MARS – The Seeker

Dienstag, 24. Oktober 2017

Während die Genre-Titulierung „Apocalyptic Pagan Folk“ durch umtriebige Neofolk-Bands wie CULT OF YOUTH, THE BLACK HEART REBELLION oder HEXVESSEL gegenwärtig ein gewisses Revival feiert, stehen MARS aus Mainz wohl aktuell wie keine zweite Band aus Deutschland für diese Marschrichtung.  Auf ihrem vierten Album „The Seeker“ präsentieren sich Marcus Stiglegger (Gesang, Percussion, Sampling/Sound) und sein Mitstreiter Oliver Freund (Gesang, Gitarren) gewohnt in tiefschwarzer Ästhetik mit mystisch-spirituellen Ritual-Folk der Marke DEATH OF JUNE. (weiterlesen…)

MARI SAMUELSEN – Nordic Noir

Samstag, 21. Oktober 2017

Skandinavische Filme und insbesondere davon die Krimis erfreuen sich ja hier zu Lande seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Allerdings muss ich gestehen, mangels Interesse und Zeit noch keine Gelegenheit gehabt zu haben, mich diesem Phänomen zu widmen. Mit dem Solo-Debüt der norwegischen Geigerin Mari Samuelsen bekomme ich jetzt aber zumindest akustischen einen Eindruck der meist düster-kühlen Scores, welche jene herbe blonde skandinavische Schönheit mit ihrem Instrument in melancholisch abwechslungsreiche Hörbilder umsetzt. (weiterlesen…)

V.A. OMAGGIO AL MAESTRO ENNI MORRICONE – I Cinque Anni Di Cineploit

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Das exquisite Wiener Feinschmecker-Label Cineploit steht seit 2012 für cineastisch-beeinflusste Musik quer durch alle Stilrichtungen und zelebriert das Kino der 60er, 70er und 80er-Jahre – allen voran die damalige Filmmusik, die unter eingefleischten Filmfreaks längst Kultstatus besitzt. Bekannt geworden dürfte Cineploit zuletzt vor allem durch Künstler wie OSCILLOTRON, ZOLTAN oder zuletzt SOSPETTO geworden sein, die ihr spleeniges Faible zu 70er-Jahre-Giallo-Filmen oder 80er-Jahre-Horror in atmosphärischen Synthwave packen. (weiterlesen…)

S.K.E.T. – Capitalism-Continuing Crisis

Samstag, 7. Oktober 2017

Das die Rostocker S.K.E.T. sich wiederholt mit dem Thema des Sozialismus auseinander setzen und dabei gerne Symbolen wie Losungen aus dieser Zeit verwenden, dürfte nach drei bisher veröffentlichten Alben via Hands Productions kaum jemanden entgangen sein. Mit dem inzwischen vierten Album „Capitalism-Continuing Crisis“ ist dies keineswegs anders und S.K.E.T. recken nicht nur musikalisch die Faust im Dienste der Weltrevolution in die Höhe. (weiterlesen…)

SOMATIC RESPONSES – Pattern Seeking

Dienstag, 3. Oktober 2017

Seit Mitte der 90er Jahre sind die beiden walisischen Brüder John und Paul Healy mit ihrem Projekt SOMATIC RESPONSES ununterbrochen am Start und loten auf inzwischen schon unzähligen Veröffentlichungen die ganze Bandbreite der IDM aus – gerne gleich auch auf einem Tonträger gebündelt zusammen. (weiterlesen…)

INSTITUTION D.O.L. – Caeremonia Inferna Vindobonae

Sonntag, 1. Oktober 2017

Erst im letzten Jahr begeisterte INSTITUTION D.O.L. mit dem nihilistischen wie modernen Power Electronics-Album „Exzess“, dem inzwischen eine weitere CD gefolgt ist, die ein dunkler-morbider Bastard aus Live- und Studio-Aufnahme ist. Grundlage für „Caeremonia Inferna Vindobonae“ stellt dabei ein geheimer Live-Auftritt von INSTITUTION D.O.L. in einem Gewölbe im Wiener Untergrund dar, welcher im Studio von Alexander Jöchtl noch einmal meisterlich nachbearbeitet wurde, so dass das Endergebnis gleich als ein neues Album durchgehen könnte. (weiterlesen…)

IT IZ EVERYWHERE NOW – Is it everyhwhere now ?

Donnerstag, 28. September 2017

Als schön aufgemachtes Doppelalbum auf zwei schwarzen CDRs in Gatefold-Digifile ist dieses Debut-Album aus Griechenland erschienen; Interesse geweckt und ran an die Musik. „Re-arrange the results“ beginnt mit ein paar Sekunden reiner ‚clicks & cuts‘, zu denen sich bald kühl elektronische, verspielte Melodien und nach einer Weile auch verträumter, melancholischer Männergesang gesellt. Wie es das Artwork des Albums (und noch mehr das des in gewissen Sinne parallel dazu erschienenen Buchs „…from the void“) schon angedeutet hatten: „It iz everywhere now“ sind in  ähnlichen Gefilden Zuhause, in denen auch Elph, Coil und COH erklingen.

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CHROME – Ghostmachine

Dienstag, 26. September 2017

Knapp 15 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung auf Dossier ist „Ghost Machine“ nun bei Klanggalerie als remasterte Wiederveröffentlichung erschienen.

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BABEL17 – Process

Samstag, 23. September 2017

08/15-Synthwave Schema F liefert das französische Projekt BABEL 17 aus Paris, welches bereits seit den 1990ern die französische Subkultur bereichert. Auf ihrem fünften Album bekommen geneigte Nischenhörer jederzeit tanzbaren melodischen, aber auch irgendwie uninspirierten Cold Wave zu hören. Während der Bandname sich auf den gleichnamigen Science Fiction-Roman von Samuel R. Delany bezieht und die Stimmung zumindest  atmosphärisch einzufangen weiß, bleibt die Musik aber immer brav auf Nummer sicher gepolt. Es könnte die x-te Platte einer x-beliebten Szeneband sein. Wer BABEL 17 live sieht und für gut befindet, wird das einzig verbliebene Gründungsmitgleid Jean Franceschi sicher zu unterstützen wissen. Auch Einsteigern in die Materie werden mit den kurzweiligen Songs Gefallen finden. Kenner des Genres bleiben bei altbekannt Bewährtem. Fairerweise muss man sagen, dass es durchaus Anspieltipps und hitverdächtige Tanznummern wie zum Beispiel den Eröffnungstrack „Into The Fire“, „On Air“ oder auch „Fade in Time“ gibt, die sofort ins Ohr gehen (und auch schwer wieder raus). Im Gesamtkontext bleibt das Werk auch nach mehrfachigem Widerhören gesichtslos. Auch Franceschis Entscheidung auf Englisch, anstatt auf Französisch zu singen, entzieht seinem Projekt den Widererkennungswert. Auch die zwei Bonus-Tracks auf dem Album hätte es jetzt nicht wirklich gebraucht. Masse ist eben nicht gleich Klasse. Leider daher nur Musik von der Stange für eingefleischte Szene-Fans und allenfalls nur Durchschnitt. (D. Charistes)

MARINA BARANOVA – Hypersuites Reloaded

Mittwoch, 20. September 2017

Als im vorigen Jahr die ukrainische Pianistin Marina Baranova das Album „Hypersuites“ bei Berlin Classics veröffentlichte, war dies im Grunde schon ein Remix-Album ausgewählter barocker Meisterstücke von Händel, Bach, Couperin und Rameau an sich. „Hypersuites Reloaded“ setzt dem jetzt noch einen drauf und bietet insgesamt 9 Remixe und Neuinterpretationen der Marina Baranova-Einspielungen durch andere Musiker. (weiterlesen…)

VARIOUS ARTISTS-Pale Horizons-Label Compilation

Sonntag, 17. September 2017

Und wieder erreichte mich ein wunderbarer Sampler vom umtriebigen Reptile Music Label aus Köln. Hier werden fast regelmäßig so einige Perlen im Bereich des Post Punk, Indie Pop, Shoegaze, Waverock usw. veröffentlicht und mit der aktuellen Compilation wird  uns eine Werkschau und ein guter Überblick des Labels präsentiert. Die Auswahl  an überwiegend Shoegaze ausgerichteten Bands ist ebenso erstklassig, wie auch die Auswahl der einzelnen Songs dieser Gruppen. (weiterlesen…)

UNKLE – The Road Pt. 1“

Mittwoch, 13. September 2017

Wenn man den Konzert-Mitschnitt „Live At Metro“ mal außen vor lässt, ist das letzte UNKLE-Album ja schon einige Jahre her. Ob das nun an der Einstellung des Surrender All-Labels lag, auf welchem nach dem Ende von Mo Wax bis 2011 alle UNKLE-Veröffentlichungen erschienen oder James Lavelle den plötzlichen Tod seines musikalischen Partners Gavin Clark verkraften musste, der mit seiner Stimme neben den vielen Gästen die letzten drei UNKLE-Alben geprägt hatte, weiß man nicht. Mit Songs For The Def gibt es nun aber eine neue Plattform für UNKLE und „The Road Pt. 1“ vereint wieder einmal alle Crossover-Qualitäten von James Lavelle, so dass sich das Album nahtlos an die Reihe seit dem legendären Debüt „Psyence Fiction“ anschließt. (weiterlesen…)

SOROR DOLOROSA-Apollo

Sonntag, 10. September 2017

Die Ankündigung einer Veröffentlichung auf Prophecy kam im letzten Jahr schon überraschend, aber doch gleichermaßen erfrischend, sind Solor Dolorosa als klassischer Gothrock/Wave Act doch jetzt schon eher ein Ausreißer im Label-Programm. Letztlich tut es der Bandbreite im Programm aber ganz gut, zieht man sich mit den Franzosen einen bereits seit über 15 Jahren musizierenden Edelstein an Land, der doch bereits auf einige vollmundige Veröffentlichungen zurückblicken kann. Passenderweise spielen die Verbindungen zu Prophecy-Classics wie Alcest, Lantlos und Les Discrets keine unbedeutende Rolle beim Labelwechsel. Die Pariser Band um den charismatischen Frontmann Andy Julia, welcher selbst kein unbeschriebenes Blatt als bekannter Fotograf in der Pariser Modewelt ist, liess das neue Werk ganze 4 Jahre gedeihen und kredenzt als Vertreter des modernen Gothrocks ein Album mit vielerlei kleinen, aber feinen Einflüssen zum Einstand bei Prophecy. (weiterlesen…)

BALD ANDERS-Sammler

Sonntag, 10. September 2017

Bald Anders-ein Projekt der Gebrüder König (Lunar Aurora)-benannt nach einem Gestaltenwandler, einer Sagenfigur, welche bereits in deutscher Literatur des 16. Jahrhunderts auftauchte. Konzept des Albums sind Kindheitsmomente, Träume, Erinnerungen…ein sehnsüchtiger Blick ins Vergangene. Man sammelt hier Geschichten, teils bekannt und teilweise der eigenen Phantasiewelt der Musiker entlehnt. Und ja, man tut es auf schön schräge, kauzige, teils sehr melodisch aber auch gern sperrige Art und Weise. Wer das Nocte Obducta-Projekt Dinner auf Uranus kennt, das Markus Stock Projekt Noekk, die kruden Angizia oder Dornenreich…der bekommt eine ungefähre Ahnung vom strangen Gebräu der Bayern. (weiterlesen…)

GEORGE HADOW & DIRK SERRIES – Outermission

Sonntag, 13. August 2017

Zuallererst: Sound superfett und superdirekt. Nur zwei Leute, nur zwei Instrumente, keine Overdubs…

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ORSON HENTSCHEL – Electric Stutter

Samstag, 12. August 2017

Das Album könnte nicht besser betitelt sein. Oder, andersherum: Es könnte (bei diesem Namen auch aus musikalischer Sicht) nicht besser starten: Mit einem Titelstück, das die Art elektrifizierter Nervosität, die der Name zu umschreiben scheint geradezu zentral in sich trägt. In einer Weise, die die Hörer vorbereitet auf ein Album auf der Grenze zwischen Listening und Kick, zwischen Fiebertraum und Wirklichkeit, zwischen Konzentration und (paradoxerweise möglicherweise kontrolliertem?) Kontrollverlust. Auch zwischen reiner Elektronik und irgendwie Twang (> „Montage of Bugs“), auch zwischen fast sinfonisch angelegtem Ausbruch und spartanischem Elektronikminimalismus. Und, auf voller Länge, zwischen Mikromotiven und deren Zusammenhang als Komposition. (weiterlesen…)

XORDOX – Neospection

Freitag, 11. August 2017

Wenn JG Thirwell (welcher hinter Xordox steht bzw. Xordox ist) auf Editions Mego ein Album veröffentlicht, wird die Erwartungshaltung, zumindest bei mir, recht hoch. Bereits die ersten Takte von „Diamonds“ deuten auf interessante Musik hin: Kühle, tadellos produzierte Elektrosounds, die gewiss nicht nur wegen des Album-Designs mit Space-Ambient assoziiert werden können. (weiterlesen…)

LANA DEL REY – Lust For Life

Sonntag, 6. August 2017

Eines muss man Lana Del Rey lassen – alle jene, die sie damals 2011 mit ihrer ersten Single „Video Games“ als Eintagsfliege abgetan haben, hat sie inzwischen eines besseren bewiesen. Drei Alben hat sie seit dem auf gleichbleibend hohen Niveau veröffentlicht (das „Paradise“-Mini-Album gar nicht mal mitgerechnet) und jetzt folgt in gerade mal sechs Jahren schon Album Nummer 4. Allerdings mag der Titel „Lust For Life“ etwas irreführend sein, denn die insgesamt 16 neuen Songs sind wieder einmal mehr gepflegte „Summertime Sandness“-Atmosphäre, als lebensbejahende Pop-Hymnen. (weiterlesen…)

SUN OF THE SLEEPLESS-To The Elements

Freitag, 4. August 2017

Sun of the Sleepless- alias Ulf Theodor Schwadorf, Markus Stock (Empyrium,The Vision Bleak, Noekk) präsentiert nach wirklich langer langer Anlaufzeit endlich ein komplettes Album. Gab es bereits Appetizer EP´s wie die Split-EP mit Nachtmahr, die Debüt-EP „Poems to the wretched“ und die 7’ Tausend kalte Winter“ um die Jahrtausendwende, so schien es bei den fleißigen Tausendsassa Stock, das dieses kleine Herzens-Projekt bei all den vielen anderen Prioritäten und Studio/Produzenten Aufträgen nie per Albumlänge das Tageslicht erblicken würde. (weiterlesen…)

WOLF & MOON – Garden Of Potential

Mittwoch, 2. August 2017

Gerne möchte ich Euch kurz dieses feine Indie-Folk Duo vorstellen, welches mit sanften verwunschenen melancholischen Sound Appetit auf mehr macht. Die Wahl-Berliner haben sich aus ihrer niederländischen Heimat aus auf die Reise quer durch die Welt gemacht, Shows in den Metropolen der USA gespielt und als Folk-Nomaden ihre Eindrücke des Abenteuers bei Recordings in Schweden auf ein Album komprimiert. Mit ihrer ersten Single ‚Garden Of Potential‘ erinnern sie an eine melancholische Symbiose aus Angus & Julia Stone gepaart mit den Vibes von Caribou und Local Natives. Tolles Video zu einem echten Appetizer ! Hoffentlich hält das Album zum Jahresende was der Song an Potenzial andeutet. (R.Bärs)

LINEKRAFT – Kikai Dansou

Freitag, 28. Juli 2017

Linekraft macht ziemlich kompromisslosen Industrial Noise, den man vielleicht „old school“, sicherlich aber brachial und gewissermaßen ehrlich nennen kann. Hier kommt der Krach nicht einfach aus dem Computer oder dem Feedback, hier wird mit allerlei Werkzeug und Metall gearbeitet bzw. ‚musiziert‘. Wer mit dieser Art von Klangkunst nichts anfangen kann, braucht hier nicht mehr weiterzulesen, aufgeschlossenen Hörern und Lesern sei dies indes empfohlen. (weiterlesen…)

THISQUIETARMY – Democracy of Dust

Mittwoch, 26. Juli 2017

THISQUIETARMY ist ein One-Man-Drone Projekt und mir bereits vor Jahren durch die sehr schöne Kollaboration mit Aidan Baker („A picture of a picture“) aufgefallen, wobei ich diesen, sowie „Nadja“ auch gerne als musikalische Referenz erwähne.

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BRIGITTE HANDLEY – The Edge Of Silence

Montag, 24. Juli 2017

Das letzte Album „Autumn Still…“ des australischen Frauen-Trios THE DARK SHADOWS ist ja schon auch wieder drei Jahre her und Chefin Brigitte Handley schiebt aber erst mal ein Solo-Album hinterher. Eigentlich begann Brigitte Handley mit ihren DARK SHADOWS in der Psychobilly-Szene, um im Laufe der Zeit aber immer mehr in den Dark Wave Gothic Punk Noir-Bereich zu wechseln. Ihr Solo-Album „The Edge Of Silence“ bietet dagegen jetzt größtenteils THE DARK SHADOWS-Songs im halb-akustischen Gewand, was einfach nur Akustik-Gitarre, dezente Keyboards und ihre schöne Stimme pur bedeutet. (weiterlesen…)

ANTLERS MULM – Give And Take/In Reverse

Sonntag, 23. Juli 2017

Um ANTLERS MULM ist es in den letzten Jahren recht ruhig geworden, was wohl auch an der limitierten Veröffentlichungspolitik des Labels Sea State liegen mag. Seit dem Ende von Sonderübertragung erscheinen alle Veröffentlichungen nur noch in kleiner Auflage auf Kassette via Sea State und sind dort meist sofort ausverkauft. So war auch das letzte ANTLERS MULM-Album „Touring The Moon Bog“ in einer Auflage von nur 60 Stück sofort vergriffen. Zwar erschien im Anschluss in Russland bei NEN Records eine Neuauflage mit zusätzlichen Remix-Album (mit u.a. Neuinterpretationen durch KIM KI O, LLOVESPELL, REUTOFF, SUNSET WINGS und Frank Machau), aber eben auch nur wieder im Tape-Format. Die letztendlich in Litauen auf Autarkeia veröffentlichte CD-Version mit Bonus-Track wurde dann leider kaum noch wahrgenommen und eventuell kann ja jetzt die Single-Auskopplung auf dem niederländischen Enfant Terrible-Label noch etwas Aufmerksamkeit auf das „Touring The Moon Bog“-Album lenken. (weiterlesen…)

YOUNG FATHERS – Tape One/Tape Two

Sonntag, 23. Juli 2017

Die YOUNG FATHERS waren mit ihrem energetischen Auftritt im vorigen Jahr im Vorprogramm von MASSIVE ATTACK in Berlin die Überraschung für mich und unterstützen die Trip Hop-Legende dann auch bei ihrem grandiosen Set bzw. sind ebenfalls auf deren phantastischen „Ritual Spirit“-EP als Gäste vertreten. Das Edinburgher Trio hatte bis dahin schon zwei Alben veröffentlicht, welche mit einer düsteren Mischung aus Hip Hop, Trip Hop, Soul, Gospel und R&B, wie vor allem mit prägnanten vielstimmigen Gesang bestachen. Mit ihrem Debüt-Album „Dead“ gewannen sie 2014 sogar den renommierten Mercury Music Prize und auf dem Soundtrack zur T2-Fortsetzung des Kultfilms „Trainspotting“ waren die YOUNG FATHERS gleich mit mehreren Songs vertreten. Im Zuge diesen Erfolges werden jetzt die beiden ersten Tapes von ihnen wieder veröffentlicht und durch Mandy Parnell vom bekannten Black Saloon-Studio neu gemastert. (weiterlesen…)

MOTSCHMANN – Waves At Boundaries

Donnerstag, 20. Juli 2017

Nachdem Johannes Motschmann im vorigen Jahr mit der nervös flackernden Großstadtsymphonie „Electric Fields“-Album auf Neue Meister schon für Aufmerksamkeit gesorgt hat, war er ja gerade zusammen mit David Panzl und Boris Bolles als das JOHANNES MOTSCHMANN TRIO Live unterwegs. Die Konzerte hielten dabei das Versprechen, was er mit dem Album im voraus gegeben hatte. Ich selbst konnte mir in Dresden im gediegen-schicken Ambiete der Jazz Tonne selber ein Bild davon machen, wie im glasklaren Klang von Hand gespielter Dub Step, Techno und House auf Berliner Schule, Drone und Klassik traf. Parallel zur Tour erschien jetzt eine EP mit 4 neuen Tracks, welche noch einmal die komplette Bandbreite von MOTSCHMANN in kompakter Form bzw. knapp 26 Minuten bietet. (weiterlesen…)

LAIBACH – Also sprach Zarathustra

Donnerstag, 20. Juli 2017

LAIBACH sind in den letzten Jahren umtriebig wie nie zuvor und seit dem Erfolg ihres Soundtrack für den „Iron Sky“-Film im Grunde genommen nonstop auf Tour und das sogar in Nord- und Süd-Korea! Neben dem regulären und nach wie vor großartigen „Spectre“-Album und den diversen Touren, komponierte das Kollektiv zusammen mit dem Slowenischen Symphonie Orchester RTV im vorigen Jahr die Musik zu dem Theaterstück „Also sprach Zarthustra“ des Regisseurs Matjaz Berger für das Anton Podbevsek Teater, welche jetzt auch auf Tonträger veröffentlicht wird. (weiterlesen…)

GlerAkur – The Mountains Are Beautiful Now

Dienstag, 18. Juli 2017

Hinter diesem Projekt steckt der Isländische Komponist und Sounddesigner Elvar Geir Saevarsson, der mal eben so nebenbei Tontechniker am Isländischen Staatstheater ist.Schon spannend mit welchen Vergleichen international z.B der amerikanische Rolling Stone von „auf brutale Weise unwiderstehlich“ und Metallica, die die Live-Hälfte von Pink Floyd´s „ummagumma“ covern spricht. Naja das zeigt schon bisschen die Bandbreite auf und trifft es aber irgendwie doch nicht. Glerakur sind durch und durch nordisch, sehr atmosphärisch, Soundtrack-artig(der Einfluss bei dem Background als Tontechniker am Theater war wohl unvermeidlich)…ja doch verschroben isländisch, natürlich auf eine positive Weise gemeint. (weiterlesen…)

SWANS – The Great Annihilator

Dienstag, 18. Juli 2017

Die Wiederveröffentlichungs-Reihe von den SWANS bei Mute geht weiter und diesmal ist das „The Great Annihilator“-Album aus dem Jahre 1994 dran. Lange Zeit vergriffen und gesucht, stellte jenes ja das letzte Werk der SWANS dar, auf dem sich die Band um Michael Gira noch im konventionellen Song-Rahmen agierte bzw. diese sich im durchschnittlichen kurzen 5 Minuten-Schema bewegten. „I Am The Sun“, „Celebrity Lifestyle“ oder „Killing For Company“ waren oder sind noch immer die „Hits“ des Albums, welches mal als majestätische Symphonie mit gespenstischen Melodien und wechselnder Stimmungen bezeichnet wurde. „The Great Annihilator“ war das krönende Meisterwerk der zweiten Phase von den SWANS, welche 1987 mit dem Album „Children Of God“ begann, auf dem erstmals etwas Licht in den bis dahin zermürbenden Noise Rock-Kosmos drang. (weiterlesen…)

LAMBERT – Sweet Apocalypse

Sonntag, 16. Juli 2017

Klavier- bzw. Piano-Musik scheint seit den Erfolgen von Chilly Gonzales, Olafur Arnalds, Max Richter und Nils Frahm wieder in Mode zu sein, wovon auch das großartige wie umtriebige Label Neue Meister aus Berlin zeigt und sich inzwischen sogar ein Yann Tiersen zu einem reinem Klavier-Album berufen zeigt. Im Zuge dieser Welle veröffentlicht jetzt auch der deutsche Pianist LAMBERT sein drittes Album (wenn man die „Excess“-Kassette und die „Lost Tapes“-LP nicht mitrechnet) nicht mehr beim Berliner Indie Staatsakt, sondern auf dem Londoner Major-Klassik-Label Decca-Ableger Mercury KX! Um sich von seinen Mitbewerbern abzuheben, trägt LAMBERT dabei eine Maske, was ich allerdings spätestens seit SIDO und CRO ziemlich albern finde. Sein leichtfüßig tänzelndes Spiel voller süßer Schwermut spricht nämlich auch für sich allein und hat eigentlich ein derartiges Anbiedern an Popmarktmechanismen nicht nötig. (weiterlesen…)

CHRISTIAN FIESEL – Hagens Delight

Sonntag, 16. Juli 2017

Die kleinen Labels sind doch die besten. War mir immer klar, so auch in diesem Fall mit dem Bi-Za Label aus dem Hunsrück von  Frank Schüßler – alias Hagen von Bergen oder auch Hargest Darken – der ebenfalls gerade ein epochales Album Namens „Der Dauernde Fluss“ veröffentlicht hat. Das Bi-Za Label von Frank hat sich rein Soundtechnisch auf die gute alte „Berliner Schule“ und anderen Verdächtigen aus der musikalischen Krautrock Richtung ausgerichtet und nun mit Christian Fiesel gleich mal einen Appetithappen der allersten Kajüte, wie man so sagt, ins Rennen geworfen. Der Christian hatte aber auch schon vorher jede Menge Platten und CDs veröffentlicht, u.a. mit Wolfgang Barkowski alias Alien Nature, sowie mit „Soundguru“ Jack Hertz,  mit dem er die 2 Alben „The End of Stearn Age“ und “ Fast Rails“ produziert und veröffentlicht hat.  (weiterlesen…)

THE DYNAMIC MASTER – Buschfunk

Montag, 3. Juli 2017
  1. Analoge Synth-Pop Bands sind wieder in oder waren nie tot, je nachdem aus welcher Perspektive man das sieht. Hier habe ich nun einen typischen Vertreter dieses Genres mit seinen 2 neuen Veröffentlichungen. Kurz vorab zur Vita des Künstlers – Jens Plöger, der hinter dem Projekt steht, gründete zusammen mit  Andreas Deleker das Duo im November 1990. Nach einigen Bandumbesetzungen verließ Deleker 1994 die Band um Jens Plöger und die dazu gestoßenen Heike Bailey, Dave Bailey und Marco Heißenberg. Die Gruppe veröffentlichte 3 Alben, eine Maxi, sowie 2 EPs und waren Live auch sehr aktiv, sie spielten als Support für große namhafte Bands wie De/Vision und auf den bekannten Festivals wie z.b. Castle Rock Festival in Polen und beim Wave Gotik Treffen in Leipzig. Leider lösten sie sich dann aber 2009 komplett auf. (weiterlesen…)

MONGOLITO – Odyssey

Freitag, 30. Juni 2017

Marc De Backer war in den 90er Jahren Bassist bzw. Gitarrist bei den Crossover-Bands MUCKY POP und DOG EAT DOG, die damals vor allem auf MTV häufig präsent waren. Genau dieser Marc De Backer ist nun seit einigen Jahren im Umfeld von DER BLUTHARSCH und mit seiner neuen Band WOLVENNEST aktiv. Albin Julius hat auf seinem Label Hau Ruck! auch schon die zwei letzten Alben seines Solo-Projektes MONGOLITO veröffentlicht und „Odyssey“ ist jetzt das dritte in dieser Reihe. (weiterlesen…)

KRAFTWERK – 3-D Der Katalog

Freitag, 30. Juni 2017

Ich denke mal, über die Rolle und den Einfluss von KRAFTWERK auf die Musikgeschichte brauche ich hier keine weiteren Worte zu verlieren und kann somit gleich zur neuen Veröffentlichung des legendären Klang-Kollektivs aus Düsseldorf kommen. Wobei neu natürlich relativ zu sehen ist, denn abgesehen von der EXPO-Jingle und dem „Tour De France“-Soundtrack ist in den letzten Jahrzehnten seit 1986 bzw. dem „Electric Cafe“-Album haben KRAFTWERK keinen richtig neuen Track mehr komponiert! Dafür würde bis auf Gründungsmitglied Ralf Hütter das komplette Personal ausgetauscht und über die Jahre stetig eine Neu- bzw. Umdeutung des sogenannten Kataloges von KRAFTWERK vorangetrieben. Die „3-D“-Retrospektive wertet jetzt in den verschiedensten Formaten ihre 3-D-Welttour zwischen 2012 und 2016 aus, mit der sie ja endgültig im „Museum“ angekommen sind. Die zum Teil mehrtägigen Konzerte in unter anderem der Neuen Nationalgalerie in Berlin, im Burgtheater Wien, dem Museo Guggenheim in Bilbao oder im Museum Of Modern Art in New York legten Zeugnis ab, welchen Stellenwert KRAFTWERK einfach haben. (weiterlesen…)

LE SYNDICAT – Morceaux De Choix

Freitag, 30. Juni 2017

Kaputte, disharmonische Soundexperimente – dafür stehen LE SYNDICAT seit ihrem Gründungsjahr 1982. Ursprünglich als Kassetten-Label für Liebhaber von „Powercraft-Music“ oder „Harsh Electronics“ gegründet, steht das französische Projekt für Power Electronics, die auf Albumlänge ehrlich gesagt kaum auszuhalten sind. Und wenn, dann nur bei Substanzen, die an dieser Stelle nicht empfohlen werden sollten. Aber wie wir wissen, gibt es sie: Die destruktiven, fortgeschrittenen, leicht nihilistisch veranlagten Hörer, die bei diesem exklusiven Wahnsinn Freude empfinden können. Mir persönlich bleibt diese Musikrichtung für immer verschlossen und nicht zugänglich, obwohl mein morbides, obskures Interesse sich durchaus immer mehr in Richtung „Abstrakte Avantgarde“ wandelt. Hier muss ich allerdings passen.

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FURVUS – Aes Grave

Samstag, 24. Juni 2017

Der Mann hinter FURVUS ist mir zwar kein völlig Unbekannter, von diesem Projekt hatte ich allerdings noch nichts gehört. Sicherlich ist “Aes Grave” kein Album, das sich einem einschmeicheln will, das machen schon das finstere Cover und der ernst dreinblickende Künstler sowie ein Totenschädel im Innenteil des Eco Digifiles deutlich.

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DIE SELEKTION – Deine Stimme ist der Ursprung jeglicher Gewalt

Dienstag, 20. Juni 2017

Die baden-württembergische Hauptstadt Stuttgart ist innerhalb der Subkultur-Landkarte bisher nicht zwingend mit einer nationalen Wave- & Synthpop-Szene aufgefallen. Da vermutet man den Ursprung des Trios aus dem schwarztendistischen Mannheim. Die Band, die Cold Wave und kalte Nächte wieder cool machen wird, nennt sich DIE SELEKTION, besteht seit 2010, hat ein großartiges Erstlingswerk sowie ein respektables Minialbum veröffentlicht und legt mit dem jüngst erschienenen zweiten Full-length zum (wünschenswerten) baldigen Siegeszug an.

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ROMAN LEYKAM / FRANK MARK – Experience Space

Mittwoch, 14. Juni 2017

Mystisch und nahezu schamanenhaft wird es beim neuen Projekt des Experimentalmusikers Roman Leykam, zusammen mit dem Avantgarde-Musiker Frank Mark. Irgendwo zwischen Ambient und Chill Out-Mood-Sounds geben sich die 15 Stücke in ihrer spirituellen Darbietung naturalistisch und beschwören anmutig Waldgeister und Kräuterhexen.

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FAZERDAZE – Morningside

Montag, 12. Juni 2017

FAZERDAZE ist das Projekt der neuseeländischen Musikerin Amelia Murray, die mit „Morningside“ ihr Debüt-Werk und gleichzeitig das wohl schönste Dream Pop-Album des Jahres abliefert. In ihrer Heimat auf dem Flying Nun-Label veröffentlicht welches in den 80er Jahren mit THE CHILLS und THE CLEAN den Begriff Kiwi-Pop geprägt hat, haben sich in unseren Breiten dafür Grönland Records FAZERDAZE angenommen, was ein weiteres Mal den guten musikalischen Geschmack dessen Chefs Herbert beweist. (weiterlesen…)

RAMMSTEIN – Paris

Montag, 12. Juni 2017

Haben RAMMSTEIN jetzt mit dieser Veröffentlichung den Bogen bei ihren Fans etwa überspannt? Dem Shitstorm im Netz nach zu schließen wohl ja, aber der Reihe nach: (weiterlesen…)

TEGH – Downfall

Freitag, 9. Juni 2017

Um es gleich zu Anfang zu sagen (zumal das Label selbst diesen Vergleich zieht): Tegh erinnert in seiner Herangehensweise und besonders in seiner Soundästhetik stark an einen kanadischen Künstler, der diese Form leicht noisigen, hyperoszillierenden Multischichtambient über etliche Alben zur Perfektion gebracht hat, bevor er diesen Sound mit seinen letzten Veröffentlichungen zunehmend in Richtung akustischer Instrumente erweitert hat. Und: Auch Tegh ist ein Soloprojekt, kommt aber (weil es tatsächlich noch viele blinde Flecken auf der musikalischen Landkarte der Welt zu geben scheint: überraschenderweise) aus Teheran im Iran. Und, in der Suche der Unterschiede: (vielleicht) ist Tegh in seiner kompositorischen Herangehensweise ein wenig sinfonischer aufgelegt… (weiterlesen…)

SOLSTAFIR – Berdreyminn

Mittwoch, 7. Juni 2017

Solstafir liegen sicher seit den letzten beiden Veröffentlichungen voll im Trend, soll heissen das ähnlich Sigur Ros, viele Hörer zwischen Metal, Alternative und Pop auf die Nordlichter aus Island abfahren. Der gemeinsame Nenner ist hier mal wieder ein dickes Plus an Atmosphäre und Individualität, welche natürlich vor allem durch den isländischen Gesang seine Exotik geniesst. (weiterlesen…)

THE STAR PILLOW – Invisible Summer

Dienstag, 6. Juni 2017

The Star Pillow liefert mit „Invisible Summer“ das musikalische Bild eines hitzeflirrenden (Spät?) Sommertages mit seinem Paradoxon aus steter Mikrobewegung und allumfassender (und genau so durch die Hitze verursachter) Statik. Und das geradezu perfekt. Seine Mittel dazu sind schimmernde Flächen mit leuchtend rauen Kanten, immer wieder durchdrungen von Varianten ihrer selbst und vereinzelte Andeutungen von Bassunterlegungen. Und natürlich Zeit, ausgedehnt bis in die Zone der Unfassbarkeit. Und je weiter sich die Hörer in die vier langen Stücke einlassen, je weiter sich das Gefühl einer gleichzeitig sedierten wie wohligen Trägheit einstellt, desto größer der Einklang mit der musikalischen Atmosphäre. (weiterlesen…)

VÖLUR – Ancestors

Mittwoch, 31. Mai 2017

Völur aus Toronto veröffentlichen ihren ersten vollständigen Longplayer auf Prophecy Productions. Wurde das Qualitäts-Label 2014 auf die in Eigenregie veröffentlichte Ep „disir“ aufmerksam und brachte diese dann erneut offiziell an die interessierte Hörerschar, so ist nun der Nachfolger „ancestors“ in den Startlöchern. Widmete man sich auf der Debüt-Ep den weiblichen Urgeistern, der nordischen bzw. germanischen Mythologie entlehnt, so sind es diesmal die männlichen Urahnen, denen man Tribut in langen epischen Songs zollt. Die Band um Bassist Lucas Gadke (Blood Ceremony), der Violinistin Laura C.Bates und Drummer J. Payment (Do make they think) produzierte diese neue Platte selbst und liess sie lediglich von C.Spearin (Broken Social Scene) abmischen. Völur vertiefen ihren musikalischen Ansatz weiterhin, das Fundament aus lupenreinen Doom-Metal wird durch einen für Prophecy-Bands typischen, sehr individuellen Ansatz/Ausdruck verfeinert, der hier im besonderen Augenmerk auf das Melodie-führende Violinenspiel und den sehr eigenwilligen, schön in den Vordergrund produzierten Bass fokussiert wird. (weiterlesen…)

Dennis Burmeister & Sascha Lange: DEPECHE MODE – Monument (Limited Extendend Version)

Samstag, 27. Mai 2017

DEPECHE MODE sind gerade mit aktuellem (und sehr guten) Album + anschließender Welttour wieder mal in aller Munde und die Gunst dieser Stunde nutzt auch der Verlag Blumenbar, um seine im Jahre 2013 erstmals erschienene Band-Bibel „Monument“ ein weiteres Mal unter die Fans zu bringen. Diesmal allerdings in einer erweiterten Ausgabe, doch dazu später mehr. Das Buch an sich ist mit 2,5 kg Gewicht und knapp 50 Euro Verkaufspreis ein wahrliches Schwergewicht und in Sachen Optik wie Gestaltung edel aufgemacht. (weiterlesen…)

IKON – Everyone, Everything, Everywhere Ends

Samstag, 27. Mai 2017

Ikon machen nun schon seit über 20 Jahren gute Musik und dürften den meisten Lesern wohl bekannt sein. Mit „Everyone, everything, everywhere ends“ ist das 2014 als CD und ein Jahr später auf Vinyl erschienene Album mit dem ebenso wahren wie potenziell nachdenklich stimmenden Titel wieder neu und regulär erhältlich. Geändert hat sich nur die Covergestaltung. Auf das Pentagramm hat man verzichtet und sich für ein außen minimalistisch gestaltetetes, schickes schmales Ecofile entschieden. Musikalisch haben sich die Bonustracks geändert, ansonsten glücklicherweise wenig. (weiterlesen…)

JOHN KAMEEL FARAH – Time Sketches

Samstag, 27. Mai 2017

Mit dem kanadischen Pianisten John Kameel Farah reiht das absolut empfehlenswerte Label Neue Meister einen weiteren illustren Musiker mit internationaler Reputation in seine Reihen. Dessen neues Album „Time Sketches“ verbindet, wie auch schon zuvor die bei Neue Meister erschienenen Werke von Sven Helbig, Federico Albanese oder Johannes Motschmann, moderne elektronische Sounds mit klassischer Musik und schlägt somit musikalische Genre-Brücken. Ob man das Ganze nun mit Crossover, Fusion oder wie im Presseinfo als Maximalismus bezeichnet, ist dabei völlig egal, denn es ist einfach nur wunderschöne Musik! (weiterlesen…)

ORPHX – Pitch Black Mirror

Donnerstag, 25. Mai 2017

Seit die kanadischen ORPHX regelmäßig 12“-EPs beim Sonic Groove-Label veröffentlichen (und die via Hymen Records später auf CD compiliert werden), verschiebt sich der deren Soundästhetik immer mehr in Richtung Dancefloor. Startete man einst zum Anfang der 90er Jahre noch in finsteren Industrial Dark Ambient-Gewässern, addierten sie spätestens beim Wechsel zu Hands Production einen sturen Bassdrum-Beat mit Minimal Techno-Attitüde hinzu, welcher schnell zum Markenzeichen von ORPHX wurde. Auf ihren aktuellen Album „Pitch Black Mirror“ erreicht die Verschmelzung von dunklen Atmosphären mit Industrial- wie Techno-Club artigen Rhythmen jetzt ihren vorläufigen Höhepunkt. (weiterlesen…)

PALAIS IDEAL – The Future Has Been Cancelled

Dienstag, 23. Mai 2017

Tanzbarer New/Dark Wave erreicht mich dieser Tage aus dem schönen Eindhoven in den Niederlanden. Die beiden Produzenten John Edwards und Richards Van Kruysdijk sind schon lange innerhalb der holländischen Subkultur umtriebig. Mit ihrem neuen Projekt PALAIS IDEAL huldigen sie der guten alten Post-Punk und Synth-Pop-Ära und machen Musik für nostalgische Ohren, die auf ewig THE CURE oder THE SISTERS OF MERCY verfallen sind. Ihr Stil zeichnet sich durch eine starke Verschmelzung aus Cold/Minimal-Wave-Elementen mit melancholisch-dunklen Vocals aus, klingt organisch und nicht konstruiert und ist somit auch für eine junge Hörerschaft interessant, die möglicherweise jetzt erst mit analogen Synthesizer-Sounds aufwächst oder durch Bands wie EDITORS oder INTERPOL sozialisiert wurde. (weiterlesen…)

MESSER BRÜDER – Fahr zur Hölle

Freitag, 12. Mai 2017

 

So kann es passieren im Leben, eben noch mehrere Video-Produktionen der Theaterquarantäne mit Live Instrumentierung musikalisch begleitet,bekamen die zwei Künstler mit Sitz in Darmstadt und Bandnamen MESSER BRÜDER betitelt, Thomas Buchenauer, Gitarrist und Texter sowie Florian Malicke, Sozialpädagoge und Elektrofreak bei diesen anspruchsvollen Arrangements doch glatt selber Lust, ihre eigenen Klänge und Songs zu veröffentlichen.Seit 2010 haben die beiden dann drei elektronische Alben mit Instrumentalsounds mehr oder minder erfolgreich veröffentlicht und im Jahre 2015 hat die Sängerin und Schauspielerin Julia Rothfuchs dann nach einer Theaterprobe die Tür verwechselt und ist in den Proberaum gestolpert, hat gleich mal vorgesungen und ist seitdem dabei geblieben. (weiterlesen…)

MIKROWELLE – Rock&Roll Hifigangster

Sonntag, 7. Mai 2017

Bassist Rajko Gohlke begann seine musikalische Karriere gegen Ende der untergehenden DDR bei der Thrash Punk Metal-Kapelle TISHVAISINGS und wenig später bei der Vorreiter-Crossover-Band THINK ABOUT MUTATION. Nach deren Auflösung verdingte er sich bei den FREUNDEN DER ITALIENISCHEN OPER, KRIEGER und RUMMELSNUFF bzw. ist seit einigen Jahren festes Mitglied bei KNORKATOR und ganz aktuell bei TOTL XS CTRL und MACHINE DE BAUVOIR. Für sein Solo-Projekt MIKROWELLE tauschte der umtriebige Musik-Söldner dann aber den Bass gegen die Gitarre ein und 2003 erschien das Debüt-Album auf Kamikaze Records. (weiterlesen…)

SLOWDIVE – Slowdive

Freitag, 5. Mai 2017

Slowdive sind neben My Bloody Valentine die Urväter des Shoegaze. Stehen MBV für die noisige verschobene Variante dessen,ging es bei den Engländern von Anfang an um den puren Schönklang. Anfang der 90s veröffentlichte man 3 Longplayer+Ep´s, die letztlich in Sound und Ästhetik unerreicht blieben.Es haben sich viele Bands in den letzten 25 Jahren versucht,den Sound/die Dichte Slowdive´s zu reproduzieren, aber mehr als Variationen, letztlich mit doch anderen Auslegungen/Schwerpunkten blieben diese Alternativen nicht. Der Einfluss Slowdive´s auf den alternativen Musik-Sektor ist unermesslich, reichen die schwerelosen,sphärischen Gitarren-Sounds mittlerweile über gängige Vertreter wie Beach House,M83 u.v.m. bis hin zu aktuellen Black Metal Produktionen wie Alcest u.ä., welche sich ganz klar auf die Engländer berufen. (weiterlesen…)

YURA YURA – Rumu Namba

Mittwoch, 3. Mai 2017

YURA YURA? Noch nie gehört und das für Hands typisch stabile Papp-Cover der CD geizt mit Informationen ebenfalls gewohnt. Laut Discogs ist YURA YURA das Projekt des Franzosen Gregory Mousselle, welcher mit AGYA noch ein weiteres Standbein am laufen hat. 2013 erschien schon auf Hands das Debüt von YURA YURA namens „Be Sexual“ und drei Jahre später nun der Nachfolger „Rumu Namba“. Die insgesamt 15 Tracks, welche alle mit sehr kurzen wie prägnanten Titel bezeichnet wurden, sind dann Rhythm’n Tech Industrial in Reinkultur, wie er von Ant-Zen in den 90er Jahren populär gemacht wurde und für den genauso Hands seit inzwischen schon mehreren Jahrzehnten steht. (weiterlesen…)

THE AUTUMN SIGHS – Branches EP

Mittwoch, 3. Mai 2017

Wieder einmal erreichte mich ein Kleinod des klassischen Shoegazer Wavesounds a la Bands wie  SLOWDIVE, CHANDEEN, LUSH, RIDE, COCTEAU TWINS, THE SUNDAYS oder auch MY BLOODY VALENTINE ! Die Rede ist von der Siegener Band THE AUTUMN SIGHS, die sich im Jahre 2011 gegründet hatte. Maßgeblich beeinflußt vom Retro Indie Guitar Sound der späten 80er und frühen 90er Jahre vereint das Trio in seiner Musik einen verstörenden, teils noisigen „Guitar Wall of Sound “ mit bittersüßen Dream-Pop Melancholie Anleihen und schönen romantischen Flächensounds.Getragen und sphärisch, irgendwie bodenständig, aber auch fremd und gleichzeitig vertraut.

