Noch immer Schemen im Schatten – Interview mit ESBEN AND THE WITCH

Freitag, 28. Oktober 2016

esben and the witch coverErinnert ihr euch noch an das viel gelobte Musikjahr 2011? Ätherischer Dunkelpop war neben Witch House im „schwarzen Mainstream“ Sound der Stunde – und ESBEN AND THE WITCH neben THE XX einer der Gewinner des „Nightmare“-Pop-Hypes; hochgefeiert in popkulturellen Hochglanz-Magazinen und vom Dark-Wave sozialisierten, nostalgischen Ex-Grufti-Redakteuren im Feuilleton gepusht. 2008 im britischen Küstenstädtchen Brighton als Trio gegründet, gab es nach einer vielbeachteten EP pünktlich zu Halloween 2011 das viel gefeierte Debüt „Violet Cries“, welches unheimliche Synthesizer-Klänge mit doomigen Gitarren und Gesängen aus einer anderen Dimension verband. Ein wunderbar ästhetisches Werk, welches in der Nachbetrachtung allerdings nicht immer vollends überzeugen könnte. Gleiches gilt auch für den 2013-Nachfolger „Wash Your Sins, Not Only The Face“. Die Stücke verloren sich in ihrer abstrakten Konzeption, wollten manchmal zu viel gleichzeitig als auf den Punkt zu kommen. Am Ende des Tunnels blieb es oft dunkel. ESBEN AND THE WITCH machen es ihren Hörern schließlich nicht immer leicht ihnen folgen zu können. Glaubt man, die ein oder andere Melodie noch ein Weilchen hören zu dürfen, verpufft diese als schemenhafte Miniatur im geheimnisvollen Licht. Dennoch konnte das britische Trio binnen kurzer Zeit eine beachtliche Fanschar um sich versammeln, die das Bedürfnis haben, in die mysteriöse Musik dieser Formation vollends einzutauchen. Nun steht „A New Nature“, das dritte Studioalbum, in den Startlöchern – diesmal wählen die drei bibliophilen Musiker aber den direkten Weg. Die Effektpedale bleiben im Keller. Die Band reduziert sich auf eine spartanische Instrumentierung, zu hören sind hauptsächlich Skelette aus Gitarren, Bass und Drumcomputer– über allem schwebt stets die mysteriöse Stimme von Sängerin Rachel. Im Interview mit BLACK verrät Gitarrist und Komponist Thomas, warum ESBEN AND THE WITCH eine Art Neuanfang wagen. (weiterlesen…)

NO MORE – Interview

Samstag, 8. Oktober 2016

NO_MORE-swWieder einmal bin ich über eine Post Punk, Dark Wave und Minimal Elektro – Gruppe aus dem Norden – genau genommen aus Kiel – gestolpert und das vor kurzem beim Live Konzert in Bremen. Das äußerst sympathische Duo um TINA SANUDAKURA und ANDY A. SCHWARZ taufte sich im Jahre 2006 nach der erneuten Gründung – das erste Mal gab es die Gruppe bereits im Jahr 1979 – auf den Namen NO MORE und hat seitdem etliche CDs, EPs, Singles und Remixe veröffentlicht und sind oft und viel getourt. Was die beiden uns aus ihrem reichhaltigen Fundus zu erzählen haben, folgt im ausführlichen Interview mit bemerkenswert, authentischen und knackigen Aussagen, so wie man die Nordeutschen eben kennt und schätzt, dann lassen wir also die beiden Musiker nun zu Wort kommen. (weiterlesen…)

“Music takes different people to different places.” – Ein Interview mit MYRKUR

Dienstag, 13. September 2016

myrkur2Relapse zaubert eine dänische Überraschung aus dem Hut. Das Ein-Frau-Black-Metal-Projekt dürfte der Tipp für die nun bald immer kürzer werdenden Tage sein. Aus den Frostfängen fräst sie das Gestern heraus. Sie umgürtet es mit ihrer Schaffensglut. Sie schöpft da etwas Eigenes. Ein wunderbar kratziges und widerborstiges Ding von einer Debut EP steht ab sofort in den Regalen. Hört, Hört! (weiterlesen…)

Nach dem Flüstern folgt der Schrei INCUBATE-Festival 14.09 – 20.09. Tilburg, Niederlande

Montag, 12. September 2016

d199c23c37d83b5ef4ab5a11d905d26dDie Stadt Tilburg in der Provinz Nordbrabant ist unter Doom-, Occult- und Retro-Rock-Fans längst zum jährlichen Mekka jener geworden, die vergessene Juwele der Metalszene neu entdecken, frenetisch lang ersehnten Reunions entgegenfiebern oder exquisite Geheimtipps kennenlernen möchten. Doch ein zweites Nieschenfestival, welches sich aus der Creme de La Creme aller möglichen Spielarten kunstvoller Musikgenres schmückt, erobert unter Kennern die Speerspitze als eines der speziellsten Festivals mit unverwechselbarem Charakter: Das jährlich im September stattfindende Incubate-Festival. (weiterlesen…)

SULA BASSANA – KOSMONAUTS

Freitag, 9. September 2016

SULA BASSANA 3David Schmidt, der schon seit Mitte der 80ziger Jahre aktiv Musik macht, ist schon ein vielbeschäftigter und vor allem vielseitiger Künstler, seine zahlreichen Veröffentlichungen gehen von Experimentell über Progressiv, Psychedelic, Space, Jam, Kraut, Acid, Neo und Postrock bis zu Elektronikklängen – allein die Kategorieauswahl seines eigenen Labels Sulatronrecords sprengt jeden Rahmen. Ich habe Dave nun einige Fragen gestellt und hier sind die Antworten darauf. (weiterlesen…)

SINDRE BJERGA – Dream Interruption

Sonntag, 1. Mai 2016

sindre_bjerga_dream_interruptionWas hören wir? Etwas wie eine heimliche Aufzeichnung, das akustische Abbild von einer so kaum identifizierbaren Situation im Leben eines Menschen(?)? (weiterlesen…)

Alex Ogg – California über alles – DEAD KENNEDYS, wie alles begann

Samstag, 31. Oktober 2015

fullview.phpDieses Buch mit dem Untertitel „DEAD KENNEDYS – Wie alles begann“ ist schon erstaunlich, denn es ist das erste Buch überhaupt, welches sich mit der Geschichte dieser legendären amerikanischen Punk-Band beschäftigt. Um so erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass deren Debütalbum „Fresh Fruit For Rotting Vegetables“ genau so einflussreich war, wie zum Beispiel „Never Mind The Bollocks“ von den SEX PISTOLS und das der LP beiliegende Poster fast alle „Punk-Kinderzimmer“ der 80er Jahre zierte, wie das DK-Logo auf den Lederjacken prangte. (weiterlesen…)

NINE CIRCLES – Interview

Samstag, 6. Juni 2015

AutogrammcardÜber Facebook wurde ich auf das holländisch-deutsche Minimal Elektro Wave Projekt -NINE CIRCLES – aufmerksam, diese eleganten Sounds und minimalen Synthklänge hatten es mir angetan. Für die Texte und den Gesang ist “The Rose” Lidia Fiala zuständig und das Soundgerüst produziert Ex Psyche Mitglied Per Anders Kurenbach, ich habe die beiden via Mail angeschrieben und diese interessanten Antworten bekommen, doch lest selbst. (weiterlesen…)

Al Jourgensen – Akte MINISTRY – Die offizielle Autobiografie

Mittwoch, 14. Januar 2015

Akte-Ministry-9783940822017_xxlMINISTRY waren die Pioniere des sogenannten Industrial Metal und auch für mich zum Anfang der 90er Jahre meine Helden. Das Album „The Mind Is A Terrible Thing To Taste“ und der dazugehörige Live-Mitschnitt „In Case You Didn’t Feel Like Showing Up“ waren eine gefährliche Mischung aus Thrash Metal-Gitarren-Riffs, elektronischen Background und Punk-Attitüde, die förmlich nach Benzinkanister und Streichholz schrie. 1992 erfolgte dann auch Dank MTV der kommerzielle Durchbruch mit dem Album „Psalm 69“, was der Band zwar Millionen von Dollar und Fans bescherte, aber letztendlich auch das Genick brach. MINISTRY-Kopf Al Jourgensen war zwar schon seit seiner Jugend drogensüchtig, aber das Leben als gefeierter Rockstar machte ihn völlig zum Junkie und Alkoholiker. (weiterlesen…)

MATZUMI – Interview

Montag, 29. Dezember 2014

matzumi 1Was verbirgt sich wohl hinter dem Künstlernamen “Matzumi” – diese Frage stellt ich mir, als ich die Promo CD der Künstlerin in den Händen hielt. Nun, nach mehrmaligen begeisterten durchhören der Platte ist die Protagonistin Kathrin Manz für mich inzwischen so eine Art esoterisch, angehauchte “Dead Can Dance” – Ihr Künstlername lautet auch ” Hohepriesterin des Synthesizers ” – den es werden synthetische Klänge in Mystisch, sphärischen Soundgewand produziert und kompositorisch, gleichberechtigt mit ihrer Stimme verfeinert. Doch lassen wir Matzumi einmal selbst zu Wort kommen, hier Ihre spannenden Antworten auf meine Fragen.
(weiterlesen…)

KULA oder spooky Jamsessions im Hula Kula in Sheffield

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Kulaklein(1)Hinter dem Projektnamen KULA stecken zwei Pioniere britischer Elektronik-Musik aus Sheffield, denn Stephen Mallinder (SM) war Sänger und Musiker bei CABARET VOLTAIRE und Ron Wright (RW) ein Gründungsmitglied von HULA. Ein längst verschollen geglaubter Session-Track der beiden aus dem Jahre 1981 wurde erst kürzlich via Klanggalerie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und um drei aktuelle Remixe ergänzt. Die Veröffentlichung von „Tenement Noise“ war auch der Anlass für folgendes Interview, welches unserer Meinung nach sehr interessante Anekdoten über die Sheffielder Szene der 80er Jahre bereithält. (weiterlesen…)

STRAFE FÜR REBELLION

Sonntag, 16. November 2014

013STRAFE FÜR REBELLION wurde 1979 von Siegfried Syniuga und Bernd Kastner in Düsseldorf gegründet. Die Projekt fand schnell ihre eigene Sprache, weil die beiden Künstler viele selbstgebaute Instrumente verwendeten und diese recht unkonventionell einsetzte. Ein weiteres Merkmal der Experimental Akustik-Formation sind die ungewöhnlichen Aufnahmeorte ihrer Veröffentlichungen und die intellektuell-wissenschaftliche Herangehensweise an diese, weshalb STRAFE FÜR REBELLION eher der Avantgarde als dem Industrial zuzuordnen sind. Nach ihren produktiven Jahren in den 80er Jahren bis Anfang der 90er erschien jetzt nach fast 10 Jahren Pause ein neues Album namens „Sulphur Spring“ auf dem österreichischen Label Klanggalerie, welches Anlass für folgendes Gespräch war: (weiterlesen…)

“Ich glaube, dass unsere Generation traurig, apathisch und einfach nur mittelmäßig ist” – Interview mit Sänger Johan von CELESTE

Dienstag, 14. Oktober 2014

Ihre Alben tragen stimmungsvolle, schwarzromantische Titel wie “Pessimiste(s)”, “Nihiliste(s)”, “Misanthrope(s)” oder Morte(s) Nee(s)” und sind stilistisch sicher nicht der Sonne zugewandt. Seit 2005 wälzt die französische Sludge-Metal-Band CELESTE aus Lyon alles nieder, was sich ihr in den Weg stellt. Ihre Platten vertreibt die stark an Ästhetik orientierte Band in stilechtem Schwarzweiß. Ihre intensiven Live-Shows mit reduziertem Bühnenlicht und den legendären roten Kopflampen und Strobo-Attacken sind in der Szene längst Kult. CELESTE, die ihre Wurzeln in der Lyoner Hardcore-Szene haben, sind eine dieser Band, denen man bedingungslos verfallen kann, wenn man sich auf das streckenweise unhörbare Chaos aus monolithischen Gitarrenwänden, ultrabrutalen Double-Bass-Attacken und verdammt ungesundem Gekeife einlässt, garniert mit hässlichen Texten aus der Untiefe der menschlichen Seele – fertig ist der Cocktail für die Todesdisko. Im DENOVALI-Umfeld kultisch verehrt, wurde es Zeit, Sänger Johan bei der vergangenen Mini-Tour durch die Niederlande, Deutschland und Belgien zur jüngst im November 2013 erschienen Platte “ANIMALE(S)“ zu befragen, die selbstverständlich wieder einmal die “härteste, fieseste, destruktivste und böseste“ geworden ist. (weiterlesen…)

Contarum – Morphonic Lab. XIII

Samstag, 11. Oktober 2014

LogoAm 25.10.2014 findet nun schon die 13. Auflage des Morphonic Lab in Dresden statt, welches seit vielen Jahren eine faszinierende Mischung aus Licht, Klang, Performance, Video und Installation bietet bzw. experimentelle Musik mit bildender Kunst übergreifend fusioniert. Insbesondere das Ambiente des Veranstaltungsorts eines unsanierten Barock Palais im großen Garten, welches an diesem Abend aufwendig Illuminiert ist, dürfte schon allein anziehend wirken. Die jeweiligen Themen des Morphonic Lab sind dazu mit Bedacht und großer Sorgfalt ausgewählt und sprechen immer verschiedene musikalische wie künstlerische Genres an. Aus diesem Anlass stellte ich Organisator und SARDH-Kopf Detlef Schweiger einige Fragen zu dieser absolut empfehlenswerten Veranstaltung, die weltweit sicher seines gleichen sucht. (weiterlesen…)

“Wie hört sich Koblenz an?“ – Christopher und Maik von /ˈnɔɪzɪz/ im Gespräch

Samstag, 6. September 2014

Nischen besetzen oder von in Nischen Heimischem besetzt sein – hier entspinnt sich der alten Faden Subkultur. Da fällt es in den Zentren weniger ins Gewicht, wenn hie und da mal ein Faden reißt, schließlich wurden immer mehrere nebeneinander gesponnen. In der Peripherie sieht dies anders aus. Reißt dort solch ein Strang, findet oftmals keine Wiederaufnahme oder Neuverknüpfung statt. In einigen Ecken gar wurden bislang keine Fäden gesponnen. In Koblenz beispielsweise. Daran muss etwas geändert werden, dachten sich Maik und Christopher. Sie gründeten die Initiative /ˈnɔɪzɪz/ und legten los. Dass sich dabei interessante Geschichten anhäufen, Blickwinkel verschieben und Fragen nach dem Sound einer Stadt stellen, zeigt das nun folgende Gespräch. (weiterlesen…)

“Der Tod ist oft ein großer Umstürzler.” – PYHÄ KUOLEMA im Interview

Freitag, 5. September 2014

Wer Anderssein mittels diverser Euphemismen herabwürdigen möchte, spricht von Differenz. In dem Moment, in dem das Anderssein jedoch entschwindet, ist aus der Herabwürdigung eine Nivellierung geworden. Gegen letztere und für ein Anderssein im wahren Wortsinn steht Pyhä Kuolema. Im vergangenen Jahr legte er sein zweites Album nach. Auf Finnisch trägt er zu widerborstigen Folkakkorden eine feine Litanei vor. Das Gradlinige, Unprätentiöse und das Direkte sind die übrigen Bandmitglieder. Wenn das Eigenartige sich plötzlich wie das Eigene anhört… (weiterlesen…)

ZOHARUM oder die Kunst der Alternative

Montag, 1. September 2014

Ein Label zu betreiben ist in der heutigen Zeit ein Wagnis, wenn man den aktuellen Pressemeldungen glauben mag. Sinkende Verkaufszahlen, Schwierigkeiten mit Vertrieb und Werbung machen es zu einem persönlichen und finanziellen Wagnis, Musik zu veröffentlichen. Doch in jeder Krise liegt eine Chance. Das im polnischen Gdansk beheimatete Label ZOHARUM zeigt, wie mit Leidenschaft und Innovation aus einer kleinen Idee ein großes Werk werden kann. Trotz oder gerade wegen der Medienvielfalt, der wir uns heute gegenüber sehen, ist es für neue Labels schwer, die nötige Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, um wirtschaftlich sinnvoll arbeiten zu können. Dies gilt für den Mainstream genauso wie für Subkulturen, denn auch in Bereichen, in denen man eine klar abzugrenzende Zielgruppe vermutet, die leicht angesprochen werden kann, haben sich die Kommunikationskanäle vervielfältigt. Das spüren auch die aktiven Gestalter der Szene, die landläufig unter dem Begriff „Industrial“ zusammengefasst wird. (weiterlesen…)

PHILIPPE LAURENT im Interview

Montag, 1. September 2014

PHILIPPE LAURENT kenne ich schon seit Langem als eigenständigen Komponist wirklich schöner elektronischer Musik „für Maschinen“, aufmerksam wurde ich auf ihn indes durch seine Kollaboration mit LES JOYAUX DE LA PRINCESSE auf dem sehr gelungenen „Mysteria Mithrae“ Sampler. So war es für mich eigentlich ganz klar, mit ihm auch über dieses Projekt zu sprechen, sobald sich mir die Gelegenheit dazu ergab. (weiterlesen…)

ONLY THE SUN KNOWS – Ein Interview zum Festival

Donnerstag, 10. Juli 2014

Jan Steven Fricke (oder auch bekannt unter dem Kürzel Fx) ist Inhaber des Dessauer Platten-Ladens und Labels Halb-7-Records, Herausgeber des PSYCHOMANIA-Fanzines und umtriebiger Veranstalter von Konzerten wie auch Festivals. Aktuell steht am 19.07. wieder eins unter dem vielversprechenden Banner „Only The Sun Knows“ an, welches mitten im Naturschutzgebiet auf der Wasserburg Rosslau bei Dessau stattfinden soll. Aufspielen werden dabei ARBEIT-BEAUAMP-PALUMBO, O PARADIS, IN GOWAN RING, NEBELUNG, NR, SANGRE DE MUERDAGO und (r).  Da das Festival damit Genreübergreifend in dem weiten Feld zwischen Drone und Folk ausgerichtet ist und solche Vorhaben immer ein großes Risiko bergen, stellte ich Jan einige Fragen zu seinen Beweggründen der Veranstaltung: (weiterlesen…)

Interview mit A VICTIM OF SOCIETY (GR)

Freitag, 27. Juni 2014

Wann hat man schon einmal die Gelegenheit eine griechische Band in ihrer Heimat zu treffen und mit ihnen ein Gespräch zu führen? Aufgrund eines längeren Auslandsaufenthalts in Griechenland habe ich beschlossen in unregelmäßigen Abständen Gespräche mit griechischen Künstlern zu führen. Es lohnt der Blick über den Tellerrand. Athen: Einmal im Jahr öffnet das Hellenic Cosmic Center seine Pforten für das PLISSKEN FESTIVAL – meiner Meinung nach ein ebenbürtiger Pendant zum deutschen MELT-Festival in Ferropolis. Neben einer exquisiten Mischung aus internationalen Acts aus Electronica, Garage-Rock, Indie und Club-House wird auch verstärkt der nationalen Szene reichlich Raum gewährt. Auf vier Bühnen gab es zur fünften Ausgabe unter anderem so illustre Künstler wie The Soft Moon, The Black Keys, 65daysofstatic, Fuck Buttons, Crocodiles, Wild Beats, Nightmares On Wax oder der großartigen griechischen Traditional-meets-Modern-Tunes-Fusion-Band Imam Baildi Soundsystem, live zu erleben. (weiterlesen…)

“I believe that music is the universal language” – SUBROSA im Interview

Donnerstag, 29. Mai 2014

Oktober. Das letzte Quartal nimmt seinen Auftakt. Einbiegen auf die Zielgerade. Kleine Vorausschau für die baldige Rückschau. Am Ende dieses Jahres wird wohl nur sehr wenig übrigbleiben, was sich in puncto Intensität mit “More Constant Than The Gods“ messen kann. SUBROSAs viertes Album ist ein Violinen getränkter, doomiger Sludgehammer völlig ohne Gleichnis. Das Quintett (Rebecca Vernon, Sarah Pendleton, Kim Pack, Christian Creek, Andy Patterson) aus Salt Lake City hat einen auralen Schnappschuss angefertigt, der bei näherer Betrachtung vielmehr als eine Momentaufnahme ist. Die Arbeitsdichte und der Aufwand für dieses Album streichen Rebecca, Sarah und Kim in vielen Gesprächen immer wieder heraus. Es sind die großen schweren Themen, mit denen sie sich befassen bis hin zum größten Thema, dem letzten. So prächtig und wunderbar das Album ist, so charmant waren die Künstlerinnen im nun folgenden Interview. (weiterlesen…)

“Es fühlt sich alles neu an. Mal wieder.” – LUX INTERNA im Gespräch

Dienstag, 27. Mai 2014

Schon seit Jahren wissen LUX INTERNA mit schöner Musik zu gefallen und wer sie live sieht, wird sich kaum der Ausstrahlung dieser mittlerweile deutlich gewachsenen Band entziehen können. Zudem geht von den komplexen und an Andeutungen und Symbolen reichen Inhalten der Lieder neben der Musik eine starke Anziehungskraft aus, so dass sich bei LUX INTERNA auch die verbale Auseinandersetzung, sprich ein Interview, anbietet, was hoffentlich den Genuss der Musik noch fördern kann. (weiterlesen…)

“Black Mare is one horse taken from the Calvary of Black Math Horseman set free to roam the forest through shadows and light.” – ein Gespräch mit Sera Timms

Montag, 26. Mai 2014

Wahrscheinlich bilden >typisch< und >charakteristisch< ein Gegensatzpaar. Im Typischen ließe sich – so betrachtet – das Erwartbare, Vergleichbare, Serielle sehen, wohin gegen dann das Charakteristische für das Unerwartbare, Unvergleichbare, Unikate stünde. Seit längerer Zeit ist Sera Timms eine jener Akteurinnen der Subkultur, deren Beiträge eindeutig als charakteristisch zu bezeichnen sind. Das höchste Maß an Aufmerksamkeit erfährt sie sicherlich als Bassistin und Sängerin von IDES OF GEMINI. Ähnliches gilt wohl auch für die mittlerweile aufgelösten BLACK MATH HORSEMAN. Nun tritt sie mit einem neuen Projekt auf den Plan – allerdings dieses Mal ohne Begleitung. Wer mit den Arbeiten der Amerikanerin vertraut ist, wird wohl zuvorderst von ihrem eindringlichen Gesangsorgan eingenommen sein. (weiterlesen…)

