Auflistung für das Stichwort ‘BLACK 51’

CURRENT 93 – Interview

Samstag, 14. Mai 2011

Current 93, die (selbstironisch so bezeichnete) „ultimative halluzinatorische gnostische Supergruppe“ um David Tibet, ist ein Universum, in dem seltsame Planeten herumschwirren, ein Projekt, das auch nach 27 Jahren (noch) zu überraschen vermag. Die Texte David Tibets sind auf den vergangenen drei Alben nach einer Zeit der Introspektion zu einer völlig eigenen und oftmals in ihrer Metaphorik und Bildlichkeit – „a heap of broken images“ heißt es in Eliots „The Waste Land“ – kaum zu durchdringenden Mischung aus Autobiographischem und Kosmischem geworden. Die Anzahl der an den Alben und auf der Bühne Beteiligten wuchs und nachdem Current 93 mit „Black Ships Ate The Sky“ 2006 vielleicht durchaus etwas vom Folkboom profitieren konnten, veröffentlichten sie drei Jahre später mit „Aleph at Hallucinatory Mountain“ ein Rockalbum um erneut Erwartung(shaltung)en zu unterlaufen. „Baalstorm, Sing Omega“, das jüngste Werk, schließt laut David Tibet die jüngste  kreative Phase ab. (weiterlesen…)

MADELINE VON FOERSTER – Interview

Freitag, 20. August 2010

Von Theodor Lessing stammt der Gedanke, dass ein Maler sich selbst immer mitmalt – unabhängig davon, ob er denn nun abstrakt malt oder etwa figurativ. Madeline Von Foersters Bilder bergen eine Reichhaltigkeit, die, wenn man Lessings These zugrunde legt, von einem großen inneren Reichtum der Malerin künden. Von Foerster münzt ihre Ideen in Bilder um und beschert den Betrachter somit ein Fest für die Augen. Sie zeugen von einem hohen Maß an Innerlichkeit und meiden die schreckensumwitterten Gemeinplätze, strahlen in ihren ohne Scheu das Gestern mit einbeziehenden Formen der Darstellung. Das sonnendurchglänzte Alleinstellungsmerkmal ihrer Kunst hat Von Foerster mittlerweile einen größeren Interessentenkreis beschert. Man sieht ihre Bilder nicht nur in internationalen Galerien und in renommierten Kunstmagazinen, auch Bücher und Tonträger bereicherte sie bereits durch ihre visuelle Gestaltung. Das Gestern fest im Blick läuft sie auf das Kommende zu. Dabei wirken ihre Bilder wie ein machtvoller Gegenzauber zu den Zentrifugalkräften der Moderne. Ausdrucksstark in ihrer Darstellung, farbenreich in ihrer Ausführung, schweben ihre Ideen über die Leinwand, jedoch täuscht der erste Eindruck des scheinbar Schwerelosen, denn an den Wurzeln ihrer Ideen hängt “das größte Gewicht“. Wen Madeline Von Foerster “mitmalt“, soll das folgende Interview zeigen. (weiterlesen…)

SIEBEN – Interview

Sonntag, 15. August 2010

Matt Howdens Projekt mit dem unscheinbaren Namen SIEBEN ist nach rund fünfzehn Jahren Bestehen aus der Szene kaum noch wegzudenken. Doch aus welcher eigentlich? Wie selbstverständlich taucht sein Name in der Berichterstattung über Neofolk auf, strich Howden doch für Jahre die Saiten in einer der wichtigsten Kapellen des Genres. Stilistisch allerdings müsste man die Gemeinsamkeiten zu seinem repetitiven Geigenspiel, welches eine ganze Band zu ersetzen vermag, recht grob an den Haaren herbei ziehen, zumal ihm in diesem Bereich eine Nebenrolle zuteil käme, die seiner unwürdig wäre. Howden wird auch gelegentlich als Filmkomponist aufgeführt und der neueren klassischen Musik zugeordnet. Einige Soundtrack-Meriten und ein der Minimal Music nicht fernes de nova da capo-Kompositionsprinzip sprechen dafür, doch übergeht man bei dieser Klassifizierung gerne den schlichten und warmen Popcharakter, der seine Alben fast immer auszeichnet. (weiterlesen…)