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THE RORSCHACH GARDEN – Everything Must Burn

Dienstag, 25. April 2017

Wir schreiben das Jahr 2017 und mit diesem die Veröffentlichung des inzwischen schon 8. CD-Album (Tapes, CD-Rs etc. nicht mitgezählt) von THE RORSCHACH GARDEN, dem Synth-Pop-Projekt von Philipp Münch (Ex-ARS MORIENDI, SYNAPSCAPE), welches inzwischen sogar schon auf eine Best Of verweisen kann. Allen Abnutzungserscheinungen zum Trotz hat es bisher THE RORSCHACH GARDEN immer wieder irgendwie geschafft, mich letztendlich zu packen und sei es nur der blubbernde Rhythmus, die catchy Melodien, der freundlich-naiv wirkende Gesang oder einfach nur mit seinem lieblichen frühe DEPECHE MODE-Retro-Charme. Die gute Stunde bzw. die insgesamt 15 neuen Songs von „Everything Must Burn“ reihen sich dabei nahtlos in die bisherige Diskografie ein, jedoch gibt es diesmal bei genauerer Betrachtung schon einige Veränderungen zu bemerken. (weiterlesen…)

GOLDFRAPP – Silver Eye

Dienstag, 25. April 2017

Als im Jahre 2000 das britische Duo GOLDFRAPP wie aus dem Nichts mit ihrem Debüt „Felt Mountain“ auftauchte und ihr ätherischer Trip Hop Ambient-Sound mit „Twin Peaks“-Reverenz meine Sinne vernebelte, war es um mich geschehen. Zwei Jahre später konnte der Schock nicht größer sein, als der Nachfolger „Black Cherry“ ganz auf Disco setzte, wie ebenfalls das 2005 veröffentliche „Super Nature“. 2008 dann mit dem Album „Seventh Tree“ die Kehrtwende hin zum Hippie-Folk, um nur zwei Jahre später auf „Head First“ dem Geiste ABBA’s zu huldigen. Erst 2010 hatten mich Alison Goldfrapp und Will Gregory mit der düsteren Film Noir-Hommage „Tales Of Us“ wieder an der Angel und um so vorsichtiger ging ich jetzt an das neue Album. Meine Befürchtung einer weiteren Chamäleon artigen Richtungsänderung war aber unbegründet, denn mit „Silver Eye“ vereint GOLDFRAPP erstmals alle bereits genannten Einflüsse zu einem kompakten Ganzen. (weiterlesen…)

REGARD EXTREME – Anaphore

Montag, 24. April 2017

Mit „Anaphore“ ist sage und schreibe 14 Jahre nach Erscheinen des letzten Albums, „Utopia“, und 22 Jahre nach dem geradezu legendären Album „Die Weiße Rose“ (mit Les Joyaux de la Princesse) endlich wieder ein neues erschienen. An den hier veröffentlichten Liedern hat Fabien Nicault über die letzten drei Jahre gearbeitet und die Hörerschaft, so viel darf gleich gesagt sein, darf sich freuen, dass Regard Extrême sich treu geblieben ist, ohne sich einfach nur zu wiederholen: Für mich ist Regard Extrême (offensichtlich) seit Jahren das ‚klassische‘ Neoklassik-Projekt, (weiterlesen…)

Emerge + Don Vomp – Live At Pampin

Samstag, 22. April 2017

Eine Studie in Zurückhaltung. Elektronik und (elektrifizierte?) Geige; live. Leisestes Knistern und die Andeutung von gestrichenen Saiten, erst nach rund 20 Minuten eine Verdichtung wie Atmen und Fundamente aus Bassflächen. Und nicht: Der Ausbruch ins Laute, genau so oft geschmäht (weiterlesen…)

BERTRAND LOREAU featuring LAMBERT – In Search Of Silence; BERTRAND LOREAU – Journey Through The Past

Samstag, 22. April 2017

Mich erreichten vor kurzem die beiden Tonträger vom französichen Ambientkünstler BERTRAND LOREAU – die beiden Platten tendieren rein musikalisch stark in die Richtung der berühmten „Berliner Schule“ – also ganz in der Ausrichtung von Gruppen wie TANGERINE DREAM und KLAUS SCHUZE, um die beiden mal stellvertretend zu nennen. Aber auch PINK FLOYD mit der „Meddle“ LP hatten BERTRAND dereinst stark beeindruckt, bei SCHULZE war es die „Moondawn“ und bei T. DREAM die „Phaedra“ – diese Veröffentlichungen waren sozusagen der Start und Anreiz für BERTRAND, mit eigenen Klängen zu starten. Man sieht also, das aus Frankreich nicht nur JEAN MICHEL JARRE, MAURICE JARRE, AIR oder M83 kommen, (weiterlesen…)

TECH RIDERS – In The Sky

Freitag, 21. April 2017

Elektronik und Fieldrecordings / ambient, geräuschhaft, (Proto-) Techno. Alles zugleich aber nie aneinander vorbei. Und das alles auch noch live: „In The Sky“ vereint (in der Wiederveröffentlichung nun auf CD mit neuem Cover) acht Ausschnitte aus vier Konzerten der Tech Riders aka Frans de Waard + Sindre Bjerga, aufgenommen in Amsterdam, Eindhoven, Hamburg und Köln. Das Ganze offenbart eine Menge Spaß, (weiterlesen…)

SYNCHRE – Requiem

Freitag, 21. April 2017

Je weiter sich der Bogen spannt, desto größer auch die Gefahr, dass er (auseinander) bricht: Wenn Stücke einer Veröffentlichung von semieingängig bis experimentell reichen ist das schon schwierig genug, wenn das aber innerhalb eines einzigen Stücks passieren muss, ist es erst so richtig anspruchsvoll. (weiterlesen…)

NOISESCULPTOR – Solap Are

Freitag, 21. April 2017

Lärmskulpturen zwischen direkt und atmosphärisch. Atmosphärisch, ohne den Impact zu verlieren, direkt, ohne „nur“ den reinen Puristen gefallen zu können. Kariertes Maiglöckchen irgendwie und dabei auch noch eigen. Was das Ausgangsmaterial betrifft gibt es keine Hinweise, bis plötzlich der Hauptriff eines nicht unbekannten Popsongs wie ein ewiges Intro durch die Mangel gedreht wird, immer an dem Punkt gehalten, an dem in anderen musikalischen (weiterlesen…)

GIÖBIA – Magnifier

Donnerstag, 20. April 2017

Denk ich an Mailand, denke ich an italenisch, grazile Kultur oder seit neusten auch an die Psychedelicband GIÖBIA – die mit ihrem vierten Album insgesamt – „Magnifier“ und für Sulatron Records das zweite, eine musikalische Retro Reise in späte 60er – Anfang frühe 70ziger Jahre zelebrieren, das passende Coverartwork ist übrigens von LAURA GIARDINO. Auf Ihrer Vorgängerplatte „Introducing Night Sound“ gab es sogar zwei abgewandelte Coverversionen von den ELECTRIC PRUNES und von SANTANA, hier aber wurden rein nur Eigenkompositionen eingespielt. (weiterlesen…)

THE JESUS AND MARY CHAIN – Damage and Joy

Montag, 17. April 2017

Nennen wir es wie es ist: „Damage And Joy“ ist das „Chinese Democray“ des Wave-Rock. Obwohl die beiden Streithähne und Geschwister-Revialen Jim und William Reid bereits seit 2007 wieder Konzerte spielen, hat es weitere zehn Jahre gedauert, bis ihr siebtes Studioalbum erscheinen sollte. 30 Jahre nach dem kultisch verehrten „Psychocandy“ wird wieder in typischer THE JESUS AND MARY CHAIN-Manier gesägt. Wer Gutes kann, der soll dabei bleiben – und gewinnt! Das kann man so sehen. Doch mit ihrem ersten Studioalbum seit 20 Jahren muss auch Kritik angebracht sein: Denn THE JESUS AND MARY CHAIN machen genau dort weiter, wo sie aufgehört haben. Weiterentwicklung oder stilistische Experimente findet man auf der ziemlich aus der Zeit gefallenen Indie-Rock-Platte nicht. 14 Stücke, die eher dazu manifestiert sind, wieder die Sonnenbrille aus der Lederjacke zu holen und diese selbst bei Sturm und Regen zu tragen. Denn JESUS AND MARY CHAIN waren schon immer diese Band, die Coolness nicht nur propagiert, sondern tatsächlich gelebt hat. Legendär ihre Riot-Konzerte in den späten 1980er-Jahren, in denen sie sie dem Publikum den Rücken zugewandt performten oder dieses sogar mit Flaschen beworfen haben. Das waren noch Zeiten, als man dem Künstler auf der Bühne noch nicht bedingungslos verfallen war, sondern als Fan die Musik der Idole als Dienstleistung an ein zu befriedigendes Szenepublikum verstanden hat. (weiterlesen…)

ADULT. – Detroit House Guests

Montag, 17. April 2017

Seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre ist das Detroiter Künstler-Paar Nicola Kuperus und Adam Lee unter verschiedenen Aliase weit vorne mit dabei, wenn es um den sogenannten Electroclash geht. Ab 2000 dies meist als ADULT. und schon damals hatten beide die Idee zu einem kollaborativen Projekt, wo sie mit anderen Musikern über einen gewissen Zeitraum nicht nur arbeiten, sondern auch zusammen leben. 15 Jahre später ist dieses Vorhaben dank einer finanziellen Förderung der John S. & James L. Knight Foundation jetzt Wirklichkeit geworden und mit Douglas McCarthy (NITZER EBB), Michael Gira (SWANS), Shannon Funchess (LIGHT ASYLUM), Robert Aiki Aubrey Lowe (LICHENS), Dorit Chrysler und Lun*na Menoh wurde das anthropologische Klangexperiment namens „Detroit House Guests“ umgesetzt. (weiterlesen…)

INSTITUTION D.O.L. – Exzess

Freitag, 14. April 2017

gg223mNach dem das österreichische Power Noise-Projekt INSTITUTION D.O.L. mit der CD „17 Shameless Years“ 2015 einen äußerst kurzweiligen Rückblick auf den bisherigen Werdegang gelegt hat, folgte ein Jahr später das neue Album „Exzess“. Im Gegensatz zur Eingangs erwähnten Best Of, welche hauptsächlich mit charmanten Old School-Industrial-Sound aufwartete, sind die 7 Tracks von „Exzess“ jetzt wesentlich moderner und irgendwie auch digitaler ausgerichtet. (weiterlesen…)

DOWNFALL OF GAIA – Atrophy

Sonntag, 9. April 2017

downfall of gaiaMisanthropischer, zutiefst nihilistischer Post-Black Metal – dafür steht das Kollektiv DOWNFALL OF GAIA mit Mitgliedern aus Berlin, Hamburg und New York. Auf ihrem bereits vierten Album ändern sich die Grundzutaten natürlich nicht, Licht am Ende des Tunnels? Fehlanzeige! Es bleibt finster und weltverloren. Bereits im Booklet widmet sich die Band mit einem Prolog an ihre Zuhörer, dass sie die Sinnlosigkeit des Seins zutiefst verachten und primär durch ihre Musik diese innere Leere kanalisieren können. (weiterlesen…)

THE HISTORY OF COLOUR TV – Something like Eternity

Sonntag, 9. April 2017

the history of colour tvUnd wieder erreicht mich ein großartiges Album von THE HISTORY OF COLOUR TV – die Ausrichtung der musikalischen Klänge geht meiner Meinung nach stark in Richtung Dream Pop, Postrock, Experimentiell, Alternative, Indie Pop + Rock, Noise und Shoegaze – um dem Ganzen mal das immer wieder gerne genommen Schubladendenken zu verleihen. Da hat das Label Reptile Music / Weird Books wieder einen großen Treffer der Extraklasse gelandet. Schon der Vorbote, die zwei Track Single und Auskopplung aus dem dritten Album von THE HISTORY OF COLOUR TV – „Wreck“ – und auf der B Seite dann noch „August Twenty First“ gab einen formidablen Vorgeschmack, auf das was uns bei der Fulltimeplatte nun erwartet. Die Single ( incl. Video ) und auch das Album, wurden in den legendären Black Box Studios in Frankreich aufgenommen und die drei Berliner um PETER DEIMEL – THE EX und THE WEDDING PRESENT – spiegeln schon in der Single den authentischen Stil des Longplayers , (weiterlesen…)

DEPECHE MODE – Spirit

Donnerstag, 23. März 2017

Depeche_Mode_Albumcover_AntonCorbijn_ColumbiaRecords_SonyMusicMuss man noch groß Einführendes über DEPECHE MODE am Anfang einer Rezension über ein neues Album stellen? Eigentlich nicht, aber ich mache es trotzdem. Seit Anfang der 80er Jahre steht der Name der Band sinnbildlich für das Genre Synth Pop und alle ihre Alben aus diesem Jahrzehnt sind Klassiker geworden. 1990 folgte dann ihr Meisterwerk „Violator“, dessen Singles noch 17 Jahre später die weltweite Radiolandschaft mitbestimmen. Mit dem nachfolgende Album „Songs Of Faith And Devotion“ und der sich anschließende ausufernde Welttournee brach die Band dann allerdings fast auseinander. Das ungewohnt rockig-spirituelle Album spaltete erstmals die Fans (um später trotzdem zum Lieblingswerk unter den Anhängern zu werden) und die Band implodierte letztendlich in ihrem monströsen Tour-Programm. Alan Wilder nahm in dessen Folge seinen Abschied und Sänger Dave Gahan gab sich völlig dem Heroin hin. Es stand also nicht gut um DEPECHE MODE, aber 4 Jahre später raufte man sich als Trio wieder zusammen und seit dem erschienen im fast zyklischen 4-Jahres-Takt neue Alben + dazugehörige Touren. Allerdings warfen die jeweiligen Alben kaum mehr Hits ab und man hat den Eindruck, dass ohne die ordnende Hand eines Produzenten die Band nichts mehr auf die Reihe bekommen würde, wenn man von der seit dem eher rein geschäftlich strukturierten Arbeitsweise überhaupt noch von einer richtigen Band sprechen kann. Die absolut treue Fanbase von DEPECHE MODE verhilft ihnen trotzdem zu regelmäßigen Nummer 1-Plazierungen in den Charts und immer ausverkauften Tourneen. Die jeweiligen aktuellen musikalischen Leistung von Dave Gahan, Martin Gore und Andrew Fletcher (was macht der eigentlich überhaupt?) sind seit dem aber selbst unter harten Fans stark umstritten und kaum ein Songs seit 1993 konnte sich dauerhaft im Live-Programm halten. Und jetzt „Spirit“, das 14. Album von DEPECHE MODE und gleich wieder der komische Geschmack einer Alibi-Funktion für eine rentabel schröpfende Live-Tour. (weiterlesen…)

thisquietarmy – Métamorphose

Dienstag, 14. März 2017

thisquietarmyMetamorphose(1)Manchmal (manchmal sogar ziemlich oft, dann also eigentlich nicht wirklich mehr manchmal) ist die (selbstgewählte) Beschränkung der richtige Schritt im richtigen Moment. thisquietarmy macht auf „Métamorphose“ genau das, wenn auch das Format Doppel-CD mit 120 Minuten Laufzeit im ersten Anschein nach allem Anderen als nach (selbstauferlegter Selbst-) Beschränkung klingt. (weiterlesen…)

HOLYGRAM – Holygram EP

Dienstag, 14. März 2017

HolygramLiebe Freunde des gepflegten Synth Dark Wave oder meinetwegen auch des düsteren Post Punk, hier kommt – auch noch aus Bundesdeutschen Landen, nämlich der Karnevals und Faschingshochburg Köln – die erste und gleichzeitig noch beeindruckende Platte von HOLYGRAM und apropos Köln, hier spielten JOY DIVISION im Jahr 1980 in der Christuskirche ihren ersten von nur 2 Gigs in Germany überhaupt. Warum das erwähnenswert ist? Weil der fließend, homogene und fliegende Synth Wave Sound von HOLYGRAM doch ab und zu an die alten New Wave Ikonen und Helden von JOY DIVISON erinnert. Für meinen Geschmack klingen aber auch alte CURE, alte NEW ORDER, alte CLAN OF XYMOX, XTR HUMAN, VEIL OF LIGHT, SCHONWALD, EDITORS und andere verdächtige Szenegrößen stark durch. Die fünf Tracks – „Hideaway, Daria, Acceleration, Still There, Distant Light“ und die vier Remixe der EP , die von BLIND DELON, BOX AND THE TWINS, D`EVOE, BOB HUMID sehr gut umgesetzt wurden, (weiterlesen…)

GOLDEN APES – M A L V S

Dienstag, 14. März 2017

GoldenApesEhrlich gesagt waren die GOLDEN APES für mich bisher immer nur eine Gothic Rock-Band aus Berlin, die sanft im Fahrwasserschatten der DREADFUL SHADOWS usw. zuckelte. Mit ihrem 8. Studio-Album hat sich das (zumindest bei mir) jetzt schlagartig verändert, denn „M A L V S“ nimmt mich sofort mit dem atmosphärisch-melancholischen Opener „Cedars Of Salt“ gefangen. Das folgende grummlich-flotte „Ignorance“ treibt mich dann endgültig in die Arme der GOLDEN APES, die auf „M A L V S“ ein absolut stimmiges wie abwechslungsreiches Album aufgenommen haben, welches einerseits homogen wirkt, jedoch auch weit über den „Tellerrand“ des Gothic Rocks darüber hinaus seine Fühler ausstreckt. (weiterlesen…)

Yannick Dauby & Hitoshi Kojo – La Vie Dans Les Airs & Dans Les Eaux

Montag, 13. März 2017

YannickDaubyHitoshiKojoLaViedansles(1)Dicht und transparent zugleich. Die beiden Experimentalmusiker Yannick Dauby und Hitoshi Kojo nutzen zwischen 2006 und 2013 aufgenommene Fieldrecordings und tatsächliche Instrumentalsounds für ihre Zusammenarbeit für die Substantia Innominata 10“ Serie auf Drone Records. Das Ergebnis ist fast schwerer zu beschreiben, als dies bei anderen Experimentalarbeiten möglich ist: im Vordergrund von „La Vie Dans Les Airs“ ein immer wiederkehrendes Signal, das mal wie ein Tierruf, wie das Signal einer dampfgetriebenen Maschine oder auch wie der von irgendwo wiederhallende Ton eines unbekannten, in Zirkularatmung gespielten asiatischen Blasinstruments erscheint. (weiterlesen…)

MICHAEL VALLERA – Vivid Flu

Montag, 13. März 2017

michaelvalleryvividfluAls Cleared arbeitet Michael Vallera zusammen mit Steven Hess (u.A.: Locrian) an Gitarre, Drums, Elektronik: Soundscapes, die durch die Drums stärker mit der Realität vernagelt werden plus durchaus als solche eindeutig identifizierbare Gitarren. „Vivid Flu“ dagegen ist sein zweites Soloalbum und bietet eine Überraschung auf der Rückseite des sehr schön gestalteten Covers, noch vor dem ersten Hören und der Frage der Erfüllung von Erwartungshaltungen: Recorded at Electrical Audio, Chicago. Wem das nicht sagt: Das Studio wird von Musiker / Aufnahmeleiter / -techniker (Produzent will er ja nicht genannt werden) Legende Steve Albini (Shellac) betrieben und steht geradezu ikonenhaft als Aufnahmeort legendär brachialer (besonders Drum) Sounds aus den Sparten (obskurer) Indie, Noise und Co. Definitiv nicht für Soundscape Musik und nebelig verhülltes, sondern für fast archaisch nackte, skelettierte Sounds. Warum Michael Vallera sein Album dort aufgenommen hat und welchen Einfluss dieses Studio auf das Ergebnis am Ende hatte, ist mit dem Wissen um den oben beschriebenen Trademarksound auch nach mehrmaligen Hören von „Vivid Flu“ im Dunklen und, vielleicht weil es am Ende nur von Michael Vallera selbst zu beantworten sein scheint, eigentlich auch sofort wieder nebensächlich. „Vivid Flu“ sind Gitarren, Soundscapes, Piano, Fieldrecordings und dunkel schiebende Rhythmusfragmente, die die Leichtigkeit des Auftakts der Platte später in (fast) Industrial-Bereiche schieben. Stücke, die sich von loopartiger Repetition bis hin zu in sich morphenden, bogenartigen Entwicklungen bewegen, die Atmosphäre zwischen Zwielicht und Dunkelheit, der Sound bei aller Ästethik der Produktion (bewusst wie) in sich gekörnt, mikrorau. Dabei nicht düster im plakativen Sinne, auch nicht oberflächlich melancholisch, fast wie irgendwo zwischen den Stimmungen, der Moment des nachdenklichen Innehaltens (bei was auch immer) ausgedrückt in Musik. Oder so ähnlich. Opak-clear Vinyl, rein schwarze unbedruckte Label, Frontcover ohne jede (störende) Beschriftung, auch grafisch gilt: Focussierung rules. Top!

(N)

AFI – The Blood Album

Sonntag, 26. Februar 2017

AFIVon den Hardcore-Punk-Wurzeln der frühen Ära ist bei AFI, bis auf die Attitüde, nicht mehr viel übrig geblieben – zum Leidwesen einiger Fans. Dafür hat der Vierer um den androgynen Charismatiker und Front-Sänger Davey Havok einen ganz eigenen Sound geschaffen und damit AFI – vor allem in den USA – zu einer gewaltigen Kultmarke aufgebaut. (weiterlesen…)

WIEGEDOOD – DE DODEN HEBBEN HET GOED II

Sonntag, 26. Februar 2017

WIEGEDOOD - DE DODEN HEBBET HET GOED IINur ein Jahr nach dem bombastischen Erstlingswerk feuern die belgischen Black Metaller von WIEGEDOOD bereits ihr zweites Machwerk aufs freudige Publikum. Die hyperkreative Formation, welche dem belgischen Church Of Ra-Umfeld angehört, in dem unter anderem kultisch verehrte Bands wie AMENRA oder OATHBREAKER mitmischen, hat sich in kurzer Zeit zur Speerspitze eines atmosphärischen BM-Sounds entwickelt. Während die erste Platte noch hymnische Momente und viel Katharsis zum Ausdruck hatte, geht es auf Album Nummer Zwei deutlich aggressiver zur Sache – unverkennbar bleibt ihr charakteristisch-rasender Sound aus nur zwei Gitarren und Schlagzeug-Blasts. (weiterlesen…)

ZEAL & ARDOR – Devils Is Fine

Sonntag, 26. Februar 2017

ZEAL & ARDOR - Devils Is FineDie wahrscheinlich exotischste Platte dieser Tage legt der Schweizer Musiker Manuel Gagneux vor, der historische Musik schwarzer Sklaven mit skandinavischem Black Metal kombiniert. Klingt cheesy, ist aber geil! Die Verbindung von zwei maximalst gegensätzlicher Strömungen kann in die Hose gehen, nicht aber, wenn sie bis ins kleinste Detail durchkonzipiert stimmig klingt. Kettengeklimper, repetitive Gesänge und souliger Background wird mit rasender Geschwindigkeit verbunden und kreiert eine zuvor nie gehörte Stilvielfalt. Talent hat der junge Mann mit Zweitwohnsitz in New York, denn die historischen Bezüge müssen in beiden Genres sitzen, sonst kann es schnell peinlich werden. (weiterlesen…)

SIELWOLF & NAM KHAR – Oppressfield

Sonntag, 26. Februar 2017

nam kEbenfalls mit Sielwolf sind Nam Khar vor etwa zwei Jahren mit „Atavist Craft“ an meinem akustischen Horizont erschienen, an dem sie sich auch mit der Kollaboration mit „Alone in the Hollow Garden“ problemlos halten konnten und an dem sie nun mit „Oppressfield“ erneut erklingen. Mit „Platinum insert“ beginnt das Album zunächst sehr leise, doch etwa in der zweiten Hälfte des Track drängt sich der unbarmherzige Maschinenrhythmus, der zunächst wie entfernt zu hören war, in den Vordergrund, bis er gegen Ende wieder verebbt. Die nun folgenden „Cron tabs“ erinnern mich an einen Dialog zweier Maschinen über eine Klangebene hinweg, die voller elektrischer Spannung zu sein scheint und stellenweise nach den grandiosen „Elph“ klingt. Etwas mehr als sechs Minuten sorgen hier abwechslungsreiche Sounds dafür, dass keine Langeweile, (weiterlesen…)

NATURE MORTE – (Cendres)

Sonntag, 26. Februar 2017

NAC_4-Panel_Jcard_BACK_Template_forILLUSTRATORDas letzte reguläre Album „(Nuees)“ von NATURE MORTE ist schon gut 7 Jahre her und in der Zwischenzeit konnte man das bretonische Natur Mystik Dark Ambient-Projekt nur mittels seiner drei Kollaborationen mit DOULEURFANTOME, O PARADIS und Jean Montsegur hören. Leider fristet das mysteriöse Projekt immer noch ein Schattendasein, welches zwar auf gewisse Art und Weise auch zu dem Sound von NATURE MORTE passt, aber gleichfalls irgendwie ungerecht ist. Denn die Musik von NATURE MORTE bzw. das dezente Verknüpfen von Naturgeräuschen und melancholisch Synthesizer-Flächen + dunklen Drones ist gleichzeitig voller Schönheit und Traurigkeit, was zumindest in meinen Ohren einzigartig ist. (weiterlesen…)

HOPE AND HARROW – Blue Electric

Sonntag, 19. Februar 2017

gg219mPeter Hope (THE BOX) und David Harrow (Anne Clark) hatten ja schon 1985 mal zusammen gearbeitet und das Ergebnis war damals die „Sufferhead“-12“. Gut 30 Jahre später gibt es jetzt eine Fortsetzung der Kollaboration und wenn auch das neue Album „Blue Electric“ musikalisch nicht unbedingt an den rabiaten Industrial Electro White Funk Rock der „Sufferhead“-EP anschließt, sind trotzdem Parallelen zur Vergangenheit auszumachen. (weiterlesen…)

KLEEFSTRA/ BAKKER/ KLEEFSTRA – Dize

Sonntag, 19. Februar 2017

kleefstrabakkerkleefstra_DizeAbsolut ruhige, trotzdem irgendwie knorrige Flächen-Gitarrenästhetik. Teilweise in Richtung tiefe Streicher reichend. Und eine ruhige Stimme in einer Sprache mit Anklängen an Niederländisch, Deutsch, English. „Dize“ ist die neue Veröffentlichung der Kleefstra Brüder, diesmal nicht als Piiptsjilling zusammen mit Rutger „Machinefabriek“ Zuydervelt, sondern mit Anne Chris Bakker. 2 Gitarren plus auf Friesisch rezitierte Texte. Und einem Auftakt mit „De Holle As Asem“, der über die Gitarrenanschläge fast so etwas wie einen verhaltenen Rhythmus anbietet. In einer leicht schaukelnden Metrik vorantastend; wie über unsicheren Grund. „Spilsieke Rein“ spinnt dagegen ein vielschichtiges Geflecht aus den Gitarren; im Vordergrund harmonisch stets gleich, tatsächlich aber vielfach mäandrierend, mit Mikromelodien in der 3. und 4. Reihe; (weiterlesen…)

NYM – Untitled

Samstag, 18. Februar 2017

nym_untitledUnter einem seiner Pseudonyme („Nym“, der Name als Hinweis) begibt sich der Labelchef des Attenuation Circuit hier auf eine angeraute, zweiteilige Drone-Exkursion; allerdings nicht mit neuem Material, sondern als Zusammenstellung zweier Releases von 2014 und 2015, nun in der neuen Verpackung im Pappschuber und einem Coverartwork, das die Artworks der beiden Vorangegangenen zusammenfasst. „Untitled“ wird alle die überraschen, die Emerge oder auch Veröffentlichungen Anderer auf Attenuation Circuit in erster Linie mit Music Concrete Sprenkseln, (weiterlesen…)

GENDER TROUBLE – Chokehair

Samstag, 11. Februar 2017

gender trouble chokehairDer Blick in die Finsternis gerichtet. Die Substanz in den Händen. Runter gespült mit einem Drink Vergessen machen. Die Glieder zucken, die Lichter gehen aus. Der Beat setzt ein. Es ist dein Moment. Du vergisst alles um dich herum. Die Existenz. Deine gottverdammten Probleme. Den letzten Tag und diese Nacht. All der Stress mit der Freundin und der Familie. Es reicht. Du willst tanzen und du willst es „abgefuckt“. Was zählt ist das Jetzt und der Moment des Erlebens. Deine Begleiter schließen die Augen und geben sich hin. Jetzt willst du nur noch „fühlen“. (weiterlesen…)

MACHINE DE BEAUVOIR – Nimmersatt

Samstag, 11. Februar 2017

MdB1MACHINE DE BEAUVOIR sind seit einigen Jahren das interessanteste wie spannendste musikalische Projekt in Dresden. Anfangs noch als Duo, bestehend aus Sandra Maria Huimann und Jörg Schittkowski (Ex-AUTOMATIC NOIR) gestartet, kam später auch Stefan Fuhrmann (Ex-AUTOMATIC NOIR) an den Drums und zum Schluss noch Rajko Gohlke (Ex-THINK ABOUT MUTATION, KNORKATOR) am Bass dazu. Der streng analoge Elektro-Sound von MACHINE DE BEAUVOIR speist sein Fundament aus einem umfangreichen Vintage-Equipment, welches Jörg Schittkowski über die Jahre angesammelt hat und dem er gleichzeitig warme wie kühle Minimal-Rhythmen und Klänge entlockt. Den Ohr- und Blickfang von MACHINE DE BEAUVOIR stellt allerdings Schauspielerin Sandra Maria Huimann dar, die eigentlich aus Wien stammt und seit Jahren in Dresden lebt bzw. an den Landesbühnen Sachsen engagiert ist. Diese Frau hat neben einer atemberaubenden Ausstrahlung, eine ebenso beeindruckende Stimme und weiß diese beiden Reize auch optimal einzusetzen. Konzerte von MACHINE DE BEAUVOIR sind daher fast schon theatralische Inszenierungen, die weit über ein normales Live-Konzert hinausgehen. Durch die Hinzunahme von Bass und Schlagzeug bekam die zackig pulsierende Klangkulisse von MACHINE DE BEAUVOIR dann eine zusätzliche gewisse organische Note, welche den Anfangs noch eher experimentellen Sound insbesondere Live deutlich aufwerten. Über die Jahre konnte sich somit das Konzept von MACHINE DE BEAUVOIR stetig entwickeln, so dass das Material auf dem jetzt endlich erschienenen Debüt-Album „Nimmersatt“ mehr als gereift zu bezeichnen ist. (weiterlesen…)

GEISTFORM – Transmitter

Samstag, 4. Februar 2017

indexMit „Transmitter“ liegt inzwischen schon das sechste Album des Spaniers Rafael Martinez Espinosa bzw. GEISTFORM vor, dem 2015 eine Vinyl-12“ namens „Tension“ voran gegangen war. Auf „Transmitter“ hat er jetzt seine Trance Rhythm Noise-Fusion ein weiteres Mal gekonnt verfeinert. (weiterlesen…)

OUREBOROS – Mysterium Tremendum

Samstag, 4. Februar 2017

ant-zen-act342-x6Fast zeitgleich mit dem neuen ORPHX-Album „Pitch Black Mirror“ bei Hands, legt auch 5 Jahre nach ihrem Debüt das Nebenprojekt OUREBOROS auf Ant-Zen ein zweites Werk vor. Wo ORPHX immer mehr in technoide wie groovigere Sphären vorstoßen, versinken OUREBOROS mit „Mysterium Tremendum“ wieder in einem finsteren Black Death Ambient-Strudel. (weiterlesen…)

KNORKATOR – Ich bin der Boss

Samstag, 4. Februar 2017

knorkator-ich-bin-der-boss-175099Wenn ich mich nicht verzählt habe, ist „Ich bin der Boss“ schon das 9. Album von KNORKATOR und ehrlich mal, wer hätte das zum Anfang ihrer Karriere als meiste Band gedacht?! Bezeichnungen wie „die Comedy-Ausgabe von RAMMSTEIN“ waren da noch eher harmlos, aber Stumpen, Alf Ator und Buzz Dee haben sich über die Jahre hochgearbeitet und von einer kleinen Pause dazwischen mal abgesehen, durchgehalten. Dabei haben sie sich einen nicht gerade kleinen Fankreis erspielt, welcher schon mehr als Szene übergreifend zu bezeichnen sein dürfte. Inzwischen ist aus dem Trio eine richtige Band bzw. sind Bassist Rojko Gohlke (Ex-THINK ABOUT MUTATION) und Drummer Nikolaj Gogow (Ex-DIE SKEPTIKER) feste Mitglieder geworden. Das tut dem Sound von KNORKATOR auch hörbar gut und „Ich bin der Boss“ ist meiner Meinung nach das am bisher straightesten wie beste Album der Band geworden. (weiterlesen…)

MICK HARVEY – Intoxicated Woman

Sonntag, 22. Januar 2017

MickHarvey_IntoxicatedWomen_Packshot-584x584Mit „Intoxicated Woman“ legt Ex-THE BAD SEEDS Mick Harvey das schon vierte Album mit englischsprachigen Cover-Versionen von der französischen Skandal-Musiker-Ikone Serge Gainsbourg vor. Waren die beiden Vorgänger „Pink Elephants“ und „Delerium Tremens“ mehr was für die Spezialisten unter den Gainsbourg-Fans, bedient sich „Intoxicated Woman“ (wie schon „Intoxicated Man“) bei den eingängigeren und erfolgreicheren Phasen des Meisters. (weiterlesen…)

YANN TIERSEN – Eusa

Sonntag, 22. Januar 2017

YannTiersen_Eusa_PackshotYann Tiersen wird für immer und ewig mit dem Soundtrack zu den Film „Die wunderbare Welt der Amelie“ assoziiert werden, welcher seit dem gleichzeitig auch als klingende Visitenkarte von Paris herhalten muss. Nach eigener Aussage hasst Yann Tiersen aber diese Stadt, die inzwischen ein warnendes Beispiel für den kulturellen Schmelztiegel aus nordafrikanischer Migranten mit sogenannten No Go-Areas ist und dieses Schicksal bald wohl auch anderen europäischen Metropolen blüht. Dafür liebt der in Brest geborene Musiker seine Wahlheimat Quessant, was eine kleine Insel an der bretonischen Küste ist, wo er fern von jedem urbanen Trubel zurückgezogen lebt. Die Gutmenschen-Musikjournaille wittert bei dieser Ausgangslage natürlich gleich Nationalismus und wie wir natürlich im postfaktischen Zeitalter gelernt haben, ist es da nicht mehr weit bis zum Faschismus… Schon sein letztes Album „Infinity“ hatte dieses karg-idyllische Fleckchen Erde zum Ausgangspunkt und jetzt rund zwei Jahre später kehrt er mit „Eusa“ musikalisch wie geografisch dorthin wieder zurück. (weiterlesen…)

TANZ OHNE MUSIK – INFINITY

Sonntag, 22. Januar 2017

TANZ OHNE MUSIK – INFINITYDas exquisite Label für Bild- und Tonkunst Galakthorrö aus Braunschweig hat sich auf größtenteils extreme Musik, deren Wurzeln in der Industrial-Musik der 1970er- und Früh-80er Jahre zu finden sind, spezialisiert. Das seit 1993 existierende Tonträgerunternehmen hat unter Kennern also bereits eine Art Kultstatus inne. Umso interessanter ist es, wenn neue Künstler den Wieg in die illustre Riege finden. Mit dem rumänischen Duo TANZ OHNE MUSIK haben sich die richtigen Partner gefunden. (weiterlesen…)

TAD – God’s Ball / Salt Lick / 8-Way Santa

Sonntag, 22. Januar 2017

s-l225TAD aus Seattle sind ein gutes Beispiel, wie die Musikindustrie im Hype-Rausch eine Band vernichten kann. Die in beiderlei Hinsicht schwergewichtige Band TAD trug Holzfällerhemden und Basecaps, veröffentlichte Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre zwei Alben und einige Singles bzw. EPs auf Sub Pop, bis NIRVANA kamen und die Grunge-Welle ausgerufen wurde. In diesem Zuge wurden natürlich auch TAD (wie viele andere Seattle-Bands) von einem Major-Label aufgekauft und als NIRVANA-Nachfolger neu ins Rennen geschickt. Allerdings floppten die folgenden drei Alben und die Band zerbrach Ende der 90er endgültig daran. Sub Pup legt jetzt die lange nicht erhältlichen ersten beiden Alben und die EP „Salt Lick“ als Deluxe-Editionen in überformatigen Digipacks wieder auf, welche auch noch mit einigen Bonus-Tracks aufgestockt wurden. (weiterlesen…)

IN STRICT CONFIDENCE – The Hardest Heart

Sonntag, 22. Januar 2017

9179Nach den beiden Vorauskopplungen „Somebody Else’s Dream“ und „Everything Must Change“ im jeweils reichhaltig bestückten EP-Format, nimmt sich das neue Album von IN STRICT CONFIDENCE dagegen jetzt mit seinen „nur“ 12 Tracks ja fast schon mager aus. Die Bedenken, IN STRICT CONFIDENCE haben mit eben jenen beiden EPs schon ihr Pulver verschossen, ist dabei gar nicht so abwegig, aber auch unbegründet. (weiterlesen…)

SPETTRO FAMILY – Per Svegliare Un Sonnambulo

Mittwoch, 28. Dezember 2016

3-Panel_JCard_FRONT_AIFast scheint es mir so, als würde Stefano Iannone alias SPETTRO FAMILY leider nicht vom aktuellen Revival italienischer Horror & Splatter-Soundtracks in knalligen Vinyl-Neuauflagen oder vom Erfolg ähnlich gelagerter Projekte wie CARPENTER BRUT mit profitieren können. Nach der großartigen 10“ „La Famiglia Spettro“ bei Reue um Reue im Jahre 2012 erschienen bisher in Folge nur drei Vinyl-Singles in Kleinstauflage und sein Label Vade Retro Records liegt seit einiger Zeit auch auf Eis. (weiterlesen…)

STEINEBACH – ZEIT

Mittwoch, 28. Dezember 2016

steinebach_zeitMetallisch schimmernde, gefilterte Oszillation; Flächen wie aus dem Klangarchiv einer ausgedehnten Fabrikanlage. Materialzerteilung? Dabei immer wie aus der Ferne gehört, außerhalb der Hallen, durch den Abstand verrundet und abstrahiert, die in der Nähe zu schmerzhaften Grate entfernt. Geräuschambient; fast auf voller Länge ohne jeden tonalen Bezug; (weiterlesen…)

BELLEROPHONE – Straw Dog

Mittwoch, 28. Dezember 2016

bellerophone_strawDogAuf- und abschwellende Gasflammen unter Hochdruck oder das Geräusch von Brandungswellen; gefiltert durch dicke, geschlossene Wände: zunächst ganz auf organisch klingende Bassereignisse konzentriert, dann um im Vergleich deutlich artifizieller klingende, oszillierende Elektronik erweitert; Dark Ambient mit dem Paradoxon der Zusammenkunft von tiefer Ruhe und gleichzeitiger unsteter Beweglichkeit, (weiterlesen…)

LARB – The Story Of Larb

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Von außen nur rein fast unscheinbares Hauslarb_theStoryOfLarb. Eines, das nicht weiter auffällt, fast übersehen wird. Wenn da nicht die Größe wäre. Die irgendetwas vermuten lässt. Ohne weitere Hinweise auf die Natur dieses „irgendwas“ zu geben. Wenn man dann das Haus betritt, durch einen ebenfalls unscheinbaren, fast nebensächlichen Eingang, könnte der Kontrast nicht größer sein: so groß das Ganze von außen ist, (weiterlesen…)

FLUXION – Vibrant Forms III

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Fluxion_VibrantFormsIII16 Jahre nach „Vibrant Forms II“ veröffentlicht Fluxion „Vibrant Forms III“. Und nichts ist anders. Damit wäre für alle, die „Vibrant Forms II“ (und, nebenbei: „Vibrant Forms I“) kennen alles gesagt. Für die Anderen: Dub Techno, dunkel gefärbt, mit rhythmischen Schichten, die im ersten Eindruck stets wie gegeneinander laufen, in Wirklichkeit aber dennoch wie perfekt ineinandergreifen. Mit unwiderstehlicher Sogwirkung trotz Überlänge von Einzeltracks und Gesamtalbum. Fluxion ist nach dem überragenden „Vibrant Forms II“ irgendwie nach hinten gerutscht, nicht nur bei mir. Die weiteren VÖs waren nicht so zwingend, so eigen wie „Vibrant Forms I“ und „Vibrant Forms II“, die zum damaligen Zeitpunkt so etwas wie das ultimative Statement zum Thema empfunden wurden. Und mit der Ambient-Veröffwntlichung „[spaces]“ noch eine höchst interessante Anmerkung erhielten. (weiterlesen…)

580 MILES – Droit

Mittwoch, 28. Dezember 2016

droit 580 milesWillkommen beim Erstlingswerk von 580 MILES und ich kann es schon vorwegnehmen : Ich finde dieses Debüt einfach nur wunderbar, es hat meine Erwartungshaltung weit übertroffen und mich sehr beeindruckt. Wovon ich hier eigentlich spreche : Von der EP „DROIT“ des musikalischen Duos und Projekts – 580 MILES – bestehend aus MIRIAM CHRISTINA – Vocals, Lyrics und Arrangements, sowie PETER CHUDIK – dem Sounddesigner, der sich für Music, Composition, Instrumente, Soundmix verantwortlich zeigt, das kunstvolle, richtungsweisende Layout des Covers wurde von SINA LÜBCKE entworfen. Die charmante Veröffentlichung mit vier – teils in Englisch / Französisch vorgetragenen – Themensongs zum Download und zwei Bonustracks oben drauf für CD Käufer, stimmen einen effektvoll auf runde 32 Minuten Unterhaltung und emotionalen Tiefgang aus der musikalischen Grenzzone zwischen atmosphärischen Trio Hop und rockenden Poptracks ein, um mal im Schubladendenken zu schreiben. (weiterlesen…)

BOX AND THE TWINS – Everywhere I Go Is Silence

Mittwoch, 28. Dezember 2016

box and the twins coverHabe mir soeben das Video „Pale Blue Dot“ von den drei Kölner Dream Synthwavern BOX AND THE TWINS angesehen und muss sagen, dass es sehr profenssionel rüberkommt. Der blaue Tintenfleck , der sich zum Anfang im Wasser auflöst, weicht einer Inspiration, die BOX AND THE TWINS von einem Foto erhalten haben, welches die Voyager 1 Raumsonde von der Erde ausgeschossen hatte. Aus ca. 6 Mrd. Kilometern Entfernung sieht die Erde da natürlich nur noch aus wie ein kleiner blauer Stecknadelkopf, was wiederum BOX AND THE TWINS auf den Gedanken gebracht hat, welche Rolle das „Hier und Jetzt“ in der Welt und generell im Universum spielt. (weiterlesen…)

KNIGHTS – What`s Your Poison

Sonntag, 18. Dezember 2016

KnightsMehr 80ziger geht wahrlich nicht. Als ich die EP mit dem peppig , poppigen Cover von KNIGHTS in der Post fand, hatte ich schon das starke Gefühl, dass es rein musikalisch auf dieser Produktion „Back to the 80ties“ gehen würde. Man kann auch sagen – Synthpop trifft Dancepop – der Soundtüftler James hat wirklich viele Einflüsse aus beiden Bereichen in seiner Musik veredelt, perfekte Vintage Analog Synthesizer prägen das Soundgerüst von KNIGHTS. Der SCARLET SOHO Sänger James Knights beschenkt uns hier also mit seinem neuen Soloprojekt und orientiert sich an Gruppen wie BOYTRONIC, CAMOUFLAGE, ZOOT WOMAN, DAFT PUNK, PET SHOP BOYS, DE/VISION, EMPIRE OF THE SUN, OWL CITY, ROOSEVELT usw. (weiterlesen…)

GITANE DEMONE QUARTET – Past The Sun

Sonntag, 18. Dezember 2016

gdq-600Gitane Demone gilt ja als die Grand Dame des Gothic Death Rock und hat mit CHRISTAN DEATH so einige Ruhmesblätter dieses Genres gefüllt. Nach ihrer privaten wie musikalischen Trennung von Valor bzw. CHRISTIAN DEATH strandete sie ja mit eher mäßigen Erfolg in Europa und landete letztendlich buchstäblich fast in der Gosse. In den letzten Jahren hat sich jedoch die von dieser schweren Zeit deutlich gezeichnete Lady wieder aufgerappelt und jetzt mit ihrer neuen Band ein Hammer-Comeback gestartet. (weiterlesen…)

PROJECT PITCHFORK – Look Up, I’m Down There

Donnerstag, 8. Dezember 2016

projectpitchfork-cover-12x12.indd25 Jahre PROJECT PITCHFORK sind schon eine Ansage und Leistung, obwohl ich ehrlich gesagt gestehen muss, das die deutsche Dark Electro-Combo nie mein Ding war! Zwar war ich Anfang der 90er Jahre auch voll im Electro-Fieber, allerdings eher nach dem Stoff, der aus Dänemark, Belgien und Kanada zu uns rüberkam. Trotzdem habe ich natürlich ihren Aufstieg, wie die Höhen und die Tiefen der Karriere von PROJECT PITCHFORK mitverfolgt und bin der Ansicht, das am Ende die treuen Fans der Band den Arsch gerettet haben. Mit ihrem inzwischen schon 17. Album scheinen sie jetzt den Fans dafür auch danken zu wollen, denn der Sound von „Look Up, I’m Down There“ geht wieder deutlich härter zur Sache bzw. auf die Anfänge von PROJECT PITCHFORK zurück. (weiterlesen…)

DER BLUTHARSCH – Sucht & Ordnung

Donnerstag, 8. Dezember 2016

0008380271_1020 Jahre DER BLUTHARSCH gibt es zu feiern (wenn man natürlich die aktuelle Phase der THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND mit einrechnet) und eigentlich begeht man so ein rundes Jubiläum ja meist mit einer Best Of. So nicht DER BLUTHARSCH, welcher uns aus diesem Anlass mit einer neuen EP beglückt. Was einst so kontrovers vor 20 Jahren als Seiten-Projekt von THE MOON LAY HIDDEN BENETH A CLOUD begann und sich schnell (auch Dank der damals regen Berichterstattung des BLACK) verselbständigte bzw. gar ein neues Genre namens Martial Industrial begründete, ist längst in anderen musikalischen Gefilden angesiedelt. Seit einigen Jahren huldigt DER BLUTHARSCH nämlich psychedelischen Stoner Rock und überraschend viele Fans der ersten Stunde haben diese sicher nicht einfache Wandlung mitgemacht. Geblieben vom alten Sound ist eigentlich nur noch die verrauschte Atmosphäre, was ja so etwas wie das Markenzeichen von DER BLUTHARSCH geworden war. Selbst an diesem wird jetzt aber gerüttelt, denn für „Sucht & Ordnung“ sind Albin & Co erstmals in ein richtiges Tonstudio gegangen und haben drei richtig fette wie saubere Heavy Rock-Stücke eingespielt. (weiterlesen…)

EVELINN TROUBLE – Arrowhead

Donnerstag, 8. Dezember 2016

xl1268969Linnea Racine alias Evelinn Trouble begann ihre musikalische Karriere in der Begleitband von Sophie Hunger, die neben YELLO, THE YOUNG GODS, Stefanie Heinzmann und DJ BOBO einer der wenigen erfolgreichen Schweizer Musikexporte ist. Als Evelinn Trouble hat Linnea Racine allerdings nicht den massenkompatiblen Weg gewählt, sondern war insbesondere bei ihrem zweiten Solo-Album „Television Religion“ mächtig auf Krawall gebürstet. „Arrowhead“ ist inzwischen schon ihr viertes Werk („The Great Big Heavy“ ging leider irgendwie an mir vorbei) und die zornige Wut scheint zumindest auf den ersten Blick verraucht zu sein. (weiterlesen…)

KIM KI O – En Az Iki, En Fazla Sekiz / Digerleri Nerde?

