WHITE DARKNESS – ToKAGE (CD)

Jason Köhnen ist Teil vom The Killimanjaro Darkjazz Ensemble und der The Mount Fuji Doomjazz Corporation und er ist Bong-Ra. Und auch: White Darkness.

White Darkness, wie immer man sich diese visuell vorstellen könnte, ist musikalisch die düsterst denkbare Dunkelheit auf einem der düstersten Alben 2011. Fast allein mit dem Schlagzeug als Lead-Instrument (!; mit einem echten Killer-Ridebecken) und ein paar wenigen Zutaten elektronischer Art plus Piano schleppt sich das Album durch sechs Stücke mit Namen, die genauso unzugänglich klingen wie „toKAGE“ als Musik für den ungeübten Hörer sein muss. Und auch mit den einzelnen Beiträgen von Gastsängerin Rachael Kozak verliert „toKAGE“ nichts von seiner abgrundtief nihilistischen Stimmung; ganz im Gegenteil, die (vermeintliche) Verstärkung der Zugänglichkeit durch diese Art menschliches Element verstärkt nur die musikalische Umsetzung des Grauens, das hier in Tönen abgebildet wird. Nicht mehr nur als in dem stockdunklen Gewölbe um dich herum passierende Musik, sondern als der Teufel direkt an deinem Ohr. Und der Angst, er/sie könnte dich berühren…

Sich so tief auf diese Stimmung einzulassen, dabei so fokussiert vorzugehen, so wenige Mittel einzusetzen und diese nur nuancenhaft zu variieren und daraus ein Album entstehen zu lassen, das trotzdem (?) eine Unvorhersehbarkeit besitzt, die ihresgleichen sucht; eine Sogwirkung par excellence aufbaut, die das Album als ganzes als eine Art (hyperlangsamen aber unaufhaltsamen) Mahlstrom erscheinen lässt, das ist definitiv eigen. Eigen in einer Art, die das Album unvergleichlich macht. Und perfekt.

(N)

Format: CD
Vertrieb: DENOVALI/ CARGO
 

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