“Music for me has to come from the heart and soul…” – Geneviève Beaulieu (PRETERITE/ MENACE RUINE) im Gespräch

Mittwoch, 23. April 2014

Eigentlich war es längst fertig. Dann suchten Geneviève Beaulieu und James Hamilton nach einem Label und so richtig wollte sich keines finden. Und dennoch erscheint dieser Tage “From The Wells“. Auf Union Finale – jenem Label, welches Geneviève gemeinsam mit S. de la Moth ins Leben rief, um unter anderem unabhängiger und schneller veröffentlichen zu können. Dass Musik vom Herzen kommen – und Seele haben – muss, um andere Herzen zu erreichen und um andere Seelen zu berühren, kann spätestens dann nicht mehr als irgendein Allgemeinplatz betrachtet werden, wenn man den PRETERITE-Zweitling durchgehört hat. Dabei tragen die Stücke etliches an zeitlichem Kolorit im Gepäck, wurden sie doch alle bereits vor dreizehn Jahren vonGeneviève komponiert. Nun werden sie aufgeführt entlang der wundervollen Arrangements James Hamiltons. Und so erstrahlt “From The Wells“ in eben jenem eigentümlich-wunderbaren Licht, in das alles getaucht zu sein scheint, was von der Magie Geneviève Beaulieus berührt wurde. Die Kanadierin ist bekannt dafür, dass sie jedwede Öffentlichkeit scheut und im Rückzug und der Diskretion Heimstätten findet. Umso freudiger war für uns der Umstand, als sie sich zu diesem Interview bereit erklärte. (weiterlesen…)

“Die Natur ist für mich ein Ruhepol, eine Möglichkeit Kraft und Energie zu sammeln” – WALDGEFLÜSTER im Interview

Dienstag, 22. April 2014

Ein Streifzug durch die Natur als Lebensmodell? Nun, soweit wie Henry David Thoreau geht Jan Van Berlekom nicht. Und dennoch schließt da eine Gemeinsamkeit an. Auf Trekkingtouren durch Norwegen und Finnland sammelte Jan für sein Ein-Mann-BM-Projekt WALDGEFLÜSTER zunächst Ideen. Nun stehen diverse Veröffentlichungen in der kommenden Zeit an. Über diese neuen Arbeiten, über Austin Lunn, den Naturbegriff und die Alben des Jahres geht es unter anderem im nun folgenden Interview. (weiterlesen…)

“I work every day“ – HORSEBACKs Jenks Miller im Gespräch

Freitag, 28. Februar 2014

Von Sebastian Horsley stammt der schöne Aphorismus, dass Stil bedeutet zu wissen, “… was man sagen und tun will und sich einen Scheiß darum zu kümmern, was andere denken.“ Nur wenige können so gesehen als wahre Stilisten bezeichnet werden. Jenks Miller ist ein solcher. Die Arbeiten des Amerikaners, vor allem seine Veröffentlichungen mit HORSEBACK, zeichnet ein Umstand aus, der beim Hörer nicht selten eine staunende Begeisterung hervorruft. Aus seinen Stücken schälen sich keine Landschaften oder Bilder ab. Vielmehr verschlingen seine Tracks alles, was um sie herum existiert. Dort hineingezogen blickt man auf einen grau-blau geschuppten Himmel, dessen Schattierung das Unbekannte aufführen. Jenks` kreativen Suchbewegungen sind dabei Resultat einer hohen Arbeitsmoral und einer kaum fassbaren Gestaltungsdichte. Dieser Tage erscheint via Relapse eine Sammlung diverser Kleinstveröffentlichungen. Auf ein Wort Mr. Miller… (weiterlesen…)

„DIE BIBEL DES MODERNEN ZEITALTERS IST HOMERS‚ ODYSSEE’“: Interview mit dem Maler Michael Kunze

Freitag, 28. Februar 2014

Bislang galt der 1961 in München geborene, mittlerweile in Berlin lebende und arbeitende Maler Michael Kunze eher als ein Außenseiter des deutschen Kunstbetriebs. Seine tief in den geistigen Traditionen des Abendlands wurzelnden Arbeiten mit ihrem dichten intellektuellen Beziehungsgeflecht, das die griechische Antike ebenso umfasst wie so herausragende Gestalten wie Nietzsche, Heidegger, Ernst Jünger, Pasolini oder Lars von Trier wollten nicht so recht in ein Umfeld passen, das bevorzugt die poppig-bunte aber bedeutungsfreie Oberflächlichkeit zelebriert oder sich in abstrakten Formspielereien verliert. Mittlerweile scheinen sich die Verhältnisse jedoch zugunsten von Michael Kunze und seiner besonderen Weltsicht zu verschieben. (weiterlesen…)

10 RECORDS THAT BROKE MY HEART THIS YEAR (2013)

Donnerstag, 27. Februar 2014

Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen, Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, Listen; Listen über Listen, überlisten, unsere Listen. (weiterlesen…)

“Our private lives and artists lives are pretty much the same thing” – MAMIFFER im Interview

Samstag, 8. Februar 2014

Mit den Arbeiten MAMIFFERs vertraut zu sein, bedeutet zu wissen, was es heißt, wenn das Hörbare zum Wunderbaren wird. Lauscht man diesem Wunderbaren, kann sich bisweilen der Eindruck einstellen, hier feinsten Traumregungen beizuwohnen. “Das Kunstwerk stellt eine Welt auf“, dieser Heidegger-Satz fasst wohl am besten das ein, was das Werk von Faith Coloccia und Aaron Turner auszeichnet. Ihr Wirken überspannt den Horizont als Feier der Augen- und Ohrenlust. Ihr Musizieren ist ein Erzählen mit anderen Mitteln und es entspringt einem Dasein, welches andere Farben trägt. Dabei könnten die bisweilen melancholischen Stücke als Spuren eines übergroßen Verlustes interpretiert werden. Jedoch verharren Faith und Aaron nicht als Reservisten der Verzweiflung. Denn gleichzeitig weicht diese große Schwere in anderen Momenten einer Leichtigkeit, die durch nichts außer ihrer Flügel belastet scheint. Jene, denen Leben nicht nur passiert, pflegen ihre Passionen. Faith und Aaron leben sie. (weiterlesen…)

“I make individual music for individual people!” – DANIEL MENCHE im Gespräch

Montag, 3. Februar 2014

Daniel Menche hören, heißt jemandem zu lauschen, der über eine hohe Arbeitsmoral verfügt. Faulheit ist, wie er selbst erzählt, der Feind. Gleichzeitig offenbart sich in seinem unglaublichen Output auch ein Kampf gegen die eigene Langeweile, die den im Nordwesten der USA lebenden Amerikaner immer dann befällt, wenn er nicht komponiert oder mit Sounds experimentiert. In Bewegung zu sein, nicht aufhören – hier schlägt sich ein Muster nieder, welches auch die nichtmusikalischen Bereiche Daniels Leben durchwirkt. Als passionierter Camper, Wanderer und Läufer schätzt er die Bewegung. Zudem gibt er an, dass die Ideen ihm am besten zuströmen, wenn er sich körperlich betätigt. Dieser Tage erscheint auf SIGE Records, dem feinsten aller kleinen Labels, sein neuster Streich: “Vílke“. (weiterlesen…)

“I am more interested in what is before belief, and beyond belief” – FEARTHAINNE im Gespräch

Sonntag, 2. Februar 2014

Wer in den Weiten des World Wide Web sucht, wird nur wenig über das amerikanische Quartett FEARTHAINNE finden. Interviews gaben sie bislang keine – und so schien es kaum einen Beweggrund für die Band zu geben, daran etwas zu ändern. Erst das Zureden durch Chet W. Scott sorgte dafür, dass Joshua Phillips einem Kurzgespräch zustimmte. Als “Seelennahrung“ und “vorübergehendes Zusammenwachsen von Energien“ beschrieb er in der Folge FEARTHAINNE. Nun findet sich in “Knowing“ die zweite full-length Veröffentlichung der Amerikaner. Dabei unterstreicht der bei ALETHES und FAUNA mitwirkende Bandgründer, dass es keine festen Pläne für die Zukunft geben wird. Die Öffentlichkeit – und sei es eine subkulturelle – meidet die Band. Ihrer Suche prägt sich das Siegel des Erinnerns auf. Joshua äußerte im Vorfeld des Interviews den Wunsch, dass es im Original belassen werden solle. Dem kamen wir gern nach… (weiterlesen…)

Vade Retro/ Spettro Family – Interview mit Stefano Iannone

Samstag, 1. Februar 2014

In der idyllischen italienischen Hafenstadt Salerno in der Region Kampanien betreibt STEFANO IANNONE seit bald sechs Jahren Vade Retro („Geh zurück!“). Das in Fankreisen kultisch verehrte Label hat sich auf Erlesenes in den Grenzgenres Dark Ambient, New Wave, Weird, Neofolk, Black Italo Disco und Horror Garage Punk spezialisiert. Wer einen Hang zur Schwarzen Romantik und verwunschene Geschichten um Spukhäuser hat und das italienische Horrorkino liebt, wird hier definitiv fündig. Zeit, das Ein-Personen-Label einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. (weiterlesen…)

“Kleine Festivals sind ja auch oft der Start einer Freundschaft” – Das Moving Noises Festival

Sonntag, 24. November 2013

Moving Noises. Klänge, die bewegen – sich bewegende Sounds. Festivals für Freunde des gepflegten Drones sind rar. Umso größer muss die Freude der Drone-Anhänger hierzulande gewesen sein, als die Kunde ging, dass ein solches Festival am 16.November mitten im Ruhgebiet stattfinden wird. Grund genug, um mit dem Veranstalter Dimitrios ein paar Worte zu wechseln. (weiterlesen…)

“You must experience one to understand the other“ – TRUE WIDOW im Interview

Freitag, 22. November 2013

Sie leuchten durch die Hüllen des Trüben und Melancholischen hindurch. Dahinter finden sich funkelnde Kleinode, deren Licht beinah eine Ahnung des Universellen vermittelt. Das texanische Trio TRUE WIDOW ist mehr als eine Shoegazeband. Dem Konventionellen müssen sie nicht entkommen, es ist schlichtweg nicht Teil ihrer Welt. Den Arbeiten der in Dallas Heimischen eilt ein Echo nach, welches die Klänge nicht zertrümmert, sondern rahmt. Der Nachhall ihrer Arbeiten hebt an, ohne dass er sich als der kurzlebige Wellenschaum der Euphorie präsentiert. Dort, wo ein Einlassen auf der Tafel steht, sind die Texaner in der Nähe. Mit “Circumambulation“ liegt aktuell ihre dritte Veröffentlichung vor und sie kreist um universelle Fragen, wie die Bassistin und Sängerin Nicole Estill im nun folgenden Interview ausführt… (weiterlesen…)

Ein Poet von fast neunzehn Jahren: Interview mit JASON BARTSCH

Montag, 18. November 2013

Er wird in den nächsten Tagen 19 Jahre alt, hat in diesem Jahr Abitur gemacht und im November erscheint sein erster Gedichtband „Regenbogenhaut“: Jason Bartsch aus Solingen. Erste Achtungserfolge hat er auf verschiedenen Poetry-Slam-Bühnen erzielt, und bei den deutschen U-20-Poetry-Slammeisterschaften in Kiel hat er die Chance, auch einem bundesweiten Publikum bekannt zu werden. Eine Sammlung seiner Poetry-Slam-Texte ist gerade unter dem Titel „Wortbeben“ bei Tolphin Books erschienen. (weiterlesen…)

LOCRIAN – Interview

Sonntag, 10. November 2013

Die Arbeiten des Chicagoer Trios LOCRIAN gleichen einem Traum, in dem das Unausweichliche sichtbar wird. Das Düstere und gleichzeitig Interpretationsoffene gibt Kunde von einer Vielfalt, die so noch nicht gewesen ist. Unabwendbar scheint die finstere Abgründigkeit der Stücke, deren Schwarz das der Kohlraben wie ein Grau erscheinen lässt. Stockfinster ist es nämlich da, wo die Spuren für die Arrangements der Stücke eingesammelt werden. Wohl kaum einem Projekt gelang es in der letzten Zeit dergestalt vielschichtig zu klingen und mit jeder Veröffentlichung den ebenso meisterhaften Vorgänger zu übertreffen. Allein die Liste der Kollaborationspartner der Amerikaner liest sich wie eine Reihung des Wunderbaren. Ob nun mit Jenks Miller (HORSEBACK), Faith und Aaron (MAMIFFER) oder zuletzt Christoph Heemann, stets schüren die Vorankündigungen bis zum Tag der Veröffentlichung Hoffnungen, die dann tatsächlich noch übertroffen werden. Betrachtet man die anderen Aktivitäten des Trios genauer, lässt sich leicht rückschließen, dass hier drei Personen für das brennen, was sie tun. (weiterlesen…)

“Es ist einfach etwas, was im Laufe des Prozesses entsteht.“ – AIDAN BAKER im Interview

Freitag, 8. November 2013

Das Vieltönende liegt allen Veröffentlichungen Aidan Bakers zugrunde. Und seine Diskografie ist bekanntlich eine der umfangreicheren. Allein die Summe der von ihm mitverantworteten Kollaborationen übertrumpft in puncto Menge so vieles, was sonst noch tönt und dröhnt. Bisweilen schleicht sich dann der Vorwurf, der in Berlin lebende Kanadier würde der Wahllosigkeit die Patsche schütteln, über so manchen Nörgler heran. Der aus Toronto Stammende indes wird sich wohl kaum um solcherlei Anwürfe kümmern. Dort, wo Baker hinhört, erklingt Musik. Er nimmt diese mit und später auf – sein Arbeitsstrom kennt bedächtige Quellgeschwindigkeiten nicht. Was Kreativität dann bisweilen mit Zwangsverhalten zu tun haben kann – und welche Prozesse in Baker angeschoben werden, soll das nun folgende Gespräch beleuchten … (weiterlesen…)

SUPERSIMMETRIA – Schönheit der Geometrie und organische Unvorhersehbarkeit

Dienstag, 5. November 2013

Einer der größten Fehler die ein Künstler machen kann ist, sich freiwillig einer bestimmten Szene zuzuordnen. Denn was am Anfang eine sinnvolle Starthilfe ist wird mit steigendem Erfolg schnell zu einem Label, das man nie wieder losbekommt. Der Künstler und/ oder seine Musik sind Produkte, die auf einem umkämpften Markt richtig platziert werden müssen um die geneigte Zielgruppe anzusprechen. Genrebezeichnungen, die berühmten Schubladen gegen die sich Musiker gerne wehren, sind unverzichtbare Wegweiser im unübersichtlichen Dschungel der Veröffentlichungen. Hinzu kommt dass Journalisten in der Regel unkreative Menschen sind, die gerne Klischees bedienen, um einen Artikel schnell zu schreiben ohne Glaubwürdigkeit zu verlieren. Die Genrebezeichnungen die immer wieder auftauchen wenn man die Untiefen des Internets nach Hinterlassenschaften von SUPERSIMMETRIA durchsucht sind Industrial, Dark Ambient und Electro. Ob diese Bezeichnungen das Schaffen von SUPERSIMMETRIA treffend klassifizieren, da bin ich mir nicht sicher. (weiterlesen…)

VDO Interview mit JORDI VALLS

Montag, 4. November 2013

Jordi Valls „Vagina Dentata Organ” ist bestimmt nicht nur für mich eines der extremsten Projekte und gewiss auch deswegen eines, das mich bereits seit Jahren fasziniert, selbst wenn seine Tonträger nicht zu jenen gehören, die ich am häufigsten höre. „Vagina Dentata Organ“ live zu erleben, war allerdings ein wirkliches Erlebnis, selbst wenn es nur etwas über eine Viertelstunde dauerte, auch hier überwog Intensität (und womöglich Extremität) die Quantität. Mit das Beste an dem Konzert war jedoch, dass es den Weg für folgendes Interview ebnete. (weiterlesen…)

TREHA SEKTORI – Interview

Samstag, 2. November 2013

Dehn Soras Ambient-Projekt TREHA SEKTORI verzahnt Bild und Ton auf besondere Weise. “Jede Lebensform verwandelt sich in einen riesigen Lautsprecher, wenn sie in Bewegung ist.“ So verhaken sich seine organisch erzeugten Sounds und deren visuelle Begleitung fest im Gedächtnis, hier ist Bleibendes spürbar. Dass am Anfang seiner Arbeiten immer Bilder stehen, die anschließend musikalisch umgesetzt werden, beweisen seine Videos. Dort werden apokalyptisch anmutende, in jedem Fall leere Landschaften gezeigt, deren eingeschwärzte Ränder und Horizonte einer verfilmten Empfindung von Einsamkeit ähneln. Fast unbeweglich verharrt dort eine Person, die nur noch in groben Zügen menschenähnlich zu sein scheint. Weit spannt dafür der Franzose seinen Bogen und seine Pfeile werden nicht vom Firmament verschluckt. Sie treffen den Hörer, der bei ihm auch immer ein Betrachter ist. Gemeinsam mit Colin H van Eeckhout und Mathieu Vandekerckhove spielt er zudem bei SEMBLER DEAH. AMENRA und TREHA SEKTORI treten demnächst zusammen auf, um für NEUROSIS zu eröffnen. So viele Gründe also, um wieder einmal einem Mitglied der CHURCH OF RA Fragen zu stellen… (weiterlesen…)

AGARTTHA – Interview

Sonntag, 29. September 2013

Mit Sicherheit kann “A Water Which Does Not Wet Hands“ schon jetzt zu den positiven Überraschungen des Jahres gezählt werden. Das AGARTTHA-Debüt weiß mit seinen dunklen Klangfarben und seiner dennoch hellen Grundierung zu überzeugen. Dahinter steckt die Italienerin Francesca Marongiu, die bereits mit ihren Projekten CRISNE und ARCHITEUTHIS REX breite Fußabdrücke zu hinterlassen wusste. Ein Inspirationsquell für “A Water Which Does Not Wet Hands“ war die Arbeit des Alchemisten Michael Sendivogius. Francesca Marongiu scheint auf ihrem Erstling rohe Gegenwartsscherben aufgesammelt, sortiert und neu zusammengesetzt zu haben. (weiterlesen…)

TROUM – Interview

Samstag, 28. September 2013

Schöne Musik gibt es ja glücklicherweise viele, nicht zuletzt, wie ich finde, im instrumentalen und experimentellen Bereich. Selten jedoch hat es eine „Band“ geschafft, einen so in einen Sog zu ziehen, wie dies TROUM immer wieder gelingt, und es gibt für mich momentan keine andere, bei der mich auch der „theoretische Hintergrund“ so interessiert. Das war die Einleitung, nun zu einer anderen Art des Rock’n Roll….


(weiterlesen…)

JOB KARMA – Interview

Donnerstag, 5. September 2013

JOB KARMA sind längst keine Unbekannten mehr, sind die Polen doch neben ihrem markanten Postindustrial-Sound für ihre Live-Auftritte und vor allem ihre faszinierend verrückten Videos bekannt. Darüber zeichnet MACIEK FRETT für das multimediale WROCLAW INDUSTRIAL FESTIVAL verantwortlich. Das WIF ist neben dem MASCHINENFEST das wohl größte regelmäßig stattfindende Festival für eigenwillige Elektronik und verschiedene Facetten der Industrial Culture – wenn man denn von dieser sprechen möchte. Zuletzt erschien 2012 die Gemeinschaftsproduktion mit SIEBEN, „Anthems Flesh“, unter dem Projektnamen 7JK, außerdem ein Re-Release des lange vergriffenen Debüt-Albums „Newson“. Aber beginnen wir ganz am Anfang…. (weiterlesen…)

Eine Messe für jetzt und immer – AMENRA und SYNDROME in Leipzig

Donnerstag, 29. August 2013

Ein lauer Frühlingstag geht zur Neige. Der Vorplatz des Conne Island ist bereits gut gefüllt – Stimmengewirr, Grillduft und Vorfreude sind längst vor Ort. Der Club selbst wird sich im Laufe des Abends gut füllen. Der Freitag beweist sich einmal mehr als der Wochentag, an dem ein Konzert immer am besten platziert ist. So bleiben noch zwei Tage des Erholens, bis der Mahlstrom des Unerbittlichen mit seiner Jobklaue nach allem greift, was Leben ist, was richtig ist. (weiterlesen…)

OKO – Interview

Mittwoch, 28. August 2013

Wenn Musik die “tönende Weltfahrtstraße der Leidenschaft“ ist, wie es Jürgen von der Wense behauptet, dann sind OKO dort unterwegs. Und so wie alle Leidenschaften Wunder vollbringen können, weiß das deutsch-amerikanische, gegenwärtig in Berlin beheimatete, Duo diesen Bann um seine Hörer zu schlagen. Dabei senden Robert Heim und Aleks Slota nicht nur auf einem Kanal. Die visuelle Komponente ihrer Performance ist der Musik gegenüber gleichberechtigt und das audiovisuelle Zusammenspiel findet somit erst live seine komplette Entsprechung. Jedoch funktioniert “5730±40“ auch als rein musikalische Veröffentlichung, die geeignet ist, ihre Hörer zu fesseln. Vor kurzem erschien “5730±40“ auf dem Chicagoer Label Land Of Decay. Nun folgt ein Interview im Black Magazin… (weiterlesen…)

CHRIS CONNELLY – Interview

Mittwoch, 28. August 2013

Den in Edinburgh geborenen CHRIS CONNELLY zog es in den 80er Jahren zunächst nach London, um wenig später zu einer zentralen Figur des musikalischen Underground von Chicago zu werden. Neben seiner umfangreichen Solo-Karriere hat CONNELLY bei unzähligen Bands mitgewirkt – von MINISTRY über die REVOLTING COCKS zu ACID HORSE (zusammen mit CABARET VOLTAIRE). Darüber hinaus arbeitete er u.a. mit KILLING JOKE, MURDER INC., PUBLICE IMAGE LTD. und DAMAGE MANUAL. Wir haben ihn interviewt. (weiterlesen…)

NYOGTHA: Im Widerschein der Widersprüche

Freitag, 9. August 2013

Eine Beschäftigung mit dem britischen Duo öffnet die Tür zu einem Raum, in dem die Widersprüche auf wundersame Art und Weise miteinander harmonieren. Was für sich genommen wie ein Oxymoron klingt, kann in seiner dennoch zutreffenden Beschreibung entlang dreier Umstände aufgelöst werden. Zunächst existiert das Duo bestehend aus Edward und Tanith seit sechs Jahren und hat in dieser Zeit diverse Alben veröffentlicht und macht laut Eigenaussage vordergründig durch Mundpropaganda auf sich aufmerksam. Soweit der Old School-Ansatz. Gleichzeitig hat die Band bis heute keinen einzigen physischen Tonträger herausgebracht. All ihre Veröffentlichungen bieten sie auf Bandcamp zum kostenlosen Download an. (weiterlesen…)

ANATOMY OF HABIT – Interview

Freitag, 9. August 2013

Hätte man am Ende des letzten Jahres gefragt, aus welcher Stadt die interessantesten und eindrucksvollsten Kapellen kämen, gemessen an ihren Veröffentlichungen 2012, so wäre Chicago sicherlich weit vorn gelandet. Ob nun SUN SPLITTER, LOCRIAN oder eben ANATOMY OF HABIT. Die Band des Sängers Mark Solotroff veröffentlichte eine EP, die viele Hörer staunen ließ. Hinzu kam, dass kein Geringer als John McEntire bei den Aufnahmen an den Reglern saß, mittlerweile soll er sogar für das neue Album den Platz am Schlagzeug übernommen haben. Das Band interne Gefüge erfuhr darüber hinaus eine weitere Veränderung. Gitarrist Greg Ratajczak verließ ANATOMY OF HABIT und wurde durch Will Lindsay (Gitarrist der mittlerweile ruhenden WOLVES IN THE THRONE ROOM) ersetzt. Um Mark Solotroff indes gruppiert sich die Band. Aus der Noise-Szene kommend, ist er einer jener von Musik Besetzten, die die Welt stetig nach Ungehörtem abtasten. Daneben betreibt seit 1995 das feine Label BloodLust!. Gründe genug, um Mark zum Gespräch zu bitten. Diesem Ansinnen kam er – frisch aus den Aufnahmen zum neuen Album – nach, und er wusste eine Menge zu berichten… (weiterlesen…)

M.C. DE JONG (SEIROM, GNAW THEIR TONGUES) – Interview

Sonntag, 21. Juli 2013

Wem der Name M.C. De Jong kein Begriff ist, dem ist vielleicht das ein oder andere Projekt des Niederländers geläufig. ADERLATING zum Beispiel. Oder GNAW THEIR TONGUES. Oder eben SEIROM. Mit letzterem betrat er 2012- ein Album im Gepäck-  erneut die subkulturelle Bühne. “1973“ folgt der “Forest-EP“ und gleichzeitig ist dieses Album für sein Projekt das, was man gemeinhin als Wegmarke bezeichnet. “1973“ ist ein Album, das sich der Erinnerung verschrieben hat. Es ist der Versuch, das musikalisch einzufangen und abzubilden, was De Jong in seiner Sozialisation prägte. Im Gegensatz zu GNAW THEIR TONGUES lebt die Veröffentlichung von einer hellen Grundstimmung. In den Momenten, in denen die Schwelle der Erinnerung überschritten wird und man die Ränder des Vergangenen hinter sich lässt, strahlen Glücksmomente oftmals hell auf. Womöglich zieht das Album seine Grundierung aus diesem Umstand. Dieser und anderen Vermutungen und Fragestellungen spürt das nun folgende Interview nach.