Donnerstag, 8. Dezember 2016

1Was wissen wir eigentlich über die türkische Musikszene? Ok, der Pop-Sänger Tarkan war in den 90ern auch in Europa ein Begriff, aber sonst schwappte außer Gastarbeitern, Flüchtlingen, Asylanten und Immigranten nicht viel zu uns herüber. Wie es um die musikalische Underground-Szene dort bestellt ist, kann man nur mutmaßen, aber zum Beispiel die Cold Dark Wave-Band SHE PAST AWAY könnte sich in den letzten Jahren einen Namen in der Gothic-Szene machen, zumindest in den Teilen, die sich inzwischen wieder verstärkt an den Wurzeln der Bewegung orientieren. Und dann wären eben auch noch das weibliche Duo KIM KI O, die 2009 völlig überraschend auf der „Radio Resistencia“-Compilation von Enfant Terrible auftauchten und dieser starke Auftritt wenig später die phantastische 12“ „Dans“ dort nach sich zog. (weiterlesen…)

DER BLUTHARSCH & SKULLFLOWER – Angel Of Darkness

Sonntag, 20. November 2016

a0046662263_10Eine Kollaboration von SKULLFLOWER mit DER BLUTHARSCH erscheint eigentlich nur logisch, um so mehr, seit letztere mit der psychedelischen Mutation zur THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND agieren. Doch auch schon zum verrauschten Martial-Sound der alten BLUTHARSCH-Inkarnation würde das vernebelte Noise Rock-Geschwubbel der britischen Formation ganz gut passen, welche damals 1988 auf dem legendären Industrial-Label Broken Flag ihr Debüt gab. Einen ersten Vorgeschmack auf diese zwingende Zusammenarbeit gab es schon vor zwei Jahren auf der BLUTHARSCH-Compilation „Today I Want To Catch Clouds“ zu hören, welche jetzt mit 5 Tracks auf Tape oder als Download unter dem Titel „Angel Of Darkness“ ihre Fortsetzung findet. (weiterlesen…)

V.A. „The Second Wave“

Sonntag, 20. November 2016

a_w_024_1000Was die Industrie-Dynastie Thyssen für die deutsche Wirtschaft war, waren ebenfalls die gleichnamigen Gebrüder (nicht verwandt und verschwägert) für die Gothic Rock-Szene in unserem Lande. Als DJ’s, Veranstalter, Journalisten und Compilation-Editoren haben sich Ralf und Thomas Thyssen insbesondere mit ihrer legendären Pagan Love Songs-Reihe einen Namen gemacht und vor allem dabei den Geist des Gothic Rock hochgehalten, als dieser längst aus der Mode gekommen war. Thomas Thyssen hat jetzt versucht, mit der neuen Compilation „The Second Wave“ dieser Szene ein Denkmal zu setzen, als diese Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre gerade in Deutschland einen zweiten Frühling erlebte. (weiterlesen…)

RA ALL DEE EXPERIENCE – Diatessaron

Samstag, 19. November 2016

RaAlDee-CoverDiese Band war mir bisher völlig unbekannt und tatsächlich ist dieses Minialbum auch bis auf ein 2009 erschienenes Demo die erste Veröffentlichung dieses Projekts, das wohl mit den mir ebenfalls nicht näher bekannten „Necro Christos“ zusammenhängt. Tracklist und Gestaltung wirken „nahöstlich“ alttestamentatrisch, die Titel der Instrumentaltracks sind indes auf Deutsch. „Das Aleph, Welches Der Ewige, Gelobet Sei Er, Am Berge Sinai Intonierte“ ist ein recht rhythmisches, vorwiegend von Akustikgitarren (oder womöglich exotischeren Saiteninstrumenten) intoniertes Stück, welches womöglich Assiziationen mit Klezmer-Musik weckt, wofür ich aber alles andere als ein Experte bin. (weiterlesen…)

Gillian G. Gaar: THE DOORS – Die illustrierte Biografie

Freitag, 18. November 2016

the doorsFür einige Jahre waren die Doors meine unangefochtene Lieblingsband und ihr Sänger Jim Morrison mein absoluter Abgott. Die Doors-Platten liefen bei mir in Endlosschleife und ich war bestrebt, alles an deutschsprachiger Literatur über die Band und ihren Frontmann in die Finger zu bekommen – und da zeichnete sich das Angebot Mitte der 1980er-Jahre vor allem durch Übersichtlichkeit aus. Mittlerweile hat sich das Bild deutlich gewandelt, scheint doch jeder, der mal irgendwie mit Jim Morrison zu gehabt hatte, auch ein Erinnerungsbuch oder einen Roman über „seine Zeit“ mit „seinem Jim“ geschrieben zu haben. Dies vor Augen fragt man sich zunächst, ob die nun im Hannibal-Verlag erschienene Doors-Monographie der Musikjournalistin und Rock-Historikerin Gillian G. Gaar wirklich nötig war, um nach einem raschen Blick in das Buch zu dem Schluss zu kommen: ja, sie war durchaus nötig. (weiterlesen…)

MALAPÄRT – Mr. Me Yagi Is Dead

Samstag, 5. November 2016

COVERNORESIZE;1475759916052056;Malaprt1475759916052056In der letzten Zeit mehren sich die sehr guten Veröffentlichungen aus Griechenland. Ein weiterer Geheimtipp reiht sich in die illustre Reihe einer neuen elektronisch-avantgardistischer Musikergeneration. Das Schöne: Man hört den neuen Soundtüftlern Griechenlands ihre Herkunft auch an. MALAPÄRT, namentlich Miltiadis Karanastassis, von der Sonneninsel Rhodos stammend, veröffentlicht nun sein Debütalbum via Bad Kingdom Records. Experimentelle, eingängige Cinematic-Music mit Referenzen im Postrock und New Artrock. (weiterlesen…)

APOPTYGMA BERZERK – Exit Popularity Contest

Samstag, 5. November 2016

Apop_Exit_CD_front_US_160805_900_900In den letzten zwei Jahren hat Stephan Groth mit seinem Projekt APOPTYGMA BERZERK drei limitierte EPs im 12“-Vinyl-Format bei Emmo.biz Records veröffentlicht, mit denen er ganz weit zurück zu seinen Wurzeln gegangen ist. Statt Indie Rock, Electro und Future Pop gab es eine instrumentalen Verbeugung vor den Pionieren der elektronischen Musik, welche da TANGERINE DREAM, KRAFTWERK, Jean-Michel Jarre, Klaus Schulze, VANGELIS oder Georgio Moroder heißen. (weiterlesen…)

URFAUST – Empty Space Meditation

Samstag, 5. November 2016

URFAUST-CoverDas Erscheinen der holländischen Black-Metaller von „Urfaust“ an meinem musikalischen Horizont verdanke ich deren Split-Single mit „King Dude“ vor einiger Zeit (übrigens kam ich genau so zu der empfehlenswerten Band „(Dolch)“). Mit „Empty Space Meditations“ liegt nun die neuste Veröffentlichung vor, die mit ansprechener Gestaltung, Poster und sechs nicht weiter benannten „Kapiteln“ aufwartet, um welche es hier natürlich in erster Linie geht: Zunächst erklingt ein sphärisches, sehr dunkel-atmosphärisches Intro, das man auch durchaus als Dark Ambient Track bezeichnen könnte, doch nachdem dies nach fünf Minuten verklingt, knüppelt und kreischt es beim zweiten Kapitel mit einer Intensität los, als wolle man schon in den ersten Sekunden so ziemlich alle Klischeevorstellung von Black Metal erfüllen. Das Faszinierende hier ist, das der Titel trotzdem interessant bleibt, einen eben nicht total überfordert oder plättet, sondern sich nach einigen Minuten für „Urfaust“ sogar ungewöhnlich songorient entwickelt und gegen Ende wieder in orchestralen Soundflächen ausläuft. (weiterlesen…)

PAINKILLER – Execution Ground

Samstag, 5. November 2016

a2459095065_10PAINKILLER waren Anfang der 90er Jahre fast schon ein Superlativ für ein grenzwertiges All Star-Projekt, welches durch John Zorn (NAKED CITY), Bill Laswell und Mick Harris (NAPALM DEATH) betrieben wurde. Die ersten zwei Alben wurden über die Extrem-Metal-Institution Earache veröffentlicht, womit das eigentlich Experimenten aufgeschlossene Label schon damals seine Grenzen auslotete. Die Nerven aufreibende Fusion aus Free Jazz und Grind Core war wahrlich nichts für gemeine Hörer, die in ihren selbstauferlegten Genre-Mauern gefangen waren und verstörte selbst beinharte Industrial-Jünger. (weiterlesen…)

Ghost Flute & Dice – Live At Echokammer

Freitag, 4. November 2016

ghostFluteAndDiceLiveAtEchokammerVielleicht ist es Mikkel Almholt, der hinter Ghost Flute & Dice steckt; Infos sind jedenfalls rar gesät… Klavier mit elektronischer Bearbeitung, da gibt es einige (auch sehr bekannte) Leute, die sich bereits seit längeren um diesen Aspekt kümmern. Ghost Flute & Dice kann diesem Kapitel aber durchaus neue Inhalte hinzufügen, ohne auf diesem Live-Mitschnitt(!!!) aus der „Ganze Bäckerei“ in Augsburg auch nur irgendwie zu verraten wie dieses Soloprojekt(!) technisch funktioniert: immer wieder zerfällt es, das Klavier in seiner Form als Leitinstrument; (weiterlesen…)

EMERGE – Fraud

Freitag, 4. November 2016

emerge_fraud„Fraud“, eingespielt von Attenuation-Circuit Kopf Emerge, ist bereits 2013 in einer Mikroauflage von 33 Stck erschienen, nun ein zweites mal, als Teil des derzeitigen Release-Ozeans von Attenuation-Circuit (in 50er Auflage, diesmal). Einerseits deep, flächig, fast ambient; andererseits (und tatsächlich gleichzeitig!) in sich drehend, wirbelnd, fast noisig aggressiv; dieser 51 minütige Widerspruch in sich und in drei Akten verknüpft das Unverknüpfbare ohne an irgend einer Stelle daran zu scheitern; „Fraud“ kann tatsächlich beide Seiten ausdrücken; (weiterlesen…)

Beat Keller / Darius Ciuta – A2

Freitag, 4. November 2016

beatKellerDariusCiutaA2Super-Minimal-Piercing-Sound-Trip; bisweilen bis in die Tinnitus-Zone hinaufsteigend. Dabei aber stets: wissenschaftlich, asketisch; Reinraum. Frequenzdemonstrationen inklusive Obertonstudien. Plus Artefakte wie aus der Steuerzentrale: Schalter, Konsolenbedienung, aufzulegende Sicherungen (so die Assoziationen; nicht die Tatsachenbeschreibung dessen, was Darius Ciuta mit „Objects“ meint). (weiterlesen…)

OMPHALOCELE – I

Freitag, 4. November 2016

omphalocele_IDrum / Electronic Zusammenarbeit, live aufgenommen ind er „Hutfabrik Lembert“, Augsburg. Und falls es tatsächlich so war wie es sich anhört, ist Martin Freund, der Schlagzeuger, der Held des Abends gewesen. Unfassbare Stoik rules, während Emerge dazu Grob-Teilchenzerstäubung betreibt. Beim reinen Hören beginnt man(n + Frau) irgendwann zu hoffen, dass der Drummer noch irgendetwas anderes gemacht hat, machen konnte und durfte als dieses endlose Wiederholen einfachster Rhytmik… aber; irgendwie: gerade das macht nicht wenig des Reizes aus. Und, ehrlich gesagt: mit einem Drum“sound“ wie diesem, ohne Höhen, allein tiefmittig-dumpf, steigert sich die Surrealität des Gesamten sogar noch um einiges… Und am Ende steht eine Art Hypnose in Grau. Oder so.

(N)

SKREI – Cörengrätö

Freitag, 4. November 2016

skrei_CoerengratoeSkrei ist das Noise-Alter-Ego von Giuseppe Capriglione; er selbst nennt es dagegen lieber sein Drone-Projekt …und liegt damit auch nicht falsch: im Gegensatz zu vielen („tatsächlichen“ / „absoluten“) Noise-Kollegen baut Skrei bei aller Rauheit mindestens genau so auf Atmosphäre und Dynamik, will die Hörer über Stimmung einfangen, verdichtet die Drones (weiterlesen…)

LUSTMORD – Dark Matter

Freitag, 21. Oktober 2016

lustmord-dark-matterBrian Williams bzw. LUSTMORD ist ja so was wie der Großvater des Dark Ambient, jenem Genre, welches uns seit Mitte der 90er Jahre eine nicht endende Flut von ähnlich gelagerten Projekten und Veröffentlichungen beschert. Allerdings gibt es darunter leider nur wenige Ausnahmen (zum Beispiel INADE), die in qualitativ gleichwertig-atmosphärische Sphären wie LUSTMORD vordringen. Dabei kann man LUSTMORD selbst nicht den Vorwurf machen, zu stagnieren bzw. Experimente zu scheuen. (weiterlesen…)

KING DUDE – Sex

Freitag, 21. Oktober 2016

KING DUDE - Sex lpSchon der erste Track macht deutlich, dass es zwar sicher um „Sex“ gehen wird, so heißt schließlich das Album, und womöglich auch um „Drugs“, zunächst jedoch um Rock’n Roll und den schleudert uns King Dude gleich mal in der ihm eigenen Art, seine Stimme prägt natürlich auch diesen Song, um die Ohren: „Holy Christos“ rüttelt einen auf und lässt einen irgendwelche Erwartungen, man habe hier ein reines Dark- Neofolk-Album vor sich, zunächst erst einmal vergessen. Im zweiten Lied wird das Tempo deutlich zurückgenommen: „Who told you how to love?“ ist eine dunkle Ballade, bei der mich sehr sehr wirkungsvoll eingesetze Hall und ein wenig auch die Melodieführung etwas an das grandiose „Bloody Kisses“ Album von Type O Negative erinnert. Deutlich ryhthmischer und fast schon bluesig erklingt dann der musikalisch vorgetragene Wunsch, „I wanna die at 69“… (weiterlesen…)

ASTRAL SON – Mind`s Eye

Freitag, 21. Oktober 2016

ASTRAL SON - Mind`s EyeDa hat es nun das musikalische Licht der Welt erblickt – das dritte Werk des niederländischen und spielfreudigen Neo Psych Projekts – ASTRAL SON – das als CD bei Sulatron Records veröffentlicht wird und als Vinylversion bei Headspin zu bekommen ist. Das neue Album knüpft nahtlos an die ersten beiden Platten an, das erste „Gurumaya“ und zweite Album „Silver Moon“ waren jeweils ab Erscheinungstag monatelang eines meiner Highlights und liefen in der Endlosschleife auf fast all meinen heimischen Kanälen. Schon der Track Eins namens “ Time for Change“ mit 9.03 Minuten, der auch fast schon der längste Track – der Albumtitelsong „Mind`s Eye“ übertrifft ihn noch mit 9.28 Minuten – der Veröffentlichung dieses mit 45 Minuten Gesamtspielzeit sehr beeindruckenden Opus ist, begeistert durch wunderbar relaxt treibende Gitarren und teilweise kommen soundmäßig fast alte TANGERINE DREAM durch, ab Minute 6.30 aber geht es dann mit urbanen Gesang und knackigen, kräftigen Gitarren etwas heftiger zur Sache, eben Songs mit Ecken und Kanten, wie es sich so in dem Genre gehört! (weiterlesen…)

ABSOLUTE BODY CONTROL – Forbidden Games

Freitag, 21. Oktober 2016

srb027_abc_forbidden_games_600Wenn man von dem Album „Shattered Illusions“ aus dem Jahre 2010 mal absieht, haben ABSOLUTE BODY CONTROL seit ihren Tapes in den 80ern nur Stückwerk, Remakes und Compilations veröffentlicht. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, denn die alten Minimal Electro Pop-Songs von Dirk Ivens und Eric Van Wonterghem sind auch im neuen Gewand oder Remix unzerstörbar groovig bzw. immer wieder gut. Außerdem hatten und haben beide sonst mit THE KLINIK, INSEKT, DIVE, BLOK 57, SONAR und MONOLITH über die Jahre genug zu tun. Jetzt also wieder mal eine neue Werkschau mit ABSOLUTE BODY CONTROL, welche Sampler-Beiträge, Remixe, Cover-Versionen und rare Live- bzw. Single-Tracks bündelt. (weiterlesen…)

HYPNOPAZUZU – Create Christ, Sailor Boy

Samstag, 8. Oktober 2016

HYPNOPAZUZU – Create Christ, Sailor BoyImmer wieder im Verlauf seiner Karriere hat David Tibet die Kollaboration mit anderen Künstlern gesucht, um mit ihnen neben seiner eigentlichen Band CURRENT 93 neue Gefäße für seine musikalischen und lyrischen Visionen zu schaffen. Erinnert sei hier nur an die Zusammenarbeit mit Steven Stapleton, Tony Wakeford, Thomas Ligotti oder die gemeinsam mit James Blackshaw gegründete Formation MYRNINEREST. Das jüngste Projekt in diesem Zusammenhang trägt den kryptischen Namen HYPNOPAZUZU, einem aus den Begriffen Hypnagogie, Hypnos, und Pazuzu (der Name eines babylonischen Dämons) zusammengeschmolzenen Kunstwort. Tibets Partner ist der Produzent und Killing-Joke-Bassist Martin Glover, vielen wohl besser bekannt unter seinem Pseudonym Youth, der dereinst schon an Nature Unveiled beteiligt war, dem Debüt von CURRENT 93. (weiterlesen…)

PHILIPP MÜNCH – Elysium

Samstag, 8. Oktober 2016

ant-zen-act345-x6Nach seiner überaus gelungenen Kollaboration unter dem Titel „Transcontinental Desperation“ mit LOSS vor zwei Jahren, legt Philipp Münch (SYNAPSCAPE, THE RORSCHACH GARDEN) mit „Elysium“ sein inzwischen schon drittes Solo-Album vor. Im Gegensatz zum letzten Werk „Mondo Obscura“, wo jede Menge Gäste mit am Start waren, verlässt er sich diesmal wieder ganz auf seine eigenen musikalischen Fähigkeiten und diese sind ja bekanntlich nicht von der Hand zu weisen. (weiterlesen…)

LILLMEYER/ STADLMEIER – Zwie-Spalt

Samstag, 8. Oktober 2016

LillmeyerStadlmeier_Zwie_SpaltBis auf ein wenige Soundsekunden langes Arpeggio soundlich und spielerisch völlig abstrakte (Gitarren) Experimentalmusik mit dem Faktor Stille als gleichberechtigten Partner. Die Cdr dokumentiert zwei Auftritte von H. Lillmeyer zusammen mit Sascha Stadlmeier in Augsburg. Beide Stücke bleiben im Vergleich zu vielen anderen Vertretern der (Gitarren) Experimentalszene relativ kurz, vordergründig hörbare Effekte bleiben, wie auch ausgedehnte Noisefahrten außen vor. (weiterlesen…)

KONKRETE ANTI WULST – Die gespenstische Misthaufen-Konserve

Samstag, 8. Oktober 2016

konketeAntiWulstDieGespMistKonPartikelmusik auf Granularebene. Zumindest diese Assoziation drängt Konkete Anti Wulst mit „Die gespenstische Misthaufen-Konserve“ auf. Nach kurzem Luftholen setzt die Noisekakophonie ein, ein sich Umtosen einzelner unidentifizierbarer (auf dem Cover aber genannter) Quellsounds, so eng und dicht, dass jede Individualidentifizierung fehlschlagen muss. Mit dauernder Veränderung auf jeder Ebene und das so schnell und, wegen der Unzahl der Ebenen, so dicht. dass diese maximale Veränderung zum Stillstand wird, sich lange nichts mehr zu verändern scheint. (weiterlesen…)

ARTIFICIAL MEMORY TRACE – Interception V

Samstag, 8. Oktober 2016

artificialmemorytrace_interceptionVAm auffälligsten ist da der Hund. Ganz am Anfang, als Irritation; später als willkommener Freund. Herausgestanzt aus den Fieldrecordings und geloopt. „InterceptionV“ ist auf voller Länge, trotz des hier in der Beschreibung vielleicht ungewollt humoresk wirkenden Details feinsinnig transparent angelegt. Artificial Memory Trace nutzt Aufnahmen aus Porya Hatami sowie bekanntere und unbekanntere Echtsounds aus Natur und (elektronischer) Kultur (einer davon erinnert verdächtig an das Geräusch mancher mobiler Geräte beim Eintreffen einer SMS) und schafft es ein weiteres Mal, auf musikalische Weise eine geistige Vision einer spannenden Geschichte zu erzählen, ohne auch nur im geringsten Hinweise auf deren Plot zu geben. (weiterlesen…)

MARTHA RABBIT – Zodiaklicht / Pyrrhogaster / Akaba

Samstag, 8. Oktober 2016

martha rabbitAls ich in Bremen das allererste Livekonzert der Norddeutschen  Elektroniker MARTHA RABBIT im BluesClub Meisenfrei im August diesen Jahres erlebt hatte, konnte ich mir sehr gut vorstellen wie TANGERINE DREAM in ihrer kreativsten Phase um die End 70ziger / Anfang der 80ziger Jahre geklungen haben müssen. Übrigens gibt es MARTHA RABBIT – und nein, es ist kein Cartoon – schon seit Ende der 70ziger Jahre und die erste Platte kam im Jahr 2005 heraus, da hat man sich wahrlich lange Zeit gelassen. Die melodiösen, eigenständigen, spärischen und längeren Soundcapes der zwei Bremer Michael J.J. Allert und Wolfgang Rohdenburg gehen nämlich stark in Richtung „Alte Berliner Schule“ – (weiterlesen…)

V.A. – A Taste Of Moloko Plus / 1996-2016

Montag, 26. September 2016

taste_frontMoloko Plus ist ein kleines feines Label aus Sachsen-Anhalt bzw. der Nähe von Magdeburg (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen engstirnigen West Punk-Magazin), welches nun schon seit 20 Jahren mehr oder weniger konstant ausgewählte Tonträger (und seit einiger Zeit auch Literatur) veröffentlicht. Labelinhaber Ralf Friel geht es mit MOLOKO PLUS überhaupt nicht ums Verkaufen, sondern ist eher mehr ein Mäzen für befreundete Künstler und Musiker, denen er mit seinen privaten Mitteln ihre Veröffentlichungen ermöglicht. Über die nun schon 20 Jahre sind dabei 88 Veröffentlichungen zusammen gekommen und die Bandbreite reicht von Rock, Blues, Dub, Electronica, Dada, Cut Up bis hin zum Industrial. (weiterlesen…)

SVEN HELBIG – I Eat The Sun And Drink The Rain

Sonntag, 25. September 2016

0885470007809Sven Helbig, geboren in Eisenhüttenstadt und seines Zeichens studierter klassischer Musiker (Komponist hört er nicht so gerne), ist eher einer der „jungen Wilden“, für die es keine Grenzen zwischen der altehrwürdigen Klassik, experimenteller Musik und schnödem Pop gibt. Somit passt er perfekt in das Labelraster der Neue Meister, dem seit einiger Zeit aktiven Seitenarm von Berlin Classics, dem Nachfolger des legendären ostdeutschen Eterna-Labels. (weiterlesen…)

DIORAMA – Zero Soldier Army

Sonntag, 25. September 2016

a zsa cover01.cdrDIORAMA sind seit den 90er Jahren eine der wenigen deutschen Gothic-Electro-Bands, die sich immer treu geblieben ist und zu keinen Zeitpunkt irgendwie peinlich war! Der ganz große Erfolg in der schwarzen Szene blieb ihnen dafür allerdings verwehrt, was sie jedoch nicht davon abhält, dieser Tage ihr inzwischen schon 9. Album bei Accession Records zu veröffentlichen. Diesem Label haben sie übrigens seit Anfang an die Treue gehalten und diese Art der Loyalität ist inzwischen auch schon sehr selten geworden. Eventuell liegt dies auch an ihrer Nähe zu Label-Betreibern DIARY OF DREAMS, welche musikalisch ähnlich gelagert sind, wobei DIORAMA nicht ganz so düster und apokalyptisch agieren. (weiterlesen…)

PHANTOM WINTER – Sundown Pleasures

Samstag, 17. September 2016

600-190x190Das halbierte Würzburger Ex-OMEGA MASSIF-Kollektiv PHANTOM WINTER veröffentlicht dieser Tage ihr zweites Album „Sundown Pleasures“. Wer gerade seine Frau, seinen Job oder beide Beine verloren hat, oder im Allgemeinen morgens als Hobbymisanthroph aufwacht, muss diese Platte besitzen. Schließlich bekommt der geneigte Nihilist hier eine keifende Höllenorgie voll von schwarzer Galle, apokalyptischer Grundstimmung und auswegsloser Klaustrophobie, die in ihrem rauschhaften Wahnsinn beinahe schon süchtig macht. Es ist die fieseste, böseste und dunkelste Genre-Platte, die mir seit langer Zeit untergekommen ist. Kein Emo-Kindergeburtstag, sondern abgrundtief-sympathischer Hass in hochwertig auskomponierter Finsternis von Männern, die eure Väter sein könnten! (weiterlesen…)

TANZ OHNE MUSIK – Infinity

Samstag, 17. September 2016

a1702213644_2TANZ OHNE MUSIK aus Bukarest sind Kennern der Minimal-Szene sicher nicht unbekannt, denn das Projekt des Bulgaren Dan Serbanescu hat schon einige CD-R’s, DL-Files, Tapes und eine CD veröffentlicht, weshalb wohl jetzt sein Debüt auf Galakthorrö nicht wie gewohnt mit einer Single, sondern gleich mit einem Album starten darf. Das TANZ OHNE MUSIK inzwischen bei Galakthorrö eine neue Heimat gefunden haben, verwundert indes nicht, denn der Sound ist ganz klar Angst Pop pur im Sinne des einzigartigen Labels, wenn auch nicht ganz so ängstlich und unheilvoll-bedrohlich wie die „Platzhirsche“ von NOVEMBER NÖVELET und HAUS ARAFNA. TANZ OHNE MUSIK ist minimaler, direkter und ja, auch poppiger, ohne diese Eigenschaften dabei negativ zu werten. (weiterlesen…)

BLACK SPIRITUALS – Black Treatment

Freitag, 16. September 2016

BlackSpiritualsBlackTreatmentTape auf Sige mit einem Gitarren / Elektronik + Drums Duo, das mit Bandnamen und Titel diesmal vielleicht ganz besonders auf seine ethnische Herkunft verweisen will… Die (auch schwarze) Kassette ist dabei, trotz darkem Artworks viel zu unschuldig, um auf diesen Free-Noise / Impro / Jazz / Drone Sturm (visuell) vorbereiten zu können; Marshall Trammel und Zachary James Watkins arbeiten auf den vier Tracks des Tapes wie schon auf ihren bisherigen Releases auf ganz eigenen Feldern. (weiterlesen…)

TZESNE – Asimilacionismo

Freitag, 16. September 2016

tzesne_AsimilacionismoZweites Solo-Vinyl nach der Drone 7“ von 2005 überhaupt von diesem baskischen experimental Soundartist. Tzesne arbeitet fast immer mit (bearbeiteten) Fieldrecordings, bevorzugt solchen, die auf extra zu solchen Zwecken unternommenen Exkursionen aufgenommen wurden; als Verbindung mit dem Ort (der Aufnahme) oder bestimmten Handlungen, die dann das Thema der VÖ werden. Bzw. in abstrakt abstrahierter Weise an das Thema der Inspiration erinnern und so die Atmosphäre bestimmen. „Asimilacionismo“ führt genau diese Haltung fort und ist trotzdem ziemlich anders; (weiterlesen…)

MICK HARVEY – Delirium Tremens

Sonntag, 11. September 2016

mickdeleriumAls Mute vor zwei Jahren die beiden Serge Gainsbourg-Cover-Alben aus den 90ern von Mick Harvey im Doppelpack wieder veröffentlichten, schien in dem ehemaligen Nick Cave-Gefährten die Idee geweckt, sich noch weiter in das Werk des französischen Skandal-Ikone zu vertiefen. Deckte „Intoxicated Man“ ja die bekanntesten Hits von Serge Gainsbourg („Harley Davidson“, „Bonnie & Clyde“, „Lemon Incest“ und „Initials B.B.“) ab, war „Pink Elephants“ schon mehr was für frankophile Spezialisten, wie auch jetzt die aktuellen „Delirium Tremens“ wahrscheinlich eher die Conaisseurs ansprechen dürfte. (weiterlesen…)

BANKS & STEELZ – Anything But Words

Sonntag, 11. September 2016

Banks-And-Steelz-Anything-But-Words-640x640Das Paul Banks, seines Zeichens Sänger und Gitarrist von INTERPOL, schon immer ein Faible für Hip Hop zeigt, hat er ja schon seit vielen Jahren in Interviews immer wieder betont. Geglaubt hat man ihm das allerdings nie so richtig und meist immer nur als Schutzmauer gegen die ewigen Post Punk-Einfluss-Vergleiche abgetan. Als dann aber vor drei Jahren sein Hip Hop-Mix-Tape „Everybody On My Dick Like They Supposed To Be“ Online war, schien diese Liaison doch etwas ernster zu sein und jetzt plötzlich wie aus dem Nichts seine Kollaboration mit RZA vom legendären WU-TANG CLAN. Schon das Album-Cover, auf dem beide wahlweise schlechtgelaunte Mafia-Paten oder Unternehmensberater geben, macht klar, dass hier wirklich ernst gemacht wird! (weiterlesen…)

VORTEX – Moloch

Donnerstag, 25. August 2016

VORTEX – MolochDr. Marcus Stigleggers Projekt VORTEX erforscht seit einigen Jahren dunkle Gefühle und simuliert thematisch postapokalyptisch Szenarien. Auf seinem vierten Album „Moloch“, an dem der Künstler zwei Jahre gearbeitet hat, thematisiert er den Niedergang der urbanen Gesellschaft und vertont Momente beklemmender Ausstiegsangst oder permanenter Bedrohung. Inspiriert wurde Stiglegger auf seinen Reisen nach New York und Spaziergänge an Drehorte symbolträchtiger Filme wie z. B. „Taxi Driver“, „Wolfen“ oder „Manhattan“, die tiefe Eindrücke hinterlassen haben (weiterlesen…)

PETRELS – Jörð

Donnerstag, 25. August 2016

petrels_joerdPetrels ist Petrels ist Petrels ist Petrels. Und das ist genau so auch genau richtig. Denn Petrels ist, genau betrachtet, die beste (1-Mann) Pop-Band der Welt. Pop dabei natürlich ausschließlich in seiner von allen typischerweise mittlerweile mit dem Wort verbundenen Negativebenen entbundenen Seite; also: schillernd, verführerisch, wohlschmeckend; zum Instant-Repeat verleitend trotz / wegen fortgeschrittenen Ohrwurmeffekt. (weiterlesen…)

RICARDO DONOSO – Quintessence

Donnerstag, 25. August 2016

ricardo_donoso_quintessenceRicardo Donoso benützt die Phasen der Kern- bzw. Zellteilung als Kapitel seiner neuen EP… „Quintessence“ lässt die Elternteile Industrial und Neoklassik in den fünf Kapiteln der EP zu einem ultrakompakten, dabei hochdynamischen Hybrid aus Klanginstallation und Trackalbum morphen; und das überraschenderweise genau nicht so, wie es am naheliegendsten erscheinen würde: durch Clash, durch Kontraste beider Ästhetiken und dem daraus erhofften gegenseitigen Erhöhen. Stattdessen schafft Ricardo Donoso es, die unterschiedlichen Quellsounds so zu einen, das die Summe wie etwas ganz eigenes, neues wirkt. Natürlich stets wage an die Quellen erinnernd, aber in einer eher beiläufigen Art; (weiterlesen…)

KRENG – Selfeld

Donnerstag, 25. August 2016

krengDiese, die neuste, Veröffentlichung aus der Substantia Innominata-Reihe macht schon optisch einiges her: Doppel-10“ Format, dabei die erste Scheibe in halbdurchscheinendem marmoriertem (bzw. „splatter“) Blau, die zweite in ebensolchem Rot gehalten, wobei von der roten nur die erste Seite bespielt ist, während die zweite ein momentan so beliebtes „vinyl etching“ beherbergt, originellerweise findet man hier all die Infos, die man normalerweise im Booklet oder im Cover vermutet, sodass das atmosphärisch-farbige Klappcover fast ohne Schriftzeichen auskommt. Seite eins beginnt experimentell und weniger flächig als vermutet, irgendwo hab ich gelesen, dass einen die kreisförmigen Töne schnell in ihren Bann ziehen und ich kann dem nur zustimmen. (weiterlesen…)

THE BOX – Muscle Out +

Donnerstag, 25. August 2016

gg205Nachdem Klanggalerie schon mit der CD „@Doublevision“ die beiden Maxis „Muscle In“ und „Muscle Mix“ + Bonusmaterial von THE BOX wieder zugänglich gemacht, folgt jetzt das legendäre Live-Album „Muscle Out“ erstmals im CD-Format. Im Original als LP im Jahre 1985 auf dem CABARET VOLTAIR-Label Doublevision mit 12 Live-Tracks von einem Auftritt in Sheffield im Januar eben jenen Jahres erschienen, bietet die CD jetzt insgesamt 21 Songs bzw. somit wohl das komplette Konzert der Band um Peter Hope und den ehemaligen CLOCK DVA-Resten. (weiterlesen…)

ZENJUNGLE – We Are Not Here

Mittwoch, 24. August 2016

Zenjungle_wearenothereDer Titel ist gut gewählt. (Ob es tatsächlich von vornherein so gemeint ist oder nur ein durch die Hörempfindung bei den Hörern ausgelöstes Analogon) „We Are Not Here“ strahlt auf ganzer Länge etwas unwirkliches aus; als ob die sechs Stücke nicht wirklich hier, bei den Hörern, sondern irgendwie gedämpft durch dazwischen liegende Mauern erfahren würden. Und dies liegt erstaunlicherweise nicht im Sound an sich begründet, sondern in erster Linie in der Art, wie die Kompositionen entwickelt wurden: als eine Mischung elektronischer wie „tatsächlicher“ Instrumente entstammender Zutaten; (weiterlesen…)

KRAUTZONE – The Complete Works

Donnerstag, 11. August 2016

KrautzoneWer noch auf richtig meditativen und erdigen Krautrock der „alten Schule“ steht, kommt an KRAUTZONE garantiert nicht vorbei, das wurde mir sofort bewusst, als ich das Doppelalbum „THE COMPLETE WORKS“ am Stück durchgehört hatte. Das wuchtige, künstlerische Werk mit allen bisher erschienenen Vinyl Raritäten plus den Bonustrack „Schwebung“, was sich insgesamt auf sieben Songs mit einer Gesamtspieltzeit von sagenhaften 116 Spielminuten erstreckt, ist schon ein wahres, großartiges Meisterwerk geworden und wurde von keinem geringeren als von EROC – Ex Mitglied von GROBSCHNITT und mit dem Radiohit „Wolkenreise“ behaftet – gemastert. (weiterlesen…)

ZONE SIX – Love Monster

Donnerstag, 11. August 2016

Zone SixWas lange währt, wird endlich gut…….geschlagene 11 Jahre mußten die Fans warten, bis nach 2004 nun das neue Album „Love Monster“ der Spacerocker ZONE SIX erschienen ist. Aber das sei schon mal vorab veraten, das lange Warten auf die Platte hat sich gelohnt und sucht seines gleichen in dem Genre. Die vier Longtracks von den vier Herren mit Titel “ Love Monster – The Insight – Acidic – Cosmogyral“ und einer Gesamtspielzeit von 48 Minuten ist wieder feinster psycedelischer Acidrock, Neo- Krautrock geworden, die Jungs können es einfach, das haben sie auch in Kroatien beim „Tides of Youth Festival“ oder in Tirol beim „Stick & Stone Festival“ und in Tilburg beim „Roadburn Festival“ 2016 nachhaltig bewiesen und es folgen diesen Sommer noch unzählige weitere Festivalauftritte von ZONE SIX, seid dabei. (weiterlesen…)

DEUTSCH NEPAL – Dystopian Partycollection II

Mittwoch, 3. August 2016

Deutsch-Nepal-Dystopian-Partycollection-II-300x300Für das aktuelle Album „Alcohology“ hat Lina Baby Doll alias DEUTSCH NEPAL ja sein eigenes Label Entartete Musikk wieder reaktiviert, was sicher nicht die schlechteste Entscheidung Angesichts der aktuellen Lage auf dem Tonträgermarkt sein dürfte. Gleich im Anschluss folgt jetzt der zweite Teil seiner „Dystopian Partycollection“, deren erste Ausgabe ja noch 2008 beim legendären schwedischen Cold Meat Industry-Kult-Label erschien. Teil 2 enthält wieder rare Compilation-Beiträge, Remixe, Kollaborationen und bisher unveröffentlichtes Material aus dem schwedischen Generalstab von DEUTSCH NEPAL und das Ganze kann man trotz der relativ großen Zeitspanne von 2009 bis 2016 überraschend sehr gut am Stück hören. (weiterlesen…)

HAUS ARAFNA – Children Of God

Mittwoch, 3. August 2016

008_LP_lDamit hatte wohl niemand gerechnet und Galakthorrö überraschen wieder einmal, indem sie ohne Vorwarnung das zweite Album von HAUS ARAFNA erstmals im Vinyl-Format veröffentlichen. 1998 als Nachfolger zum legendären Debüt „Blut“ im CD-Format erschienen, festigte „Children Of God“ den Kultstatus von HAUS ARAFNA und des Labels Galakthorrö in der Industrial/Power Noise-Szene und wies gleichzeitig schon hin zum späteren Angst Pop-Sound, welcher sie dann so einzigartig gemacht hat. (weiterlesen…)