BACKWORLD – Interview

Freitag, 6. August 2010

Joseph Budenholzers Projekt BACKWORLD ist in seiner Anlage so ausgerichtet, dass es zur Immersion einlädt. Dabei ist der Amerikaner ein ewig Forschender, tragen doch seine Arbeiten ein experimentierendes Suchen nach Gott in sich. Leidenschaftlich ist sein Ausdruck und seine, über einen längeren Zeitraum anwachsenden, Kompositionen kosten ihn viel Kraft. Budenholzer vermittelt den Eindruck, sich während des Kompositionsprozesses “zur eigensten Seele heim zu tasten“. In seinem Schaffen stehen diese Momente als Zwischenaufenthalte und finden ihre Formgebung in seinen Liedern und deren außerweltlicher Schönheit.

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CURRENT 93 – Baalstorm, Sing Omega

Freitag, 6. August 2010

Will Oldham schrieb in den Linernotes zur Compilation „Judas as Black Moth” über David Tibets Projekt: „Current 93 exists at the eye of a salutary storm; one that yields fear from fear, awe from awe and love from love.” Diese Sturmmetaphorik durchzieht das gesamte neue Album. Anlässlich der beiden Auftritte im HMV Forum bezeichnete Sebastian Horsley – der „Dandy in der Unterwelt” – einen Dichter als jemanden, der seine Faust emporstreckt und hofft, dass ein Blitz einschlagen werde. (weiterlesen…)

LITTLE ANNIE – Interview

Donnerstag, 1. Juli 2010

Bei manchen Künstlern fällt eine adäquate Einleitung aufgrund der schieren Quantität ihres Outputs oder aber der  Anzahl der Jahre, die sie tätig sind, schwer. Bei anderen ist es die Qualität – nicht notwendigerweise beschränkt auf Qualität im Sinne von gut oder schlecht, sondern verstanden als Variation im Schaffen(sprozess). Bei Little Annie, auch als Annie Anxiety bekannt, treffen beide Faktoren aufeinander. (weiterlesen…)

KLIMEK – Interview

Donnerstag, 1. Juli 2010

Wer Musik als Unterwegssein versteht und nicht im Sinne des Ankommens als Angekommensein, ist eventuell schon auf das Projekt KLIMEK gestoßen. Hinter KLIMEK steckt mit Sebastian Meissner jemand, der ein großes Ideenfeld sein eigen nennt, welches er beständig aberntet und neu bepflanzt. Das ist besonders dann wichtig, wenn man sich, wie Meissner, auf den Pfaden elektronischer Musik bewegt. Ihm gelingt es mit KLIMEK, eine eigene und kräftige Stimme im Chor der Vielen ertönen zu lassen. Seine vielschichtigen und vielgesichtigen Arbeiten sind Mosaiksteine, die aneinander gelegt den Künstler Sebastian Meissner abbilden. Man könnte ihn fast als einen Narrator bezeichnen, ohne dass bei ihm die Worte aufschlagen müssen. Das “Erzähltempo“ seiner Kompositionen ist zurückgenommen und bekanntlich setzt solch ein Tempo die Fähigkeit zur narrativen Breite und dramaturgischen Tiefe voraus. (weiterlesen…)