(weiterlesen…)

GOG – Interview

Samstag, 20. Juli 2013

Mit “Ironworks“ ist Mike Bjellas aktuelles Album betitelt. GOG heißt sein Projekt und mit seiner mittlerweile vierten Veröffentlichung hat er sich als Bewohner in jener Nische festgesetzt, die Utech Records eingerichtet hat und weiter ausbaut. Der aus North Dakota stammende Bjella verknüpft auf “Ironworks“ Vergangenheit und Gegenwart, indem er die Klänge aus der familieneigenen Schmiede als Soundbasis für “Ironworks“ nutzte. Der Name der Schmiede findet sich im Albumtitel wieder. Zudem zeigt sich in den Arbeiten des Amerikaners, dass unsere Gegenwart immer noch voll vom So-Noch-Nicht-Gehörten ist. Und dies alles bildete den Gesprächsanlass für das folgende Interview…


(weiterlesen…)

MENACE RUINE – Interview

Donnerstag, 30. Mai 2013

Im Sommer 2011 tourten MAMIFFER beziehungsweise HOUSE OF LOW CULTURE gemeinsam mit LOCRIAN quer durch Nordamerika. Das Betrübnis über den defekten Tourbus in Montreal hellte sich alsbald auf. Schließlich verbrachte man so einen Tag gemeinsam mit MENACE RUINE. Daraus ist Fruchtbares hervorgegangen. Zum einen veröffentlichen MENACE RUINE nun auf SIGE Records, dem Label Faith Coloccias und Aaron Turners. Zum anderen beginnt nächste Woche die erste gemeinsame Europa-Tour. Die Kanadier haben mit “Alight In Ashes“ sicherlich zu den Veröffentlichungshöhepunkten des Jahres beigetragen. (weiterlesen…)

A-SUN AMISSA – Interview

Freitag, 10. Mai 2013

Auf Gizeh Records zu veröffentlichen, heißt ein Band der Freundschaft aufzunehmen und weiterzuknüpfen. Labelbetreiber Richard Knox betont diesen Ansatz, wenn er über sein Tätigkeitsfeld spricht. Nun finden sich von jeher in den Nischen jene wieder, denen es außerhalb dieser zu laut oder zu leise, zu grell oder zu bunt ist. Richard kennt jedoch nicht nur die Seite des Labelbetreibers. Er selbst ist in zahlreiche Projekte (A-SUN AMISSA, GLISSANDO, THE RUSTLE OF THE STARS) involviert. Mit A-SUN AMISSA hat er vor kurzem eine Veröffentlichung herausgebracht, die ihn und seine Mitstreiter von einer dunkleren und wuchtigeren Seite zeigen. Allein schon aufgrund des Titels “You Stood Up For Victory, We Stood Up For Less“ ist dem Album ein fester Platz im Hörergedächtnis garantiert. Dass das, was da erklingt dahinter nicht zurücksteht, vermittelt bereits der erste Höreindruck. Lieber Richard Knox – wer bist du eigentlich? (weiterlesen…)

OPPENHEIMER MKII – Interview

Freitag, 10. Mai 2013

Was passiert, wenn man ein Mitglied der KONSTRUKTIVISTS und den früheren Sänger von OPPENHEIMER ANALYSIS in einem Studio einsperrt? OPPENHEIMER MK II. Dabei ist die Zusammenarbeit zwischen beiden Künstlern alles andere als selbstverständlich. Ein Gespräch mit Andy Oppenheimer (AO) und Mahk Rumbae (MR) über Musikerliebe auf den ersten Blick, ewiggestrige Musikfanatiker und was Terrorismusbekämpfung mit ihrem Debütalbum „The Presence of the Abnormal“ zu tun hat. (weiterlesen…)

BLESSURE GRAVE – Interview

Donnerstag, 9. Mai 2013

Toby Grave und das BLACK – eine Geschichte, die nicht erst gestern begann. Ob nun bei BLESSURE GRAVE oder SOFT KILL – Graves post-punkige Nackenklatscher rütteln am Hörer und schütteln ihn kräftig durch. Grave hat sich dabei die Fähigkeit erhalten, sich in seinen Stücken zu verlieren, wenngleich die Welt, die sich dort findet, eine auf eine wundersame Art eingefinsterte ist. Dass dies nicht ohne Folgen bleibt, liegt auf der Hand. Dazu machte ein Gerücht im Frühjahr dieses Jahres die Runde. Grave soll verhaftet worden sein, er hätte Drogenprobleme. Irgendwie passten diese Gerüchte zum Auf und Ab seines musikalischen Wirkens. So galten zum Beispiel BLESSURE GRAVE als aufgelöst, bis plötzlich zwei neue EPs auftauchten. Die drei (“The Flashing-EP“) beziehungswiese vier Stücke (“Wasted Time“) zeigen ihn in bewährter Manier, wenig kommt dem Ausdruck des Amerikaners nah. Wie steht es also aktuell um ihn? Bleibt er von seiner besonderen Form des Wunderbaren angesteckt, um so dem Verfall zu widerstreben, der ja immer der tiefste Punkt der Verlorenheit an die Welt ist? Nun, Toby scheint zurück in die Spur gefunden zu haben, wenngleich eines bei ihm sicher ist: Nichts ist gewiss. (weiterlesen…)

BLACKHOUSE – Interview

Donnerstag, 9. Mai 2013

Brian Ladds Projekt BLACKHOUSE gehört zu den dienstältesten Industrial-Projekten. Alben wie „Five Minutes After I Die“, „We Will Fight Back“ oder „Hope Like A Candle“ genießen nicht nur hierzulande Kultstatus. Als dezidiert christlicher Künstler ist Ladd in der sonst eher dem Okkulten zugeneigten Szene eine erwähnenswerte Ausnahme. Erfolgreich war er trotzdem und amüsant der Anblick mit Runen und Pentagrammen behangene Grufties zu Textpassagen wie „Christ Is The Hope Of Man“ durch den Nebel schwanken zu sehen. Das nahende 30jährige Jubiläum wird aktuell mit verschiedenen Neuauflagen alter Alben vorbereitet. Das BLACK bat Brian Ladd zum Gespräch. (weiterlesen…)

Diesem Ende wohnt kein Zauber inne: Von Hydra Head zu Hydra Health (A Hydra Head Rehabilitation Project)

Mittwoch, 8. Mai 2013

Um das Jahr 1998 erreichte mich ein von einem Bekannten selbstkopiertes Tape, welchem die knappe Information beigefügt war, dass es sich hier um eine amerikanische Band namens ISIS handele. Veröffentlicht wurde das Original, welches mir bis heute leider immer noch nur als Kopie vorliegt, auf einem mir bis dato unbekannten Label namens Hydra Head. (weiterlesen…)

WILLIAM FOWLER COLLINS – Interview

Mittwoch, 8. Mai 2013

Spätestens seit seinen beiden Veröffentlichungen auf Type Records hat William Fowler Collins den Status eines Geheimtipps abgelegt. Der in New Mexico Beheimatete hat sich sukzessive mit seinen betörenden Ambient- und Noisecollagen eine Hörerschaft erspielt, die mit ihm gemeinsam in die abgründigen Tiefen seiner eingeschwärzten Arbeiten taucht. Passend dazu erscheint sein neues Album “Tenebroso“ nun als Teil der “Dark Icons“-Serie auf R.Lorens Label Handmade Birds. Dieses Jahr eröffnete er für OLD MAN GLOOM auf deren US-Tour. Mit Aaron Turner verfolgt er zudem ein Projekt, auf dessen Veröffentlichung man gespannt sein darf. Der Kreis um das arbeitsfreudige MAMIFFER-Ehepaar schließt sich auch mit “Tenebroso“, denn Faith Coloccia spielt auf einem Stück Piano. Genug Gründe also, um William Fowler Collins zum Gespräch zu bitten. (weiterlesen…)

JESSICA BAILIFF – Interview

Samstag, 27. April 2013

Wohl jeder Künstler fasst den Grund, auf dem er steht, in irgendeiner Form in die eigenen Arbeiten ein. Dabei zielt diese Einfassung nicht auf eine Angst gesteuerte Form des Niederlassens. Vielmehr gilt es die geliehene Zeit mit etwas anzufüllen, aus dem sich Ausdruck schöpfen lässt, um mit diesem Ausdruck der Gegenwart etwas Eigenes aufzuprägen. Nun verschleppen sich die Vermutungen zu Fragen des: “Wer sucht – findet Wen?“. Finden den Künstler die Ideen oder findet sie der Künstler? Die aus Toledo, Ohio stammende Jessica Bailiff neigt vermutlich der ersten Alternative zu. Sechs Jahre sind seit ihrem letzten Solo-Album “Feels Like Home“ vergangen. Sieht man von ihren Kollaborationen mit Annelies Monsere und SYRINX einmal ab, war es recht still um die Amerikanerin geworden. Nun steht ihr neues Album in den Startlöchern, natürlich via Kranky. Was es über all das zu berichten gibt, soll sie nun am besten selbst erklären. (weiterlesen…)

HENRY ROLLINS – Interview

Samstag, 13. April 2013

“Ich glaube nicht, dass ich jemals für eine lange Zeit stillsitzen kann.“ Wohl kaum ein Satz kommt dem, was und wer Henry Rollins ist, so nah wie dieser. Der ehemalige BLACK FLAG-Sänger wird in allen Porträts als ein permanent Schaffender und Arbeitender beschrieben. Blickt man auf seine pralle Biblio- und Diskografie zurück, unterstreicht sich der Eingangssatz wie von selbst. Rollins der Taktgeber, der Ideenstifter, der impulsive Performer, der es dennoch ablehnt als Künstler bezeichnet zu werden. Einer, der die Wunden offen hält, der ständig unterwegs ist und der sich damit abgefunden zu haben scheint, nirgendwo wirklich reinzupassen. (weiterlesen…)

HEIDI YARDLEY – Interview

Samstag, 13. April 2013

Wenn Kunst als “die große Verführerin zum Leben“ verstanden wird, dann können die Arbeiten der australischen Malerin Heidi Yardley als dunkle Verlockung beschrieben werden. Besonders ihr Spiel mit Licht und Schatten lassen ihre Werke als Verbildlichung dessen erscheinen, was Albert Camus in seinen Tagebuchaufzeichnungen als “verlorenes“ und “gefundenes“ Licht benannte. Thematisch breit aufgestellt, zeigt ihr Werk eine Welt, die genauso hätte gewesen sein können. Dies unterstreicht, dass die in Melbourne Heimische eine großartige Erzählerin ist. Ihre Bildsprache begrüßt zunächst diskret, urplötzlich jedoch saugen ihre Darstellungen ein, fordern bei längerer Betrachtung förmlich dazu auf, Teil des Gemäldes zu werden. Stringent funkeln dabei ihre Farb- und Formkompositionen. Yardleys Arbeiten begeisterten zuletzt auch Michael Gira, der einige ihrer Bilder zu Illustration seiner Veröffentlichungen auserkor. Umgekehrt stellen die SWANS auch für die Malerin eine Bezugsgröße dar, etliche ihrer Bilder tragen Titel der amerikanischen Noise-Rocker. Ein Band knüpft sich so entlang von Themenkreisen, die Überschneidungen liefern, etwa bei Fragen zu Verlust und Erinnerung. Diese Rückgriffe fußen auf einer jeweils langen und breiten Gedächtnisgeschichte. Yardleys Beobachtungsgabe, ihr Schauen, ihre Gesichtsweite und ihre Gefühlssicherheit heben letztlich ihr Wirken in die Sphären der dunklen Verlockung. (weiterlesen…)

AUTHOR & PUNISHER – Interview

Samstag, 13. April 2013

BarakaH meinte vor kurzem, man solle AUTHOR & PUNISHER unbedingt Gehör schenken. Gesagt, getan – und siehe da: Eine Veröffentlichung vulkanischen Ursprungs trieb uns ihre Soundlava entgegen. Wucht, Hitze und Unmittelbarkeit sind Vokabeln, die dem nahe kommen, wofür AUTHOR & PUNISHER steht. Natürlich vermögen es ein paar Begriffe nie, die Arbeiten eines Künstlers entsprechend einzufassen. Heaviness ist in diesem Fall das Programm, den Weg bahnt sich der Soundschwall von selbst. Dank einer Vielzahl selbstentworfener und -gebauter Instrumente sowie Klangmaschinen weiß das amerikanische Einmannprojekt eben jenen heftigen Soundstrom hervorzubringen. Die Herangehensweise des Ingenieurs ist eine deduktive, seine Stücke dagegen bilden das Ergebnis eines täglichen Experimentierens und Probierens ab. Nach seinem letzten Album “Drone Machines“ erschien nun das Nachfolgewerk “Ursus Americanus“, eine Veröffentlichung, deren Intensität vieles was in diesem Jahr erschienen ist, in den Schatten stellt. Wer also ist Tristan Shone? (weiterlesen…)

PER-ANDERS KURENBACH – Interview

Samstag, 13. April 2013

Wenn man den Namen Per-Anders Kurenbach hört, könnte das eventuell so manch jüngeren Elektrohead oder Leute wie mich als älteren Elektro Wave Fan, an das Dark Elektroprojekt PSYCHE von Darrin Huss erinnern. Dort hat Per-Anders zwischen 1996 und 2006 die Keyboards gespielt und mit Darrin Huss zusammen 3 Alben, 1 EP und für die Band diverse Remixe produziert. Außerdem war Per-Anders von 2002 bis 2007 noch bei der Graverock-Band THE SPOOK als Keyboarder und Backing-Vocalist unter dem Pseudonym TERENCE TULA tätig, hob 2006 zusammen mit Cyan von ETERNAL AFFLICT die momentan auf Eis gelegte  Formation CYAN INC. aus der Taufe, war dann von 2008 bis 2010 Livekeyboarder und Co-Produzent bei  ETERNAL AFFLICT, welche Anfang der 90er Jahre mit dem Track – San Diego – ihren bis dato größten Szene-Hit hatten. Und last but not least hatte der gute Per-Anders für eine kleine Zeit in der bekannten Electro-Punkband SHOCK THERAPY (Hate is A Fourletter Word) seine Hand im Spiel. (weiterlesen…)

RIK GARRETT – Interview

Freitag, 1. Februar 2013

Als einen Veröffentlichungshöhepunkt des aktuellen Kalenderjahres kann man sicherlich die Zusammenarbeit zwischen LOCRIAN und MAMIFFER mit dem Titel “Bless Them That Curse You“ sehen. Diese Zusammenarbeit wirkt letztlich auch aufgrund ihrer Gestaltung. Die Fotos dafür schoss Rik Garrett. Der amerikanische Künstler porträtierte dabei auch die Mitwirkenden. Die Bilder wirken direkt und klar, fast meint man, hier einen Einblick in die Herzkammer der Kollaboration der beiden Kapellen erhalten zu haben. Über Steven Hess entstand der Kontakt, der schließlich in einem Ergebnis gipfelte, das fragen lässt, von welchen Sternen die Beteiligten einander zugefallen sind. Garrett`s Arbeiten zeigen Atmosphäre und sind gleichzeitig von einem besonderen Licht umgürtet. Der an magischen und okkulten Themen interessierte Fotograf verfügt über das besondere Auge. So gelingt es ihm, mehr als das jeweilige Objekt mit seiner Linse einzufangen. Sein Blick tastet in die Tiefen des Unbekannten und verbildlicht auch das über den Moment Hinausgehende. Er spielt mit Vertrautem und Unbekanntem, setzt beides so zusammen, dass seine Arbeiten wie “Fotos aus der Vergangenheit wirken, die zeigen, wie es in der Zukunft sein wird“. Zum konzentrierten Betrachter bricht sich dabei ein Flüsterton des Eingeweihten die Bahn. Das von Garrett Ersonnene sorgt für ein Realitätsflimmern und wirkt so auf eine ganz eigene Weise: magisch! (weiterlesen…)

SONGS OF TOWNES VAN ZANDT – Ein Gespräch mit Ansgar Glade, Steve Von Till, Scott Kelly & Wino

Montag, 21. Januar 2013

Wenn Musik das ist, ”was man mit seinem Leben macht”, dann ist diese Kunstform nicht aufgeladen mit Bedeutung. Sie hat dann Bedeutung. Wird dieser Stellenwert noch von einem Rahmen umfasst, wie dem der Freundschaft, der Passion, kann von Sinnstiftung gesprochen werden. Oftmals führt die Leidenschaft für den Ausdruck eines Künstlers zusammen, gleich einem Fluss, dessen Nebenarme alles mitreißen und dies anschließend in den Hauptstrom einfließen lassen. Nicht selten lagert sich dann dort am Ufer Sediment an, welches Wertvolles birgt. Ihre Leidenschaft für die Arbeiten Townes Van Zandt`s teilen Ansgar Glade, Steve Von Till, Scott Kelly und Scott “Wino“ Weinrich. So entsprang einer Idee Ansgars das, was heute als die Veröffentlichung “Songs Of Townes Van Zandt“ erhältlich ist. Auf ihr ist ein Suchen der drei Amerikaner abgebildet. Es ist eine Suche nach Parallelen zum eigenen Wirken und das Ergebnis dieses Tastens lässt die Songs des “Texas Troubadour” im neuen Lichte erscheinen. Ansgar Glade sorgte dabei mit My Proud Mountain für die Veröffentlichungsheimat, gemeinsam mit Neurot Recordings. So fand sich für das BLACK Magazin schnell eine Gesprächsgrundlage. Zunächst wird der My Proud Mountain-Kopf die Enstehungsgeschichte der Veröffentlichung darstellen. Anschließend schildern – auf seine Vermittlung hin – Steve, Scott und Wino ihre Eindrücke…. (weiterlesen…)

NATE HALL – Interview

Montag, 21. Januar 2013

Als Frontmann von USX ist Nate Hall sicher kein Unbekannter. Wer mit den Arbeiten der Amerikaner vertraut ist, bleibt an ihnen haften, beziehungsweise haften die Stücke am Hörer. Eindringlichkeit und Wirkmacht dieser Songs suchen ihresgleichen. Nun erschien vor kurzem das erste Solowerk des USX-Sängers. Ein Folkalbum, bei dem sich Hall zu Größen wie Bob Dylan, Neil Young und Townes Van Zandt hinüberlehnt, im Rücken die Neurot-Familie, wissend, dass hier das Beste aus beiden Welten eins wird. Auf “A Great River“ agiert Hall in bester amerikanischer Folktradition. Ob Singer-/ Songwriter, Storyteller oder Troubadour – Nates Kompositionen fließen gleich einem rauschenden Fluss. Nicht umsonst äußert sich der Sänger,  der sich selbst als Anti-Hippie-Hippie bezeichnet, gern zu seiner Affinität zu Gewässern. Der Fluss und der Folk – dieses Brüderpaar lieferte schon oft den großen Geschichten Vorlagen. (weiterlesen…)

