NADA SURF -The Stars Are Indifferent To Astronomy

Mittwoch, 15. Februar 2012

Matthew Caws, Sänger von NADA SURF, lässt es sich auch auf diesem Album nicht nehmen, in Popsongs Fragen zu stellen und Angelegenheiten zu diskutieren, die ebenso gut Gegenstand philosophischer Abhandlungen oder – mindestens – lebenskluger Sinnfindungs-Ratgeber sein könnten (ja, ausnahmsweise ist das als Kompliment gemeint). Obwohl mittlerweile jenseits der Vierzig, haben NADA SURF die Suche des grüblerischen jungen Mannes nach dem richtigen Leben im falschen offenbar noch nicht aufgegeben. (weiterlesen…)

TENHI – Saivo

Mittwoch, 15. Februar 2012

Die Finnen von TENHI sind schon länger meine Favoriten, wenn es um melancholische Klänge geht. Wenn man die magisch-düsteren Musikwelten von TENHI erfassen möchte, muss man sich wohl in die finnischen Wälder und einsamen Seen ihrer Heimat begeben, wo Zeit keine Rolle zu spielen scheint. So ist wohl auch die endlos lange Entstehungsphase ihres neuen Werkes “Saivo” zu erklären, die sich über vier lange Jahre hinzog. (weiterlesen…)

EGIDA AUREA – Derive

Mittwoch, 15. Februar 2012

Nach dem fulminanten Debutalbum “La Mia Piccola Guerra” der Italiener, das einschlug wie eine Bombe, hat nun das Warten endlich ein Ende – denn da ist es, das zweite Album der Genuesen. Nachdem das Erstlingswerk durch eine großartige Mischung von schwungvoll-schmissigen, tanzbaren, heroisch-hymnischen Stücken und verträumten neofolkesken Balladen punktete, kommt “Derive” mit etwas weniger Kraft und mehr Intimität daher. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER – The Spectrum Of Distraction

Sonntag, 12. Februar 2012

Opus Magnum der besonderen Art: Zunächst noch ganz unschuldig, eine Doppel-CD im Pappgatefold mit zwei (ebenso?) unschuldigen (aber wohl vor allem neugierigen) Kindern auf dem Cover (das catchy Artwork stammt wieder von Matt Smith, der auch schon die Coverbildergeschichte auf Nadjas „When I See The Sun Always Shines On TV“, 2009 auf Consoulingsounds erschienen, gestaltet hatte). Und so ungläubig, wie die Kinder auf dem Cover den Dingen im Kopfhörer folgen, so folgen die Hörer auch in der Wirklichkeit. (weiterlesen…)

RUMMELSNUFF/ SHAMBHU AND THE TRUE LOVE HEARTS – Split

Samstag, 11. Februar 2012

Das Berghain bzw. das angeschlossene Platten-Label Ostgut Ton feiert Jubiläum und gleich drei Urgesteine des legendären Berliner Clubs gratulieren in Form dieser Split-Single. (weiterlesen…)

JEFRE CANTU-LEDESMA – Conversations With Myself

Samstag, 11. Februar 2012

Bis auf die Schreibweise ein geborgter Titel von einem Artist aus dem gleichen Genre mit (zumindest weitgehend) gleichen Instrumentarium. Zwei Jahre nach der großartigen “Love Is A Stream” veröffentlicht Jefre Cantu-Ledesma eine neue CD und Aufmachung und Inhalt scheinen darauf hinzuweisen, dass es so etwas wie eine “Zwischendurch-VÖ” ist, kein neuer Eckpfeiler in der Diskografie. (weiterlesen…)

HOUSE OF LOW CULTURE – Poisoned Soil

Donnerstag, 9. Februar 2012

Wie finden die Töne und Klänge zu Aaron Turner – jenem Magneten, dem die Ideen nur so zu zufliegen scheinen? Turner ist natürlich zuvorderst als ehemaliges ISIS-Mitglied und zudem als Betreiber des Hydra Head Labels ein Begriff. Zudem ist er in unzählige anderer Projekte und Bands involviert, als da wären: LOTUS EATERS, MAMIFFER, OLD MAN GLOOM, GREYMACHINE, JODIS oder eben HOUSE OF LOW CULTURE. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER – Loop Studies

Mittwoch, 8. Februar 2012

“Loop Studies”, diesmal als 2CD im Siebdruck-Klappcover auf Paradigms-Recordings aus England: erstmals auf “richtiger” CD. “Loop Studies One” + “Two”, ursprünglich erschienen 2003 und 2006 auf Laub Records bzw. Dissonant Records plus, als Zugabe, drei weiterer Loop Studies und einer Live-Version von “Loop Study Four” (in einer etwas anderen Tonart / einem anderen Tuning der Gitarre). (weiterlesen…)

SIEBEN – No Less Than All

Montag, 6. Februar 2012

Matt Howden ist einer der umtriebigsten Musiker der düster-alternativen Szene. Ich möchte glatt behaupten, dass die meisten Fans verschiedener szenerelevanter Spielarten des Folk bewusst oder unbewusst mindestens einen Tonträger besitzen, an dem Howden seine virtuosen Finger im Spiel hatte. (weiterlesen…)

THE EYE OF TIME – The Eye Of Time (After Us/ Jail/ Lily On The Valley)

Sonntag, 5. Februar 2012

Es ist immer wieder erstaunlich, zu welcher Musik Menschen mit Hardcore und/ oder Punk-Hintergrund irgendwann finden. Marc Euvrie gehört zu denen. Vor einem tieferen Blick in seine Soloarbeiten sei aber richtigerweise auch gleich gesagt, dass er parallel ebenso im Metal-Duo KARYSUN für Gitarre und Gesang zuständig ist. Ausdrucksform, die seiner musikalischen Vergangenheit, zumindest auf den ersten Blick, sicher näher liegen sollte als die seiner komplex(er) instrumentalisierten und arrangierten Arbeiten als THE EYE OF TIME. (weiterlesen…)

ALCEST – Les Voyages De L`Âme

Sonntag, 5. Februar 2012

Begrifflichkeiten wie Shoegazer-Post Black Metal sind seit geraumer Zeit der verzweifelte Versuch, Bands die melancholischen Metal mit allerlei sphärischem Überbau vermischen, zu kategorisieren. Da ich selbst mit Bands wie SLOWDIVE (RIP), RIDE und ähnlichen groß geworden bin, dabei aber auch den frühen bis Mid-90’s Black Metal-Bands mehr als nur ein Ohr geliehen habe, ist es schon immer ein Schmunzeln wert, wenn man die Schublade zückt. (weiterlesen…)

KALTFRONT – Zwischen allen Fronten

Freitag, 3. Februar 2012

Als Ende 2005 die Dresdner Punk-Rock-Legende KALTFRONT ihre umjubelte Reunion Live im Kurländer Palais feierte, ging für mich persönlich ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung und auch der Band gab der Erfolg recht. Es folgten weitere Konzerte und eine Best Of-LP/CD von den damals zu DDR-Zeiten erschienenen Kassetten, so wie die CD-Auflage der bereits im Jahre 2000 veröffentlichten bzw. schnell ausverkauften LP „Live 88“. Seit 2008 waren KALTFRONT auch temporär im Studio, um alte und vor allem auch neue Songs einzuspielen. Im Dezember 2011 war es dann endlich so weit und mit „Zwischen allen Fronten“ erschien das „erste“ offizielle Album von KALTFRONT. (weiterlesen…)

THE DARK SHADOWS – 11:11

Freitag, 3. Februar 2012

Irgendwie scheint sich Brigitte Handley mit ihren DARK SHADOWS um ein richtiges Debüt-Album drücken zu wollen, denn die bisherigen Veröffentlichungen des australischen Gothic-Psychobilly-Girl-Trios waren nur Singles und EPs. Auf der letzten EP-CD „Invisible“ wurde dann ja schon der Rockabilly-Einfluss auf THE DARK SHADOWS zu Gunsten von abgedunkelten Gitarrensounds abgeschwächt, um sich jetzt mit der aktuellen EP „11:11“ fast nur noch im Outfit der drei Ladys zu äußern. (weiterlesen…)

TIM HECKER – Dropped Pianos

Donnerstag, 2. Februar 2012

„Ravedeath, 1972“ endet mit „In The Air: I-III“. Und einer, gegen Ende dieses Dreiteilers, schließlich in der Tiefe des Hörraums verhallenden Ruhe aus Piano und Hall und(?) weiterer Bearbeitung. Das Stück, das vielleicht am stärksten zurückgeht zu der Ruhe des Debüts „Haunt Me Haunt Me Do It Again“ mit seiner faszinierenden Mischung allumfassender Ruhe und einem trotzdem ganz innen brodelnden Kern. (weiterlesen…)

LOCRIAN & MAMIFFER – Bless Them That Curse You

Mittwoch, 1. Februar 2012

Wenn Leidenschaft geteilt wird, dann verdoppelt sie sich in Wirkung und Empfindung. Das haben wohl auch MAMIFFER und LOCRIAN gedacht, zwei leidenschaftsbesetzte Kapellen, die für Musik entflammt sind. MAMIFFER wurde ursprünglich von Faith Coloccia gegründet, später stießen Travis Rommeriem und ihr Ehemann Aaron Turner hinzu. LOCRIAN bestehen bekanntermaßen aus André Foisy, Terence Hannum und Steven Hess. (weiterlesen…)

PETER BJÄRGÖ – The Architecture Of Melancholy

Dienstag, 31. Januar 2012

Und wieder ist ein Solo-Juwel vom ARCANA-Gründer PETER BJÄRGÖ erschienen, das sich “Architecture of Melancholy” betitelt. Schon der erste Track und gleichzeitig Namensgeber der neuen Platte, erinnert stark an die Hauptband von Peter, ganz in alter ARCANA- oder auch LYCIA-Manier erklingen beklemmend, düstere aber ebenso melancholische Töne in Moll. Die elegische Grabesstimme von Peter tut ihr übriges, um aus dem Song ein musikalisches Kleinod zu machen. (weiterlesen…)

ROBOT WORLD – A MEETING WITH YOUR ALTERNATE DOUBLE

Dienstag, 31. Januar 2012

Gleichgültig ob als Homunkulus, Golem oder mechanischem Automatenmensch: der Traum von der Erschaffung eines künstlichen Menschen ist fester Bestandteil des Zivilisationsprozesses. Aber erst die in den letzten Jahren gemachten Fortschritte der Robotertechnik haben es ermöglicht, dass jener Traum annähernd Wirklichkeit wird. (weiterlesen…)

PETRELS – All Things In Common

Dienstag, 31. Januar 2012

„Thomas Müntzer“ (ja, mit Umlaut) und „Leonora Christine“. 10“ von den Petrels. Und wer die „Haeligewielle“ mochte oder mag, hat diesen (auch Wiederveröffentlichungs) 2-Tracker schon oder ist dabei, genau das zu tun. Weil: direkte Fortsetzung/ ähnlicher Trip: groß. Bleibt die Frage nach den Titeln. Warum? Wer? Daher hier zwei Vorschläge: (weiterlesen…)

KRISTOFFER NYSTRÖMS ORKESTER – Overlook Hotel

Dienstag, 31. Januar 2012

Welcome to the Darkside of Life – here are the Industrial Gods of Darkness – möchte man fast sagen, nachdem man die neue LP von KRISTOFFER NYSTRÖMS ORKESTER durchgehört hat. Die beiden Protagonisten Kristoffer Oustad von der Black Metal Gruppe V:28 und Peter Nyström von den Bands MEGAPTERA,  EACH DAWN, DIE, INSTANT COLD COMANDO, NEGRU VODA und OBSCENE NOISE KORPORATION legen hier beim zweiten Album die Messlatte für alle anderen Projekte aus den Bereichen Death Industrial, Dark Ambient und Noise schon sehr hoch an. (weiterlesen…)

BIRDS OF PASSAGE – Higwaymen In The Midnight Masks

Sonntag, 29. Januar 2012

Phantastische 10“-EP. Und das nicht, weil man (n + Frau) dann „Highwaymen In Midnight Masks“ doppelt haben (denn das Album „Winter Lady“ haben sie ja ohnehin, und da ist dieses Stück schon enthalten), sondern wegen „Forbidden Love“ und „I Have My Heart“. „Forbidden Love“ schlägt in Sachen Heavyness / Gitarre in etwa in die gleiche Kerbe wie „Skeletons“ vom Debüt „Without The World“ (überraschenderweise; das Album “Winter Lady“ hält sich mit derartiger Instrumentierung gegenüber dem Debüt ja eher zurück, geht noch weiter in Richtung: fragil reduziert) und bietet als zusätzliche Besonderheit die Mitarbeit von Aidan Baker an Gesang und Flöte. Und die (positive) Erkenntnis, dass eine Mitarbeit von Aidan Baker nicht zwanghaft heißt, dass es dann auch noch nach ihm klingt. (weiterlesen…)

TEATRO SATANICO – Gold in Blei

Sonntag, 29. Januar 2012

TEATRO SATANICO stammen ja aus dem tiefsten italienischen Untergrund der 80er Jahre und das überhaupt jemand außerhalb des „Stiefel-Landes“ von dieser obskuren Vereinigung Kenntnis bekommen hat, dürfte wohl der Verdienst eines gewissen Jürgen Weber von NOVY SVET sein. Jener veröffentlichte nämlich im Jahre 2000 auf seinem Wiener Label Nekofutschata eine extrem limitierte Best Of-LP von TEATRO SATANICO mit Tape-Tracks aus den 90er Jahren und insbesondere die manischen Titel „Confesso Tutto“ und „Comandante Bruno“ avancierten zu Hits in einem kleinen eingeweihten Kreis von Industrial-Hörern. (weiterlesen…)

CABARET VOLTAIRE – Johnny Yesno Redux

Samstag, 28. Januar 2012

Der Film „Johnny Yesno“ von dem Sheffielder Regisseur Peter Care zusammen mit den Industrial-Pionieren CABARET VOLTAIRE aus dem Jahre 1983 ist Kult und es ranken sich darum auch so einige Legenden. Gesehen haben bzw. ihr eigen nennen werden die seltene VHS-Kassette allerdings die wenigsten und die meisten kennen sicher nur den Soundtrack dazu, der ja als LP und später ebenfalls auf CD erschienen ist. (weiterlesen…)

PETRELS – Haeligewielle

Samstag, 28. Januar 2012

Die Wiederveröffentlichung der ersten VÖ von Oliver Barrett unter dem Projektnamen Petrels braucht eigentlich nur eine Empfehlung: hört selbst. Oliver Barrett baut aus einer Unmenge von instrumentalen Schichten, nein, keine eigentlichen Drones, sondern eine Art wortloser Songs ohne Rhythmus (letzteres dann mit der Ausnahme des Endes von „William Walker Strengthens The Foundation“ (und ja, siehe unten: ich glaube, der Mann hat Spaß an den Titeln…). (weiterlesen…)

WINDY & CARL – We Will Always Be

Samstag, 28. Januar 2012

Fast 4 Jahre sind seit ihrem letzten Kranky-Release “Songs For A Broken Hearted“ vergangen. Im Eigenverlag veröffentlichten Windy & Carl dazu noch ein Schwesteralbum (“Instrumentals For The Broken Hearted“) sowie ein Split-Album mit HEAVY WINGS. Dann wurde es lange Zeit still um das Duo aus Dearborn, Michigan. (weiterlesen…)

THERRADAEMON – Den Mørke Munnens Språk

Samstag, 28. Januar 2012

Northaunt aka Hærleif Langå gehört nicht zu denen, deren Output unübersehbare (und wenn auch nur auf dem ersten Blick) Dimensionen besitzt. In Bezug auf die Fertigstellung neuer Tracks scheint er eine ähnliche Ruhe zu besitzen wie die, die seinem „Northern Ambient“ zugrunde liegt. Wenn ein solcher Künstler dann ein neues Projekt anlegt, das (gefühlt) in ähnlichen Bahnen läuft, stellt sich schon die Frage: Wo sind die Abgrenzungen? Was ist hier anders? (weiterlesen…)

GREIE GUT FRAKTION – Rekonstuktion (Baustelle Remixe)

Mittwoch, 25. Januar 2012

Die GREIE GUT FRAKTION ist ein Projekt zweier herben Schönheiten, die ansonsten auch keine Unbekannten sein dürften und 2010 ihr Debüt „Baustelle“ veröffentlicht haben. Zum einen müsste Antye Greie mit ihrem Electronica Poet-Projekt AGF zumindest einigen ein Begriff sein, aber im Bekanntheitsgrad neben Gudrun Gut (MALARIA!, MATADOR, OCEAN CLUB) dann doch etwas im Schatten stehen. Bei der GREIE GUT FRAKTION sind sie jetzt beide aber auf gleicher Augenhöhe und selbst wenn ich ihr Debüt-Album „Baustelle“-Album narkotisch bzw. einschläfernd fand, lassen sich trotzdem die dort freigesetzten Synergien noch auf der folgenden Remix-Compilation nachvollziehen. (weiterlesen…)

NACHLAUSCHEN UND RÜCKBLICKEN – Zum Ende der DRONE-7″-Serie

Mittwoch, 25. Januar 2012

Wenn eine Serie nach 18 Jahren und 100 Veröffentlichungen zu Ende geht, widmet sich der ein oder andere einer wertschätzenden Rückschau. Wenn jedoch eine Reihe endet, die von 1993 bis 2011 100 Perlen aus den Untiefen der Soundozeane barg, die das eigene Hörverständnis mitdefinierte und immer mehr als nur eine weitere Veröffentlichung nach der vorangegangenen war, dann ist es Zeit, den Rückblick mit einer Dankesschleife zu versehen. 18 Jahre. 100 Künstler.  Über 200 Stücke. 1000de Sound- und Klangfarben. (weiterlesen…)

PICASTRO + NADJA – Fool, Redeemer

Mittwoch, 25. Januar 2012

Split/ Collaboration (= alle machen fast überall mit, die Stücke sind kompositorisch und atmosphärisch aber sehr klar unterschieden). Picastro dürften für die eingefleischten Nadja-Hörer eine mehr oder weniger harte (Gedulds-)Probe darstellen: nicht nur die Art der Komposition, sondern insbesondere das harmonische Verständnis; oder besser: das, was Picastro unter Harmonie verstehen, ist weit ab von der doch zumeist sehr flüssigen Nadja-Kante. (weiterlesen…)

ATZMANN ZOUBAR – Aut Sperma In Terram Effundit

Dienstag, 24. Januar 2012

Das Projekt ATZMANN ZOUBAR zelebriert und transportiert in seinen Songs Pflanzenmagie, Zauberpflanzen, Phytoritualistik, Aberglaube und Psychedelische Botanik. Das ist der grobe Themenkreis, in dem sich das 2005 von K. Makiri gegründete Projekt aufhält. Das aktuelle Werk stellt ein Konzeptalbum dar, welches zwischen 2006 und 2011 entstand und wendet sich ganz und gar der Thematik der Alraune (Mandragora). 7 Titel in 48 Minuten lassen klar erkennen, dass die Songs meistens eine gewisse Ambientlänge haben. Zudem wurde es zur Wintersonnenwende veröffentlicht.

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JACKIE LEVEN – Wayside Shrines And The Code Of The Travelling Man

Dienstag, 24. Januar 2012

Im November letzten Jahres starb der Singer-/ Songwriter JACKIE LEVEN. Er war ein Mann, der seine Musik nach dem Motto “Suff und Sehnsucht” ausgelebt hatte. Ähnlich wie JOHNNY CASH besang der schottische Protagonist die Selbstzerstörung. Die Themen seiner Songs waren Heroinsucht, Alkoholismus sowie Wahn und Depression, eben ewige Unruhe und generelle Sehnsucht.