DJ SHADOW – The Mountain Will Fall

Mittwoch, 3. August 2016

COVER DJ Shadow TMWF 1500x1500Warum sind nur alle der Meinung, das die letzten beiden Alben „The Outsider“ und „The Less You Know, The Better“ von DJ SHADOW nicht so toll gewesen sein sollen? Klar, sein Debüt „Endtroducing…“ war vor 20 Jahren weltweit das erste Album, welches nur aus Samples bestand und gleich auf Anhieb ein Klassiker wurde, der noch heute nachhallt. Auch das erste Album „Psyence Fiction“ von UNKLE, an dem er maßgeblich beteiligt war, beeinflusste so einiges und stellvertretend sei hier nur der spätere Weg von RADIOHEAD genannt. Natürlich waren die Eingangs genannten Platten keine in sich geschlossenen Meisterwerke mehr, bestachen jedoch durch sehr starke Einzel-Tracks und waghalsige Abwechslung. Meckern auf hohen Niveau sage ich da nur und wenn man einmal oben ist, kann es eben nur noch ein runter gehen. Das neue Album „The Mountain Will Fall“ ist da nicht besser, aber auch nicht schlechter und Josh Davis beweist einmal mehr wieder Mut zum Experiment. (weiterlesen…)

JASTREB – Orient And Occident

Mittwoch, 3. August 2016

jastreboaoMit „Orient And Occident“ legt das gemeinsame Projekt von Niko Potocujak (SEVEN THAT SPELL) und Albin Julius (DER BLUTHARSCH AND INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND) bereits seinen dritte Veröffentlichung vor und scheint sich inzwischen ja auch zu einer recht ernsthaften Band zu mausern. Auf der aktuellen EP wirken jetzt neben den schon genannten Musikern diesmal noch Blake Fleming (Ex-THE MARS VOLTA) an den Drums, Gordan Tomic (COJONES) am Bass und Ausnahmsweise mal nicht der omnipräsente Geiger Matt Howden, sondern Adam Cadell an der Violine mit. Den Gesang bei allen 4 Songs übernimmt dann niemand geringeres als Lina Baby Doll von DEUTSCH NEPAL und hebt somit den bisher instrumentalen Stoner Rock-Sound von JASTREB auf ein neues Level. (weiterlesen…)

SILVER SNAKES – Saboteur

Dienstag, 2. August 2016

silver-snakes_SaboteurBei den unüberschaubaren Subgenres von „Rock“ ist das, was eine Band für sich entdecken kann fast schon Legion. Und selbst wenn man als Band tatsächlich auf der Suche ist nach Eigenständigkeit in diesem Chaos besteht immer die Gefahr, dass doch irgendwer den Finger hebt und mit der anderen Hand die Schublade öffnet…Das alles trifft irgendwie auch auf „Saboteur“ zu, eine VÖ, die im Auftakt noch so tut, als wäre sie allein straighter Heavy Rock mit einem Hauch von Punk. Aber schon mit Stück #2, „Glass“, schleicht sich Komplexität und Posthardcorehaltung ein, (weiterlesen…)

STEVEN R. SMITH & DIRK SERRIES – Hymnal

Dienstag, 2. August 2016

dirkserries_stevenRsmith_hymnalWie ganz nebenbei, als bedrucktes weißes Tape in einer tapetenartig bedruckten Papphülle kommt diese Kollaboration zwischen Dirk Serries und Steven R. Smith; ein vier-Tracker, der genau so auch gerne auf Vinyl hätte erscheinen dürfen (ohne das Tape als Medium jetzt zu verteufeln)… „Hymn in A“ beginnt wie eine typische Dirk Serries Gitarrenmeditation, die harmonischen Bewegungen und Akkordöffnungen klingen vertraut und bleiben während des Verlaufs von „Hymn in A“ auch das bestimmende Merkmal; das, was vermutet Steven R. Smith beigetragen hat wie eine Grundierung im Hintergrund. (weiterlesen…)

HOAX HOAX – Shot Revolver

Montag, 1. August 2016

HoaxHoax-Shot-RevolverRock / Jazz / Impro. …und was auch immer Hoax Hoax aus Frankreich mit „Shot Revolver“ (CD + handmade-Cover Vinyl!) noch an Möglichkeiten der Trio-Rock-Besetzung in den Grenzregionen ausloten. Und gleich der Auftakt „Huacos“ verwischt eine weitere der Grenzen mit dem (vermuteten) intensiven Einsatz von Loopern durch den Gitarristen Virgile Abela, der die (irgendwie auch) postrockige Gitarrenarchitektur des (wegen des ansonsten jazz-like-Approaches vermutet Live-im-Studio aufgenommenen) Stücks überhaupt erst zulässt. „Ablution“ überrennt dann im Anschluss mit seinem völlig überdrehten Bassriff über ungrader Rhythmik bis das Stück in einen Orgelsee fällt, eine Erholung Kraft zu schöpfen für Spieler wie Hörer für das Aufbäumen gegen Ende… (weiterlesen…)

BLACKHOUSE – Live in Leipzig

Dienstag, 19. Juli 2016

CS611112-01A-BIGBLACKHOUSE aus Amerika gelten neben den spanischen ESPLENDOR GEOMETRICO als die Urväter des rhythmischen Industrial und sind schon seit 1984 aktiv. Im Gegensatz zu den meisten ihrer atheistisch und radikal auftretenden europäischen Kollegen auf diesem Gebiet sind BLACKHOUSE allerdings thematisch auf den christlichen Glauben ausgelegt und nehmen somit eine Ausnahmestellung ein. Trotzdem oder gerade deshalb sind die ersten Alben „Pro-Life“, „Hope Like A Candle“, „Five Minutes After I Die“ und „Holy War“ von BLACKHOUSE ewige Klassiker dieses Genres geworden und haben viele andere Musiker bzw. Projekte zumindest musikalisch beeinflusst. Leider konnten die meisten späteren Veröffentlichungen von BLACKHOUSE diesen Standard nicht mehr halten und zum Ende der 90er Jahre verschwand das Projekt langsam, aber sicher von der Bildfläche. 2010 gab es anlässlich des 25. Bestehen von BLACKHOUSE eine Tribute-Doppel-CD inklusive Wiederveröffentlichung von „Hope Like A Candle“ bei M-Tronic, welche dann irgendwie doch neues Material der Rhythmic Industrial-Legende nach sich zog und inzwischen ist das Projekt regelrecht zu neuem Leben erweckt. Am 25.05.2015 war dann die Sensation perfekt und BLACKHOUSE traten erstmals in ihrer Geschichte Live auf und zwar auf dem WGT in der Kuppelhalle des Volkspalastes in Leipzig. (weiterlesen…)

1997EV – Strobos Vann

Dienstag, 19. Juli 2016

rur038_frontDas sardinische Projekt 1997EV hat nach anfänglichen Startschwierigkeiten bei mir einen guten Stand und ich bin ihrem abwechslungsreichen psychedelischen Trance-Sound regelrecht verfallen. Leider geht das vielen anderen potentiellen Hörern nicht so, denn scheinbar gibt es gerade mal im Durchschnitt 100 Käufer ihrer Tonträger, weshalb sich Vinyl- und CD-Auflagen ihrer Veröffentlichungen nicht mehr lohnen und man sich seit einiger Zeit auf das Tape-Format beschränken muss. Das ist sehr schade und schon allein das hübsche Coverartwork von „Strobos Vann“ mit einer weiblichen Schamanen-Schönheit hätte wahrlich eine größere Projektionsfläche verdient! (weiterlesen…)

SUMAC – What/ One/ Becomes

Dienstag, 19. Juli 2016

Sumac_what_one_becomes2tes Album des Trios nach „The Deal“. Und nicht nur in Bezug auf die Optik (bedruckter und angestanzter Schuber über zwei einzelnen LP-Covern) wird direkt an den Vorgänger angeschlossen. Im Grunde reicht es, nur die ersten 1-2 Minuten des Openers „Image Of Control“ zu hören um mit dem Wissen, dass alles so ist wie beim Debüt (nur noch besser), in das Heavy Universum von Aaron Turner, Nick Yacyshyn und Brian Cook eintauchen zu können: Noise-Feedbacks, Akkorde, die wie zerplatzendes, ultradickes Glas auf die Ohren der Hörer geschmissen werden, angeschoben von einem dynamisch wie soundlich gleichberechtigten Bass und einem Schlagzeuger, der sich in keiner Weise scheut, sein Spiel von Moment zu Moment so zu variieren, dass der einzelne Track in ständig neue Richtungen geworfen wird. Heisst: Sumac sind ganz schön nah an Mathrock-Haltungen (im bestmöglichen Sinne), (weiterlesen…)

DIRK SERRIES – Etched Above The Bow Grip

Dienstag, 19. Juli 2016

Dirk_Serries_Etched_Above_The_Bow_GripPappschuber, S/W-Siebdruck, innen „bloß“ eine CD (und ein Inlay aus ähnlich rauer Pappe wie das Cover)… „Etched Above The Bow Grip“ kommt fast unscheinbar zwischen dem riesigen Output von Dirk Serries dieser Tage; liefert als Solo-Output aber interessante Einblicke in between, gerade weil alles völlig nackt, ungeschönt und ohne die Klangwelten Anderer auskommen muss (und natürlich: genau das auch will).  Zu hören gibt es eine Art 11-teilige Version des derzeitigen Gitarrenansatzes von Dirk Serries, so wie er ihn in seiner New Wave Of Jazz Reihe in verschiedenen Ensemblebesetzungen auslebt: superdirektes Fragmentspiel, Nichtmusik, Tonzerstörung… Gitarre > Amp; (weiterlesen…)

SOON – Vol. 1

Dienstag, 19. Juli 2016

Soon_Vol_12 Gitarren, Bass, Schlagzeug-Quartett mit der Gefahr, durch alle Raster zu fallen…Denn: Soon sind gar nicht so einfach zu beschreiben. Oberflächlich betrachtet ist da erstmal der straighte Hardrock-Anteil, in Sound, Geschwindigkeit und Rhythmik. Was aber gleich für eigene Punkte sorgt ist der sehr oft zweistimmige Gesang, der ganz anderen Genres zu entstammen scheint (oder das zumindest könnte) und im deutlichen Kontrast zu der klassischen Rockband-Besetzung steht. Heißt: fast immer chorartig, in der Haltung getragen-elegisch, auch bei den Abgehpassagen. Und da sind dann noch die Stücke, die die Eckpunkte besetzen. (weiterlesen…)

MYTHOS – JULES VERNE – AROUND THE WORLD IN 80 MINUTES

Dienstag, 19. Juli 2016

MYTHOS - JULES VERNE - AROUND THE WORLD IN 80 MINUTESAus Berlin kommen wie meistens die wundervollsten Klänge im Bereich der Krautrock – Space Ambient Musik, was z. b. einmal mit der Berliner Schule in der Mitte der 1970er begann, also der Stilrichtung der Krautrock / Elektronischen Musikausrichtung und die wird nun vom Stephan Kaske größtenteils weitergeführt. Damals noch mit Gruppen wie TANGERINE DREAM, ASH RA TEMPEL, AGITATION FREE und eben im Jahr 1969 das ins Leben gerufene Projekt von Stephan – MYTHOS – waren sie die  Speerspitzen dieser musikalischen Bewegung. Das Projekt MYTHOS (incl. der Nebenprojekte M.A.S.S. und MONUMENTUM ) vom Stephan hat seit 1972 schon ca. 40 CDs, LPs, Maxis produziert und veröffentlicht. (weiterlesen…)

UNLAND – Die Ruhe Nach Dem Sturm

Dienstag, 5. Juli 2016

Unland_die_ruhe_nach_dem_sturmNeoklassik? Klarinette und Piano; Elektrizität nur für die Aufnahmemaschinen? Unland schleichen sich mit einem vordergründig rein akustischen Soundästhetiken verschriebenen Stück in den Hörraum; einem Stück, „Mühsal“ genannt, das, ganz im Gegensatz zu seinem Titel, in erster Linie durch die Gelassenheit in der Spielführung geprägt scheint… Gleich das zweite Stück dieser CD Veröffentlichung in EP Länge, „Verwüstung“, lässt jede Anlehnung an Formen der Neoklassik hinter sich, legt ein erweitertes Fundament aus Drone-Gitarre in das Piano und Klarinette eintauchen als ein elektrisch / akustisches Gespinst zwischen Exepriment und Improvisation, dieses kurz öffnend für etwas wie einen Rückblick auf die #1, auch Geräusche zulassend… (weiterlesen…)

ST. MICHAEL FRONT – In The Wake Of A New Dream

Dienstag, 5. Juli 2016

005416161_500„Heilige Scheiße, wie geil ist das denn?!“ dachte ich sofort, als ich vom Promoter meines Vertrauens den Link zum ersten Videoclip von ST. MICHAEL FRONT geschickt bekam. Ein Blick auf die Facebook-Seite des Duos öffnete dann regelrecht die Büchse der Pandora und ich war dem misanthropischen Pathos-Pop des hanseatischen Duos verfallen. (weiterlesen…)

SWANS – The Glowing Man

Mittwoch, 29. Juni 2016

chipboard_grandeSeit ihrer Reunion 2010 haben die SWANS drei Alben, zwei Live-CDs und eine Supporter-CD veröffentlicht und nach rund sechs Jahren neigt sich scheinbar diese ungemein produktive Ära ihrem Ende entgegen. Das neue Werk „The Glowing Man“ soll nämlich das letzte in der aktuellen Besetzung sein und ist wie schon „The Seer“ und „To Be Kind“ ein 2-Stunden-Opus geworden. (weiterlesen…)

ON DEAD WAVES – s/T

Mittwoch, 29. Juni 2016

onDeadWaves.AlbumCover.Digital2-262x262Polly Scattergood und James Chapman (MAPS) sind beide MUTE-Künstler der neuen Generation und haben sich im Vorfeld des inzwischen fast schon legendären „Short Circuit“-Festival im Jahre 2011 kennengelernt. Dort hatten sie einen gemeinsamen Kollaboration-Auftritt, aus dem später das Projekt ON DEAD WAVES hervorgehen sollte. Inzwischen liegt das Debüt-Album vor und steht ganz in der Tradition des „Great American Songbooks“ und solch wunderschön-abgründigen Alben von Nancy Sinatra & Lee Hazlewood oder ähnlicher Duett-Kombinationen von Nick Cave und Serge Gainsbourg. (weiterlesen…)

LUH – Spiritual Songs For Lovers To Sing

Mittwoch, 29. Juni 2016

0b80dc4aDie Geschichte um LUH (LOST UNDER HEAVEN) klingt so konstruiert, das ich ehrlich gesagt eigentlich gar keine Lust hatte, mich mit dem Debüt-Album des Duos näher zu beschäftigen. In Kurzform liest sich das so: Missverstandener Sänger aus Manchester (Ellery Roberts) wird der Hype um seine Band (WU LYF) zu groß und brennt aus, lernt eine niederländische Künstlerin kennen und lieben, zieht zu ihr nach Amsterdam, um dort das musikalische Kunst-Projekt LUH zu gründen. Das Ergebnis dieser „herzergreifenden“ Liason liegt jetzt mit dem bescheuerten Titel „Spiritual Songs For Lovers To Sing“ vor und gleich nach den ersten zwei Songs flog die Promo-CD wieder aus dem Player. Wenn es ein Download gewesen wäre, hätte ich diesen umgehend gelöscht, aber so lag die CD halt noch herum und fand irgendwie doch noch einmal ihren Weg ins Gerät. (weiterlesen…)

HERBST IN PEKING – Splitter der Schöpfung

Sonntag, 19. Juni 2016

herbst_in_peking_coverDa ist noch nicht mal Sommer (und es wird wohl auch keiner werden) und schon steht der Herbst vor der Tür. Genauer gesagt HERBST IN PEKING und mit ihnen DAS Album des Jahres 2016! Seit einigen Jahren ist die Band aus der ehemaligen DDR in verschieden Besetzungs-Konstellationen wieder richtig aktiv und hat inzwischen neben Rex Joswig als unbestrittener Kopf des Projektes, zusammen mit Thor Sten Beckmann und King Snow an den Gitarren sogar eine gewisse Kontinuität erreicht. Das dieses Trio nicht nur Live sehr gut harmoniert, bewies ja schon die großartige „The Tyger & The Fly“-EP im Jahre 2014, der nun endlich ein komplettes Album folgt. (weiterlesen…)

GJÖLL – The Background Static Of Perpetual Discontent

Sonntag, 19. Juni 2016

ant-zen-act327-x6Die isländischen Power Noise-Götter GJÖLL sind nach einem Live-Tape vom Maschinenfest 2009 auf Raubbau endlich mit ihrem inzwischen schon 4. Album bei Ant-Zen zurück! Gleich die ersten zwei Tracks mit ihren fies grollenden Noise-Schleifen und Aggro-Vocals erfüllen sofort die Erwartungen, welche man inzwischen an das Duo aus dem Umfeld von REPTILICUS und PRODUCT 8 hat. (weiterlesen…)

PAUL YOUNG – Good Thing

Sonntag, 19. Juni 2016

PaulYoungWer in den 80er Jahren groß geworden ist, kennt sicher noch Paul Young, denn „Come Back And Stay“ und „Love Of The Common People“ sind die Hits, mit dem dieses wichtige Jahrzehnt der Popmusik unter anderen ewig verknüpft sein wird. Auf seinem ersten Solo-Album „No Parlez“ aus dem Jahre 1983 waren damals auch zwei Cover-Versionen vertreten, die für reichlich Furore sorgten. Zum einen war das „I Lay My Hat (That’s My Home)“ von Marvin Gaye, welches Paul Young zum Nummer 1-Hit machte und zum anderen „Love Will Tear Us Apart“ von JOY DIVISION, mit der er für reichlich Unmut in der Indie-Szene sorgte. Zu frisch war wohl noch der Tod von Ian Curtis, aber wenn man sich heute jedoch seine Soul-Interpretation anhört, muss man anerkennend feststellen, das diese überhaupt nicht schlecht ist und damals halt einfach ihrer Zeit voraus war. Es wäre also eigentlich mal wieder an der Tagesordnung, Paul Young neu zu entdecken und passend dazu veröffentlicht er nach vielen Jahren der Stille jetzt ein neues Album. (weiterlesen…)

MATTHEW COLLINGS – A Requiem For Edward Snowden

Sonntag, 29. Mai 2016

matthew_collings_a_r_f_e_snowdenMatthew Collings hat sich für „A Requiem For Edward Snowden“ auf eine etwas andere Aufgabe eingelassen: eine audiovisuelle Arbeit, die als auskomponierte und live in einer Mischung von elektronischen und akustischen Instrumenten gespielte Musik aufgeführt wird und dabei gleichzeitig durch von der Musik (und natürlich: dem Thema) inspirierte Visuals um eine weitere Warnehmungsebene ergänzt wird. Interessant ist dabei sicherlich die Frage, welche Inspiration von dem Geschehen um und mit Edward Snowden für die Komposition ausging und in welcher Weise dies Matthew Collings bei seiner Arbeit an der Musik beeinflusste. (weiterlesen…)

MAEROR TRI – Sensuum Mendacia + Somnia / Hypnobasia

Sonntag, 29. Mai 2016

zoh_112-1MAEROR TRI und deren Nachfolgeprojekt TROUM bzw. das angeschlossene Label + Mailorder Drone Records sind Pioniere für ein Genre, was seit einigen Jahren förmlich zu explodieren droht. Der relativ überschaubare Zahl an potentiellen Hörern und Käufern dieser Musik, steht ein Heer von Musikern, Bands und Projekten gegenüber, welche für eine wahre Veröffentlichungsflut von der sogenannten Drone-Musik verantwortlich sind. Jeder kann mit dem geringsten Equipment diesen Sound erzeugen und obwohl ich Anfangs auch von dem atmosphärischen „Dröhn-Sound“ angetan war, langweilt bis widert mich der nicht endende Veröffentlichungs-Overkill in diesem Genre schon lange. MAEROR TRI und TROUM sind davon schon allein schon auf Grund ihrer Vorreiter-Rolle ausgenommen und musikalisch deutlich gehaltvoller, als das Gros der unzähligen Gitarren-Effekt-Pedal-Laptop-Artisten. Dies schlägt sich natürlich auch in den Verkaufszahlen und den sich nachziehenden Wiederveröffentlichungen von MAEROR TRI & TROUM nieder, so das es schon verwunderlich ist, dass es bei denen doch noch vergriffenes Material gibt. (weiterlesen…)

NOT SO COLD – A Warm Wave-Compilation

Sonntag, 29. Mai 2016

not so cold bildDas Subgenre „Coldwave“ ist seit gehypten neuen Acts wie TROPIC OF CANCER, LEBANON HANOVER oder EQUINOXIOUS gerade wieder in aller Munde. Wer sich einen Überblick über die heißesten Underground-Acts der Gegenwart machen möchte, erhält mit der Compilation NOT SO COLD einen internationalen Querschnitt aus der Welt des minimalistischen New Wave, aber auch Fans von arty Post Punk oder tanzbaren Minimal Synth kommen auf ihre Kosten. (weiterlesen…)

PINK TURNS BLUE – The Aerdt – Untold Stories

Samstag, 28. Mai 2016

PTBX-Booklet-TAUS-1000webPINK TURNS BLUE waren und sind für mich die beste Dark Wave/Post Punk-Band aus deutschen Landen, die nie peinlich und stets authentisch war. Sie haben einige Klassiker geschrieben, konnten auch im Ausland Erfolge verbuchen und haben vor allem optisch so gar nicht dem dunklen Gothic-Klischee entsprochen. Der kleine Ausrutscher bei den Promofotos in der Reunion-Phase 2004 sei ihnen dabei verziehen und sicher der damals neuen Keyboarderin Brigid Anderson geschuldet. Das letzte Album „Storm“ war für mich das beste seit dem Comeback, wenn auch Bandkopf Mick Jogwer es im Nachhinein etwas überraschend als sehr zäh betrachtet. 6 Jahre später sind PINK TURNS BLUE nur noch ein Trio bzw. bestehen aus Sänger und Gitarristen Mick Jogwer, Ruebi Walter am Bass und dem jungen Neuzugang Paul Richter an den Drums. Ähnlich frisch wie reduziert kommen dann auch die 10 neuen Songs daher, die mich nach kurzen Anlaufschwierigkeiten doch so richtig gepackt haben. (weiterlesen…)

Emerge + Sintari Mimithe – Kagome

Freitag, 27. Mai 2016

emerge_sintari_mimithe_kagomeHarte Kost; durchaus: Emerge + Sintari Mimithe (letztere aus Japan) begeben sich auf „Kagome“ auf einen fast einstündigen Trip zwischen Harsh Noise und Psychoakustik. Ganz vorn steht ein Sound, der wie eine Mischung aus Sandstrahler, Flex und Polarwind alle Aufmerksamkeit der Hörer (je nach deren Geschmack) ad hoc wegfegt oder geradezu magisch anzieht, das versteckte Auge dieses Unwetters zu finden: in den irgendwann plötzlich sich herausschälenden Gesangspassagen vielleicht, (weiterlesen…)

iEUROPEAN – Activity Of Sound

Montag, 16. Mai 2016

ieuropean_coveriEUROPEAN ist das neue Projekt von Sean Barron (EMPIRE STATE HUMAN), der für seine Debüt-EP „Activity Of Sound“ niemand geringeren als Wolfgang Flür (Ex-KRAFTWERK) gewinnen konnte. Jener hatte nach seinem Ausstieg bei KRAFTWERK ja für deutlich mehr Wirbel mit der Biografie „Ich war ein Roboter“ gesorgt, als mit seinem musikalischen Nachfolge-Projekt YAMO und sich somit eigentlich auf das schreiben von Romanen verlegt. Deshalb kommt seine Mitarbeit an „Activity Of Sound“ schon einer kleine Sensation gleich, wenn sich dabei sein Anteil auch nur auf recht minimale Sprachbeiträge beschränkt. (weiterlesen…)

THOMAS LEER – From Sci-Fi To Barfly

Montag, 16. Mai 2016

ThomasLeerThomas Leer ist ein schottischer Musiker, der 1979 zusammen mit seinem Landsmann Robert Rental das legendäre Album „The Bridge“ auf dem THROBBING GRISTLE-Label Industrial Records veröffentlicht hat. Diese Platte gilt nicht zu Unrecht als ein Klassiker der experimentellen elektronischen Musik und wurde 1992 via The Grey Area/Mute auch im CD-Format wieder zugänglich gemacht. Im Gegensatz zu seinem Kollegen Robert Rental war Thomas Leer im Anschluss wesentlich produktiver, wenn auch eher in poppig-eingängigeren Gefilden. Höhepunkt dieser Entwicklung war sicherlich das gemeinsame Projekt ACT, zusammen mit PROPAGANDA-Sängerin Claudia Brücken, das 1987/88 ein paar Singles und ein Album veröffentlichte, das allerdings floppte und Thomas Leer danach erst einmal in der Versenkung verschwand. (weiterlesen…)

Architeuthis Rex – Stilbon Is Dead

Samstag, 14. Mai 2016

CorvilleDrone / Experiment / Metal / Song / Track / Impro-Hybrid; dunkel; drückend… Architeuthis Rex wagen auf „Stilbon Is Dead“ nicht unerhebliche Spagate und das, ohne dabei je den (roten) Faden zu verlieren. Zumal dieser ohnehin nicht nur als eine dünne Konzeptstruktur den musikalischen Weg begleitet, sondern (bei der Freiheit, die sich Architeuthis Rex gönnen: glücklicherweise) wie eine allumfassende Glocke die Atmophäre, die Stimmung aller sechs Stücke auf Linie hält. Eine dunkel düstere, fragil sinistre Stimmung, die schon auf dem ersten Stück, „Copper Light“, allein durch den Gesang von Francesca Marongiu so etwas wie eine (manchmal fast unschuldige) Erhabenheit entgegengestellt bekommt. Auch wenn dies möglicherweise nur eine Täuschung ist, das Vorspiegeln falscher Tatsachen, eine Finte, die der Gesang ganz bewusst auslegt: durch seine flächige Ruhe die Vielschichtigkeit des Darunter zusammenhaltend; (weiterlesen…)

DRANGSAL – Harieschaim

Samstag, 7. Mai 2016

DRANGSAL – HarieschaimDas 80s-Wave-Revival ist in vollem Gange. Spätestens mit DRANGSAL, vor dem es in hippen Szenezirkeln momentan kein Entkommen gibt. Gibt es eigentlich ein Musikmedium, einen Blog, eine hippe Zeitungsredaktion, einen top-informierten Radiosender, der noch nicht über den 22-jährigen Max Gruber berichtet hat. Alles schreit nach kalkuliertem Hype und Kommerz, endlich mal wieder ein Künstler auf den sich Fachpresse- und Underground einstimmig einigen kann! Aber Moment einmal! Da steht dieses fantastische Debütalbum „Harieschaim“ im Raum, auf dem der Wunderknabe zeigt, wie man poppige 80s-Referenzen mit zeitgemäßer Elektronik und Düsterästhetik verbinden kann, um gekonnt gleichzeitig die dauernörgelnde Vice-Klientel, wie auch Alt-Grufies und FAZ-Leser einzusammeln. Genug der Gehässigkeit, denn DRANGSAL ist gut. Verdammt gut. Der Hype ist (ausnahmsweise) verdient. (weiterlesen…)

HAGEN VON BERGENs HARGEST DARKEN – Abschied ist ein schweres Schaf

Samstag, 7. Mai 2016

HAGEN VON BERGENs- HARGEST DARKEN - ABSCHIED IST EIN SCHWERES SCHAFMan könnte fast an etwas skurril schwarze Comedy denken, wenn man den Namen des Künstlers und der Platte liest, denke aber der Protagonist und Künstler FRANK SCHÜßLER, der hinter HAGEN VON BERGEN steht, hat einfach einen speziellen Sinn für schwarzen Humor. Die Veröffentlichung mit den 6 Tracks und einer Gesamtspielzeit von 70 Minuten, sowie dem Gothisch anhaftenden Cover, was künsterlerisch irgendwie auch Neofolk und Paganeinflüsse in sich erschließt, geht musikalisch gesehen stark in Richtung – Drone, Industrial, Noise und Dark Ambient Klängen – (weiterlesen…)

JOHANNES MOTSCHMANN – Electric Fields

Sonntag, 1. Mai 2016

0885470007007Nach dem verhuscht-intimen „The Blue Hour“-Album von Federico Albanese, folgt mit „Electric Fields“ von Johannes Motschmann der zweite Streich auf Neue Meister, welches ja ein moderner Ableger des verdienstvollen DDR-Label Eterna ist. Johannes Motschmann, seines Zeichens studierter Komponist & Pianist, agiert auf „Electric Fields“ jedoch nicht allein, sondern ihm stehen David Panzl und Boris-Alexander Bolles zur Seite. Das Trio kombiniert auf den insgesamt 9 Stücken klassische Klavier-Variationen mit Schlagwerk, Violine und analogen Vintage-Synthesizern – zum Teil relativ natürlich, aber ebenfalls auch stark verfremdet. (weiterlesen…)

EMERGE/ GERALD FIEBIG vs. NYM – Condensed Endeavour

Sonntag, 1. Mai 2016

emerge_gerald_fiebig_versus_Nym_condensed_endeavourKollaboration mit Focus tendenziell lebensfeindlicher Drones… Prozessierte Fieldrecordings (vermutet) und Fetzen tatsächlicher Klangquellen, zusammen wie eine Mischung aus Erdbeben, Sturm und den daraus resultierenden Verwerfungsgeräuschen, (weiterlesen…)

FUNERAL MOTH – Transience

Sonntag, 1. Mai 2016

funeral_moth_transienceScheinbar ein Spalter. Funeral Moth aus Japan mit ihrem (nach offizieller Zählweise) zweiten Longplayer nach „Dense“ (2LP/CD) und der „Funeral Moth“ 12“. Funeral Moth fühlen sich dem Doom-Metal zugehörig; was hier auf diesen zwei Stücken aber letztlich passiert, erinnert eigentlich nur noch durch die seltenen und kurzen Gesangseinwürfe und eine Art abstrakt umgesetzter Haltung an Doom. Andere super-slow-Doom-Bands wie z.B. die französischen Monarch! überrollen die Höhrer gern mit einer Wand; in Dead-Mummy-Walking-Speed zwar, aber: überrollen. Funeral Moth überrollen eigentlich an keiner Stelle. (weiterlesen…)

SINDRE BJERGA – Dream Interruption

Sonntag, 1. Mai 2016

sindre_bjerga_dream_interruptionWas hören wir? Etwas wie eine heimliche Aufzeichnung, das akustische Abbild von einer so kaum identifizierbaren Situation im Leben eines Menschen(?)? (weiterlesen…)

RAPOON – Song from the End of the World

Sonntag, 24. April 2016

Rapoon-8263702-1458339493-4761„Song from the End of the World“ ist bereits das zweite Album von RAPOON auf dem italienischen Glacial Movements Label, welches uns seit einigen Jahren mit ‚arktischen‘ Klängen des Cool Dark Ambient, oder wie man es nennen will, erfreut. Nachdem „Time Frist“ (2007) sicher als einer der Höhenpunkte der Reihe zu bezeichnen ist, hatte ich einige Erwartungen an dieses neue Album, die keineswegs enttäuscht worden sind. Ein wenig überraschend sind anfangs vielleicht die recht warmen, organischen Klänge, mit denen man bei „We travelled in waves“ empfangen wird: Melancholische, irgendwie staubig klingende Loops und minimalistische Melodiefragmente, die einen eine gute Viertelstunde angenehm einlullen. (weiterlesen…)

KEY – Pentimento

Sonntag, 24. April 2016

key_pentimentoScheint, als ob die History Of Electronic Music (unter anderem) besonders auch zwei Haltungen hervorgebracht hat: die der wissenschaftlich / kühlen, ultraminimalistischen Tonbearbeitung, die alles weglässt, was aus der Sicht der Konzeptanhänger nicht wirklich unbedingt muss und die, die sich eher in die korrodierten Ebenen begibt; eine gewisse Schmutzigkeit in Sound nicht unattraktiv findet. (weiterlesen…)

Re-drum + Emerge – Persecutory Delusion

Sonntag, 24. April 2016

re-drum_emerge_persecutory_delusionZusammenarbeit von Emerge mit Re-drum: und zunächst ist da ein geradezu ambientes Abtasten; Noise und Nicht-Ton als feingliedrige Bestandteile eines sehr luftigen Gewebes, das die beiden wie fast nicht spürbar im Laufe dieses One-Trackers verdichten, immer enger werden lassen. (weiterlesen…)

Thomas Köner – Tiento De La Luz

Sonntag, 24. April 2016

thomas_koener_tientodelaluzTeil zwei der auf drei Teile angelegten Serie, die sich allein mit dieser aus dem 16. Jahrhundert stammenden musikalischen Form befasst. …natürlich auf die Art und Weise, wie Thomas Köner es interpretiert. Über Thomas Köner wurde schon viel geschrieben, was seine Rolle in der und für die (Weiter-)Entwicklung von Ambient betrifft; seine ausgedehnte, dabei aber thematisch stets fokussierte Diskografie steht da aber mittlerweile sicherlich schon längst für sich selbst. Und vielleicht ist es ja gerade dann, wenn stets mit besonderer Umsicht und Konzentration gearbeitet wird noch ungleich schwieriger, Entwicklungen, Neuerungen etc. einzubringen, zuzulassen, konzepttauglich gestalten zu können. (weiterlesen…)

DERNIERE VOLONTE – Prie Pour Moi

Samstag, 16. April 2016

8812508a71e1df299ce78948b81Ebenso wie DER BLUTHARSCH, hat sich der Sound von DERNIERE VOLONTE im Laufe der Jahre verändert, wenn auch nicht ganz so radikal, wie bei Ersteren. Startete das französische Projekt Ende der 90er noch stramm in Martial Industrial-Gefilden, wurde mit der Zeit die Musik immer eingängiger und trug das Prädikat Military Pop mehr als zurecht, woran das BLACK übrigens nicht ganz so unschuldig ist! Auf Album Nummer 7 namens „Prie Pour Moi“ ist die Mischung aus marschierender Snare Drum-Rhythmik, schwermütigen Orgel- & Streicher-Klängen und Synth Pop inzwischen so gefestigt und perfektioniert, dass damit DERNIERE VOLONTE sogar ein kleines Kunststück gelingt. (weiterlesen…)

JÜRGEN PLOOG – Tapes von unterwegs 1971-1976

Samstag, 16. April 2016

juergen_ploog_tapes_1Jürgen Ploog ist so etwas wie das deutsche Gegenstück zu William S. Burrougs und widmet sich seit den 70er Jahren in seiner Freizeit der sogenannten Beat-Literatur bzw. wendet dabei auch die Cut-Up-Methode an. Beruflich war er dagegen 35 Jahre als Pilot der Lufthansa weltweit unterwegs und hat auf seinen Reisen mit einem portablen Kassettenrecorder auch viele Feldaufnahmen gesammelt. Einen verdichteten Ausschnitt dieser Fieldrecordings aus den Jahren 1971 bis 1976 bietet jetzt die Platte „Tapes von unterwegs“, welche durch Robert Schalinski von COLUMN ONE editiert wurde, die ja in der Vergangenheit auch schon mit Jürgen Ploog zusammengearbeitet haben (unter anderem bei der „Simulation“-Box) und ja so etwas wie Brüder im Geiste sind. (weiterlesen…)

UNDERWORLD – Barbara Barbara, We Face A Shining Future

Samstag, 16. April 2016

underworldUNDERWORLD haben Geschichte geschrieben – Musik Geschichte um genauer zu sein, denn sie haben Anfang der 90er Jahre Techno ein Gesicht bzw. eine Stimme gegeben und spätestens ihr Hit „Born Slippy“ zum „Trainspotting“-Film machte sie unsterblich. Natürlich wird eine Band ab da immer an diesem einen Song gemessen, aber UNDERWORLD machten einfach weiter, veröffentlichten Alben, waren ausgiebig Live unterwegs und reduzierten sich im Jahre 2000 mit dem Ausstieg von Darren Emerson zum Duo. Ihr letztes Album „Barking“ ist nun auch schon wieder sechs Jahre her und ehrlich gesagt kann ich mich dabei nur noch an das bunte Artwork und an eine illustre Produzenten-Riege erinnern. (weiterlesen…)

JEROME CHASSAGNARD & JEREMIE MATHES – Outer Dialog

Samstag, 16. April 2016

hymen-y838-x6Jerome Chassagnard hat seit der Trennung des Duos AB OVO im Jahre 2007 kontinuierlich Solo-Alben bei Hymen Records veröffentlicht und „Outer Dialog“ ist jetzt sein viertes, welches konzeptionell an die letzte CD „Inner Dialog“ anschließt. Nicht nur der Titel deutet dabei auf eine Verwandtschaft mit dem Vorgänger von 2014 hin, sondern auch das Artwork und der luftig-weiche Electronica-Sound lassen klar die Handschrift von Jerome Chassagnard erkennen. (weiterlesen…)

IN STRICT CONFIDENCE – Somebody Else’s Dream

Samstag, 16. April 2016

in-strict-confidence-somebody-elses-dreamNachdem IN STRICT CONFIDENCE mit ihrem letzten Album „Utopia“ bei ZYX Music ein wenig „Major-Luft“ geschnuppert hatten, kehrten sie mit den folgenden EPs sehr schnell wieder zu ihrem eigenen Label Minuswelt zurück, was man deuten kann, wie man will. Nach einer Pause von drei Jahren steht jetzt wieder ein neues Album an, dem jedoch mit „Somebody Else’s Dream“ eine EP voran geschickt wird, die in guter IN STRICT CONFIDENCE-Manier reichlich wie aufwendig bestückt ist. (weiterlesen…)

DEAD LEAF ECHO – Thought & Language

Mittwoch, 30. März 2016

DEAD LEAF ECHO - Thought & LanguageSolche Alben werden auch garantiert nicht mehr oft produziert, die neue Platte von DEAD LEAF ECHO aus New York geht nämlich musikalisch sehr stark in die Old School 80ties Rock Wave Richtung von Gruppen wie THE PSYCHEDELIC FURS, THE CHAMELEONS, THE CHURCH, THE OCEAN BLUE, THE MARY ONETTES, MERCURY REV und anderen ähnlichen Verdächtigen. Das Trio ist aus einem Künstlerkollektiv aus Brooklyn hervorgegangen und die herausragende musikalische Affinität der Band sind rerverbgetränkte Gitarrenflächen in schweren, dichten Nebel getränkt, die präzisen Hooklines und Basslines, sowie eine sorgsam durchdachte Pop Affiliation, die zudem noch durch Dream Pop, Ambient artige Soundstücke, Shoegaze, etwas Goth und viel New Wave ergänzt wird. Die sagenhaften 16 Songs des Albums mit einer Gesamtspielzeit von 69 Minuten brillieren ungemein und daher haben die drei Protagonisten mit Nouveau Wave eine Genre Bezeichnung für sich festgelegt, (weiterlesen…)

LEVEL PI – This Burning Part Of Me

Mittwoch, 30. März 2016

LEVEL PI - This Burning Part Of MeAus Köln kommt ja aktuell fast nur Gutes im aus den Bereichen des Krautrock, Psychedelic Post Punk oder Gothik Rock. Habe gestern Abend noch das Konzert von BOX AND THE TWINS aus der Domstadt genossen und halte nun die EP von UWE CREMER und seinem Projekt LEVEL PI in den Händen. Seit 2006 präsentiert uns der Multiinstrumentalist wahre Klanglandschaften aus der Ecke des elektronischen Krautrocks. Die bisher produzierten fünf instrumental Alben von UWE CREMER, dabei Kollaborationen mit dem schwedischen Komponisten für Film und Orchestermusik THOMAS RYDELL, (weiterlesen…)

ALOBAR – SYNTHSCAPES

Mittwoch, 30. März 2016

ALOBAR - SYNTHSCAPESHeute geht es mal musikalisch in die Schweiz und zwar zum Space Ambient Duo ALOBAR, die das Album „Synthscapes“ zwar schon 2006 geplant hatten, aber erst 7 Jahre später veröffentlicht haben. ALOBAR, die im Jahre 2005 von Master K und Tax 5 gegründet wurden, spielen Sounds aus den Bereichen Noise, Chill out, Synthpop, Zero Beat und Dark Space Ambient. Die Fulltime Veröffentlichung beinhaltet 19 Tracks aus den Jahren 2006 – 2013 – ist also als eine Art Retroshow anzusehen, die Spielzeit beträgt knackige 76 Minuten, wie sich das eben für eine Ambientplatte gehört. Die zwei Protagonisten von ALOBAR, begeisterte Konsolenspieler und Spielesammler, hatten sich über ein Forum kennengelernt und haben dann für einen Musikwettbewerb spontan das Projekt gegründet, einige Ambientstücke angefertigt und am PC aufgenommen, die beiden haben zum Anfang ihres Schaffens mächtig mit andersartigen Soundquellen improvisiert. (weiterlesen…)

BRUTA NON CALCULANT – To The Unknown Poet

Mittwoch, 30. März 2016

shop_unknownpoetNachdem im vorigen Jahr BRUTA NON CALCULANT mit „Instinct“ bei Dark Vinyl Records ihre erste CD (nach einer Single und zwei LP’s) veröffentlicht haben, reicht das Duo innerhalb kürzester Zeit eine weitere CD nach. Diese erscheint allerdings auf dem neuen Label Hieratique Records von Alaxis Andreas G. (Invasion Planete) und tritt somit die Nachfolge von der recht kurzlebige Plattform San France Disko Records an. Nach seinem berüchtigten wie militanten Minimal Electro-Projekt LE SYNDICAT ELECTRONIQUE scheint sich ja jetzt BRUTA NON CALCULANT zu einer beständigen Sache von Alaxis Andreas G. zu entwickeln, was auch gut so ist, denn das Projekt zusammen mit V.Y. (A.G.E., DE FRONTANEL, SWESOR BHRATER) hat absolutes Potential! (weiterlesen…)

FJERNLYS – Four (One Unearthly Room)

Samstag, 19. März 2016

coverDas neue Album „Four“ von FJERNLYS ist gleichzeitig die vierte Veröffentlichung des Projektes (oder besser gesagt: der Band), welches aus Knut Enderlein (INADE), seiner Frau CKS und Johannes Riedel (CIRCULAR) besteht. Die 8 neuen Songs sind auch diesmal wieder eine homogene Mischung aus atmosphärischen elektronischen und akustischen Sounds bzw. Melancholie pur, welche nur so vor hin getupfter wie schleppender Shoegazer-Affinität strotzt. (weiterlesen…)

DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND – The Wolvennest Session

Samstag, 19. März 2016

a0242974098_10Da war im vorigen Jahr das letzte Album „Joyride“ noch gar nicht veröffentlicht, erreichte mich von Albin Julius schon eine weitere Promo-CD mit neuem Material von DER BLUTHARSCH. Auf Grund der langen Verzögerung seitens des Presswerkes beim Album, verschob sich auch die Veröffentlichung von „The Wolvennnest Session“ nach hinten, welche aber nun endlich erhältlich ist. Eigentlich ziert das giftgrüne Cover ja noch der Zusatz „presents“, der jedoch völlig überflüssig ist, denn wir haben es hier im Grunde mit einem regulären DER BLUTHARSCH-Werk zu tun, nur die Besetzung ist eine andere, als es noch auf dem Vorgänger „Joyride“ der Fall war. (weiterlesen…)

TROUM – Acouasme

Samstag, 19. März 2016

coverDas Cover ist definitiv viel zu unschuldig… Nach der „Power Romantic Trilogie“, bestehend aus „Mare Idiophonika“, „Grote Mandrenke“ und „Mare Morphosis“, die alle drei mit dem musikalischen Äquivalent von „bildgewaltig“ am besten beschrieben sind (und mit „Grote Mandrenke“ ihren Höhepunkt haben), ist „Acouasme“ vor allem eins: eine Wende zu düsteren, minimalistischeren Soundbildern. Ist eine Affinität zu derartigen Sounds auch sicher keine Sache, die Troum, schaut man auf die ausgedehnte Diskografie nicht durchaus immer wieder naheläge, (weiterlesen…)

