Auflistung für das Stichwort ‘BLACK 51’

MADELINE VON FOERSTER – Interview

Freitag, 20. August 2010

Von Theodor Lessing stammt der Gedanke, dass ein Maler sich selbst immer mitmalt – unabhängig davon, ob er denn nun abstrakt malt oder etwa figurativ. Madeline Von Foersters Bilder bergen eine Reichhaltigkeit, die, wenn man Lessings These zugrunde legt, von einem großen inneren Reichtum der Malerin künden. Von Foerster münzt ihre Ideen in Bilder um und beschert den Betrachter somit ein Fest für die Augen. Sie zeugen von einem hohen Maß an Innerlichkeit und meiden die schreckensumwitterten Gemeinplätze, strahlen in ihren ohne Scheu das Gestern mit einbeziehenden Formen der Darstellung. Das sonnendurchglänzte Alleinstellungsmerkmal ihrer Kunst hat Von Foerster mittlerweile einen größeren Interessentenkreis beschert. Man sieht ihre Bilder nicht nur in internationalen Galerien und in renommierten Kunstmagazinen, auch Bücher und Tonträger bereicherte sie bereits durch ihre visuelle Gestaltung. Das Gestern fest im Blick läuft sie auf das Kommende zu. Dabei wirken ihre Bilder wie ein machtvoller Gegenzauber zu den Zentrifugalkräften der Moderne. Ausdrucksstark in ihrer Darstellung, farbenreich in ihrer Ausführung, schweben ihre Ideen über die Leinwand, jedoch täuscht der erste Eindruck des scheinbar Schwerelosen, denn an den Wurzeln ihrer Ideen hängt “das größte Gewicht“. Wen Madeline Von Foerster “mitmalt“, soll das folgende Interview zeigen. (weiterlesen…)

SIEBEN – Interview

Sonntag, 15. August 2010

Matt Howdens Projekt mit dem unscheinbaren Namen SIEBEN ist nach rund fünfzehn Jahren Bestehen aus der Szene kaum noch wegzudenken. Doch aus welcher eigentlich? Wie selbstverständlich taucht sein Name in der Berichterstattung über Neofolk auf, strich Howden doch für Jahre die Saiten in einer der wichtigsten Kapellen des Genres. Stilistisch allerdings müsste man die Gemeinsamkeiten zu seinem repetitiven Geigenspiel, welches eine ganze Band zu ersetzen vermag, recht grob an den Haaren herbei ziehen, zumal ihm in diesem Bereich eine Nebenrolle zuteil käme, die seiner unwürdig wäre. Howden wird auch gelegentlich als Filmkomponist aufgeführt und der neueren klassischen Musik zugeordnet. Einige Soundtrack-Meriten und ein der Minimal Music nicht fernes de nova da capo-Kompositionsprinzip sprechen dafür, doch übergeht man bei dieser Klassifizierung gerne den schlichten und warmen Popcharakter, der seine Alben fast immer auszeichnet. (weiterlesen…)

BACKWORLD – Interview

Freitag, 6. August 2010

Joseph Budenholzers Projekt BACKWORLD ist in seiner Anlage so ausgerichtet, dass es zur Immersion einlädt. Dabei ist der Amerikaner ein ewig Forschender, tragen doch seine Arbeiten ein experimentierendes Suchen nach Gott in sich. Leidenschaftlich ist sein Ausdruck und seine, über einen längeren Zeitraum anwachsenden, Kompositionen kosten ihn viel Kraft. Budenholzer vermittelt den Eindruck, sich während des Kompositionsprozesses “zur eigensten Seele heim zu tasten“. In seinem Schaffen stehen diese Momente als Zwischenaufenthalte und finden ihre Formgebung in seinen Liedern und deren außerweltlicher Schönheit.

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CURRENT 93 – Baalstorm, Sing Omega

Freitag, 6. August 2010

Will Oldham schrieb in den Linernotes zur Compilation „Judas as Black Moth” über David Tibets Projekt: „Current 93 exists at the eye of a salutary storm; one that yields fear from fear, awe from awe and love from love.” Diese Sturmmetaphorik durchzieht das gesamte neue Album. Anlässlich der beiden Auftritte im HMV Forum bezeichnete Sebastian Horsley – der „Dandy in der Unterwelt” – einen Dichter als jemanden, der seine Faust emporstreckt und hofft, dass ein Blitz einschlagen werde. (weiterlesen…)

BONNIE ‘PRINCE’ BILLY & THE CAIRO GANG – The Wonder Show Of The World

Sonntag, 4. Juli 2010

An Will Oldham scheiden sich seit Jahren die Geister. Während die einen Tiefe und subtile Bedeutungsfülle in seinen Songs erkennen, sehen die anderen in ihm einen unermüdlichen Garanten der Ermüdung, der Idiosynkrasie in Verbindung mit gepflegtem Dahinplätschern stets ähnlicher Klänge. Aus einer gewissen Nahdistanz heraus ist es vielleicht nicht abwegig, bei der Beurteilung seines mittlerweile umfangreichen Gesamtwerks recht ambivalent zwischen beiden Positionen zu changieren. (weiterlesen…)