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CANYONS OF STATIC – Farewell Shadows EP

Donnerstag, 19. Januar 2012

Postrock international, Station USA – dieses Mal. Vom ersten Ton an der Eindruck eines lässigen, hörbar aus Indierockquellen gespeisten Postrocks; sehr organisch, fast weich; im Fluss nicht so kantig wie viele europäische Vertreter der „Branche“, aber auch in keiner Weise dem psychedelischen Nirwana mancher US-Kollegen verhaftet… (weiterlesen…)

BAKTERIELLE INFEKTION – In Grief

Mittwoch, 18. Januar 2012

Eine bakterielle Infektion kann schon eine eklige Sache sein, aber bei dem Fall des Duos Semsroth & Marx ist diese zumindest bei mir eine sehr anhängliche wie angenehme Angelegenheit. Seit ich 1997 von den beiden ihr zweites Tape „Scheintod Gaswaffen“ bekommen hatte, war ich mit dem Virus BAKTERIELLE INFEKTION infiziert und ihr kühler Minimal Elektro aus Berlin fand regelmäßig im BLACK Beachtung. Obwohl man die bisherige Diskografie der BAKTERIELLEN INFEKTION problemlos an allen 10 Fingern abzählen kann, ist der Kult-Faktor des doch so ungleichen Duos ungebrochen und vielleicht ist es ja gerade diese selbst auferlegte Limitierung, welche zu ihrem Ausnahme-Status führt. (weiterlesen…)

AIRS – Gloomlights

Sonntag, 15. Januar 2012

Mit verschiedenen Lebensphasen verbinden sich oft bestimmte Sounds, Tracks oder Songs. In den Phasen, wenn sich die Intensität des Lebens verdichtet, sei es in traurigen oder freudvollen Momenten, erklingt für den ein oder anderen vielleicht ein Song oder ein Album, das unter der Kategorie Shoegaze labelt. (weiterlesen…)

POVAROVO – Tchernovik

Sonntag, 15. Januar 2012

Erzählen kann immer auch als Gegenentwurf zum Flüchtigen verstanden werden, als Versuch einer Beschreibung, wie es hätte gewesen sein können. Erzählen ist von Farben grundiert, deren Leuchten länger anhält, als es in der Flüchtigkeit dessen, was Wirklichkeit genannt wird, möglich scheint. (weiterlesen…)

DOULEURFANTOME / NATURE MORTE – When Trees Fall Down

Samstag, 14. Januar 2012

Wer hätte gedacht, dass neben dem Vinyl auch das gute alte Tape mal wieder so relevant werden wird, denn das Magnettonband ist heiß wie lange nicht mehr. Gerade bei ansprechenden Kleinst-Auflagen scheint das Tape der CD-R wieder den Rang abzulaufen und auch Treue um Treue inklusive ihrer Seitenarme greifen inzwischen auf dieses analoge Format zurück. Nach der Zusammenarbeit mit dem katalanischen O PARADIS auf Disques De Lapin (leider nur auf CD-R) lässt das mysteriöse französische Projekt NATURE MORTE gleich eine weitere Split-/ Kollaborations-Veröffentlichung mit dem mir bis dato völlig unbekannten DOULEURFANTOME auf eben jenen Medium folgen. (weiterlesen…)

THISQUIETARMY – Resurgence

Donnerstag, 12. Januar 2012

THISQUIETARMY aka Eric Quach. Ein Mann + Gitarre (hauptsächlich; + Synth, + Drummachine). Und auch noch aus Kanada. Möglicherweise für den einen oder anderen Grund genug, auch ohne hinzuhören, die Eigenständigkeit von vorn herein anzuzweifeln. Und dabei möglicherweise vergessen zu bedenken, dass die Idee und ihre Ausführung zählen und nicht allein das Handwerkszeug. (weiterlesen…)

DALE COOPER QUARTET & THE DICTAPHONES – Metamanoir

Donnerstag, 12. Januar 2012

Die Kraft der Stoik: Das dreiköpfige Quartett mit seiner zweiten Veröffentlichung und den siebenköpfigen Dictaphones. Und sie haben sich nicht verändert und gleichzeitig doch: Wie nicht anders zu erwarten (oder besser: wie zu hoffen), basieren die (rhythmischen der) 9 Tracks auf „Metamanoir“ auf einer dem Darkjazz entliehenen Grundlage, angereichert durch fokussierte Elektronik, das alles ins Abstrakte verlagert durch die endlose Wiederholung dieser Basis als sich quasi nie verändernden Loop. (weiterlesen…)

WOVEN HAND – Black Of The Ink

Montag, 9. Januar 2012

Bevor das letzte Jahr auf die finale Gerade einbog, drang überraschend die Kunde einer neuen WOVEN HAND-Veröffentlichung aus dem Nichts. David Eugene Edwards (DEE) und die Seinen verlegen hier jedoch kein neues Album, sondern widmen sich einer Werkschau. Dass dies Innehalten und Rückblick bedeutet, liegt auf der Hand. Dass dies auch in den wohl besinnlichsten Teil des Jahres hineinragte, hat vielerorts die Spötter noch einmal aus den Erdlöchern getrieben und David Eugene den Vorwurf eines merkantilen Interesses eingetragen. Zum Volk der Zwerge und Spötter jedoch später. (weiterlesen…)

LES FRAGMENTS DE LA NUIT – Musique De Nuit

Montag, 9. Januar 2012

Mit Les Fragments de la Nuit verlasse ich (vermeintlich) sicheres Territorium: diese „Musique de Nuit“ ist eine gänzlich akustische, ohne jede elektrisch/ elektronische Anmutung, ohne eine Bezugnahme auf mir bekannte Schablonen. (weiterlesen…)

SAND SNOWMAN – The World’s Not Worth It

Montag, 9. Januar 2012

Fatalismus auf des Künstlers Seite? Wer schon einmal in Veröffentlichungen von Sand Snowman hereingehört hat, kennt dieses Gefühl: das Betreten eines völlig eigenen Sektors. (weiterlesen…)

GATES – They Hide In The Shadows

Montag, 9. Januar 2012

Bryan W Bray und die Seinen schicken mit “They Hide In The Shadows“ ein klangstarkes Vorausecho via Handmade Birds in den Resonanzraum der Subkultur. Ein Vorausecho deshalb, weil der Kanadier Bray in Kürze ein reguläres Album auf R.Lorens Label veröffentlichen wird. (weiterlesen…)

STORMLOOP – Snowbound

Donnerstag, 5. Januar 2012

„Snowbound“ von STORMLOOP ist auf Glacial Movements erschienen und mir fällt kein Label ein, dessen Veröffentlichungen bezüglich Design und Musik so homogen sind. Damit meine ich nicht vorhersehbar oder gar langweilig. Die Fotografie auf dem Cover des weiß gerahmten Digipacks ist sehr atmosphärisch, im Inneren findet man dieses Motiv variiert wieder. Wobei der Begriff „langweilig“ für diese Art der (Ambient) Musik, ein weiteres Mal inspiriert von der Weite und Erhabenheit von Schneelandschaften („recorded in the winters of 2005 and 2009″), insofern im positiven Sinne passend ist, dass die Klangflächen eine Weile brauchen, sich zu entwickeln, bevor sie (weiterlesen…)

THE CURE – Classic Album Selection 1979 – 1984

Mittwoch, 4. Januar 2012

Natürlich wird es wieder Stimmen geben, die angesichts dieser Box vor Ausverkauf oder der Gewinnmaximierung durch die Plattenfirma warnen werden, aber ich denke mal, dass in diesem Fall die Fakten für sich sprechen. Bietet doch die sogenannte „Classic Album Selection“ von THE CURE insgesamt die ersten 5 Alben der Band ansprechend gebündelt und zu einem sehr günstigen Preis von deutlich unter 30 Euro an. (weiterlesen…)

TRIARII – Exile

Dienstag, 3. Januar 2012

Es sind ja schon wieder drei Jahre vergangen, seit TRIARII sein drittes Album „Muse In Arms“ veröffentlicht hat und in der Zwischenzeit danach nur das gemeinsame Projekt TRIORE zusammen mit ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO erschien. Mit „Exile“ löst Christian Erdmann nun aber das am Ende von „Muse In Arms“ gegebene Versprechen („Wir kommen wieder“) endlich ein und wischt gleichzeitig eventuelle Befürchtungen hinweg, TRIARII würde nach dem poppigen TRIORE-Abstecher ebenfalls in gefälligere Gefilde driften. (weiterlesen…)

BLOOD SWEAT + VINYL: DIY In The 21st Century

Samstag, 31. Dezember 2011

“DIY in the 21st Century“ heißt es im Untertitel. Do It Yourself – die Kultur des Amateur verortet man immer in einer Gegenöffentlichkeit oder in einer Subkultur. Dort spannt sich die Triebfeder, schnellt im besten Fall empor und landet im Unerwünschten, Randständigen oder im “Ungewollten“, wie es Jürgen Weber (NOVY SVET) formulierte. DIY heißt aber auch immer Improvisation und Eigeninitiative und ist getragen von einem Misstrauen gegenüber dem Bestehenden, vor allem gegenüber der Industrie. Etwas selbst planen, ausführen oder herstellen, sich eigene Vertriebswege erschließen, eine eigene Ästhetik zu entwickeln – all dies grundiert von einer Haltung, welche eine Unzufriedenheit mit den Gegebenheiten ausdrückt. Dort, wo die Literatur, die Musik oder die Kunst generell Lücken für ein Empfinden gelassen hat, wo das, was das Eigene ausmacht fehlt, sucht sich der individuelle Ausdruck seine Bahn. Der Aktivierungsgedanke entspringt so nicht selten einer als unwohnlich wahrgenommenen Gegenwart. Im besten Fall ist DIY aber ein Statement, was die Beschäftigung mit dem Vorhandenen – und sei es als Pol der Abstoßung – hinter sich lässt und vielmehr zu einer wirkmächtigeren Raison D´Etre geworden ist. Dort, wo das unmittelbare Bedürfnis besteht, die Flamme, die in einem lodert, nach außen zu tragen. Dies Feuer entzündet nicht selten Hörer und Rezipienten, die davon ein Leben lang angesteckt bleiben. (weiterlesen…)

CHRIS WATSON – El Tren Fantasma

Freitag, 30. Dezember 2011

Nachdem mich schon das letzte Album „Cross-Pollination“ von Chris Watson (zusammen mit Marcus Davidson) zu begeistern wusste, lässt das ehemalige CABARET VOLTAIRE-Gründungsmitglied mit „El Tren Fantasma“ ein weiteres Glanzlicht im Genre der Fieldrecordings folgen. Das Ausgangsmaterial dazu nahm Chris Watson jedoch schon vor rund 10 Jahren auf, wo er im Auftrag der BBC auf einer legendären Bahn-Verbindung quer durch Mexiko bzw. vom Pazifik zum Atlantik reiste. (weiterlesen…)

TACITURNE – Cavos In Sorrow And Happiness

Freitag, 30. Dezember 2011

Bevor Laszlo P.S. mit seinen Projekten HIS DIVINE GRACE, WERMUT und ICH WOLLTE, ICH KÖNNTE in der Industrial/Neo Folk-Szene Fuß fasste, war er in den 90er Jahren unter den verschiedensten Pseudonymen im Techno Gabba-Sektor aktiv. Dort veröffentlichte er seinen Amiga Hardcore unter anderem auch auf dem berüchtigten Hamburger Fischkopf-Label und später auf Gigabrosaurus Records. Seine musikalischen Anfänge machte er mit dem Amiga 1000 und ganze 30 (!) der sogenannte Chiptunes aus der Zeit von 1990 bis 1994 sind nun auf vorliegenden Magnettonband unter dem Banner TACITURNE & THE GOREMASTER’S ULTRA HIGH TEMPERED TROOPERS OF XERO TOLERANCE versammelt. (weiterlesen…)

OUREBOROS – Dreaming In Earth, Dissolving In Light

Freitag, 30. Dezember 2011

Nachdem das Trio ORPHX bzw. Christina Sealey, Rich Oddie und Aron West 1996 nach einigen Tapes ihr Debüt-Album „Fragmentation“ bei Malignant Records veröffentlicht hatten, stieg Aron West aus und widmete sich seinem neuen Projekt TROPISM. Die anderen beiden lenkten danach den ursprünglichen Industrial-Sound von ORPHX in deutlich technoidere Bahnen und wechselten zum deutschen Label Hands Productions, dem sie bis heute auch die Treue gehalten haben. Im Jahre 2006 ging aber Rich Oddie wieder mal mit Aron West „fremd“ und das Ergebnis dieser Kollaboration erblickte nun via Ant-Zen das Licht der Welt. (weiterlesen…)

BASS COMMUNION – Cenotaph

Mittwoch, 28. Dezember 2011

„Cenotaph“: ein Höllenpfuhl, ein Mahlstrom, ein Ordnungssystem, oder etwa doch ein Organismus? Im ersten Eindruck ist „Cenotaph“ ein unter Schichten von Kratzern und Rauschen und (bewusster, als Sound eingebrachter) Vinylkorrosion begrabenes Geflecht akustischer Ereignisse; vom Wind verwehter Choräle, Bassdrones, sich wälzender wurmartiger Gebilde. Als wäre die eigentliche Musik nur noch ganz weit hinten unter dieser Schicht von Knistern und Abnutzung hörbar, auf der feinen Grenze zwischen Geräusch und Klang. Und so miteinander verwoben, dass beides, Musik und Geräusch, untrennbar vereint sind. Und so abgemischt, dass keine der beiden Säulen die andere dominiert. Und das Ergebnis in jeder Lautstärke funktioniert. (weiterlesen…)

GAË BOLG – La Nef Des Fous I

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Seit Eric Roger, seines Zeichens bekannt durch sein Mitwirken bei SOL INVICTUS, der Rezensentin vor vielen Jahren eine CD seines damals neuen Projektes in die Hand drückte und unschuldig nach einer Besprechung fragte, hängt derselbigen das GAË BOLG-Virus an. Will meinen, in der Art von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ liegt in unregelmäßigen Zeitabständen eine neue GAË BOLG-Veröffentlichung auf dem Tisch und will angehört, bewertet und auf unbestimmte Zeit weggepackt werden. Denn, ehrlich gesagt, ist die Musik der Franzosen so eigensinnig, dass sie schon einer gewissen Stimmung bedarf – nichts für gereizte Nerven. (weiterlesen…)

INDIGNANT SENILITY – Consecration Of The Whipstain

Sonntag, 25. Dezember 2011

Die Büchse der Pandora. Es gibt bestimmt nicht zu viele Platten, die beim Hören fast Angst erzeugen können. Und es ist eigentlich auch schwer vorzustellen, wie eine solche Musik sein sollte, die eben das kann. Gerade die, die mit diesem Ziel antritt, ist ja oft nichts als eine mehr oder weniger offensichtliche Ode in Düsternis, basierend auf ebensolchen, bekannten Versatzstücken. Und löst gerade bei denen, die derartiges gewohnt sind, sowieso viel eher wohlige als ängstliche Schauer aus. Wohlfühlmusik, nur eben ein bisschen anders… (weiterlesen…)

AUN – Phantom Ghost

Freitag, 23. Dezember 2011

Das Duo im Auftrag der Soundforschung; Schwerpunkt (diesmal): Ambient-Shoegaze. Mit hundertfach verschachtelten Gitarren, mit Einsprengseln von fragmentierten Gesang. Der zwar nicht (um einen denkbaren verwandtschaftlichen Bezug zu nennen) wie bei Elisabeth Frazer of Cocteau Twins eine Fantasiesprache entwickelt (und sich so der Greifbarkeit entzieht), der aber, eben durch die Art seines pointierten Einsatzes und der gleichzeitigen Fokussierung auf einzelne Textmotive in vergleichbarer Weise Instrument wird. (weiterlesen…)

CORVUS CORAX – Sverker

Freitag, 23. Dezember 2011

Die Flut an Veröffentlichungen im Mittelalter-Genre kennt leider immer noch kein Versiegen und CDs von SCHANDMAUL, SUBWAY TO SALLY und anderem Geschmeiß wecken in mir nur noch Abscheu oder im besten Falle Gleichgültigkeit. Anders bei CORVUS CORAX, welche ja so etwas wie die Pioniere auf diesem Gebiet sind, die von Anfang durch eine gewisse Authentizität und Ernsthaftigkeit bestachen und wie immer schon ihren eigenen Weg gegangen sind. (weiterlesen…)

SIGNALSUNDERTESTS – Nascent

Dienstag, 20. Dezember 2011

Bisweilen gibt es so etwas wie die Grenzen der Worte. „Nascent“ ist so ein Fall. Das neue, zweite, Album von signalsundertests (aka Richard Graham aus Irland) entwirft geradezu leichtfüßig ein ganzes Universum aus gleißenden Flächen, verhaltenen Störgeräuschen, verfremdeten wie nackten Gitarrenlinien und korrodierten Hallfahnen; das auch noch basierend auf einem eigenen Harmonieverständnis (das den Ablauf innerhalb der einzelnen Stücke weitgehend unvorhersehbar macht); Vergleiche mit anderen müssen da schlicht zu kurz greifen und gegenüber der gehörten Wirklichkeit schon fast schal klingen, erst recht wenn es, wie hier, mit bloßen Worten beschrieben werden muss… (weiterlesen…)

PROPAGANDA AND HOLY WRIT OF THE PROCESS CHURCH OF THE FINAL JUDGEMENT

Dienstag, 20. Dezember 2011

Anfang der 1960er Jahre gründeten der Architekt Robert de Grimston und seine Frau Mary-Ann gemeinsam mit anderen ehemaligen Mitgliedern der Scientology Church die Process Church of The Final Judgement. Anfangs noch eine Art psychotherapeutische Selbsthilfegruppe, entwickelte The Process später eine gnostische, düster-apokalyptische Doktrin und avancierte so zu einer der schillerndsten Erscheinungen im religiösen Underground jener Zeit. In der Öffentlichkeit fielen die Mitglieder von The Process durch ihre dunklen Capes und Kapuzenumhänge auf, womit sie einen modischen Kontrapunkt setzten zum farbenfroh-optimistischen Erscheinungsbild der Hippies. (weiterlesen…)

BIRDS OF PASSAGE – Winter Lady

Samstag, 17. Dezember 2011

Alicia Merz aka Birds Of Passage lebt in einem Sounduniversum, das Wiedererkennbarkeit und Verführung aufs intensivste bündelt. Vergleichbar zu ihrem Debüt „Without The World“ kollidieren auf der zweiten eine Art Singer-Songwriter-Haltung, die sich vornehmlich in dem fragilen Gesang mit seinen fast „folkigen“ Melodien niederschlägt und eine Musik, die auf oft extrem verwehten oder ganz in den Hintergrund gehallten Drones basiert; Melodien, angedeutet durch ein feines Glockenspiel oder Pianotöne aus dem Nirgendwo. (weiterlesen…)

CALF – A Constant Loss Departs From The Sentiment Of The Abandoned

Samstag, 17. Dezember 2011

Postrock international, Station Griechenland; dieses Mal. Von der einen Seite betrachtet, ist es ja nun nicht wirklich ein Wunder, dass Postrock zu einer so universellen Sprache geworden ist: Rock und seine schon vor Postrock vorhandenen sonstigen Subgenres, z.B., ist (bzw. sind) das ja auch, bieten Sound und Strukturen, in denen sich sehr viele wiederfinden, diese aufgreifen und für sich ausfüllen. Von der anderen Seite kommend, wollte Postrock, so meine ich mich zu erinnern, gerade diese Strukturen, oder besser: das immer wieder aufs neue stattfindende Aufgreifen von „bewährten“ Strukturen vermeiden und neue Ausdrucksmöglichkeiten schaffen. Und wie so oft lauert dann eben doch irgendwo die Falle der Institutionalisierung der eigenen Innovation und diese wandelt letztere dann eben doch zu nichts anderem als einer (dann halt etwas neueren, aber eben doch:) Struktur. (weiterlesen…)

GILES COREY – s/t

Samstag, 10. Dezember 2011

>Giles Corey<  klagt es auf “Giles Corey“ von GILES COREY. Was zunächst verwirrend erscheinen mag, ist Ausdruck des wohl ganzheitlichsten Albums des Jahres. Hinter Giles Corey steckt Dan Barrett, der Betreiber von Enemies List Home Recordings und Mitglied von HAVE A NICE LIFE. Barretts Soloprojekt sammelt Arbeiten aus dem Zeitraum der letzten vier Jahre. (weiterlesen…)

ATRAX MORGUE – Paranoia

Samstag, 10. Dezember 2011

Marco Corbelli ist ja so was wie der Ian Curtis des Industrials und war wohl die tragischste bzw. authentischste Figur der Szene. Mit seinem Projekt ATRAX MORGUE und dem Label Slaughter Productions lebte der Italiener seine Obsession und Paranoia bedingungslos aus, sogar bis hin zur letzten Konsequenz, denn am 06.05.2007 beging er Selbstmord. (weiterlesen…)

CONTAGIOUS ORGASM – Escape

Samstag, 10. Dezember 2011

Wer die bisherige Diskographie von Hiroshi Hashimoto bzw. seines Projekts CONTAGIOUS ORGASM aufmerksam verfolgt hat, wird von dem neuen Album keineswegs überrascht sein. Was einst mit Power Electronics und sexuellen Themen begann (die ersten Tapes wurden vor zwei Jahren via Freak Animal Records auf CD wieder zugänglich gemacht), schwenkte schon bei der zweiten CD „The Examination Of Auditory Sense“ zu Gunsten von spooky Soundscapes in komplexere Gefilde um. Unzählige Veröffentlichungen auf verschiedensten Labels folgten und insbesondere in den letzten Jahren gerieten diese immer mehr zu einem Sammelsurium verschiedenste Spielarten der elektronisch erzeugten Musik. (weiterlesen…)

