…)

KUNSTVEREIN BRAUNSCHWEIG/ HILKE WAGNER (Hrsg.) – Uwe Henneken – Stille Woche

Freitag, 12. November 2010

Im Sommer 2010 besetzten sonderbare, aus Holzkisten hervorlugende Figuren die Räume des Kunstvereins Braunschweig, schauten außerhalb der Zeit stehende Narren und bizarre Mutanten auf Ausstellungsbesucher herab, fanden sich an den stuckverzierten Wänden der Villa Salve Hospes weite Landschaften von verwirrender Farbigkeit. Zur Verteidigung der Ausstellung hatte man eine buntbemalte Kanone auf der Terrasse positioniert.

(weiterlesen…)

S (JENN GHETTO) – Interview

Mittwoch, 10. November 2010

Womöglich werden dem ein oder anderen Jenn Ghettos Arbeiten bereits im Kontext der leider 2003 aufgelösten CARISSA`S WIERD begegnet sein. Seit einigen Jahren tritt die in Seattle lebende Amerikanerin unter dem Namen “S“ auch solo in Erscheinung. Ihre Stücke sind durchleuchtet von einer Innerlichkeit, zu deren Ausdruck viele Künstler nicht im Stande sind. Gleichzeitig verkörpert ihr schöpferisches Wirken auch ein Wagnis, da ihre Arbeiten entlang der Konfrontationslinie von Innen und Außen geknüpft sind. Aber vielleicht liegt genau in diesem Punkt der Schlüsselreiz für jene, die von den Arbeiten Jenn Ghettos gefangen sind. Entlang der Tatsache, dass Ghetto für ihre Zurückhaltung in Interviews bekannt ist, überraschte ihre Zusage zu diesem Gespräch umso mehr. Anders als jene Künstler, die in einstudierten Posen der Weltabgewandtheit verkaufsfördernde Argumente entdeckt haben, ist ihr Außenseitertum gelebte Praxis. Dabei kann sie frei nach B.Mattheus über den Rand, an dem sie lebt nicht berichten, denn das kann bekanntlich nur, wer im eigentlichen Zentrum lebt und von dort auf die Ränder blickt. Vielmehr Aufschluss als dieses Interview kann schließlich ihre Musik geben, jene fragilen, aus dem Feld des Ungehörten heraus gezupften Stücke. Ergänzend dazu nun das folgende Interview… (weiterlesen…)

ANDREW LILES – Interview

Samstag, 16. Oktober 2010

Es mag ein ungewöhnliches Kompliment sein, bei einem Vertreter sogenannter Experimentalmusik zuallererst auf das große Unterhaltungspotential hinzuweisen. Seit den 80ern geht ANDREW LILES seiner Leidenschaft, dem Sammeln, Bearbeiten und Zusammensetzen ungewöhnlicher Klänge nach, machte irgendwann sein Steckenpferd zum Beruf und zählt heute nicht nur zu den wichtigsten Figuren im Dunstkreis von NURSE WITH WOUND, sondern auch mit seinem Solowerk zu den ganz Großen an der Schnittstelle von Electronica und Musique Concrète. (weiterlesen…)

Cupidos Odyssee: Aufstieg, Fall und Wiedergeburt des BOBBY BEAUSOLEIL (Essay+Interview)

Freitag, 15. Oktober 2010

Auf einer Fotografie aus dem Jahr 1967 steht der damals 19-jährige Bobby BeauSoleil auf den Stufen der Russian Embassy, einem viktorianischen Gebäude in San Francisco, in dem er als Untermieter des Filmemachers und Okkultisten Kenneth Anger wohnt. Bekleidet mit Mantel und Zylinder, seiner typischen, bohémienhaften Haight-Ashbury-Uniform, zu der nur noch seine Bouzouki sowie der geliebte Hund Snofox fehlen, schaut er voller Arroganz auf den Betrachter herab. An die Tür hinter ihm hat irgendwer Aleister Crowleys berühmtes Diktum „Do what thou wilt“ geschrieben, und BeauSoleil, seiner musikalischen Begabung sicher, weiß sehr genau, was er will: nämlich die Vision einer neuartigen Rockband als elektrischem Symphonieorchester verwirklichen. (weiterlesen…)

YEN POX – Interview

Sonntag, 3. Oktober 2010

Vor nicht allzu langer Zeit wurden noch Unsummen für die vergriffenenen Veröffentlichungen der Amerikaner von YEN POX geboten. Sicherlich kommt Steven Hall (VEIL OF SECRECY) und Michael JV Hensley (BLOOD BOX) eine Pionierrolle dahingehend zu, dass sie wesentlich mitdefiniert haben, was Ambient ist. Seitdem haben sich unzählige Nachspieler aufgemacht und mit ihrem epigonalen Tun versucht, die Schneise, die YEN POX einst in den Dschungel des Ungehörten hineinschlugen, nach beiden Seiten breiter auszutreten. Lange Zeit ruhte das Projekt und tritt nun zum einen durch die Wiederveröffentlichung des 15 Jahre alten Ambient-Klassikers “Blood Music“ und zum anderen mit neuem Material via Substantia Innominata in das Blickfeld subkulturellen Interesses. Grund genug eine Rückschau und eine Bestandsaufnahme zu wagen. (weiterlesen…)

ALEISTER CROWLEY – Gilles de Rais The Banned Lecture

Freitag, 1. Oktober 2010

Dass Aleister Crowley den modernen Satanismus begründet hat, ein mit schwarzer Magie hantierender Scharlatan und nebenbei noch der böseste Mann der Welt war, gegen den die Schlächter des zwanzigsten Jahrhunderts wie Waisenknaben wirken, dürfte allgemein bekannt sein. Weniger bekannt dürfte sein, dass Crowley im Februar 1930 auf Einladung der Oxford University Poetry Society einen Vortrag über Gilles de Rais halten sollte. (weiterlesen…)

RED SPAROWES – Interview

Donnerstag, 30. September 2010

Jene, die mit den Veröffentlichungen von RED SPAROWES vertraut sind, werden diese aufgrund der verwobenen, klingenden, tönenden und lauschenden Vielheit rühmen. Diese Vielheit ist fern einer schnöden Vielfalt, da sie an den Rändern nicht ausblasst. Trotzdem soll diese Vielheit als Gegenstück zum Chaos verstanden werden, denn präzise und strukturiert werden die Stück von den Amerikanern gespielt, so dass sie auch als Meister der Bündelung bezeichnet werden können. Nach einigen personellen Umbesetzungen hat die Band mit Bryant Clifford Meyer, Greg Burns, Dave Clifford, Andy Arahood und Emma Ruth Rundle mittlerweile ihren festen Kern gebildet. Im Frühjahr dieses Jahres erschien mit “The Fear Is Excruciating. But Therein Lies The Answer“ RED SPAROWES`s drittes Album. Ausreichend Stoff also, um ein Gespräch mit Greg Burns zu führen. (weiterlesen…)

NADJA – Sky Burial

Mittwoch, 22. September 2010

Dem Werk Aidan Bakers wurden in diesem Magazin schon diverse Huldigungen zu Teil. Mit Recht. Nun reiht sich Baker in die Latitudes-Serie ein, er steht so u.a. neben BLOOD AND TIME, GRAILS, BOHREN & DER CLUB OF GORE und BODUF SONGS. Diese und andere haben bereits ihre Beiträge in eine Reihe gestellt, deren raison d`etre der Respekt vor und für John Peels BBC Radio One Sessions ist. (weiterlesen…)