Auflistung für das Stichwort ‘AURORA BOREALIS’

THE HAXAN CLOAK – Excavation

Montag, 12. August 2013

Ja, ich habe Angst! Was der Londoner Produzent Bobby Krlic alias The Haxan Cloak auf seinem Zweitwerk „Excavation“ (dt: Ausbruch) veranstaltet, ist irgendwo zwischen totaler Finsternis und besessener Geisterbeschwörung anzusiedeln. Diese Platte ist pechschwarz, kennt keine Hoffnung und ist verstörendes Meisterwerk wie ultrakrasse Albtraumvision zugleich. Angenehmes Sterben noch, Tri-Angle-Records will uns alle umbringen! (weiterlesen…)

M.C. DE JONG (SEIROM, GNAW THEIR TONGUES) – Interview

Sonntag, 21. Juli 2013

Wem der Name M.C. De Jong kein Begriff ist, dem ist vielleicht das ein oder andere Projekt des Niederländers geläufig. ADERLATING zum Beispiel. Oder GNAW THEIR TONGUES. Oder eben SEIROM. Mit letzterem betrat er 2012- ein Album im Gepäck-  erneut die subkulturelle Bühne. “1973“ folgt der “Forest-EP“ und gleichzeitig ist dieses Album für sein Projekt das, was man gemeinhin als Wegmarke bezeichnet. “1973“ ist ein Album, das sich der Erinnerung verschrieben hat. Es ist der Versuch, das musikalisch einzufangen und abzubilden, was De Jong in seiner Sozialisation prägte. Im Gegensatz zu GNAW THEIR TONGUES lebt die Veröffentlichung von einer hellen Grundstimmung. In den Momenten, in denen die Schwelle der Erinnerung überschritten wird und man die Ränder des Vergangenen hinter sich lässt, strahlen Glücksmomente oftmals hell auf. Womöglich zieht das Album seine Grundierung aus diesem Umstand. Dieser und anderen Vermutungen und Fragestellungen spürt das nun folgende Interview nach.

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SEIROM – 1973

Dienstag, 5. März 2013

Mhm, noch ein Ambient/Drone/Dreampop-Projekt? Schon war ich drauf und dran, vorlaut SIGUR RÓS und Co. herbeizuzitieren und das Ganze einfach sang- und klanglos abzutun, aber da bin ich wohl etwas voreilig gewesen: Denn es rollten SEIROM plötzlich mit der Kraft der Niagarafälle und der Wucht einer Dampfwalze durch meine Gehörgänge und rissen alle Vorurteile wie morsche Staudämme mit sich fort…. Äh, ok, um schiefe Bilder mal beiseite zu räumen und Klartext zu reden: Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, wenn Drone-Künstler wie die hier meine Lehrer sind. (weiterlesen…)

PYRAMIDS WITH WRAITHS – Magpie & Raven

Montag, 10. September 2012

Einseitig bespieltes, opakes Vinyl in bedrucktem Transparentpapiercover in PVC-Hülle plus Downloadcode auf Aurora Borealis. Von der Optik ganz eindeutig ein Sammlerstück, musikalisch ein weiteres Beispiel für die Art und Weise, wie Pyramids andere Musiker in ihre Ideen einbinden und dann trotz deutlich erweiterten Musiker-Line Ups fokussierte Werke entstehen lassen können. Wer die „Pyramids with Nadja“-Zusammenarbeit mochte und da besonders diese Stimmung dauernd vor dem Ausbruch, mit hervorgerufen und unterstützt durch diese windartigen Sounds, der sollte sich auch auf „Magpie & Raven“ (musikalisch) zu Hause fühlen: am Anfang sind da diese Klavierakkorde und ein erstes Erscheinen der Stimmen, die für die Stimmung des Gesamtstücks noch sehr wichtig werden sollen und überraschenderweise, kaum dass man sich auf diesen Auftakt eingelassen hat, setzt die volle Orchestrierung ein und steckt das Dynamik-Feld ab. (weiterlesen…)