O PARADIS – Carreteras

Freitag, 9. Dezember 2011

Der Katalane Demian von O PARADIS ist gerade mal wieder extrem produktiv und so erschienen neben seiner Kollaborationen mit Val Denham und NATURE MORTE gleich noch zwei neue Alben fast parallel zueinander. Zum einen ist dies „El Mismo Hombre“ auf Disques De Lapin und ganz aktuell „Carreteras“ bei Old Europa Cafe. (weiterlesen…)

THROBBING GRISTLE – TG Time Capsule

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Sie sind zurück! Industrial Records Ltd. – Ein britisches Label, das einem ganzen Genre einen Namen gab und immer wieder als Referenz in der müßigen Debatte um Weitreiche und Grenzen des Industrial-Begriffes im Spiegel aktueller Entwicklungen herangezogen wird. Inwieweit das berechtigt ist, bleibt fraglich. Geht es nach Throbbing Gristle, den Köpfen hinter Industrial Records, so endete das ganze Unterfangen bereits 1981, als man verkündete: “The Mission is terminated“. (weiterlesen…)

MATT ELLIOTT – The Broken Man

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Wenn es draußen eindunkelt, wird auch die Umwelt leiser. Immer dann, wenn die Tage kürzer werden, rückt die Zeit der Besinnung an. Nicht wenige werden just in dieser Zeit schwermütig. Fragt man nach einem Soundtrack, gar nach einer Vertonung dieser Schwermut, fällt zuvorderst der Name des Engländers Matt Elliott. Der in Bristol geborene und in Frankreich und in Spanien lebende hatte im Jahr 2008 den letzten Teil seiner Triologie (“Drinking Songs“, “Failing Songs“, “Howling Songs”) abgeschlossen. Im vergangenen Jahr wurde eben diese Triologie als Box erneut veröffentlicht, ergänzt durch die Beigabe “Failed Songs“, ehe sich der Brite wieder seinem Projekt THE THIRD EYE FOUNDATION widmete, was dann wiederum in der Veröffentlichung von “The Dark“ gipfelte. (weiterlesen…)

COPH´ANTAE TRYR – Research Chronicles 2007-2009

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Ein starkes Stück. Gleich vier Alben des russischen Drone-Künstlers COPH´ANTAE TRYR vereint das tschechische Label Horus Cyclic Daemon auf der hier vorliegenden Doppel-CD “Research Chronicles 2007-2009“. 154 Minuten und 46 Sekunden Musik, verpackt in einem edlen Rauhkarton. Das Design folgt dem Credo schlicht ist Trumpf, was den verschiedenen Aquarell-Motiven genug Raum lässt, um ihre volle Wirkung zu entfalten. (weiterlesen…)

BEX – Rosegger

Dienstag, 6. Dezember 2011

Wenig bis gar nichts war mir über das Projekt BEX bekannt, außer dass es sich um einen Franzosen namens Benjamin handelt, welcher zur Zeit in Berlin residiert und bisher eine CD bzw. eine CD-R veröffentlicht, wie an der „Germanik Blitztour“ von TEARTO SATANICO teilgenommen hat. Um so unbefangener ging ich daher an sein Vinyl-Debüt, welches bei Reue um Reue erschienen ist und gleich zum Anfang mit dem prächtigen wie geheimnisvollen Artwork punkten kann. (weiterlesen…)

S.E.T.I. – Baikal

Dienstag, 6. Dezember 2011

Nachdem Andrew Lagowski (LUSTMORD, TERROR AGAINST TERROR, LEGION) mit seinem „extraterrestrischen“ Projekt S.E.T.I. bzw. dem Album „Corona“ einen fulminanten Einstand bei der Loki Found gegeben hat, manifestiert er nun seine internationale Ausnahmestellung bei dem Leipziger Label mit einem weiterem Album. Zwar ist die aktuelle Thematik über den ältesten wie tiefsten Süßwassersee der Welt für das renommierte Deep Space Ambient-Projekt geradezu von profanen irdischen Ursprungs, aber die musikalische Herangehensweise weiterhin von der Sicht aus dem Weltraum geprägt. (weiterlesen…)

SEPTEMBER MALEVOLENCE – Our Withers Unwrung

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Völlig unabhängig von der Musik als Komposition: Der Gitarren-/ Bass-/ Schlagzeugsound ist so sehr so wie es bei einer solchen Band sein soll(te), dass eine Steigerung kaum möglich scheint… Wer immer SEPTEMBER MALEVOLENCE beim 2011er Denovali Swingfest erleben konnte und die melancholisch traurigen Stücke mit ihrem gleichzeitig kraftvollen und spröden Sound genossen hat; hier ist das Album dazu. (weiterlesen…)

RANT – Land

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Es tickt ein Rhythmus und es schraddeln Gitarren, dann kommt auch bald eine Art Klavier hinzu, dies alles in nur wenigen Sekunden, ohne erkennbaren Rhythmus und im ersten Track. Wow. Doch man sollte hier nicht gleich an Nurse With Wound oder ähnliche Noise- und Zufallssoundvirtuosen denken, denn schon recht bald findet RANT einen Rhythmus, den es vielleicht gar nicht gesucht hat und noch dazu finden sich bald auch ruhige Melodien ein. (weiterlesen…)

WHITE RING – Hey Hey, My My/ Felt U

Sonntag, 27. November 2011

Ein Altar ziert das Cover. Steine, aufeinander geschichtet, umrahmt von Kerzen – auf der Spitze befindet sich eine Reliquie. Die lässt sich leicht als schwarz-weiß-Fotografie identifizieren und zeigt den durch Freitod aus dem Leben geschiedenen Kurt Cobain. Kurt Cobain auf dem Cover, eine Coverversion Neil Youngs auf der Platte – tragen diese Referenzen zur Erhellung des Hintergrundes bei, jenes Hintergrundes von WHITE RING, der doch eher Schatten und Versteck ist? Sind Cobain, Young und WHITE RING am Ende gar Brüder im Geiste? Ist der vorliegende Zwölfzoller demnach gleich einer Verbeugung zu sehen und vor allem zu hören? (weiterlesen…)

IDES OF GEMINI – The Disruption Writ

Sonntag, 27. November 2011

IDES OF GEMINI – ist der aktuelle Neuzugang im Hause Neurot Recordings. Es geht die Legende, dass Scott Kelly letztes Jahr eine Email schrieb, diese mit der Überschrift “J. Bennett`s band is killer“ versah, dazu einen Link beifügte und diese an Steve Von Till sandte. Dessen Antwort fiel mit “totally fucking killer“ nicht weniger euphorisch aus und führte dazu, dass IDES OF GEMINI in die Familie des “spirit of sound“ aufgenommen wurden. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER WITH KEVIN MICKA – Green Figures

Sonntag, 27. November 2011

“Green Figures? Das klingt vertraut. Und richtig, bereits 2009 hat Basses Frequences, das französische Label, das auch diese CD veröffentlicht hat, eine Aidan Baker-CD mit dem Titel “Blue Figures“ veröffentlicht. Und auch damals war es eine Live-Veröffentlichung und auch damals war bereits das Stück “Figures“ enthalten, ein Stück, das bereits 2005 als CDR und 2007 als CD veröffentlicht wurde (als Teil einer das Thema behandelnden Gruppe von Stücken). (weiterlesen…)

SILVER LADY – Inclus Concentré de génie avec morceaux dedans

Sonntag, 27. November 2011

Gae Bolg geht fremd. Zusammen mit einem ominösen “Dr. Sin“, ein Name, der einem einem schwülen 70er Porno entstiegen sein könnte, hat er die SILVER LADY geformt. Sein “probably craziest side project to date“ verbindet den pompösen Orchester-Sound von Gae Bolg mit trashigem, liebevoll in Szene gesetztem Minimal Pop. Plastic Bertrand meets PSYCHIC TV, an der einen oder anderen Stelle etwas durchgewagnert. (weiterlesen…)

BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE – Mörder Blues

Samstag, 26. November 2011

Nach der mörderisch guten Split-CD mit THEE FLANDERS legen die Wiener BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE (BZFOS) eine EP nach, die sehr originell wie eigen ist. Auf dem letzten Album „Return Of The BZFOS“ der Horror Punk Psychobillies war als versteckter Bonus-Track und eigentlich nur als Gag gedacht der Song „Mörder Blues“ zu finden, welcher in seiner Instrumentierung und vor allem vom Gesang her aufhorchen lies. Dieser war nämlich im Wiener Dialekt gehalten und mauserte sich unerwartet zum Publikumsliebling. Nun gibt es deshalb 5 weitere Songs in diesem Stile auf vorliegender einseitig bespielter schwarzen Vinyl-Platte, der übrigens auch noch eine CD statt Download-Code beiliegt. (weiterlesen…)

PARADISE LOST – Draconian Times MMXI

Freitag, 25. November 2011

Was ist der Verlust des Paradieses, wenn nicht das Ende der Kindheit? Miltons gleichnamiges, im 17. Jh. n. Chr. entstandenes Epos schildert in Blankvers die Verbannung des Engels Luzifer aus dem Himmel, seinen Fall in die Hölle, die Erschaffung des Paradieses und die Vertreibung des in Versuchung geführten ersten Menschenpaares aus dem Garten Eden. Der Sündenfall wird von Milton interpretiert als Verlust jeder Selbstverständlichkeit und Unbeschwertheit Adams und Evas im Umgang miteinander und mit der sie umgebenden Welt: Geboren sind der Geschlechterantagonismus und die Notwendigkeit, durch harte Arbeit den Lebensunterhalt zu sichern. Man wird schließlich erwachsen. (weiterlesen…)

NO CONTEXT – Making Angels From The Wind

Donnerstag, 24. November 2011

“Making Angles From The Wind“ ist eine Kollaboration zwischen Adam Baker, Adrian Newton und Allan Upton, die unter dem Projektnamen NO CONTEXT geführt wird: Ein 40minütiges Stück, entwickelt, gespielt und aufgenommen auf dem Inside Out Festival in Dorset, England, in 2008 und in 2011 als CDR auf dem griechischen Label Triple Bath erschienen. Basierend auf (nicht weiter spezifizierter) “Live-Elektronic“, Field-Recordings und (auch nicht weiter erklärten) “Home-Made Instruments“. (weiterlesen…)

NÄO – NÄO

Dienstag, 22. November 2011

Die Franzosen von NÄO waren bis zum fulminanten Deutschlanddebüt auf dem diesjährigen Elektroanschlag hierzulande weitestgehend unbekannt. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe. Zum einen war das bereits 2002 von Pierre-André Pernin ins Leben gerufene Projekt, mittlerweile zum Trio ausgebaut, äußerst veröffentlichungsscheu und bis 2011 über keines der üblichen Netzwerke mit dem hiesigen elektronischen Untergrund verbunden. (weiterlesen…)

PLANNING FOR BURIAL – Untitled

Sonntag, 20. November 2011

Die derzeit wohl spannendste Gemengenlage eindrucksvoller Alben umfasst auch die Veröffentlichung der eng verbundenen Kleinstlabels Music Ruins Lives – und Enemies List Home Recordings, das Label des in Schwärze versunkenen Dan Barrett. Dessen Projekt GILES COREY hat im Rezensenten den stärksten Nachhall aller Veröffentlichungen des aktuellen Kalenderjahrs gefunden. (weiterlesen…)

DIE ART – Arcane

Samstag, 19. November 2011

Das letzte Studio-Album „Funeral Entertainment“ der ostdeutschen Indie-Legende DIE ART ist nun auch schon wieder gut drei Jahre her, die einen aber gar nicht so lang vorkamen, da in jener Zeitspanne zwei Best-Ofs und ein Unplugged-Live-Album veröffentlicht und jede Menge Konzerte gespielt wurden. Geplant war im Anschluss eigentlich eine EP mit neuen Songs, aus der nun doch aber gleich ein ganzes Album wurde, welches sogar noch durch eine DVD mit einem Kurzfilm flankiert wird. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER – Still Life

Samstag, 19. November 2011

“Still Life“, mit einem Cover, das (vermutet) wie eine Stillleben Momente der Lebensumgebung Aidan Bakers zeigt: eine Mischung von Instrumentarium, Blumentöpfen, eine Uhr… zwischen fokussiert und leicht schräg, wie erwartet(?). Und auch die Musik eröffnet neue Blickwinkel: in Bezug auf musikalische Sparten ist ja im Allgemeinen gut zu streiten; je näher an die Grenzzonen die Diskussion führt, desto vehementer. Ist “Still Life“ also jetzt Jazz? Wie viel an Experimental-Musik ist ohnehin eigentlich Jazz (im ursprünglichen Sinne)? Wie experimentell ist Jazz heute? Was ist Jazz eigentlich? Ihr wisst, was ich meine… (weiterlesen…)

THE SONG SPARROWS – Days That Are No More

Montag, 14. November 2011

Eigentlich mag ich eine bestimmte Spielart altertümelnden Folks, bei der musikalische Zitate längst vergangener Epochen verwendet werden, überhaupt nicht: Meistens singen die Bands dieses Genres irgendwas von grünsaftigen Auen, hopsenden Rehen und wilden Bärchen oder trauter Waldeinsamkeit, bis sich einem schließlich der Magen umdreht angesichts all der regressiven Sehnsucht nach dem goldigen Zeitalter. Nur allzu oft kaschiert eine solche plakative Rückwärtsgewandtheit den Mangel an eigenen Ideen; außerdem dient sie meist zur hermetischen Abriegelung ironiefreier musikalischer Zonen. (weiterlesen…)

THE DRIFT – Blue Hour

Montag, 14. November 2011

THE DRIFT – noch nie was gehört von der Band. Wie kann das sein? Denn das ist wirklich schade; wenn alle Platten von dieser Truppe aus den experimentierfreudigeren Kreisen San Franciscos so phänomenal gut sind wie das jüngste Release “Blue Hour“, ist mir eine Menge entgangen. (weiterlesen…)

CIRCLE OF OUROBORUS – Eleven Fingers

Samstag, 12. November 2011

R.Lorens Label Handmade Birds Records hat sich dem Außergewöhnlichen verpflichtet. So lässt sich selbstverständlich auch “Eleven Fingers“ von CIRCLE OF OUROBORUS in diesen Reigen des Außergewöhnlichen einreihen. Wenn  bereits an dieser Stelle behauptet werden muss, dass nichts, aber auch wirklich nichts, jemals so geklungen hat, dann öffnet sich auch gleichzeitig eine Tür zu einem Raum, in dem, sobald er Platz genommen hat, der Rezensent bekennen muss, dass keine Sprache der Welt geeignet ist, das was in diesem Raum ist, nachzubilden. (weiterlesen…)

ANTLERS MULM – The Age Of Efficiency

Freitag, 11. November 2011

Nach der “Lost Brigade“-Kassette voriges Jahr zu Weihnachten war die Spannung bzw. Erwartung groß, in welche Richtung sich ANTLERS MULM auf ihrem neuen Album bewegen werden. Alles schien offen und zumindest haptisch dürfte “The Age Of Efficiency“ von Anfang an befriedigen, denn das typisch schwere wie raue Karton-Cover mit minimalistischen Siebdruck bietet bewährte Sonderübertragung-Qualität. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER – Infinite Loop #1

Montag, 7. November 2011

“Infinite Loop #1“ ist die erste Tape-VÖ von Aidan Baker überhaupt. Neben der Tatsache, dass es immer noch und wieder Label gibt, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf diesen aus dem Blickwinkel der Digitalwelt doch nur mit Nachteilen behafteten Tonträger setzen (und einer der neuesten Nachteile dürfte der sein, dass viele überhaupt kein geeignetes Abspielgerät mehr besitzen oder nie besessen haben), ist dies hier eine ganz besondere Tape-VÖ: zuerst einmal ist der Titel, den Aidan Baker gewählt hat (und das macht er so ja ganz gerne) die genaue Beschreibung des Inhalts. (weiterlesen…)

BIRDS OF PASSAGE & LEONARDO ROSADO – Dear And Unfamiliar

Montag, 7. November 2011

Nachfolger des Debüts ”Without The World“. Also: Alarmglocken bei allen, die die fragile lo-fi-Haltung des Debüts und die überzeugenden Kompositionen zwischen Song und Drone umgehauen hatte? Nun, vielleicht ist “Dear And Unfamiliar“ auf den ersten Blick einfach nur genau das, was der Titel bedeutet: (weiterlesen…)

U2 – Achtung Baby 20th Anniversary

Sonntag, 6. November 2011

Als 1991 „Achtung Baby“ erschien, hatte ich weiß Gott besseres zu tun, als mich mit U2’s Versuch zu beschäftigen, aus ihrer selbstgeschaffenen Sackgasse auszubrechen. Natürlich waren schon zu DDR-Zeiten U2 für mich keine Unbekannten, denn „Joshua Tree“ geisterte als Intershop-Platte durch den Freundeskreis, aber selbst damals war mir das Ganze (abgesehen von einigen wirklich guten Gitarren-Hooks) irgendwie zu pathetisch verbrämt. Als dann die Mauer fiel, gab es musikalisch auf Jahre gesehen genug Tonträger-Material aufzuholen bzw. anzuhäufen und U2 waren da einfach nur alte Stadien-Rocker wie PINK FLOYD oder die ROLLING STONES für mich. Zwar lies mich 1993 das „Zooropa“-Album mit dem groovigen „Numb“ und dem herrlichen Gastauftritt von Johnny Cash (lange vor seinem Rick Rubin-Comeback) kurz aufhorchen, aber alles was danach bis heute kam, bestätigte nur meine Meinung aus Jugendtagen. Nun will es aber die Ironie der Geschichte, dass ich mich 20 Jahre später anlässlich der Wiederveröffentlichung von „Achtung Baby“ doch noch intensiver mit der irischen Band auseinandersetzen muss. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER – Noise Of Silence

Sonntag, 6. November 2011

Essence Music. Eingeweihte wissen, was beim Nennen dieses Labelnamens kommen mag… Zunächst einmal jedoch ist “Noise Of Silence“ auch eine Wiederveröffentlichung (im Original 2007 als CDR), allerdings remastert durch James “of-mastering-fame“ Plotkin und es ist eine der Aidan Baker-Platten der geisterhaften Sorte: ein Gespinst aus Tönen und Stimmen, wesentlich freier als die Mehrzahl seiner Werke; mit einer unwirklichen Stimmung, die das rund 50minütige Stück von der ersten Sekunde an beherrscht. (weiterlesen…)

SKULLFLOWER – Fucked On A Pile Of Corpses

Sonntag, 6. November 2011

Die 1987 gegründete Formation SKULLFLOWER gehört zwar zu den Veteranen der Noise- / Power Electronics-Szene, erreichte aber nie den Stellenwert vergleichbarer Projekte wie etwa WHITEHOUSE. Nun haben sie mit “Fucked On A Pile Of Corpses” einen neuen Longplayer vorgelegt, dessen Titel zwar eine Reise in nekrophil-transgressive Erlebnisräume verspricht, ohne dieses Versprechen musikalisch wirklich einlösen zu können. SKULLFLOWER präsentieren einen wohlorganisiert-lärmigen Klangteppich, der in den sieben zusammenhängenden Tracks des Albums nur unwesentlich variiert wird, wobei es sich mir allerdings nicht erschließt, welcher Zusammenhang zwischen Musik und Titeln wie “Hanged Man’s Seed“, “Defiling Their Temples With Bestial Lust“, “Tantrik Ass Rape“ oder “Sleipnir“ besteht. Aber vielleicht musste man erst Sex auf einem Leichenberg haben, um es zu begreifen. Auch sind sämtliche Titel rein instrumental, so dass einem nicht einmal die Freude an thematisch passenden Texten vergönnt ist. Kurzum: “Fucked On A Pile Of Corpses“ mögen manche als Hintergrundmusik für tantrisch-satanische Aktivitäten in der Ritualkammer nutzen, anderen mag es dazu dienen, die lästige Geräuschkulisse der Außenwelt zu übertönen. Wer allerdings noisiges Neuland betreten will, kann um diesen Tonträger getrost einen Bogen machen.