MUSHROOM`S PATIENCE/ DITHER CRAF – Interview

Donnerstag, 1. Juli 2010

„Angehaltene Herzen vitalsieren, indem man eigenes Herzblut in sie hineinpumpt“, – so könnte die Überschrift über dem Werk Raffaele Cerronis, Entschuldigung – Dither Crafs – lauten. Es ist in letzter Zeit ruhig geworden, um den Italiener, der u.a. mit MUSHROOM`S PATIENCE, aber auch als Maler tiefe Spuren im Sand hinterlassen hat. Seine rauschhaften Veröffentlichungen und sein leidenschaftsstarkes Werk bannen den Rezipienten ein ums andere Mal. Gleichzeitig hat Dither Craf die hohe Form der Faulheit als  Kunstform etabliert. Aktionismus ist ihm fremd. Selten traf auf jemanden der Monaigne Gedanke stärker zu, dass sich “im Abseits … angenehmer genießen“ lässt. Und doch verharrt er nicht an der Staumauer des Schweigens, vielmehr meldet er sich als Künstler nun wieder zu Wort. Eine seiner vielen Qualitäten tritt dabei erneut hervor: Er kann das Abwesende anwesend machen. Seine Veröffentlichungen scheinen Splitter eines größeren Ganzen zu sein, sehnsüchtig erwartet man sein Hervortreten. Sein humoristisch eingefärbter Überschuss an schwarzer Galle und seine gleichzeitige Suche nach einer Welt, in der er willkommen ist, sind neben seinem einmaligen künstlerischen Ausdruck Elemente, die das sehnsüchtige Warten auf seinen Ausdruck evozieren. Vor allem scheint Raffaele aber ein Seltener zu sein, nämlich einer, in dem das Leben noch sein Echo findet … (weiterlesen…)

VOICE OF EYE – Interview

Donnerstag, 1. Juli 2010

Ähnlich der “Blauen Blume“, dem Sehnsuchtssymbol der Romantik, haben auch die Veröffentlichungen VOICE OF EYEs eine Sehnsuchtsymbolik. Die Verbindung von Natur, Mensch und Geist eint beide. “Die Blaue Blume aber ist das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Ewigkeit, Liebe oder Gott.“ (R.Huch). Das Gleiche ließe sich auch über die musikalischen und kompositorischen Suchbewegungen der beiden Amerikaner Bonnie McNairn und Jim Wilson sagen. Seit nun fast 20 Jahren forschen sie in den Tiefen der Klänge und durchstöbern die fast vergessenen Archive der Erde. Ihre tief ausgeloteten Kompositionen und ihre harmonischen Arrangements setzen die Fähigkeit zur dramaturgischen Tiefe voraus. Ihr inneres Kerngehäuse ist auch als Resonanzraum des eigenen Unterbewussten zu verstehen. Gleichzeitig verfügen ihre Kompositionen über die Qualität den Raum um sie herum zu verflüssigen und die Zeit anzuhalten. Letzteres gelingt ihnen, indem sie mittels ihrer Kunst Splitter aus den Zeitbehältern schlagen. (weiterlesen…)

TROUM/ NADJA – Dominium Visurgis

Donnerstag, 1. Juli 2010

Wenn Großmeister des Dröhnenden aufeinander treffen und das Ergebnis einer solchen Zusammenarbeit vorstellen, mischt sich unter die eigene Freude die Sorge, wie dies in einer Rezension abgebildet werden kann, zumal die drei auf dieser Veröffentlichung befindlichen Tiefenstrudeltracks nicht im so häufig praktizierten Unterfangen von “Ich schicke dir meine Files. Schick du mir deine!“ gezeugt wurden. Die Kanadier von NADJA, Aidan Baker und Leah Buckareff, sind live und in Farbe auf die Bremer Meistertöner von TROUM getroffen. Das Atmosphärische, welches ansonsten vom Giermonster des world wide web verschluckt worden wäre, blieb so im Raum, konnte gegenseitig zur Inspiration genutzt und anschließend mit auf die Tonkonserve gebannt werden. Diese Livekollaboration flaggt somit unter der Fahne: Miteinander – statt nebeneinander! (weiterlesen…)