JANOSCH MOLDAU – Interview

Sonntag, 20. Januar 2013

Dark Waviger Synthie Pop a la FELIX MARC, DE/VISION, EDGE OF DAWN und MIRRORS, ENDANGER, DISTAIN oder TORUL ist wieder stark angesagt und. Wer auf diese elektronischen Sounds und Klänge steht, kommt deshalb an JANOSCH MOLDAU – einem Vollblutmusiker aus UIm – nicht mehr vorbei. JANOSCH begann 2004 erstmals Musik und Texte zu schreiben und aufzunehmen, seine ersten Referenzen als Sound-Designer hat er sich in Tonstudios überall in Europa erarbeitet. Das Debütalbum kam dann 2005 auf dem Label JANOSCH MOLDAU RECORDS heraus! Nun ist sein neustes Werk mit Namen “Lovestar” erschienen und der Name ist Programm, hier wird das Thema Liebe in all seinen Facetten elektronisch dargeboten. Das sollte für uns Grund genug sein, dem JANOSCH einmal auf den… musikalischen… Zahn zu fühlen, here we go: (weiterlesen…)

CHET W. SCOTT (BLOOD OF THE BLACK OWL, CYCLE OF THE RAVEN TALONS, THE ELEMENTAL CHRYSALIS) – Interview

Donnerstag, 3. Januar 2013

Chet W. Scott ist ein Tausendkünstler. Mit seinen Projekten RUHR HUNTER (mittlerweile CYCLE OF THE RAVEN TALONS), BLOOD OF THE BLACK OWL und THE ELEMENTAL CHRYSALIS bannt er das Wunderbare, welches sich der konzentrierten Betrachtung offenbart. Der von ihm eingeschlagene Weg ist der eines Suchenden. Im Gepäck hat er dabei stets sein spirituelles Rüstzeug. Vermutlich zeichnet sich all dies dafür verantwortlich, dass sich seine musikalischen Ergebnisse die Erhabenheit einverleiben. Sein Label, Glass Throat Recordings, fungiert dabei als Plattform für jene, die seine Suche begleiten, die andere Kanäle anschalten, wenn sie sich in Musik verlieren. (weiterlesen…)

KHOMA – Interview

Mittwoch, 2. Januar 2013

KHOMA – die Band um Johannes Persson und Fredrik Kihlberg (CULT OF LUNA) überzeugte in den letzten Jahren mit ihrer erfrischenden Mischung aus Punk, Pop und Metal. Bei der aus Umeå stammenden Band spielt neben Persson und Kihlberg besonders Sänger Jan Jämte eine zentrale Rolle, sorgen doch seine Gesangsbeiträge dafür, das Mitreißende, welches dem KHOMAschen Ausdruck innewohnt, zu entfachen. Nach ihrer Trilogie “Tsunami“ (2004), “The Second Wave“ (2006) und “A Final Storm“ (2010) erscheint nun mit ”All Erodes“ eine Veröffentlichung, die eher einer Collage gleicht, schließlich setzt sie sich aus diversen Stücken zusammen, die im Rahmen anderer Sessions entstanden sind und bis hierhin auf noch keinem regulären Album vertreten waren. Das luftig Leichte, welches charakteristisch für den Ausdruck KHOMAs ist, sorgt  auch auf “All Erodes“ dafür, dass die Hörenden bei der Erstbegegnung sofort gefangen genommen werden. Doch darüber kann die Band am besten selbst Auskunft geben. (weiterlesen…)

LOST IN DESIRE – Interview

Dienstag, 1. Januar 2013

LOST IN DESIRE – ein Name der so einiges und vieles versprechen sollte, vor allem wenn man die Klänge und Sounds von Stephan Sutor – Mastermind und Frontmann der Gruppe – zu  Gehör bekommt. Für mich klingt die Musik sehr stark nach meinen heißgeliebten 80s, also einem Mix aus Goth Rock – verbunden mit einem großen Anteil – Dark Wave und einer äußerst markanten Stimme von Stephan Sutor. Bei der rein optischen Darstellung der Band musste ich  sofort an die finnischen Goth Rocker von HIM denken und auch musikalisch findet man ab und zu etwas von Ville Valo und Co. bei LOST IN DESIRE wieder. Nach bisher zwei Fulltime-Veröffentlichungen ist dieses Jahr eine neue Single erschienen. Das sollte für uns Anlass genug sein, ein paar Worte mit Stephan zu wechseln. (weiterlesen…)

LOCRIAN & MAMIFFER – Interview

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Als uns irgendwann im letzten Jahr André Foisy ankündigte, dass LOCRIAN gemeinsam mit MAMIFFER ein Album veröffentlichen würden, war unsere Vorfreude dementsprechend groß. Zu Beginn des Jahres schickte er uns dann das Ergebnis, welches uns schwer beeindruckte und immer noch beeindruckt. Die Idee zu einem gemeinsamen Gespräch mit den Künstlern ergab sich aufgrund dieser Eindrücke zwangsläufig. Demzufolge fragten wir André, ob er die MAMIFFER-Mannschaft von einem Doppel-Interview überzeugen könne. Er konnte. Außerdem übernahm er die Rolle des Co-Interviewers vor Ort und sammelte so die Antworten seiner Bandkollegen Terence und Steven, wie auch die Aussagen von Faith, Aaron und Travis. Dass für BLACK-Leser keiner der Genannten noch einmal vorgestellt werden muss, versteht sich von selbst. So porträtiert dieses Doppel-Interview zwei der wichtigsten und spannendsten Projekte der amerikanischen Subkultur. Die Schilderungen der persönlichen Empfindungen und die subjektiven Auskünfte der Künstler lassen sich einzeln lesen oder im Zusammenhang als eine objektivierende Antwort aller Beteiligter. Zudem lässt das Interview einen Blick auf die jeweiligen Innenleben der Projekte zu, so dass sich besonders durch den Vergleich miteinander mannigfaltige Eindrücke ansammeln. (weiterlesen…)

ALAN DUNN – Interview

Donnerstag, 29. November 2012

Ein Doppelalbum über die Zahl 4? Dass das nicht nur etwas für Graf Zahl und Mathelehrer ist, war mir eigentlich schon klar, da auch ANTLERS MULM darauf zu hören waren. Beim Hören der CDs und nach erster sporadischer Beschäftigung mit den Webseiten von deren Macher, Alan Dunn, wurde mir klar, dass es hier nicht nur vieles zu hören und lesen gibt, sondern dass sich manche Fragen geradezu aufdrängen. Das Interview, das gewiss noch länger hätte gehen könne, findet ihr hier. (weiterlesen…)

NIHILL – Interview

Samstag, 17. November 2012

Wie klingt etwas, was angeblich wie das Nichts klingt? Herrscht absolute Stille? Schweigen? Heißt Stille nichts? Heißt Schweigen nichts? Das Nichts verschlingt, lässt verschwinden. Dies kann wohl kaum im Stillen geschehen, mögen sich die drei Musiker von NIHILL gedacht haben. Nihilismus mag dabei der Ausgangspunkt gewesen sein. Doch wie klingt das Ordnungsverneinende? Muss man dafür über ausreichend inneres Chaos verfügen? Gebärt man da gar einen tanzenden Stern? Die drei Niederländer mögen zumindest an das Hervorbringen einer satten Trilogie gedacht haben, die fest in einem schwarz-metallischen Rahmen geschmiedet ist. Aktuell liegt ihr Trilogieabschluss “Verdonkermaan“ vor. Auf zum Gespräch…

(weiterlesen…)

IDES OF GEMINI – Interview

Samstag, 10. November 2012

Eyjafjallajökull – “ein unaussprechlicher Name“ meint J.Bennett, seines Zeichens der Gitarrist IDES OF GEMINIs. Ohne den Ausbruch des Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen würde es das Trio aus Los Angeles wohl heute nicht geben. Neben Bennett spielen bei IDES OF GEMINI Kelly Johnston (Drums) und natürlich Sera Timms (Vocals, Bass). Letztere dürfte einigen Hörern bereits als die Stimme von BLACK MATH HORSEMAN bekannt sein. Nach der  bereits 2010 erschienenen  “The Disruption Writ-EP“ wird dieser Tage nun das Debüt-Album “Constantinople“ veröffentlicht. Wenn im Zusammenhang mit einem Album die Namen Turner, Coloccia, Kelly und Von Till fallen, kann wohl schwerlich etwas schief gehen. (weiterlesen…)

COLIN H VAN EECKHOUT (CHVE, AMENRA, KINGDOM, BLIND TO FAITH) – Interview

Samstag, 10. November 2012

Kaum einer Band gelingt es, die Quellen ihres Ideenweihers derart abzuschöpfen wie AMENRA. Und ihre Quellen sind tief. Doch der Ausdruck der Belgier beschränkt sich nicht allein auf ihre gemeinsame Band. So brachte Mathieu Vandekerckhove dieser Tage die dritte Veröffentlichung seines Soloprojektes SYNDROME heraus. Sänger Colin H van Eeckhout (CHVE) indes schickte gemeinsam mit dem USX-Sänger und Gitarristen Nate Hall eine Split-Single ins Rennen und unterstreicht damit ebenso die eingangs aufgestellte Behauptung der Ideenvielfalt. Die 7“ zeigt sowohl ihn als auch Nate von einer folkigen Seite und gibt ferner auch einen Vorgeschmack auf anstehende Veröffentlichungen. Colin H van Eeckhout kann kaum in die Riege derer gestellt werden, die unter der Bezeichnung Frontmann firmieren, dazu ist er – wie seine Mitstreiter – viel zu sehr Teil eines Ganzen –  das ein Herausgreifen nur unter der Prämisse ermöglicht, dass eben das Ganze Schaden nimmt. Dem Publikum den Rücken zugewandt, agiert er, jedoch nicht, um eine Marotte zu kultivieren, vielmehr steht er so quasi in der ersten Reihe, ist Teil des Publikums. (weiterlesen…)

EARTH – Interview

Samstag, 10. November 2012

Hypnotisch – und es fliehen Schlaf und Taumel. So – oder so ähnlich könnte eine Überschrift über dem großen Doppelwurf Dylan Carlsons und EARTHs lauten. Die eher geschlossenen Kompositionsstrukturen des ersten Teils weichen dabei einer durchgängigen Improvisationsfreude des zweiten, dennoch sind die Bezüge aufeinander deutlich. In diesem aufeinander Bezug nehmen, im einander Zuhören und Lauschen liegt womöglich auch das Magische, was beide Teile von “Angels Of Darkness, Demons Of Light“ verströmen. Das typische EARTHsche Erzählverfahren erfährt insbesondere durch Lori Goldstons Cellospiel eine Bereicherung, die Staunen lässt. Im Hörer werden so weitere Kanäle angeschaltet. Neben dem <nunc stans>, der stehenden Ewigkeit, der Erhabenheit und Weite der Stücke – gewinnt “Angels Of Darkness, Demons Of Light“ gerade durch das sehr präsente Spiel Goldstons auch an Leichtigkeit, ohne dabei gefällig zu wirken, denn schließlich schwebt über jeder EARTH-Veröffentlichung die Hadeswelt. Gerahmt von Nebel gleichen Musenschwärmen erklimmt die zweiteilige Veröffentlichung die Leiter der Hörfreude. Gegenwärtig sind EARTH auf Europa-Tour und Carlson und die Seinen verkörpern live – wie kaum eine andere Kapelle – jene Freude, die im Moment der Umsetzung des eigenen Materials auf der Bühne Hörer und Betrachter zu bannen weiß. Zeit also für ein längst überfälliges Gespräch… (weiterlesen…)

PRETERITE – Interview

Montag, 6. August 2012

Jeder Hörer kennt das. Das neue Album einer geschätzten Kapelle erscheint, oft weckt sich so Freude. Jedoch ist dies eine erwartbare Freude, die dem Hochgefühl etwas die Spitze nimmt. Ungleich intensiver ist dagegen das Empfinden, stößt man auf ein Album einer bisher unbekannten Kapelle. Im Falle PRETERITE sind die beiden Interviewer verzaubert worden. Verzaubert von einem fast unbeschreiblichen Vielklang, von einer kompositorischen Virtuosität und natürlich von der Stimme Geneviève Beaulieus, die bisher nur durch MENACE RUINE bekannt war und schon dort verzückte. Gemeinsam mit James Hamilton bildet Geneviève Beaulieu PRETERITE. Betrachtet man den Umstand in Frage kommender Label für solch ein Meisterwerk, stößt man mittlerweile zwangsläufig auf Handmade Birds. Dort ist “Pillar of Winds“ letztendlich erschienen. Beaulieus Kompositionen werden von der Instrumentierung James Hamiltons perfekt in Szene gesetzt, dazu zeigt Geneviève Beaulieu, dass die Virtuosität ihres Gesangsvortrages ihresgleichen sucht. So lässt sich in jeder Note aller Stücke auf ihrem Debüt ein “MEHR“ vernehmen, das für sich genommen sprachlich unausdrückbar ist. (weiterlesen…)

THE BLUE ANGEL LOUNGE – Interview

Montag, 6. August 2012

“Ewig“ lautet der Titel des vierten Streichs des Hagener Quintetts. Ihren Namen, THE BLUE ANGEL LOUNGE, entlehnten sie einem kleinen Club in Manhattan, in dem einst auch Nico auftrat. Überhaupt bilden Nico und THE VELVET UNDERGROUND einen Punkt, zu dem sich die Fünf gern hinüberbeugen. Der Bogen, der sich dabei zwischen dem “Gestern“ und dem “Heute“ spannt, verbindet das Beste aus beiden Welten. Gleichzeitig richten sich die Mannen um Nils Ottensmeyer und Dennis Melster nicht im “Jetzt“ ein. Das behagliche Einnisten in der Nische wird allein schon aufgrund der kalten Nebel der Düsternis und der Schwarz-Galligkeit ihrer Arrangements vermieden. Nach einer Tour durch die USA sind die Hagener nun wieder im Lande und werken am nächsten Album, auf das ihre aktuelle EP “Ewig“ bereits einen Blick gestattet. Zeit für eine Bilanz. Grund für ein Gespräch. (weiterlesen…)

WINDY & CARL – Interview

Dienstag, 17. Juli 2012

Mit “We Will Always Be“ legt das amerikanische Duo Windy & Carl das wohl persönlichste Album in der Bandhistorie vor. Ursprünglich als Valentinstaggeschenk Carls an Windy gedacht, fanden die Stücke via Kranky schließlich den Weg in die Öffentlichkeit. Sie zeugen von der immerwährenden Verbundenheit des Paares. Im letzten Gespräch dieses Magazins mit dem Duo aus Dearborn/ Michigan wurden die Spots noch auf die Fertigstellung und den Endmix des Albums gerichtet. Nun ist es an der Zeit, über das Resultat zu reflektieren. Wie alle Arbeiten der Amerikaner steuert “We Will Always Be“ etwas im Hörer an, was die Kompassnadel vieler Veröffentlichungen anderer Bands und Projekte verfehlt. Windy & Carl hören, heißt zweien zuzuhören, die musikalisch verschmelzen. (weiterlesen…)

BERSARIN QUARETT – Interview

Freitag, 29. Juni 2012

Das BERSARIN QUARTETT ist ein “imaginäres Quartett“. Dahinter steckt der in Münster beheimatete Thomas Bücker, der einigen womöglich durch eines seiner anderen Projekte – JEAN-MICHEL- bekannt sein könnte. Mit “II“ erschien dieser Tage das – wie der Titel bereits erahnen lässt – zweite Album “des imaginären Quartetts“. Dieses hauptsächlich aus orchestralen Samples bestehende Wunderwerk verzückt mit Eindringlichkeit und Subtilität. Betrachtet man die Titulierung der Stücke genauer, lassen sich dort diverse Referenzen an unterschiedliche Lyriker, zuvorderst an Georg Trakl, entdecken. Das Lyrische der Titel und die harmonischen Soundpassagen zeitigen ein Hörerlebnis, das Staunen hervorruft. Vor allem zeigt sich auf “II“ jedoch, was es bedeutet, eine eigene musikalische Handschrift zu haben. Im Hervorbringen des Eigenen findet sich sicherlich die deutlichste Parallele zu Georg Trakl. Dort, wo der österreichische Lyriker mit Worten malte, zeichnet Bücker mit Tönen. Grund genug mit dem Mann zu sprechen, dessen Klangfarben es vermögen, ein Lächeln in das Gesicht der Hörer zu zaubern… (weiterlesen…)

STEVE VON TILL (NEUROSIS, HARVESTMAN) – Interview

Freitag, 15. Juni 2012

Über kaum einen Künstler kann man wohl so bestimmt sagen, dass er identisch mit sich selbst ist. Als Frontmann von NEUROSIS hat Steve Von Till über all die Jahre wesentlich Subkulturen mitgeprägt. Von Till ist dabei mehr als nur ein Sänger, mehr als nur ein Gitarrist, mehr als nur ein Labelbetreiber. Sowohl er als auch NEUROSIS zeigen eine Unverrückbarkeit, die immer seltener zu werden scheint. Von Till und seine Mitstreiter haben sich wohl auch deshalb eine stabile und treue Hörerschaft erspielt. Und doch ist da nie Schwarm, nie Geschwader. Da ist kein Mitwippen im Wind der Moden. Das, was NEUROSIS umweht, ist vielmehr ein Wind der Klarheit. Klarheit darüber, was es heißt, im eigenen Dasein aufzuschlagen. Davon kündet auch immer ihre Art des Spieles, welches sich in den Momenten der aufrichtigen Einlassung als Toröffner entpuppt. Dieses Tor öffnet Räume der Verheißung. (weiterlesen…)

HECQ – Interview

Freitag, 15. Juni 2012

Seit 2003 treibt Ben Lukas Boysen sein Unwesen im IDM-Genre und hat es inzwischen schon auf insgesamt 7 spannende wie abenteuerliche Electronica-Alben gebracht. Sein letztes erschien im vorigen Jahr auf Hymen Records und „Avenger“ transportiert dabei eine Art Superhelden-Geschichte mittels halsbrecherischen Sound-Designs zwischen filmischen Atmosphären und vertrackten Rhythmen. Das BLACK lud daher ein weiteres Mal zum Gespräch: (weiterlesen…)

THE EYE OF TIME – Interview

Samstag, 19. Mai 2012

Folgt man dem alten Röckener, so entspringen Vielheit und Vielfalt aus “dem Widerstreit der Gegensätze“. Wenn Gegensätzliches aufeinander prallt, ist die Bündelung dieses Aufpralls eine Fertigkeit, die große Meisterschaft verrät. Dieser Meisterschaft verdächtig hat sich der Franzose Marc Euvrie mit seinem Projekt THE EYE OF TIME gemacht, wobei “die Verdächtigung“ einer Untertreibung gleichkommt, überführt sein aktuelles Album ihn doch als großen Meister. Das mit “The Eye Of Time“ betitelte  -  und eigentlich aus drei unterschiedlichen Veröffentlichungen bestehende – Werk entstand über einen Zeitraum von zehn Jahren. Dabei wurden  Elemente des Ambient, des Drum N` Bass, des Post Rock und diverse Electronica aus ihren ursprünglichen Formen herausgebrochen, abgeschliffen, neu zusammengesetzt und anschließend verfugt. Ergebnis ist ein Mosaik des Prächtigen. Seine Pracht gewinnt sich auch durch den offenkundigen Ansatz seines Erschaffers, selten zu Vereinbarendes in eine eigene Form mit ganzheitlicher Wirkung zu bringen. Wenn eine Veröffentlichung die Resultate unterschiedlicher Zeiträume miteinander verbindet, dabei nie auf das Eklektische schielt und sich das Ergebnis derart organisch anhört, anfühlt und anschaut, dann ist wohl von einem großen Wurf zu sprechen. Zu eben jenem hat Marc Euvrie mit THE EYE OF TIME angesetzt. Wenn diese Fülle, Vielheit und Vielfalt in Einheit und Einklang nicht Grund genug für ein Gespräch sind, dann … (weiterlesen…)

THISQUIETARMY – Interview

Samstag, 19. Mai 2012

“Es gibt Höhen und Tiefen, Erfolge und Misserfolge. Alles vermischt sich miteinander und der eigene Output ist das Ergebnis all dessen“. Eric Quach scheint nie still zu stehen. Seine Veröffentlichungen gleichen einem Fluss, rauschhaft und immer in Bewegung. Mit “Resurgence“ legte er im letzten Jahr sein Meisterstück ab. Seine Fertigkeiten zeigen sich dort auf ihrem Höhepunkt. Seinen Tracks ähnlich sind auch seine Antworten. Sie variieren in puncto Länge und Emotionalität, bündeln einmal das Essentielle, um andernfalls Kerngedanken und –ideen weit auszubreiten. Dabei sind sie immer tief, wild und ziehen stets eigene Kreise. Eric beherrscht die Klaviatur des guten Gesprächs spielend. Vom Schwärmerischen gleitet er ins Konkrete, vom Nachzeichnen schwingt er ins Schimpfen. Besonders diese Momente, in denen er die Selbstgewissheiten von Subkulturen kritisiert und deren Modi der Selbstdarstellung ironisch kommentiert, zeigen einen Schaffenden, der sich nicht im Mitschwingen erschöpft hat. (weiterlesen…)

AIRS – Interview

Mittwoch, 2. Mai 2012

In das Licht treten – in den Schatten verschwinden. Doch wie verhält es sich bei “düsterem Licht“? Ist das Düsterlicht jenes, was am Morgen die Passanten umhüllt, die Wege nur dürftig ausleuchtet, gerade so, dass man nicht in Gefahr gerät über Verschattetes zu stolpern? Ob Chris und Aaron ähnliches durch den Kopf ging, als sie “Gloomlights“ komponierten, kann nur vermutet werden. Tatsache ist, dass das aktuelle Album ihres Projektes AIRS ebenso Elemente vereint, die eigentlich für unvereinbar galten. Da treibt es auf das eigene Schuhwerk starrend urplötzlich los, um kurz darauf eine schwarz-metallische Schlagseite zu erhalten und eine andere Richtung zu nehmen. (weiterlesen…)