(M. Boss)

AIDAN BAKER – Bach eingeschaltet-vierter Band

Sonntag, 6. November 2011

In einem Cover, das auf den ersten Blick auch etwas spartanisches, grafisch jedoch deutlich mehr zu sagen hat und in seiner grauen Farbe mit den verwirrenden Strukturen die Vinylfarbe und -struktur(!) vorwegnimmt, kommt die 7“ “Bach eingeschaltet-vierter Band“ auf REUE UM REUE und bietet die (natürlich) vierte Folge elektronischer Nacherzählungen von Stücken (besser: Fragmenten von Stücken) von Johann Sebastian Bach (Teil drei zuvor beinhaltet übrigens zwei Beiträge von TROUM). (weiterlesen…)

MADRE DEL VIZIO – Amare L´Amore

Samstag, 5. November 2011

In dem Moment, in dem die ersten Klänge von „L’Amore… Il Dolore…“ ertönen, spätestens aber, als ich Fulvios Stimme vernehme, kommen intensive und angenehme Erinnerungen an „Amore, Fede, Speranza“  in mir auf, welches damals auf dem „German Mystic Sound Sampler Volume II“ war. Dieser war wiederum einer der ersten Tonträger, der mich mit schwarzer Musik in Berührung brachte und mir einen kleinen Überblick verschaffte. Bereut hab ich diese Berührung nie. (weiterlesen…)

OBELYSKKH – Mount Nysa

Freitag, 4. November 2011

Mount Nysa ist fast schon All: Atemmasken, Kälteschutz. Zwar noch Teil der Erde, aber in anderen Sphären. Wo immer die auch sind. OBELYSKKH beherrschen das Paradoxon, wie eine tonnenschwere Walze oder, um beim Mount Nysa zu bleiben, wie eine den ganzen Hang ausfüllende Lawine hereinzubrechen und dabei trotzdem eine schwebende Leichtigkeit zu vermitteln. (weiterlesen…)

THOROFON – Exkarnation

Freitag, 4. November 2011

Dass selbst im Industrial-Genre auf Popmechanismen zurückgegriffen wird, ist ja längst auch kein Geheimnis mehr und am aktuellen Beispiel THOROFON bestens nachzuprüfen. Das bayrische Projekt startete Mitte der 90er Jahren mit der Maxime, nur insgesamt 3 Vollzeit-Alben auf Vinyl zu veröffentlichen und nachdem diese “Mission“ erfüllt war, beendete man publikumswirksam THOROFON. Allerdings floppte das nahtlose Folgeprojekt THE MUSICK WRECKERS und dafür gibt es nun plötzlich doch wieder THOROFON. (weiterlesen…)

WRECK & REFERENCE – Black Cassette

Donnerstag, 3. November 2011

Man stelle sich vor, dass sich LOCRIAN und SAVAGE REPUBLIC zu einer Session träfen und ihre Ergebnisse würden mit einer dicken Portion Doom versetzt. Unvorstellbar? Nun ja, allerdings nur so lange wie man unvertraut mit WRECK & REFERENCE ist. Die aus Sacramento stammende Band legt mit “Black Cassette“ eine Veröffentlichung vor, deren Wucht und Masse wohl nur mit der von 40 Güterzügen vergleichbar ist. “Electronic Doom“ – so ihre Beschreibung – passt in diesem konkreten Fall wie die Faust aufs Auge. (weiterlesen…)

WHITE DARKNESS – ToKAGE

Mittwoch, 2. November 2011

Jason Köhnen ist Teil vom The Killimanjaro Darkjazz Ensemble und der The Mount Fuji Doomjazz Corporation und er ist Bong-Ra. Und auch: White Darkness. (weiterlesen…)

AKHET – Akhet

Dienstag, 1. November 2011

Akhet? Mit dieser Veröffentlichung, ausschließlich als 2LP Version erhältlich, deckt Tonefloat ein weiteres Kapitel von Dirk Serries musikalischen Projekten auf. Eines, das sich bereits 2007 ereignet hat und das (vermutet) nie als Projekt gemeint war. Das möglicherweise erst irgendwann danach wiederentdeckt werden musste, um ein solches zu werden. (weiterlesen…)

V.A. – Magnetic Fields & Zero Dimension Planes

Montag, 31. Oktober 2011

Das belgische Label Consouling Sounds, welches auf Gitarren Drone spezialisiert ist und ja auch schon u.a. die phantastische Remix-LP von N namens “Bergen: Skizzen + Notizen“ verbuchen kann, veröffentlicht mit der CD “Magnetic Fields & Zero Dimension Planes“ eine Compilation, die man getrost als aktuellen Genre-Überblick bezeichnen kann. (weiterlesen…)

MIKA VAINIO – Life (…It Eats You Up)

Montag, 31. Oktober 2011

Mika Vainio, Teil des Duos PAN SONIC, wandelt mal wieder auf Solopfaden und überrascht diesmal ungemein. Sind doch PAN SONIC (vormals PANASONIC) für minimales analoges “Brum-Störgeräusch-Gefrickel“ auf bevorzugt kaputten Equipment berühmt bis berüchtigt, so bezieht Mika Vainio diesmal seine Sounds ausschließlich durch eine Gitarre. (weiterlesen…)

CASE STUDIES – The World Is Just A Shape To Fill The Night

Sonntag, 30. Oktober 2011

Wer in einer einsamen Blockhütte sitzt, soll große Lieder schreiben. Diesem Imperativ ist Jesse Lortz aka CASE STUDIES gefolgt und hat im Blockhaus eines Freundes, mitten im Nirgendwo des US-Bundesstaates Washington ein Folkalbum aufgenommen, das vor Ideen nur so strotzt. (weiterlesen…)

SYNAPSCAPE – Traits

Samstag, 29. Oktober 2011

Auch auf ihrem inzwischen 9. Album seit 1995 brettert sich die Bielefelder Duo Tim Kniep und Philipp Münch alias SYNAPSCAPE aggressiv wie verschachtelt durch das IDM-Genre, als gäbe es keinen Morgen danach. Es groovt und pulsiert bei den 14 Tracks, dass es eine wahre Freude ist und für die „Bösen“ unter uns, schütteln sogar diverse Power Noise-Attacken einige davon durch. (weiterlesen…)

FEIST – Metals

Freitag, 28. Oktober 2011

Kann es im Independent-Pop-Bereich überhaupt noch irgendetwas geben, das uns überrascht und wirklich aufhorchen lässt? Jeder weiß, es gibt sie wie die sprichwörtlichen Sandkörner am Urlaubsstrand: Singer-Songwriter, männliche wie weibliche, zart tönende und fetzige, perfektionistische und trotzig ihre rudimentären Fähigkeiten ausstellende. Wir haben sie kennengelernt, die BETH ORTONs, CAT POWERs, SUFJAN STEVENs und CONNOR OBERSTs und wie sie alle heißen mögen. We don´t need another hero – bei einem derart riesigen Überangebot fällt es immer schwerer, einschlägigen Neuerscheinungen die verdiente Aufmerksamkeit zu zollen: Ja, das ist hübsch, schöne Melodien, und jetzt auf den Stapel damit zu den liederschreibenden Kollegen. Was kann uns schon noch aus dieser übersättigten Lethargie reißen? (weiterlesen…)

ARTIUM ANIMAE – Dies Irae

Freitag, 28. Oktober 2011

Das Digipack fühlt sich gut an und ist zu der bald erklingenden, feierlichen Musik passend sehr dunkel gehalten, das Covermotiv, das Skelett eines Blattes sozusagen, kann man wohl als „memento mori“ bezeichnen und in der Tat kann man sich gut vorstellen, dass einen „dies irae“ mir der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert. (weiterlesen…)

ZOLA JESUS – Conatus

Dienstag, 25. Oktober 2011

Dass der letzte Kiesel aus dem ZOLA JESUS´schen Steinbruch noch nicht heraus gebrochen ist, beweist “Conatus“. Nika Roza Danilova taucht mittlerweile in “steter Regelmäßigkeit“ in den Kulturteilen der überregionalen Presse auf, “Conatus“ wird beklatscht. (weiterlesen…)

EMME YA – Atavistic Dreams & Phallic Totems

Dienstag, 25. Oktober 2011

Atavistic Dreams? Phallic Totems? Na, wenn das nicht schon mal ein vielversprechender Titel ist! Und auch das mit fremdartigen Schriftzeichen und mystischen Symbolen geschmückte Booklet weckt noch vor dem Einlegen des Tonträgers Erwartungen hinsichtlich eines dem Hörer bevorstehenden spirituellen Erlebnisses. (weiterlesen…)

MOGWAI – Earth Division

Freitag, 21. Oktober 2011

Na sowas, MOGWAI wissen uns im späten Jahr 2011 noch einmal zu überraschen – mit einer kleinen EP, die nur vier kurze, aber sogar für MOGWAIs Verhältnisse ungewöhnliche und interessante Stücke enthält. Mit denen hätte man in dieser Form wirklich nicht gerechnet. (weiterlesen…)

V.A. – From Earth To Sirius

Freitag, 21. Oktober 2011

Der Sirius ist der hellste Fixstern am Nachthimmel und so ist es nicht erstaunlich, dass sich eine Fülle von Legenden und Mythen um ihn ranken. So war er den alten Ägyptern heilig, da sein Aufgang im Frühling das bevorstehende Hochwasser des Nils ankündigte, während er für die Inder den Beginn der Monsunzeit markierte. Das in Mali beheimatete Volk der Dogon schließlich formte seine gesamte Kosmologie um das Doppelsternsystem. (weiterlesen…)

STING – The Best Of 25 Years

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Den Musiker Sting braucht man selbst in unseren Gefilden sicher nicht mehr vorzustellen, denn nach dem Ende seiner Band THE POLICE schlug er bekannterweise eine erfolgreiche Weltkarriere als Solist, Schauspieler und Umweltaktivist ein. Unzählige Hits säumten dabei seit 1985 seinen Weg, die meist nicht in seichte Pop-Gefilde abdrifteten, sondern hauptsächlichst Elemente aus Soul, von Brecht/Weil, dem Jazz und natürlich (wie schon in seiner alten Band) vom Dub & Reggae integrierten. „The Best Of 25 Years“ versammelt diese nun gebündelt am Stück, natürlich neu gemastert und angereichert mit bisher unveröffentlichten Live-Aufnahmen. (weiterlesen…)

ERIC LA CASA – Zone Sensible 2 / Dundee 2

Sonntag, 16. Oktober 2011

Wer jemals selbst versucht hat, brauchbare field recordings hervorzubringen, dürfte wissen wie schwer es ist, Störgeräusche auszuschalten, die gewünschte Klangquelle laut genug hörbar zu machen und überhaupt den “richtigen Moment” zu treffen… denn der Zufall spielt hierbei eine gewichtige Rolle, die Unkontrollierbarkeit der Klänge macht demütig…  Einer der absoluten Meister des Fieldrecording und deren Verarbeitung ist ERIC LA CASA, von dem hier 2 Stücke präsentiert werden, die sowohl gekonnteste Feldaufnahmen zeigen als auch die brilliante Transformation in eine Art naturale musique concrete: (weiterlesen…)

BARN OWL – Lost In The Glare

Sonntag, 16. Oktober 2011

Seit 2005 demonstrieren BARN OWL, was es heißt, aus dem Kern des Klanges zu spielen. Zugute kommt ihnen dabei ihr blindes Verständnis und der starke Bezug aufeinander. Jon Porras und Evan Caminiti haben so gemeinsam eine Plattform erklettert, von der aus es ihnen möglich ist, eine deutliche Differenz zu weiteren Mitkletterern herauszustreichen. Allenfalls Dylan Carlson klettert so hoch hinaus. (weiterlesen…)

K-SPACE – Infinity

Sonntag, 16. Oktober 2011

K-SPACE ist das Projekt von TIM HODGKINSON, KEN HYDER und GENDOS CHAMZYRYN, die für ihre dritte Veröffentlichung eine (soweit ich weiß) Weltneuheit geschaffen haben: Das 20minütige “Infinity” klingt bei jedem Abspielen (geht nur auf Computer) neu und erschafft sich quasi jedesmal selbst noch einmal, da eine auf der CDR mitgelieferte Software die einzelnen Klangelemente und Parameter jedesmal individuell “mischt”. Enthalten sind perkussive und vokale  Ritualsounds von diversen Schamanen, RADIK TYULYUSH (Mitglied bei der legendären sibirischen “throatsinging” Gruppe HUUN-HUUR-TU), ein ganzer russischer Chor aus Kyzyl, sowie diverse ethnische und klassische Instrumente, die von den K-SPACE Mitgliedern eingespielt wurden. Die “Infinity“-Versionen, die ich bisher hören konnte, klingen nach einer organischen Melange aus Ethno- und (Geräusch)-Jazz-Elementen, dunkler Geräuschmusik und rituellem Post-Industrial. Faszinierendes Konzept und sehr stimmiges Ergebnis ! [BarakaH]

THE CHURCH OF SYNTH – s/T

Freitag, 14. Oktober 2011

Der Projekt-Name des neuen Signings vom englischen Robot Elephant-Label sagt eigentlich schon alles – majestätische Keyboard-Flächen wie zu Zeiten der kosmischen Kuriere paaren sich hier mit den typisch für Witch House verlangsamten Clap-Hands-Beatbox-Rhythmen. Dazu gesellen sich noch absolut treffende Titelbezeichnungen wie „Das Dröhnen der Göttlichen Räder“ oder „Die Kathedrale der Ewigen Leere“, die ebenfalls von der Krautrock-Legende POPOL VUH oder den osteuropäischen AUTOPSIA stammen könnten. (weiterlesen…)

LOCRIAN – The Clearing

Donnerstag, 13. Oktober 2011

In einem Interview mit diesem Magazin (vgl. BLACK 54) antwortete André Foisy auf die Frage, was ihn und LOCRIAN antreibt, dass er ein kreatives Ventil benötigen würde, damit er nicht verrückt wird. Darin scheint wohl auch ein Grund für die hohe Veröffentlichungsdichte der Band zu liegen. Allein dieses Jahr führten die Amerikaner eine Split-12“ mit HORSEBACK sowie eine 7“, mit einer Coverversion des POPUL VUH-Klassikers “Dort ist der Weg“ in die Arena. Nun legen sie mit ihrem neuen Album “The Clearing“, das ausschließlich auf Vinyl (inklusive Downloadcode) veröffentlicht wird, nach. (weiterlesen…)

APPARAT – The Devil’s Walk

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Seit langem ist Sascha Ring durch sein Projekt APPARAT und seine temporäre Teilhaberschaft am Berliner Shitkatapult-Label zumindest den Freunden der minimalen elektronischen Tanzmusik ein Begriff. Aufgrund seiner Kollaboration im Jahre 2009 mit MODESELEKTOR unter dem Banner MODERAT bzw. mit dem phantastisch analog produzierten Dubstep auf ihrem Debüt-Album trat er noch weiter in das Licht der Öffentlichkeit, so dass sogar in Folge ein gewisser Thom York von RADIOHEAD in Berlin anklopfte und das Projekt auf Welttournee ging. Es folgte für Sascha Ring eine Phase der Schreibblockade und musikalischen Umorientierung, aus der letztendlich APPARAT als richtige Band hervorgingen. (weiterlesen…)

SUN DEVOURED EARTH – Day After Day, Year After Year, When Will It End

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu. Eine erste Rückschau auf das, was war, drängt ins Bewusstsein, während der Sand des Stundenglases den unteren Kolben weiter und weiter anfüllt. Rückschau halten, heißt immer, sich zu vergewissern, was war. Es heißt aber auch, zu schauen, was besonders war. An der Grenze dessen beginnt ein Raum, für den die Bezeichnung fehlt, der aber auf der anderen Seite von der Poesie eingehegt wird. Dort steht die Frage, was hätte sein können. (weiterlesen…)

V.A. – King Size Dub Chapter 15

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Nachdem ich im vorigen Jahr an dieser Stelle schon die „King Size Dub“-Compilation-CD Nummer 13 abgefeiert habe, erschien auch dieses Jahr eine weitere Folge, allerdings betitelt als „Chapter 15“ und ich frage mich, wo denn da die 14 geblieben ist? Das Grübeln darüber verblasst allerdings ganz schnell, wenn man tief in den entspannt groovenden Dub-Reggae-Schmelztopf der Compilation eintaucht und dadurch auch den durchwachsenen Sommer und die anstehende kalte Jahreszeit vergisst. (weiterlesen…)

GRUMBLING FUR – Furrier

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Das Mädchen, das auf dem düsteren Plattencover des Albums “Furrier“  von GRUMBLING FUR abgebildet ist, verbirgt sein Gesicht vor dem Betrachter hinter einem Vorhang langer schwarzer Haare. Eine psychotische Angst vor den Blicken neugieriger Beobachter, oder eine bedrohliche Geste wie die des unheimlichen Kindergeistes Samara aus dem Film “The Ring”? Oder sehen wir etwa nur den Rücken der jungen Frau; hat sie sich in einer Verweigerungshaltung vom Betrachter abgewandt? All das würde jedenfalls zur Musik von GRUMBLING FUR passen: Es geht gleichermaßen introvertiert wie bedrohlich-düster zu auf dem ersten Longplayer der Band, der mit seinen dunklen Soundscapes Assoziationen von MERZBOW über diverse Independent-Movie-Soundtracks bis zu Experimental-Jazz und den abgelegeneren musikalischen Gefilden der ausgeflippten 60er weckt. (weiterlesen…)

AKOUSTIK TIMBRE FREKUENCY – Kthonik Korridor

Samstag, 8. Oktober 2011

Vielversprechender Newcomer aus UK mit “esoterischem” dark ambient, d.h. in diesem Fall ein starker H.P.LOVECRAFT-Bezug – die Musik soll ganz bewusst als Ritualbegleitung für Cthulhu-Okkultismus eingesetzt werden. Man mag dazu stehen wie man will, die sechs langen dronigen Stücke, die sich auf 57 Minuten ausbreiten, erzeugen eine einnehmend geisterhafte und unheimliche Atmosphäre… rituell und fließend, aber niemals aggressiv oder wirklich krachig. Auf allerlei Instrumenten (Synths, Klangschalen, Flöten, Rasseln) sowie mit grossen aufgespießten Fleischbrocken (!) wird hier die unverstandene Seite des Unbewussten gefeiert. Lim. 100, professionelles Cover & Fertigung.  (BarakaH)

SANKT OTTEN – Gottes Synthesizer

Freitag, 7. Oktober 2011

Haben Sankt Otten es entdeckt? Das Geheimnis göttlicher Musik? Oder sein bevorzugtes Werkzeug (zumindest)? Nun, auf jeden Fall ist das hier 1 x mehr Zeugnis des Spezialhumors der beiden (Stephan Otten und Oliver Klemm).  (weiterlesen…)

BILL GOULD & JARED BLUM – The Talking Book

Freitag, 7. Oktober 2011

Was uns Bill Gould (FAITH NO MORE) und Jared Blum (BLANKETSHIP) in den Kapiteln der „The Talking Book“-CD darbieten, ist bestes sphärisches Gruselkopfkino. Knacksendes Vinyl-Rauschen, verhuschtes Piano-Geklimper, melancholische Drones, Gitarren-Feedback, geisterhafte Stimmen und ein versonnen grummelnder Bass schichten sich bei den insgesamt 11 Tracks zu kurzweiligen wie atmosphärischen Hörbildern auf. (weiterlesen…)

DEISON – Night Sessions

Freitag, 7. Oktober 2011

Vor meinem geistigen Auge erscheint ein dunkles Arbeitszimmer, vollgestopft mit Aufnahmegeräten und elektronischen Instrumenten. Vor dem Fenster in der Schwärze, nur von dürftigen Straßenlampen erhellt, ein Fabrikgelände, über das allenfalls ein paar struppige Katzen irren. Und im Zimmer, dessen einzige Lichtquelle der fahle Schein eines Computerbildschirms ist, sitzt mit rotgeränderten, müden Augen ein junger Mann namens DEISON, der fieberhaft bis in die frühen Morgenstunden elektronische Sounds zusammenbastelt. (weiterlesen…)

CHRISTINA VANTZOU – N° 1

Sonntag, 2. Oktober 2011

Tausend dies und das! Gebräuchlich ist allerdings die Bezeichnung Tausendsassa, gemeint als Verbeugung vor den Talenten Christina Vantzous. Die in Kansas City Geborene wirkt seit Jahren als Malerin, Zeichnerin und vor allem als Videokünstlerin. Letzteres führte sie in eine der wohl eindrucksvollsten Symbiosen der Subkultur. (weiterlesen…)