THE FOREIGN RESORT – The American Dream

Donnerstag, 3. März 2016

THE FOREIGN RESORTMit der vierten Veröffentlichung haben nun auch mich die Underground Indie Rocker aus Kopenhagen – Dänemark erreicht, THE FOREIGN RESORT zelebrieren uns auf ihrer EP “ THE AMERICAN DREAM“ lupenreinen 80ties New Wave gepaart mit flirrenden Shoegaze und prägnanten Punk – Postrock Einflüssen. Die 5 Track EP mit ihren 24 Minuten Spielzeit präsentiert dem Hörer die dunklen Klänge von THE CURE, die atmosphärischen Melodien von TEARS FOR FEARS und die Energie geladene Dynamik von den frühen NEW ORDER, also ein Mix, der sowohl Melancholie sowie aber auch druckvolle Sounds offenbart, eine Melange zum sich in den musikalischen Klängen „verlieren“. (weiterlesen…)

TROUM – Acouasme

Donnerstag, 3. März 2016

coverDas zu Recht gelobte „De Aeris In Sublunaria Influxu“, welches Troum gemeinsam mit Raison D’Etre veröffeltlicht haben, ist sicherlich noch nicht verklungen oder ausgehört, da erfreuen uns Troum mit dem Album, „Acouasme“, welches laut Label-Info ja „harsher“ und mehr „industrial“ als die letzten Veröffentlichungen ist. Der, wie ich finde, genial betitelte, erste Track macht indes gleich deutlich, dass es (auch) hier nicht um Harsh Noise oder wilde Krach-Eskapaden gehen wird, vielmehr baut „Aliens Laughing About Us“ mit u.a. unheimlich grollenden sowie leicht schrägen Drones eine Soundskulptur, die in in eine wenig „harmonische“ Richtung geht und doch gleichwohl gefällt: Aus unerreichbaren Höhen – oder ungeahnten Tiefen – hört man die Außerirdischen lachen und man würde gerne mitlachen, wenn sie einen denn ließen. (weiterlesen…)

LO+PH – Adoration

Montag, 15. Februar 2016

NAC_JcardTemplate_5-Panel_FRONTLO+PH ist ein weiteres Projekt der beiden T(R)eue um T(R)eue-Labelbetreiber Laszlo & Sofia (WERMUT/ICH WOLLTE, ICH KÖNNTE), die hier unter den Pseudonymen Nicolas Flamel & Perrenelle firmieren. Nach einer 10“ und einer 7“ in Privat-Auflage beim Katholischen Kunst- und Kulturverband und der offiziellen Debüt-Single „Aurora“ auf Treue um Treue erscheint mit „Adoration“ nun endlich das lang erwartete Album, welches allerdings leider nur im Tape-Format erscheint. (weiterlesen…)

EHNAHRE – Douve

Montag, 15. Februar 2016

ehnahre_douveDas erste Stück ist (unerwarteterweise)direkt so etwas wie Jazz-Therapie im Irrenhaus. Wahrscheinlich ist weder der Vergleich an sich noch die Bezeichnung politisch korrekt; die Intensität an Ahnungen, die beides (zu Recht) auszulösen vermag, möge dies aber bitteschön rechtfertigen. (weiterlesen…)

CURRENT 93 – The Moons At Your Door

Samstag, 13. Februar 2016

image001Seit weit über dreißig Jahren ist David Tibet als Musiker, Poet, Maler, Verleger, Forscher und Kulturarchäologe in seiner eigenen subkulturellen Nische aktiv. Und nach weit über dreißig Jahren vermag David Tibet es immer noch, mit einer Überraschung aufzuwarten: so kündigte er jüngst für den Juni 2016 einen Konzertabend in Barcelona an, bei dem neben CURRENT 93, BABY DEE und SIX ORGANS OF ADMITTANCE auch die Veteranen der New Wave of British Heavy Metal, ANGEL WITCH, auftreten werden. Der legendäre Ruf der Band des Gitarristen Kevin Heybourne gründet auf dem 1980 erschienenen selbstbetitelten Debütalbum (nebenbei bemerkt eine meiner ersten, von mir noch immer hochgeschätzten Schallplatten), das bis heute zu den stilbildenden Meilensteinen des Genres zählt. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER – Dualism

Sonntag, 7. Februar 2016

Aidan_Baker_DualismFaszinierende neue Aidan Baker 2(3)CD mit Solo Material, auf eine Art episch / monumental wie möglicherweise noch keine seiner Solos bisher. Schon das dark / evil und gleichzeitig minimalistisch ausdrucksvolle Cover hebt „Dualism“ aus dem steten Strom von Aidan Baker (und Aidan Baker related) Releases heraus, steigert die Erwartung auf einen ebenso konsistent auf den Punkt kommenden musikalischen Inhalt und noch bevor der erste Ton der weitstreichenden und gleichzeitig (im positivst möglichen Sinne) statisch / monolithischen Kompositionen gehört werden kann, wird das wirklich überzeugende visuelle Konzept durch die mit beidseitigem Prägedruck versehene Karte aus dicker rauer Pappe ergänzt: die eine Seite eine Adaption des Covermotivs, die andere Seite ein Gedicht von Aidan Baker, „Passing Through“ (erschienen in seinem gleichnamigen Gedichtband auf Wounded Wolf Press)… (weiterlesen…)

JUKWAA – Harbinger Of Imminent Ruin

Sonntag, 7. Februar 2016

jukwaa_HarbingerofimminentruinEigentlich ein Trio, Schlagzeug, Bass und Piano, hier, auf „Harbinger Of Imminent Ruin“ mit Saxofon und Gitarre zum Quintett erweitert hin zu einem 8-Track Ausbruch voller Explosivität und instrumentaler Attacke, immer auf der Grenze von Koalition und Konfrontation, Zusammenspiel und (gewollten, natürlich,) Bruch. „Harbinger Of Imminent Ruin“ gibt den Hörern nur wenig Ruhepunkte: ist der Anfang von „Incense“ noch etwas ruhig (im Vergleich zum weiteren sogar tatsächlich) verhalten, so bereitet das unstete, fast schon virtuos arhythmisch erscheinende Schlagzeugspiel zunehmend den Boden für die Vorstellung der weiteren Zutaten; eine Vorstellung, (weiterlesen…)

THROWERS – Loss

Sonntag, 7. Februar 2016

lossFinsterster, ultrapissiger und alles wegwalzender Crustcore ist momentan Sound der Stunde in Deutschlands Kellergewölben und Gruftverliesen. In den letzten Jahren sind so einige untote Kapellen auf der Mission, sich um die kaputtesten Sounds, und die am tiefsten gestimmten Äxte zu messen. Zwingend genannt werden, müssen an dieser Stelle die Münchner DOWNFALL OF GAIA, die bereits seit einigen Jahren ihren intensiven Sound durch die Lande tragen, aber auch die Ex-Omega Massif-Mannschaft PHANTOM WINTER aus Würzburg. Unvergessen auch die leider von uns gegangenen PLANKS aus Köln/Mannheim mit ihrem Gloom-Core mit Black Metal-Anleihen. In diese illustrie Riege darf man fortan die Leipziger THROWERS einreihen, die mit ihrem ersten Full-length „Loss“ in die Kerbe eben genannter Bands schlägt und brutalsten Post-Hardcore mit schwärzestem Antlitz spielt. Ihr steht auf Schweiß, Blut, Hass in gebündelter Form – et voila „Loss“ ist eure Platte des Monats! (weiterlesen…)

DISTEL – Zand

Sonntag, 7. Februar 2016

ant-zen-act338-x6Nachdem Ant-Zen im vorigen Jahr das Debüt-Album „Puur“ der niederländischen Angst Pop-Formation im CD-Format wiederveröffentlicht hat und mit der Single „Nord“ bei Beläten zumindest drei neue Songs erschienen sind, war ich sehr gespannt auf das angekündigte neue Album von DISTEL. Jenes liegt jetzt via Ant-Zen vor und bei aller Vorfreude stellte sich nach genauerer Betrachtung leider etwas Ernüchterung ein. „Zand“ ist nämlich nicht das lang erwartete neue Album, sondern eher eine Bündlung rarer Tracks und Remixe. (weiterlesen…)

CHANT – Brave New Apocalypse

Samstag, 6. Februar 2016

CHANT – Brave New ApocalypseOh je, US-Industrial Rock – da sind CHANT bei mir prinzipiell an der falschen Adresse. Hat man das 18. Lebensjahr überwunden, ist die dutzendfach kredenzte Kopie von MARYLIN MANSON, FILTER und NINE INCH NAILS-Konsorten oftmals gleich für die Tonne. Geben wir CHANT aber eine (objektive) Chance, muss man zugeben, dass Alleinherrscher Bradley B. Bills mit seinem „Tribal Infused Industrial Rock“ auf Album Numero Drei alles richtig macht, was eingefleischte Genre-Fans zufriedenstellt: Aggressive Grundstimmung, bombastische Gitarrenwände, pulsierende Bässe (für die sich Beat Creator Sascha Konietzko von KMFDM verantwortlich zeichnet) und die obligatorische Note klassischer Industrial-Musik. (weiterlesen…)

COLUMN ONE – Cindy, Loraine & Hank

Sonntag, 31. Januar 2016

column_one_cindy_hank_&_Loraine1Jetzt ist es soweit – ich kann COLUMN ONE nicht mehr folgen! Das Experimental-Kollektiv aus Berlin war bisher mit seiner speziellen Mischung aus Cut-Up, Industrial, Avantgarde, Ambient, Click & Cuts, Field Recordings, Trance etc. sicher nie Easy Listening, aber trotz aller Dekonstruktion irgendwie immer atmosphärisch bzw. fließend oder verstörend. (weiterlesen…)

RAPOON – Blue Days / Seeds In The Tide Volume 04

Sonntag, 24. Januar 2016

R-7843628-1453283832-2280.jpegRobin Storey (Ex-ZOVIET FRANCE) gilt mit seinem Solo-Projekt RAPOON ja als „Meister des Loops“ und scheint inzwischen auch in Sachen Quantität dem ähnlich agierenden wie inzwischen verstorbenen MUSLIMGAUZE zu folgen. Allein im Jahre 2015 hat er insgesamt 4 Vollzeit-Alben abgeliefert und „Blue Days“ auf dem polnischen Label Zoharum ist eines davon. (weiterlesen…)

CHVE – Rasa

Freitag, 22. Januar 2016

chve coverMan ist geneigt, den Output des belgischen Church Of Ra-Kollektivs zu idealisieren. Zu gut waren und sind die Veröffentlichungen des illustren Musiker- und Künstlerkollektivs um Ausnahmebands wie OATHBREAKER, WIEGEDOOD, THE BLACK HEART REBELLION oder den Halbgöttern in schwarz AMENRA. Aber jetzt muss die Fanboy-Brille weichen und der Realität ins Auge gesehen werden. Denn mit „Rasa“ legt Amenra-Priester Colin H Van Eeckhout sein lange angekündigtes erstes Soloalbum vor – das, man muss es fairerweise sagen – nicht der ganz große Wurf geworden ist, aber durch seinen uniquen Charakter dennoch einen Platz im Herzen der Ra-Gemeinde einnehmen wird. (weiterlesen…)

FEDERICO ALBANESE – The Blue Hour

Freitag, 22. Januar 2016

0885470006857Federrico Albanese ist ein Komponist aus Mailand, der 2014 mit seinem Debüt „The Houseboat And The Moon“ bei Denovali Records zumindest für soviel Furore gesorgt hat, dass der Nachfolger jetzt auf dem neuen Seitenarm von Berlin Classics erscheint, welcher ja immerhin aus dem legendären wie traditionsreichen Eterna-Label der DDR hervorgegangen ist. Sein Hauptinstrument ist das Piano, das er einerseits mit eher experimentellen Mitteln aufnimmt, aber andererseits ist sein Spiel auch relativ konventionell angelegt. (weiterlesen…)

LE SYNDICAT ELECTRONIQUE – 1996-2016

Sonntag, 17. Januar 2016

R-7808518-1451225931-3114.jpegEigentlich ist das französische Minimal Electro-Projekt LE SYNDICAT ELECTRONIQUE seit 2005 nicht mehr aktiv, der Kult um die fast ausschließlich auf Vinyl veröffentlichten Aufnahmen und sein wegweisendes Label Invasion Planete hält weiterhin ungebrochen an. Zu einzigartig war der präzise-militante Minimal-Sound, dem böse Zungen gar faschistische Tendenzen vorwarfen und der trotz seiner kühl-melancholischen Note immer tanzbar war. (weiterlesen…)

COLIN POTTER – Rank Sonata

Freitag, 8. Januar 2016

Colin PotterWas will uns Colin Potter auf seinem neuesten Machwerk wohl sagen, welches er ironisch aber selbstbewusst „Rank Sonata“, also Stink- oder Widerliche Sonate nennt. Vom Titel fehlgeleitet erwartete ich zuerst Harsh Noise-Industrial, wurde aber nach dem ersten Höreindruck eines Besseren belehrt. Langjährigen Szene-Aktivisten ist Colin Potter als legendärer Produzent und Kollaborateur von Bands wie NURSE WITH WOUND, ORGANUM, THE INSTANT AUTOMATORS oder CURRENT 93 ein Begriff. Auch als Labelbetreiber von ICR genießt er – nicht nur in seiner Heimat Großbritannien – einen gewissen Kultstatus. Er gehört zu den langjährigen Mitstreitern einer Die-Hard-Gemeinschaft, was dem Herren stets Authentizität und eine gewisse Narrenfreiheit garantiert. Doch Ikone hin- oder her. Auf „Rank Sonata“ scheint sich der Maestro unschlüssig, welchen Pfad er denn nun einschreiten möchte. (weiterlesen…)

SYNESTEM – From Spaceports 2

Freitag, 8. Januar 2016

synestem coverIm Jahre 2015, wo auch der großer Meister der Synthesizer aus dem Land des Baguettes – JEAN MICHEL JARRE – mal wieder ein neues Album im Stile oder besser gesagt mit dem Konzept der Marke SCHILLER veröffentlicht hat, gibt es auch einheimische Künstler, die sich – zum Glück – nicht von den aktuellen Werken, sondern eher von den früheren und den ersten Arbeiten wie „Oxygene, Equinoxe“ des grandios, kreativen Franzosen beeindrucken oder sich von diesen inspirieren lassen haben, für das Projekt SYNESTEM sind die Platten aus 1976 immer noch zukunftsweisend und zeitlos repräsentativ, obwohl ja auch schon TANGERINE DREAM und KLAUS SCHULZE zu der Zeit musikalisch aktiv waren. (weiterlesen…)

DA-SEIN – Tautology

Dienstag, 5. Januar 2016

039_lDas Braunschweiger Label Galakthorrö ist seit Jahrzehnten weltweit die erste Adresse für den sogenannten Angst Pop-Sound und liefert seit 1993 immer Qualität statt Quantität. Neben den beiden Haupt-Projekten HAUS ARAFNA und NOVEMBER NÖVELET gehörten Anfangs noch NIGHTMARISH, KARL RUNAU und SUBLIMINAL zum analogen Labe-Kosmos, wovon allerdings nur noch letzterer aktiv ist. In den letzten Jahren gab es dann mit Hermann Kopp, MASHA GENETIK, HERZ JÜHNING und TE/DIS Neuzugänge, die sich alle (Hermann Kopp jetzt mal ausgenommen) doch recht stark in ihrer Soundästhetik ähnelten bzw. wie für das Label ausgedacht erschienen. Mit dem spanischen Duo (und Paar?) DA-SEIN betritt nun ein weiteres Projekt die Glakthorrö-Bühne, welches nicht nur entfernt an NOVEMBER NÖVELET angelehnt klingt. (weiterlesen…)

THEE FLANDERS – Graverobbing 2

Dienstag, 5. Januar 2016

54899_Thee-Flanders-graverobbing-22007 veröffentlichte die Potsdamer Psychobilly-Institution THEE FLANDERS mit „Graverobbing“ ein Album voller witzigen wie treibenden Coverversionen, dem jetzt 8 Jahre später eine Fortsetzung folgt. In rund 40 Minuten werden auf „Graverobbing 2“ diesmal 13 Songs der Pop & Wave-Geschichte sozusagen durchgeflandert und dabei handelt es sich im einzelnen um neue Interpretationen von DEPECHE MODE, DEAD OR ALIVE, DIE ÄRZTE, Billy Ocean, THE RAMONES, Elvis Presley, BAD BOYS BLUE, Cyndi Lauper, HUMAN LEAGUE, MAD SIN, BRONSKI BEAT, CAT O‘ NINE TAILS und DANZIG. (weiterlesen…)

SERENE FALL – „Silent World“

Dienstag, 5. Januar 2016

R-7544442-1443693767-6114.jpegSERENE FALL ist eine Post Punk-Band aus dem Umfeld von EA80, welche seit Anfang der 90er Jahre aktiv ist und sich seit dem jeglicher Weiterentwicklung bzw. anderer Einflüsse jenseits des eingeschlagenen Pfades verweigert. Nach gerade mal drei Alben und einer Single in über 20 Jahren liefert jetzt die Band eine Mini-LP im 10“-Vinyl-Format ab, die es in sich hat. (weiterlesen…)

Stephen O‘ Malley – Fuck Fundamental Pigs

Dienstag, 29. Dezember 2015

stephenoMalleyFuckfundamentalpigsFinally das Soloalbum von Stephen o‘ Malley, auf das alle Interessierten gewartet haben. Bisher „nur“ vorbereitet über Tape Releases (z.B. Tempestarii + DISintegration) und youtube-Live-Dokumentationen hier jetzt als Doppel-Live-LP (Vinyl only antürlich, no CD, no MP3). Analog seines Live-Gestus mit der fotografischen Ikonisierung der Arbeitsgeräte auf dem Cover… (weiterlesen…)

Sunn o))) – Kannon

Dienstag, 29. Dezember 2015

sunn_o_kannonBarmherzigkeit, das ist laut der Linernotes die Bedeutung von „Kannon“ im ostasiatischen Kulturkreis. Interessanter Titel für eine neue Sunn o))), die sich, nach dem extrem vielschichtigen „Monoliths & Dimensions“ von 2009, ganz auf den unbarmherzig vorn stehenden Grind von Gitarre und Bass konzentriert. Zwar ist die Zahl der Mittäter wieder hoch, es klingt aber jederzeit so, als ob Stephen o‘ Malley und Greg Anderson sich für diese erste Sunn o))) LP nach 2009 (die in der Zwischenzeit erschienenen Alben mit Nurse With Wound, Ulver und Scott Walker, die Live und Rehearsal-Demos nicht gezählt) in allererster Linie auf ihr eigenes Zutun beschränkt hätten; mit der einzigen Ausnahme von Attila Csihar an zentraler Position als Sänger; wieder einmal. (weiterlesen…)

THE BLACK HEART REBELLION – People, When You See The Smoke, Do Not Think It Is Fields They´re Burning

Dienstag, 29. Dezember 2015

the black heart rebellion coverBelgien, und immer wieder das vor kontemporärer Innovationskultur übersprudelnde Städtchen Ghent in Ostflandern, hauptsächlich aber der philosophische Überbau des Church-Of-Ra-Zirkels – liefert gegenwärtig die besten Bands im Dunstkreis Sludge, Post-Hardcore und Black Metal. THE BLACK HEART REBELLION stehen zwar noch etwas im Schatten ihrer großen Brüder AMENRA, OATHBREAKER und WIEGEDOOD, liefern mit ihren Alben aber regelmäßig gleichbleibend hohe Qualität ab. (weiterlesen…)

DEAD NEANDERTHALS – Endless Voids

Dienstag, 29. Dezember 2015

deadneanderthals_endlessvoidsVier Seiten Vinyl live Impro vom Incubate in Tilburg, aufgenommen am 21.09.2014; klingt nach schwerer Kost, erst recht, wenn man erfährt, dass tatsächlich 8 Leute gleichzeitig daran beteiligt waren. Was dann aber zu hören ist, ist (ein weiteres Mal) ein Musterbeispiel, was im besten Fall passiert, wenn Künstler aus dem experimentellen Bereich mit Improvisationserfahrung live aufeinandertreffen: weder sinnfreies Brett, noch übervorsichtiges Abtasten; statt dessen Aufbau, Dynamik und eine Summe der Teile, die die Anzahl der einzelnen überwiegt. Gerade auch weil alle darauf verzichten (weiterlesen…)

HERBST9 – Fragmentary

Dienstag, 29. Dezember 2015

h9_frag2011 erschien mit „Usumgal Kalamma“ das bisher letzte reguläre Werk von HERBST9 als Doppel-Album, welches mich damals leider irgendwie auf dem falschen Fuß erwischt bzw. mit seiner Fülle an Material förmlich erschlagen hat. Diesem folgt jetzt vier Jahre später eine weitere Doppel-CD namens „Fragmentary“, welche überarbeitetes Material ihrer Live-Konzerte in Mannheim, Lille, Leipzig, Chemnitz, Breslau, New York, Moskau, Prag, Vilnius, Berlin und Norberg enthält. Obwohl ich Anfangs recht skeptisch an diese Zusammenstellung gegangen bin, wurde ich sehr schnell in ihren Bann gezogen bzw. versank völlig in den dichten mythisch-grollenden Atmosphären von HERBST9. (weiterlesen…)

NIEDOWIERZANIE – Paradies

Dienstag, 29. Dezember 2015

niedowierzanie-paradiesNIEDOWIERZANIE ist das musikalische Projekt mit polnischen Namen des Franzosen Leo Maury, der auch schon temporär in Spanien und Deutschland gelebt hat, inzwischen aber zurück in seine Heimat musste und dort depressives Trübsal bläst. Nach drei Platten und zwei Tapes jetzt seine erste CD, welche in einem wertigen Vinyl-Replika-Cover daher kommt und mit „Paradies“ betitelt ist. Wer nun allerdings eine nahtlose Fortsetzung des maritim-mediterranen Akustik-Drone-Ambient der herrlichen „Attendre“-Platte auf T(R)eue um T(R)eue erwartet hatte, wird erst einmal enttäuscht sein, denn NIEDOWIERZANIE geht diesmal deutlich experimenteller vor. (weiterlesen…)

JEAN MICHEL JARRE – The Time Machine

Dienstag, 29. Dezember 2015

JEAN MICHEL JARRE - The Time MachineVon den Medien als das Elektro Album des Jahres angekündigt, veröffentlicht JEAN MICHEL JARRE sein oder besser gesagt ein neues Album im typischen SCHILLER Stil, nämlich mit Kollaborationen von großartigen Künstlern wie MOBY, PETE TOWNSHEND, ARMIN VAN BUUREN, VINCE CLARK, M83, GESAFFELSTEIN, FUCK BUTTONS, LITTLE BOOTS, BOYS NOIZE, LANG LANG, LAURIE ANDERSON, JOHN CARPENTER, TANGERINE DREAM, AIR, 3D ( MASSIVE ATTACK ) als Download, Digipack und Vinyl! (weiterlesen…)

SUBLIMINAL – Sterben lassen

Dienstag, 29. Dezember 2015

038_lSUBLIMINAL ist neben HAUS ARAFNA und NOVEMBER NÖVELET das inzwischen dienstälteste noch agierende Projekt im Angst Pop-Kosmos von Galakthorrö und gleichzeitig auch das brutalste! Nach jeweils einem Album im Jahre 2000 und 2006, veröffentlichte Albert Fisch bzw. SUBLIMINAL 2009 und 2012 je zwei EP-Singles, an welche jetzt eine weitere namens „Sterben lassen“ akustisch wie optisch nahtlos anknüpft. (weiterlesen…)

CAROLINE K – Now Wait For Last Year

Dienstag, 29. Dezember 2015

gg1272kleinCaroline Kaye Walters war die Freundin und spätere Frau von Nigel Avers, Mitglied bei seinen Projekten NOCTURNAL EMISSIONS und THE PUMP, sowie Mitbegründerin der Labels Sterile Records und Earthly Delights. Vor allem ihre Beiträge zum „Songs Of Love And Revolution“-Album von NOCTURNAL EMISSIONS und insbesondere der Minimal-Synth-Track „Never Give Up“ sind seit dem Kult. Diese Frau, welche 2008 viel zu früh an Leukemie starb, hat also Industrial-Kultur-Geschichte geschrieben und uns 1987 mit „Now Wait For Last Year“ auch ein Solo-Album hinterlassen, welches in der Original-Vinyl-Ausgabe inzwischen ein gesuchtes wie teures Sammler-Objekt ist. (weiterlesen…)

NATASCHA SCHAMPUS – Cafe Industrie – A Lucid Dream

Dienstag, 29. Dezember 2015

nataschaschampusDer Name NATASCHA SCHAMPUS tauchte in der Vergangenheit schon im Umfeld der KONSTRUKTIVISTS, MUSHROOM’S PATIENCE und THE EXPLODING MIND auf, sowie in der Live-Besetzung von DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF LEADING HAND. Um so mehr war ich auf das schon länger angekündigte Debüt des Projektes gespannt, welches ja seinen Namen an eine in Österreich recht umstrittene Person angelehnt hat. „Cafe Industrie – A Lucid Dream“ wird meinen Erwartungen mehr als gerecht, denn NATASCHA SCHAMPUS nimmt uns mit auf eine verstörende Reise durch die Nekropole Wien. (weiterlesen…)

RADARE – Im Argen

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Radare_im_ArgenMancher Stil, manches (Sub-)Genre ist so derartig von einem einzigen Künstler geprägt, dass es schwer fällt, noch Raum für Andere mit ihrer Sichtweise zum gleichen Thema zuzulassen… Ganz einfach, weil geprägt hier eher mit „besetzt“ konkretisiert werden kann. Bzw. meist einfach auch wird. Und sich natürlich eigentlich die Frage zu stellen hätte, wer hier in welchen Fällen festlegen kann / darf, dass das jeweilige Thema mit diesem einen Projekt / Band etc. eben besetzt ist. Und in anderen Fällen dann nicht; Fällen, in denen es hunderte ähnlich agierender geben „darf“. Aber, noch erstaunlicher, scheint es tatsächlich so zu sein, als dass sich im Fall einer solchen Besetzung eine hohe Zahl der Hörer über genau diesen Fakt einig ist… (weiterlesen…)

MY DISCO – Severe

Mittwoch, 23. Dezember 2015

my_disco_severeAlles Überflüssige weglassen, auf den Punkt kommen. Immer wieder benutzte Willensbekundungen, wenn es darum geht, etwas wirklich herauszuarbeiten; etwas eigenes. Dass aber selbst die Reduktion noch immer weiter getrieben werden kann und sich, statt des Erreichens des Nullpunkts, quasi wie nach einer Black-Hole Passage in die dahinter liegende Gegenwelt plötzlich etwas Neues auftun kann, beweisen My Disco mit ihrem Viertling „Severe“ reichlich eindrucksvoll. Schon vorher auf einer Art Mantra-Math-Rock Schiene, haben sie sich in Sachen Komposition noch weiter vom Abstrakt-Song-Format der Vorgänger in Richtung Hypnosetrack verabschiedet. (weiterlesen…)

CITY OF SHIPS- Ultraluminal, GET YOUR GUN – The Worrying Kind, FASHION WEEK – Pret-A-Porter

Mittwoch, 23. Dezember 2015

cityofships_ultraluminalCity Of Ships  – “Ultraluminal“

Riffs; Gerüst und Fundament, wiederholt, immer wieder. So kennt man(n+Frau) das und mag es so. City Of Ships haben da jedoch einen verwirrend anderen Ansatz: Riffs ja, Wiederholung nein. Stattdessen alle Motive in steter und dauernder Wandlung, wie ein Fluss; alles Wasser aber keine Welle gleich. Egal ob als Fundament für den Gesang oder für die zahlreichen Instrumentalparts, Breaks, Abwandlungen, Fills, etc. Absolut unvorhersehbar und eigentümlich zugleich; abgefahren, dass die Band es sich überhaupt merken kann. Unbedingt selbst prüfen, ob es passt. Irgendwo zwischen Post und davor…
https://cityofships.bandcamp.com/

 

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XTR HUMAN – In Circles

Mittwoch, 23. Dezember 2015

xtrDas Debütalbum „Atavism“ von den Post Punkern und Wavern XTR HUMAN aus Stuttgart ist leider etwas an mir vorbei gegangen, dafür erreichte mich jetzt die EP „IN CIRCLES“ – und die ist nicht weniger interessant als der Fulltime Vorgänger. Die klassischen Sounds von den inszwischen in Berlin ansässigen XTR HUMAN tendieren sehr stark in Richtung EDITORS, NO MORE, A PROJECTION, JOY DIVISION, THE SOUND, INTERPOL und erinnern zudem etwas an alte SIMPLE MINDS aus der „Sons and Fascination“ Phase, aber auch die frühen NEW ORDER direkt nach ihrer Gründungszeit kommen im Soundgebilde von XTR HUMAN vor. Das beste allerdings ist diese düster, sonore und morbide, kehlige Stimme vom Frontmann Johann Stabel, für mich könnte er glatt der Zwillingsbruder eines IAN CURTIS sein, so gleich klingen die Stimmen bei so manchen Track. (weiterlesen…)

MORTHOUND – Off The Beaten Track The Light Don’t Shine

Dienstag, 22. Dezember 2015

R-7215039-1436349552-6145.jpegNach der im vorigen Jahr veröffentlichten und allumfassenden 5xCD-Box „Mortology“ von MORTHOUND (und MORTHOND) vermehrten sich auch die Anzeichen danach, das Benny Nilsen sein altes Cold Meat Industry-Projekt wieder reaktivieren würde. Nach einigen Live-Auftritten nun sogar ein neues Album, welches zumindest optisch nahtlos an die Eingangs erwähnte Retrospektive anschließt. (weiterlesen…)

FLÉAU – FLÉAU

Dienstag, 15. Dezember 2015

Fléau-coverDa hat mich wieder etwas ganz Feines in Sachen Elektromusik erreicht, nämlich das 7 Track Instrumental Debütalbum vom neuen Soloprojekt des Herrn MATHIEU MEGEMONT aus Bordeaux, überhaupt scheint France eine Hochburg des minimalen und analogen Synthwave geworden zu sein. Monsieur MEGEMONT war übrigens auch schon Mitglied bei Gruppen wie VvvV, AE und YEAR OF NO LIGHT und die Affinität zu den Elektroheads der alten Schule und Synth Pionieren der frühen 80ziger Jahre ist schon unverkennbar! Das Projekt FLEAU wiederum heißt übersetzt sowas wie „das Unwesen, die Plage“ (weiterlesen…)

BERSARIN QUARTETT – III

Sonntag, 13. Dezember 2015

BersarinQuartett_IIIDas Cover friert einen Moment unbestimmter Dramatik ein, rot erleuchtetes Aufwallen von Wolkenbergen. Und illustriert damit ganz perfekt die Stimmung der dritten VÖ des Bersarin Quartett, deren melancholisch verwehte Kompositionen sich trotz aller innewohnenden Schichtungen und Mikro-Verschiebungen, trotz des durch sie ausgelösten Gefühls von sich endlos ausdehnenden Soundseen in denen die Hörer sich verlieren könn(t)en, vielmehr durch ganz punktgenau und fokussiert gesetzte kompositorische wie instrumentale Zutaten auszeichnen; eine besondere Meisterschaft des Bersarin Quartett, die sich nicht zuletzt darin zeigt, (weiterlesen…)

SUBHEIM – Foray

Sonntag, 6. Dezember 2015

subheimSeine sonnige Heimat Griechenland merkt man Soundtüftler und Visual Artist Kostas Katsika auf seinem dritten Album – wieder via Denovali Records erschienen – wahrlich nicht an. Dunkle Melancholie, durchaus gothisch angehaucht und mittlerweile auch im Orientalischen verwurzelt, war Katsikas Laptop-Elektronik mit Live-Percussion und Downtempo-Ambient schon immer die Einladung zu elektronischen Nachtfahrten, deren melancholisches Grundgehalt dennoch nicht zum Tanzen eignet. Schön auch, dass sich SUBHEIM bei seinen seltenen Live-Auftritten durchaus die Mühe macht, passende Visuals und Landschaftsaufnahmen auf der Leinwand zu zeigen, die den weltverlorenen Kosmos seiner Musik zu unterstreichen wissen. Merke: SUBHEIM ist ein multivisuelles Projekt, das neben der Musik und den daraus resultierenden Emotionen auch Wert auf Ästhetik und konzeptionelle Darbietung legt. (weiterlesen…)

RAGE AGAINST THE MACHINE – Live At Finsbury Park

Sonntag, 6. Dezember 2015

unnamed-5RAGE AGAINST THE MACHINE wurden 1992 mit ihrem selbst betitelten Debüt-Album zum Sprachrohr einer politisch wie gesellschaftlich engagierten Generation, deren revolutionärer Geist heute noch immer in Bewegungen wie zum Beispiel Occupy nachhallt. Wie es bei solchen Fällen von ikonenhaften Debüt-Alben aber meistens ist, konnten die nachfolgenden Werke nie an deren Größe anschließen und im Falle von RAGE AGAINST THE MACHINE löste sich die damals wegweisende Crossover-Band Ende um die Jahrtausendwende relativ geräuschlos auf. 2009 wollten dann das „Gutmenschen“-Ehepaar Jon und Tracy Morter eine weitere Nummer 1 in den britischen Charts der Casting-Show „X-Factor“ verhindern und riefen über sogenannte „Social Networks“ zum Kauf (natürlich nur digital) der alten RAGE AGAINST THE MACHINE-Single „Killing In The Name“ auf. In Zeiten von Facebook & Twitter bzw. anonymen „Shitstorms“ verbreitete sich diese Kampagne (kann man das schon als Hetze bezeichnen?) sehr schnell und jener Song wurde pünktlich zum Weihnachtsgeschäft künstlich auf den Chart-Thron gehievt. (weiterlesen…)

MOLOCH – Die Isolation

Sonntag, 29. November 2015

molochDie Alben von Sergiy Fjordsson tragen schwer depressive Titel wie „Ein Ort zum Sterben“, „Der Schein des Schwärzesten Schnees“ oder „Abstrakter Wald“. Kenner der Codes wissen nach umgehender Analyse von Schwarzweiß-Ästhetik und schwermütigem Grundtenor gleich, dass es sich bei MOLOCH um ein zutiefst suizidales Depressive Black-Metal Projekt handelt. Bereits im April erschienen, gerade aber jetzt im klirrenden Winter sein Potenzial entfachend, bringt uns das Ein-Mann-Black-Metal-Projekt MOLOCH aus der Ukraine ein zutiefst bedrückendes Album in die Vorweihnachtszeit – übrigens sein bereits 95. Tonträger. Viel Spaß beim Sammeln. Bereits die Bilder auf der Homepage des Musikers zeugen von einer tiefen Naturverbundenheit und gleichzeitiger Weltabgeschiedenheit, die der Musiker pflegt. Vor allem schneebedeckte isolierte Wanderhütten in tiefster Waldespracht scheinen die Faszination des Eigenbrödlers zu erwecken. Mit seinen mannigfaltigen Veröffentlichungen auf diffusen US-Kleinstlabels, darunter aber auch so illustren Namen wie Cold Spring, scheint es Fjordsson eine Herzensangelegenheit zu sein, die finstersten Stunden seiner Seele in Musik zu transformieren. Womöglich wäre er sonst längst tot. War das zu abgedroschen? (weiterlesen…)

MOLJEBKA PVLSE – In Love and Death. You are alone (10″); MOLJEBKA PULSE & HOROLOGIUM (CD) – Kaukasus

Sonntag, 29. November 2015

moljekbaEs ist ziemlich genau zehn Jahre her, dass mir mich „Kaukasus“ von MOLJEKBA PVLSE & HOROLOGIUM ziemlich begeisterte, daher – und auch, weil mich die Veröffentlichungen auf Substantia Inomminata bisher noch nie enttäuscht haben – gehe ich der in durchsichtigem Vinyl erschienenen 10“ Platte mit einiger Erwartung entgegen: Und das erste der beiden Stücke, deren beiden Titel den so poetischen Gesamttitel „In Love and Death. You are alone“ ergeben, beginnt dann auch ohne große Umschweife mit einem vielschichtigen, großen Drone. Zu versuchen, hier alle Klangquellen zu benennen oder sich den Kopf darüber zu zerbrechen, ob ich hier wirklich eine Kirchenorgel mitheraushöre ist müßig, die Info auf dem Promo-Blatt sagt mir immerhin, dass u.a. „amplified objects, analogue synthesizers, guitars and field recordings made in Europe, (weiterlesen…)

MINUIT MACHINE – Violent Rains

Sonntag, 29. November 2015

a0200032524_10Wie das Leben eben so spielt, da habe ich dieses Jahr im September das Konzert von Hante, dem genialen Nebenprojekt von Helene de Thoury, in Bremen live erlebt und genossen und schon flattert mir die nagelneue Fulltime CD – VIOLENT RAINS – vom Hauptprojekt MINUIT MACHINE ins Haus, dem lieben Dennis Wollnik aus Köln sei ganz herzlich gedankt. Das französiches Damenduo aus dem Land des Baguette und der Froschschenkel, sowie des Elektropioniers J. M. JARRE – außerdem ich muss sofort auch noch rein musikalisch an die beiden Damen vom Synthpop Duo MARSCHEAUX aus Griechenland denken – von MINUIT MACHINE bestehend aus Helene de Thoury zuständig für die elektronisch, unterkühlte Klangerzeugung und Amandine Stioui, die diese herrlich unterschwellig düstere und mitunter, leicht monotone Ausrichtung der Vocals per Exelance beherrscht, sich aber auch dem synthetischen Dark Wave Klängen völlig hingeben kann und dabei eine zugleich elegisch, sowie emotional, starke Stimme mit in die Tracks einfließen lässt, ab und zu erscheint mir ein Vergleich zu KIRLIAN CAMERA und deren Frontfrau ELENA ALICE FOSSI nicht so ganz abwegig. Die äußerst melodiösen, unterschwellig romantisch, traurigen und teils poppigen Cold Wave Synthstrukturen, die auf das elektronische Schlagzeug treffen, bilden so den wunderbaren und charmanten Rahmen für diese großartige Veröffentlichung, die 10 Tracks der Platte können wahrlich begeistern und nehmen den Hörer mit auf eine „fulminant ausgedehnte Achterbahnfahrt auf Opas Lehnstuhl in die Zukunft“. (weiterlesen…)

SALVATION AMP – Earth We Walk Upon

Sonntag, 29. November 2015

salvation ampDas Warten hat sich wirklich gelohnt, nach fast 3 Jahren präsentieren uns die Detmolder Wave Goth Rocker SALVATION AMP (übrigens 2010 gegründet ) ihren zweiten Longplayer mit Namen „EARTH YOU WALK UPON“ – im schriftlich, kunstvoll gestalteten Papp- Klappcover. Wie auch beim Debüt „Hidden Faces“ zelebriert uns Frontmann Christ Ian einen schmackhaften Goth Cocktail, in der er sich u.a. für die düster, kehlige und typisch Goth leidende Stimme zwischen ANDREW ELDRITCH und WAYNE HUSSEY oder CARL McCOY – sowie für die wunderbar, perlenden Slideguitars verantwortlich zeigt. Rein Soundtechnisch wird wieder rockig, atmosphärischer und melodischer Gothrock mit Tiefgang in der Tradition der 80er / 90er Jahre geboten wie er auch von Gruppen wie FUNHOUSE, GARDEN OF DELIGHT, THE MISSION, DIARY OF DREAMS usw. über die Jahre eingespielt wurde. Wie gesagt, die sich wunderbar den neuen Songs angepaßte JOY DIVISON ähnliche Goth Stimme von CHRIST IAN – wird von CAVEMEN am dunkel „geschwängerten“ Bass und von STEVE LEAFS an den „knallig“ kraftvollen Drums hervorragend ergänzt, die Tracks sind im übrigen ohne große technische Unterstützung produziert worden, sozusagen wurde alles live und in Farbe am Set eingespielt. (weiterlesen…)

TOY BIZZARE/ EMERGE – s/t

Donnerstag, 19. November 2015

SToy_Bizarre_Emerge_Toy_Bizarre_Emergeplit und Kollaboration zugleich: Emerge, das Zentrum des hiesigen Attenuation Circuit und Toy Bizarre aus Frankreich, beide Projekte seit langem in der Experimantalszene unterwegs, hier mit einer quasi Zeitreise auf Vinyl: und eigentlich geben schon die Coverbilder und die des Inlay alle Hinweise zur Entstehungsgeschichte. Aber so klar es auch scheint, wenn man die erst einmal die Linernotes gelesen hat, genau so sehr ist es vorab auch einfach „nur“ ein gelungenes, düsteres Cover mit einigen fensterartigen Ausblicken in eine hellere Welt da draußen. Eine Verschiebung von Wirklichkeiten, ein Spiel mit der Wahrnehmung, das die musikalische Ebene mehr als fortsetzt… Seite 1 bildet dabei so etwas wie die Grundlage(?); (weiterlesen…)

EMERGE + UNII – Distant Glow

Donnerstag, 19. November 2015

Emerge_Unii_Distant_GlowEine der ultralimitierten Attenuation Circuit Veröffentlichungen, die in einem steten Fluss erscheinen, aufgrund ihrer Stückzahl aber nur wenige erreichen (können). So wie hier als Nummer 3 einer Auflage von 33 Exemplaren auf Cdr in der typischen Origami-Trick-Verpackung. Auch wenn es sicherlich genug Gründe für die extreme Limitierung geben wird (und der Wunsch, die Musik künstlich zu verknappen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keiner davon sein wird), gerade im Fall der Zusammenarbeit von Emerge mit Unii aus Japan erscheint diese Tatsache besonders schade: ein nur noch poetisch zu nennendes Zusammentreffen geräuschhafter Flächen mit Stimme; extrem viel Raum um beides, Raum für Stille, (weiterlesen…)

AD:KEY – Anthropozän

Donnerstag, 19. November 2015

ADkeyreviewAuch das vierte Album des Electro-Traumpaares Andrea und Rene Nowotny alias AD:KEY bietet wieder deutsche EBM der 90er Jahre und im Stil der ARMAGEDDON DILDOS und ORANGE SECTOR bzw. ganz klar von der DAF beeinflusst. Das Duo mit dem gewissen prolligen Randberliner Charme (weiß auch nicht, warum ich das so gerne schreibe) schließt dabei nahtlos an den Vorgänger „Astrogator“ an, ohne diesmal groß neuen Impulsen und Einflüsse Raum zu geben, was aber auch von der anvisierten Zielgruppe sicherlich gar nicht gewünscht ist. (weiterlesen…)

MODERN WITCH – Babylon

Montag, 16. November 2015

12inch_3mm_v92012.indd2013 schon erschien auf Treue um Treue mit „Hollywood“ der erste Teil einer Retrospektive von den verstreuten wie raren Tape und CD-R-Tracks des amerikanischen Witch House-Projektes MODERN WITCH auf Vinyl. Knapp zwei Jahre später folgt nun die Fortsetzung „Babylon“, welche jetzt nicht nur in der Zusammensetzung der Plattentitel, sondern auch beim Zusammenlegen beider Cover einen Sinn ergibt. (weiterlesen…)

