ARTIUM ANIMAE – Dies Irae (CD)

Das Digipack fühlt sich gut an und ist zu der bald erklingenden, feierlichen Musik passend sehr dunkel gehalten, das Covermotiv, das Skelett eines Blattes sozusagen, kann man wohl als „memento mori“ bezeichnen und in der Tat kann man sich gut vorstellen, dass einen „dies irae“ mir der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert.

Mit „Psalm 57“ beginnt das Album auch zunächst sehr tief und fast verhalten und leise, doch mächtige Blasinstrumente verbreiten bald eine feierliche und doch auch leicht bedrückende Atmosphäre, hier muss jede Bewegung bewusst und langsam gesetzt werden. Klar wird dies auch durch den schönen, feierlichen  Frauengesang, der etwas fast Gregorianisches, definitiv aber – man denke auch an die religiöse Grundlage der Titel – etwas Sakrales an sich hat. Fast noch eindringlicher dunkel wird das sparsam, aber eindrucksvoll instrumentierte zweite Stück, bei dem sich (mindestens) eine tiefe Männerstimme hinzugesellt und einen angenehmen Kontrast bzw. eine ebensolche Harmonie erzeugt. Nur ganz leicht vermag ich hier Anklänge an Musik à la „heavenly voices“ erkennen, hier herrscht meines Erachtens nach ernsthafte und gelungene Neoklassik (bzw. Neobarock?) vor. „Psalmus 87“ ist ein klein wenig beschwingter, insofern dieser Begriff hier angemessen ist, doch auch hier herrscht eine fast schon traurig klingende Feierlichkeit vor – keine Schwermut eigentlich, sondern womöglich so etwas wie das Feiern des Leids, welches unvermeidlich ist. Auch „Lacrimosa Dies“ lädt nicht nur zum im Sakralen Schwelgen ein, sondern auch dazu, sich mit den italienisch und lateinisch abgedruckten Texten zu beschäftigen. Das folgende „Signium Iudicii“ geht etwas mehr ins Sphärische, wobei auch hier virtuos mit mehrstimmigem Gesang gearbeitet worden ist, während das „Sigillum Septimum“ mit seinem der Apokalypse entnommenen Text wieder klanggewaltiger ertönt, ohne dass jedoch auf diesem Album im unangenehmen Sinne überbordendes Pathos zu vernehmen wäre. Bis zum letzten Stück, „Angelum Abyssi“ herrscht auf „dies irae“ ein strenges Konzept und gewissermaßen kontrolliertes und virtuos klanglich verarbeitetes Gefühl vor, welches gewiss nicht nur Leuten gefällt, die solche Musik in Kirchen hören, sondern welche auch völlig zurecht einige „schwarze Seelen“ oder wie man das nennen mag, erfreuen und vielleicht sogar erbauen wird. Mutig und gut.

(flake777)

Format: CD
Vertrieb: PROJEKT
Mailorder: Going Underground
 

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