CARISSA`S WIERD – Tucson

Sonntag, 25. September 2011

Wenn eine zugeschlagene – womöglich anschließend verschlossene – Tür sich wieder öffnet, dann ist die Freude darüber ähnlich der Freude, die seinerzeit empfunden wurde, als diese Tür sich das erste Mal öffnete. (weiterlesen…)

KODIAK – s/t

Samstag, 24. September 2011

2CD-Kompilation mit allem, was KODIAK bis Herbst 2011 veröffentlicht hat. Und: Vorsicht, das hier ist kein Review, sondern Werbung. Werbung, die, wenn es denn stimmt, dass sich Qualität ohnehin auch so durchsetzt, natürlich(?) eigentlich unnötig ist. (weiterlesen…)

IRA – These Are The Arms

Freitag, 23. September 2011

Bei dieser Platte muss man(n + Frau) folgendes “ertragen“ können: erstens einen Gesang, der sowohl “schön“, als auch sehr “vorn“ ist und zweitens einen Gesang, der auch mitten im Stück, zwischen Englisch und Deutsch wechselt. (weiterlesen…)

DE/VISION – Popgefahr – The Mix

Freitag, 23. September 2011

Das die Synthie-Popper von DE/VISION mit ihrem letzten Album „Popgefahr“ wieder zu ihren Wurzeln zurückgekehrt sind, dürfte inzwischen bekannt sein und auch die Konzerte dazu wurden kostensparend als Duo bestritten. Das ihnen dabei leider der Groove und die Lockerheit des Vorgängeralbums „Noob“ abhandengekommen ist, hatte ich ja schon im „Popgefahr“-Review angemahnt und ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass dieser Rückschritt zum langweiligen wie blutleeren Synthie-Pop vom Anfang der 90er Jahre nur ein Zugeständnis an die Fans und letztendlich an den Markt war. DE/VISION können eigentlich deutlich mehr und sind schließlich mit einer der besten sowie variabelsten Stimme des Genres gesegnet. (weiterlesen…)

CHARALAMBIDES – Exile

Dienstag, 20. September 2011

Verbannte sind sie nicht, wenngleich die CHARALAMBIDES dort ihre Zelte aufgeschlagen haben, wo man gemeinhin von gesellschaftlicher Peripherie spricht. Tom und Christina Carter spielen seit Jahren aus der Nische. Christina gab vor Jahren in einem Interview mit diesem Magazin an, dass unter anderem ihre pekuniäre Situation äußerst schwierig sei. Dennoch haben sich beide entschlossen, eine geringe Kompromissbereitschaft an den Tag zu legen. Dieser Umstand spiegelt sich auch in ihren Veröffentlichungen wider. (weiterlesen…)

KERRETTA – Saansilo

Montag, 19. September 2011

Neuseeland-Trio in klassischer Besetzung mit (auf “Saansilo“) unklassischem Sound… Wobei der Bass mit einem ultrafetten, angezerrten und sehr prägnanten Sound zusammen mit dem Schlagzeug die Stücke (fast ausnahmslos uptempo) mit der notwendigen Bodenhaftung versieht. Und spätestens dann fängt das Rätseln an: Ein Keyboarder ist nicht gelistet – was also passiert hier? (weiterlesen…)

FOSTERCARE / RITUALZ – Split

Freitag, 16. September 2011

So schnell wie der Trend Witch House in den Weiten des Internet auftauchte, ist er leider auch schon wieder darin verschwunden. Neben dem Referenz-Album von SALEM und den omnipräsenten MATER SUSPIRIA VISION ist das Label Robot Elephant eines der wenigen, die das ehemals gehypte Genre noch nachhaltig bedienen. Gern erinnere ich hierbei an die hervorragende wie auch weiterhin empfehlenswerte „Isvolt“-Compilation des Labels, welche einen repräsentativen Überblick auf das Genre im physisch „anständigen“ Format gibt. Vorliegende Split-Veröffentlichung präsentiert jetzt gleich zwei überlebende Aktivisten der ersten Stunde des Witch House, die auch auf oben genannter Compilation vertreten waren. (weiterlesen…)

FRANCE – Grand Tour

Freitag, 16. September 2011

Nach dem Seitenlabel für Post Black Metal namens Just Another Winter haben Treue um Treue/Reue um Reue mit Rectangle Astral einen weiteren Labelarm ins Leben gerufen, der sich ganz der sogenannten Italo Disco verschrieben hat. Den Einstand geben dann auch (zumindest für Labelverhältnisse) keine Unbekannten, denn hinter FRANCE stecken Pierre Gastou und Henning Specht von FIENDISH FIB, die hier noch von Francois Remigi und Dounia Chemsseddoha unterstützt werden. (weiterlesen…)

SIXTEEN HORSEPOWER – Yours, truly

Mittwoch, 14. September 2011

Rückschau halten. Innehalten. Hält man Rückschau, ändern sich oft Blickwinkel und Blickrichtung. Das Vergangene nimmt die Colorierung der Zeitfarbe an. Mag es bestehen? SIXTEEN HORSEPOWER sind dieser Tage wieder präsent. Den Anlass dafür liefert “Yours, truly“. Als Dokument kann man es lesen, umfasst doch die erste CD eine Art “Best of“, zusammengestellt per Abstimmung von Fans dieser Kapelle, geäußert auf diversen dafür einbezogenen Webseiten. Dass eine profane “Best of“ weder der Band um die Gründungsmitglieder David Eugene Edwards, Jean Yves Tola und Pascal Humbert noch ihrer treuen Hörerschaft gerecht werden würde, liegt auf der Hand. So entschied man sich eine zweite CD beizufügen, gespickt mit B-Seiten, Demo-Versionen und Radio-Sessions. (weiterlesen…)

STEPHEN O`MALLEY/ ATSUO – Uroborus Circuit

Dienstag, 13. September 2011

„no instruments were used on this record“ – Inschrift auf dem Cover-Spine, der einzigen Informationsquelle auf dieser Veröffentlichung. Die Tonquellen (Mischpult-Feedbacks?) könnten aber hinsichtlich ihrer Ästhetik, zumindest in Teilen, durchaus von Gitarren stammen; feedbackende natürlich und, ganz ungewohnt, solche, die über kleine Verstärker gespielt werden. Soviel zum verbal geebneten Zugang. (weiterlesen…)

EVERY SILVER LINING HAS A COULD – s/t

Dienstag, 13. September 2011

Das den Namen der Band tragende Debutalbum „Every silver lining has a cloud“ beginnt mit langsamen, getragenen Pianotönen, die mit einer angenehmen, nachdenklichen geradezu melancholischen Frauenstimme harmonieren. Nach diesem kurzen, intro-artigen Stück erklingen zaghafte Klänge, die einer Spieluhr ähneln (laut Info des Digifiles ist es aber wohl ein Glockenspiel), in die sich bald Geigen und sehr spärlich auch Gitarre und Schlagzeug mischen, so dass ein akustischer, melodischer Song entsteht. (weiterlesen…)

MORTIFICATION TO THE FLESH – Le Trésor Maudit

Samstag, 10. September 2011

Wenn man sich erinnert, wenn man fragt, was war – dann vergewissert man sich immer auch gleichzeitig dessen, was ist. So kann man die neue Reihe des italienischen Labels Final Muzik lesen, die den Titel “Eighties“ trägt und bei der längst vergriffene Tonträger der 80er Jahre noch einmal erscheinen. (weiterlesen…)

YELLOW6 – In The Time This Too Will Fade

Samstag, 10. September 2011

Jon Attwood aka Yellow6 reiht sich nicht in die Reihen der drone-affinen one-man-guitar-Bands, baut keine düsteren, in sich bewegenden, aneinander reibenden Dronewolken oder Distortionberge. Oder soll man sagen: Nicht mehr? Im Gegensatz zu “In Time this too will Fade” mit seiner umarmenden, faszinierenden Melodiösität und einem in der vermittelten Atmosphäre (zumindest für mich, trotz der elektrischen Instrumente, trotz Looper + Co) irgendwie fast folkig-luftigen Charakter ist das 1998′er Debüt “Perception Received/Milestone“ (als 7“ auf Enraptured) ein an den Gehörgängen kratzender Shoegazer-Blueprint, auch wenn Jon Attwood’s Haltung zur Melodie bereits damals durchscheint. Aber, wie es manchmal so ist: Der Kontakt ging nach dieser ersten 7“ verloren und die folgenden Unmengen an Cdr-Veröffentlichungen an mir vorbei. Bis vor kurzem eine Veröffentlichung auf Basses Frequences (“Death“, mit THISQUIETARMY) und, fast zeitgleich, auf Tonefloat’s C-Serie die Erinnerung wiederbrachte. Und die Neugierde. (weiterlesen…)

NOSTALGIE ÉTERNELLE – Notre Début

Samstag, 10. September 2011

Laut Infoschreiben der Plattenfirma handelt es sich bei NOSTALGIE ÉTERNELLE um ein Kult-Dark Ambient-Duo der späten Achtziger und frühen Neunziger. Beim Anhören der zwanzig Stücke auf dem Werkrückblick bzw. Re-Issue “Notre Début“ bekommt man jedoch eher den Eindruck, hier solle mal wieder etwas als Kult verkauft werden, was schon damals nur von einem, ähm, sehr begrenzten Personenkreis geschätzt wurde. Praktisch! Denn den kann man heute bei Bedarf strategisch als Insider-Zirkel ausgeben, der wusste, wo es jenseits der Massen wirklich langging. (weiterlesen…)

CADAVEROUS CONDITION – Burn Brightly Alone

Freitag, 9. September 2011

Die „Death Metal Proleten“ von CADAVEROUS CONDITION aus Österreich sind nicht nur eine der ganz ganz wenigen Metal-Bands, die ich persönlich verehre, sondern auch der seltene Fall von einerseits absolut Old School und anderseits völlig Open Minded. So beackert die Band seit 1993 stur das hart-krustige Feld des Death Metal, pflügt dabei unerwartete Coverversionen unter (GRAUZONE, THE SISTERS OF MERCY, DEATH IN JUNE, THE UNDERTONES, WILL OLDHAM) und wartet mit überraschenden Gästen auf (CHANGES, OSTARA, SIXTH COMM, GJÖLL). (weiterlesen…)

OMEGA MASSIF – Karpatia

Freitag, 9. September 2011

Größer als K1?….in jedem Fall: konsequente Fortführung der “Geisterstadt“. Schon der erste Ton von “Aura“ hat diesen vertrauten trocken / evil Sound und mit den nächsten kommt diese spezielle Mischung aus brutaler Brachialität, Präzision und Lässigkeit zum tragen, die OMEGA MASSIF von vielen, reichlich schablonenhaft arbeitenden Genrekollegen unterscheidet. (weiterlesen…)

NoisePoesien- zeitkratzer und Keiji Haino in der Jahrhunderthalle Bochum

Freitag, 9. September 2011

Im Mai 1968, auf dem Höhepunkt einer persönlichen Krise, schrieb Karlheinz Stockhausen den Zyklus Aus den sieben Tagen. Statt einer konventionellen Partitur verfasste Stockhausen Handlungsanweisungen wie “Spiele einen Ton / Spiele ihn so lange / bist du spürst / daß Du aufhören sollst // Spiele wieder einen Ton / Spiele ihn so lange bist Du spürst daß Du aufhören sollst // und so weiter …”. Mit dieser Form von Textkompositionen, die an vielen Stellen den Einfluss fernöstlicher Spiritualität erkennen lassen, eröffnete Stockhausen den Musikern ein weites Feld für Improvisationen und die Entfaltung ihrer Subjektivität. (weiterlesen…)

FIENDISH FIB – Down In The Mine

Freitag, 9. September 2011

Schon im Jahre 2007 gaben FIENDISH FIB aus Frankreich auf ihrer Seite der Split-10“ namens „The Nervous Split“ (zusammen mit WERMUT) einen kleinen Auszug aus ihrem Demo-Tape-Archiv preis, dem nun fast 4 Jahre später eine ganze LP folgt. 22 weitere Kassetten-Tracks aus den Jahren 1988 bis 1994 sind darauf zu finden, die irgendwo zwischen schrägen Lo-Fi-Minimal-Wave, Industrial, Kabarett und Post Punk pendeln und die damals zum größten Teil Soundtrack zu irgendwelchen französischen Untergrund-Horror-Filmen waren. (weiterlesen…)

BLUENECK – Repetitions

Dienstag, 6. September 2011

Skuril schönes Cover mit dem 6-köpfigen HirschenSteinbockReh um eine Platte, die den sehnsüchtigen Gesang von Duncan Attwood in das Zentrum der Songs stellt. Mit Stücken, die mit dem Blick auf eine ferne Erwartung geschrieben scheinen. Eine Erwartung, die (noch?) unerfüllbar, dabei aber fassbar genug ist, die Inspiration für ein Album wie dieses zu liefern. Eines, das auch in seinen lauteren Passagen weniger nach vorn zu treiben scheint, als vielmehr den Horizont aufzureißen, weiter zu machen und so zu versuchen scheint, das Ferne zu erreichen, ohne diesem Ziel eigentlich wirklich näher kommen zu können. (weiterlesen…)

*AR – Wolf Notes

Montag, 5. September 2011

*AR sind Autumn Richardson und Richard Skelton und “Wolf Notes“ ist ihre Zusammenarbeit „für die Landschaft, Flora und Fauna von Ulpha in Cumbrien, Nord-England“. Wenn man dann (ebenfalls durch die Linernotes auf dem Cover) erfährt, dass Ulpha „der Hügel, der von den Wölfen besucht wird“ heißt, erschließt sich auch der Titel dieser LP auf Type Records, deren gleichermaßen reduziertes wie cinemascopisches Cover Artwork (vermutet) genau diese Landschaft zeigt. (weiterlesen…)

A WINGED VICTORY FOR THE SULLEN – s/t

Sonntag, 4. September 2011

Einem Sprichwort zu Folge ist die Vorfreude wohl die schönste Freude. Fast könnte man meinen, dass Adam Wiltzie dies zum Motto seines musikalischen Schaffens erhoben hat. Immer dann, wenn seine Hörerschaft auf ein neues STARS OF THE LID-Album wartet, biegt der in Austin Beheimatete und gegenwärtig in Brüssel Lebende mit einer Überraschung um die Ecke, die die eingangs erwähnte Vorfreude ins Unermessliche steigert. (weiterlesen…)

FENNESZ – Seven Stars

Samstag, 3. September 2011

3 Jahre nach seinem letzten Solo-Album „Black Sea“ folgt nach diversen musikalischen Kollaborationen mit der MLP „Seven Stars“ endlich wieder ein eigenständiges Werk des österreichischen Gitarren-Laptop-Fricklers FENNESZ. Nach dem eher düster-grauen „Black Sea“-Album klingt die neue Vinyl-10“ nun mehr nach Entspannung, Urlaub und Sonnenschein, denn nicht umsonst wurde der Grundbaustein für den Opener „Liminal“ 2010 in einem Hotelzimmer auf Bali gelegt. (weiterlesen…)

BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE/THEE FLANDERS – Clash Of The Monsters

Samstag, 3. September 2011

Zwei der besten Horror-Psychobilly-Punk-Bands Europas treffen auf einer Split-CD beim führenden Label für dieses Genre in Deutschland aufeinander – das kann doch nur gut werden bzw. blutig enden, oder? Die BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE aus Österreich sind ja schon länger mit den ostdeutschen THEE FLANDERS befreundet und nach diversen gegenseitigen Kollaborationen nun der „Clash Of The Monsters“ als Manifestation ihrer gegenseitigen Wertschätzung. (weiterlesen…)

I START COUNTING/FORTRAN 5/KOMPUTER – Konnecting…

Donnerstag, 1. September 2011

Seit einiger Zeit ist das legendäre wie sehr wichtige Mute-Label wieder unabhängig, wenn auch der Preis sehr hoch war, den Chef Daniel Miller dafür zahlte. Schließlich musste er dafür das jahrzehntelange Zugpferd DEPECHE MODE an die EMI abtreten, welches von Anfang an das Label und die etwas unkommerzielleren Veröffentlichungen bei Mute Records mitfinanziert hat. Zur Zeit stehen daher (neben einigen frischen Projekten) die Zeichen auf eine Back-Katalog-Aufarbeitung des Labels und vorliegender CD ist die zweite (nach THE BALANESCU QUARTET) in eine Reihe namens „An Introduction To…“, der weitere Teile von, mit bzw. über CRIME AND THE CITY SOLUTION, LAIBACH, ANITA LANE, FAD GADGET, CABARET VOLTAIRE und ADD N TO (X) in naher Zukunft folgen sollen. Das besondere an diesen Compilation-CDs ist, das diese nicht den Charakter einer „Best Of“ oder „Greatest Hits“ haben, sondern einen umfassenden wie speziellen Überblick auf das Oeuvre des jeweiligen Acts geben sollen. (weiterlesen…)

BLOOD BOX – Funeral In An Empty Room

Dienstag, 30. August 2011

BLOOD BOX ist das Solo-Projekt des Amerikaners Michael JV Hensley (YEN POX) und seine bisher veröffentlichten zwei CDs „A World Of Hunt“ und „Iron Dream“ kann man getrost als Genre-Klassiker des Dark Ambient bezeichnen. 14 bzw. 7 Jahre nach diesen steht nun endlich ein neues Album bereit und die Erwartung daran sind hoch. (weiterlesen…)

TROUM – Saiws

Samstag, 27. August 2011

“Saiws“ ist das gotische Wort für Meer. Hörer des Bremer Duos TROUM, denen diese Information zunächst fehlte, hätten sich womöglich eine andere Bedeutung erschlossen, nämlich die zu einer Vorgängerveröffentlichung namens “AIWS“. (weiterlesen…)

CULTUS SABBATI – Descent Into The Maelstrom

Samstag, 27. August 2011

Bei CULTUS SABBATI handelt es sich um eines jener Projekte, über die nur wenig Konkretes im Umlauf ist. Bekannt ist, dass es sich um ein Trio handelt, welches sich 2006 zusammen gefunden hat und dessen Mitglieder über CULTUS SABBATI hinaus, in anderen Bands aktiv sind.

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THE BALANESCU QUARTET – This Is…

Samstag, 27. August 2011

Seit einiger Zeit ist das legendäre wie sehr wichtige Mute-Label wieder unabhängig, wenn auch der Preis sehr hoch war, den Chef Daniel Miller dafür zahlte. Schließlich musste er das jahrzehntelange Zugpferd DEPECHE MODE an die EMI abtreten, welches von Anfang an das Label und die etwas unkommerzielleren Veröffentlichungen bei Mute Records mitfinanziert hat. Zur Zeit stehen daher (neben einigen frischen Projekten) die Zeichen auf eine Back-Katalog-Aufarbeitung des Labels und mit vorliegender CD vom BALANESCU QUARTET beginnt eine Reihe namens „An Introduction To…“, der weitere Teile von, mit bzw. über CRIME AND THE CITY SOLUTION, LAIBACH, ANITA LANE, FAD GADGET, CABARET VOLTAIRE und ADD N TO (X) in naher Zukunft folgen sollen. (weiterlesen…)

ORPHX – Radiotherapy

Samstag, 27. August 2011

6 Jahre nach dem letzten Album „Insurgent Flows“ (wenn man mal die Raritäten- und Remix-Compilation „Teletai“ außen vor lässt) erscheint endlich wieder ein neues Album des kanadischen Duos Christina Sealey und Richard Oddie bei Hands Productions im typischen SmartPac. Beim ersten Durchzappen der CD kam ich allerdings vorschnell zu dem Schluss, dass ORPHX immer stumpfer werden, was auch meinen Eindruck von ihrem letzten Konzert in Nürnberg zu bestätigen schien. (weiterlesen…)

EMERGE – Angle

Freitag, 26. August 2011

Oh, was poltert denn da aus den zur Rappelkiste werdenden Boxen? Rasseln, ersticktes Poltern, Klirren, plötzliches Rattern – genau so könnte man sich den Soundtrack zu einem neuen, unheimlichen Lars-von-Trier-Film vorstellen.