ZEUS ! – Motomonotono

Donnerstag, 12. November 2015

zeus_Motomonotono(1)Duo; Bass, Schlagzeug; manchmal etwas Stimme: Zeus! Aus (nein, nicht von da, sondern aus) Italien werfen ab Ton 1 auf ganz eigene Weise die Frage auf, wieviel Mathematik, wieviel Anteil Sport in Musik enthalten sein kann. Oder besser muss, um etwas Derartiges überhaupt spielen zu können. Und wie oft die Musiker es dann auch noch üben müssen, um es dann auch noch so locker und trotzdem tight spielen zu können. Wieviel Kaffee noch dazu zu trinken ist oder anderes mal ganz außer Acht gelassen… (weiterlesen…)

COWARDS – Rise To Infamy

Donnerstag, 12. November 2015

cowards_rise_to_infamyEines der vielen Beispiele, dass so manche Dinge in Frankreich gerne ohne Abstriche angegangen werden. Filme, z.B. Die sind in Frankreich, selbst wenn sie eine bestimmte (Erwartungs-)Haltung bedienen (sollen), genretypisch sein wollen, eigentlich selten typisch (ok, außer typisch französisch). Weil sie weitergehen. Bis an oder sogar über die Grenzen. Dann aber nicht woanders landen. (weiterlesen…)

VORTEX – Rockdrill

Donnerstag, 12. November 2015

vortex rockdrillAuch wenn bereits 2010 im tiefsten US-Untergrund, mit nur insgesamt 500 bei Cyclic Law erschienen, ist mir durch geglückte Zufälle das zweite Album von Dr. Marcus Stiglegger, seines Amtes Filmwissenschaftler, Kritiker, Buchautor und Professor für Film und Fernsehen, in diesem Fall alias VORTEX in die Hände gefallen. Der umtriebige Allrounder, Herausgeber des legendären Ikonen Magazins und schon immer ein Teil der aktiven deutschen Schwarzen Szene komponiert nicht nur Filmmusik, sondern veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Alben mit seinem Dark Ambient- & Ritual-Projekt VORTEX. Bereits sein 2008 erschienenes Debüt „Phanopoeia“ ist in der Post-Industrial-Szene positiv aufgefallen. Der intellektuelle-akademische Gestus und die zum Teil extremst sperrige Geräuschmusik haften aber auch seinem zweiten Album an. Wer Musik gerne im tiefen künstlerischen Kontext sucht und die tiefe Einarbeitung in ein konzeptionelles Werk nicht scheut, klopft hier an der richtigen Pforte. (weiterlesen…)

MINUIT MACHINE – Violent Rains

Donnerstag, 12. November 2015

MINUIT MACHINE - Violent RainsWie das Leben eben so spielt, da habe ich dieses Jahr im September das Konzert von Hante, dem genialen Nebenprojekt von Helene de Thoury, in Bremen live erlebt und genossen und schon flattert mir die nagelneue Fulltime CD – VIOLENT RAINS – vom Hauptprojekt MINUIT MACHINE ins Haus, dem lieben Dennis Wollnik aus Köln sei ganz herzlich gedankt. Das französiches Damenduo aus dem Land des Baguette und der Froschschenkel, sowie des Elektropioniers J. M. JARRE – außerdem ich muss sofort auch noch rein musikalisch an die beiden Damen vom Synthpop Duo MARSCHEAUX aus Griechenland denken (weiterlesen…)

TROUM & RAISON D’ETRE – De Aeris In Sublunaria Influxu

Sonntag, 8. November 2015

a3965824582_10Auf „De Aeris In Sublunaria Influxu“ gehen zwei absolute Größen des Dark Ambient-Genres eine Kollaboration ein, die sich in ihren Einzel-Inkarnationen zueinander doch schon deutlich unterscheiden. Zum einem wären da die norddeutschen TROUM, welche ja mit der Vorgängerband MAEROR TRI und ihrem Label Drone Records das gleichnamige Genre überhaupt erst so richtig erfunden haben und mit TROUM jetzt zu den führenden Vertretern gehören. Ihr melancholisch-melodischer Gitarren-Drone-Sound setzt selbst nach all den Jahren immer noch Maßstäbe, wenn auch ihre Diskografie inzwischen etwas inflationär geworden ist. Zum anderen wäre da der schwedische Cold Meat Industry-Veteran RAISON D’ETRE, welcher in den 90er Jahren durch sakral-hymnisch gefärbten Dark Ambient mit Death Industrial-Einschlag sogar in der schwarzen Gothic-Szene Fuß fassen könnte, ohne dabei peinlich zu wirken. Spätere Werke waren dann jedoch wesentlich kälter und abstrakter ausgefallen, um mit seinem letzten Album „Mise En Abyme“ im vorigen Jahr wieder zu seinen Wurzeln zu finden. Jene CD erschien übrigens auf Transgredient Records, was ja ein Seitenarm von Drone Records ist und sich so der Kreis zu TROUM schließt. Beide Projekte haben sich nun zwischen 2011 und 2014 ausgetauscht und letztendlich ist aus dieser Fern-Beziehung „De Aeris In Sublunaria Influxu“ entstanden. Nicht immer geht ja so ein „Aufeinandertreffen der Titanen“ gut aus und gerade bei dieser Angelegenheit hier war ich mehr als skeptisch, ob sich zwei so altgediente Projekte wirklich noch gegenseitig befruchten können. (weiterlesen…)

DIARY OF DREAMS – Grau im Licht

Sonntag, 8. November 2015

diary_of_dreams_grau_im_lichtWar ich Anfang vorigen Jahres auf Grund meiner bisherigen Unwissenheit bezüglich des Werdegangs von DIARY OF DREAMS doch ziemlich überrascht durch die dunkle Endzeitstimmung und Wucht, welche mit ihrem 11. Album „Elegies In Darkness“ über mich hereinbrach, hat sich das jetzt gut ein Jahr später natürlich relativiert. Denn Album Nummer 12 bzw. „Grau im Licht“ knüpft nahtlos an den Vorgänger an und weicht eigentlich selbst im kleinsten Detail nicht von dem einst eingeschlagenen Pfad ab. (weiterlesen…)

Alex Ogg – California über alles – DEAD KENNEDYS, wie alles begann

Samstag, 31. Oktober 2015

fullview.phpDieses Buch mit dem Untertitel „DEAD KENNEDYS – Wie alles begann“ ist schon erstaunlich, denn es ist das erste Buch überhaupt, welches sich mit der Geschichte dieser legendären amerikanischen Punk-Band beschäftigt. Um so erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass deren Debütalbum „Fresh Fruit For Rotting Vegetables“ genau so einflussreich war, wie zum Beispiel „Never Mind The Bollocks“ von den SEX PISTOLS und das der LP beiliegende Poster fast alle „Punk-Kinderzimmer“ der 80er Jahre zierte, wie das DK-Logo auf den Lederjacken prangte. (weiterlesen…)

HALMA – Granular

Mittwoch, 28. Oktober 2015

halma_granularHalma kennen die Regeln und die notwendigen Spielzüge (…ein bei dem Namen der Band auf der Hand liegender Witz; mit Blick auf die Tatsache, dass „Granular“ ihre sechste LP ist aber auch unabhängig dessen nicht ohne Wahrheit). Instrumentale Musik in Rockbandbesetzung, das ist, auch wenn man sich kaum noch traut die Bezeichnung zu nennen, das was allgemein seit X Jahren als Postrock bezeichnet wird. Und was, selbst wenn es mal antrat es anders zu machen als der (damals?) durchschablonierte Rock, heute längst selbst ein Genre mit (scheinbar?) alles andere als offenen Regeln geworden ist. Umso schöner, wenn Einzelne das nicht hindert, doch etwas eigenes daraus zu destillieren. Die Genreregeln zu kennen und sie zu wandeln, auf eigene Art. Auch durch Weglassen, durch Konzentration. (weiterlesen…)

Dikeman / Noble / Serries – Obscure Fluctuations

Mittwoch, 28. Oktober 2015

DikemanNobleSerriesObscure FluctuationsSteve Noble gehört zu den Schlagzeuger mit Wiedererkennungswert; ab dem ersten Schlag auf was auch immer. Und ihm gehören die ersten Minuten einer VÖ, die eine explosive Mischung aus Schlagzeug, Saxofon und Gitarre bietet. Und ohne John Dikeman und Dirk Serries hier in irgendeiner Weise zurücksetzen zu wollen, ist Steve Noble mit seinem ideenreichen, akzentuiert kraftvollen Spiel so etwas wie der Motor des Trios, in den sich beide einklinken…Wer auch immer prophezeit hätte, dass Dirk Serries sein Gitarrenspiel in eine solche Richtung öffnen würde, der / die wäre wohl kaum ernst genommen worden; z.B. zu Zeiten von Fear Falls Burning. Und eigentlich auch noch bis vor kurzem; bis zum Start der New Wave Of Jazz Serie… (weiterlesen…)

S.E.T.I. – The Geometry Of Night

Mittwoch, 28. Oktober 2015

seti_geoDas im Jahre 1996 auf dem deutschen Incoming!-Label veröffentlichte zweite Album „The Geometry Of Night“ des LAGOWSKI-Projektes S.E.T.I. gilt seit dem als sein eingängigstes Werk. Dies ist auch kein Wunder, denn das Label-Raster von Incoming! war ja völlig auf das IDM-Genre ausgerichtet und größtenteils für seine relaxt-schluffigen Dub-Produktionen (NONPLACE URBAN FIELD, CEE-MIX, ELEKTRONAUTEN) bekannt. Andrew Lagowski hat sich mit seinem damaligen Nebenprojekt S.E.T.I. dem angepasst und ein bis heute noch grooviges Meisterstück abgeliefert. (weiterlesen…)

SCARLET ARCHITECT – Eternal Return

Samstag, 24. Oktober 2015

scarlet architectEin wortwörtlich aus der Zeit gefallener Release kommt mit den gesammelten Werken von SCARLET ARCHITECT ins Haus. 1981 gründete sich die Band nach einem Kraftwerk-Konzert in Chicago, welches für die einstigen New Waver sicher als Offenbarung verstanden werden kann. Innerhalb der lokalen Wave/Synthpop-Szene sind SCARLET ARCHITECT sicher eine gewisse Hausnummer gewesen, heute kennen die Band sicher nur eingefleischte Insider der US-Szene jener Zeit. Tatsächlich gab es einst auch nur eine EP-Veröffentlichung. Jetzt über 30 Jahre später kommt mit legendärer Verspätung die Diskografie der Band, gesammelt auf einer CD und spendiert von Genetic Music Darauf enthalten sind insgesamt elf Songs, bestehend aus der ersten EP, einem 1984 nie veröffentlichten Album und „neuem Material der damaligen Zeit“. (weiterlesen…)

O PARADIS – Llega El Amore, Asoma La Muerte

Donnerstag, 22. Oktober 2015

R-7399293-1440672097-5735.jpegWohl dem, der mit dem Veröffentlichungstempo des Katalanen Demian bzw. seines Projektes O PARADIS noch Schritt halten kann. Meist erscheinen zwei Alben in einem Jahr und dabei die zahlreichen Kollaborationen gar nicht mit eingerechnet. Seit Jahren nehme ich mir jetzt schon vor, aus diesem „Teufelskreis“ auszubrechen, aber jedes Mal erwischt er mich irgendwie immer wieder. So auch diesmal, denn O PARADIS bedeutet ganz einfach großartige melancholische Musik mit mediterranen Flair, welches vor allem durch den schwermütigen spanischen Gesang getragen wird. (weiterlesen…)

INSTITUTION D.O.L. – 17 Shameless Years

Donnerstag, 22. Oktober 2015

IDOLINSTITUTION D.O.L. gelten ja als einziger Power Electronic Noise-Vertreter aus Österreich und Projekt-Kopf Barbie Blutig riskiert ja gerne mal eine dicke Lippe, was ihm in der Vergangenheit nicht immer nur Freunde eingebracht hat. Auch war der bisherige Weg von INSTITUTION D.O.L. von einigen Brüchen geprägt und so währte zum Beispiel die letzte Pause des Projektes rund 7 Jahre, welche mit seinem Live-Comeback auf dem IV. Tower Transmission-Festival 2014 in Dresden beendet wurde. Gerade dieser furiose Auftritt führte letztendlich zu der aktuellen CD „17 Shameless Years“ auf Klanggalerie, denn er beeindruckte Labelchef Walter Robotka so sehr, das er sofort INSTITUTION D.O.L. diese Veröffentlichung anbot. (weiterlesen…)

RAMMSTEIN – In Amerika

Donnerstag, 22. Oktober 2015

ramm5Das letzte reguläre Studio-Album „Liebe ist für alle da“ aus dem Jahre 2009 ist ja nun schon wieder 6 Jahre her und wenn auch inzwischen die Best Of „Made In Germany“ + die Solo-Projekte EMIGRATE, LINDEMANN und das Buch „Tastenficker“ von Flake erschienen sind, darben weltweit die Fans von RAMMSTEIN. Als Überbrückung bis zum nächsten Album deshalb jetzt noch Konzertmitschnitt, welcher allerdings ebenfalls schon 5 Jahre alt ist. Dafür jedoch ein legendäres Live-Dokument, denn RAMMSTEIN schafften es 2010 den berühmten Madison Square Garden in New York innerhalb von nur 20 Minuten auszuverkaufen, um letztendlich vor 18000 entfesselten Fans ihre teutonische Metal-Marsch-Musik in perfekter Inszenierung darzubieten. (weiterlesen…)

DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND – Joyride

Freitag, 16. Oktober 2015

0005234956_10Ich hatte ja schon erwähnt, dass in Sachen DER BLUTHARSCH ich seit gut 10 Jahren raus war und die psychedelische Verwandlung in THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND nicht bewusst wahrgenommen habe. Dank Albin bekam ich im Sommer dieses Jahres jedoch einen Crashkurs, bin inzwischen auf der Höhe des Geschehens und so ist „Joyride“ mein erste Album von dem neuen DER BLUTHARSCH in Echtzeit. Folglich war ich schon ein wenig gespannt, wohin diesmal die Reise führen wird, zumal das Comic-Cover in Richtung Kosmos (oder Spongebob Schwammkopf) zu weisen schien. (weiterlesen…)

ESCAPE WITH ROMEO – After the Future

Sonntag, 11. Oktober 2015

escape with romeoAls ich im Jahre 1991 auf einem der ersten Zillo Sampler den Überhit „Somebody“ von den Dark Wavern ESCAPE WITH ROMEO aus der Domstadt wahrgenommen hatte, bin ich schon fast von einem sogenannten „One Hit Wonder“ ausgegangen, doch die Band hat mich und viele andere Musikkritiker eines besseren belehrt und präsentiert aktuell bereits ihr elftes Album. Die Aktivitäten von THOMAS ELBERN verfolge ich ebenfalls schon seit seiner damaligen Gründung der famosen Goth Wave Combo PINK TURNS BLUE im Jahr 1985, nur leider hat Thomas die Gruppe dann 1987 schon wieder verlassen um darauf 1989 EWR zu gründen. Zudem war Thomas von 1986 bis 1995 noch Radiomoderator und das damals bei WDR 1 mit der Independent Musik Sendung „Graffiti“, auch heute noch geht er der Leindenschaft des Moderierens ab und zu nach. Hör- und Sehenswert waren damals von EWR ebenfalls die Unplugged EPs Namens “ Stripped“ und natürlich die fantastische Live DVD „DOCUMENT“ aus 2003/ 2005! (weiterlesen…)

EDITORS – In Dream

Freitag, 9. Oktober 2015

editors-in-dream-albumEin wenig Angst hatte ich vor dem 5. Album der EDITORS schon, denn mit ihrem letztes Werk „The Weight Of Your Love“ wollten sie COLDPLAY und U2 in einem sein bzw. war dieses schon arg Stadionrock mäßig ausgefallen. Der erste Höreindruck der 10 neuen Songs gibt jedoch gleich Entwarnung, denn jene gehen eher wieder einen Schritt zurück und orientieren, oder besser noch, schließen an das dritte Album „This Light And On This Evening“ an. (weiterlesen…)

NEW ORDER – Music Complete

Freitag, 9. Oktober 2015

cd_packshot_rgbcols_1Eigentlich braucht man über NEW ORDER nicht viel Worte zu verlieren und die aktuelle Lage um die Band dürfte allseits bekannt sein. Es ist schon irgendwie cool, das NEW ORDER jetzt bei Mute gelandet sind, auch wenn ihr 9. Album in fast 35 Bandjahren das erste ohne Bassist Peter Hook ist. Da ich persönlich zum „Team Hooky“ gehöre, konnte ich mir ein NEW ORDER-Album ohne seinen „singenden“ Bass nicht vorstellen, welcher ja auch schon den Sound von JOY DIVISION so geprägt hatte. Aus diesem Grund kündigte Sänger Bernard Sumner wohl gleich eine „Tanzplatte“ mit „Music Complete“ an bzw. eine Rückkehr zur elektronischen „Blue Monday“-Phase von NEW ORDER. (weiterlesen…)

DOK-U-MENT – Kum De Profundis

Freitag, 9. Oktober 2015

dokument_kum_de_Profundis2Nachdem ja vor einigen Jahren Vinyl On Demand schon die wirklich großartige Box „SixSixSix“ von SLEEP CHAMBER veröffentlicht haben, folgt nun mit DOK-U-MENT ein weiterer verschollener Schatz aus dem Archiv von Inner-X-Musick. DOK-U-MENT war das kurzlebige Projekt von Jessie Last und Malcolm Smith, welche 1983 nur ein Tape aufnahmen und das auf verschwindend geringe 11 Exemplare vervielfältigt wurde. Eines davon bekam jedoch John Zewizz von SLEEP CHAMBER in die Finger, der fortan das Duo Live unterstützte und auch das Tape auf seinem Label Inner-X-Musick 1984 in einer Auflage von 200 Stück wiederveröffentlichte. (weiterlesen…)

M.O.A.T.A.-OMEN & THE RORSCHACH GARDEN – Frantic Session

Samstag, 3. Oktober 2015

ant-zen-act333-x3Mit dieser CD streift mich eiskalt der Hauch der Vergangenheit, welche ich längst vergessen oder verdrängt hatte. Im Herbst 1998 begab ich mich mit meinem damaligen Redaktions-Kollegen Arne Tau im BLACK 12 und 13 auf die Jagd nach dem „Vermächtnis des Doktor Ars Moriendi“ was nichts anderes war, als die Geschichte der Industrial-Punk-Band ARS MORIENDI. Ganze 6 Interviews mit den einzelnen Mitgliedern der Band bzw. deren Nachfolgeprojekten SYNAPSCAPE, TEMPLE GARDEN’S, ASCHE, MORGENSTERN und M.O.A.T.A.-OMEN hatten wir dafür geführt, welche wir zusammen in einer augenzwinkernden Krimi-Story verpackten. M.O.A.T.A.-OMEN kollaborierte des öfteren auch mit THE RORSCHACH GARDEN und davon wurden einige Tapes in Kleinstauflage veröffentlicht. Am bekanntesten wurde das Duo durch ihre Beiträge für die legendären „Oktagon“ und „Xerosma“-Vinyl-Compilation auf Ant-Zen, denen eigentlich auch eine CD auf diesem Label folgen sollte. Obwohl schon einige Tracks dafür fertig gestellt waren, kam es nie zu einer Veröffentlichung und das Projekt verschwand in der Versenkung. (weiterlesen…)

TORUL – The Measure

Samstag, 3. Oktober 2015

torul-the-measure1Ehrlich gesagt habe ich die slowenische Synth Pop-Band TORUL erst durch den ziemlich guten Remix für das letzte Album „Spectre“ ihrer Landsleute LAIBACH wahrgenommen. „The Measure“ ist nämlich schon das vierte Album von TORUL und scheint ein weiterer markanter Punkt ihrer stetigen Weiterentwicklung zu sein. Zwar täuscht der erste flüchtige Höreindruck eine gewisse Verwandtschaft zu DE/VISION vor und selbst ich tappte Anfangs in die Falle, „The Measure“ als ein weiteres seicht-schmusiges Synthie Pop-Album Ad Acta zu legen. (weiterlesen…)

DAT POLITICS – No Void

Sonntag, 27. September 2015

tumblr_nn5dmyAYLa1rln3xco1_500Die französische Band DAT POLITICS hat seit ihrer Gründung im Jahre 1998 eine Handvoll Alben auf solch unterschiedliche Labels wie A-Musik, Chicks On Speed Records, Tigerbeat6 und Sub Rosa veröffentlicht. Inzwischen zum Duo geschrumpft ist man aktuell bei Shitkatapult gelandet und hat sich zumindest mit „No Void“ auf den ersten Blick vom einst so irgendwie punkig-elektronisch-experimentelle Sound verabschiedet. Die 10 Tracks auf dem neuen Album huldigen jetzt dafür  den Anfängen der elektronischen Musik bzw. den Pionieren des Synthie Pop. (weiterlesen…)

THIGHPAULSANDRA – The Golden Communion

Samstag, 19. September 2015

EMEGO207-700x700Als sich 1997 THIGHPAULSANDRA und John Balance von COIL auf einen Konzert trafen, war dies irgendwie eine glückliche Fügung, welche das nach ihrer „Love’s Secrets Domain“-Phase etwas ziellos vor sich hin irrende Projekt zurück in die Spur brachte. „Musick To Play In The Dark“ war dann das erste Ergebnis dieser befruchtenden Zusammenarbeit, bei der vor allem John Balance endlich wieder seine faszinierende Stimme fand. Zuvor war THIGHPAULSANDRA (der auch Pfleger in der Psychiatrie war) als Techniker und Keyboarder für Julian Cope (TEARDROP EXPLODES) und SPIRITUALIZED tätig gewesen und ermöglichte mit seinen instrumentalen Fähigkeiten jetzt COIL, endlich richtige Konzerte und Touren zu geben. Bis zum Ende von COIL im Jahre 2004 durch den tragischen Tod von John Balance war THIGHPAULSANDRA ein wichtiger Motor für COIL, durch den das Projekt noch einmal zu Höchstform auflief. Obwohl er selbst ein sehr guter Synthetist war, konnten seine Solo-Arbeiten jedoch nie so richtig davon profitieren bzw. überzeugen und standen immer im Schatten seiner Bands. Seit seinem letzten Werk „The Lepore Extrusion“ sind inzwischen 9 Jahre verstrichen und nun wartet er dafür gleich mit einem Doppel-Album auf Editions Mego auf, wo man übrigens munkelt, demnächst der völlig vergriffene Backkatalog von COIL wieder erscheinen soll. (weiterlesen…)

ONEIROGEN – Plentitude

Donnerstag, 10. September 2015

Oneirogen_Plenitude(1)Oneirogen meldet sich per EP, im Vorfeld einer am Horizont wartenden neuen Full-length und parallel des unter seinem tatsächlichen Namen, Mario Diaz de Leon, erscheinenden Orchesterwerks „The Soul Is The Arena“. „Plentitude“ führt die Reihe der bisherigen Oneirogen Alben weiter, jedoch nicht ohne genauso auch in Richtung einer Erweiterung des Soundbilds zu arbeiten: der extreme Kontrast zwischen sphärischen Parts und doomig / metal-artigen, sehr gitarrenbetonten Attacken, der die Alben „Hypnos“ und „Kiasma“ zu einem Par-Force Ritt der Stilistik wie der Emotionen hat werden lassen macht auf „Plentitude“ in Teilen einem Warten Platz, dass den Ausbruch stets mehr andeutet als ausführt; (weiterlesen…)

APOPTYGMA BERZERK – Videodrome

Donnerstag, 10. September 2015

APB_Videodrome_front2Nach der limitierten Vinyl-Only-Veröffentlichung „Stop Feeding The Beast“ legt Stephan Groth jetzt mit APOPTYGMA BERZERK nach und vertieft weiter den schon länger angekündigten und eingeschlagenen Pfad weg vom Future Pop Rock-Sound. So geht auch „Videodrome“, wie schon der Eingangs erwähnte Vorgänger, zurück zu den Ursprüngen der elektronischen Musik. (weiterlesen…)

Ha Det Bra – Societea for Two

Montag, 7. September 2015

hadetbra_societea_for_twoNach 14 Jahren Pause summieren die aus Zagreb in Kroatien stammenden Ha Det Bra ihre ehemaligen Tape-Releases zu einer LP / CD und stellen dieser Werkschau noch 3 Neue zur Seite. Und bevor die Idee zu Kommentaren aufkommen könnte, die Musik und Entstehungszeit und Aktualität in Relation setzen wollen… Ha Det Brah sind ganz einfach dem (als eigenes Genre mittlerweile doch irgendwie auch zeitlosen) Noise- / Math-Rock verschrieben, die Saiteninstrumente (2x Gitarre, 1x Bass) haben sehr viel Draht im Sound, die Gitarren flirrig attackierend, der Bass auch mal upfront schiebend mit sägender Aura. (weiterlesen…)

PLANKS – Perished Bodies

Montag, 7. September 2015

planks_perishedBodiesDas Trio Planks schließt die Bücher; nicht ohne vorher noch ein letztes, wiederum nicht allein lautes Statement zu geben. Sofort der Auftakt mit dem eingefrorene Akkord als Intro (und Outro) vom Albumstarter „The Sacrifist, Pt.I (Through Dirge And Death)“ gibt die Gewissheit, dass Planks auch auf ihrem vierten und letzten Album ihrer Vorliebe für ein Pendeln zwischen atmosphärischem Aufbau in düsterer Kargheit und voller Attacke treu geblieben sind. Mit einem Gesang, der, dem Brett aus Gitarre und Bass nicht unähnlich, immer wieder wie ein weiteres Riff zusammen mit den Saiteninstrumenten die Hörer überrennt. (weiterlesen…)

CHAOTALION – Tannenholzrauch

Montag, 7. September 2015

Chaotalion_TannenholzrauchTitel und Covergestaltung sind vermutet das, was wohl zuallererst für Hinweise auf den musikalischen Inhalt herangezogen wird bzw. Anlass zu ebensolchen Spekulationen gibt. Und die landen im vorliegenden Fall dann wohl eher beim Dark-Neofolk oder Black Metal (zumindest sofern den Spekulierenden Attenuation Circuit als Label nichts sagen sollte), als bei den vielschichtigen Drones, die Chaotalion hier mit „Tannenholzrauch“ abliefert. (weiterlesen…)

SVIN – Svin

Sonntag, 6. September 2015

Svin_SvinEin schon sehr eigener Sound, der auch an der Besetzung liegt, aber nicht nur… Svin spielen Instrumentalmusik; soweit nichts epochal neues, nutzen ihre Besetzung aus Schlagzeug, Gitarre, Keyboard und Saxophon / Klarinette dabei aber für ein sehr interessantes Wildern in den Grenzgebieten, ein Wildern in der Art, bei dem die einzelnen Instrumentalisten zwar gemeinsam vorgehen, dabei aber wie losgelöst voneinander die Trademarksounds ihrer Instrumente verwenden, die erstmal keine Rücksicht auf ein gemeinsames Ganzes nehmen. Kompliziert? Beispiel: Gitarrist Lars Bech Pilgaard fährt auf dieser zweiten Veröffentlichung, (weiterlesen…)

EMERGE + HOLZKOPF – Craft

Sonntag, 6. September 2015

emerge_holzkopf_CraftVersunken in den Geräuschen. Industriell. Fast atonal. Den Ball zuspielen. Gegenseitig motivierter Aufbau. Exkursionen in die Kavernen. Ungefähr so lässt sich die Zusammenarbeit von Emerge und Holzkopf (Name=!!!) umschreiben, die in einer frappierend ungeschliffenen Art die Hörer einfängt. Gerade zwei Stücke, diese dafür überlang, zum Teil Samples Dritter bearbeitend (Y-Ton-G, Orifice), in einer Soundästhetik, die ungeschönt abbilden will (und kann), was das gegenseitige Zuspielen lostreten konnte. (weiterlesen…)

ERNST JÜNGER / ANDRÉ MÜLLER – Gespräche über Schmerz, Tod und Verzweiflung

Sonntag, 6. September 2015

ernst jünger buchIm Gegensatz zu gewissen Verlautbarungsliteraten hat Ernst Jünger sich nie sonderlich danach gedrängt, Zeitungen oder Fernsehsendern für Interviews zur Verfügung zu stehen. So musste auch der Journalist André Müller Ende der 1980er Jahre erst einiges an Überzeugungsarbeit leisten, bis er Jünger zu einem Interview für die Wochenzeitung DIE ZEIT gewinnen konnte. Die Urfassung dieses Gesprächs fand am 08.11.1989 in Jüngers Heim in Wilflingen stattfand und kann man nun in dem von Christophe Fricker edierten Gesprächsbuch nachgelesen werden. Darüber hinaus beinhaltet der im Böhlau-Verlag erschienene Band zwei Unterhaltungen, die Jünger und Müller 1990 und 1993 jeweils in der Münchener Wohnung von Jüngers Neffen Gert Deventer führten. Ergänzt werden diese um den Briefwechsel zwischen den beiden Gesprächspartnern und den Mitschnitten von Telefonaten. (weiterlesen…)

PORTION CONTROL – Progress Report 1982-86

Dienstag, 1. September 2015

Portion_COntrol_internet2010 veröffentlichte Vinyl On Demand mittels einer fetten Weissblech-Box auf 7 LPs das komplette Frühwerk zwischen den Jahre 1980 bis 1983 der britischen Proto-EBM-Band PORTION CONTROL, welche insbesondere von vielen amerikanischen Electro-Bands (SKINNY PUPPY, MINISTRY, NINE INCH NAILS und FRONT LINE ASSEMBLY) als wichtiger Einfluss genannt wurden und immer noch werden. Mit dem aktuellen „Progress Report 1982-86“ liefert VOD-Records jetzt einen Nachfolger, der nahtlos an die Eingangs erwähnte Box anschließt. (weiterlesen…)

SALTATIO MORTIS – Zirkus Zeitgeist

Dienstag, 1. September 2015

SaltatioMortis_AlbumNachdem schon das letzte Album „Das schwarze Einmal Eins“ der Mittelalter-Rocker SALTATIO MORTIS auf Platz 1 der Media Control Charts geklettert war, schafft nun auch der Nachfolger bzw. Werk Nummer 10 dieses Kunststück aus dem Stand! Mittelalter-Rock scheint also immer noch angesagt zu sein, wenn auch inzwischen der Sound von IN EXTREMO, SUBWAY TO SALLY und eben auch SALTATIO MORTIS kaum noch von einander zu unterscheiden ist. Der eigentliche Mittelalter-Part ist bei allen drei genannten Formationen längst zu Gunsten von eingängigen und mitgröhlhaften Rock-Passagen in den Hintergrund getreten, was einer hohen Chart-Platzierung natürlich nicht ganz abträglich ist. (weiterlesen…)

HECQ – Mare Nostrum

Sonntag, 23. August 2015

hymen-y832-x3Das letzte reguläre Album „Avenger“ von HECQ ist ja inzwischen auch schon wieder vier Jahre alt und in der Zwischenzeit veröffentlichte Ben Lukas Boysen nur Stückwerk und Remixe unter diesem Alias oder mit seinem bürgerlichen Namen Sounddesign für die Werbebranche und Film-Soundtracks. Sein neustes HECQ-Werk „Mare Nostrum“ wartet aber nicht mit den typisch gebrochenen Beats und komplexen filmischen Atmosphären auf, sondern ist diesmal ein Ambient-Album der Extra-Klasse geworden. (weiterlesen…)

Konzertbericht: HAUSCHKA bei der Ruhrtriennale

Sonntag, 23. August 2015

hauschka fotoIm Rahmen der diesjährigen Ruhrtriennale gastierte der Düsseldorfer Pianist und Komponist Volker Bertelmann alias Hauschka im Maschinenhaus der Zeche Carl in Essen. Hauschka präsentierte dort sein 2014 erschienenes Album Abandoned Cities, das Orten gewidmet ist, die irgendwann vom Menschen aufgegeben wurden und nun sich selbst überlassen sind. Siedlungen wie der ehemaligen Walfangstation Stromness in Südgeorgien oder der kanadischen Goldgräberstadt Barkersville wird dort ebenso ein kleines Denkmal gesetzt wie dem im namibischen Diamantensperrgebiet gelegenem Elizabeth Bay. (weiterlesen…)

BAD SECTOR & SSHE RETINA STIMULANTS – Neurotransmitter Actions

Dienstag, 18. August 2015

BS_SSHE_NA_CoverBAD SECTOR aus Italien ist gemessen an seinen Verkaufsumsatzzahlen ja so etwas wie ein „Superstar“ der Post Industrial-Szene und das auch mit Recht. Sein experimenteller Sound ist stets irgendwie mächtig und erhaben bzw. offenbart der sirrend-zirpende Krach meist immer melodiöse Momente, was ihm aus der Masse der anderen Projekte hervorhebt. Viele seiner Veröffentlichungen seit 1994 sind ausverkauft oder zogen teils mehrere Nachauflagen mit sich. So hat zum Beispiel die Loki Found. schon zwei Auflagen seines Debüts „Ampos“ veröffentlicht, welches eigentlich damals bei God Factory erschienen ist. Neben der erweiterten Ausgabe von „Kosmodrom“, war die Kollaboration von BAD SECTOR mit ASTRO namens „Idio Blast“ eine weitere Wiederveröffentlichung bei den Leipzigern, der jetzt die Split-CD mit SSHE RETINA STIMULANTS folgt. (weiterlesen…)

THE RESIDENTS – 13th Anniversary Show

Dienstag, 18. August 2015

ResidentsLIveuSAIm Zuge der Wiederveröffentlichung des Backkataloges von RENALDO AND THE LOAF auf dem Wiener Label Klanggalerie kam man notgedrungen auch an dem heiklen Punkt, sich an das gemeinsame Kollaboration-Album „Title In Limbo“ mit THE RESIDENTS zu wagen. Heikel deshalb, weil die mysteriöse wie legendäre amerikanische Experimental-Formation doch sehr ungern Veröffentlichungen in fremde Hände gibt. Auf Grund der guten Arbeit für RENALDO AND THE LOAF und dem langen währenden Kontakt von Walter Robotka zu THE RESIDENTS ist ihm dieses Kunststück aber gelungen und somit wohl auch ein Traum in Erfüllung gegangen. Dem nicht genug, bekam er jetzt auch den Zuschlag für eine Wiederveröffentlichung diverser vergriffenen und obskuren THE RESIDENTS-Werke, von denen deren Diskografie ja nicht gerade wenig zu bieten hat. Den Anfang dieser Reihe macht der Live-Mitschnitt „13th Anniversary Show“ (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen „Live In Japan“), (weiterlesen…)

RICARDO DONOSO – Machine To Machine

Samstag, 15. August 2015

Ricardo_Donoso_MachinetoMachineWie klingt eigentlich der Solo-Output von jemanden, der bei einer reichlich extrem agierenden Avant-Death-Band wie Ehnahre (ge)spielt(hat)? Und auf welche falschen Fährten mag eine solche Information führen…? Und dennoch: Ricardo Donoso war eine ganze Zeit Schlagzeuger bei eben dieser Band, die mit ihrem bewusst zerstückelten, sehr nihilistisch angelegten Stücken und ihrem rohen Sound ihre eigenen Maßstäbe (ge)setzt(hat). Und schon während seiner Zeit dort genauso tätig als Solo-Musiker, der nach seiner ersten, einen Schlagzeug-Improvisations-Veröffentlichung „Solo Percussion Improvisations“ sein musikalisches Vokabular geradezu schlagartig erweitert und ausgedehnt, Aspekte von elektronischer Experimentalmusik bis hin zu Filmmusik inspirierten Ästhetiken aufgegriffen und selbst weiter entwickelt hat. Eine Musik, die in ihrer collagierten und trotzdem höchst organischen Verbindung der einzelnen Elemente gleichzeitig Atmosphäre, Dramatik und perkussive Bewegung ausdrücken kann und will.Im Vergleich zu diesen vorangegangenen Vös ist „Machine To Machine“ eine, bei denen Ricardo Donoso in weiten Teilen einen fast an Club-Ästhetik erinnernden Flow als zentrales Element nutzt, um darum seine Menagerie aus Flächen, Ansätzen solcher, überraschenden Soundsprenkseln und Fieldrecording-Anmutungen zu gruppieren. (weiterlesen…)

BRUTA NON CALCULANT – Instinct

Freitag, 14. August 2015

bruta_non_calculant_instinctDas französische Projekt BRUTA NON CALCULANT, bestehend aus Alaxis Andreas G. (LE SYNDICAT ELECTRONIQUE, Invasion Planete) und V.Y. (A.G.E., DE FRONTANEL), ist eine archaisch anmutende Verschmelzung von Minimal Electro mit Psychedelic Rock und Ritual Folk. Nach einer schönen Single auf Disorder Records, der Debüt-LP beim amerikanischen Minimal Wave-Seitenlabel Cititrax und der Nachfolge-Platte bei Treue um Treue, erscheint jetzt ironischerweise auf Dark Vinyl die erste CD von BRUTA NON CALCULANT. (weiterlesen…)

MRDTC – #5 (Straight From Nothington)

Sonntag, 9. August 2015

mrdtc_5_straight_from_nothingtonDas EBM-Duo MRDTC (Projekt von NORDARR- und AMNISTIA-Leuten) legt mit „#5 (Straight From Nothington)“ sein zweite Album vor, welches wie auch schon das Debüt „#2 (We Transfer)“ zu überraschen weiß. „Straight From Nothington“ ist diesmal sogar ein Konzeptwerk über eine fiktive Stadt kurz vor der Apokalypse, in der eine hoffnungslose Stimmung aus Angst und Lethargie herrscht. (weiterlesen…)

VARIOUS ‎– Drone-Mind // Mind Drone Vol. 4

Mittwoch, 5. August 2015

Drone MindDie zwei Gemälde von Pete Greening, der auch für die vierte Ausgabe der Kompilation „Drone-Mind / Mind-Drone“ zwei seiner Bilder für die visuelle Seite dieser Serie zur Verfügung gestellt hat zeigen -wie schon die drei Male zuvor- Raster. Auf den ersten Blick mehr oder weniger: alles Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung…Ohne zu wissen, nach welchen Kriterien Drone-Records diese Art von Bildern zum visuellen Aushängeschild der Serie machte scheint doch eines nicht ganz von der Hand zu weisen: genau wie die Schönheit dieser Arbeiten für viele wegen der auf den ersten Blick so variantenarmen Anmutung schwierig bis kaum lesbar wird, zumindest ohne Eingewöhnung / Einführung, genau so ist die eigentliche Vielgestaltigkeit von Drone in Sound, Komposition und Atmosphäre etwas, das sich einem einfachen Genuss für eine Menge von Leuten zu entziehen scheint. Insofern könnte die Auswahl eines solchen Bildkonzeptes kaum treffender sein… (weiterlesen…)

BORIS – Urban Dance/ Warpath/ Asia

Freitag, 31. Juli 2015

boris_asiaNach der zwischen Epik und japanischem Metal (-Pop / -Shoegaze) pendelnden „Noise“ drei neue, CD-only „Eps“, (zunächst) vorwiegend bei Konzerten und via japanischer Mailorder erhältlich. Alle drei nur vom Bandkern selbst eingespielt. Keine Zusatzmusiker; „Asia“ und „Warpath“ ohne Gesang, rein instrumental. Dito fast ohne jedes Schlagzeug. Die ersten auftauchenden Soundbeispiele im Netz fast Antiwerbung: aus dem EP-Zusammenhang gerissen eher nicht funktionierend. (weiterlesen…)

GOBLIN REBIRTH – Goblin Rebirth

Freitag, 31. Juli 2015

GOBLIN REBIRTH – Goblin RebirthKann Filmmusik einen schlechten Streifen retten? Im Falle von GOBLIN, der legendären 70er-Jahre Horror-Progger, trifft das 100%-ig zu. Dutzende B- und C-Filme hat die kultige Band um Keyboarder/Orgelist/Violinist Claudio Simonetti mit ihrem elektrisierenden Sound veredelt. Die prominentesten Beispiele sind sicher die unvergessenen Melodien ewiger Dario Argento-Klassiker, wie „Suspiria“, „Tenebre“ oder „Profondo Rosso“. Zwingend müssen hier selbstverständlich auch die Soundtrack-Arbeiten zu George A. Romeros „Zombi“ und „Dawn of The Dead“ genannt werden. (weiterlesen…)

JANOSCH MOLDAU – Minor

Mittwoch, 29. Juli 2015

janosch-moldau-minorIch muss ehrlich gestehen, dass sich meine Begeisterung in Grenzen hielt, als das neue Album von Janosch Moldau unaufgefordert bei mir per Post eintrudelte. Weder im Vorprogramm irgendwelcher Szene-Kasper, noch im Tonträgerformat konnte mich bisher das exaltiert wirkende Sensibelchen überzeugen. Beim lesen des Presseinfos stolperte ich dann allerdings über den Namen Gerhard Potuznik aus Wien, der als Produzent von CHICKS ON SPEED, BUNNY LAKE, Didi Bruckmayr oder MEDIENGRUPPE TELEKOMMANDER bekannt ist und dessen eigene Projekte G.D. LUXXE und MÄUSE ich sehr mag. Jener hat sich jetzt also auch Janosch Moldau angenommen, was für mich der einzige Grund war, mir die CD doch mal anzuhören. (weiterlesen…)

KLANGSTABIL – One Step Back, Two Step Forward

Mittwoch, 29. Juli 2015

ant-zen-act326-x320 Jahre KLANGSTABIL und in deren Folge das Duo so einige Metamorphosen (und Psychosen) durchgemacht hat. Zwischen von KRAFTWERK beeinflussten Industrial, Gameboy-Musik und Emo Electro reichte die Palette der seit 1995 veröffentlichten Tonträger von KLANGSTABIL, um letztendlich 2013 mit „Shadowboy“ ein hiphopiges Groovemonster abzuliefern. Die Fans gingen diese Entwicklung mit und immer neue kamen im Laufe der Zeit hinzu. Für letztere gibt es jetzt mit der Best Of-Doppel-CD „One Step Back, Two Step Forward“ eine günstige Gelegenheit, vergangenes, vergriffenes, rares, remixtes und unveröffentlichtes Material gebündelt zu erwerben. (weiterlesen…)

TZII – Sand Haert Rage

Mittwoch, 29. Juli 2015

R-6454865-1419676486-1687.jpegTZII ist ein belgischer Underground-Filmemacher und Musiker, der schon auf eine stattliche Zahl von Projekten, Veröffentlichungen und Kollaborationen verweisen kann, die sich in dem weiten Genre-Bereich zwischen Dark Ambient und Post Black Metal bewegen. Allerdings erschien das meiste davon in absolut geringen Kleinstauflagen, worunter auch die aktuelle 12“ bei T(R)eue um T(R)eue fällt. Jene ist nämlich gerade mal auf 160 Stück limitiert bzw. wurden nur so wenige davon gepresst, weil die Nachfrage danach leider auch nicht größer sein wird. Dies ist jedoch sehr schade, denn die vier Tracks auf „Sand Haert Rage“ haben Potential und mich mit ihrer flirrenden Wüsten-Atmosphäre so richtig gepackt. (weiterlesen…)

NZ – Against You!