GATES – Interview

Dienstag, 10. April 2012

“Ich beobachte in letzter Zeit immer mehr zum Teil recht junge Leute, die ihre Tracks untereinander austauschen, zumeist via Internet. Da habe ich ein paar unerbittliche Sachen gehört, die mich durch ihre absolut non-kommerzielle Ausrichtung begeisterten.“ Diese Aussage wurde von Jürgen Weber im Herbst 2009 getätigt. Erstaunlich daran ist zweierlei. Zum einen beweist er ein feines Gespür für eine Entfaltung, die sich am besten unter dem Begriff “new home recording“ subsumieren ließe. Natürlich hat es das Zuhause Aufnehmen und Komponieren schon länger gegeben. Jedoch haben die technischen Entwicklungen der letzten Jahre diese Art des subkulturellen Wirkens schier unglaublich dynamisiert. Aufnehmen zu können, ohne ein Tonstudio besuchen zu müssen, Files via Internet austauschen, eine eigene Netzseite anlegen, um von dort aus Veröffentlichungen in Kleinstauflagen verkaufen zu können und schließlich die Tatsache, dass es durch das Internet leichter geworden ist, Kontakte zu Gleichgesinnten zu generieren, schneller eigene Netzwerke zu bilden – all dies zusammen schlägt sich massiv auf die musikalischen Subkulturen nieder. Etablierte Labels verlieren immer mehr an Einfluss, neue gründen sich. Wahrscheinlich hat es nie zuvor in der Geschichte der Popkultur ein derartiges Nebeneinander (aber auch Miteinander) tausender Klein- und Kleinstlabels gegeben. (weiterlesen…)

PLANNING FOR BURIAL – Interview

Dienstag, 10. April 2012

Wenn davon gesprochen wird, dass “an feine Ohren gute Kunde geht“, ist auch PLANNING FOR BURIAL gemeint. Das amerikanische Einmannprojekt veröffentlichte aus dem Schatten des eigenen Zuhauses bereits diverse Soundkleinode. Seit kurzem hat Thom auf Enemies List Home Recordings eine neue Veröffentlichungsheimat gefunden. PLANNING FOR BURIAL hören, heißt immer auch Nuancen wahrnehmen, die vorher noch nicht so wahrgenommen wurden – Sounds nachspüren, die so noch nicht erklangen – und schließlich sich einem Strom anheim geben, der einen leicht aus den Niederungen des Alltäglichen fortspülen kann. Es ist kleiner Zauber, der das amerikanische Projekt umgibt und der sich leicht auf den Hörer überträgt und so seinen Mantel um ihn wirft. Gleich einer Art musikalischen Bewusstseinsstroms verleiht Thom diesem über seine Instrumente Ausdruck. Nun ist diese Sprache keine leicht verständliche, da ihre Grammatik komplexer und ihr Wortschatz mannigfaltiger ist. Das nun folgende Interview trägt nicht den Impuls, den Zauber PLANNING FOR BURIALs aufzulösen. Vielmehr gilt es hier dem Magischen auf der Spur zu bleiben…   (weiterlesen…)

MATT ELLIOTT – Interview

Donnerstag, 22. März 2012

Gespräche mit Matt Elliott sind immer fruchtbar. Zum einen reflektiert er wie kaum ein anderer Künstler sein Wirken. Mit “The Broken Man“ steht im nächsten Jahr sein neues Album in den Regalen, das wie keines seiner Vorgänger vom freigelegten inneren Glutkern Elliotts zeugt. Der Engländer versteckt sich dabei nicht hinter der Schutzmauer des Immergleichen. “The Broken Man“ sperrt dem Hörer den Mund staunend auf. Elliott beweist einmal mehr, welch Händchen er für Melodien hat. Instrumentierung und Lyrics sind auf eine Art symbiotisch verwoben, so dass man konzedieren muss, dass so viel zu lange nichts mehr geklungen hat. Dies zum einen. Zum anderen findet sich im THE THIRD EYE FOUNDATION-Mastermind ein Gesprächspartner, der Gedanken formuliert, die weiter gehen, als die üblichen Ansagen in den Binnenraum einer Subkultur. (weiterlesen…)

GILES COREY – Interview

Donnerstag, 22. März 2012

Selten gestattet ein Schaffender dererlei Einsicht in sein Wirken und umhüllt diese gleichzeitig so gekonnt, wie Dan Barrett. Sein Soloprojekt GILES COREY überwältigt in jeder Hinsicht. Auf der inhaltlichen Ebene finden sich mit den Themen Suizid und Depression die beiden Hauptstränge des Albums. An diese knüpfen sich Nebenstränge, beschweren das ohnehin Niederdrückende, das sich irgendwo dort befindet, wo die Enden der Hauptstränge ins tiefste Schwarz verschwinden. Musikalisch liefert Barrett ein kaum beschreibbares Unikum ab, das sich von fast jeder Stilrichtung zu bedienen und nähren weiß – und doch dominiert das Folkige. Ob es nun der Soundtrack einer Rückkehr oder der des Ganges vor das finale Gericht ist, wird in diversen Publikationen heiß diskutiert. >Hermetiker< raunen die Einen, >Überwältiger< zischeln die Anderen. Ist Barrett am Ende ein Überschreiter, ein >Wiederbringer<? Auf jeden Fall berührt er, versetzt jene, die seine Arbeiten rezipieren, in Aufruhr. Die für dieses Interview verantwortlichen Redakteure hat indes am stärksten bewegt, dass dies Barrett`sche Album ein klare Beleg dafür ist, dass es immer noch Ungehörtes und Neues zu entdecken gibt. Vielerlei Fragen stellen sich und daher soll jener, an den sich die Songs “heranschleichen“, es nun am besten selbst erklären. Auftritt Dan Barrett! (weiterlesen…)

DAVID V. D’ANDREA – Interview

Donnerstag, 22. März 2012

Ein Antwortender, der nicht vorgibt, dass er über letztgültige Antworten verfügt, ist ein Geschenk für Interviewer. Wenn die Antworten dann gleich präzisierenden Fragen in Bezug auf die Ausgangsfrage sind, setzt der magische Moment des gemeinsamen Tastens für die Interviewer und den Befragten ein. Dort, wo in die Verirrung des Einzelnen Erinnerungsbruchstücke anheimgegeben werden, entsteht etwas, was den Alltag mit einem zarten Zauber überzieht.  Der Künstler David V. D’Andrea ist ein Meister seines Fachs, das Magische findet in seinen Arbeiten Widerhall. Die erdigen Töne seiner Illustrationen bilden in ihren subtilen Farbverschiebungen einen eigenständigen ästhetischen Ansatz ab. D’Andrea scheut sich dabei nicht, die Wertigkeiten des Gedankens des Künstlers als Handwerker zu betonen. Seine Werke sind durchzogen von vielerlei Symboliken. Die mitschwingende Verrätselung lässt den Betrachter staunen. Der Amerikaner ist vor allem als Gestalter diverser Cover und Konzertplakate in der Subkultur unterwegs, besonders sein Wirken für OM hat ihm Anerkennung eingetragen. Seine schimmernden und von Nachdenklichkeit geprägten Sprachbilder illustrierten eindrucksvoll unsere Stichworte. Wie eingangs angedeutet, tragen seine präzisierenden Ausführungen nicht den Charakter der Letztgültigkeit, sondern schwenken den Scheinwerfer der Frage auf bisher nicht ausgeleuchtete Ecken. Ein Illustrator also, der auch mit Worten malen kann… (weiterlesen…)

WRECK AND REFERENCE – Interview

Freitag, 24. Februar 2012

All jene, die ins Nebelhorn des “Nach uns kommt nichts mehr!“ stoßen, sollten dies lieber nicht in der Nähe von WRECK AND REFERENCE tun. Der Electronic Doom der beiden Kalifornier würde die Nebelhornbläser samt ihrer Instrumente über den Pazifik pusten und sie am nächstbesten Riff zerschellen lassen, denn das was Ignat und Felix mit “Black Cassette“ hervorgerufen haben, ist nicht weniger als ein musikalischer Tornado. Kaum vorstellbar ist dabei, dass ihre doomlastigen Stücke ohne Gitarren auskommen, obwohl sie genau danach klingen. (weiterlesen…)

DENOVALI RECORDS – Interview

Sonntag, 12. Februar 2012

Seit 2005 schickt Denovali Records seine Veröffentlichungen in die Welt und bringt so den Alltag ihrer Hörer zum Schwingen. Mittlerweile hat sich das Label dergestalt entwickelt,  das es in puncto musikalische Bandbreite, Artwork und Liebe zum Detail Maßstäbe setzt. Konsequent ignoriert es dabei die Begrenzungen, die seitens der Genrefetischisten an alle Labels herangetragen werden. Allein die sonore Qualität der auf dem Label veröffentlichten Bands und Künstler dient als Leitfaden. (weiterlesen…)

SOFT KILL – Interview

Sonntag, 12. Februar 2012

Große Veränderungen stehen bei SOFT KILL ins Haus. Nach der Trennung Tobias Graves von seiner Partnerin und SOFT KILL-Hälfte Shiloe wird er das Projekt wohl allein fortführen. Zudem raunt es aus der Subkultur, dass BLESSURE GRAVE demnächst wahrscheinlich eine Wiederauferstehung erleben werden. Vieles steht im Raum, wenig ist gewiss. Da scheint es sinnvoller, sich an den Tatsachen zu orientieren. Tatsache ist, dass SOFT KILL mit “An Open Door“ dieses Jahr ein Album veröffentlicht haben, das allerorts Wertschätzung genoss. >>Post Punk<< flaggt über diesem Tonträger – Eindringlichkeit, Schroffheit und Explosivität sind die Begriffe, die die Platte am besten beschreiben. Spricht man mit Tobias Grave erhält man immer den Eindruck, ein Gegenüber zu haben, welches sich auf der Suche befindet, rastlos ist. Dabei ist sich der SOFT KILL-Mastermind selbst nicht sicher, ob seiner Suche je ein Ankommen beschieden sein wird. Eins jedoch bleibt gewiss. So lange der Amerikaner eben auf dieser Suche ist, wird dem Hörer ein Zugang zur Welt außergewöhnlicher Soundschöpfung geboten, welche ihrerseits durch Graves beeindruckendes Verständnis für Melodien gekennzeichnet ist. Aber das soll er am besten selbst darstellen… (weiterlesen…)

OMEGA MASSIF – Interview

Donnerstag, 2. Februar 2012

Wenn von “DER“ Subkultur gesprochen wird, ist etwas Gesprächsgegenstand, was es so natürlich nicht gibt. Subkulturen differenzieren sich gegenwärtig in einem Maße aus, dass man genau in dieser Aufsplittung – Spötter sprechen von Zersplitterung – so etwas wie eine Tendenz entnehmen kann. Eine Tendenz vom Großen ins Kleine. Vom Allgemeinen ins Genaue. Vom Universelleren zum Spezielleren. Einerseits. Andererseits ist dabei jedoch erstaunlich, dass auch die Berührungspunkte zwischen diesen Klein- und Kleinstkulturen wachsen. (weiterlesen…)

KODIAK – Interview

Samstag, 31. Dezember 2011

Wenn sich ein Jahr dem Ende zuneigt, gleicht es oftmals einem Sieb, welches – nachdem es in einen Fluss getaucht wurde – langsam aus dem Wasser gezogen wird. Schüttelt man es, werden Sandkörner ab- und ausgespült. Schließlich entfernt man per Hand das Treibgut. Zurück bleiben jene Kieselsteine, die zu groß für die Maschen waren, um in die Anonymität des Flussbettes zurück zu sinken. Im Sieb mit der Prägung “2011“ hat sich u.a. KODIAKs Kiesel verfangen. Mit ihrer gleichnamigen Kompilation zeigen KODIAK, dass  Kompilation eben nicht Reihung bedeutet, sondern wie in ihrem Fall, im besten Fall: Klimax.  (weiterlesen…)

SUN DEVOURED EARTH – Interview

Samstag, 31. Dezember 2011

Den “Blühende(n) Nischen“ war das Testcard Nr.19 gewidmet. Martin Büsser stellte dort fest, dass in den Zentren “… zu viel Gutes zu oft statt(-findet)“. Martin Gitschel, seines Zeichens eine Hälfte des Drone-Duos TROUM, bemerkte in einem Interview mit dem Auf Abwegen Nr.35, dass ein wesentlicher Antrieb für die Beschäftigung mit Musik das “in der Kleinstadt (H)ocken“ gewesen sei. Der lokale Aspekt der Nische, das Dasein in der Provinz, mag wohl auch für den Letten Vadeem und sein Projekt SUN DEVOURED EARTH eine Rolle gespielt haben. Der in Aizkraukle Wohnende, lebt in einer 9000 Einwohner starken Stadt, 90km südöstlich von Riga. Dort, wo andere Bands selten vorbeikommen und sich keine funktionierende Subkultur bilden kann, wuchert die Nische noch unkontrolliert. (weiterlesen…)

SACRED BONES – Interview

Dienstag, 20. Dezember 2011

Kauzig. Knorrig. Liebenswert. So lassen sich die Veröffentlichungen des amerikanischen Labels Sacred Bones wohl am besten beschreiben. Taylor Brode und Caleb Braaten sind seine Betreiber. Ihr Wirken basiert auf dem Grundgedanken, Ungehörtes zum Erklingen zu bringen und dabei gleichzeitig zu zeigen, dass Freundschaft eine tragende Säule subkulturellen Wirkens ist.  (weiterlesen…)

KARL KOLLMANN im Interview: Auf der Suche nach den verlorenen Möglichkeiten von Literatur, Veränderung und Befreiung

Dienstag, 20. Dezember 2011

Wenn Reizüberflutung zum Dauerzustand wird, wird es immer schwerer sich dieser zu entziehen. Jene Überflutung deckt alles zu. Die sekundäre Wirklichkeit, dies Simulacrum, findet ihre Umsetzung, indem sie alle Realien als Datensätze nachbildet. Das Virtuelle ist dabei, Leben und Erfahrungen zu reproduzieren, um letztlich als das Allgemeingültige bestehen zu bleiben, Leben wird zum entkernten Download. Wo bleib der Widerstand? Gab es ihn – und wenn ja, was ist von ihm übrig geblieben? Kann Kunst, kann Schreiben widerständig sein, auch in diesem Heute, wo die Bilderflut nur noch die Zeit bis zum Tod überbrückt? Und welche Hilfe braucht jemand, wenn er dennoch schreibt? Geld? Passion? Perspektive? (weiterlesen…)

WINDY & CARL – Interview

Samstag, 19. November 2011

Wenn Schönheit das Gelungene ist, dann kann man sagen, dass die Alben von WINDY & CARL schön sind. Das Duo aus Dearborn/ Michigan verzaubert mit seinen anmutigen Veröffentlichungen seit Jahren seine Hörer. Im Kranky-Gebirge sind WINDY & CARL beinahe Urgesteine, wenngleich es in den letzten Jahren ruhiger um Windy Weber und Carl Hultgren geworden ist. Privat wie künstlerisch ein Paar, beweisen sie, dass Symbiosen oftmals die fruchtbarsten Ergebnisse zeitigen. Diese umfassen einen fast universellen Ausdruck, sie fordern förmlich zum Eintauchen in das Dargebotene auf. Gleichzeitig ist der ihren Veröffentlichungen immer innewohnende Zauber ein Leitstrahl für viele, überglänzt dieser doch in den Minuten des Durchlaufs ihrer Platten die Eintrübungen unserer Zeit. (weiterlesen…)

PROFOUND LORE – Interview

Samstag, 19. November 2011

Wohl kaum ein musikalisches Genre hat sich in den letzten Jahren so ausdifferenziert, wie das des Metals. Unzählige Subströmungen sind entstanden, mannigfaltige Kollaborationen mit Künstlern aus anderen Genres und Subkulturen sind eingegangen worden. Mitverantwortlich für diese Entwicklung ist das kanadische Label Profound Lore. Dessen Betreiber Chris Bruni fischt seit nunmehr 7 Jahren in den musikalischen Weihern nach metallischen Fischen. Dabei ist Bruni ein sorgfältiger Fänger. Vieles von dem, was in den Netzen hängen bleibt, wirft er in den Weiher zurück – nur weniges landet im Fangkorb. Über das was ihn antreibt, gibt Chris Bruni im nun folgenden Interview Auskunft. (weiterlesen…)

ESMERINE – Interview

Samstag, 5. November 2011

La Lechuza – die Eule. Vogel der Weisheit. Totenvogel. Als Totenvogel ist sie auf EMSERINEs neuem Album präsent, denn der Tod schwebt über diesem Album. Konkret ist dabei der Heimgang Lhasa De Selas gemeint, jene Künstlerin, deren kreativer Einfluss und deren aufrichtige Freundschaft letzten Endes maßgeblich dazu beitrugen, dass ESMERINE die Fackel, die sie einst aus der Hand legten, wieder aufnahmen.  (weiterlesen…)

CHELSEA WOLFE – Interview

Samstag, 5. November 2011

Kein Künstler kann seiner Zeit vorauslaufen. Edgar Varése merkte an, dass der Künstler nur seine Zeit reflektieren könne, um sie in die Geschichte einzuschreiben. Die Kalifornierin Chelsea Wolfe verkörpert den Varéseschen Ansatz gegenwärtig so deutlich, wie wohl nur wenige. Ihr Album “The Grime And The Glow“ weiß über unsere Alltagswelten vor dem Hintergrund einer aufziehenden Düsternis zu berichten. Dabei verwirklicht die Amerikanerin besonders das Motto “e pluribus unum“. Sie zaubert aus dem Vielen das Eine, indem sie ihre Meisterschaft der Verdichtung und der Aufschichtung von Soundkleinoden beweist. Darüber hinaus versteht sie ihre Fertigkeiten auch live gekonnt darzubieten. Gemeinsam mit CULT OF YOUTH und ZOLA JESUS tourte sie durch die USA. Wobei jedem klar sein dürfte, dass es sicherlich nicht der einfachsten Übung entspricht, bei diesem Package live einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. (weiterlesen…)

FÜR BERND MATTHEUS – Ein Gespräch mit Karl Kollmann

Dienstag, 2. August 2011

Jürgen Weber war es, der seinerzeit den Begriff der „Ungewollten“ ins Spiel brachte. Doch wer sind sie, die Ungewollten? Sind sie jene, die auf der Flucht vor den Epochenübeln an den Rand geflohen sind? Was finden sie dort am Rand, in der Diaspora? Oft strahlen die Ungewollten im Licht ihrer Widersacherexistenz, das Exil scheint ihr Schicksal zu sein. So sind sie denkbar weit entfernt von jenen, „die im Zentrum des Meinungswechsels sesshaft sind“ und jenen, die „die ein Drehkreuz im Herzen haben“ (B.Strauß). Die Ungewollten sind oft jene, die ausgeschlossen wurden – oder flüchteten, weil sie anders antworten, als die Massen in ihrer formlosen Schlammhaftigkeit. Oft verfemt, oft mit Häme bedacht, zahlen sie den Preis für Fragen und Gedanken, die sich nicht in matter Erschöpfung im stehenden Tümpel des Konsenses spiegeln. Aus dem Exil antworten die Ungewollten meist, indem sie der Masse ihre Widerhaken der kalten Wut entgegen schleudern, von Ingrimm getrieben. Diesen Randständigen haftet nicht selten etwas Schweres, Dunkles an. Ihr Abweichen vom Konsens geht oft einher mit ihrer Ablehnung der Kreolisierung der Umstände, die von den Zentren in die Etappe wabbert. (weiterlesen…)

N oder nur Amps + Guitar – Interview

Mittwoch, 20. Juli 2011

Kaum eine Zielgruppe wurde in letzter Zeit so mit Veröffentlichungen überschwemmt, wie die Drone-Hörerschaft und insbesondere die (meiner Meinung nach) völlig überbewerteten NADJA haben sich dabei eher unrühmlich hervorgetan. Ich gehe im Drone-Sektor deshalb streng selektiv vor und neben meinen jahrelangen Favoriten MAEROR TRI/TROUM hat sich gerade mal der [MULTER]-Gitarrist Hellmut Neidhardt mit seinem Solo-Projekt N einen festen Platz in meinem Plattenregal erkämpft. Sein rauer Gitarren-Sound ist markant, die Thematik meist maritim und die Discografie überschaubar (was sich im Moment aber gerade zu ändern scheint) – Zeit für ein Interview: (weiterlesen…)

R. Loren (SAILORS WITH WAX WINGS, WHITE MOTH, PYRAMIDS) – Interview

Mittwoch, 20. Juli 2011

Via Angel Oven Records sind dieser Tage zwei besondere Alben erschienen. Dahinter steckt R. Loren, der u.a. als Frontmann der PYRAMIDS bereits Beachtung gefunden haben dürfte. Das Wirken R. Lorens erscheint nämlich in einem besonderen Licht. Während viele Künstler ihren Schöpfungsprozess im Sinne eines Abschälens der Ideen begreifen – gleichsam einem Loslassen – hat man bei ihm den Eindruck, dass sich seine Ideen stärker in ihn hineinspielen. Das Spektrum seines Wirkens überglänzt die Pförtner der Schubladen und so kann es nicht verblüffen, dass es nun gleich zwei Soloarbeiten R. Lorens gibt. Sein Ausdruck, der sich in WHITE MOTH und SAILORS WITH WAX WINGS manifestiert, verwickelt die Ohren des Rezipienten ins Gehörte. Dieses wuchtige Herausschleudern bei gleichzeitigem Hineintreiben lässt ihn als einen Seltenen erscheinen. Ein Seltener, für den die Mechanismen des ins Zentrum Drängens und Rückens außer Kraft gesetzt zu sein scheinen. Er meldet sich selten zu Wort. Umso freudiger empfanden wir seine Interviewzusage. Genug unserer Worte … (weiterlesen…)

LOCRIAN – Interview

Dienstag, 19. Juli 2011

Zuschauer des eigenen Lebens sind sie nicht – die drei Amerikaner von LOCRIAN. Dabei richten André Foisy, Terence Hannum und Steven Hess ihren Fokus auf das Selbstleben. Entlang der alten Grundfrage Albert Camus`, ob man selber lebt oder gelebt wird, haben sie das Erstgenannte gewählt. Gleichzeitig nehmen sie dabei in Kauf, sich für den schwierigeren Weg entschieden zu haben. Dabei haben wir – und so auch LOCRIAN – es  schwerer, selbst zu erleben, da das Selbsterlebte heute mit ungleich stärkeren und schnelleren Bildern ringen – und es vor den Sperrfeuern des Digitalen häufig nach Deckung suchen – muss. (weiterlesen…)