Zum vorliegenden Release der Band EMERGE allerdings haben von Trier und Kollegen noch keinen Film gedreht, obwohl sie sich künftig vielleicht an obige wenden sollten. Auf „Angle“ gibt es ausgesuchte Sounds zu hören, die jeden freuen müssen, der von einem Hörerlebnis nicht zwangsläufig Musik erwartet und der bspw. die Klanguntermalung zu „Antichrist“ mochte: Minimalistisch werden die Bilder düsterer Träume in Akustik verwandelt, die es in sich hat. (weiterlesen…)

MIKA VAINIO – Life (… It Eats You Up)

Montag, 22. August 2011

Überzeugendes Statement.Nihilistisch kaputt, ohne gewollte (oder gar ungewollte) Konzeptverbrämung und das, obwohl Musik, Titel, Tracknamen und Coverartwork doch genau das auszusagen scheinen. (weiterlesen…)

JÓHANN JÓHANNSSON – The Miners` Hymns

Sonntag, 21. August 2011

Wie es sich anhört, wenn eine Komposition über sich selbst hinaus klingt, zeigt Jóhann Jóhannsson auf “The Miners` Hymns“. Der mittlerweile in Kopenhagen lebende Isländer legt damit auch gleichzeitig sein Fat Cat-Debüt vor. “The Miners` Hymns“ stellt zudem die Untermalung des gleichnamigen Films von Bill Morrison dar. Gemeinsam mit ihm präsentierte Jóhannsson die Komposition im September 2010 an zwei Tagen in der Durham Cathedral. In Morrisons filmischen Arbeiten entdeckte der Isländer, laut Eigenauskunft, viele Parallelen zu seinem musikalischen Wirken. Thematisch spannen sich die Fragen Verfall und Erinnerung über Morrisons Arbeiten. (weiterlesen…)

PROYECTO MIRAGE – Slaves Of Capital

Sonntag, 21. August 2011

Nach drei Jahren Babypause bzw. ihrem ersten Album „Turn It On“ für Ant-Zen (vorher veröffentlichte man Jahre lang via Hands Productions) meldet sich das spanische Rhythm Tech-Duo PROYECTO MIRAGE mit einer neuen CD zurück, deren Titel schon einmal neugierig macht. (weiterlesen…)

JOHANNA LIEBHART – Damals…

Samstag, 20. August 2011

Achtung liebe Leser, mit dieser Platte begebt Ihr Euch in das Reich der Mythen und Legenden und die Wahrheit liegt dort irgendwo ganz weit draußen. Der Name Johanna Liebhart geistert schon seit Pariser Gigabrother-Zeiten durch das Umfeld von TACITURNE und HIS DIVINE GRACE und es gibt auch Querverweise zu dem WERMUT-Seitenprojekt ICH WOLLTE, ICH KÖNNTE. Angeblich war jene mysteriöse Person die Geliebte von Moonchild Erik (HIS DIVINE GRACE), welche unter rätselhaften Umständen ermordet wurde, aber genaueres darüber ist nur schwer in Erfahrung zu bringen. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER – Drone Compendium 1/ Pure Drone

Freitag, 19. August 2011

Beta-lactam Ring Records, eines der sehr aktiven US-Experimental-Labels, hat schon seit einiger Zeit AIDAN BAKER und NADJA für sich entdeckt; mit Blick auf die aufwendigen Cover und Formate des Labels durchaus zur Freude von Freunden dieser Musik. (weiterlesen…)

VIDNA OBMANA – Chasing The Odyssee

Freitag, 19. August 2011

VIDNA OBMANA: Ich wusste schon lange, dass es dieses Projekt gibt (und nun, seit längerem, nicht mehr). Wer dahinter steckt(e), um welche Art von Musik es sich handelt – keine Idee (und offensichtlich hatte ich stets den Anstoß verpasst, daran etwas zu ändern). Ganz anders bei FEAR FALLS BURNING: Hier durch diese Art von ganz speziellem Zufall veranlasst, die Begleitung von Anfang an und eben auch die Info, dass es sich dabei um das Nachfolgeprojekt von VIDNA OBMANA handelt; ebenfalls als Soloprojekt von Dirk Serries angelegt, musikalisch allerdings klar abgesetzt, nicht zuletzt durch den Wechsel des Hauptinstruments. Und irgendwann dann wieder die Frage: Was hatte es mit VIDNA OBMANA überhaupt auf sich? Dass das Projekt rund 23 Jahre aktiv war, vereinfacht das ganze nicht; schwierig, Referenzalben zu nennen (ohne, wie ich zu diesem Zeitpunkt, eine Übersicht zu haben), die als Zugang zur Welt von VIDNA OBMANA dienen könnten. (weiterlesen…)

CHRIS WATSON & MARCUS DAVIDSON – Cross-Pollination

Dienstag, 16. August 2011

Chris Watson (Ex-CABARET VOLTAIRE/THE HAFLER TRIO) gilt inzwischen seit Jahrzehnten als viel beschäftigter „Field Recordinger“ und wenn er nicht gerade im Auftrage der BBC unterwegs ist, fällt nebenbei immer mal wieder ein Album mit seinen Aufnahmen für das renommierte Touch-Label ab. (weiterlesen…)

MORNE – Asylum

Samstag, 13. August 2011

Betrachtet man den bisherigen Weg des Labels Profound Lore so scheint dieser einer Schneise gleich, in den Dschungel geschlagen worden sein. Was 2004 zunächst als Freizeitbeschäftigung begann, hat sich inzwischen zur Haupttätigkeit für Labelbetreiber Chris Bruni entwickelt. Bruni genießt einen guten Leumund unter Musikern und ist dafür bekannt, ein freundschaftliches Verhältnis zu seinen Künstlern zu pflegen und nur Alben zu veröffentlichen, mit denen er sich musikalisch identifizieren kann. Dass Gewinnmaximierung in diesem Kontext keine Rolle spielt, zeigt die Tatsache, dass er neben etablierten Bands auch immer wieder weniger bekannten Projekten die Möglichkeit gibt, auf Profound Lore zu veröffentlichen. Die angesprochene Schneise ist so zu sagen zugleich ein Pfad, der immer in Richtung Unentdecktes führt. (weiterlesen…)

EMMA RUTH RUNDLE – Electric Guitar: One

Freitag, 12. August 2011

Es ist vermutlich so, dass sich der Charakter einer Region gut von der Rückbank eines Tourbusses erschließen lässt. Man lehnt sich gegen das Seitenfenster, blickt in die sich weitende Landschaft, während man an Orten, Wäldern und Feldern vorbei rauscht. Manche mögen davon gelangweilt sein. Andere inspiriert das, wie zum Beispiel Emma Ruth Rundle. (weiterlesen…)

SUNDAY STRAIN – Destiny.Done

Mittwoch, 10. August 2011

Als im Jahre 2008 das Debüt „Red, Black And White“ vom LLOVESPELL-Nebenprojekt SUNDAY STRAIN auf Sonderübertragung erschien, war schon aufgrund der Limitierung von nur 149 Stück die Streuung recht gering. Trotzdem reichte der Achtungserfolg aus, um beim polnischen Wrotycz-Label Aufmerksamkeit zu erregen und wo nun auch der Nachfolger „Destiny.Done“ in weit aus größerer Auflage und im schicken Digipack erscheint. (weiterlesen…)

ATARI TEENAGE RIOT – Is This Hyperreal?

Freitag, 5. August 2011

Hyper, hyper, ist das die neue SCOOTER? Nein, this is hyper-hyper-hyperreal, die neue CD von ATARI TEENAGE RIOT. Und der Vergleich mit dem megaphonbewehrten HP Baxxter und seiner Fun-und-Party-Truppe kann eigentlich auch nur aufkommen, weil wir in den letzten Jahren fast schon vergessen hatten, dass eine harte Bass-Drum, Synthie-Gewummer und gesampelter Krach durchaus auch als politisches Statement eingesetzt werden können, statt nur zur Untermalung einer Kettenkarussell-Fahrt auf der Kirmes, bei der man das zuvor so teuer bezahlte Pils wieder ausspeit. (weiterlesen…)

Café de l’Enfer – Marchant à quatre pattes au-devant de le rédemption

Freitag, 5. August 2011

Herman van Veen erzählt in seinem Lied über Edith Piaf davon, dass er als Kind ihre Lieder im Radio gehört hat und es wunderschön fand, obwohl er kein Wort verstand. Ähnlich geht es mir mit dem bei Steinklang Records erschienen Debütalbum der Formation Café de l’Enfer: Auch ich verstehe kein Wort, bin aber von der Musik verzaubert. In den acht Titeln des Albums präsentieren Café de l’Enfer melodiösen Military Pop, der ganz ohne das für dieses so Genre typische brachial-hohle Pathos auskommt, mit treibenden Rhythmen und einem oft mehrstimmigen Gesang, der an manchen Stellen an Dead Can Dance in ihren besten Zeiten erinnert. (weiterlesen…)

THIS MORN’ OMINA – L’Unification Des Forces Opposantes

Mittwoch, 3. August 2011

Ehrlich gesagt, habe ich bei THIS MORN’ OMINA zwischen den ganzen Trilogien, externen EPs, Wiederveröffentlichungen und Besetzungswechseln ein wenig den Faden verloren, jedoch eines fiel mir zum Anfang des neuen Doppel-Albums gleich auf: Irgendwas ist hier anders! Nicht dass THIS MORN’ OMINA zum Ende ihrer „Nyan“-Trilogie bzw. 8 Jahre später die Luft ausgegangen wäre, aber gerade der Opener „Tanasukh“ tönt vom Rhythmus her so gar nicht nach dem belgischen Projekt, aber doch mir irgendwie bekannt und vertraut. (weiterlesen…)

BIOSPHERE – N-Plants

Dienstag, 2. August 2011

Wenn darüber geredet wird, dass das Individuelle das Universelle erleuchtet, dann wird wohl über die Arbeiten Geir Jenssens gesprochen. Der Norweger illuminierte mit wegweisenden Veröffentlichungen wie “Substrata“, “Cirque“ oder “Shenzou“ den Innenraum so mancher Hörer. Nun also die neue Veröffentlichung. Nun also “N-Plants“.

Jenssens Arbeiten basieren meist auf außermusikalischen Impulsen. Auf “N-Plants“ widmete sich der in Tromsø Geborene einem Thema, dessen Fortgang und Brisanz das Album bereits überholt haben. Inspiriert durch ein altes Foto des Atomkraftwerkes Mihama warf er konkrete Fragen auf. Ein Kraftwerk mitten in der Natur, wie sieht wohl die Wechselwirkung des von Menschenhand Designten und Kreierten mit dessen natürlicher Umgebung aus? Welche potentiellen Gefahren müssen bei einer solchen Lage und Verortung mitgedacht werden?

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LOCRIAN – Dort Ist Der Weg

Montag, 1. August 2011

Der Frühling ist vorbei und trotzdem sprießt es. Hierbei sind allerdings die Blüten am Ideenbaum der Amerikaner von LOCRIAN gemeint. Kaum ist die 12“ mit HORSEBACK erschienen, schieben André Foisy, Terence Hannum und Steven Hess eine weitere Veröffentlichung hinterher. Als Plattform dafür haben sie sich diesmal für das in Chicago ansässige Label Flingco Sound System entschieden, dessen Inhaber Bruce Adams ist. Dieser dürfte dem ein oder anderen als Mitbegründer von Kranky bekannt sein. (weiterlesen…)

JAMES GRAHAM BALLARD – Wunder des Lebens

Samstag, 30. Juli 2011

Als James Graham Ballard 2009 den Folgen einer Krebserkrankung erlag, verlor die englische Gegenwartsliteratur eine ihrer profiliertesten Stimmen, einen präzise die Gegenwart sezierenden Zeitkritiker, der sich nie mit den Banalitäten alltäglicher Politik aufhielt. Insbesondere in seinen letzten Romanen entwarf Ballard Versuchsanordnungen, mit denen er die Faktoren untersuchte, die die Fassaden der Zivilisation zum Einsturz und die Barbarei wieder zum Vorschein bringen. Leider fand Ballards Spätwerk in Deutschland kaum noch Beachtung, und sein letzter, 2007 erschienener Roman Kingdom Gone wartet immer noch auf eine deutsche Übertragung. Es ist der kleinen Edition Phantasia, eine der letzten verbliebenen Inseln für anspruchsvolle Science Fiction inmitten eines Ozeans kommerzieller Endloszyklen-Massenware zu verdanken, dass Ballards letztes Buch, seine Autobiographie Wunder des Lebens, nun auch für das deutsprachige Publikum greifbar ist. (weiterlesen…)

V.A. – Trame du Temps

Samstag, 30. Juli 2011

Dächte ich nicht, dass das aus der Bretagne stammende Projekt NATURE MORTE ganz außergewöhnlich schöne Musik macht, ich hätte mir wahrscheinlich den Sampler „Trame du Temps“ nicht zugelegt. Denn jene auf 267 Stück limitierte, ganz in schwarz gehaltene Platte (das Covermotiv ist nur dank eines Sonderdrucks sichtbar) lässt bis auf die erwähnte Band nur zumindest mir bisher gänzlich unbekannte bretonische Bands erklingen. (weiterlesen…)

IKON – Flowers For The Gathering

Montag, 25. Juli 2011

Wenn man die australische Wave-Band IKON an ihrer Veröffentlichungspolitik misst, müssten diese bei all den Alben, EPs, Auskopplungen und Wiederveröffentlichungen eine der ganz großen Nummern in der Gothic-Szene sein. Dem stehen aber die meist leeren bis halbvollen Clubs gegenüber, wenn sie mal auf Tour sind, aber egal, denn der melancholische Gitarren-Sound mit teils elektronischen wie folkigen Einschlag ist schon eine Klasse für sich. Im Moment stehen gerade die ersten beiden Alben von IKON wieder zur Debatte bzw. werden in Europa via Echozone als Doppel-CD neu veröffentlicht.  Eine auf 500 Stück limitierte 3CD/DVD-Deluxe-Edition kann man direkt über die Band in Australien beziehen. (weiterlesen…)

HAUJOBB – Dead Market

Montag, 25. Juli 2011

HAUJOBB sind zurück und obwohl der Markt dafür eigentlich tot ist, zelebriert das Duo seine Rückkehr mit einem physischen Tonträger bzw. einer EPCD. Der Titelsong geht dementsprechend deutlich Back To The Roots und klingt (für meine Ohren) mit seinen wuchtig-schleppenden wie zackigen Electro-Rhythmen irgendwie in Richtung FRONT 242. Dies mag umso mehr verwundern, da HAUJOBB in der Vergangenheit immer innovativ und fortschrittlich klangen, ihnen das aber von der Zielgruppe kommerziell gesehen leider nie gedankt wurde. (weiterlesen…)

GEHIRN.IMPLOSION – Dhren

Sonntag, 24. Juli 2011

Schon etwas länger liegt das auf dem ebenso altmodisch wirkenden, wie nicht kaputt zu kriegenden Medium Kassette erschienene Album „Dhren“ von GEHIRN.IMPLOSION in meinem Zimmer und endlich geht auch mein Kassettendeck wieder: Also endlich, endlich rein damit und auf die Regler, um es sich anzuhören und zu besprechen. Wer dieses Projekt auch nur ein wenig kennt, kann sich ja denken, dass das auf der Hülle stehende Wort „Emo“ gewiss anders aufzufassen ist, als dies gemeinhin geschieht. (weiterlesen…)

BORIS/ SAADE – Czechoslovakia/ Vrah

Freitag, 22. Juli 2011

Tour-Split-7“; und die dritte Version von “Czechoslovakia“. Und die bei weitem härteste und brutalste: auf der CD der 2011er “Heavy Rocks“ fast nur so etwas wie eine Andeutung oder ein Excerpt, (weiterlesen…)

BLACK MOON EMPIRE – s/t

Freitag, 22. Juli 2011

Deutsch/ russische Zusammenarbeits- plus Split-CD: Black Moon Empire sind die vierköpfigen Mooncake aus Russland und das deutsche Duo Collapse Under The Empire und diese EP ist so etwas wie eine kurze Werkschau mit einem gemeinsamen Stück (eben als Black Moon Empire) und je zwei der Ausgangsbands. (weiterlesen…)

ANEMONE TUBE – Death Over China

Dienstag, 19. Juli 2011

In einem Land, in dem Turbokapitalismus sich mit einem autoritären Regime paart, sind die Konsequenzen für die Umwelt katastrophal und weithin dokumentiert. Verglichen mit dem in einer Reihe von chinesischen Städten zu atmenden Miasma, das Atemluft zu nennen ein Hohn wäre, mutet Manchester zur Zeit der industriellen Revolution wie ein Luftkurort an. (weiterlesen…)

LIMP BIZKIT – Gold Cobra

Freitag, 15. Juli 2011

Die irre Truppe um den Frontclown mit der roten Baseball-Mütze ist wieder zurück und obwohl man sich ja persönlich wie musikalisch zerstritten hatte, gilt wohl auch hier die Devise: Geld stinkt nicht und vor allem nicht, wenn es alle ist bzw. man neues braucht! So turnen seit einiger Zeit auch wieder LIMP BIZKIT in Original-Besetzung durch die Stadien dieser Welt und feiern das Comeback des sogenannten Nu-Metal, aus dessen Humus damals LINKIN PARK erwuchsen und mit einer weich gespülten Version davon die Hitparaden und Teenie-Herzen stürmten. (weiterlesen…)

NOVÝ SVET – …Into Your Skies

Freitag, 8. Juli 2011

Im Laufe der Jahre haben wir eine Reihe von sehr fruchtbaren Interviews mit Jürgen Weber geführt, die seine Herangehensweise(n) an die Musik beleuchteten und manchmal erhellten. Gleichzeitig sagte er uns zuletzt, wie sehr ihn an Interviews die oft zu Missverständnissen führende Zitierbarkeit störe. Insofern sollte man vorsichtig sein, wenn man sich jetzt auf frühere Äußerungen bezieht. Denkt man aber an das postum veröffentlichte Album „…Into Your Skies“, kommen einem unweigerlich die Worte in den Sinn, mit denen er in einem frühen Interview den Schaffensprozess beschrieb, die teils unglaubliche – von Besessenheit zeugende – Geschwindigkeit, mit der manche der Stücke entstanden. Vielleicht nahm da ein Getriebener auf, aber Getriebene haben auch Antrieb und so entstand innerhalb weniger Jahre ein umfangreiches Werk, wobei die kürzeren Veröffentlichungen, die Zusammenarbeit mit anderen den eigentlichen Alben in nichts nachstanden. Die Faszination, die Nový Svět immer ausübten, war vielleicht zum Teil der sprachlichen Distanz geschuldet, die durch die Verwendung des (u.a.) Spanischen entstand, insofern ist es interessant zu betrachten, inwiefern die Verständlichkeit dem Duo den Nimbus des (weiterlesen…)

DOLINA – s/T

Freitag, 8. Juli 2011

Das franko-belgische Trio DOLINA fiel mir ja schon positiv auf der auch weiterhin sehr empfehlenswerten Compilation-CD „Radio Resistencia“ von Enfant Terrible auf,und dass nun ihre Debüt-LP bei Treue um Treue erscheint, bürgt ebenfalls für deren Qualität. Die Platte ist mit Abstand noch das eingängigste Album, was das norddeutsche Label um die WERMUT-Macher bisher veröffentlicht hat. (weiterlesen…)

SOFT KILL – An Open Door

Montag, 4. Juli 2011

Mit ausholender Geste kam der Abschied. Das Ende von BLESSURE GRAVE soll der Legende nach eher unrühmlich gewesen sein. Tobias Grave und seine ehemalige Mitstreiterin Reyna Kay zündeten jeweils von ihrer Seite aus die Trümmer BLESSURE GRAVEs an. In tiefen, dunklen Schwaden entschwand eines der hoffnungsvollsten Post Punk-Projekte der jüngsten Zeit. (weiterlesen…)

ESMERINE – La Lechuza

Montag, 27. Juni 2011

ESMERINE sind zurück! GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR haben live gespielt. Kreise schließen sich. Wer vor nicht allzu langer Zeit auf einen jener Umstände gewettet hätte, wäre womöglich mit dem Erlös in der Lage gewesen, sich im Süden zur Ruhe zu setzen. Fünf Jahre sind vergangen seit die Kanadier mit “Aurora“ ihr letztes Album vorgelegt haben. Außerdem läuten ESMERINE mit “La Lechuza” ein starkes Comeback des lange Zeit  verstummten Constellation Labels ein. (weiterlesen…)

V.A. – PER ASPERA AD ASTRA 2001-2011

Sonntag, 26. Juni 2011

HR!SPQR feiern ihr 10jähriges Jubiläum und beschenken sich mit einer Compilation namens “Per Aspera Ad Astra“ selbst. Jene liefert einen Überblick über die bisherigen Veröffentlichungen. Darüber hinaus gibt es vereinzelte Gastbeiträge befreundeter Künstler. (weiterlesen…)