Mittwoch, 29. Juli 2015

a1051206165_10Eigentlich hatte ich ja nach den beiden großartigen EPs „Raw And Pure“ und „Aggressions“ auf das längst überfällige Debüt-Album des jungen österreichischen EBM-Duos spekuliert, aber nun erscheint mit „Against You!“ eine weitere CDEP, die gleichzeitig das Ende einer von Anfang an so geplanten Trilogie bedeuten soll. Unbeirrt setzt diese den 2014 von NZ eingeschlagenen Pfad der „That Total Age“-Huldigung von NITZER EBB fort und zwar in solch einer Konsequenz und Grimmigkeit, dass überhaupt keine Zweifel an ihrer Mission aufkommen können. (weiterlesen…)

CLOCK DVA – Horology 2

Mittwoch, 29. Juli 2015

DVA_INternet2Die seit Jahren angekündigte Wiederveröffentlichung des regulären Backkatalogs von CLOCK DVA via Mute Records lässt ja weiterhin auf sich warten und so sind gerade die die CDs der legendären Sheffield-Band gesucht wie die Preise auf den einschlägigen Portalen dafür nicht gerade günstig. 2012 machte VOD-Records allerdings die ersten Tapes der Jahre 1978 bis 1980 von CLOCK DVA in einem luxuriösen 6xLP-Buch-Folder zumindest im Vinyl-Format wieder hörbar, dem jetzt eine weitere Box mit 5 Platten aus der frühen Geschichte der Band folgt. Besonderheit dabei ist, dass der größte Teil des Materials bisher überhaupt nicht veröffentlicht wurde, aber der Reihe nach: (weiterlesen…)

FUNERAL MOTH – Dense Fog

Donnerstag, 23. Juli 2015

funeral_moth_dense_fogJapanischer Meditations-Doom mit Zen-Haltung. In einer Geschwindigkeit nahezu mühlheimer (gemeint: das an der Ruhr) Provinienz. Skelettiert, die Knochen freigelegt. Nur das behalten, was zum Zusammenhang unabdingbar ist. Dies dann so lange verinnerlicht, bis alle Beteiligten zeitgleich zu ahnen in der Lage sind, wann der nächste Wechsel / Einsatz / die nächste Öffnung folgt. Und so in der Lage, der Heavyness eine Art Schweben mitzugeben. Mit deutlich mehr Raum für Stille zwischen den Brocken als die bekannte französische Band gleichen Genres: Der Drone bleibt bei Funeral Moth auf den Moment des solitären Akkords beschränkt, vordergründig bestimmendes Merkmal der (manchmal aber auch Akkorde spielende) Bass. Meist verzerrt. (weiterlesen…)

SCREAM SILENCE – Heartburnt

Donnerstag, 23. Juli 2015

ScSi_heartburnt_dpack-coverDa war ich wohl wirklich etwas vorschnell, als ich kürzlich das „As The Camp Burns“ von FRANK THE BAPTIST zum Gothic-Album des Jahres ausgerufen hatte, in der Überzeugung, dass auf diesem Sektor so schnell nichts weiter mehr kommen würde. Allerdings habe ich die Rechnung ohne SCREAM SILENCE aus Berlin gemacht, die nach ihrem kurzen Ausflug zum Branchenriesen Out Of Line jetzt wieder über ihr eigene Plattform Plainsong Records veröffentlichen bzw. das inzwischen schon 9. Album mittels Crowdfunding (wie auch schon Eingangs erwähnte FRANK THE BAPTIST) finanzierten. (weiterlesen…)

POLSKA RADIO ONE – Early Broadcasts

Montag, 20. Juli 2015

polskaDie innovative, russische Band POLSKA RADIO ONE hat gerade ihr zweites Album veröffentlicht, in meinen Augen ist ihnen damit ein kleines Retro – Meisterwerk gelungen. Die Jungs spielen Psychedelisch – Elektronischen Spacerock, der aber so manches mal eben auch in die Sparte „atmosphärischer Shoegaze“ abdriftet, das ganze mit etwas Progrock der speziell russischen Art angereichert, will sagen, es werden landestypische Einflüsse mit in die Songs eingearbeitet, was aber dieser Veröffentlichung irgendwie diesen gewissen Kick und exellenten Charme verleiht. (weiterlesen…)

PATRICK DOROBISZ – Sneeuw

Freitag, 17. Juli 2015

PatrickDorobisz_SneeuwDie Versuchung, andere Strukturen zu finden ist vielleicht die größte Herausforderung für einen Komponisten, wenn er/sie denn erst einmal beschlossen hat, sich nicht den tradierten und ausreichend bekannten Strukturen zu verschreiben. Und selbst, wenn am Ende der Suche auch wieder Strukturen stehen (und tun sie das nicht immer? Selbst wenn sie nicht als solche benannt werden?), so wurde doch das Repertoire an Ordnungssystemen und die daraus entstehenden Inspirationsmöglichkeiten erweitert.  Und vielleicht ist es, mit vergleichendem Blick auf das, was zu der Zeit in anderen Kunstbereichen entstand, alles andere als überraschend, dass irgendwann in den 1960ern Komponisten auf die Idee kamen (oder, rückblickend auch möglich zu sagen, schon länger im Raum stehende Ideen aufgriffen um) Wege aus der „Falle“ von kompositorischer Harmonieführung und symphonischer Metadynamik zu suchen. (weiterlesen…)

ENGELSSTAUB – The 4 Horsemen of the Apocalypse

Freitag, 17. Juli 2015

engelsstaub coverDie Dark Ambient, Neofolk, Ritual Musiker von Engelsstaub (namentlich eine künstlich hergestellt Droge) habe ich, wie so viele andere Hörer auch, mit der Veröffentlichung  „Anderswelt“ für mich entdeckt, da in dem Studioalbum so wunderbar viel Neoclassik und ebenso gehaltvoller Neofolk enthalten ist, dieser Mix mit der zauberhaften Stimme von Marks Schwester Silke hat mich kurz vor der Jahrtausendwende 1999 schwer begeistert, zudem hatte die 1992 in Kassel und von Mastermind Mark Hofmann (ex-LES FLEURS DU MAL) gegründete Band mit den Track „Fallen Angel“ und etwas später mit „Sacificium“ gleich zwei einschlägige Szene und Clubhits der Öffentlichkeit zuteil werden lassen! (weiterlesen…)

ECHO WEST – Pagan City Ghosts

Sonntag, 12. Juli 2015

R-7052851-1432654417-4653.jpegMit „Pagan City Ghosts“ veröffentlicht ECHO WEST den zweiten Teil seiner „Pagan City“-Trilogie, welche 2013 mit „Pagan City Gods“ bei Dark Vinyl begonnen wurde. Nachdem das Cold Wave Minimal-Projekt aus dem Ruhrpott seinen Synthie Pop-Anteil scheinbar im Seiten-Arm SILENT SIGNALS ausgelagert hat, marschieren die 9 neuen Tracks + ein Remix von „Are We City Humans“ zügig in kühle Angst Pop-Gefilde, was sich ja auch schon so beim Vorgänger-Album abzeichnete. (weiterlesen…)

FETISCH PARK – Elevation

Sonntag, 12. Juli 2015

M012 digipack 3P_1CD 6 x 8mm.cdrSeit Anfang der 90er Jahre war das Duo FETISCH PARK aus Köln aktiv und auf Labels wie CoC, Staalplaat, Drag & Drop und Extreme zu Hause. FETISCH PARK kombinierten experimentelle Klangkunst mit Fotografie, Filmen und Malerei, Um die Jahrtausendwende trennten sich allerdings die Wege von Carla Subito und Marlon Shy bzw. wollte Ersterer das Projekt alleine weiterführen. Zu einer Veröffentlichung ist es jedoch nie gekommen und das Comeback-Album „Elevation“ bei Klanggalerie vereint jetzt 15 Jahren später jedoch beide wieder. (weiterlesen…)

COAX ORCHESTRA – Lent Et Sexuel

Donnerstag, 2. Juli 2015

CoaxOrxhestra_LentEtSexuel8-köpfiges Free-Noise-Jazz-Impro Orchestra aus Frankreich; mit Verbindungen in Richtung des heavy Noise-Jazz Trios Hippie Diktat, übrigens. Und einem Schlagzeuger als Komponisten, der das Coax Orchestra auf Wege führt, die sich zwischen auskomponierten Linien und freien Soloexplosionen zu winden scheinen; so immer wieder auch gerade die Hörer erreichend, die bei ganz freiem Spiel möglicherweise den Faden zu verlieren drohen. Und die so wie selbstverständlich immer tiefer in die instrumentalen Strudel gesogen werden, wenn vordergründig nachvollziehbare Melodieparts im Untergrund durch einen Teil der Belegschaft ganz gehörig gerieben, fast schon -positiv gemeint- kontakariert werden. Neben einer abwartenden Ruhe droht sozusagen immer der Sturm und seine ersten Ausläufer sind auch immer schon da, noch bevor er wirklich losbricht, noch bevor die Hörer ihrer gewahr werden… (weiterlesen…)

LEAETHER STRIP – Fools – A Tribute To Alan Wilder

Donnerstag, 2. Juli 2015

8016670114628Claus Larsen scheint im Moment ja gerade in Cover-Laune zu sein, denn kurz nach der CD „Aeppreciation“ mit 17 Neuinterpretationen von seinen Jugendidolen, folgt dieser eine weitere Veröffentlichung, die ganz allein Alan Wilder gewidmet ist. Besonderheit dabei, dass dafür nicht etwas sein Projekt RECOIL zur Debatte stand, sondern drei Songs ausgewählt wurden, die damals Alan Wilder in seiner Zeit bei DEPECHE MODE geschrieben hat. (weiterlesen…)

WIEGEDOOD – De Doden Hebben Het Goed

Sonntag, 28. Juni 2015

WDCOVERUnd wieder Ghent. Dieses magische Städtchen in Ostflandern mit dieser überbordenden Kreativität seiner lokal vereinten Szene! Wieder eine Band aus Belgien, wieder eine Band aus der illustren Riege der Church Of Ra-Formation, die gerade innerhalb des Untergrund mit einem kongenialen Mörderalbum von sich reden macht – und in vielen Jahresbesten-Listen sicher ganz vorne mit dabei sein wird. Levy Seynaeve (AMENRA, HESSIAN, EX-BLACK HAVEN), Gilles Demolder (OATHBREAER) und Wim Coppers (RISE & FALL) sind WIEGEDOOD. Allesamt in hochkarätigen Hauptbands vertreten, erforschen sie in einem weiteren Nebenprojekt die maximalen Urkräfte des Black Metal – das hat schlussendlich noch gefehlt im schlüssigen Soundkosmos des kultisch verehrten belgischen Künstler-Kollektivs. Neben Sludge, Doom, Crust, Hardcore, Drone, Postrock und Ambient ist die finale Konsequenz die rauschhafte (Selbst-)Vernichtung im Lärm. Nur das WIEGEDOOD ihren Black Metal lieber mit viel Melancholie garnieren als ihn satanisch-böse zu spielen. (weiterlesen…)

MODESTEP – London Road

Mittwoch, 24. Juni 2015

LONDON_ROAD_COVER1 x Stadion-Dubstep gefällig? Dann ist man bei MODESTEP aus London genau richtig, die gerade ihr zweites Album förmlich raus hauen und in ihrer Heimat auch die „Bassjäger des Dubstep“ genannt werden. (weiterlesen…)

RÜDIGER LORENZ – The Syntape Years 1981-1983

Mittwoch, 24. Juni 2015

Lorenz_INternetDer Bekanntheitsgrad von Rüdiger Lorenz hält sich ja eigentlich in Grenzen, aber ist zumindest eingefleischten Kraut Rock- & der sogenannten Berliner Schule-Spezialisten ein Begriff. Der hauptberufliche Apotheker und Einzelgänger wurde in seiner Jugend von KRAFTWERK, CAN, NEU!, CLUSTER und TANGERINE DREAM beeinflusst und begann Ende der 70er Jahre eigene Musik mit selbstgebauten Modular-Synthesizern zu machen. Diese brachte er Anfangs als Kassetten auf dem Label Syntape heraus, um ab 1983 Platten in kleinen Stückzahlen auf seinem eigenen Syncord-Label zu veröffentlichen. Ab 1990 stieg er dann auf das CD-Format um und brachte es bis zu seinem Tod im Jahre 2000 auf immerhin insgesamt 18 Alben. (weiterlesen…)

DASHA RUSH – Sleepstep – Sonar Poems For My Sleepless Friends

Freitag, 19. Juni 2015

56948Dasha Rush ist eine Techno-Djane aus der Sowjetunion, die über die Station Paris und nach zwei Alben für Fullpanda Records bzw. deren Sublabel Hunger To Create inzwischen in Berlin im Exil angekommen ist (wo auch sonst). In ihrer Berufung als Djane führt sie ja eigentlich einen permanenten Krieg gegen den Schlaf, aber nun scheint sie die Fronten gewechselt zu haben, um ihre ruhelosen Freunde im Kampf für den Schlaf zu unterstützen. Im Chemnitzer Minimal-Experimental-Label Raster-Noton hat sie dafür einen neuen Partner gefunden, der jetzt ihr drittes Album voller traumhaften Sleepstep veröffentlicht. (weiterlesen…)

THE BOX – @Doublevision

Freitag, 19. Juni 2015

boxAls sich CLOCK DVA 1981 nach dem Heroin-Tod ihres Bassisten Judd Turner auflösten bzw. Sänger Adi Newton später die Band wieder reanimierte, formierte sich damals die Instrumental-Fraktion zu THE BOX. Musikalisch war der fiebrig-schmutzige White Industrial Jazz Funk-Sound von THE BOX ja nicht weit entfernt dem der Anfangstage von CLOCK DVA und deren passend betitelten „White Souls In Black Suits“-Tape bzw. dem legendären „Thirst“-Album. Auch A CERTAIN RATIO aus Manchester oder ihre Sheffielder Kollegen HULA und CABARET VOLTAIRE agierten ja seiner Zeit ähnlich gewandt. (weiterlesen…)

METZ – II

Freitag, 19. Juni 2015

urlSchon vor drei Jahren machte das kanadische Trio METZ aus Toronto auf ihrem Debüt keine Gefangene, sondern trümmerten mit ihrem tollwütigen Noise Rock-Sound im Stile von Amphetamine Reptile Records alles weg, was ihnen in den Weg kam. Der schlicht mit „II“ betitelte Nachfolger steht dem jetzt in nichts nach und wandelt schlechtgelaunt auf den Spuren von JESUS LIZARD, HAMMERHEAD, UNSANE, SHELLAC oder FUGAZI. (weiterlesen…)

ME TO MY WALL – Sphair

Freitag, 19. Juni 2015

Me_To_My_Wall_-_SphairTorsten Füchsel und besser bekannt als Pegman oder King Snow war zu DDR-Zeiten Gitarrist der legendären Dark Wave Punk-Band ROSENGARTEN aus Salzwedel und nach seinem Umzug nach Berlin bei den leider nicht lange bestehenden B.CROWN. Später immer wieder im Dunstkreis um HERBST IN PEKING verortet, ist er dort seit vielen Jahren nun auch fester Gitarrist. Nach dem Projekt LUNIKA ist ME TO MY WALL jetzt sein aktuelles eigenes Band-Projekt, für das er eine Handvoll Frauen um sich geschart hat und dafür eigentlich nicht zu beneiden ist. (weiterlesen…)

Red City Noise – Black Lodge

Samstag, 13. Juni 2015

RedCityNoise_BlackLodgeMan (n+Frau) könnte(n) es kurz und knapp machen: einfach die gleichen Vergleiche bemühen, die auch das Info zur Platte nutzt und gut… Fakt in jedem Fall: „Black Lodge“ von Red City Noise versucht nicht etwa in zu grosse Fußstapfen zu treten; es kann auch so, selbstständig, gehen. Heisst: das, was in den US of A unter Industrial / Industrial Rock verstanden wird, gemeinhein, das schafft diese Band aus Lyon auf ihrem Debüt Album (!; auch wenn Teile der Besatzung schon vorher als Dark Soul tätig waren) in ihrer Interpretation des Genres quasi wie lässig nebenbei. Und kann es auch einfach so in Richtung Hörer bolzen… (weiterlesen…)

MONOCUBE – Blue Dusk Red Dawn

Samstag, 13. Juni 2015

monocube_blue_dusk_red_dawnVerwehte, geisterhafte Flächen; ohne Unterbrechung in Bewegung; Gitarre? Monocube variiert das Thema Drone auf seine Art, unterlegt die sich stetig verschiebenden Flächen mit einem konkreter erscheinenden, rollenden Aspekt und setzt auf eine Dynamik der Lautstärke; subtil, im Zusammenspiel mit den harmonischen Wechseln zwischen absoluter Konsonanz und widerborstigen Momenten aber der perfekte Drive, um innerhalb eines für seine bewusst statisch angelegten Strukturen bekannten Genres Erwartungshaltungen Lügen zu strafen. Und er lässt zu, dass Track #3, „Red Dawn“ über ein rhythmisches Field-Recording(? (weiterlesen…)

EPIC DREAMS – In The Cold Light Of Day

Samstag, 13. Juni 2015

unnamedUnd wieder halte ich ein Juwel des analog, minimalen Synthpops in den Händen und zwar der neueste Streichund gleichzeitig das Debüt von EPIC DREAMS aus Wuppertal. Die im Jahre 1986 gegründete New Wave Combo, damals noch mit dem Originalnamen THE HULK behaftet, war der Einstieg für Götz – Vocals, sowie Klaus – Guitar und Joa – Synth + Rhythm Machine + Backing Vocals in die Musikszene, später gesellte sich noch Andy – Synth + Backing Vocals – dazu. Die neue CD – IN THE COLD LIGHT OF DAY – ist mit 19 Tracks und 77 Minuten Spielzeit recht gut bestückt und das Trio ist im Bereich des frühen 80er Cold und New Wave beheimatet, einer Musikrichtung die ich absolut favorisiere. (weiterlesen…)

V.A. – Jubilee Jamboree – 10 Years Of Tut/RuR

Samstag, 13. Juni 2015

tutrurx_frontSeit nunmehr schon 10 Jahren sind T(R)eue um T(R)eue nebst deren Sub-Labels Restangle Astral, Just Another Winter und Altered Tapes aktiv und haben dem interessierten Hörer um die 80 Veröffentlichungen in den verschiedensten Formaten dargereicht. Der Hauptanteil davon waren und sind limitierte Vinyl-Ausgaben in relativ kleinen Stückzahlen, denn das vielschichtige Label-Gebräu aus Minimal Electro, Kraut Rock, Witch House, Drone, Psychedelic, Folk und Post Black Metal trifft nicht gerade den Mainstream-Geschmack, sondern ist purer Underground! Zum 10jährigen Geburtstag haben sich nun auf „Jubilee Jamboree“ fast alle Label-Acts zum Jubilieren zusammengefunden, aber statt der sonst bei solchen Anlässen eigentlich üblichen exklusiven bzw. unveröffentlichten Tracks oder Remixen, covern und re-interpretieren sich die Beteiligten untereinander durch die T(R)eue um T(R)eue-Diskografie. (weiterlesen…)

ANOTHER VIEW – A Career In Dancing

Samstag, 13. Juni 2015

Another_View_InternetANOTHER VIEW war das Solo-Projekt von Adrian Smith, bevor er zusammen mit seinem Bruder Derek Smith die britische Band CLICK CLICK 1982 gründete. Jene haben zwar zu ihrer aktiven Phase in den 80er Jahren nur zwei Alben und eine Handvoll EPs bzw. Maxis veröffentlicht, die jedoch allesamt Electro-Geschichte geschrieben haben, obwohl gerade diese von der gängigen europäischen EBM-Formel abwichen. Melancholische Synth-Flächen, hämmernde Drums, eine psychedelisch aufheulende Gitarre und der emotional Gesang von Adrian Smith ergaben in ihrer Summe eine sehr eigene Mischung, welche noch bis heute nachhallt. „The Rorschach Testing“ (1988) und „Bent Massive“ (1989) sind zeitlose Alben und CLICK CLICK Kult in der Dark Wave Electro-Szene geworden. Die Grundlagen dafür wurden jedoch bei ANOTHER VIEW gelegt, wo Adrian Smith mit einem seiner Zeit erschwingbaren Wasp-Synthiesizer und beeinflusst durch Brian Eno, THE RESIDENTS, THROBBING GRISTLE und CABARET VOLTAIRE, so wie Horror-Büchern und -Filmen seine ersten elektronischen Experimente aufnahm. 6 Tapes hat er unter diesem Banner in den Jahren 1979-1981 veröffentlicht, welche jetzt Dank Vinyl On Demand fast komplett auf 5 LPs und einer 10“ endlich wieder das Licht der Welt erblicken. (weiterlesen…)

EMERGE – Frown

Samstag, 6. Juni 2015

EEmerge_Frownine weitere der wie schattenhaft abgründigen Werke von Emerge: musikgewordene Verschiebung untermeerischer Kontinentalplatten; dort, wo kein Licht mehr hinfällt und die Ohren dadurch um so konzentrierter arbeiten können/ müssen. „Frown“ durchzieht auf voller Länge der eigentlich nur auf den ersten Blick paradoxe Eindruck, sich gleichzeitig in unendlich großen Kavernen zu befinden als auch unter Wasser; (weiterlesen…)

MULTICAST DYNAMICS – Aquatic System

Samstag, 6. Juni 2015

12 Jacket (Gatefold - Two Pocket) [GD30OB2-N]Wasserbezogener Teil einer vierteiligen Serie musikalisch abstrakter Elementarbetrachtung. Aber (zum Glück): was sich so wissenschaftlich kühl liest, lässt in den Ohren einen Widerhall verführerischer Abgründe entstehen, mal fragmenthaft überraschend -wie Tiefseefische, die urplötzlich vor dem in diesen Tiefen stark begrenzten Bildausschnitt der Kamera auftauchen, nur um ebenso schnell wieder zu verschwinden- mal als durch einen unbekannten Puls im Untergrund getaktete, schwarze Dronefläche. (weiterlesen…)

STEFAN WESOLOWSKI – Kompleta

Samstag, 6. Juni 2015

stefan_wesolowski_kompletaWenn man sich eine Musik vorstellen möchte, zwischen Drone, Lied und Meta-Botschaft, dann landet man irgendwann bei mittelalterlich inspirierten, an liturgische Gesänge erinnernden Ausdrucksformen mit ihrem archaischen, eigentlich Loopstrukturen vorgreifenden Aufbau und einer Instrumentierung, die, mit der Orgel als Zentrum, Ur-Drone Haltungen als Basis aller weiterer Zutaten nutzt, um die Hörer mit meditativ hypnotisierender Kraft aus dem Zeitfluss herauszureißen und, wenn auch nur für die Dauer der Musik, auf eine Insel mit ganz eigenen Gezeiten zu versetzen. Genau dieser Musik hat sich Stefan Wesolowski auf seinem neuen / alten Album „Kompleta“ (eine Wiederveröffentlichung) verschrieben. Und analog zum Cover, das auf Vorder- und Rückseite Innenansichten einer Kirche zeigt, eine davon möglicherweise aus Gründen einer Renovierung mit einem Innenskelett aus Gerüsten versehen, bezieht sich „Kompleta“ mit seinen Kompositionen ganz offensichtlich auf historische Vorbilder, webt aber, teils wie unmerklich, elektronische Bausteine ein; wie als eine Anmerkung an das jetzt… Im Vordergrund steht aber, unangefochten, der subtil ungeschliffen / archaische, männlich / weibliche Wechselgesang und wiewohl Vergleiche zwar helfen können, aber meist nur der Einfachheit (und deshalb am besten so selten wie möglich) bemüht werden (sollten): „Kompleta“ erinnert beim ersten Hören scheinbar nicht wenig an das, was ein australisches Duo zu ihren Hochzeiten zwischen Mitte der 80er und Ende der 90er veröffentlicht hat, ist aber, genauer verglichen, insgesamt wesentlich mehr Basic, weniger Pathos, viel mehr wie live in intimen Rahmen dabei gewesen. Auf Polnisch, übrigens… Empfehlung!

(N)

V / A – Fathers Of Our Flesh

Sonntag, 31. Mai 2015

V_A_Fathers_of_our_FleshKompilationen sind wahrscheinlich eher out; spätestens seit es die persönlichen/ personifizierbaren und auch noch lernenden Playlisten in den verschiedenen Anhörportalen gibt. Inklusive deren möglichen Bonus / Überraschungsmoment der immer neuen Reihenfolge bei jedem neuen Durchgang. Eine physische Kompilation, und dann auch noch wie hier als Doppel-Vinyl, mutet da fast an wie ein Anachronismus; zumindest auf den ersten Blick. Aber: gerade die Reduktion auf ein Thema, die Auswahl innerhalb dieses Themas und die genaue Festlegung der Reihenfolge; ist dies mit der passenden Sorgfalt geschehen, kann eine derartige Zusammenstellung auch in Zeiten von „alles überall zu haben“ nicht nur ihre Berechtigung ausspielen sondern auch ihre Rezipienten finden. Erst recht, wenn das Thema eigentlich sowieso über alle Zweifel erhaben ist und unter den Teilnehmern auch noch solche Künstler sind, deren Output ohnehin im persönlichen Focus liegt. (weiterlesen…)

DIRK SERRIES – Unseen Descending And Lamentations

Sonntag, 31. Mai 2015

dirk_serries_Unseen_Descending_And_LamentationsNeues Album von Dirk Serries, solo und unter dem eigenen Namen; als eine Art Fortschreibung der „Streams Of Consciousness“ Alben, die er selbst ja auch schon einmal als eine ebensolche seiner Arbeiten als vidnaObmana bezeichnet hat. „Unseen Descending And Lamentations“ beginnt mit einem sphärisch / statischen Intro, um bald darauf in sich gegeneinander verschiebene Akkordschichten zu fallen -soweit ein Motiv, dass sich in unterschiedlicher Ausführung auch durch (weiterlesen…)

SIELWOLF + NAM-KHAR – Atavist Craft

Sonntag, 31. Mai 2015

sielkharMit „Atavist Craft“ haben SIELWOLF und NAM-KHAR ein weitgehend entspanntes und entspannendes, dabei aber niemals spannungsloses Album veröffentlicht. Als Download gab es dies schon etwas länger, aber seit Ende April liegt es auch als geheimnisvoll dunkle, geradezu minimalistisch gestaltete CD im Jewelpack vor und womöglich wird es auch bald auf Vinyl erscheinen. (weiterlesen…)

BOX AND THE TWINS – Below Zero

Mittwoch, 27. Mai 2015

BOX AND THE TWINS coverDas EP-Format scheint dem Kölner-Trio und Dream-Pop/Shoegaze-Projekt besonders ans Herz gewachsen zu sein. Nach ihrer letztjährigen Debüt-EP „Our Fears“ – damals noch unter dem Bandnamen COCTAIL TWINS veröffentlicht – meldet sich die Band um Sängerin Box mit drei neuen Songs und zwei Remix-Versionen älterer Songs von der englischen Band EVI Vine zurück. Der bewährte Soundkosmos bleibt weiterhin minimalistisch und aufs Wesentliche reduziert. Die tanzbare Melancholie der Stücke lässt 80s-Flair aufkommen und erinnert in Ästhetik und Darbietung an relevante Künstler des Genres wie LEBANON HANOVER oder TROPIC OF CANCER, ohne allerdings dessen graziöse Schauerromantik zu erlangen. (weiterlesen…)

THE NEW BLOCKADERS – Nonchalant Acts Of Artistic Nihilism

Mittwoch, 27. Mai 2015

M012 digipack 3P_1CD 6 x 8mm.cdrTHE NEW BLOCKADERS sind ein britisches Industrial-Projekt der ersten Stunde, was sich streng dem „Die Kunst der Geräusche“-Manifest des italienischen Futuristen Luigi Russolo verpflichtet fühlt und somit zu den ganz wenigen realen Formationen dieses Genres zählt. Deshalb gibt es in der Anti-Musik von THE NEW BLOCKADERS nicht den Ansatz von Strukturen oder einen Hauch von Harmonie, sondern nur pure Geräusche und reinen Lärm. Ihre meist als „das letzte Konzert überhaupt“ angekündigten Performances sind radikal wie legendär und vorliegende CD auf Klanggalerie bündelt die beiden letzten, welche auf deutschen Boden stattfanden. (weiterlesen…)

CALVA Y NADA – Die Katze im Sack

Mittwoch, 27. Mai 2015

jNachdem Emmo.biz schon die ersten drei Alben von CALVA Y NADA (Ex-GLATZE DES WILLENS) in Folge wieder veröffentlicht haben, folgt nun in dieser Reihe die EP „Die Katze im Sack“. Diese war damals 1994 das überbrückende Bindeglied zwischen „Monologe eines Baumes“ und „iPalpita, Corazon, Palpita!“, welches neben 4 exklusiven Tracks noch zwei Remixe von „Dias Felizes“ und „Der Sturm“ enthielt. (weiterlesen…)

ORPHX – The Sonic Groove Releases Pt. 2

Montag, 18. Mai 2015

hymen-y831-x3Das kanadische Duo Richard Oddie und Christina Sealey, besser bekannt als ORPHX, sind ja schon seit Anfang der 90er Jahre Wandler zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite bewegen sie sich sehr stilsicher im grau schattierten Dark Ambient wie Illbient-Bereich und auf der anderen haben sie aber auch einen nicht zu verleugnenden Hang zum Minimal Techno. Insbesondere ihre Vinyl-Veröffentlichungen für das Sonic Groove-Label von ADAM X sprechen dafür eine deutliche Sprache und inzwischen haben ORPHX dort schon sechs 12“ auf der Haben-Seite stehen. Die ersten drei davon hat Hymen Records im vorigen Jahr kompakt auf CD gebündelt, dem jetzt mit Part 2 die restlichen drei folgen. (weiterlesen…)

PLASTIC AUTUMN – Singles 05 – 12

Montag, 18. Mai 2015

cover 001Das ist doch mal wieder nett, da hat mir der sehr sympathische Drummer von PLASTIC AUTUMN – Dirk Wellborn – aus Magdeburg eine Art Retroshow in Form einer CD mit Namen: Singles 05 – 12 zugesendet. PLASTIC AUTUMN ist das Synth Pop Future Projekt von dem ebenfalls in Magdeburg ansässigen Künstler – Falk Pitschk! Künstler daher, weil der Falk sowohl einen kreativen Friseursalon betreibt und als Frontmann/ Sänger und Begründer von PLASTIC AUTUMN fungiert, sowie auch schon bei KIRLIAN CAMERA die Keyboards bedient hat, die Gitarre beherrscht er zudem auch noch. Das Live Line Up der Band vervollständigen noch Felix Jones an den Keyboards und Jens Grubel an der Bassgitarre. (weiterlesen…)

MG – MG

Sonntag, 17. Mai 2015

Layout 1Um mein Verhältnis zu DEPECHE MODE bzw. Martin Gore zu beschreiben, muss ich etwas weiter ausholen. Klar war ich in meiner Jugend ein Fan von DEPECHE MODE und wurde mit deren Synthie Pop Anfang der 80er Jahre sozialisiert. Leider gab es außer einer Best Of auf Amiga hinter dem „Eisernen Vorhang“ ja keine Tonträger der britischen Band regulär zu kaufen, allerdings versorgte uns das Jugendradio DT64 über den Äther ganz gut mit dem Sound von DEPECHE MODE und in der Sendung „Electronics“ gab es sogar die Rubrik „DEPECHE MODE-Song der Woche“. Zeitgleich mit dem legendären „Black Celebration“-Album kam ich mit Punk und Dark Wave in Berührung, so das DEPECHE MODE in Folge deutlich aus meinem Fokus wichen, wenn ich auch deren Musik nie aus den Ohren verlor. „Violator“ war dann wieder so ein Konsens-Werk, was keinem peinlich war, es gut zu finden und es selbst heute noch zu meinem Lieblings-Album der Band gehört. Seltsamerweise hatte ich dieses viele Jahre nur als Original-Kassette und mir wesentlich später im CD- wie letztendlich Vinyl-Format nachgekauft. In den 90er Jahren rauschte DEPECHE MODE dann irgendwie an mir vorbei und erst „Playing The Angel“ konnte mich wieder so richtig packen, um vom Nachfolger „Sounds Of The Universe“ völlig enttäuscht zu werden. Selbst das letzte Album „Delta Machine“ zündete bei mir mit reichlich einem Jahr Verspätung, was jedoch ein plötzliches intensives Abtauchen in die Diskografie von DEPECHE MODE meinerseits nach sich zog. Und jetzt ein neues Solo-Album vom Band-Kopf und Haupt-Song-Schreiber Martin L. Gore, den ich eigentlich als schüchternen Typen mit komischen Frisuren und Klamotten von den Fotos aus der BRAVO in Erinnerung hatte, die damals zu uns durchdrungen waren. (weiterlesen…)

FRANK THE BAPTIST – As The Camp Burns

Dienstag, 12. Mai 2015

frankAls die amerikanische Gothic-Rock-Band FRANK THE BAPTIST um die Jahrtausendwende im heimischen San Diego an ihren ersten Demos werkelte, konnte sie sicher noch nicht ahnen, dass ein paar Jahre später ihr musikalischer Erfolg eher auf dem europäischen Festland stattfinden würde. Dank der DJ-Gebrüder Thyssen fanden die ersten EPs gerade auf den deutschen Dark Wave-Floors ein offenes Ohr, dem ein Plattenvertrag beim gerade neu gegründeten Strobelight Records und insgesamt drei Alben folgten. (weiterlesen…)

THOMAS KÖNER – La Barca Complete Edition

Mittwoch, 6. Mai 2015

thoemas_koener_la_Barva_complete‚Director’s Cut‘. Nach der CD von 2009 (12 Tracks) und der Doppel-Vinyl von 2010 (17 Tracks) nun die Complete Edition mit insgesamt 22 Tracks plus der ergänzenden Videoarbeit zu dem Stück „Tokyo (Hour One)“. Arbeiten und „vorbestimmte“ Formate; fast selbstverständlich, dass es immer genau passt. Und was tun, wenn nicht? Im vorliegenden Fall hat der Künstler schließlich höchstselbst die Initiative ergriffen (ergreifen müssen?): nachdem, möglicherweise aus wirtschaftlichen Überlegungen, die CD keine Doppel-CD wurde und Dreifach-Vinyl tatsächlich etwas far out ist (wenngleich durchaus noch innerhalb realistischer Möglichkeiten), bietet Thomas Köner die Complete Edition der „La Barca“ nun selbst als rein digitale Edition an. 22 Tracks. (weiterlesen…)

KOUMA – Brazilian Blowout

Mittwoch, 6. Mai 2015

kouma_brasilian.blowoutBariton-Sax, Bariton-Gitarre + Schlagzeug. + musikalische Sozialisation zwischen Math-Rock + (more or less Free) Jazz. Der Fokus auf die stimmungsmäßig tiefergelegten Instrumente lässt den Job des Bassisten kaum vermissen und die Band geradezu automatisch wie archetypisch heavy klingen; vermutet gerade auch wegen der Tatsache, dass ein Ton, gespielt von einem für mittlere bis höhere Tonlagen gestimmten bzw. vorgesehenen Instrument ganz anders klingt als der in der Tonhöhe gleiche(!) Ton, jedoch gespielt mit Bariton-Instrumenten. Und bei Saiteninstrumenten scheint dies sowieso ganz besonders der Fall zu sein. Vermutlich gibt es dafür physikalische Erklärungen, zahlreiche musikalische Konzepte nützen diese Ästhetik aber, die auch immer ein bisschen „Evilness“ in sich trägt, auch so erfolgreich für ihre Form des klanglichen Ausdrucks. Auch ganz ohne wissenschaftlichen Background. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER + IDKLANG – In The Red Room

Mittwoch, 6. Mai 2015

aidan_baker_idklang_in_the_red_roomNeue, komplett experimentelle LP von Aidan Baker, komponiert und eingespielt zusammen mit dem Gitarristen Markus Steinkellner aka Idklang. Radikal anders als seine auf langen Spannungsaufbau basierenden Drone-Exkursionen, kein Zusammenhang zu seinen songartigeren Stücken, selbst im Vergleich zu den experimentellen Konzept-Kompositionen wie „Origins & Evolutions“ weiter draußen. Außerhalb erprobter Schemata, fast atonal angelegt, reine Improvisation, Inspiration aus dem Moment heraus. (weiterlesen…)

TECUMSEH – Seven

Mittwoch, 6. Mai 2015

tecumseh_sevenFür die meisten dürfte es schwerfallen, Tecumseh nicht der Einfachheit halber mit der anderen Band aus den USA zu vergleichen, die als Earth-Coverband anfing, sich den Namen der von ihnen bevorzugten Verstärkermarke zulegte und mittlerweile sowas wie in der Hochkultur angekommen ist. Aber, leider, auch wenn es viele Worte braucht es zu vermeiden: allein den Namen nicht zu nennen ist immer noch kein Verzicht auf den Vergleich. …nun ja, dennoch: zum Glück sind die Ähnlichkeiten zwar da, ein Vergleich allein griffe aber definitiv zu kurz, die Eigenständigkeit in einem speziellen Minimalismus ist es, die Tecumseh interessant macht. (weiterlesen…)

PETRELS – Flailing Tomb

Mittwoch, 6. Mai 2015

petrels_flailing_tombDie neue Petrels! Und wieder werden keine Gefangenen gemacht (obwohl man das als Paradoxon zum Sprichwort natürlich auch genau andersherum sehen könnte; zumindest was das Einfangen von Zuhörern beträfe). Petrels ist (weil: ist ja „eigentlich“ das Soloprojekt von Oliver Barrett aus UK) / sind (weil: auf „Flailing Tomb“ hat er eine illustre Schar von Gästen dazu geholt) und bleiben weiterhin ein Phänomen in der Ambient / Drone / Experimental / Blabla Landschaft: bisher hat es noch jede der Veröffentlichungen geschafft, keiner dieser Genrebezeichnungen und ihren „festgeschriebenen“ Maßstäben umfänglich zu entsprechen und dabei trotzdem ganz viele Hörer genau dieser Genres erreicht. (weiterlesen…)

NORDARR – Ein Mann mehr

Dienstag, 5. Mai 2015

nordarr_ein_mann_mehrDie EBM-Formation NORDARR huldigt seit ihrer Gründung der EBM „alter Schule“ und verdiente ihre ersten Lorbeeren beim verdienstvollen Electric Tremor-Label aus Dessau. 2012 erschien dann ihr zweites Album namens „Hass“ bei Emmo.biz, dem jetzt eine gut gefüllte EP über die gleiche Institution folgt. „Ein Mann mehr“ bringt neben drei neuen Tracks + einer eher ungewöhnlichen Cover-Version noch 4 Remixe auf, so dass die EP auf eine Gesamtspielzeit von einer runden halben Stunde anschwillt. (weiterlesen…)

PETER HOPE & THE EXPLODING MIND – Hot Crow On The Wrong Hand Side

Sonntag, 26. April 2015

a3468359965_2Peter Hope ist ein Veteran der Sheffielder Musikszene und gründete damals mit den Mitgliedern der ersten Besetzung von CLOCK DVA nach deren Ausscheiden die Band THE BOX bzw. arbeitete mit Richard H. Kirk von CABARET VOLTAIRE und David Harrow (Anne Clark) zusammen. Einen Überblick auf seine ganzen Bands und Projekte hat ja in den vergangenen Jahren das Label Klanggalerie aus Wien vorbildlich verschafft, so das es jetzt ein wenig verwundert, dass sein neues Album nun bei Albin Julius auf Hau Ruck! erscheint. (weiterlesen…)

KERRIDGE – Always Offended Never Ashamed

Mittwoch, 22. April 2015

kerridge_always_offended_never_ashamedBereit für einen wirklich düsteren Trip? Gemeint ist: einen WIRKLICH D Ü S T E R E N Trip… Oder, andere Lesart: ein Trip durch endlose Intros und Outros, aufgebaut wie Fallen für die Hörer… alles andere dazwischen hat (Samuel) Kerridge nämlich mal eben weggelassen in seiner Vision sehr düste-rer bis sehr sehr düsterer Elektronik. Mit Beats im Clubsound, ohne jedoch an irgendeiner Stelle club-kompatibel (zu) sein [zu wollen] auf „Always Offended Never Ashamed“, der zweiten LP des beken-nenden Sunn o)))-Fans: eine Melange aus extrem korrodierten Industrial-Sounds, bis zur Unkenntlich-keit verzerrten, geradezu zerstörten Stimmsamples und Wänden aus Noisesounds, die ebenso gut von Gitarren stammen könnten wie von irgendeiner anderen, in jedem Fall aber durch (von ihm live auch dann und wann benutzte) große Amps geschickten Soundquelle. Und eben auch Beats, tatsächlich im Elektronik-Trademarksound, die jedoch nie tragende Funktion übernehmen dürfen. (weiterlesen…)

PHANTOM WINTER – CVLT

Montag, 20. April 2015

phantom_winter_cvltEs dauert maximal 3 Sekunden um zu erkennen, in welcher Band ein Teil der Besetzung von Phantom Winter bisher gearbeitet hat. Und es dauert weitere 47 Sekunden bis sofort klar wird, dass es bei Phantom Winter nicht um bloße Fortsetzung geht. Denn in genau diesem Moment setzt der Gesang ein, ein Wechsel zwischen hasserfüllt keifenden Fauchen und ebensolchen Schreiraunen… Und besetzt perfekt die wenigen freien Stellen, die von zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug überhaupt noch freigelassen werden (können). Und hält sich überraschenderweise gerade dann zurück, wenn diese freien Stellen größer werden, wenn Raum gegeben wird für einzelne, verhangen delayte Melodiesprengsel, für E-Bow Zwielichte, die die massiven Brocken von Tracks immer wieder aufbrechen; (weiterlesen…)

DIRK SERRIES + RUTGER ZUYDERVELT – Buoyant

Dienstag, 7. April 2015

dirk_serries_rutger_zuydervelt_buoyanteGelungene Verbindung zweier Soundästhetiken: warme Gitarrenschichten und Elektronik zwischen Versuchslabor und Funkerbude. Während Dirk Serries sich derzeit sehr intensiv um eine Fortschreibung von Jazz kümmert, durch Kooperationen mit Musikern unterschiedlichster Coleur, ist er durchaus auch weiterhin genau so intensiv an den ambienten Aspekten seiner Möglichkeiten interessiert. Neben den „Stream Of Consciousness“ Arbeiten, die er selbst als eine Fortführung / ein Wiederaufgreifen von vidnaObmana-Aspekten mit anderen Mitteln sieht, sind es auch hier verschiedene Kollaborationen, die genutzt werden, die Klangmöglichkeiten und die kompositorischen Variationen in andere Bahnen zu lenken. (weiterlesen…)

DIE KRUPPS – Robo Sapien

Dienstag, 7. April 2015

$_58Nachdem ja schon Emmo.biz die Vorab-Auskopplung „Risikofaktor“ von DIE KRUPPS zu ihrem aktuellen Album „The Machinists Of Joy“ in schickes grünes Etched-Vinyl gepresst hatten, folgt nun auf gleichem Wege eine Deluxe-Ausgabe der zweiten Single „Robo Sapien“. Im Original erschien diese bei SPV nur als Download mit der exklusiven B-Seite „The Red Line“ + zwei Remixen von MONO INC. und VIGILANTE. Emmo.biz legt jetzt noch drei zusätzliche Neuinterpretationen von „Robo Sapien“ durch TECHNOMANCER & ANGST POP, MRDTC und NZ oben drauf und präsentiert das Ganze im schönen transparent-blauen Vinyl. (weiterlesen…)

MELANCHOHOLICS – Solar Cafe

Donnerstag, 2. April 2015

melanchoholics_solar_cafeDrittes und letztes Album der Melanchoholics. In der Besetzung Gitarre, Bass und Elektronic / Fieldre-cording hatte das Trio seit 2003 zwei CDs, eine 7″ und verschiedene Soundtracks veröffentlicht, ver-bunden mit europaweiten Touren, abrupt beendet durch den plötzlichen, krankheitsbedingten Tod von Gitarrist Benedikt Kristofer Bjarnason in 2010, mitten in der Arbeit an der nun vorliegenden Veröffentli-chung, damals erst gut zur Hälfte fertiggestellt. Die Arbeit an der Veröffentlichung blieb liegen, der Veröffentlichungsdeal mit einem US-Label platzte und erst mit der Erkenntnis, trotz des Verlustes weitermachen zu wollen (bezeichnenderweise als Mi-nus1one), beschlossen Bassist Phillip und Elektroniker Lutz, „Solar Cafe“ als Vermächtnis der bisheri-gen Bandgeschichte zu vollenden und zu veröffentlichen. Wohl wissend, dass es Veröffentlichungen von Bands, die es gar nicht mehr gibt unterhalb eines bestimmten Bekanntheitsgrades und zwangs-weise ohne Live-Support definitiv schwer haben. (weiterlesen…)