GRAYCEON – Interview

Montag, 18. Juli 2011

Es ist schon merkwürdig, wie sehr eigene sozialisatorische Muster nachwirken. Im Bereich des Interesses für Musik bedeutet dies nicht selten, dass man bestimmte Umstände und Neigungen aus der Frühphase immer wieder zu reproduzieren scheint. Dies meint Muster, die einst einem feinen Spinnennetz gleich, den Hörer gefangen haben. Muster, die nicht mechanisch zu reproduzieren sind. Muster, bei denen man, wenn man ihnen erneut begegnet, sofort ein Gefühl der Vertrautheit entdeckt. Nicht wenige denken sicherlich an die Momente zurück, wenn die Vorfreude auf die Veröffentlichung eines neuen Albums Wellen schlug. Konkret zu benennen, warum mit der Veröffentlichung des neuen Albums von GRAYCEON diese Gefühle ausgelöst sind, scheint unmöglich. Trotzdem bleibt ein Interesse, ein Nachspüren, warum die musikalischen Vorlieben, die sind, die sie sind. Dazu dient das nun folgende Interview mit Jackie Perez Gratz, Max Doyle und Zack Farwell aka GRAYCEON. (weiterlesen…)

WOODEN WAND – Interview

Samstag, 16. Juli 2011

WOODEN WAND und Young God Records – selten bedingten sich eine Veröffentlichung und deren Label so sehr, wie in diesem Fall. Dabei tritt James Jackson Toth, das Gesicht hinter WOODEN WAND, seinen Weg an der Wegscheide an, die Michael Gira mit den ANGELS OF LIGHT in eine andere Richtung gehen ließ. Und dennoch starte(te)n beiden vom selben Punkt. Ihr Gepäck ist sorgfältig gewählt, nur das Notwendige ist dabei. Ihr “Unterwegssein“ ist angetrieben “vom forschenden Blick, der nichts zu fürchten scheint“. Toth hat – wie Gira auch – sein Wirken in den Anfangstagen auf die experimentellen Umgänge fokussiert. Als der jüngere der beiden scheint er nun aber auf einen Weg gelangt zu sein, den er immer gesucht hat. Dabei verzeichnet dieser nicht die Gabelungen und Kreuzungen wie der Weg Giras. Mit “Death Seat“ hat Toth nun via Young God Records ein Album vorgelegt, von dem auch in diesem Jahr noch viele sprechen werden. Unter dem Eindruck der Eindringlichkeit und der Direktheit seiner Veröffentlichung entstand das folgende Interview. (weiterlesen…)

KINIT HER – Interview

Freitag, 15. Juli 2011

KINIT HER, das aus Nathaniel Ritter und Troy Schafer bestehende Duo, hat innerhalb kurzer Zeit mit einer Reihe von Veröffentlichungen ein originelles Werk erschaffen, das sich aus einem reichhaltigen Fundus teils randständiger Musik speist und das im Spannungsfeld zwischen Song und Experiment, Folk und rituellen Klängen steht. Titel und Artwork verorten KINIT HER in Regionen jenseits der Ratio und Nüchternheit. Seit kurzen besteht neben KINIT HER das neue Projekt WREATHES, das stärker auf den Song fokussiert ist. (weiterlesen…)

CURRENT 93 – Interview

Samstag, 14. Mai 2011

Current 93, die (selbstironisch so bezeichnete) „ultimative halluzinatorische gnostische Supergruppe“ um David Tibet, ist ein Universum, in dem seltsame Planeten herumschwirren, ein Projekt, das auch nach 27 Jahren (noch) zu überraschen vermag. Die Texte David Tibets sind auf den vergangenen drei Alben nach einer Zeit der Introspektion zu einer völlig eigenen und oftmals in ihrer Metaphorik und Bildlichkeit – „a heap of broken images“ heißt es in Eliots „The Waste Land“ – kaum zu durchdringenden Mischung aus Autobiographischem und Kosmischem geworden. Die Anzahl der an den Alben und auf der Bühne Beteiligten wuchs und nachdem Current 93 mit „Black Ships Ate The Sky“ 2006 vielleicht durchaus etwas vom Folkboom profitieren konnten, veröffentlichten sie drei Jahre später mit „Aleph at Hallucinatory Mountain“ ein Rockalbum um erneut Erwartung(shaltung)en zu unterlaufen. „Baalstorm, Sing Omega“, das jüngste Werk, schließt laut David Tibet die jüngste  kreative Phase ab. (weiterlesen…)

ZOLA JESUS – Interview

Freitag, 13. Mai 2011

Es gibt wenig Berichte über ZOLA JESUS, die nicht auf die Musik der frühen 80er, auf melancholischen New Wave und klassischen elektronischen Pop referieren. In der Tat klingen viele Aufnahmen der aus dem amerikanischen Mittelwesten stammenden Sängerin Nika Roza Danilova wie der Soundtrack zu einer Zeitreise in eine Ära, in der die Musik Kate Bushs oder der Eurythmics in aller Munde war, und wer was auf sich hielt, auch Sängerinnen wie Lene Lovich oder Siouxsie Sioux etwas abgewinnen konnte. Nicht, dass es Musik dieser Art nicht auch in der Zwischenzeit gegeben hätte, doch mittlerweile ist sie auch wieder in den Grenzbereichen zwischen subkulturellen Nieschen und “alternativem” Mainstream salonfähig, und so stammen die meisten Reaktionen auf Zola Jesus auch weniger aus dem Gothic-Bereich als aus der Indie- und Blogger-Szene. (weiterlesen…)

JULIA KENT – Interview

Freitag, 14. Januar 2011

Im Wesen des Unterwegsseins liegt das Ankommen. Julia Kent, die ambitionierte Cellistin aus dem kanadischen Vancouver, die heute in New York lebt, ist viel unterwegs. Doch worin liegt ihr Ankommen? Liegt es vielleicht in ihren vielfältigen Kollaborationen? Liegt darin ihr Ankommen? Und wie verhält es sich in den Phasen des buchstäblichen Unterwegsseins, auf ihren ausgedehnten Tourneen der letzten Jahre? Ist das ihr Entortetsein? Es lässt sich vermuten, dass sie vor allem in den Räumen zwischen all diesen Polen agiert. Ist sie am Ende eine Rastlose? Womöglich findet ihr Ankommen –„ihr Hiersein“- am ehesten in ihren Soloveröffentlichungen Widerhall. Dies scheinen die Echoräume zu sein, in denen sie am stärksten als Sendende agiert, weniger als Mitsendende.

Am besten -und dies ist das einzig Sichere- kann wohl Julia Kent selbst zu diesen und anderen Fragen Auskunft geben. (weiterlesen…)

UWE HENNEKEN – Interview

Donnerstag, 13. Januar 2011

„Alles fällt, das ist das Leben und kann daher nur gut sein“ – Ein Gespräch mit dem Maler UWE HENNEKEN

Im Frühjahr dieses Jahres gestaltete der Berliner Maler UWE HENNEKEN das Artwork für eine LP-Box von Current 93, ferner präsentierte er im Kunstverein Braunschweig eine große Soloschau mit Gemälden und Skulpturen. Momentan bereitet UWE HENNEKEN Ausstellungen in Berlin, New York und Athen vor. BLACK hat den Künster zu seiner Arbeit und ihren theoretischen Hintergründen  befragt.

(weiterlesen…)

CRIPPLED BLACK PHOENIX – Interview

Mittwoch, 1. Dezember 2010

CRIPPLED BLACK PHOENIX sind Fischer an den Quellen des großen Ideenweihers. Mit “I, Vigilante“ legen die Briten nun ein Album vor, dessen intensive Thematisierung von Kriegen es fast zu einem Konzeptalbum macht. Die Lautmagiker um Justin Greaves sind willens und in der Lage, das von Ideen durchzogene und in Gedanken Geformte, in eine musikalische Entsprechung zu münzen. Letztlich sind die acht Phönixe um Mastermind Justin Greaves eine der Bands, die gezielt ihre Hörer selbst suchen, gesteuert davon, was – und wie sie veröffentlichen. Über die dazugehörigen Taktiken und das dahinter stehende Selbstverständnis wird nun Justin Greaves persönlich Auskunft geben. (weiterlesen…)

S (JENN GHETTO) – Interview

Mittwoch, 10. November 2010

Womöglich werden dem ein oder anderen Jenn Ghettos Arbeiten bereits im Kontext der leider 2003 aufgelösten CARISSA`S WIERD begegnet sein. Seit einigen Jahren tritt die in Seattle lebende Amerikanerin unter dem Namen “S“ auch solo in Erscheinung. Ihre Stücke sind durchleuchtet von einer Innerlichkeit, zu deren Ausdruck viele Künstler nicht im Stande sind. Gleichzeitig verkörpert ihr schöpferisches Wirken auch ein Wagnis, da ihre Arbeiten entlang der Konfrontationslinie von Innen und Außen geknüpft sind. Aber vielleicht liegt genau in diesem Punkt der Schlüsselreiz für jene, die von den Arbeiten Jenn Ghettos gefangen sind. Entlang der Tatsache, dass Ghetto für ihre Zurückhaltung in Interviews bekannt ist, überraschte ihre Zusage zu diesem Gespräch umso mehr. Anders als jene Künstler, die in einstudierten Posen der Weltabgewandtheit verkaufsfördernde Argumente entdeckt haben, ist ihr Außenseitertum gelebte Praxis. Dabei kann sie frei nach B.Mattheus über den Rand, an dem sie lebt nicht berichten, denn das kann bekanntlich nur, wer im eigentlichen Zentrum lebt und von dort auf die Ränder blickt. Vielmehr Aufschluss als dieses Interview kann schließlich ihre Musik geben, jene fragilen, aus dem Feld des Ungehörten heraus gezupften Stücke. Ergänzend dazu nun das folgende Interview… (weiterlesen…)

BARBARA BEAUSOLEIL – Interview

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Seit fast dreißig Jahren ist Barbara BEAUSOLEIL mit dem wegen Mordes inhaftierten Musiker BOBBY BEAUSOLEIL verheiratet. Für ihn ist sie nicht nur die wichtigste Verbindung zur Außenwelt, sondern auch eine enge künstlerische Mitarbeiterin. Aber BARBARA BEAUSOLEIL lässt sich nicht auf die Rolle der Ehefrau reduzieren. Vielmehr ist die ausgebildete Künstlerin unabhängig von ihrem Mann auf etlichen Feldern aktiv, etwa als erfolgreiche Malerin und Leiterin einer Tanztruppe. Eine wesentliche Säule ihrer Arbeit ist die Erforschung des Kults um die Große Mutter, der sie eine eigene Internetseite gewidmet hat. (weiterlesen…)

ANDREW LILES – Interview

Samstag, 16. Oktober 2010

Es mag ein ungewöhnliches Kompliment sein, bei einem Vertreter sogenannter Experimentalmusik zuallererst auf das große Unterhaltungspotential hinzuweisen. Seit den 80ern geht ANDREW LILES seiner Leidenschaft, dem Sammeln, Bearbeiten und Zusammensetzen ungewöhnlicher Klänge nach, machte irgendwann sein Steckenpferd zum Beruf und zählt heute nicht nur zu den wichtigsten Figuren im Dunstkreis von NURSE WITH WOUND, sondern auch mit seinem Solowerk zu den ganz Großen an der Schnittstelle von Electronica und Musique Concrète. (weiterlesen…)

Cupidos Odyssee: Aufstieg, Fall und Wiedergeburt des BOBBY BEAUSOLEIL (Essay+Interview)

Freitag, 15. Oktober 2010

Auf einer Fotografie aus dem Jahr 1967 steht der damals 19-jährige Bobby BeauSoleil auf den Stufen der Russian Embassy, einem viktorianischen Gebäude in San Francisco, in dem er als Untermieter des Filmemachers und Okkultisten Kenneth Anger wohnt. Bekleidet mit Mantel und Zylinder, seiner typischen, bohémienhaften Haight-Ashbury-Uniform, zu der nur noch seine Bouzouki sowie der geliebte Hund Snofox fehlen, schaut er voller Arroganz auf den Betrachter herab. An die Tür hinter ihm hat irgendwer Aleister Crowleys berühmtes Diktum “Do what thou wilt” geschrieben, und BeauSoleil, seiner musikalischen Begabung sicher, weiß sehr genau, was er will: nämlich die Vision einer neuartigen Rockband als elektrischem Symphonieorchester verwirklichen. (weiterlesen…)

YEN POX – Interview

Sonntag, 3. Oktober 2010

Vor nicht allzu langer Zeit wurden noch Unsummen für die vergriffenenen Veröffentlichungen der Amerikaner von YEN POX geboten. Sicherlich kommt Steven Hall (VEIL OF SECRECY) und Michael JV Hensley (BLOOD BOX) eine Pionierrolle dahingehend zu, dass sie wesentlich mitdefiniert haben, was Ambient ist. Seitdem haben sich unzählige Nachspieler aufgemacht und mit ihrem epigonalen Tun versucht, die Schneise, die YEN POX einst in den Dschungel des Ungehörten hineinschlugen, nach beiden Seiten breiter auszutreten. Lange Zeit ruhte das Projekt und tritt nun zum einen durch die Wiederveröffentlichung des 15 Jahre alten Ambient-Klassikers “Blood Music“ und zum anderen mit neuem Material via Substantia Innominata in das Blickfeld subkulturellen Interesses. Grund genug eine Rückschau und eine Bestandsaufnahme zu wagen. (weiterlesen…)

RED SPAROWES – Interview

Donnerstag, 30. September 2010

Jene, die mit den Veröffentlichungen von RED SPAROWES vertraut sind, werden diese aufgrund der verwobenen, klingenden, tönenden und lauschenden Vielheit rühmen. Diese Vielheit ist fern einer schnöden Vielfalt, da sie an den Rändern nicht ausblasst. Trotzdem soll diese Vielheit als Gegenstück zum Chaos verstanden werden, denn präzise und strukturiert werden die Stück von den Amerikanern gespielt, so dass sie auch als Meister der Bündelung bezeichnet werden können. Nach einigen personellen Umbesetzungen hat die Band mit Bryant Clifford Meyer, Greg Burns, Dave Clifford, Andy Arahood und Emma Ruth Rundle mittlerweile ihren festen Kern gebildet. Im Frühjahr dieses Jahres erschien mit “The Fear Is Excruciating. But Therein Lies The Answer“ RED SPAROWES`s drittes Album. Ausreichend Stoff also, um ein Gespräch mit Greg Burns zu führen. (weiterlesen…)

MADELINE VON FOERSTER – Interview

Freitag, 20. August 2010

Von Theodor Lessing stammt der Gedanke, dass ein Maler sich selbst immer mitmalt – unabhängig davon, ob er denn nun abstrakt malt oder etwa figurativ. Madeline Von Foersters Bilder bergen eine Reichhaltigkeit, die, wenn man Lessings These zugrunde legt, von einem großen inneren Reichtum der Malerin künden. Von Foerster münzt ihre Ideen in Bilder um und beschert den Betrachter somit ein Fest für die Augen. Sie zeugen von einem hohen Maß an Innerlichkeit und meiden die schreckensumwitterten Gemeinplätze, strahlen in ihren ohne Scheu das Gestern mit einbeziehenden Formen der Darstellung. Das sonnendurchglänzte Alleinstellungsmerkmal ihrer Kunst hat Von Foerster mittlerweile einen größeren Interessentenkreis beschert. Man sieht ihre Bilder nicht nur in internationalen Galerien und in renommierten Kunstmagazinen, auch Bücher und Tonträger bereicherte sie bereits durch ihre visuelle Gestaltung. Das Gestern fest im Blick läuft sie auf das Kommende zu. Dabei wirken ihre Bilder wie ein machtvoller Gegenzauber zu den Zentrifugalkräften der Moderne. Ausdrucksstark in ihrer Darstellung, farbenreich in ihrer Ausführung, schweben ihre Ideen über die Leinwand, jedoch täuscht der erste Eindruck des scheinbar Schwerelosen, denn an den Wurzeln ihrer Ideen hängt “das größte Gewicht“. Wen Madeline Von Foerster “mitmalt“, soll das folgende Interview zeigen. (weiterlesen…)

SIEBEN – Interview

Sonntag, 15. August 2010

Matt Howdens Projekt mit dem unscheinbaren Namen SIEBEN ist nach rund fünfzehn Jahren Bestehen aus der Szene kaum noch wegzudenken. Doch aus welcher eigentlich? Wie selbstverständlich taucht sein Name in der Berichterstattung über Neofolk auf, strich Howden doch für Jahre die Saiten in einer der wichtigsten Kapellen des Genres. Stilistisch allerdings müsste man die Gemeinsamkeiten zu seinem repetitiven Geigenspiel, welches eine ganze Band zu ersetzen vermag, recht grob an den Haaren herbei ziehen, zumal ihm in diesem Bereich eine Nebenrolle zuteil käme, die seiner unwürdig wäre. Howden wird auch gelegentlich als Filmkomponist aufgeführt und der neueren klassischen Musik zugeordnet. Einige Soundtrack-Meriten und ein der Minimal Music nicht fernes de nova da capo-Kompositionsprinzip sprechen dafür, doch übergeht man bei dieser Klassifizierung gerne den schlichten und warmen Popcharakter, der seine Alben fast immer auszeichnet. (weiterlesen…)

BACKWORLD – Interview

Freitag, 6. August 2010

Joseph Budenholzers Projekt BACKWORLD ist in seiner Anlage so ausgerichtet, dass es zur Immersion einlädt. Dabei ist der Amerikaner ein ewig Forschender, tragen doch seine Arbeiten ein experimentierendes Suchen nach Gott in sich. Leidenschaftlich ist sein Ausdruck und seine, über einen längeren Zeitraum anwachsenden, Kompositionen kosten ihn viel Kraft. Budenholzer vermittelt den Eindruck, sich während des Kompositionsprozesses “zur eigensten Seele heim zu tasten“. In seinem Schaffen stehen diese Momente als Zwischenaufenthalte und finden ihre Formgebung in seinen Liedern und deren außerweltlicher Schönheit.

(weiterlesen…)

LITTLE ANNIE – Interview

Donnerstag, 1. Juli 2010

Bei manchen Künstlern fällt eine adäquate Einleitung aufgrund der schieren Quantität ihres Outputs oder aber der  Anzahl der Jahre, die sie tätig sind, schwer. Bei anderen ist es die Qualität – nicht notwendigerweise beschränkt auf Qualität im Sinne von gut oder schlecht, sondern verstanden als Variation im Schaffen(sprozess). Bei Little Annie, auch als Annie Anxiety bekannt, treffen beide Faktoren aufeinander. (weiterlesen…)

KLIMEK – Interview

Donnerstag, 1. Juli 2010

Wer Musik als Unterwegssein versteht und nicht im Sinne des Ankommens als Angekommensein, ist eventuell schon auf das Projekt KLIMEK gestoßen. Hinter KLIMEK steckt mit Sebastian Meissner jemand, der ein großes Ideenfeld sein eigen nennt, welches er beständig aberntet und neu bepflanzt. Das ist besonders dann wichtig, wenn man sich, wie Meissner, auf den Pfaden elektronischer Musik bewegt. Ihm gelingt es mit KLIMEK, eine eigene und kräftige Stimme im Chor der Vielen ertönen zu lassen. Seine vielschichtigen und vielgesichtigen Arbeiten sind Mosaiksteine, die aneinander gelegt den Künstler Sebastian Meissner abbilden. Man könnte ihn fast als einen Narrator bezeichnen, ohne dass bei ihm die Worte aufschlagen müssen. Das “Erzähltempo“ seiner Kompositionen ist zurückgenommen und bekanntlich setzt solch ein Tempo die Fähigkeit zur narrativen Breite und dramaturgischen Tiefe voraus. (weiterlesen…)

MUSHROOM`S PATIENCE/ DITHER CRAF – Interview

Donnerstag, 1. Juli 2010

„Angehaltene Herzen vitalsieren, indem man eigenes Herzblut in sie hineinpumpt“, – so könnte die Überschrift über dem Werk Raffaele Cerronis, Entschuldigung – Dither Crafs – lauten. Es ist in letzter Zeit ruhig geworden, um den Italiener, der u.a. mit MUSHROOM`S PATIENCE, aber auch als Maler tiefe Spuren im Sand hinterlassen hat. Seine rauschhaften Veröffentlichungen und sein leidenschaftsstarkes Werk bannen den Rezipienten ein ums andere Mal. Gleichzeitig hat Dither Craf die hohe Form der Faulheit als  Kunstform etabliert. Aktionismus ist ihm fremd. Selten traf auf jemanden der Monaigne Gedanke stärker zu, dass sich “im Abseits … angenehmer genießen“ lässt. Und doch verharrt er nicht an der Staumauer des Schweigens, vielmehr meldet er sich als Künstler nun wieder zu Wort. Eine seiner vielen Qualitäten tritt dabei erneut hervor: Er kann das Abwesende anwesend machen. Seine Veröffentlichungen scheinen Splitter eines größeren Ganzen zu sein, sehnsüchtig erwartet man sein Hervortreten. Sein humoristisch eingefärbter Überschuss an schwarzer Galle und seine gleichzeitige Suche nach einer Welt, in der er willkommen ist, sind neben seinem einmaligen künstlerischen Ausdruck Elemente, die das sehnsüchtige Warten auf seinen Ausdruck evozieren. Vor allem scheint Raffaele aber ein Seltener zu sein, nämlich einer, in dem das Leben noch sein Echo findet … (weiterlesen…)

VOICE OF EYE – Interview

Donnerstag, 1. Juli 2010

Ähnlich der “Blauen Blume“, dem Sehnsuchtssymbol der Romantik, haben auch die Veröffentlichungen VOICE OF EYEs eine Sehnsuchtsymbolik. Die Verbindung von Natur, Mensch und Geist eint beide. “Die Blaue Blume aber ist das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Ewigkeit, Liebe oder Gott.“ (R.Huch). Das Gleiche ließe sich auch über die musikalischen und kompositorischen Suchbewegungen der beiden Amerikaner Bonnie McNairn und Jim Wilson sagen. Seit nun fast 20 Jahren forschen sie in den Tiefen der Klänge und durchstöbern die fast vergessenen Archive der Erde. Ihre tief ausgeloteten Kompositionen und ihre harmonischen Arrangements setzen die Fähigkeit zur dramaturgischen Tiefe voraus. Ihr inneres Kerngehäuse ist auch als Resonanzraum des eigenen Unterbewussten zu verstehen. Gleichzeitig verfügen ihre Kompositionen über die Qualität den Raum um sie herum zu verflüssigen und die Zeit anzuhalten. Letzteres gelingt ihnen, indem sie mittels ihrer Kunst Splitter aus den Zeitbehältern schlagen. (weiterlesen…)

BLESSURE GRAVE – Interview

Dienstag, 15. Juni 2010

Zeitfarbe – Anstrich der Gegenwart – sie scheint für BLESSURE GRAVE nicht allzu sehr zu leuchten, antworten sie doch musikalisch und kompositorisch auf ihre Hörgewohnheiten und somit auf die Musiktradition der 80er Jahre. Die beiden Kalifornier, T. Grave und Reyna Kay, schöpfen aus ihrer musikalischen Symbiose eine Kunst, die das Gestern nicht wegschiebt, wobei sie sich nicht im Gestern verhaken. Vor kurzem erschien auf Alien8Recordings  ihr Album “Judged By Twelve, Carried By Six“.