FOCKEWULF 190 – Microcosmos 82-86

Sonntag, 26. Juni 2011

Dank Vinyl On Demand geht es wieder auf musikalische Zeitreise und diesmal nach Italien in die Ära der sogenannten Italo Disco der 80er Jahren. Das nach dem besten deutschen Jagdflugzeug im 2. Weltkrieg benannte Trio FOCKEWULF 190 war damals Anfang der 80er beeinflusst durch David Bowie, Gary Numan, KRAFTWERK, ULTRAVOX, VISAGE und HUMAN LEAGUE gestartet und hat offiziell nur zwei Maxis namens „Body Heat“ und „Gitano“ veröffentlicht. Diese wurden aber über 150000 Mal verkauft und sind zu den Klassikern jener Zeit zu zählen. (weiterlesen…)

EVIL MADNESS – Super Great Love

Samstag, 25. Juni 2011

Die isländische „Super-Band“ um Johann Johannsson mit schwedischer Schützenhilfe durch BJ Nilsen (welche zusammen auch unter dem Banner STILLUPPSTEYPA aktiv sind) schlägt bereits zum vierten Mal zu. Was anfangs als eine Hommage an die schrägen Horror-Film-Soundtracks von Dario Argento begann, driftet mit „Super Great Love“ in nicht weniger trashige Bahnen, nur das man jetzt auf den Disko-Spuren eines Giorgio Moroder wandelt. (weiterlesen…)

ARCHITECT – Upload Select Remix

Samstag, 25. Juni 2011

ARCHITECT ist das einzige Solo-Neben-Projekt von Daniel Myer (HAUJOBB, DESTROID, COVENANT), welches über die Jahre eine gewisse Regelmäßigkeit hatte bzw. seine vielen musikalischen Phasen überlebt hat. Einerseits mag dies vielleicht an der beständigen Plattform von Hymen Records liegen, aber anderseits ist auch der eigens erarbeitete Erfolg nicht ganz von der Hand zu weisen. Zuletzt manifestierte sich dies erst in Form des Supports für RECOIL auf deren Welttournee und einer digitalen Remix-EP für das Projekt des ehemaligen DEPECHE MODE-Mitgliedes Alan Wilder. (weiterlesen…)

SOL INVICTUS – The Cruellest Month

Mittwoch, 22. Juni 2011

Bis zum 2005 erschienenen Album „The Devil’s Steed“ war es Tony Wakeford über die Jahre mit Hilfe von Leuten wie Sally Doherty und Matt Howden gelungen, SOL INVICTUS in eine harmonischere und klassische Richtung zu lenken und auf „Thrones“ sogar dezente Jazzeinflüsse zu integrieren. Er selbst bezeichnete das damalige Lineup mehrfach (u.a. in den Linernotes zu der Compilation „The Giddy Whirls of Centuries“) als das beste der Bandgeschichte. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER – Only Stories

Mittwoch, 22. Juni 2011

Alle, die dieses Album nur aus den üblichen Netzbildern kennen, kennen (visuell) eigentlich nichts. Kein Origami, aber nah daran: ein mehrfach gestanzter Rahmen/ ein Außenskelett aus schwarzer Pappe, mit hinterem Verschluss, durch den Rahmen hindurch gesteckt(!) das faltbare Innenskelett aus weißer Pappe; die so durch den schwarzen Rahmen gefasste weiße Front mit dem Titel und Interpretennamen embossiert und bedruckt, zusätzlich die gesamte Front mit Auszügen der Texte als durchgehender, hintergründiger (unbedruckter) Fluss embossiert, im Inneren das ganze in Bezug auf die Namen der drei Tracks und die üblichen Angaben weiter fortgesetzt; das ganze Cover kommt völlig ohne Klebstoff aus… (weiterlesen…)

HORSEBACK/ LOCRIAN – New Dominions

Mittwoch, 22. Juni 2011

In seinem 2007 erschienen Buch “Die Welt ohne uns“ setzt sich Alan Weisman mit der Frage auseinander, was mit der Erde passieren würde, wenn alle Menschen auf einmal verschwänden. Welche Auswirkungen hätten die Hinterlassenschaften der Menschen auf die Natur? Wie lange würde der Abbau der Schadstoffe dauern? Was würde mit der von Menschen geschaffenen Architektur passieren? Könnte es zu einer vollständigen Regeneration der Erde kommen? (weiterlesen…)

YEN POX – Universal Emptiness

Mittwoch, 22. Juni 2011

„Universal Emptiness“ heißt diese auf dem Substantia Innominata-Label erschienene 10“, und passend dazu zeigt das Cover auch gleich einen Ausschnitt aus der Leere des Alls. Doch ebenso, wie YEN POX sich bei all der Betonung der Leere auch bei der Cover-Gestaltung (inkl. „gloss spots“) Mühe gegeben hat, zelebrieren sie auch musikalisch keineswegs die Stille, sondern den tiefen, (ver-)lockenden Klang der Leere. (weiterlesen…)

BORIS – Heavy Rocks

Mittwoch, 22. Juni 2011

Album 3 in 2011 (“Klatter“, die Kollaboration mit MERZBOW nicht eingerechnet). Und? Aufatmen bei den durch “New Album“ und “Attention Please“ Gebeutelten? (weiterlesen…)

CUT HANDS – Afro Noise I

Dienstag, 14. Juni 2011

Spätestens als 1997 auf Susan Lawly „Extreme Music from Africa“ erschien, wurde klar, dass William Bennett sich für den dunklen Kontinent interessierte, ein Interesse, das sich allerdings erst 2003 auf dem WHITEHOUSE-Album „Bird Seed“ musikalisch manifestieren sollte (es sei denn, man folgt denen, die behaupten, die auf oben genannter Compilation vertretetenen Projekte wie ROROGWETA oder THE MBUTI SINGERS seien alles Pseudonyme von Bennett selbst gewesen, was beim erneuten Hören des Albums in unmittelbarer Nähe zu CUT HANDS nicht ganz so abwegig erscheint). (weiterlesen…)

KARL KOLLMANN – Ausgeschrieben

Sonntag, 12. Juni 2011

“Wenn man Erinnerungen freilegt … legt das emotionale Bahnen gelegentlich neu.“ So beginnt das Vorwort von Karl Kollmanns “Ausgeschrieben“. Der Autor begibt sich dabei auf die Suche nach “den verlorenen Möglichkeiten von Literatur, Veränderung und Befreiung“, wie es im Untertitel heißt. (weiterlesen…)

ATTRITION – Demonstro 1981-86

Freitag, 10. Juni 2011

Seit Anfang der 80er Jahre bewegt sich das englische Projekt ATTRITION um Martin Bowes im weiten Feld zwischen Industrial, Minimal Wave, Neo Klassik, Electronica und Trip Hop, und kann dadurch auch auf eine recht umfangreiche Diskografie verweisen. Diese ist allerdings aufgrund des großen Zeitrahmens auf viele verschiedene Labels verstreut, und Martin Bowes versucht nun schon seit einigen Jahren mit Hilfe seines eigenen Label Two Gods Recording da Ordnung zu schaffen bzw. veröffentlicht nach und nach alle Alben im neuen Glanz. Für Vinyl On Demand hat er jetzt zusätzlich noch sein Archiv geöffnet und präsentiert dem geneigten Hörer hier eine Doppel-LP voller unveröffentlichter Demos und rarer Tracks aus der Anfangszeit von ATTRITION, die damals meist nur auf Tape oder obskuren Compilations veröffentlicht wurden. (weiterlesen…)

CHARLES MANSON – Meine letzten Worte. Aufgezeichnet von Michal Welles

Freitag, 10. Juni 2011

Vor vierzig Jahren, am 19. April 1971, wurde im Prozess gegen Charles Manson und seine Mitangeklagten das Urteil gesprochen. Seitdem machen sich bis auf den heutigen Tag alte und immer wieder auch neue Anhänger Mansons auf dem Weg, um ihrem Idol im stickigen Besucherzimmer irgendeines US-Bundesgefängnisses zu begegnen und geistige Wegzehrung für den eigenen Lebensgang zu erhalten. (weiterlesen…)

EDDIE VEDDER – Ukulele Songs/ Water On The Road

Donnerstag, 9. Juni 2011

„Ukulele? Ist das nicht das komische Ding, das sich anhört wie eine wachstumsgestörte Gitarre?“ Vorangehende Frage stellte eine kritische Freundin, nachdem ich ihr von Eddie Vedders jüngstem Wechsel des Saiteninstruments samt CD- und DVD-Release erzählte. Ihr Misstrauen ist nicht unbegründet: Wer denkt bei Erwähnung des possierlichen kleinen Viersaiters nicht zuallererst an südliche Urlaubsländer mit Livemusikbeschallung in Cafés, deren Musikern man ein paar Euro zusteckt in der Hoffnung, sie stellten die Darbietung heimatlicher Klänge für die Dauer eines Bierchens ein? (weiterlesen…)

FOVEA HEX – Here Is Where We Used To Sing

Dienstag, 7. Juni 2011

„Down down to the valley to dream of the faraway“

Als zwischen 2005 und 2007 die drei Mini-Alben „Bloom“, „Huge“ und „Allure“ veröffentlicht wurden, die die „Neither Speak Nor Remain Silent“-Trilogie konstituierten und später in einer Box zusammengefasst wurden, ging ein Rauschen durch den Blätterwald: Clodagh Simonds, in den 60ern Vokalistin bei MELLOW CANDLE und später kurzzeitig Gastsängerin bei u.a. THIN LIZZY und Mike Oldfield, spielte mit Hilfe einer Reihe von Musikern (u.a. Brian Eno, Andrew McKenzie, Roger Doyle, Colin Potter, Robert Fripp), deren größter gemeinsamer Nenner die Lust am Experiment, am (Durch-)Brechen von Konventionen war und mit der jungen Laura Sheeran – die jüngst ihr herausragendes Solodebüt veröffentlichte – als zweiter Sängerin, Musik ein, die –wie ich damals in einer Rezension schrieb – an der Schnittstelle von Ambient und Folk residierte, wobei diese Beschreibung aber letztlich zu kurz griff, da FOVEA HEX einen ganz eigenen, von ihnen selbst erschaffenen Kosmos bevölkern. (weiterlesen…)

OMEGA LITHIUM – Kinetik

Dienstag, 7. Juni 2011

Nachdem vor zwei Jahren die Kroaten von OMEGA LITHIUM mit ihrem düsteren Debüt-Album „Dreams In Formaline“ zumindest ein kleines Achtungszeichen setzten konnten, gibt die Truppe um Frontamazone Mya Mortenssen mit dem Nachfolger so richtig Gas. Das Album trumpft gleich von Anfang an mit bombastischen Chören, harten Riffs und stampfend-treibenden Drums auf und macht es zu einem Highlight im aktuellen Cyber Industrial Gothic Metal-Zirkus. (weiterlesen…)

HAUS ARAFNA – New York Rhapsody

Montag, 6. Juni 2011

Puristen – und die gibt es insbesondere in Subkulturen so häufig, dass man sich vor lauter Reinheit manchmal  nach etwas Schmutz sehnt – mögen sich zuerst einmal vor den Kopf gestoßen fühlen: ein Album, das anlässlich des Auftritts der Modedesignerin Katie Gallagher bei der New York Fashion Week am 12. September 2009 konzipiert wurde?  Handelt es sich gar um den Versuch, Eintritt in die glamouröse Welt der Models gewährt zu bekommen? Was hat das mit Industrial, mit Transgression zu tun?  Gar nicht so wenig, wie man vielleicht meinen könnte, auch wenn das den einen oder anderen (ver-) stören mag, aber schon die erste Generation (insbesondere SPK) stellte die Frage nach (konventionellen Vorstellungen von) Schönheit, um diese dann zu dekonstruieren. Der Körper in all seinen (De-)Formationen spielte lange bevor sich die Literatur- und Kulturwissenschaften mit selbigem intensivst beschäftigten, eine elementare Rolle für die Paria und Tabubrecher, die Ende der 70er Jahre als „wreckers of civilization“ gebrandmarkt wurden. (weiterlesen…)

DAIMONIA NYMPH – Live at La Nuit des Fées

Sonntag, 5. Juni 2011

Mit dieser DVD bietet das französische Label «Prikosnovenie» nicht nur einen Überblick über ein Konzert der Gruppe DAEMONIA NYMPHE, wie sie wohl meistens geschrieben wird, sondern zeigt auch noch Auftritte von CORDE OBLIQUE und DJAIMA. Erschienen ist die DVD in einem mehrfach aufklappbaren Digipack, welches innen vor allem Bilder der singenden und meist maskierten „Feen“ zeigt. (weiterlesen…)

KARSTEN PFLUM – No Noia My Love

Samstag, 4. Juni 2011

Warum nennt sich ein Däne mit dem Namen Jacob Helverskov Madsen plötzlich Karsten Pflum, obwohl er in der Vergangenheit schon unter dem Banner SLAPHEAD FAUN veröffentlicht hat? Was bedeutet der Albumtitel? Was bedeuten die Tracktitel „Muntermacher“ oder „Dansk Notebook Center“? Warum sieht das Cover einer CD auf Hymen Records aus, wie eines dieser grauslich selbst gemalten Bilder von SOL INVICTUS-Alben? (weiterlesen…)

CHELSEA WOLFE – Ἀποκάλυψις (Apokalypsis)

Donnerstag, 2. Juni 2011

Kaum sind die Elogen zu “The Grime And The Glow“ verklungen, legt die Kalifornierin Chelsea Wolfe mit “Ἀποκάλυψις“ nach. Den dieser Veröffentlichung vorausgegangenen Schöpfungsprozess bezeichnet sie selbst als “kontrolliertes Experiment“. Im Gegensatz zu “The Grime And The Glow“ fanden die Aufnahmen im Studio statt. Innerhalb einer Woche war “Ἀποκάλυψις“ im Kasten und in mehrerlei Hinsicht unterscheidet es sich vom Vorgänger. Chelsea Wolfe hat hierbei den Fokus klar auf den ganzheitlichen Charakter gerichtet, die Stücke scheinen aneinander gewoben. Zudem fand sie die Unterstützung mehrerer Mitmusiker. Wenn Ort, Zeit und Personenkonstellation zusammenspielen, werden mitunter magische Augenblicke geboren. So auch auf “Ἀποκάλυψις“. Schichtung und Wiederholung einzelner Sounds und Partikel sind geblieben, nur ist hier das große Ganze im Blick. (weiterlesen…)

1997EV – Zeta Reticuli

Samstag, 28. Mai 2011

Es ist schon einige Jahre her, dass das mysteriöse italienische Projekt 1997EV seine Debüt-CD „Dead.Ends.Sinful“ bei Punch Records veröffentlicht hat und in der Zeit danach kaum präsent war. Mit „Zeta Reticuli“ liegt nun endlich ein richtiger Nachfolger im klassischen Vinyl-Format vor, das den Sound von 1997EV meiner Meinung nach noch wesentlich besser zur Geltung bringt. (weiterlesen…)

THE DARK SHADOWS – Invisible…

Samstag, 28. Mai 2011

Nachdem vor zwei Jahren das Dessauer Label schon eine Best Of-CD des australischen Frauen-Trios um Brigitte Handley veröffentlicht hat, folgt nun endlich neues Material in Form einer auf 444 Stück limitierten EP. Der Name des Trios wurde dafür inzwischen auf THE DARK SHADOWS gekürzt und auch musikalisch stehen einige Veränderungen an. (weiterlesen…)

THISQUIETARMY – Vessels

Mittwoch, 25. Mai 2011

Man stelle sich sein Lieblingsessen vor. Was ist das Schmackhafte daran? Was das Besondere? Würde man es jeden Tag essen wollen? Anders gefragt: Welcher Verlust steckt in der Wiederholung? THISQUIETARMY ist das Einmannprojekt des Kanadiers Eric Quach, der seit 2005 in seiner Soundküche kleine, aber feine Drone-Gerichte zubereitet. Neben der Split-Veröffentlichung “Orange“ zusammen mit Aidan Baker ist soeben sein neues Album “Vessels“ von ihm zum auditiven Verzehr bereit gestellt worden. (weiterlesen…)

TROUM – Mare Idiophonika

Montag, 23. Mai 2011

Wären TROUM ein Text, sie entstammten der Gattung des Dramas. Ausdruck und Darstellung scheinen  an die Aufführung, das Live-Spiel gebunden zu sein. Auf “Mare Idiophonika“ bestätigen sie dies, wenn auch in veränderter Abfolge. Der vorliegende 60-Minüter “The Self-Playing Ocean“ ist die Studioversion des bereits 2007 absolvierten Liveprogramms. Wer damals dabei war, erinnert sich an dronedurchtränkte Konzertabende. Durch diese Abende, die in die späte Nacht mündeten, führten seiner Zeit neben TROUM, VOICE OF EYE und ASIANOVA. (weiterlesen…)

DIRK SERRIES – Microphonics XIX

Sonntag, 22. Mai 2011

Vierter, und wenn man den Meldungen glauben darf, vorletzter Teil der Microphonics Live-Serie als Vorbereitung des dann kommenden zweiten Studio Albums von Dirk Serries Soloprojekt Microphonics. (weiterlesen…)

AIDAN BAKER – Rictus EP Collection

Sonntag, 22. Mai 2011

“Rictus“ compiliert vier frühere CDR-Veröffentlichungen zu einem Rerelease im “Gathering Blue“-Style Digipack Cover. Dank des typischen Aidan Baker Sounds in Reinform auf allen vier Stücken (“Ciatrice“, Dreamland Recordings / 2003; “Blauserk“, The Locus Of Assemblage / 2004; “The Taste Of Summer On Your Skin“, Taâlem / 2004 + 2005; “Fragile Movements In Slow Motion“, Universal Tongue / 2008) funktioniert “Rictus“ nicht nur als Compilation, sondern als (scheinbar) zusammenhängendes Album; (weiterlesen…)

MASKA GENETIK – Strada

Sonntag, 22. Mai 2011

Als vor etlichen Jahren MASKA GENETIK, das Projekt des Russen Amon Radek, auf Galakthorrö die Debütsingle „Quarantine“ veröffentlichte, hörte man melancholische Analogschleifen, dazu Vocals, die eher Trauer als Wut auszudrücken schienen und auf dem Cover weckte der bandagierte Körper Assoziationen an Rudolf Schwarzkogler: Hier trat der Künstler als Verletzter auf, als (Ver)Wunde(ter), als Schmerzensmann. Hatte man bei dem Labelkollegen von SUBLIMINAL den Eindruck, den Aggressor vor sich zu haben, so ließ sich MASKA GENETIK als Opfer sehen. Einige Zeit nach Veröffentlichung der Debüt-7′ wurde dann von Labelseite das Ende des Projekts bekannt gegeben, der Künstler schien aufgegeben zu haben. Nun erscheint fünf Jahre später der erste Longplayer, der 12 zwischen 2002 und 2005 aufgenommene Stücke enthält, und der gleichzeitig auch der Schwanengesang ist – das Memento Mori des Covers ist da sicher in mehrerlei Hinsicht passend.