SECOND MOON OF WINTER – One For Sorrow, Two for Joy

Donnerstag, 2. April 2015

SECOND MOON OF WINTER – One For Sorrow, Two for JoyDas Essener Experimental-Label Denovali schlägt seinen Kurs in Richtung „verschrobene Klangatmosphären“ weiter fort und schickt die Newcomer SECOND MOON OF WINTER ins Rennen. Diese stechen aus der Flut der avantgardistischen Kunstmusik hervor, in dem sie ihr Skelett aus improvisierten Klarinette- und Gitarren-Kompositionen mit geisterhaftem Soprangesang verbinden. Einschlägige Bekannte wie THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE, BOHREN & DER CLUB OF GORE und CARLOS CIPA lassen da sicher grüßen. Zweifler, die glauben, sich einer x-beliebigen Platte ohne Tiefgang stellen zu müssen, entgeht bei dem gespenstischen Debüt allerdings das Alleinstellungsmerkmal des Projekts: der überirdische Operngesang, direkt aus der Geisterbahn gepaart mit einem Schuss irischer Folklore. (weiterlesen…)

LAIBACH – Spectremix

Donnerstag, 2. April 2015

Laibach_SpectreRemix„Spectre“ war für mich das Album des Jahres 2014 und im Zuge ihrer immer noch andauernden Welttournee veröffentlichen LAIBACH dieses jetzt als Digital Deluxe-Version noch einmal neu. Die aufgestockte Download-Ausgabe enthält neben den 10 regulären Album-Tracks auch die 4 Bonus-Tracks der Deluxe-CD + die Live-Version vom Serge Gainsbourg-Cover „Love On The Beat“, welche auf der digitalen Vorab-EP „Division S“ zu finden war. Zusätzlich dazu gibt es jetzt noch den „Spectremix“, der auch separat als Download erhältlich ist. (weiterlesen…)

OLAFUR ARNALDS & ALICE SARA OTT – The Chopin Project

Donnerstag, 2. April 2015

Cvr_00028948114863Olafur Arnalds ist ein preisgekrönter Komponist aus Island, der vor allem durch seinen Soundtrack für die TV-Serie „Broadchurch“ und im Fahrwasser seiner Landsmänner SIGUR ROS bekannt geworden ist. Seit frühster Kindheit wurde er durch seine Großmutter mit der Klaviermusik von Chopin sozialisiert, wenn er auch später sich dem Punk, Heavy Metal, Hardcore und Rock zugewandte. Trotzdem blieb seine Liebe für den klassischen polnischen Komponisten hängen, wie sehr ihn gleichzeitig die konventionellen und standardisierten Neuinterpretationen und Einspielungen dessen Werkes über die Jahrhunderte langweilten. So reifte in ihm der Wunsch nach dem Experiment, Chopin mal nicht perfekt bzw. steril klingen zu lassen, sondern dessen Sound eher als Feldaufnahme zu verorten. Dafür fand er in der ebenfalls preisgekrönten deutsch-japanischen Pianisten Alice Sara Ott eine geeignete Partnerin, welche auch den Mut hatte, eingefahrene Klassik-Konventionen zu brechen und mal etwas Neues zu wagen. (weiterlesen…)

LEAETHER STRIP – Aeppreciation

Donnerstag, 2. April 2015

a2557714680_10Seit Claus Larsen mit seinem Projekt LEAETHER STRIP von Alfa Matrix zu Emmo.biz gewechselt ist, zeigte nach langen Jahren des Formtiefs endlich die Kurve wieder nach oben. Spätestens mit seinem letzten Album „ Aessapism“ hat er jetzt auch das Level erreicht, welches er selbst mit seinen wegweisenden Electro-Veröffentlichungen in der ersten Hälfte der 90er Jahre bei Zoth Ommog so hoch gelegt hatte. Das nun folgende „Aeppreciation“ ist zwar nicht direkt ein neues Album, sondern eine Cover-Versionen-Compilation von Bands und Musikern, die Claus Larsen seit frühester Jugend an beeinflusst haben. (weiterlesen…)

COPH NIA – Lashtal Lace

Donnerstag, 2. April 2015

a2465872966_10Nach DEAF MACHINE, THE PROTAGONIST, MORTHOUND und MEGAPTERA hat jetzt mit COPH NIA ein weiteres Projekt aus dem Umfeld des verblichenen schwedischen Kultlabels Cold Meat Industry bei Raubbau eine neue Heimat gefunden. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER – The Sea Swells A Bit

Samstag, 28. März 2015

aidan_baker_the_sea_swells_a_bit(1)Reissue der CD von 2006 auf dem italienischen Label A Silent Place. Nachdem es zunächst lange dauerte, bis Aidan Baker als Solist und als Teil seiner verschiedenen Projekte (allen voran Nadja) die Chance zu Vinylveröffentlichungen bekam, reißt nun die Serie der Widerveröffentlichungen ehemaliger CDs / CDrs als Vinyledition nicht ab. (weiterlesen…)

[ B O L T ] – (0 3)

Samstag, 28. März 2015

BOLT_03Nach einigen Kollaborationen und Splits die neue [ B O L T ]. Die dritte. Wiederum unbetitelt und, wie die in der Reihenfolge ihrer Entstehung gezählten, d.h. seit dem ersten jemals als [ B O L T ] komponierten Track fortlaufend durchnummerierten einzelnen Stücke ebenfalls allein über die Kennziffer zu identifizieren. Und erstmals auf zwei physischen Formaten; die LP dabei plus Download. Und damit ist auch gleich der einzige Minuspunkt benannt; die CD ist um ein Stück länger als die LP; und auch wenn letztendlich das fehlende Stück mit dem Download nachgeliefert wird ist dies doch eine Beeinträchtigung des wertigeren der beiden Formate oder kann (zumindest von einigen) so eingeordnet werden. Auf der anderen Seite konnte so die Doppel-LP umschifft und der Verkaufspreis günstiger gehalten werden… (weiterlesen…)

NENA – Oldschool

Samstag, 28. März 2015

nena-oldschoolWie macht sie das bloß? Seit 35 Jahren ist Gabriele Kerner jetzt schon unter dem Namen NENA in der deutschen Musikszene unterwegs und zeigt absolut keine Abnutzungserscheinungen bzw. ist immer noch relevant. Dass das inzwischen schon 55 Jahre alte „Fräuleinwunder Made In Germany“ nichts von ihrer jugendlichen Frische und Frechheit verloren hat, grenzt ja allein schon an ein Wunder („Wunder gescheh’n“), aber das sie dabei noch so toll aussieht, dürfte zum Beispiel einer um ähnliche Ergebnisse verbissenen bemühten MADONNA gehörig sauer aufstoßen. NENA’s neues Album ist jetzt passenderweise mit „Oldschool“ betitelt und darauf erfindet sie sich ein weiteres Mal neu, ohne ihre Vergangenheit zu verleugnen. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER – Same River Twice

Samstag, 21. März 2015

Aidan Baker 7Vor über zehn Jahren war die erste Edition von “Same River Twice” die allererste Vinylveröffentlichung von AIDAN BAKER, da diese jedoch lange vergriffen war, ist diese schöne 2nd edition wirklich begrüßenswert. Traumhafte, weiche und gewissermaßen natürlich und organisch klingende Töne erklingen von dem wassergrünen Vinyl und erzeugen eine, wie ich finde, geradezu fernöstlich meditative Atmosphäre. (weiterlesen…)

BLINKY BLINKY COMPUTERBAND – We are

Samstag, 21. März 2015

BLINKY BLINKY COMPUTERBAND - We areAls langjähriger Fan von elektronischer Klangerzeugung kommt mir das Fulltime Debüt Album aus 2012 von dem Projekt BBC des Members Olaf Krautwurst gerade recht, die Platte nach dem Motto – Strange Elektro Pop – ist mit 10 Tracks ein wahres Füllhorn an synthetischen Songs und geradezu für Elektopuristen wie bestellt und produziert, es gibt natürlich noch mehr Veröffentlichungen von Olaf, aber gerade diese erste Scheibe von BBC hat es mir angetan, insgesamt gibt es von BBC schon 3 digitale Alben, 3 Maxis und eine EP! (weiterlesen…)

SCHRÄGE MUSIK – Fleischmaschine

Sonntag, 15. März 2015

frontsmPatrick Leagas (SIX COMM) ist eine sehr widersprüchliche Erscheinung, welche fasziniert, aber auch viele Rätsel aufgibt. Zum Beispiel ist seine Flucht von DEATH IN JUNE zum Höhepunkt ihres damaligen Erfolges („Nada“) bis heute mehr als mysteriös und alle kursierenden Erklärungen dazu eigentlich unlogisch. Angeblich gab eine wütende Frau nach einem Konzert in Bologna 1985 den Ausschlag, die ihn wegen seiner Waffen-SS-Uniform beschimpfte. Kurioserweise war es aber gerade er, der dieses Image von DEATH IN JUNE kreiert hatte und jetzt 30 Jahre später scheint er mit seiner Uniform-Maskerade sogar Douglas P. gerade rechts (sic) zu überholen. Auf jeden Fall war seine musikalische Karriere nach dem Ausstieg bei DEATH IN JUNE mit den Projekten SIX COMM (auch SIXTH COMM) und MOTHER DESTRUCTION mehr als holprig verlaufen, privat ganz zu schweigen. Neben einigen inzwischen als Klassiker zu bezeichnenden Veröffentlichungen, gab es lange Pausen, Label- und Vertriebs-Pleiten und ganz viel verzichtbares Archiv-Material. 2010 plötzlich ein neues Projekt namens SCHRÄGE MUSIK und als Debüt eine Split-Single mit ANTICHILDLEAGUE und dann… mal wieder nichts. Erst vier Jahre später erschien das lange angekündigte Debüt-Album, was aber auf Grund seiner Intensität und Qualität die lange Wartezeit verschmerzen lässt. (weiterlesen…)

uKanDanZ – Lantchi Biyé – Endè Iyèrusalém

Samstag, 14. März 2015

ukandanz_Lantchi Biye_Endeè IyerusalemUkandanz kommen aus Äthiopien und das prägt vor allen den Gesang, keine Frage; durch die Sprache, aber auch durch die Mikromodulationen in der Melodieführung. Das Wissen um die Herkunft der Band bereitet aber kaum auf die explosive Rock-Jazz-Melange der Musik vor, die mit fetten und rohem Sound und riffbetonter Ästhetik trotz der Besetzung mit zusätzlichem Saxofon (weiterlesen…)

DISTEL – Puur

Samstag, 14. März 2015

ant-zen-act318-x3Das holländische Duo DISTEL fiel mir das erste Mal im Jahre 2009 durch ihre Teilnahme an der „Radio Resistencia“-Compilation-CD auf und ich war so angetan von ihrem Beitrag „Fand“, dass ich mir gleich deren erste Vinyl-Single gekauft habe. Allerdings sollte dann fast vier Jahre vergehen, bis endlich das Debüt-Album „Puur“ bei Enfant Terrible ebenfalls nur im Vinyl-Format erschien. Das ich von der auf nur 50 Exemplare limitierten Erstauflage der Platte dann keines ergattern konnte, war am Ende gar nicht mal so schlimm, denn die zweite Auflage von 200 Stück enthielt dafür eine Single als Bonus. Jedoch war auch diese Ausgabe schnell wieder vergriffen und das nicht ohne Grund bzw. nicht nur der knappen Begrenzung geschuldet. Der Sound von DISTEL ist nämlich eine sehr eigene Mischung aus Electro, Industrial und dem sogenannten Angst Pop, wie er vor allem durch das Kult-Label Galakhorrö populär geworden ist. (weiterlesen…)

BLOCKADER – Recordings 83-88

Samstag, 14. März 2015

Blockader_InternetBisher war ich immer der Meinung, das der Schotte Chris Connelly seine musikalische Karriere mit der Band FINITRIBE begann, ehe er im Tross um Al Jourgensen mit MINISTRY, ACID HORSE, PIGFACE und den REVOLTING COCKS durch die Welt zog, eine Spur der Verwüstung hinterließ, aber auch Musikgeschichte schrieb. Nach dem Ende der langjährigen Zusammenarbeit mit Al Jourgensen (in dessen Autobiografie Chris Connelly übrigens nicht gerade gut wegkommt) startete er eine Solo-Karriere, deren daraus resultierenden Veröffentlichungen zwischen eher konventioneller Rock- & Pop-Musik und experimentellen Arbeiten schwanken. Insbesondere sein letztes Album „Day Of Knowledge“ bei Klanggalerie verstörte mit einer sperrigen Mischung aus Folk-, Drone- und Industrial-Songs im Stile eines Scott Walker, welches nach intensiver Beschäftigung jedoch auch zu begeistern wusste. Durch Vinyl On Demand erfährt man jetzt aber, das es da vor FINITRIBE auch noch was gab und auf „Recordings 83-88“ bzw. unter dem Banner BLOCKADER präsentiert Chris Connelly davon eine selektive Auswahl von diesen Aufnahmen. (weiterlesen…)

SCOTT WALKER + SUNN O))) – Soused

Donnerstag, 12. März 2015

Scott_Walker_Sunn_o_Soused(Auch wenn dieses Album schon etwas länger auf dem Markt ist hier eine weitere Meinung; nicht unbedingt weil es ohne diese gar nicht geht, mehr weil „Soused“ möglicherweise gerade die ansprechen könnte, die Sunn o))) schon nicht mehr beachtenswert finden. Möglicherweise aber auch, dann leider, erst recht nicht.) Und zu beachten ist da als aller erstes die Schreibweise dieser Zusammenarbeit: Scott Walker + Sunn o))). Nicht: Sunn o))) + Scott Walker. Dieser feine Unterschied in der Reihenfolge der Nennung ist nicht mehr und nicht weniger der Ausdruck der musikalischen Gewichtung der gesamten Kollaboration, die den Gesang von Scott Walker ganz nach vorn stellt; eine eigentümlich hohe, dabei etwas älter klingende Stimme voller Klarheit. (weiterlesen…)

JASTREB – Mother Europe

Donnerstag, 12. März 2015

R-6150898-1412346592-2145.jpegDer Name Jastreb kommt ja eigentlich aus dem Russischen und ist die Übersetzung für den Raubvogel Habicht. Jener treffende Name war auch die Bezeichnung für den legendären jugoslawischen Jagdbomber Soko J 21 aus den 60er Jahren und seit einiger Zeit ist er ebenfalls das Banner für das (nach eigener Auskunft) New Kraut Occult-Seitenprojekt der kroatischen SEVEN THAT SPELLS zusammen mit DER BLUTHARSCH AND THE INFINITE CHURCH OF THE LEADING HAND . Nach einer selbst betitelten EP erschien 2013 deren Debüt-Album „Mother Europe“ als limitierte LP im weißen schweren Vinyl, der im vorigen Jahr dann die CD-Version im Digipack folgte. (weiterlesen…)

ARCA – Xen

Donnerstag, 12. März 2015

4dcc3cc2In der aktuellen Electronica-Szene herrscht eine angespannte Unruhe, denn neben eigentlich kaum noch erwartbaren neuen Alben von APHEX TWIN und PLASTIKMAN, schockte der plötzliche Tod von Mark Bell mit gerade mal 43 Jahren nach Komplikationen bei einer Operation die Fans. Jener war ja neben seinem legendären Projekt LFO vor allem auch als Produzent der isländischen Eisprinzessin BJÖRK bekannt, die nun relativ schnell im blutjungen Alejandro Ghersi einen Nachfolger für ihr aktuelles Album „Vulnicura“ gefunden hat. Das neue Wunderkind mit venezolanischen Wurzeln hat nach Arbeiten für FKA TWIGS und KANYE WEST + diversen hochgelobten EP’s unter dem Banner ARCA jetzt bei Mute Records unterschrieben und dort sein Debüt-Album „Xen“ zum Ende vorigen Jahres veröffentlicht. (weiterlesen…)

CAMOUFLAGE – Greyscale

Mittwoch, 11. März 2015

Camouflage_Greyscale-shine_Quadrat.inddWarum jetzt immer jedes neue Album von CAMOUFLAGE gleich als Comeback angekündigt wird, hat sich mir noch nie so richtig erschlossen, selbst wenn der Vorgänger „Relocated“ schon wieder 9 Jahre her ist. Weg waren die „deutschen DEPECHE MODE“ (oder waren das DE/VISION?) ja nie so richtig und immer mal wieder auf Tour oder zumindest für eine Best Of-Sammlung gut. Gerade erst im letzten Jahr erschien mit „The Singles“ die schon vierte Zusammenstellung dieser Art und zusätzlich dazu eine komplette Werkschau in einer aufwendigen Box. Als ich dann gut zwei Monate vor Veröffentlichung das neue Album im Briefkasten hatte, war ich dem nicht abgeneigt und der erste Höreindruck lies sogar ein wenig Freude aufkommen. (weiterlesen…)

DARK HORSES – Hail Lucid State

Mittwoch, 11. März 2015

dark-horses-lp-hail-lucid-stateDARK HORSES aus Brighton sind so eine Band, die überhaupt nichts Neues und trotzdem alles richtig macht. Geprägt durch musikgeschichtliche Größen wie THE DOORS, VELVET UNDERGROUND, JOY DIVISION oder THE JESUS AND MARY CHAIN saugen DARK HORSES deren Einflüsse auf, mischen diese neu und kombinieren das Ergebnis mit weiblichen Gesang, um letztendlich doch irgendwie vertraut zu klingen. (weiterlesen…)

VASILISK – Musick For Liberation And Ecstacy

Mittwoch, 11. März 2015

SK80lim.100Nachdem sich das japanische Industrial-Duo WHITE HOSPITAL nach nur einer LP und Single 1985 in die beiden Einzel-Projekte GRIM und VASILISK aufsplitteten, wurden die Platten zu Klassikern des Genres wie gesuchten Raritäten. Das gleiche passierte im Anschluss ebenfalls mit den wenigen Veröffentlichungen von GRIM und VASILISK. Die komplette GRIM-Discografie ist ja inzwischen via Vinyl On Demand bestens dokumentiert und das seit einiger Zeit wieder aktive Projekt hat inzwischen bei Steinklang seine Heimat gefunden. 2012 legten auch VASILISK mit dem Album „Tribal Zone“ ein überraschendes und vor allem mitreißendes Comeback-Album vor. (weiterlesen…)

JOHN CARPENTER – Lost Themes

Freitag, 6. März 2015

john carpenterEr kann es noch! Horror-Altmeister John Carpenter wird auch mit 66 Jahren nicht müde, sich als 80er-Jahre-Horror-Ikone selbst zu zelebrieren. Völlig zu recht. „Lost Themes“ ist pure Nostalgia. Eine Horroparty im grobkörnigen VHS-Look. Ein Rundgang durch die Bahnhofsvideothek. Mit dem geilsten 80s-Vibe seit KAVINSKY´s „Outrun“. Eine Zeitreise zurück in die Kindheit, als es noch am Schönsten war Horrorfilme im Kerzenlicht zu konsumieren. Sich vor Angst in die Hosen zu scheißen und das verdammt noch mal richtig gut zu finden. Damals, als uns unvergessene Gruseljuwelen wie HALLOWEN (1978), THE FOG (1980), THE THING (1982) oder CHRISTINE (1983) schlaflose Nächte bereiteten. Ich rede von der Generation 1980+. Wir, die noch kiloschwere Walkmans durch die Gegend trugen und denen der Begriff „Bandsalat“ noch in bester Erinnerung ist. (weiterlesen…)

Piiptsjilling – Molkedrippen

Freitag, 6. März 2015

piiptsjilling_MolkedrippenDie Band mit dem für nicht-Niederländer unaussprechlichen Namen um das Brüderpaar mit den x-Projekten. Plus der Verwendung der friesischen Sprache. Mit an Bord, als Gründungsmitglied, Rutger Zuyderveld aka Machinefabriek. Die Projekte der Kleefstra-Brüder klingen eigentlich alle wie ein musikalisches Abbild einer kargen, nieselregenfeuchten Landschaft. Eine Landschaft, die im ersten Eindruck fast abweisend ist in ihrer Kargheit. Ohne Höhepunkte zu sein scheint. Ohne Orte, in denen Lebensfreude herrscht. Alles hier ist ein zäher Kampf ums Leben; nicht weil die Gefahren omnipräsent sind, sondern einfach nichts einfach ist. (weiterlesen…)

ZINNSCHAUER – Hunger Stille

Freitag, 6. März 2015

zinnschauer_hunger_stilleZinnschauer, das 1 (+2) Projekt aus (im Kern) Akustikgitarre und (deutschsprachigen) Gesang ist erstmal -beim ersten Hören- sehr anders, ungewohnt. Klar, deutscher Gesang lässt diesen allein über seine Verständlichkeit viel näher an die (deutschsprachigen) Hörer. Und auch die Akustikgitarre ist kein Instrument, das irgendwelche Verstecke bietet. Wie um das noch zu toppen ist dann da aber auch noch dieser Gesangsstil, der die Worte packt, biegt und in die Melodien zwingt. Das klingt gleichzeitig sehr eigen und sehr vertraut; (weiterlesen…)

Dikeman / Serries / Verbruggen – Live at Le Vecteur

Freitag, 6. März 2015

dikemanSerriesVerbruggenLiveAtLeVecteurSeitdem Dirk Serries sein „New Wave Of Jazz“ Label ins Leben gerufen hat, sind einige der Vös dort möglicherweise eine echte Überraschung für die, die durch seine verschiedenen Soloprojekte dorthin geführt wurden….und der furiose Saxophon / Drum Auftakt von „Unity“ bei einigen dieser dann vielleicht eine neue Erfahrung der …“dritten Art“… Die eigene Stimme des Trios nutzt auch Dirk Serries selbst, mit einem Gitarrenspiel, das sich auf das das seiner vergangenen wie aktuellen Projekte bezieht, hier im Kontext des Trios aber eine besondere Rauheit zulässt; (weiterlesen…)

PRAIRIE – Like A Pack Of Hounds

Freitag, 6. März 2015

PromoCD.inddWäre Ennio Morricone noch jünger und statt mit einem Orchester zu arbeiten, Musik mit Laptop und Gitarre machen, würde seine Vertonung der amerikanischen Steppe eventuell ähnlich ausfallen, wie jetzt das Debüt-Album von PRAIRIE. PRAIRIE ist das musikalische Projekt des Niederländers Marc Jacobs, welcher hauptberuflich für die bildende Kunst in Brüssel arbeitet. Da er dort sehr viel mit dem Medium Film zu tun hat (Brüsseler Film Festival), färbt dies natürlich auch auf seine Musik ab. Die rund 47 Minuten von „Like A Pack Of Hounds“ sind nämlich eine aufregende Soundtrack-Reise, die irgendwo zwischen Field Recordings, Drone Ambient und Post Rock angesiedelt und bezaubernd wie gefährlich zugleich ist. (weiterlesen…)

ZAHGURIM – Moral Rearmament

Montag, 2. März 2015

gg195kleinDas österreichische Label Klanggalerie hat mal wieder ganz tief im Schlamm der Industrial-Kultur gewühlt und dabei ein längst vergessenes Album dieser spannenden Ära aus den 80er Jahren gehoben. Zu dem Projekt ZAHGURIM ist selbst in den heutigen Zeiten des Internets nicht viel in Erfahrung zu bringen, außer das aus ihnen später LEFT HAND RIGHT HAND hervorgegangen sind, aber wer kennt denn selbst die noch wirklich? So blieb von ZAHGURIM, neben Beiträgen für Tape-Compilations bei Bain Total und Cthulhu Records, daher nur die LP „Moral Rearmament“ auf Atonal Records zurück, welches ein Seitenarm des Berliner Labels Dossier war. (weiterlesen…)

SCIENCE O.C.N. – Linear / CONSCIENCE – Grafity Has Gone

Montag, 2. März 2015

consienceDas Gute soll bekanntlich so nahliegen und im Falle der beiden Projekte SCIENCE O.C.N. und CONSCIENCE trifft dieser Sinnspruch tatsächlich einmal zu, denn die beiden Musikacts stammen von ein und der selben Person – Rüdiger Illg – aus Bremen Weyhe, einen Steinwurf von meinem aktuellen Wohnort entfernt. Musikalisch ist Rüdiger schon länger aktiv – das Elektro Synth Pop Projekt CONSCIENCE z.B. – hat er schon im Jahr 1991 ins Leben gerufen ( unter www.science2.de zum runterladen ) und man merkt hier sofort das Frontmann und Sänger – Rüdiger Illg – als Inspiration seiner CD (weiterlesen…)

A PLACE TO BURY STRANGERS – Transfixiation

Freitag, 27. Februar 2015

100_0068.JPGlBisher hatte ich zwei Mal das Vergnügen, ein Live-Konzert des amerikanische Gitarren-Noise-Trio A PLACE TO BURY STRANGERS zu erleben und dabei ein akustisches wie optisches Inferno gewahr zu werden. Ein donnernder Bass, schneidendes Gitarren-Feedback und hämmerndes Schlagzeug in ohrenbetäubender Lautstärke auf der einen und grell-gleißende „Flakscheinwerfer“, dichter Nebel und hektisch zuckendes Strobo auf der anderen Seite der Wahrnehmung verdichteten sich so zu einem berauschenden Trip, welcher noch lange nachhallte. Auf ihren bisherigen drei Alben ging das Trio um Kopf Oliver Ackermann dafür wesentlich überlegter und konzentrierter zur Sache, bisweilen stieß das letzte Werk „Worship“ sogar in melodische Post Punk-Gefilde vor. Mit ihrem aktuellen Album „Transfixiation“ ist es ihnen jetzt aber gelungen, die heftige Kraft der Live-Auftritte auch auf Tonträger-Format zu übertragen. (weiterlesen…)

FRODE HALTLI – Vagabonde Blu

Freitag, 27. Februar 2015

Frode_Haltli_Vagabonde_bluAuch Instrumente haben ein Image. Akkordeon. Der Name reicht völlig… Allenfalls „zugelassen“ als skurrile Klangfarbe im Gesamtmix. Aber ein Album nur mit Akkordeon? Solo? …da werden viele möglicherweise gleich abwinken; vorab. Selbst die, die experimentellen Formen der Musik sonst sehr zugetan sind. „Vagabonde Blu“ von Frodi Haltli ist daher so etwas wie die Chance, sich wirklich überraschen zu lassen und / oder der Beweis, dass es sich immer wieder lohnt, liebgewonnene Vorurteile ebenso immer wieder in Frage zu stellen… (weiterlesen…)

VOX POPULI! – Imaginary Myscitisms & Alternative Watermelons

Sonntag, 22. Februar 2015

Vox_Populi_InternetDie französische multikulturelle Ritual-Industrial-Ethno-Band VOX POPULI! gründete sich im Jahre 1981 und obwohl ihre Veröffentlichung recht verstreut und nur in kleinen Auflagen erschienen, erlangte sie einen gewissen Kult-Status. Dieser ist auf ihre Tape-Veröffentlichungen beim dem verehrten deutschen Cthulhu-Label, zahlreichen Compilation-Beiträge und die Dauer-Kollabaration mit ihren Landsleuten von PACIFIC 231 zurückzuführen. Ihr atmosphärisch-urig-eigener Mix aus Elektronik und akustischen Instrumenten war einfach wie wirkungsvoll, der vor allem durch den persische Gesang von Mitra Kyrou-Khalatbari geprägt wurde. (weiterlesen…)

REUTOFF – No One’s Lullabies

Mittwoch, 18. Februar 2015

R-6339664-1416907313-5823.jpegDie inzwischen zum Duo geschrumpfte sowjetische Post Industrial-Formation REUTOFF war im letzten Jahr nach einer Pause wieder verstärkt aktiv. Neben einer REUTOFF-Tribute-CD auf Old Europa Cafe (mit u.a. ANTLERS MULM, DEUTSCH NEPAL, TROUM und WERMUT), einem Split-Album mit SAL SOLARIS namens „Eigengrau“ und der Doppel-CD „Nullraum“, welche die sieben „Reutraum“-Singles + Bonusmaterial bündelte, gab es auch noch ein EP-Tape bei Sea State. Zwar kehren REUTOFF mit diesem Tonträgerformat zurück zu ihren Anfängen, aber da dies auch ein Hybrid-Projekt ist, bietet ein optionaler Download zusätzliches Material und deshalb eigentlich ein vollwertiges Album. (weiterlesen…)

LAURA CARBONE – Sirens

Mittwoch, 11. Februar 2015

tumblr_nf5aij9VU81tk405uo1_r1_1280Fast wäre die unscheinbare CD-R dieses Albums im Berg der nicht gehörten Promos untergegangen und nur durch Zufall fand es seinen Weg ins Küchenradio, bevor ich jene entsorgen wollte. Gut aber, dass ich doch vorher noch mal rein gehört habe, denn die CD wusste mich von Anfang an zu begeistern. Laura Carbone ist (oder war) Sängerin bei der punkigen Electro Clash-Combo DEINE JUGEND, von der mir allerdings nur die (zugegebene) schicke Frisur von Frau Carbone in Erinnerung geblieben ist. Jetzt ist diese also Solo unterwegs und wandelt dabei auf den Retro-Spuren einer Lana Del Ray. (weiterlesen…)

ENDPHASE – >I<

Sonntag, 8. Februar 2015

3-Panel_JCard_FRONT_AIMarc Patrick Schaffer ist seines Zeichens Inhaber von Anna Logue Records und war bzw. ist wohl wieder Musiker bei SOLITUDE FX. Bevor er allerdings diese Tätigkeiten ausführte, agierte er in den Jahren 1996 bis 2001 im ganz kleinen Kreis mit seinem Solo-Projekt ENDPHASE und das noch lange vor dem großen Minimal Electro-Revival. Vor 15 Jahren erschien das gesammelte Material von ENDPHASE schon einmal als ganz knapp limitierte CD-R im Eigenverlag und Treue um Treue präsentiert dieses jetzt nun zum zweiten Mal und dabei ganz stilecht im authentischen Magnettonband-Format. (weiterlesen…)

MARSEN JULES – At GRM

Freitag, 6. Februar 2015

Marsen_Juhls_At_GRMMarsen Jules schaut unter diesem (fast eigenen) Namen und unter Projektnamen wie Krill.Minima auf eine lange Reihe von Releases zurück, auch in Form von Kollaborationen oder als (Semi) Group Marsen Jules Trio. Elektronik, Dub und Ambient ist das bearbeitete Feld und möglicherweise hat auch gerade seine mehrfache Teilnahme an der „Pop-Ambient“ Reihe von Kompakt geholfen, seine Bekanntheit auszudehnen. Aber, vielleicht auch „geholfen“ ihn in der Wahrnehmung vieler auf genau dieses Feld zu beschränken, auf eine Art von Ambient der warmweichen Zugänglichkeit, gerne (Sample-) streicherbasiert. Nun ist das, was Marsen Jules im Rahmen seiner zweiwöchigen Residenz dort in Frankreich erarbeitet hat nicht das extreme Gegenteil; (weiterlesen…)

MARSEN JULES – Sinfonietta

Freitag, 6. Februar 2015

marsen julesCD im Papp-Trick-Cover (wie bei manchen Raster-Noton VÖs) und Poster im Slipcase aus rauer schwarzer Pappe. Und in gewisser Hinsicht eine musikalische Entsprechung der visuellen Kontraste. …wenn auch auf eine weniger offensichtliche, dabei aber mindestens gleich effektive Art wie das schwarz gegen dunkelbunt des visuellen Teils der „Sinfonietta“… Denn das was im ersten Eindruck einfach die Melange von ein paar oktavierten Flächen erscheint, ist tatsächlich ein überaus filigranes Geflecht droneartiger Anteile und sich darin, darum und dahinter bewegender, in ihrer Aussage sehr abstrakt gehaltener Melodiemotive, die das einzige Stück der CD permanent auf der Grenze zwischen die Halbtöne zerreibenden Zwielicht und angedeuteter Öffnung halten. (weiterlesen…)

GEINS’T NAÏT & LAURENT PETITGAND – Je Void Sis

Freitag, 6. Februar 2015

GEINS’T NAÏT & LAURENT PETITGAND - Je Void SisDas französische Label Ici DÁilleurs eröffnet eine Veröffentlichungs-Reihe unter dem Namen „Mind Travels Serie“ mit dem Projekt zweier aus komplett unterschiedlichen musikalischen Ecken stammender Musiker. Zum einen Thierry Merigout und auf der anderen Seite Laurent Petitgand. Hatte Ersterer bereits in den späten 80er/frühen 90´s mit z.B. Alben wie „yvone“ experimentelle Klänge zwischen Industrial/Elektronik-Avantgarde veröffentlicht, und dort schon seiner Experimentierfreude freien Lauf gelassen, so ist sein jetziger Partner L.Petitgand eher in der Untermalung zeitgenössischer Filme/Dokumentationen(z.B. Wim Wenders- Das Salz der Erde) zu Hause. (weiterlesen…)

SANKT OTTEN – Engtanz Depression

Mittwoch, 4. Februar 2015

sankt_otten_engtanz_depressionDer erste zu hörende Gitarrenton ist nicht per E-Bow erzeugt… …Revolution!? …der nächste andere dann aber doch wieder: …also doch alles beim alten? Eher: nein; „Engtanz Depression“ geht gegenüber den Vorgängern durchaus eigene Wege: weniger straight, ohne kompliziert zu werden; verschrobener, ohne die Zugänge unnötig zu verbarrikadieren; überraschender, ohne sich selbst zu leugnen… Und so klingt auch gleich #2, „Beten, Tanzen, Küssen“, viel mehr wie ein subtil verwehter Nachhall von als ein tatsächliches, (weiterlesen…)

FOGH DEPOT – Fogh Depot

Mittwoch, 4. Februar 2015

Fogh_Depot_fogh_depotJazz / Impro / Techno / Ambient / Drone / akustisches Flair / elektronischer Background. Aus Russland. Und Musiker von dort haben ja durchaus ihre eigene Haltung; nicht zuletzt aufgrund der einfach anders verlaufenen musikalischen Geschichte und eines Publikums, das in der Gesamtschau vielleicht einen (und wenn auch nur etwas) größeren Anteil an Leuten hat, die auf mehr können als nur Pop. Fogh Depot scheinen auf ihrem Debüt(?) in jedem Fall wesentlich unbeeinflusster von jeder hintergründig präsenten Erwartungshaltung zur Erfüllung typischer Genreschemata; statt dessen werden die (rein instrumental gehaltenen) Stücke, (weiterlesen…)

DALE COOPER QUARTET & THE DICTAPHONES+WITXES – Split

Mittwoch, 4. Februar 2015

DaleCooperQuartet+Witxes_SplitSplit + starker Tobak: Das Dale Cooper Quartet & The Dictaphones sind ja gern so etwas wie der Wolf im Schaftspelz; gebrauchen hintergründige Widerhaken im Rahmen stoisch voranschreitender, skelettierter Darkjazz Abstraktionen, die die Höhrer mit loopartiger Struktur vereinnahmen und geradezu sedieren, bevor diese es überhaupt selbst bemerken konnten. „Le Strategie Saint-Frusquin“, dieses seitenlange Stück als Auftakt der Split, verweigert sich dieser bewährten Methode zwar nicht, lässt aber die ganzen hintergründigen Texturen viel weiter nach vorn als bisher gewohnt: (weiterlesen…)

BLACK LUNG – Innovation Participation Reward

Mittwoch, 4. Februar 2015

ant-zen-act317-2-x3Als großer Fan der ersten Stunde von SNOG verfolge ich natürlich auch die anderen Projekte des Australiers David Thrussell, von denen BLACK LUNG inzwischen zu den produktivsten zählt. Auf Grund der allgemeinen Veröffentlichungsflut sind allerdings das letzte SNOG-Album, wie auch die aktuelle BLACK LUNG „The Great Golden Goal“ irgendwie an mir vorbei gegangen. Dafür liegt mir jetzt „Innovation Participation Reward“ vor, was eine Remix-Sammlung ist, welche randvoll mit insgesamt 15 Neuinterpretationen von „The Great Golden Goal“ in über 79 Minuten gefüllt ist. (weiterlesen…)

DRITTE WAHL – Geblitztdingst

Mittwoch, 4. Februar 2015

cd_ageblitzDRITTE WAHL sind eine Punk Rock-Band aus Rostock, die sich 1988 in den Wirren der untergehenden DDR gegründet hat, jedoch in der Szene damals überhaupt keine Rolle mehr gespielt hat. Erst 1992 verschaffte der Band ihr Debüt „Fasching in Bonn“ bei dem heimischen Amöbenklang eine gewisse gesamtdeutsche Popularität, welche sie durch eine stetige Kontinuität über die Jahre hinweg ausbauen konnten. Ab dem vierten Album bzw. 1998 veröffentlichte DRITTE WAHL über ihr eigenes Label, was dem Trio relative Unabhängigkeit und ein Überleben sicherte. (weiterlesen…)

SIMPLE MINDS – Big Music

Mittwoch, 4. Februar 2015

simple mindsLange, lange Zeit war es ruhig um die „Einfachen Gemüter“ – aber nun sind sie mit „Big Music“ wieder mittendrin. Gemeint sind hier natürlich die Simple Minds aus Glasgow – die Band um den charismatischen Frontmann Jim Kerr wurde schon 1978 in Schottland gegründet und waren eine der erfolgreichsten Gruppen der 80ziger und 90zigerer Jahre. Anfangs noch dem Punk und New Wave verschrieben, mutierten die Schotten über die Jahre zur grandiosen Stadionrockband und hatten mit „Don`t you forget about me“ einen richtigen Megahit, der sogar als Filmmusikeingesetzt wurde, die andere Stadion Livehymne war der Song „Alive and Kicking“! (weiterlesen…)

SOL INVICTUS – Once Upon A Time

Donnerstag, 29. Januar 2015

sol invictusBis Mitte der 1990er Jahre war das Erscheinen eines neuen Albums von SOL INVICTUS ein Ereignis, dem man als Fan voller Ungeduld entgegenfieberte. Die hochgesteckten Erwartungen wurden meist mehr als erfüllt: die Band eilte von Höhepunkt zu Höhepunkt und schien mit jeder Platte immer besser zu werden. Um die Jahrtausendwende gab es dann einen Bruch, über dessen Ursachen hier nicht spekuliert werden soll, aber alles, was Tony Wakeford seither veröffentlichte, einschließlich seiner Soloalben sowie diverser Nebenprojekte, verharrte im Mittelmaß. Es schien, als habe ein weiterer Protagonist des Neofolk seinen künstlerischen Zenit überschritten, um sich sodann in die Bedeutungslosigkeit zu begeben. Umso überraschender war dann das 2011 erschienene Album The Cruellest Month: mit kraftvollen und gradlinigen, ohne alberne Klangspielereien aufgenommenen Songs bewies die Band, dass sie immer noch fähig war, sich weiterzuentwickeln: Wakeford schien zu alter schöpferischer Kraft zurückgefunden zu haben. „Once Upon A Time“ nun, das jüngst erschienene neueste Werk aus dem Hause SOL INVICTUS, bestätigt diesen Eindruck in überzeugender Weise, und es scheint, als sei Tony Wakeford auf dem besten Wege, ein mehr als respektables Alterswerk zu schaffen.

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LELU/LU’S – Operating On Specific Cues/ Early Works 1982-86

Sonntag, 25. Januar 2015

lelulufrontgatefoldZwischen all den „Monster“-Boxen veröffentlichte im vorigen Jahr Vinyl On Demand auch mal eine ganz normale Doppel-LP im Fold Out-Cover von LELU/LU’S. Viel ist allerdings über das britische Projekt nicht bekannt und Grundlage für deren aktuelle Wiederentdeckung war ihr Tape „Operating On Specific Cues“ aus dem Jahre 1985. (weiterlesen…)

CELER – Sky Limits

Samstag, 24. Januar 2015

celerIch kann mich noch gut an meine erste wirklich tiefgreifende Erfahrung mit sphärischen Ambient/Drone erinnern, weit zurückliegend in den 90er Jahren, als vom damaligen Projekt-Label aus Amerika eine schlichte, sehr ästhetisch verpackte 3er CD-Box von Vidna Obmana mit dem Titel „Trilogy“ erschien. Das Covermotiv mit irgendwie unwirklichen/romantischen Motiven aus der Natur fand einen auf den Punkt gebrachten Einklang mit extrem zerbrechlichen Klängen, die eine Weltentrücktheit an den Tag legten, die mir so bis zu diesem Zeitpunkt in dieser musikalischen Form was ganz neues offenbarte. Langsam, schwerelos, rhythmusfrei drifteten Sounds sich von ganz weit draußen kommend in den Vordergrund, machten die Cover-Skulpturen lebendig, wirkten im höchsten Masse zerbrechlich.

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NIHILING – Nihiling

Mittwoch, 21. Januar 2015

nihiling_nihilingPost Rock? Fast scheint es so. Beim flüchtigen, ersten Hören. Aber: so viele Wendungen? Stoppen, wieder anlaufen? So wenig: lange hypnotische oder zumindest so gemeinte Aufbau-/ Entwicklungsparts? …Nihiling gehen wohl ihren eigenen Weg. Auch den in der Wahl des Instrumentariums: zwischen Spielen und Programmierung, akustisch, elektrisch, digital; in der Wahl der Soundästhetik, die, wenn im ersten Überblick auch fast rein organisch / analog wirkend, ebenfalls keine Überraschungen scheut. Und eben besonders: bei den Arrangements; im Ganzen und im Detail, mit überraschenden Twists im Ablauf des einzelnen Stücks. (weiterlesen…)

JESSICA93 – Rise

Mittwoch, 21. Januar 2015

jessica93_riseAcht Punkte allein für das Cover. Mindestens. Französische spät-jugendlich-Rotzigkeit inklusive autobedingten Retrocharme. Extrapunkte, auch wenn dieses Cover überhaupt nicht zur Musik passt. Oder doch, aber schlicht keine Hinweise gibt, was uns erwartet. Oder eben die falschen Fährten legt; Richtung Garage oder so. In musikalisch ist das hier aber etwas ganz anderes: Cure-Pornography meets Sisters Of Mercy-Alice / Anaconda / Floorshow mit einem herkunftsbedingten Touch von Little Nemo / Mary goes Round. Irgendwie retro, zumidest dieser visuelle Hinweis passt also doch. (weiterlesen…)

STRAFE FÜR REBELLION – Sulphur Spring

Mittwoch, 21. Januar 2015

gg190kleinSTRAFE FÜR REBELLION ist ein Experimental-Projekt, welches hauptsächlich in den 80er Jahren aktiv war und sich durch seinen „schlauen“ Ansatz mehr der Avantgarde als dem Industrial zugewandt sieht. Das die beiden Mitglieder Siegfried Syniuga und Bernd Kastner dann auch noch Mitbegründer bzw. Mitarbeiter der SPEX waren und beruflich bildende Künstler sind, erklärt eventuell einiges und auf jeden Fall das „intellektuelle Klugscheißen“ im aktuellen Interview auf BLACK. Nach einer langen Pause wurde jetzt nämlich via Klanggalerie ein neues Album namens „Sulphur Spring“ veröffentlicht, welches ja eigentlich der Anlass für das gerade erwähnte Interview war. (weiterlesen…)