SCYTHLING – Smokefall

Freitag, 7. September 2012

Aidan Baker/ Josh Rothenberger Langzeit-Kollaboration, begonnen 2008 als gemeinsame Studiosession, über die Jahre getrennt und mit Gastmusikern weiterentwickelt und letztlich 2012 als CD und Vinyl auf Aurora-Borealis. Ob möglichst schnell in einem Rausch, ohne die einmal eingestimmte Atmosphäre zu unterbrechen oder doch mit Bedacht und Überlegung, gerade im Musikalischen gibt es (durchaus zurecht) nicht selten die „First-Take-Vergötterung“, die da sagt, dass allein die erste Performance eines Stücks oder auch Teils davon wirklich in der Lage ist, die Emotionen widerzuspiegeln, die hinter dem Ganzen stehen (weiterlesen…)

THISQUIETARMY – Interview

Samstag, 19. Mai 2012

“Es gibt Höhen und Tiefen, Erfolge und Misserfolge. Alles vermischt sich miteinander und der eigene Output ist das Ergebnis all dessen“. Eric Quach scheint nie still zu stehen. Seine Veröffentlichungen gleichen einem Fluss, rauschhaft und immer in Bewegung. Mit “Resurgence“ legte er im letzten Jahr sein Meisterstück ab. Seine Fertigkeiten zeigen sich dort auf ihrem Höhepunkt. Seinen Tracks ähnlich sind auch seine Antworten. Sie variieren in puncto Länge und Emotionalität, bündeln einmal das Essentielle, um andernfalls Kerngedanken und –ideen weit auszubreiten. Dabei sind sie immer tief, wild und ziehen stets eigene Kreise. Eric beherrscht die Klaviatur des guten Gesprächs spielend. Vom Schwärmerischen gleitet er ins Konkrete, vom Nachzeichnen schwingt er ins Schimpfen. Besonders diese Momente, in denen er die Selbstgewissheiten von Subkulturen kritisiert und deren Modi der Selbstdarstellung ironisch kommentiert, zeigen einen Schaffenden, der sich nicht im Mitschwingen erschöpft hat. (weiterlesen…)

GRUMBLING FUR – Furrier

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Das Mädchen, das auf dem düsteren Plattencover des Albums “Furrier“  von GRUMBLING FUR abgebildet ist, verbirgt sein Gesicht vor dem Betrachter hinter einem Vorhang langer schwarzer Haare. Eine psychotische Angst vor den Blicken neugieriger Beobachter, oder eine bedrohliche Geste wie die des unheimlichen Kindergeistes Samara aus dem Film “The Ring”? Oder sehen wir etwa nur den Rücken der jungen Frau; hat sie sich in einer Verweigerungshaltung vom Betrachter abgewandt? All das würde jedenfalls zur Musik von GRUMBLING FUR passen: Es geht gleichermaßen introvertiert wie bedrohlich-düster zu auf dem ersten Longplayer der Band, der mit seinen dunklen Soundscapes Assoziationen von MERZBOW über diverse Independent-Movie-Soundtracks bis zu Experimental-Jazz und den abgelegeneren musikalischen Gefilden der ausgeflippten 60er weckt. (weiterlesen…)

THISQUIETARMY – Vessels

Mittwoch, 25. Mai 2011

Man stelle sich sein Lieblingsessen vor. Was ist das Schmackhafte daran? Was das Besondere? Würde man es jeden Tag essen wollen? Anders gefragt: Welcher Verlust steckt in der Wiederholung? THISQUIETARMY ist das Einmannprojekt des Kanadiers Eric Quach, der seit 2005 in seiner Soundküche kleine, aber feine Drone-Gerichte zubereitet. Neben der Split-Veröffentlichung “Orange“ zusammen mit Aidan Baker ist soeben sein neues Album “Vessels“ von ihm zum auditiven Verzehr bereit gestellt worden. (weiterlesen…)