Das kurze Titelstück eröffnet das Album: krachige Analogklänge, ein dezent pulsierender Beat, dazu die Stimme anklagend-verzweifelt. Nach etwa 90 Sekunden endet der Track völlig abrupt (ohne unfertig zu klingen) und erzeugt so ein Gefühl des Aus-der-Welt-Gerissen-Seins. (weiterlesen…)

TERMINAL SOUND SYSTEM – Heavy Weather

Sonntag, 22. Mai 2011

Australisches Ein-Mann-Projekt mit einer ganz eigenen Mischung der Musikstile und einem Killer-Breitwandsound, in Cinemaskope… (weiterlesen…)

SKAFANDR – Escape From The Past

Sonntag, 22. Mai 2011

Zuende / nochmal / zuende / nochmal / zuende… (Bisher) unbestätigten Gerüchten zufolge arbeitet Droehnhaus an dem Release eines analog-Hardware-Apps, das es erlauben soll, den Auswirkungen der Inhalte dieser 7“ komfortabler zu entsprechen. (weiterlesen…)

BORIS – Attention Please

Sonntag, 22. Mai 2011

Nun, “New Album“, das erst vor kurzem erschienene neue BORIS-Album, ist ja nicht nur musikalisch eine echte Überraschung (ob gut oder böse sei hier mal lieber nicht noch einmal diskutiert…), sondern hat auch mit dem um  Gitarristin Wata kreisenden Coverartwork und in der Ausweitung ihrer musikalischen Tätigkeiten (nicht mehr nur vordergründig Gitarristin; mehr Gesang, alle Keyboards) ganz neue Dimensionen der persönlichen Ikonisierung erreicht. So weit, so gut (oder eben schlecht; für die andere Seite). (weiterlesen…)

NAKED ON THE VAGUE – Twelve Dark Noons

Samstag, 21. Mai 2011

Hortus conclusus – verborgener Garten. Vor nicht allzu langer Zeit war das Label Sacred Bones ein solcher. Seine Gärtner hegten dort die Pflanzen, ihre liebevolle und aufopferungsvolle Pflege ließ so etliche unscheinbare Gewächse erblühen, knospen und sprießen. So mancher – der einst über des Gartens Mauer spähte – lustwandelt nun regelmäßig in diesem. Mittlerweile werden auch Stecklinge in diesem Garten verpflanzt, die bereits anderswo keimten. Einer dieser Stecklinge trägt den Namen NAKED ON THE VAGUE und erinnert an ein Kaktus ähnliches Gewächs. (weiterlesen…)

BACKWORLD – Come the Bells

Freitag, 20. Mai 2011

Der Amerikaner Joe Budenholzer veröffentlichte ab Mitte der 90er Jahre über World Serpent eine Reihe von Alben, die stark vom Folk der britischen Inseln beeinflusst waren, bevor er sich mit „Of Silver Sleep“ – das mit „Melody“ und “The Tide“ zwei der vielleicht stärksten BACKWORLD-Stücke enthielt -, aber insbesondere dem fünften Album „Good Infection“ stärker an der akustischen Musik seines Heimatlandes orientierte. Damit einher ging auch ein gewisses Maß an weltanschaulicher Umorientierung: Zeigte sich Budenholzers Interesse an Spiritualität schon auf dem ersten Track des ersten BACKWORLD-Albums, so richtete der vom cinema of transgression kommende Budenholzer seinen Blick auf Abseitiges, den lunatic fringe (David Koresh sollte sogar einmal Gegenstand eines nie fertiggestellten Musicals werden) oder aber auf christliche Mystikerinnen (Mechthild von Magdeburg) und Außenseiter (weiterlesen…)

TEHO TEARDO – Soundtrack Work 2004-2008

Dienstag, 17. Mai 2011

Durch Mauro Teho Teardo (M.T.T.) bzw. dessen Platte „Caught From Behind“ fand ich unter anderem Anfang der 90er Jahre den Einstieg in die Industrial-Szene, da ich jene LP bei meinem damaligen Lieblings-Mailorder MALIBU aufgrund der interessanten Beschreibung blind gekauft hatte. Mit von der Partie auf diesem Album waren NURSE WITH WOUND und RAMLEH und eins ergab dadurch das andere wie der Rest Geschichte ist. (weiterlesen…)

V.A. – German Punk & Wave 1978 – 1984 Vol. 1

Sonntag, 15. Mai 2011

Mit dieser dicken Box, bestehend aus 5 LPs und einer 10“, betreibt Vinyl On Demand diesmal Schürfarbeit im eigenen Land und nimmt dabei einen Faden wieder auf, der in den letzten Jahren bei diesem Label leider etwas zu kurz gekommen ist. Unweigerlich muss ich bei dem Titel an die CD-Compilation-Reihe „Godfathers & Ghostriders Of German Gothic“ aus den 90er Jahren denken, aber hier steht doch deutlich mehr der experimentelle Charakter im Vordergrund. (weiterlesen…)

LLOVESPELL – Audioemotional Retreat

Samstag, 14. Mai 2011

Wähnte sich mancher Rezensent beim letzten LLOVESPELL-Album „Last Breath Before Light“ aufgrund der darauf erzeugten schroff-grauen Ambient-Atmosphäre gar im kalten Weltraum, so taucht das Duo (nach meiner persönlichen Interpretation) diesmal mit „Audioemotional Retreat“ in geheimnisvolle Tiefseeoasen ab. (weiterlesen…)

HIGH AURA`D / ANDRÉ FOISY – Split

Samstag, 14. Mai 2011

Ist digital denn besser? Ist der Download der letzte Schritt? Welche Tonträger wird es in welcher Form noch zukünftig geben? Eine kleine Renaissance feiert dieser Tage das Tape. Analoge Trägermedien, wie die Kassette, graben von ihrer Seite aus auch der CD das Terrain wieder ab, welches sie einst verloren hatten. Zudem hat das Tape einen eigenen Sound. Es klingt weniger kühl als die CD, es ummantelt alles mit seinem charmanten Grundrauschen. Eventuell waren es diese Gedanken, die Stunned Records zu der Einsicht brachten, auch im eigenen Hause jenes analoge Trägermedium wieder zu beleben und so folgen sie damit dem Beispiel anderer Klein- und Kleinstlabels. (weiterlesen…)

BAD SECTOR – Chronoland

Donnerstag, 12. Mai 2011

Massimo Magrini alias BAD SECTOR gilt als Meister der atmosphärischen Ambient Drones. Im Unterschied zu vielen Kollegen aus der gleichen Zunft genießt er dabei sogar einen Ruf als talentierter Livemusiker. Mit einer minimalen Bühnenshow, bei der er lediglich seine Regler und Laptops bearbeitet, bringt er eine dichte und mitreißende Stimmung zustande, die sich schwer beschreiben lässt. Hat man solche Momente einmal selbst erlebt, so vermögen es auch seine Studioaufnahmen, diese Stimmung auf eindringliche Weise ins Bewusstsein zurück zu holen. Dies vermag auch die neueste Veröffentlichung “Chronoland“. (weiterlesen…)

VOICE OF EYE – Anthology Two: 1992-1996

Montag, 9. Mai 2011

Nachdem die erste „Anthology“ von VOICE OF EYE bereits als Doppel-LP auf Vinyl-On-Demand erschienen ist, folgt nun auf Transgredient Records eine schön gestaltete Doppel-CD im zweiseitig aufklappbaren Digipack. Während die äußere Gestaltung sehr abstrakt gehalten ist, ermöglichen die Bilder im Inneren Einblicke in das musikalische Schaffen des Duos. (weiterlesen…)

BOHREN & DER CLUB OF GORE – Beileid

Montag, 9. Mai 2011

“Beileid“ heißt die aktuelle Veröffentlichung der Mühlheimer BOHREN & DER CLUB OF GORE. Nimmt man den Titel der letzten Latitudes-EP “Mitleid Lady“ hinzu, könnte man meinen, dass der Fokus der Band auf das Basismorphem “Leid“ gerichtet sei. Doch weit gefehlt. Zunächst war “Mitleid Lady“ eine ironisierte Abwandlung des ähnlich lautenden Originals. Dazu kommt, dass das Mühlheimer Quartett die feine Klinge der Ironie führt. Packt man dazu noch die Information, dass das gleichnamige Titelstück “Beileid“ ein übrig gebliebenes Klangperlchen der “Dolores“-Session war und seinerzeit nicht den Weg auf BOHRENs letztes Studioalbum fand, rückt sich so manches gerade. (weiterlesen…)

CURRENT 93 – Honeysuckle Æons

Sonntag, 8. Mai 2011

Das Nichtstillstehenkönnen oder –wollen David Tibets – letztes Jahr sagte er in einem Interview, das wir mit ihm führten: „Ich habe immer den Eindruck, dass ich weiter und weiter rennen muss, mich weiter bewegen muss, weiter aufnehmen und schreiben muss“ –  spiegelt sich auch in der Anzahl der Veröffentlichungen der letzten Jahre wider: Hatte sich eine Zeitlang ein Dreijahresrhythmus zwischen den Hauptwerken herauskristallisiert, erschienen seit 2009 jährlich reguläre Studioaufnahmen. (weiterlesen…)

KARJALAN SISSIT – Miserere

Samstag, 7. Mai 2011

Als im Jahre 2002 das zweite Album von KARJALAN SISSIT bei den Schweden von Cold Meat Industry erschien, veröffentlichte das finnische Martial Industrial-Projekt ebenfalls eine Vinyl-Single auf dem kleinen Berliner Label Eternal Soul. Im Gegensatz zum ehemaligen skandinavischen Kult-Label hielten KARJALAN SISSIT bis heute Eternal Soul ihre Treue und aus diesem Anlass gibt es nun eine Wiederveröffentlichung des „Miserere“-Albums im Vinyl-Format. (weiterlesen…)

MARCH OF HEROES – Liberation

Freitag, 6. Mai 2011

Das französische Martial Industrial-Projekt MARCH OF HEROES legt mit „Liberation“ den zweiten Teil einer geplanten Trilogie vor, welcher mit „March Of Glory“ im Jahre 2008 seinen Anfang fand. Allerdings muss ich aber gleich sagen, dass MARCH OF HEROES hier weder für Innovationen noch Qualität in diesem Genre stehen, wie ja auch leider allgemein das polnische Label Rage In Eden. (weiterlesen…)

TRUST – Candy Walls

Dienstag, 3. Mai 2011

Leider ist das Wort “Lässigkeit“ heutzutage zu einem Schimpfwort verkommen. Man denkt eher an Nachlässigkeit als an Gelassenheit. Wenn man in diesem Frühjahr über Lässigkeit im letztgenannten Sinne spricht, wird man über TRUST reden müssen. Das Projekt von Maya Postepski und Robert Alfons ist übertaut von einem (im besten Sinne des Wortes) Zauber der Lässigkeit. Dieser Tau ist ein Frühlingstau, welcher im Laufe der wärmenden Morgensonne den Aggregatzustand ändert. Aus dem sich dann bildenden Nebel schlendern die beiden Kanadier in beispielloser Lässigkeit. (weiterlesen…)

MATER SUSPIRIA VISION – Inverted Triangle I

Freitag, 29. April 2011

MATER SUSPIRIA VISION ist wohl das Projekt, welches in den letzten Monaten quer durch die Blogsphäre – entlang der Printszenerie – am heißesten diskutiert wurde. MATER SUSPIRIA VISION und “Witch House“ scheinen allgegenwärtig. Zu viele Schiffe auf See? Viel Wind um nichts? Nur wenig ist bekannt, vieles wird vermutet, geraunt. Der Kopf hinter MATER SUSPIRIA VISION ist Cosmotropia de Xam, und außer der sich verdichtenden Behauptung, das Projekt sei in Duisburg heimisch,  ist wenig in Erfahrung zu bringen. In einem der wenigen Gespräche Cosmotropias (vgl. De:Bug) lässt dieser den Leser nur einen kurzen Blick auf seine Quellen erhaschen. Bleibend hängt der Satz zu den Pforten der Wahrnehmung, die wenn möglich offen seien, nach. Huxley reloaded? Im Sinne von Bewusstseinsveränderung – vielleicht. Zudem bekennt sich Cosmotropia zum Genrebegriff des Witch House, jener Begriff, den mutmaßlich Todd Brooks von Pendu Sound prägte. “File under Witch House“ prangt auch auf “Inverted Triangle I“. (weiterlesen…)

PREMATURE EJACULATION – Attempts at 7

Freitag, 29. April 2011

Im Rahmen der bisherigen Besprechungen der (Wieder-)Veröffentlichungen von Material von Rozz Williams’ Experimentalprojekt wurde schon mehrfach thematisiert, dass Williams mit PREMATURE EJACULATION dem Anthropofagen, dem Untier Mensch (s)einen Spiegel vorhält. Dabei wird dies aufgrund des (sieht man vom Einsatz von Sprachsamples einmal ab) weitgehend instrumentalen Charakters der Musik primär auf der bildlichen Ebene transportiert, auf dem bislang unveröffentlichten „Attempts at 7“ geschieht dies durch einen Zeitungsausschnitt über eine Elektroschockfoltermaschine aus einem türkischen Gefängnis. Hat man manchmal bei Williams den Eindruck, dass sein Angeekeltsein ob des Grauenhaften, das der Mensch dem Menschen zufügt zu einer gewissen Faszination wird – etwas, das sich fast leitmotivisch durch gewisse Teile des Industrials zieht -, so wirkt der schlichte Ausschnitt ohne jedwede Kommentierung durch andere Bildelemente oder Slogans auf beklemmende Art aufrichtig. (weiterlesen…)

MUSHROOM’S PATIENCE – Dicer’s Oath/Eve And The Plastic Apple

Donnerstag, 28. April 2011

MUSHROOM’S PATIENCE sind eine Legende, immerhin. Doch Dither Craf und seine Kumpanen zählen leider auch zu den unrechtmäßig unterschlagenen Geheimtipps experimenteller Musik, und wer sich angesichts dieser kürzlich bei Klanggalerie erschienenen Wiederveröffentlichung nicht flugs auf Schatzsuche begibt, der verdient mindestens drei Stunden Nachsitzen auf dem Eselsbänkchen. (weiterlesen…)

SLIM CESSNA’S AUTO CLUB – Unentitled

Donnerstag, 28. April 2011

Da sind sie wieder, die sechs traditionsbewussten Anarcho-Cowboys aus Denver, Colorado, die Helden der Prädestination und des Polka Punk. Genug der Klischees? Nein. Denn erneut spielen sie den Filmscore für den letzten Gothic Western vor der Apokalypse. (weiterlesen…)

IN THE NURSERY – Blind Sound

Donnerstag, 28. April 2011

IN THE NURSERY werden dieses Jahr 30 Jahre alt und das Projekt der ewig jugendlich wirkenden Zwillinge Klive & Nigel Humberstone zelebriert dieses Jubiläum mit einem neuen Album. Jenes steht nun ganz klar im Zeichen von „Back To The Roots“ und es dürfte schon sehr lange her sein, dass IN THE NURSERY so druckvoll, bedrohlich und düster geklungen haben. (weiterlesen…)

INFINITE LIGHT LTD. – s/t

Montag, 25. April 2011

Trio um Aidan Baker (NADJA, WHISPER ROOM, ARC), Nathan Amundson (aka RIVULETS), und Mat Sweet (aka BODUF SONGS). …und es ist nicht so, wie vielleicht zu erwarten, wie z.B. Whisper Room und seine rhythmisch angeschobenen Flächen. (weiterlesen…)

CONTEMPORARY NOISE SEXTET – Ghostwriter’s Joke

Freitag, 22. April 2011

Nicht wenige Bands, besonders aus der Grauzone Experiment/ Downtempo/ Drone/ Listening usw. schmücken sich gern mit “Jazz“-Attributen; musikalisch, indem bestimmte Motive aus dem “echten“ Jazz entlehnt werden (die dann zwar noch an Jazz erinnern, als typischer Basslauf, als typische Rhythmik, aber im eigentlichen Sinne nicht mehr viel mit dem Ursprung zu tun haben und so eher den Hintergrund für, gern repetitiv hypnotische, durchkomponierte Stücke bilden. Oder als Teil des Namens; die ganzen Herr/ Frau-XY Trios, Quartetts (…+1 mehr, +2 mehr, etc.). Auch diese Art der Namengebung hat ihren Ursprung im Jazz; der Leader und sein Pack… (weiterlesen…)

JEFRE CANTU-LEDESMA – Shining Skull Breat

Freitag, 22. April 2011

Jefre Cantu-Ledesmas neues/ altes Album “Shining Skull Breath“, wiederveröffentlicht als LP+Download; mit zwei Bonus Stücken; remastered by James Plotkin; Ex-CDr; auch auf Students Of Decay, steht meinem letztjährigen Favoriten ”Love Is A Stream“ in nichts nach… (weiterlesen…)

GERECHTIGKEITS LIGA – Dystopia

Freitag, 22. April 2011

GERECHTIGKEITS LIGA veröffentlichten Anfang der 80er eine Reihe von Tapes und eine 12″ bevor ihr erstes Vollzeitalbum auf GRAEME REVELLS Label Side Effects veröffentlicht wurde: „Hypnotischer Existenzialismus“ und die Auftritte waren gekennzeichnet von tribaler Perkussion, die weniger vom Futurismus (wie etwa VIVENZA, der sich explizit auf Marinetti berief) beeinflusst war, sondern vielmehr von der Rhythmik in „Primitive Culture[s]“, um einen Titel des ersten Albums zu zitieren – nicht im Sinne eines westlich-herablassenden Blicks, sondern beeinflusst von Eliades Band „Schamanismus und archaische Ekstasetechnik“. (weiterlesen…)

KRYPTERIA – All Beauty Must Die

Freitag, 22. April 2011

Ist es perverse Ironie des Schicksals oder wirklich nur Zufall, dass das Erscheinen eines neuen Albums der Band KRYPTERIA zeitgleich mit der Naturkatastrophe in Japan zusammen fällt? Rückblende: 2005 nach dem verheerenden Tsunami in Südost-Asien steigt die Benefiz-Single „Liberatio“ der bis dato unbekannten KRYPTERIA auf Platz 1 der Charts und wird quasi zum Soundtrack der Katastrophe. (weiterlesen…)

CHELSEA WOLFE – The Grime And The Glow

Samstag, 16. April 2011

Jeder, der sich wirklich auf Musik einlässt, ist ein Sehnsüchtiger. Sehnsucht, das Verlangen danach, was fehlt, aber auch das Verlangen nach dem Gelungenen. Für jene, die die Vokabel Musik eher mit Leidenschaft denn mit dem fürchterlichen Begriff “Hobby“ besetzen, verbindet sich die Sehnsucht mit der nahenden Ankunft einer Veröffentlichung, die sich prächtig rundet, eine Platte, die noch hallt, wenn sie schon verklungen ist. Ein Ausdruck der im Gedächtnis bleibt und durch andere Veröffentlichungen hindurch klingt. Sehnsuchtsskeptiker, wie ein bekannter kantiger Königsberger sehen in der Sehnsucht nur den “leeren Wunsch“. (weiterlesen…)

PSYCHIC TV – Themes-Box

Samstag, 16. April 2011

Unter dem Titel Themes veröffentlichten PSYCHIC TV seit 1982 zwar nicht regelmäßig, aber doch kontinuierlich bestimmte Funktions- und Gebrauchsmusiken, die entweder den Mitgliedern des Temple of Psychic Youth zu rituellen Zwecken dienten – sozusagen experimentelle Musik für rituelle Experimente – oder als Soundtracks für Filme von Derek Jarman Verwendung finden sollten. Die so entstandenen Aufnahmen muss man aber auch als Versuchsanordnungen begreifen, mit denen sich die Auswirkungen bestimmter Klangstrukturen auf den menschlichen Körper erforschen lassen. In einer aufwendig gestalteten 6-CD-Box ist diese Werkgruppe nun erstmalig komplett und digital bearbeitet greifbar. (weiterlesen…)

MAMIFFER – Mare Decendrii

Montag, 11. April 2011

Faith Coloccia flüstert der Wind! Aaron Turner trommelt der Regen! Wahrscheinlich haben sich MAMIFFER schon eine Hörerschaft erspielt, die bereits die Kreise der Auskenner verlassen hat. So zaubert der Zuruf “MAMIFFER“ häufig ein Leuchten in die Augen der Empfänger dieses Rufes. (weiterlesen…)

CULT OF YOUTH – s/t

Montag, 11. April 2011

Von CULT OF YOUTH berichtete mir erstmals Tomás Nochteff von MUERAN HUMANOS. Die Band um den Brooklyner Sean Rogar hat gerade die US-Tour der Deutsch-Argentinier organisiert. Dann erfuhr ich, dass zwei weitere Mitglieder der Band auf dem neuen BACKWORLD-Album mitwirken. Als ich dann noch hörte, das selbstbetitelte Zweitwerk der Band sei bei Sacred Bones erschienen, musste ich die CD einfach haben. (weiterlesen…)

TIM HECKER – Ravedeath 1972

Sonntag, 10. April 2011

Hecker, oh Hecker du Tausendsassa! Du Wunderwuzzi! Du hast mit “Ravedeath 1972“ via Kranky ein Wunderwerk geschaffen. In eine Kirche in Reykjavik bist du eingekehrt – vermutlich der geeignete Ort, um deinen Eingebungen zu folgen. Das Sakrale hast du hinein gewoben in dein Soundtuch. Du hast die Orgel zu einem Webstuhl umfunktioniert. Dabei wurden von dir die Kettfäden – also die Klangweite – von Schussfäden, namentlich der Bassfülle, eng verwoben. (weiterlesen…)

PHILLIP BOA AND THE VOODOO CLUB – Helios / Boaphenia

Donnerstag, 7. April 2011

Zu Phillip Boa habe ich ein recht ambivalentes Verhältnis, was darauf zu führen ist, dass ich ihn zu  DDR-Zeiten immer recht gern gehört habe und sein Konzert in der Werner Seelenbinder-Halle wenige Wochen vor dem Mauerfall einfach nur Kult war. Nach der sogenannten Wende gab mir seine Musik dann leider nicht mehr sehr viel und vielleicht lag es auch daran, dass sein „Wende“-Album „Hispaniola“ mehr als schwierig war. (weiterlesen…)