(weiterlesen…)

THOMAS LIGOTTI – Interview

Montag, 14. Juni 2010

„Nothing is for all/in this colony of puppets“

Thomas Ligotti gehört zu den originellsten und talentiertesten Verfassern unheimlicher Literatur. Während andere Autoren ihre Texte dank Textverarbeitungsprogrammen zu endlosen Romankonvoluten aufblähen, an deren Ende der Einbruch des Unheimlichen in die Welt meistens abgewendet werden kann, also der (konventionellen Rezeptionsbedürfnissen entgegenkommende) wärmende Mantel des Happy Ends den Leser wohlig umhüllt, die Unordnung – (weiterlesen…)

LUX INTERNA – Interview

Freitag, 28. Mai 2010

Auch wenn mir der Name LUX INTERNA schon eine Weile geläufig gewesen war, erreichte mich deren Musik erst so richtig, als ich sie auf dem 2007er WGT sah. Vor allem „God is not dead for the birds“ versetzt mich immer wieder in eine ähnliche Stimmung, selbst wenn ich es seitdem nur als ’Tonkonserve’ hören konnte. Das kurz nach dem WGT begonnene Onlinegespräch folgt.

(weiterlesen…)

LUSTMORD – Interview

Freitag, 21. Mai 2010

„There is a place/Within darkness/Beyond, between/Without name“

Brian Williams’ Projekt entstand in den Nachwehen der ersten Industrialgeneration. Seine Bekanntschaft mit Throbbing Gristle, SPK und Monte Cazazza ließ ihn zuerst noch in bester transgressiver Tradition atonale Klänge herstellen, bevor er sich weniger konfrontativer und atmosphärisch dichterer Musik zuwandte (weiterlesen…)

BUNNY LAKE – Interview 2010

Freitag, 21. Mai 2010

BUNNY LAKE oder den Geist von Ian Curtis unter der glitzernden Disco-Kugel treffen

BUNNY LAKE aus Wien dürften treuen BLACK-Lesern keine Unbekannten sein, da ich das Projekt um den Ex-Sänger von FETISH 69 und FM4-Redakteur Christian Fuchs anlässlich ihres Debüt „The Late Night Tapes“ schon einmal interviewt habe. 4 Jahre und 2 Alben später hat sich einiges bei BUNNY LAKE getan, denn inzwischen hat die Band einen Major-Deal und ist fast im Pop angekommen. Wo vorher noch düstere Nachtclub-Atmosphären und schrill-peitschende Club-Tracks dominierten, gehen jetzt Melancholie und Euphorie groovig Hand in Hand. Frontfrau Suzy On The Rocks überzeugt dabei nicht nur optisch, sondern betört auf „The Beautiful Fall“ auch durch eine hörbar gereifte Stimme, die uns Männer einfach nur niederknien lässt. Christian stand dafür dann hier Rede und Antwort: (weiterlesen…)

Dem Satan eine Kirche – Anton LaVey zum Achtzigsten

Mittwoch, 14. April 2010

Widmet man sich der Lebensbeschreibung von Anton Szandor LaVey, läuft man rasch Gefahr sich in einem Netz aus tatsächlichen Ereignissen, Erfindungen und Halbwahrheiten zu verfangen. Verstand LaVey es doch auf virtuose Weise, in seinen Lebenslauf etliche Legenden einzuflechten, um so ein Gesamtkunstwerk der besonderen Art zu schaffen; wobei er für sich das für jeden Menschen geltende Recht in Anspruch genommen hat, seine Vita so zu gestalten, wie es seinem inneren Wesen entspricht. Etliche Kritiker machten es sich später zur Aufgabe, LaVey zu entzaubern und ihm Unwahrheiten nachzuweisen. Besonders hervorgetan hat sich hier Zeena LaVey, die zweite Tochter der Schwarzen Papstes1: bedenkt man, dass sie sich einst mit ihrem Vater überworfen hatte, ja sogar behauptet, ihn durch einen Fluch getötet zu haben, muss man sich fragen, ob ihre vermeintlichen Enthüllungen nicht in Wahrheit Erfindungen sind, um dem Ansehen LaVeys zu schaden. Da es den selbstgewählten Rahmen dieses Essays sprengen würde, soll hier nicht versucht werden, jenes Netz zu entwirren. Ohne gänzlich auf kritische Hinweise zu verzichten, soll hier den Legenden geglaubt und das Lebensbild nachgezeichnet werden, das LaVey selbst von sich entworfen hat. (weiterlesen…)

DBPIT & XXENA Interview

Samstag, 10. April 2010

Das Berliner Georg von Rauch-Haus gilt als eines der ersten besetzen Häuser Deutschlands und ist mittlerweile das älteste Hausprojekt der Stadt. An einem kalten Abend im Januar sollte hier der erste gemeinsame Berlin-Auftritt von Flavio Rivabella und der Videokünstlern xXeNa stattfinden. Flavio Rivabella? Genau, Der Bekannte Postindustrielle Trompeter. Trat er früher vornehmlich als Solokünstler in Erscheinung, verfolgt er seit 2008 das gemeinsame Projekt DBPIT & xXeNA. Nicht zuletzt das Mitwirken von xXeNa und der historische Ort führten dazu, dass DBPIT seinen Live-Sound noch stärker verdichtete. So leuchteten die einzelnen Soundpartikel noch stärker aus sich heraus, schwebten einerseits frei und nahmen andererseits ein. Nach einem kurzen Gespräch am Ende des Auftritts wurde das Interview per Mail fortgeführt. Vorhang auf für den Soundzauberer DBPIT und seine Partnerin xXeNA. (weiterlesen…)

A SILVER MT ZION -Interview (Black 40)

Donnerstag, 1. April 2010

Was anfangs als kammermusikalisches Seitenprojekt von GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR wahrgenommen werden konnte, hat inzwischen ein interessantes Eigenleben entwickelt. Vom ersten Album “He Has Left Us Alone But Shafts Of Light Sometimes Grace The Corner Of Our Rooms“ bis zu “This Is Our Punk Rock, Thee Rusted Satellites Gather + Sing” wurde die Instrumentierung üppiger, die Vocals nahmen einen größeren Raum ein, schließlich kam auf letztgenannten Album ein Chor hinzu.

(weiterlesen…)

AXON NEURON/VAGWA – Interview (Black 48)

Donnerstag, 1. April 2010

AXON NEURON/VAGWA oder Observers New Europa

Schon seit 1995 geistert das Projekt AXON NEURON/VAGWA des Rostockers Enrico Eisert nun schon durch die hiesige Industrial-Szene, aber ist leider bisher völlig unverdienter Maßen immer noch ein Geheimtip geblieben. Anfangs noch auf Tape und später CD-R veröffentlichte er sehr atmosphärische Klangcollagen, die oftmals durch verrauschte Radiosamples unterlegt sind und eine Bandbreite von rituell über krachig bis martialisch aufweisen. Bisheriger Höhepunkt dieser Entwicklung war das Mini-Album „Lohe“ beim Berliner Label Eternal Soul und im Anschluß erschien dort auch eine umfassende Werkschau in Form einer Doppel-CD. Aktuell veröffentlicht AXON NEURON/VAGWA gerade auf dem eigenen Mailorder eine exzellente CD-R-Reihe mit größtenteils unveröffentlichten Archiv-Material und aus diesem Anlaß fragte das BLACK nach dem Stand der Dinge. (weiterlesen…)

GRUNTSPLATTER Interview (Black 43)

Montag, 22. März 2010

Sind Namen Schall und Rauch? War mir bisher der Name GRUNTSPLATTER kein Begriff, zog mich doch der Schall, der seinem neusten Album „The Aberrant Laboratory” entstieg, recht schnell in seinem finstern Bann. Und je tiefer man durch den ’Rauch’ der Musik dringt, umso mehr gibt es hier zu entdecken. So war es mir wirklich eine Ehre und eine Freude, „Am Ende des Flusses“ mit Scott zu sprechen, der mehr zu sagen hatte als „the horror, the horror“, aber mit dem man offensichtlich den „Horror Vacui“ teilen kann. Enter: GRUNTSPLATTER. (weiterlesen…)

JOOLIE WOOD Interview (Black 47)

Samstag, 20. März 2010

Ein Interview nach einer nur vier Lieder umfassenden E.P., dies würde man gewiss nicht jedem Künstler zugestehen. Wer „Tales of Colour and White“ jedoch einmal gehört hat und wer JOOLIE WOOD – als Teil von CURRENT 93 – live gesehen hat, wird gewiss fasziniert gewesen sein und unser Interesse teilen.

(weiterlesen…)

WERMUT Interview (Black 40)

Mittwoch, 17. März 2010

WERMUT oder Treue ohne Reue

Das Projekt WERMUT tauchte voriges Jahr im Umfeld von HIS DIVINE GRACE und NOVY SVET auf und veröffentlichte eine 10“ im Post Industrial-Stil auf Old Europa Cafe. Die Anfang diesen Jahres erschienene Split-7“ mit ROD DROID ging dann aber plötzlich forsch in die Minimal Elektro-Ecke und die folgende aktuelle 10“ untermauerte diesen ersten Eindruck weiter. Trotzdem blieb das Ganze mysteriös und gab Anlaß zu Fehlinterpretationen – bis zu diesem Interview, doch lest selbst:

(weiterlesen…)

KAL CAHOONE (Tarantella) Interview

Dienstag, 16. März 2010

Eventuell ist Kal Cahoone dem ein oder anderen Leser aus der Zusammenarbeit mit Jay Munly oder LILIUM bekannt. Richtig aufmerksam auf ihre Arbeiten wurden viele durch ihre Band TARANTELLA, welche sie gemeinsam mit John Rumley gründete. Das erste Album der Gruppe, die gekonnt Einflüsse lateinamerikanischer Musik mit Country und europäischer Folklore verbindet, trägt den Titel “Esqueletos“ und erschien 2005 auf Alternative Tentacles, dem Label des ehemaligen DEAD KENNEDYS- Frontmannes Jello Biafra. Neben Bands wie THE DENVER GENTLEMEN, WOVEN HAND, 16 HORSEPOWER und SLIM CESSNA`S AUTO CLUB, die alle für einen morbiden und bisweilen exzentrischen Country-Stil berüchtigt sind, gelten TARANTELLA als ein integraler Bestandteil der Denver Szene, des so genannten Denver Sounds. Kal Cahoone ist eine der wenigen Frauen in dieser Szene. Als Musikerin hat sie eine ganz eigene Art des Schaffens und des Live-Spiels. So wirkt sie bei Live-Auftritten immer ein bisschen entrückt fast außerweltlich – als würde sie nur für sich spielen. Ferner fällt bei ihren Auftritten auf, dass das scheinbar Schwere ihr leicht fällt, ohne dass sie ihrerseits dem Schweren leichtfertig gegenüber tritt. In der Tradition des amerikanischen Folk kann man in ihr aber auch eine Storytellerin sehen, deren Geschichten sich in einer Art abgeschlossenen Kosmos bewegen und sich nicht selten zu etwas Außergewöhnlichem transformieren. In ihrer unverstellten Art hat sie sich unseren Fragen gewidmet. Vor kurzem ist Kal Cahoones erste Solo-Ep “Built The Fire“ bei Helmet Room Recordings erschienen. Ihr Debütalbum wird im Laufe des Jahres veröffentlicht. (weiterlesen…)

GENEVIÉVE PASQUIER Interview (Black 43)

Sonntag, 14. März 2010

In der doch sehr männlich dominierten Welt der, ich sag mal, härteren und dunkleren elektronischen Musik behauptet sich GENVIÉVE PASQUIER nun schon eine ganze Weile. Sie fällt hier sowohl durch ihre akustischen Darbietungen als auch dadurch auf, dass sie zu den wenigen Künstlern zu zählen ist, von denen man sich auch guten Gewissens Poster aufhängen kann. Natürlich konnte ich mir die Chance nicht entgehen lassen, auch die ’bessere’ Hälfte von THOROFON zu interviewen, los geht’s. (weiterlesen…)

CIRCULAR Interview (Black 48)

Sonntag, 14. März 2010

CIRCULAR oder Gestaltung des Unbekannten

Das der Dark Ambient-Markt durch die erleichterten technischen Bedingungen und gemessen am mehr als überschaubar daran interessierten Publikum leider völlig überschwemmt ist, dürfte unbestritten sein. Um so schöner, wenn aus der grassierenden Veröffentlichungsflut ein wirklicher Diamant heraussticht und genau so einen funkelnden Edelstein stellt das Debüt „Shaping The Unknown“ von CIRCULAR dar.

(weiterlesen…)

TREUE UM TREUE / REUE UM REUE Labelportrait (Black 47)

Sonntag, 14. März 2010

Treue um Treue/Reue um Treue – ein Labelportrait

Hinter dem inzwischen sich fest etablierten Label T(R)eue um T(R)eue stehen unter anderem das Duo Sofia und Lazslo von WERMUT, die nicht nur mit ihrer Musik, sondern eben auch durch ihrer Verlagsarbeit für frischen Wind in der Minimal-Electro-Wave-Szene gesorgt haben. Beide standen mir im folgenden Labelportrait Rede und Antwort, welches hoffentlich zur weiteren Popularität dessen beitragen wird.

(weiterlesen…)

NOBLESSE OBLIGE – Interview (Black 45)

Sonntag, 14. März 2010

NOBLESSE OBLIGE oder was haben Klaus Kinski, Klaus Nomi und Santa Klaus gemeinsam?

NOBLESSE OBLIGE ist eine meiner MySpace-Entdeckungen, welche ich auf Empfehlung von Christian Fuchs (BUNNY LAKE) gemacht habe und die mir sonst sicher durch die Lappen gegangen wäre. NOBLESSE OBLIGE ist ein Duo, welches aus Valerie und Sebastian besteht und zumindest in England schon mit ihrem minimalen wie wilden und anarchischen Disco Punk für Furore gesorgt hat. Als Einflüsse machen sie bei MySpace Klaus Kinski, Klaus Nomi und Santa Klaus geltend, aber man könnte auch genausogut Punk, sleazy Disco, Glam Rock, schwulen Synth-Pop und Industrial anführen. NOBLESSE OBLIGE provozieren und verstören, können aber auch den Club zum tanzen und schwitzen bringen – über all das und auch das immer noch aktuelle Album „Privilege Entails Responsibility“ führte ich folgendes Interview mit Sebastian von NOBLESSE OBLIGE: (weiterlesen…)

FETISH 69 – Interview

Sonntag, 7. März 2010

FETISH 69 oder wenn sich Bands weiterentwickeln!

Den ersten Kontakt mit FETISH 69 hatte ich via MTV Anfang der 90‘er Jahre, wo eine Metalcombo in interessanter Clipästhetik und rohem Sound der differenzierter Sezierung des HUMAN LEAGUE-Klassikers „Boing Boiled“ annahm. Das danach gekaufte Album erfüllte dann aber nicht ganz meine Erwartungen (irgendwie Metal eben) und die Band war schnell wieder vergessen. Zwar kam ich durch das Nebenprojekt BLOW auf dem Label unseres Verlegers noch mal kurz mit FETISH 69 in Berührung, aber selbst der hier etwas elektronischere Sound sprach mich nicht so richtig an. Wieder gingen Jahre ins Land und ich bekam eine Remix-Doppel-CD von FETISH 69 zum rezensieren und das Ding war verdammt aufregend, spannend und irgendwie verstörend!

(weiterlesen…)

JOHN DUNCAN Interview

Sonntag, 7. März 2010

Bei der Beschäftigung mit der Arbeit von John Duncan und der damit zusammenhängenden Auseinandersetzung mit seinem Werk ist eine Tatsache unumstößlich und soll als Sprungbrett für das folgende Gespräch dienen: Die Zahl der Künstler, die ähnlich polarisierend wirken, ist überschaubar. So kann John Duncan sicherlich als Grenzgänger bezeichnet werden. Die Frische seines Werkes und das Unverbrauchte seines Ansatzes machen die Beschäftigung mit ihm so spannend. Dabei steht nicht nur sein Facettenreichtum im Mittelpunkt. Ferner ist er mitnichten ein sich auf der Projektionsfläche des Stilmittels der Provokation Ausruhender. Vielmehr zeigt seine Arbeit vor allem eins, nämlich dass die Auflösungseffekte von Provokation in eine eindimensionale Verführungskultur münden, um Inhaltsarmut zu überdecken. (weiterlesen…)

JARBOE Interview

Sonntag, 7. März 2010

Neben Michael Gira war JARBOE das prägende Gesicht der SWANS. Nach dem Split der Kapelle begann für sie eine Solokarriere, auf deren zahlreiche Ergebnisse sie mittlerweile zurückblickt. Wenige Frauen haben subkulturell so viel ausgelöst und bewegt wie die Amerikanerin. Und dabei ist sie eine ständig Suchende geblieben. Denn was ist das Leben mehr, als ein langer ungewisser Heimweg (nach Beckett). Foto: Jill Williams (weiterlesen…)

REFORMED FACTION Interview

Sonntag, 7. März 2010

Ist der Wille zur Kunst sozial korrupt? Nun, dieses Theodizeeproblem der Kunst streifen Mark Spybey und Robin Storey mit ihrem Projekt REFORMED FACTION. Waren beide in den vergangenen Jahren vornehmlich als Solokünstler aktiv, entschlossen sie sich nun erneut zusammenzuarbeiten. Erneut? Richtig, da war doch was. Beide waren Mitglieder der legendären ZOVIET FRANCE. Einschneidend und wesentlich wirkten sie am Hauptcharakteristikum von ZOVIET FRANCE mit: dem Differenzerlebnis. Im Laufe des bis zum heutigen Tag andauernden Bestehens von ZOVIET FRANCE verließ Mark Spybey 1989 das Projekt. Robin Storey tat es ihm 1992 gleich. Was also trieb die beiden an, wieder an ihrem Klangpanorama zu arbeiten? Dieser – und anderen Fragen – soll das folgende Interview Abhilfe schaffen. (weiterlesen…)

SIX ORGANS OF ADMITTANCE Interview

Sonntag, 7. März 2010

Ben Chasny veröffentlicht seit 1998 unter dem Namen SIX ORGANS OF ADMITTANCE. Dabei schien sein Gitarrenspiel insbesondere auf den frühen Aufnahmen von indischen Ragas beeinflusst. Chasnys Musik ist im besten Sinne des Wortes psychedelisch und jenseits einfacher Kategorisierungen, denn auch wenn anfangs die Musik starke Folkelemente aufwies, machen gerade die jüngsten Veröffentlichungen deutlich, dass eine Zuordnung in momentan allzu beliebte Genres nur bedingt funktioniert. Neben seinem Hauptprojekt ist Ben Chasny seit einigen Jahren Mitglied von COMETS ON FIRE, mit denen er dem Noiserock frönt, er hat als AUGUST BORN veröffentlicht und spielt Gitarre bei BADGERLORE und CURRENT 93.