EF – Mourning Golden Morning

Freitag, 2. Juli 2010

Der unauffällige Bandname der drei Schweden mag ein Grund sein, weshalb mir die zwei ersten EF-Alben entgangen sind. Mit „Mourning Golden Morning“ sollen die Götheburger und ihre Gäste jedenfalls einen radikalen Stilwandel vollzogen haben. Wie dem auch sei, sie wandeln mit ihrem dritten Longplayer auf durchaus bekannten Wegen und liefern dabei überaus gelungenes Handwerk ab. (weiterlesen…)

ROZZ WILLIAMS – The Lost Recordings

Freitag, 2. Juli 2010

Rozz Williams hat spätestens mit seinem Freitod am 1. April 1998 endgültig (s)eine Apotheose erfahren und ist in den Olymp (oder besser: Hades) eingekehrt. Obwohl primär durch seine songorientierten Arbeiten verkultet –  Christian Deaths 1982 erschienenes Debüt „Only Theatre of Pain“ dürfte eines der besten Death Rock-Alben aller Zeiten sein,  Shadow Projects zweites Album „Dreams for the Dying“ fügte gothischer Grundstimmung komplexe und experimentelle Strukturen hinzu, seine zwei sicher von Jim Morrisons „American Prayer”-Album beeinflussten Spoken Word- Alben präsentierten Szenarien gespeist aus Heroin- und Alkoholabusus, aus Depression(en) und (A-)Religiosität. (weiterlesen…)

LITTLE ANNIE – Interview

Donnerstag, 1. Juli 2010

Bei manchen Künstlern fällt eine adäquate Einleitung aufgrund der schieren Quantität ihres Outputs oder aber der  Anzahl der Jahre, die sie tätig sind, schwer. Bei anderen ist es die Qualität – nicht notwendigerweise beschränkt auf Qualität im Sinne von gut oder schlecht, sondern verstanden als Variation im Schaffen(sprozess). Bei Little Annie, auch als Annie Anxiety bekannt, treffen beide Faktoren aufeinander. (weiterlesen…)

KLIMEK – Interview

Donnerstag, 1. Juli 2010

Wer Musik als Unterwegssein versteht und nicht im Sinne des Ankommens als Angekommensein, ist eventuell schon auf das Projekt KLIMEK gestoßen. Hinter KLIMEK steckt mit Sebastian Meissner jemand, der ein großes Ideenfeld sein eigen nennt, welches er beständig aberntet und neu bepflanzt. Das ist besonders dann wichtig, wenn man sich, wie Meissner, auf den Pfaden elektronischer Musik bewegt. Ihm gelingt es mit KLIMEK, eine eigene und kräftige Stimme im Chor der Vielen ertönen zu lassen. Seine vielschichtigen und vielgesichtigen Arbeiten sind Mosaiksteine, die aneinander gelegt den Künstler Sebastian Meissner abbilden. Man könnte ihn fast als einen Narrator bezeichnen, ohne dass bei ihm die Worte aufschlagen müssen. Das “Erzähltempo“ seiner Kompositionen ist zurückgenommen und bekanntlich setzt solch ein Tempo die Fähigkeit zur narrativen Breite und dramaturgischen Tiefe voraus. (weiterlesen…)

MUSHROOM`S PATIENCE/ DITHER CRAF – Interview

Donnerstag, 1. Juli 2010

„Angehaltene Herzen vitalsieren, indem man eigenes Herzblut in sie hineinpumpt“, – so könnte die Überschrift über dem Werk Raffaele Cerronis, Entschuldigung – Dither Crafs – lauten. Es ist in letzter Zeit ruhig geworden, um den Italiener, der u.a. mit MUSHROOM`S PATIENCE, aber auch als Maler tiefe Spuren im Sand hinterlassen hat. Seine rauschhaften Veröffentlichungen und sein leidenschaftsstarkes Werk bannen den Rezipienten ein ums andere Mal. Gleichzeitig hat Dither Craf die hohe Form der Faulheit als  Kunstform etabliert. Aktionismus ist ihm fremd. Selten traf auf jemanden der Monaigne Gedanke stärker zu, dass sich “im Abseits … angenehmer genießen“ lässt. Und doch verharrt er nicht an der Staumauer des Schweigens, vielmehr meldet er sich als Künstler nun wieder zu Wort. Eine seiner vielen Qualitäten tritt dabei erneut hervor: Er kann das Abwesende anwesend machen. Seine Veröffentlichungen scheinen Splitter eines größeren Ganzen zu sein, sehnsüchtig erwartet man sein Hervortreten. Sein humoristisch eingefärbter Überschuss an schwarzer Galle und seine gleichzeitige Suche nach einer Welt, in der er willkommen ist, sind neben seinem einmaligen künstlerischen Ausdruck Elemente, die das sehnsüchtige Warten auf seinen Ausdruck evozieren. Vor allem scheint Raffaele aber ein Seltener zu sein, nämlich einer, in dem das Leben noch sein Echo findet … (weiterlesen…)