BORIS – Heavy Rocks (CD/ LP)

Album 3 in 2011 (“Klatter“, die Kollaboration mit MERZBOW nicht eingerechnet). Und? Aufatmen bei den durch “New Album“ und “Attention Please“ Gebeutelten?

BORIS beziehen sich hier ganz explizit auf ihr 2002 Album “Heavy Rocks“ und zeigen das rein äußerlich durch ein identisches Cover Artwork, in der 2011er Version (im Gegensatz zum orangenen 2002er Vorgänger) ganz in lila (und wieder mit den schicken Klarlack-Aufdruckungen; erst recht schick bei der Doppel-LP-Version). Natürlich (obwohl: in Bezug auf BORIS sollte dieses “natürlich“ ggf. besser mit einem Fragezeichen versehen werden) ist dieses aktuelle “Heavy Rocks“ keine Neueinspielung der alten Tracks, sondern ein wirklich neues Album (mit der kleinen Einschränkung, dass sowohl “Tu, La La“ als auch “Jackson Head“ bereits auf “New Album“ veröffentlicht wurden…).

BORIS wollen mit “Heavy Rocks“ (angeblich) auch ihren Status als Band in Bzug auf heavy-Musik wiederherstellen/erneuern/bestätigen: die Platte ist heavy, keine Frage, aber wer aus solchen Äußerungen heraus erwartet, ein Album extremer Härte, möglicherweise nihilistischer Düsternis und/ oder voll ohren- (wenn nicht menschen-)verachtenden Noise zu bekommen, der ist besser gleich gewarnt: der metallige Opener, “Riot Sugar“, das über 12 Minuten lange, zwischen Fast-Stille und brutalem Noise pendelnde (und dabei auch noch höchst melodiöse) Center-Piece “Missing Pieces“ und das ebenso die 12 Minuten brechende, tiefe Bass/Gitarren-Doombögen schiebende “Aileron“ erfüllen solche Erwartungen vielleicht am ehesten; die weiteren Stücke setzen mehr auf einen kompakten Bandsound mit guter Härte, auch mal punkig, jedoch zum Teil durchaus auch ganz ohne Hard-Rock/Metal-Appeal: “Jackson Head“, auf “New Album“ synthgetriebener Elektrokracher, (hier im nahezu gleichen Arrangement was die Abfolge der Parts betrifft) als rockig/punkiger (von der Haltung, nicht dem Sound) Semi-Hit; auch “Tu, La La“ streift alle Verzuckerungen der “New Album“-Version ab und reinkarniert shoegazerlastig mit Chorgesang über ruppigeren Gitarren…

Auf der Doppel-LP “Missing Pieces“ und “Czechoslovakia“ in erweiterten Versionen, was beiden gut, im Fall von “Czechoslovakia“ sogar sehr gut steht. Leider kann dafür die Pressqualität bei den sehr stillen Parts von “Missing Pieces“ nicht wirklich mithalten, während das Artwork auf der Vinyl Version natürlich erst den Raum eingeräumt bekommt, der dieser Art von Gestaltung zusteht.

(N)

Format: CD/ LP
Vertrieb: SARGENT HOUSE/ CARGO
 

Stichworte:
, , , , ,