(weiterlesen…)

MUSHROOM`S PATIENCE Interview

Sonntag, 7. März 2010

Eine ungebrochene, unreflektierte und lineare Biografie wird sich wohl nie mit dem Namen MUSHROOM`S PATIENCE verbinden. Das sich hinter dem römischen Maler und Musiker Raffaele Cerroni formierte Projekt ist an Kategorisierungsversuchen desinteressiert. Bei der Beschäftigung mit dem Projekt lässt sich eine Grundhaltung vermuten, die der große Hans Henny Jahnn einst so formulierte: “Wer die Haltung aufgibt, der hat die Achtung der anderen verloren und ist daran, sein Leben zu verlieren.“ Das Vitale durchdringt jede Note bisheriger MUSHROOM`S PATIENCE-Veröffentlichungen. Ob die von Raffaele Cerroni herbeigesehnte “Revolution des Geschmacks“ eines Tages eintreten wird, verbirgt sich im Nebel der Zeit. Inwiefern Menschen, die an der eigens forcierten Ästhetisierung des Alltags leiden, bei MUSHROOM`S PATIENCE eine Zufluchtstätte finden, müssen sie selbst entscheiden. Definitiv sind MUSHROOM`S PATIENCE eine Bereicherung des kleinen Dauerringens, was landläufig als Leben bezeichnet wird. Und mit absoluter Sicherheit sind MUSHROOM`S PATIENCE in all ihren Stilistika ein Geschenk an alle, die bereit sind zuzuhören. Bis die Seele eines Tages abgeliefert werden muss… (weiterlesen…)

MARISSA NADLER Interview

Sonntag, 7. März 2010

Auf ihren bisher zwei veröffentlichten Alben spielt die 1981 geborene Amerikanerin Marissa Nadler eine originelle Form des Folks, die durch ihren melodischen Sopran charakterisiert ist und in Teilen fast schon so etwas wie einen außerweltlichen Charakter hat. In ihren selbst so betitelten Balladen treten interessante Figuren auf und es dürfte ihr mit ihren Veröffentlichungen schon jetzt gelungen sein einen Platz zwischen anderen Vertreterinnen des momentan so boomenden Folkgenres zu finden. (weiterlesen…)

LARSEN Interview

Sonntag, 7. März 2010

“… dort werden wir uns nun/ Treffen schöner Kummer tiefes Herz.“, heißt es bei S. Kirsch (“Halboffene Tür“). Und der Ort, an dem dies eventuell geschehen kann, wird in diesem Sommer wohlmöglich einer sein, an dem die neue Veröffentlichung von LARSEN (“Seies“) zu hören ist. So ist es LARSEN, dem italienischen Quartett aus Turin mit eben jenem Album gelungen, das letzte kleine versteckte Maß an Reife auszuloten. Klang bei früheren Aufnahmen noch SWANS`sche Vergleiche durch sämtliche Rezensionen der Musikpresse durch, so kann mittlerweile konstatiert werden, dass es den Italienern gelungen ist, ihr eigenes musikalisches Universum abzublenden. Und von wem lässt sich das schon groß behaupten. Das natürlicherweise die Position “zwischen den Stühlen“ eingenommen werden muss, um Unvergleichliches zu schöpfen, wird auch nach dem Gespräch mit LARSEN, hier vertreten durch Fabrizio Modonese Palumbo, deutlich. Zuvorderst jedoch noch ein großer Dank an Bellissimo.it bezüglich der zur Verfügungstellung des Bildmaterials. (weiterlesen…)

CHARALAMBIDES Interview

Sonntag, 7. März 2010

“Sind wir doch mal ehrlich, das alltägliche Leben ist bereits ein Kompromiss.“ wird Christina Carter in diesem Interview sagen. Gemeinsam mit Tom Carter bildet sie das Projekt CHARALAMBIDES. Eingewebt in einen Teppich analoger Flächen und träumerischer Gitarrensounds, ist ein Hauptmerkmal der beiden Amerikaner ihre Authentizität. Das Authentische in diesem Fall heißt, das Selbstgewählte auch zu tragen, eins zu sein mit der Form des eigenen Ausdrucks. Und so verbindet sich dieses kleine Maß an Freiheit mit einem außerordentlichen musikalischen Quellstrom. Nur wenigen Projekten gelingt es, ein Bild von sich selbst in ihr Wirken einzuflechten. Deshalb können die CHARALAMBIDES all jenen etwas schenken, die sich abseits des dominierenden digitalen Lebensideals befinden. Nur wenigen gelingt es mit ihrer Musik so glaubwürdig zu versichern, dass sie kein Interesse an der Veränderung der Welt auf Knopfdruck haben. (weiterlesen…)

STARS OF THE LID Interview

Sonntag, 7. März 2010

STARS OF THE LID  - allein die Nennung des Bandnamens lassen viele Augen leuchten. Mit sicherer Hand und souveräner Geste haben sie sich als Fixpunkt des musikalisch Außergewöhnlichen manifestiert. Adam Wiltzie steht exemplarisch für den Ideenreichtum der hierzulande als Gitarrenambient umschriebenen Musikklassifizierung. Doch Wiltzies Arbeiten erschöpfen sich nicht in eindeutig verortbaren Subklassifizierungen. Schwebend leicht und eindringlich sind die Ergebnisse seines konzentrierten und wirkungsvollen Arbeitens. Darüber hinaus beweist er, dass kleine Sottisen ein Interview würzen und bereichern können. Vor einiger Zeit hob er mit Christina Vantzos sein neustes Projekt THE DEAD TEXAN aus der Taufe. Das Interview kann somit auch unter dem Gesichtspunkt einer Bestandsaufnahme über Wiltzies wichtigste Projekte gelesen werden. (weiterlesen…)

JOHANN JOHANNSSON Interview

Sonntag, 7. März 2010

Selten- sehr selten ist die Faszination für ein neu entdecktes Projekt nach der Rezeption des ersten Tonträgers Ausgangspunkt einer auditiven Liebesaffäre. Bei dem Album “Englabörn” von dem Isländer JOHANN JOHANNSSON ist dieser seltene Fall eingetreten. Warum? “Englabörn” scheint ein Versprechen zu sein, ein Versprechen von Größe. Und ein Schlüssel, ein Schlüssel um die Tür zu öffnen, und die Flucht aus einer schlechten Erfindung, genannt reale Welt vorzunehmen, denn warum sollte jemand der eine Welt selbst erfinden kann, an der schlechten Erfindung dieser realen Welt teilnehmen? Das musikalische Talent JOHANN JOHANNSSONs wird sich jedem halbwegs geübten Ohr sofort erschließen.

(weiterlesen…)

CURRENT 93 Interview

Sonntag, 7. März 2010

”Good-ol’ time Armageddon Music“ Zu CURRENT 93 ließen sich Seiten schreiben, was in David Keenans “England’s Hidden Reverse“ ja auch schon geschehen ist. Ob die langen, düsteren Soundscapes der Frühphase, der spätere “Apocalyptic Folk“ oder die jetzige Verortung als “Urhorde des neuen Folk“ (Berliner Zeitung) durch die Mainstreampresse: Umfangreich ist das Werk David Tibets, zahlreich die Veröffentlichungen und auf den ersten Blick scheint es erratisch zu sein, bei näherer Betrachtung finden sich aber immer wieder Konstanten, wie auch im folgenden Interview betont wird. Gleichzeitig haben sich wenige Künstler in den vergangenen Jahren so rar gemacht, was öffentliche Äußerungen betrifft. Anlässlich des neuen Albums “Black Ships Ate the Sky“ und der für CURRENT 93-Verhältnisse recht umfangreichen Europa-Tour brach David Tibet sein Schweigen und zeigte sich als offener und sehr humorvoller Gesprächspartner, der etwas zur Konzeption des neuen Albums sagte und dessen Thema immer wieder Spiritualität war. Wie kaum ein anderer Künstler setzt Tibet in CURRENT 93 seine allerpersönlichsten Obsessionen um, was in fast jeder seiner Zeilen deutlich wird.

(weiterlesen…)

ANTLERS MULM Interview 2006

Sonntag, 7. März 2010

ANTLERS MULM oder Bohemians From Beyond

ANTLERS MULM ist für mich persönlich eines der ganz wenigen Projekte, die in den letzten Jahren einen sehr eigenen und frischen Sound zu bieten hatten, der sich mühelos einer Beschreibung und etwaigen Vergleichen entzog. Hypnotisch-melodische Ambient-Soundschleifen voller pochend und klopfender Intensität und Atmosphären mit sonoren Sprech-Gesangs bietet nun auch das aktuelle zweite Album “Reverse” und ebenfalls zum zweiten Mal lud ich Hans Johm fürs Interview vor:

(weiterlesen…)

ANTLERS MULM Interview 2003

Sonntag, 7. März 2010

ANTLERS MULM oder was bleibt ist silbergrauer Staub

Wege durch den schnellen Staub – Sonnensegel winken. Teleskop und Funkstation lauschen fernen Freunden. Der große Raum umarmt die Nacht – die weite Bahn strahlt dir den Gruß. (aus „Ferne Freunde“) (weiterlesen…)

TROUM Interview

Samstag, 6. März 2010

Geräuschmusik und Nichtsprachlichkeit sind zwei enge Verwandte, mehr noch  – meint mancher – sie bedingen sich gegenseitig. Dass dies in besonderem Maße auf TROUM zutrifft, wird die Kenner des Projektes kaum überraschen. Wann versagen die Worte? Wo hat das Deskriptive seine Grenzen? Schon dort, wo das schwer Sagbare, das kaum Beschreibbare, gesagt und beschrieben werden soll? Und dennoch gibt es über TROUM viel zu sagen. So faltet ihre Musik Wahrnehmungslücken. So scheint beim Hören ihres Outputs die Zeit gleich lang, aber um vieles breiter zu sein. Spürt man sich stärker, wenn man TROUM hört? Warum bildet ihr Soundfluss mehr ab, als es bei anderen Formationen der Fall ist? Unsererseits lässt sich festhalten, dass BarakaH und Glit(s)ch  eines mit den Surrealisten verbindet – sie sind Meister im Kaschieren ihrer Meisterschaft. (weiterlesen…)

BODUF SONGS Interview

Samstag, 6. März 2010

Zum wiederholten Male liefert das amerikanische Label Kranky eine musikalische Überraschung. Mittlerweile scheint es als könne man den Hörhunger allein dadurch befriedigen, indem man jede Veröffentlichung des Labels abonniert. Mit einer ergreifenden Melange aus Folk- und Ambientthemen spielen sich BODUF SONGS in die erste Reihe. Damit dies auch für die Herzen der Hörerschaft gilt, soll ein Gespräch mit Mat Sweet die wenigen Informationen, die über BODUF SONGS im Umlauf sind, anreichern, beleuchten und erklären. (weiterlesen…)

STEVE VON TILL (NEUROSIS) Interview

Samstag, 6. März 2010

Wann hat etwas angefangen? Wodurch wurde es ausgelöst? Worauf liegt dabei der Initialakzent? Bezüglich unserer eigenen musikalischen Sozialisation fällt dem Output des Neurot Recordings-Universums sicherlich eine tragende Rolle zu. Wahrscheinlich war es die NEUROSIS-Veröffentlichung “Enemy Of The Sun“ deren Urkraft das bis heute Antreibende weiter und weiter bewegt. Der Neurot-Kosmos um Steve Von Till begeleitet uns seitdem. Mit dem TRIBES OF NEUROT-Album “Grace“ stießen er und NEUROSIS weit über Stilgrenzen hinaus und zum ersten Mal wurde dabei zweierlei deutlich: Hörererwartung und Festlegung spielen im Neurot Recordings-Land keine Rolle. Über die Jahre gewann das Neurot-Label zunehmend an Profil, indem es die Welt nach Ungehörtem abgraste.

(weiterlesen…)

THE DRESDEN DOLLS – Interview

Samstag, 6. März 2010

 

Brechtian Punk Cabaret mit THE DRESDEN DOLLS

 

THE DRESDEN DOLLS aus Nordamerika sind in diesem Quartal meine persönliche Überraschung gewesen und wie schon lange nicht mehr konnte mich so ein Debüt beeindrucken. Erst einmal weckt der ungewöhnliche Name für mich als Sachse Assoziationen und die Musik ist ebenso geschichtlich behaftet, wie erfrischend und wirksam sie ist. Beeinflußt von den morbiden BRECHT/WEIL-Theater-Welten der 20er Jahre und dem Rock’n Roll-Punk der 70er/80er Jahre agiert das Duo AMANDA PALMER und BRIAN VIGLIONE schwankend zwischen tollwütiger Aggression, verruchter Erotik und zerbrechlicher Nabelschau. Dabei beschränkt sich das Duo hauptsächlich auf Klavier, Drums und den variablen Gesang von AMANDA PALMER, welche mir auch im folgenden Interview die Welt der DRESDEN DOLLS näher brachte. (weiterlesen…)

RUMMELSNUFF Interview 2008

Samstag, 6. März 2010

RUMMELSNUFF oder Doomshantys zwischen Kraft und Eisen

Nachdem ich ja schon im BLACK 46 das Projekt RUMMELSNUFF vom Kraftsportler Roger Baptist (KEIN MITLEID, FREUNDE DER ITALIENISCHEN OPER, ATOMATIC NOIR) vorgestellt hatte, ist jetzt endlich das Debüt-Album „Halt durch!“ bei ZickZack erschienen. Sein hämmernder wie schunkliger Sound mit Texten über Matrosen, Bergmänner, Ringer und treue Hunde drängt geradezu zum polarisieren, was auf der Record-Release-Feier anläßlich der CD in Dresden aber gar nicht so der Fall war.

(weiterlesen…)

NEBELHEXE / ANDREA HAUGEN Interview 2006

Samstag, 6. März 2010

Wachstum, Wandel und die Rückkehr ins Ich

Die Musikerin, Heidin, Schriftstellerin, Künstlerin und Magierin Andrea Haugen dürfte vielen als die Verantwortliche für HAGALAZ’ RUNEDANCE bekannt sein – nur Wenige wissen, dass die charismatische Andrea vor ihren erfolgreichen und außergewöhnlichen Alben unter dem Namen HAGALAZ’ RUNEDANCE schon ein Album unter dem Namen NEBELHEXE veröffentlicht hat. Wenn auch das Projekt AGHAST seitdem nicht mehr in Erscheinung trat, so ist doch NEBELHEXE mehr als nur ein Name – steht dieser Name doch für das eigentliche künstlerische Schaffen von der in Norwegen lebenden Deutschen (die auch lange Jahre in England gelebt hat), abseits von Beschränkungen auf das authentische, nordische Heidentum.

(weiterlesen…)

KALTFRONT Interview

Samstag, 6. März 2010
KALTFRONT oder Zieh dich warm an!

KALTFRONT war der Soundtrack meiner unruhevollen Jugend in einem Land, welches es nicht mehr gibt. Dieses Land hieß DDR und dort waren KALTFRONT, zumindest im sächsischen Raum, eine der wichtigsten und besten Punk Rock-Bands. Gegenüber vielen anderen Punk-Bands waren vor allem die Texte von KALTFRONT völlig frei von den üblichen Klischees und statt sich mit Parolenhaften Slogans wie gegen Bullenstaat und Nazibrut zu positionieren, sezierten KALTFRONT absolut treffend Alltagsprobleme und kleidete diese in einen straighten und rockigen Punksound. Deshalb kann man auch heute noch problemlos diese Texte nebst Musik hören und so dachte wohl auch die Band, welche sich nach ihrem Ende 1990 nun im Jahre 2005 neu formiert hat. Seit dem sind sie wieder durch die Dörfer und Städte Ostdeutschlands unterwegs und hinterlassen dort meist begeisterte Jugendliche vereint mit alte Männer im schweißtreibenden Pogo-Kessel.

(weiterlesen…)

BUNNY LAKE Interview 2006

Samstag, 6. März 2010

BUNNY LAKE oder der ewige Krieg gegen den Schlaf

Christian Fuchs aus Österreich ist in seiner Heimat ein renommierter Film- und Musik-Journalist, aber bekannt ist er auch als Sänger bei Projekten wie BLOW, TOXIC LOUNGE oder MELVILLE. Am produktivsten war er aber mit seiner Hauptband FETISH 69, die in den Jahren 1990 bis 2003 eine atemberaubende Mutation vom Death Metal über Noise Core hin zur Angst Electronica vollzog und 5 sehr gute Alben veröffentlichte. Auf ihrer letzten Tour in schon stark reduzierter Besetzung kündigte mir Christian Fuchs dann sein neues Projekt BUNNY LAKE an, welches sich drei Jahre später nun anläßlich des Debüts „The Late Night Tapes“ als seine neue Band entpuppt. Zusammen mit Doktor Nachtstrom und der Sängerin Suzy On The Rocks taucht er dabei in die glamouröse wie abgründige Welt des Großstadtnachtlebens ein und läßt uns am Geschehen hautnah teilhaben, doch lest selbst, wie es dazu kam: (weiterlesen…)

PRIMUS INTER PARES – Interview

Samstag, 6. März 2010

 

PRIMUS INTER PARES oder endlich mal was eigenes machen!

 

Den Namen Frank Machau werden viele Leser mit der Band ORPLID bzw. dem Neo Folk-Genre verbinden, aber mit seinem Solo-Projekt PRIMUS INTER PARES geht er jetzt eigene Wege, die ihn auch ein Stück zurück in seine Jugend führen. Diese Jugend in der DDR war geprägt vom Independent-Sound der britischen Insel, welcher auch via Äther durch die sogenannte Mauer drang und u.a. hatten es ihm besonders JOY DIVISION, NEW ORDER und die anderen Factory-Bands angetan. Diesen Einfluß hört man jetzt auf der erste Veröffentlichung von PRIMUS INTER PARES deutlich an, die er sogleich seiner Tochter Gerda gewidmet hat. Was es damit jetzt alles auf sich hat, erfährt man im folgenden ausführlichen Interview: (weiterlesen…)

FLIEHENDE STÜRME Interview 2006

Samstag, 6. März 2010

„Schatten des Abschieds hinter jedem Augenblick“ –

FS über FS. Wieder einmal. Es gibt einen Grund, doch auch ohne ihn gäbe es immer einen Grund. Häh? Von vorn: Über eine Band zu schreiben, die einen die Hälfte des eigenen Lebens mit ihrer Musik durch eben jenes Leben begleitet hat; einem unablässig Freund, Schulter, Katharsis, Anstifter, Euphorisierer, Runterzieher, Psychotherapeut, Soundtrack zu dem ganzen beschissenen Film und vieles mehr bedeutete, ist mitnichten einfach. Jedes Mal eine harte Aufgabe. Objektivität sucht man hier vergebens, Passion findet man ohne Lupe. Und ein neues Album der STÜRME, welches der Grund für diesen Artikel ist.

(weiterlesen…)

PAN AMERICAN Interview

Freitag, 5. März 2010

Mark Nelson – Sänger und Gitarrist bei LABRADFORD entschloss sich 1997 mit PAN AMERICAN auch eigene Wege zu gehen. Sein gleichnamiges Debüt eroberte schnell die Herzen der Hörer. Sein streckenweise an Bill Laswell erinnerndes zweites Machwerk “360 Business/ 360 Bypass“ erspielte sich auch außerhalb der Gitarrenambienthörerschaft ein Publikum. Nach dem introvertierten und zurückgenommenen “The River Made No Sound“ – Album gelang ihm mit der CD/ DVD-Veröffentlichung “Quiet City“ schließlich der große Wurf. Wegweisende Soundfarben und progressive Stilistik haben aus “Quiet City“ wohl eines der wichtigsten Alben des Jahres 2004 gemacht. Das die Introvertiertheit Mark Nelsons sich nicht nur in seiner Musik findet, zeigt das nun folgende Interview…

(weiterlesen…)

CARL MICHAEL VON HAUSSWOLFF Interview

Donnerstag, 4. März 2010

Worauf kommt es an? Was zählt? Vielleicht ist es der Umstand bzw. das Bewusstsein die vorhandene Lebenszeit zu nutzen und gleichzeitig auszukosten. Geht man davon aus, dass am Ende des künstlerischen Schaffensprozesses ein Artefakt steht, welches auch den Künstler in freudige Erregung versetzt, dann trifft die Eingangsvermutung auf den viel beschäftigten Schweden Carl Michael von Hausswolff zu.

(weiterlesen…)

FJERNLYS Interview

Donnerstag, 4. März 2010

Pünktlich zum diesjährigen WGT erschien aus der Leipziger Loki Foundation-Schmiede das phantastisch-sphärische Debüt-Album „Ascending Triads & Luminous Arcs“ von FJERNLYS, welches das neue Projekt von Knut Enderlein ist, der auch als die eine Hälfte von INADE bekannt sein dürfte. Mit FJERNLYS kreiert dieser zusammen mit einigen Mitstreitern wunderschön-geheimnisvolle Ambient Pop-Songs, in deren Sog man sich eines um andere Mal fallen lassen und verlieren kann. Für mich ist die Doppel-CD jetzt schon definitiv eines der Top 10-Alben des Jahres 2006, doch lest selbst, was der Künstler mit FJERNLYS ausdrücken will: (weiterlesen…)

WHITELODGE Interview

Mittwoch, 3. März 2010

Auf dem umtriebigem Label Beta Lactam Ring Records wurden bisher eine 10’ und ein Vollzeitalbum der amerikanischen Band WHITELODGE veröffentlicht. WHITELODGE spielen eine Musik, die mit dem eigentlich zum Klischee erstarrten Adjektiv “atmosphärisch“ am besten beschrieben ist. Für die Band spricht zudem ihre schwierige Kategorisierbarkeit: Anlässlich der ersten 10’ wurden Namen wie SOL INVICTUS, RED HOUSE PAINTERS und CINDYTALK angeführt, die ja auf ganz unterschiedliche Genres verweisen. Die evozierte Stimmung mag auch Assoziationen an SLOWDIVE wecken, aber letztlich spielt das keine Rolle. Wer eine Band, die sich (eventuell) irgendwo zwischen Folk und Post Rock bewegt und auf Geschmacksverirrungen verzichtet, schätzt, der sollte sich eine der beiden Vinylveröffentlichungen der Amerikaner zulegen. Das folgende Interview wurde mit  Gründungsmitglied Dustin Gilbert per E-Mail geführt.

(weiterlesen…)

FOVEA HEX Interview

Mittwoch, 3. März 2010

FOVEA HEX ist das Projekt von Clodagh Simmonds, die in den 60ern bei der Folkband MELLOW CANDLE spielte und auch schon für Mike Oldfield gesungen hat. Auf den bisherigen Veröffentlichungen – drei EPs, die zusammen die “Neither Speak Nor Remain Silent“-Trilogie bilden – wurde sie u. a. von Andrew McKenzie (THE HAFLER TRIO), Colin Potter (u.a. NURSE WITH WOUND), Brian Eno, Robert Fripp unterstützt – um nur ein paar der Beteiligten zu nennen. Die Songs, in deren Zentrum die Stimme Clodagh Simmonds’ steht, lassen sich als eine (im positiven Sinn) eigenwillige und sehr originelle Mischung aus Folk und Ambient bezeichnen ­– wobei das letztlich zu kurz greift.  Die neun Songs lassen Gefühle wie Sehnsucht, Geborgenheit, Verlust entstehen, stürzen den Zuhörer in ein Wechselbad und sind dabei mit die spannendste Musik, die in der letzten Zeit veröffentlicht wurde.

(weiterlesen…)

AMBER ASYLUM Interview 2008

Mittwoch, 3. März 2010

AMBER ASYLUM – das Projekt von Kris Force bedarf nicht vieler einleitender Worte. Über die Jahre hinweg hat das Projekt über die Grenzen von San Francisco hinaus einen Bekanntheitsgrad erlangt. Nicht zuletzt ist Kris Force immer wieder durch Kollaborationen mit z.B. NEUROSIS, JARBOE, MATMOS, Tony Wakeford und Nick Grey in Erscheinung getreten. Vor zwei Jahren gab es bereits ein Interview mit AMBER ASYLUM im Black. Mittlerweile ist das aktuelle Album “Still Point“ erschienen und eine neue Veröffentlichung für 2008 angekündigt. Genügend Gründe, um die Möglichkeit für ein neues Gespräch mit Kris Force zu nutzen.

(weiterlesen…)

NADJA (AIDAN BAKER) Interview

Mittwoch, 3. März 2010

Aidan Baker ist sicherlich einigen als Solokünstler ein Begriff. Neben weiteren Nebenprojekten (zum Beispiel ARC) ist das gemeinsam mit Leah Buckareff betriebene Projekt NADJA sicherlich sein interessantestes. Baker, der darüber hinaus als Schriftsteller tätig ist, spiegelt mit NADJA diverse Ebenen wider. Formal betrachtet sind NADJA ein Drone-Projekt. Kompositorisch wissen Baker und Buckareff immer neue Muster und Klangbilder zu schaffen und zu schöpfen. Das offensichtliche Antlitz ist das einer überaus produktiven und veröffentlichungsfreudigen Kapelle. Im Subtext schließlich finden sich die Feinheiten und Besonderheiten eines unserer Ansicht nach immer noch viel zu wenig beachteten musikalischen Projekts. Zur Person Aidan Baker! (weiterlesen…)

NEBELHEXE / ANDREA HAUGEN Interview 2008

Mittwoch, 3. März 2010

What happened to our sc